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B978-3-437-57441-2.00004-X

10.1016/B978-3-437-57441-2.00004-X

978-3-437-57441-2

Fallbeispiele

Michael Wullinger

  • 4.1

    Saisonale allergische Rhinitis (SAR)175

    • 4.1.1

      1. Fall175

    • 4.1.2

      2. Fall176

    • 4.1.3

      3. Fall177

    • 4.1.4

      4. Fall178

    • 4.1.5

      5. Fall180

    • 4.1.6

      6. Fall181

    • 4.1.7

      7. Fall182

  • 4.2

    Perenniale allergische Rhinitis (PAR)184

    • 4.2.1

      1. Fall184

    • 4.2.2

      2. Fall185

    • 4.2.3

      3. Fall186

    • 4.2.4

      4. Fall188

    • 4.2.5

      5. Fall189

  • 4.3

    Allergische Konjunktivitis191

    • 4.3.1

      1. Fall191

    • 4.3.2

      2. Fall192

    • 4.3.3

      3. Fall194

    • 4.3.4

      4. Fall195

    • 4.3.5

      5. Fall197

    • 4.3.6

      6. Fall198

  • 4.4

    Allergisches Asthma199

    • 4.4.1

      1. Fall199

    • 4.4.2

      2. Fall201

    • 4.4.3

      3. Fall203

    • 4.4.4

      4. Fall205

    • 4.4.5

      5. Fall206

    • 4.4.6

      6. Fall208

    • 4.4.7

      7. Fall210

  • 4.5

    Urtikaria211

    • 4.5.1

      1. Fall211

    • 4.5.2

      2. Fall212

    • 4.5.3

      3. Fall214

    • 4.5.4

      4. Fall215

    • 4.5.5

      5. Fall216

    • 4.5.6

      6. Fall218

  • 4.6

    Neurodermitis/Atopisches Ekzem219

    • 4.6.1

      1. Fall: Atopisches Ekzem219

    • 4.6.2

      2. Fall: Handekzem221

    • 4.6.3

      3. Fall: Augenlidekzem222

    • 4.6.4

      4. Fall: Atopisches Ekzem224

    • 4.6.5

      5. Fall225

    • 4.6.6

      6. Fall227

    • 4.6.7

      7. Fall228

  • 4.7

    Nahrungsmittelallergien229

    • 4.7.1

      1. Fall: Nahrungsmittelunverträglichkeit229

    • 4.7.2

      2. Fall: Nahrungsmittelallergie231

    • 4.7.3

      3. Fall232

    • 4.7.4

      4. Fall233

    • 4.7.5

      5. Fall234

    • 4.7.6

      6. Fall236

    • 4.7.7

      7. Fall237

    • 4.7.8

      8. Fall238

  • 4.8

    Sinusitis240

    • 4.8.1

      1. Fall240

    • 4.8.2

      2. Fall242

    • 4.8.3

      3. Fall: Chronisch rezidivierende Sinusitis, Infektanfälligkeit243

    • 4.8.4

      4. Fall245

    • 4.8.5

      5. Fall247

    • 4.8.6

      6. Fall249

    • 4.8.7

      7. Fall250

  • 4.9

    Infektanfälligkeit251

    • 4.9.1

      1. Fall: Infektanfälligkeit, Ekzem251

    • 4.9.2

      2. Fall: Infektanfälligkeit, allergische Diathese253

    • 4.9.3

      3. Fall: Allergisches Asthma, Pollinose, Lebensmittelkreuzallergien, rezidivierende Tonsillitis254

    • 4.9.4

      4. Fall256

    • 4.9.5

      5. Fall258

Einleitung
FallbeispieleDas folgende Kapitel dient zur Abrundung der praktischen Darstellung der Behandlung allergischer Erkrankungen. Damit folgt es einer alten chinesischen Tradition. Zahlreiche berühmte Ärzte haben vor allem umfangreiche Sammlungen von Falldarstellungen hinterlassen, die ihren individuellen Arbeitsstil zum Ausdruck bringen.
Die Praxis unterscheidet sich fast zwangsläufig von der Darstellung im Lehrbuch. Dies gilt schon für die westliche Medizin und in noch größerem Maß für die chinesische Medizin.
  • Eine besondere Stärke der chinesischen Medizin besteht darin, Patienten sehr individuell behandeln zu können. Es werden keine Krankheitsbilder, sondern Menschen unter Berücksichtigung ihres gesamten Umfelds behandelt. Dies umfasst das Klima, die Jahreszeit, Lebensphase, Vorerkrankungen, Beruf und die sozialen Bindungen des betreffenden Patienten. Die Vielzahl dieser Faktoren können unmöglich in einem Lehrbuch berücksichtigt werden, haben jedoch Einfluss auf das therapeutische Vorgehen.

  • Häufig greifen mehrere allergische Krankheitsbilder bei einem Patienten ineinander: Allergische Rhinitis und Asthma bronchiale – Sinusitis, Asthma bronchiale und Infektanfälligkeit – Nahrungsmittelallergien, atopisches Ekzem und Asthma bronchiale. In diesen Fällen müssen die entsprechenden Behandlungsstrategien miteinander verknüpft werden.

  • In der Praxis werden auch die verschiedenen Behandlungsmethoden der chinesischen Medizin, insbesondere die Akupunktur, chinesische Arzneitherapie und Diätetik, häufig miteinander kombiniert.

  • Behandlungsverläufe werden authentisch und exemplarisch dargestellt mit Häufigkeit, Intervallen und Dauer der Behandlung. Die vorgestellten Fälle stammen ausschließlich aus der Praxis des Autors und spiegeln dementsprechend seine persönliche Arbeitsweise wider.

  • Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden die Fallbeispiele so gut wie möglich nach Krankheitsbildern geordnet und zusammengefasst.

Saisonale allergische Rhinitis (SAR)

1. Fall

Der 41-jährige Koch kam Ende März erstmals zur Behandlung wegen seines Heuschnupfens. Die allergischen Beschwerden waren bereits in vollem Gange. Während der Nacht hatte er heftige Niesattacken und Hustenanfälle, die ihm den Schlaf raubten. Zusätzlich hatte er starken Juckreiz in den Augen und im Rachen. Im Vorjahr waren in den Monaten Mai und Juni außerdem asthmatische Beschwerden aufgetreten. Die medikamentöse Therapie bestand in der Einnahme von zweierlei Antihistaminika sowie bedarfsweise einem Asthma-Spray.Rhinitis:perenniale allergischePerenniale allergische RhinitisPerenniale allergische Rhinitis:FallbeispieleFallbeispiele:Perenniale allergische Rhinitis Im vorigen Jahr hatten sich die allergischen Beschwerden über die Monate April bis November erstreckt, dieses Jahr hatten sie jedoch noch eher begonnen. Im Allergietest hatte sich vor allem eine Reaktion auf sämtliche Frühblüher wie Birke, Erle, Hasel, Eiche und Esche gezeigt. Neben den allergischen Beschwerden beklagte der Patient mindestens fünfmal im Jahr hochfieberhafte Infekte. Obwohl er viel Fahrrad fuhr, war er mit 98 kg etwas übergewichtig und fühlte sich häufig müde. Zum Frühstück aß er täglich Kaba und ein Käsebrot, untertags häufig und gerne Kuchen. Der Zungenkörper war hellrot und leicht gedunsen, der Zungenbelag dünn und weiß. Seine Pulse waren saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi der Fk Milz und Lunge (qi lienale et pulmonale, pi fei qi) mit Schleim (pituita, tan) und Wind (ventus, feng)
Therapeutisches Vorgehen
  • Qi der Fk Milz und Lunge (qi lienale et pulmonale, pi fei qi) stützen

  • Schleim (pituita, tan) ausleiten

  • Wind (ventus, feng) zerstreuen

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Bl 13/V V 13 (Bl 13, feishu)13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu (Bl 13, V 13)feishu)

  • Ren 17/Rs Rs 17 (Ren 17, tanzhong)17 („Vorhof der Brust“, tanzhong)tanzhong (Ren 17, Rs 17)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Le 2/H H 2:(Le 2, xingjian)2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian:(Le 2, H 2)xingjian)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Gb 20/F 20, Di 20/IC 20, Di 4/IC 4 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind (ventus, feng).

  • Bl 13/V 13, Ren 17/Rs 17, Ma 36/S 36, Ma 40/S 40 und Mi 6/L 6 stützen das Qi der Fk Milz und Lunge (qi lienale et pulmonale, pi fei qi) und leiten Schleim (pituita, tan) aus.

  • Le 3/H 3 und Le 2/H 2 lösen die Überwältigung des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) durch den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Verlauf
Der Patient wurde zehnmal im Abstand von einer Woche akupunktiert. Schon nach den ersten zwei Behandlungen war die Besserung so deutlich, dass er im weiteren Verlauf ganz auf die Einnahme von Medikamenten verzichtete. Während des Frühjahrs hatte er nur noch vereinzelt Augenjucken sowie an wenigen Tagen in den Morgenstunden für etwa zwanzig Minuten Hustenreiz. Um der Bildung von Schleim (pituita, tan) entgegenzuwirken, wurde dem Patienten geraten, auf Milchprodukte, Kuchen und Kaffee zu verzichten. Schließlich entschloss er sich aus freien Stücken zu einer Fastenwoche. Daraufhin waren die Beschwerden vollständig abgeklungen, er nahm insgesamt 10 kg ab, Müdigkeit und Leistungsfähigkeit hatten sich ebenfalls enorm gebessert.

2. Fall

Der 25-jährige Patient kam am 21. Mai mit akuten Heuschnupfenbeschwerden in die Praxis. Er nahm seit drei Wochen mehrmals täglich ein sympathomimetisches Nasenspray sowie zweimal am Tag ein Antihistaminikum. Trotzdem hatte er in der vorangehenden Nacht kein Auge zugetan und war entsprechend gereizt. Der junge Mann hatte sowohl eine verstopfte Nase, die ihn am Einschlafen hinderte, als auch ständige Niesattacken. Das Nasensekret war morgens gelb und tagsüber klar. Der Heuschnupfen war erstmals vor fünf Jahren aufgetreten und machte ihm vor allem von April bis August das Leben schwer. Im Allergietest zeigte sich eine positive Reaktion auf Gräserpollen. In diesem Jahr waren erstmals auch Symptome im Augenbereich sowie ein asthmatischer und teilweise schmerzhafter Husten aufgetreten. Der Patient berichtete, dass er sich am liebsten von Kuhmilchprodukten, Eiern und Fleisch ernähre. Der Zungenkörper war eindeutig rot, die Pulse waren angefüllt und saitenförmig (repleti und chordales, shi xian).
Diagnose
Die Symptome deuteten auf eine Wind-Hitze-Schrägläufigkeit (calor-venti-Heteropathie, fengre xie) sowie Einstauungen im Fluss des Qi des Fk Leber (qi hepatici, gan qi).
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Einstauungen des Qi des Fk Leber (qi hepatici, gan qi) lösen

Akupunktur
  • Du 20/Rg Rg 20 (Du 20, baihui)20 („Zusammenkunft aller Leitbahnen“, baihui (Du 20, Rg 20)baihui)

  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Bl 2/V V 2 (Bl 2, cuanzhu)2 („Zusammengelegter Bambus“, cuanzhu (Bl 2, V 2)cuanzhu)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 7/P P 7 (Lu 7, lieque)7 („Reihe von Lücken“, lieque (Lu 7, P 7)lieque)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Le 2/H H 2:(Le 2, xingjian)2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian:(Le 2, H 2)xingjian)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

  • Gb 40/F F 40 (Gb 40, qiuxu)40 („Das Feld am Hügel“, qiuxu (Gb 40, F 40)qiuxu)

Erläuterung
  • Gb 20/F 20, Di 20/IC 20 und Bl 2/V 2 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Du 20/Rg 20, Le 3/H 3, Le 2/H 2 und Gb 40/F 40 besänftigen den Fk Leber (o. hepaticus, gan) und lösen Einstauungen des Qi.

  • Di 4/IC 4, Lu 7/P 7 und Ma 36/S 36 stützen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und dynamisieren den Fluss des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi).

Ohrakupunktur
Histamin, ACTH
Verlauf
Der junge Mann konnte bereits nach der ersten Akupunkturbehandlung nachts wieder gut schlafen. Auf Grund seiner akuten Beschwerden wurde er anfangs zweimal wöchentlich, später einmal pro Woche akupunktiert. Die Symptome besserten sich langsam im Verlauf der nächsten Wochen. Nach vier Wochen konnte er als Erstes die Antihistaminika absetzen, zwei Wochen später auch die sympathomimetischen Nasensprays. Gelegentliche Nasenspülungen mit Wasser und Emser Salz waren zu diesem Zeitpunkt ausreichend.
Nach zwölf Akupunkturbehandlungen wurde der Patient im beschwerdefreien Zustand entlassen. Diätetisch wurde ihm angeraten, auf Kuhmilchprodukte zu verzichten.

3. Fall

Der 61-jährige selbstständige Versicherungsmakler kam Mitte Juni wegen einer langjährig bestehenden Gräser- und Roggenpollenallergie. Er war in der Vergangenheit bereits zweimal erfolglos desensibilisiert worden. Auf Grund hochakuter Heuschnupfenbeschwerden war mehrfach auch Cortison verordnet worden. Derzeit nahm er bei Bedarf Antihistaminika, die er jedoch ablehnte, weil sie ihn stark benebelten. Seine Symptome bestanden vor allem in heftigstem Niesreiz, laufender und brennender Nase sowie stark ausgeprägtem Hitzegefühl und Kopfschmerzen. Alles verstärkte sich besonders bei länger anhaltenden Hitzeperioden und in geschlossenen Räumen. Er berichtete auch über großen Durst und dass er viel Wasser trinke. Hinzu kommen auch juckende, tränende und gerötete Augen. Der Patient liebte Süßes und Milchprodukte und war leicht übergewichtig. Gleichzeitig machte er gerne Sport und war beim Fahrradfahren auch in der Pollenzeit nicht eingeschränkt.
Sein Zungenkörper war rot, rissig und trocken, die Pulse waren angefüllt und saitenförmig (repleti und chordales, shi xian).
Diagnose
  • Wind-Hitze-Schrägläufigkeit (calor-venti-Heteropathie, fengre xie)

  • Hitze (calor, re) des Fk Leber (o. hepaticus, gan)

Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Hitze (calor, re) des Fk Leber (o. hepaticus, gan) kühlen

Akupunktur
  • Du 20/Rg Rg 20 (Du 20, baihui)20 („Zusammenkunft aller Leitbahnen“, baihui (Du 20, Rg 20)baihui)

  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Le 2/H H 2:(Le 2, xingjian)2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian:(Le 2, H 2)xingjian)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

  • Ma 44/S S 44 (Ma 44, neiting)44 („Innere Vorhalle“, neiting (Ma 44, S 44)neiting)

Erläuterung
  • Gb 20/F 20, Di 20/IC 20, Di 4/IC 4 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Ma 36/S 36 und Ma 40/S 40 stützen die „Mitte“ (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei) und leiten Schleim (pituita, tan) aus.

  • Du 20/Rg 20 und Le 3/H 3 senken das Yang des Fk Leber (yang hepatici, ganyang) ab.

  • Le 2/H 2 und Ma 44/S 44 leiten Hitze (calor, re) aus.

Verlauf
Der Patient kam zweimal pro Woche zur Akupunktur. In den nächsten sechs Wochen bis Ende Juli war er größtenteils beschwerdefrei und hellauf begeistert von der Akupunktur. Medikamente benötigte er in diesem Sommer nicht mehr. Auf Grund des guten Behandlungserfolges kam er auch die nächsten drei Jahre jeden Sommer für fünf bis zehn Akupunkturbehandlungen in die Praxis. Während dieser Jahre traten keine nennenswerten Heuschnupfenbeschwerden mehr auf.

4. Fall

Die 39-jährige Patientin litt bereits seit 12 Jahren unter Heuschnupfen. Die Beschwerden begannen meist im März und zogen sich bis in den September. Die Symptome waren vor allem Niesreiz, eine laufende Nase sowie Juckreiz der Augen und des Rachens. In besonders schlimmen Phasen hatte sie außerdem verstopfte Ohren und Ohrenschmerzen sowie Kopfschmerzen im Stirnbereich. Als die Patientin Anfang Mai erstmals in die Praxis kam, waren die Beschwerden bereits hochakut. Die Augen, der Rachen und der Zungenkörper waren deutlich gerötet. Zur Linderung ihrer Beschwerden nahm sie einmal täglich ein Antihistaminikum sowie abschwellende Nasentropfen, um schlafen zu können. Im Allergietest hatte sich eine deutliche Reaktion auf Birke, Erle, Hasel und Gräser gezeigt.
Der Zungenkörper war rot, der Zungenbelag dünn und weiß. Die Pulse zeigten sich an der rechten Seite erschöpft (depleti, xu), links saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Eingestautes Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi)

Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Eingestautes Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) lösen

Akupunktur
  • Du 20/Rg Rg 20 (Du 20, baihui)20 („Zusammenkunft aller Leitbahnen“, baihui (Du 20, Rg 20)baihui)

  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 5/P P 5 (Lu 5, chize)5 („Moorsee am Fußpunkt“, chize (Lu 5, P 5)chize)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

  • Le 2/H H 2:(Le 2, xingjian)2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian:(Le 2, H 2)xingjian)

Erläuterung
  • Gb 20/F 20, Di 20/IC 20 und Di 4/IC 4 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Du 20/Rg 20, Le 3/H 3 und Le 2/H 2 regulieren und lösen den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

  • Lu 5/P 5 stellt die Hemmung des Fk Leber (o. hepaticus, gan) durch den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) wieder her.

Verlauf
Die Patientin wurde zehnmal im Abstand von einer Woche akupunktiert. Bereits nach dem ersten Mal war die Besserung so deutlich, dass sie die Antihistaminika absetzen konnte. Die abschwellenden Nasentropfen wurden nicht mehr täglich, sondern nur noch vereinzelt verwendet. Lediglich einmal im Sommer, Anfang Juli, traten nochmals stärkere allergische Beschwerden auf. Daraufhin wurde für 14 Tage das folgende Rezept verordnet.
Arzneitherapie
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 4 g

  • Schizonepetae herba (Jingjie)Schizonepetae herba (Jingjie)Jingjie (Schizonepetae herba) 5 g

  • Magnoliae flos (Xinyi) Xinyi (Magnoliae flos)Magnoliae flos (Xinyi)5 g

  • Xanthii fructus (Cangerzi)Xanthii fructus (Cangerzi)Cangerzi (Xanthii fructus) 6 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 9 g

  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 12 g

Erläuterung
  • Magnoliae flos (Xinyi) und Xanthii fructus (Cang'erzi) zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen die Nase durchgängig.

  • Tribuli fructus (Baijili), Menthae herba (Bohe) und Schizonepetae herba (Jingjie) lösen Einstauungen des Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) und zerstreuen Wind (ventus, feng).

  • Astragali radix (Huangqi) ist das Hauptmittel zur Stabilisierung der Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

Verlauf
Nach Einnahme der Rezeptur war die Patientin für den Rest des Sommers beschwerdefrei. Im darauffolgenden Jahr hatte sie kaum Heuschnupfen und konnte auf die Einnahme von Antihistaminika verzichten.

5. Fall

Der 14-jährige Schüler hatte schon seit frühester Kindheit starken Heuschnupfen. Aus diesem Grund war er sogar schon zweimal über 3 Jahre hinweg desensibilisiert worden, allerdings ohne Erfolg. Er kam nun, weil sich die allergischen Reaktionen zunehmend ausweiteten. So war auch beginnendes allergisches Asthma diagnostiziert worden, und es hatten sich Kreuzallergien gegen Äpfel und Haselnüsse entwickelt. Außerdem berichtete die Mutter, dass er jedes Jahr drei- bis viermal eine Tonsillitis habe. In mehreren Tests hatte sich eine starke Reaktion auf Hasel, Birke und Erle und besonders Gräser gezeigt. Die Beschwerden setzten Anfang März ein und dauerten bis Ende August, wo sie oft sehr ausgeprägt waren. Am störendsten für den Jungen war die ständig laufende Nase. Im Durchschnitt benötigte er zwei bis drei Pakete Papiertaschentücher pro Tag.
Der Zungenkörper war gerötet, der Zungenbelag dünn und weiß mit zahlreichen roten Punkten. Die Pulse waren saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
  • Wind (ventus, feng)

  • Energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi)

Therapeutisches Vorgehen
  • Wind (ventus, feng) zerstreuen

  • Das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) stützen

Akupunktur
  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 7/P P 7 (Lu 7, lieque)7 („Reihe von Lücken“, lieque (Lu 7, P 7)lieque)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Di 20/IC 20, Di 4/IC 4 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen die Nase durchgängig.

  • Di 4/IC 4 und Lu 7/P 7 stabilisieren die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Ma 36/S 36 und Mi 6/L 6 kräftigen die „Mitte“ (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei).

  • Le 3/H 3 harmonisiert den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Arzneitherapie
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi)Angelicae dahuricae radix (Baizhi) 6 g

  • Magnoliae flos (Xinyi) Xinyi (Magnoliae flos)Magnoliae flos (Xinyi)4 g

  • Asari radix (Xixin)Asari radix (Xixin) 2 g

  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 10 g

  • Chebulae fructus (Hezi)Hezi (Chebulae fructus)Chebulae fructus (Hezi) 4 g

  • Schisandrae fructus (Wuweizi)Wuweizi (Schisandrae fructus)Schisandrae fructus (Wuweizi) 2 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 2 g

Erläuterung
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi), Magnoliae flos (Xinyi) und Asari radix (Xixin) zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen die Nase durchgängig.

  • Astragali radix (Huangqi) stützt die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Chebulae fructus (Hezi) und Schisandrae fructus (Wuweizi) sind sauer und halten den Nasenfluss.

Verlauf
Der Schüler kam über die ganze Heuschnupfensaison einmal wöchentlich zur Akupunktur, insgesamt 19-mal. Seine Beschwerden waren lange Zeit erheblich gebessert. Allerdings kam es im Juni zu einer vorübergehenden Verstärkung der Symptome. Daraufhin wurde zusätzlich zur Akupunktur die oben beschriebene Rezeptur verordnet. Ab diesem Zeitpunkt war der junge Patient beschwerdefrei, auch im Monat August, der in den Vorjahren besonders unangenehm gewesen war.

6. Fall

Der 13-jährige Junge kam am 21. Juni 2002 erstmals zur Behandlung. Er hatte jetzt seit drei Jahren Heuschnupfen. Dabei waren die Augenbeschwerden am stärksten ausgeprägt mit Juckreiz, Tränenfluss, Rötung und Schwellung. Zusätzlich hatte er eine laufende Nase und Niesanfälle. Die Intensität des Heuschnupfens hatte sich über die drei Jahre gesteigert und war zuletzt sehr stark. Zeitlich erstreckten sich die Beschwerden von etwa Mitte Mai bis Ende August. Im Allergietest hatte sich vor allem eine deutliche Reaktion auf Gräser gezeigt. Zusätzlich bestanden Kreuzallergien gegen Äpfel, Nüsse, Paprika und Erdbeeren. Der Hausarzt hatte ein Antihistaminikum sowie Augentropfen verordnet.
Der Zungenkörper war deutlich rot, der Zungenbelag trocken und die Pulse saitenförmig (chordal, xian).
Diagnose
Die Symptomatik wies deutlich auf eine Wind-Hitze-Schrägläufigkeit (calor-venti-Heteropathie, fengre xie)Wind-Hitze-Schrägläufigkeit (calor-venti-Heteropathie, fengre xie)fengre xie (Wind-Hitze-Schrägläufigkeit, calor-venti-Heteropathiecalor-venti-Heteropathie (Wind-Hitze-Schrägläufigkeit, fengre xie).
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu Lu 5 (P 5, chize)5/P 5 („Moorsee am Fußpunkt“, chize)

  • Gb Gb 37 (F 37, guangming)37/F 37 („Glanz und Licht“, guangming)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

Erläuterung
  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20 und Gb Gb 37 (F 37, guangming)37/F 37 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) im Bereich der Augen.

  • Lu Lu 5 (P 5, chize)5/P 5 und Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 stellen die Hemmung des Fk Leber (o. hepaticus, gan) durch den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) wieder her.

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 zerstreut Wind-Hitze (calor venti, fengre) und stabilisiert die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

Ohrakupunktur
Histaminpunkt, Nebennierenrindenpunkt, ACTH-Punkt
Arzneitherapie
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 3 g

  • Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) 3 g

  • Chrysanthemi Chrysanthemi flos (Juhua)flos (Juhua (Chrysanthemi flos)Juhua) 5 g

  • Cassiae Cassiae semen (Juemingzi)semen (Juemingzi (Cassiae semen)Juemingzi) 6 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 6 g

  • Uncariae ramulus et Uncariae ramulus et uncus (Gouteng)unci (Gouteng (Uncariae ramulus et uncus)Gouteng) 9 g

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 3 g

Erläuterung
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) und Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Chrysanthemi Chrysanthemi flos (Juhua)flos (Juhua (Chrysanthemi flos)Juhua) und Cassiae Cassiae semen (Juemingzi)semen (Juemingzi (Cassiae semen)Juemingzi) kühlen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und klären die Augen.

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) und Uncariae ramulus et Uncariae ramulus et uncus (Gouteng)unci (Gouteng (Uncariae ramulus et uncus)Gouteng) beruhigen Wind (ventus, feng) und stillen Juckreiz.

Verlauf
Der Junge war bereits ab der ersten Behandlung beschwerdefrei und brauchte auch keine schulmedizinische Medikation mehr. In den drei folgenden Jahren beschränkten sich die allergischen Beschwerden auf wenige Tage im Jahr. Erfreulicherweise traten auch die Kreuzallergien auf Lebensmittel nicht mehr auf.

7. Fall

Der 33-jährige Mann kam am 30. März 2001 erstmals zur Behandlung. Bereits in früher Kindheit war bei ihm Heuschnupfen aufgetreten und es waren erfolglos mehrere Desensibilisierungsversuche durchgeführt worden. Im Allergietest hatte er besonders auf Birke, Erle und Gräser reagiert. Die Beschwerden begannen Ende Februar/Anfang März, erreichten im Mai den Höhepunkt und dauerten bis August. Am stärksten ausgeprägt waren der Juckreiz und das Brennen der Augen. Auch die Nase lief stark, es traten salvenartige Niesreizattacken auf. Zeitweise bestanden auch ein trockener Reizhusten und ein Beklemmungsgefühl in der Brust. Als er in Behandlung kam, nahm er bereits regelmäßig Cromoglicinsäure und ein Antihistaminikum.
Der Zungenkörper war gerötet, der Zungenbelag war klar und die Pulse waren saitenförmig (chordal, xian).
Diagnose
Wind-Hitze (calor calor venti (Wind-Hitze, fengre)mit Blockierung des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi)venti, Wind-Hitze (calor venti, fengre):mit Blockierung des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi)fengre (Wind-Hitze, calor venti) mit Blockierung des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi)fengre) mit Blockierung des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi).
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) bewegen

Akupunktur
  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20 („Teich des Windes“, fengchi)

  • Di Di 20 (IC 20, yintang)20/IC 20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang)

  • Bl Bl 13 (V 13, feishu)13/V 13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu)

  • Ren Ren 17 (Rs 17, tanzhong)17/Rs 17 („Vorhof der Brust“, tanzhong)calor venti (Wind-Hitze, fengre):mit Blockierung des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu Lu 5 (P 5, chize)5/P 5 („Moorsee am Fußpunkt“, chize)

  • Ma Ma 40 (S 40, fenglong)40/S 40 („Üppige Fülle“, fenglong)

  • Gb Gb 37 (F 37, guangming)37/F 37 („Glanz und Licht“, guangming)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

Erläuterung
  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20 und Di Di 20 (IC 20, yintang)20/IC 20 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und klären die Augen und die Nase.

  • Bl Bl 13 (V 13, feishu)13/V 13 und Ren Ren 17 (Rs 17, tanzhong)17/Rs 17 stützen den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei), regulieren das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und nehmen Druck von der Brust.

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 und Lu Lu 5 (P 5, chize)5/P 5 zerstreuen Wind (ventus, feng) und stabilisieren die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei).

  • Ma Ma 40 (S 40, fenglong)40/S 40 leitet Schleim (pituita, tan) aus.

  • Gb Gb 37 (F 37, guangming)37/F 37 und Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 klären die Augen und zerstreuen Wind (ventus, feng).

Arzneitherapie
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 4 g

  • Schizonepetae Schizonepetae herba(Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) 4 g

  • Chrysanthemi Chrysanthemi flos (Juhua)flos (Juhua (Chrysanthemi flos)Juhua) 8 g

  • Cassiae Cassiae semen (Juemingzi)semen (Juemingzi (Cassiae semen)Juemingzi) 8 g

  • Plantaginis Plantaginis semen (Cheqianzi)semen (Cheqianzi (Plantaginis semen)Cheqianzi) 12 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 10 g

  • Uncariae ramulus et Uncariae ramulus et uncus (Gouteng)unci (Gouteng (Uncariae ramulus et uncus)Gouteng) 15 g

  • Magnoliae Magnoliae cortex (Houpo)cortex (Houpo (Magnoliae cortex)Houpo) 6 g

  • Pruni armeniacae Pruni armeniacae semen (Xingren)semen (Xingren (Pruni armeniacae semen)Xingren) 9 g

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 3 g

Erläuterung
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) und Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Chrysanthemi Chrysanthemi flos (Juhua)flos (Juhua (Chrysanthemi flos)Juhua) und Cassiae Cassiae semen (Juemingzi)semen (Juemingzi (Cassiae semen)Juemingzi) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und klären die Augen.

  • Plantaginis Plantaginis semen (Cheqianzi)semen (Cheqianzi (Plantaginis semen)Cheqianzi) klärt die Augen und stillt Husten.

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) und Uncariae ramulus et unci (Gouteng (Uncariae ramulus et uncus)Gouteng) beruhigen Juckreiz und Wind (ventus, feng).

  • Magnoliae Magnoliae cortex (Houpo)cortex (Houpo (Magnoliae cortex)Houpo), Pruni armeniacae Pruni armeniacae semen (Xingren)semen (Xingren (Pruni armeniacae semen)Xingren) und Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) nehmen Druck von der Brust und beruhigen Husten.

Verlauf
In der Zeit von Ende März bis Ende Juli wurden zehn Behandlungen durchgeführt. Die schulmedizinische Medikation wurde von Beginn an abgesetzt. Zu Beginn der Behandlung traten intermittierend noch Beschwerden auf. Ab der 5. Akupunktur, also Anfang Mai zur sonst stärksten Zeit, waren sämtliche Beschwerden nahezu vollständig abgeklungen.

Perenniale allergische Rhinitis (PAR)

1. Fall

Der 10-jährige Junge hatte seit zweieinhalb Jahren ganzjährig eine verstopfte und auch stark laufende Nase. Als Ursache war dann vor einem Jahr eine Hausstaubmilbenallergie diagnostiziert worden. Obwohl aus seinem Zimmer Vorhänge und Teppiche entfernt worden waren und er milbenundurchlässige Bettbezüge bekommen hatte, war keine Besserung eingetreten.
Die Nase lief besonders stark am Morgen, aber auch tagsüber, und er benötigte täglich zwei Pakete Papiertaschentücher. Das Sekret war wässrig und klar. Nachts war die Nase so stark verstopft, dass er durch den Mund atmen musste und ständig eine heisere Stimme hatte. Hinzu kamen juckende Augen und vereinzelt asthmatische Beschwerden. Außerdem war er seit früher Kindheit sehr infektanfällig, hatte Nasenpolypen, hypertrophe Mandeln, chronischen Tubenkatarrh und deshalb Paukenröhrchen bekommen.
Sein Appetit war gut und laut seiner Mutter war er kaum satt zu bekommen. Zum Frühstück mochte er gerne Müsli mit Milch oder Joghurt, gelegentlich auch Kakao, und er hatte einen Heißhunger auf Süßes.
Sein Zungenkörper war rot, der Zungenbelag war klar und feucht. Die Pulse waren zart (minuti, xi).
Diagnose
Energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) mit Wind (ventus, feng)
Therapeutisches Vorgehen
  • Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) stützen

  • Wind (ventus, feng) zerstreuen

Akupunktur
  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 5/P P 5 (Lu 5, chize)5 („Moorsee am Fußpunkt“, chize (Lu 5, P 5)chize)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

  • Gb 40/F F 40 (Gb 40, qiuxu)40 („Das Feld am Hügel“, qiuxu (Gb 40, F 40)qiuxu)

Erläuterung
  • Di 20/IC 20 und Di 4/IC 4 zerstreuen Wind (ventus, feng), machen die Nase frei und stützen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Lu 5/P 5 stützt das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi).

  • Ma 36/S 36 stützt das Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi).

  • Le 3/H 3 und Gb 40/F 40 lösen Einstauungen des Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi).

Verlauf
Der Junge kam erstmals Mitte September nach den Sommerferien zur Behandlung. In den ersten drei Wochen führten wir die Akupunktur zweimal wöchentlich durch. Bereits nach den ersten beiden Behandlungen zeichnete sich eine leichte Besserung ab. Der Junge musste nicht mehr so oft schnäuzen und bekam auch besser Luft durch die Nase, auch die Augen juckten weniger. Um der starken Schleimbildung entgegenzuwirken, gab ich die Empfehlung, auf Kuhmilchprodukte zu verzichten. Den größten Teil des Herbstes und des Winters war die Nase frei, und der Junge benötigte ein oder zwei Taschentücher am Tag. Zweimal hatte er einen leichten Infekt mit gelbem Nasensekret, der aber nach wenigen Tagen wieder abgeklungen war. Die Infektanfälligkeit und die Heiserkeit besserten sich ebenfalls. Insgesamt wurden zwanzig Akupunkturbehandlungen bis zum nächsten Frühjahr durchgeführt. Fünf Jahre später berichtete der Vater, dass die Hausstaubmilbenallergie bei seinem Sohn seither nicht mehr aufgetreten sei.

2. Fall

Der 62-jährige Patient kam am 2. April erstmals zur Behandlung in meine Praxis. Seine allergischen Beschwerden hatten vor etwa 20 Jahren mit einem Heuschnupfen begonnen und sich im Laufe der Jahre zunehmend ausgeweitet. Vor vier Jahren waren dann erstmals asthmatische Beschwerden aufgetreten. Neben den Birkenpollen, die ihm am stärksten zusetzten, hatte er im Allergietest auf alle Baum- und Gräserpollen und auf Hausstaub positiv reagiert. Darüber hinaus hatten sich Kreuzallergien gegen Nüsse und Kernobst entwickelt.
Der Heuschnupfen verstärkte sich meist im April und steigerte sich dann innerhalb von vier Wochen bis zum allergischen Asthma. Häufig kam es auch zu starken Kopfschmerzen. Vor etlichen Jahren war eine Nasenscheidewand-OP durchgeführt worden, ohne nachhaltigen Erfolg. Die Behandlung bestand in der Einnahme von ein bis zwei Tabletten eines Antihistaminikums sowie bei Bedarf eines Asthma-Sprays. Zuerst versuchte er, die nächtlichen Asthmaanfälle mit autogenem Training zu beruhigen. Nachdem er auf die Antihistaminika mit starker Müdigkeit reagierte und eine weitere Verschlechterung befürchtete, wollte er es nun mit chinesischer Medizin versuchen. Der Patient berichtete über teils riechende und gelblich gefärbte Stühle und seine Abneigung gegen heißes Wetter. Seit drei Jahren bestand ein mit Tabletten behandelter Diabetes mellitus.
Der Zungenkörper war rot und wies einen gelblichen, verdickten Zungenbelag auf. Die Pulse waren eindeutig saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Energetische Schwäche (depletio, xu) des Fk Milz (o. lienalis, pi) mit Schleim (pituita, tan)
Therapeutisches Vorgehen
  • Fk Milz (o. lienalis, pi) stützen

  • Schleim (pituita, tan) umwandeln

Akupunktur
  • Du 20/Rg Rg 20 (Du 20, baihui)20 („Zusammenkunft aller Leitbahnen“, baihui (Du 20, Rg 20)baihui)

  • Bl 13/V V 13 (Bl 13, feishu)13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu (Bl 13, V 13)feishu)

  • Ren 17/Rs Rs 17 (Ren 17, tanzhong)17 („Vorhof der Brust“, tanzhong)tanzhong (Ren 17, Rs 17)

  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

  • Gb 40/F F 40 (Gb 40, qiuxu)40 („Das Feld am Hügel“, qiuxu (Gb 40, F 40)qiuxu)

Erläuterung
  • Bl 13/V 13 und Ren 17/Rs 17 stützen den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und regulieren das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi).

  • Ma 36/S 36 und Ma 40/S 40 stützen den Fk Milz (o. lienalis, pi) und leiten Schleim (pituita, tan) aus.

  • Di 20/IC 20 und Gb 20/F 20 zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen die Nase durchgängig.

  • Du 20/Rg 20, Le 3/H 3 und Gb 40/F 40 harmonisieren den Fk Leber (o. hepaticus, gan) und senken das Yang ab.

Arzneitherapie
  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 15 g

  • Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu)Baizhu (Atractylodis macrocephalae rhizoma)Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) 6 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 8 g

  • Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Chenpi (Citri reticulatae pericarpium) 3 g

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 9 g

  • Armeniacae semen (Xingren)Xingren (Armeniacae semen)Armeniacae semen (Xingren) 9 g

  • Perillae fructus (Zisuzi)Zisuzi (Perillae fructus)Perillae fructus (Zisuzi) 9 g

Erläuterung
  • Astragali radix (Huangqi) und Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) stützen das Qi der Fk Milz und Lunge (qi lienale et pulmonale, pi fei qi).

  • Pinelliae rhizoma (Banxia), Citri reticulatae pericarpium (Chenpi) und Poria (Fuling) wandeln Schleim (pituita, tan) um.

  • Armeniacae semen (Xingren) und Perillae fructus (Zisuzi) beruhigen Husten und leiten Schleim (pituita, tan) aus.

Verlauf
Nach vier Wochen Akupunktur und Phytotherapie stellte der Patient verwundert fest, dass der Heuschnupfen in diesem Jahr noch immer nicht ausgebrochen sei. Zwei Monate später war er hellauf begeistert, weil das gesamte Frühjahr über bis auf vereinzelten Niesreiz weder Heuschnupfen noch Asthma aufgetreten waren, ohne jegliche schulmedizinische Medikation. Nach zwanzig Jahren allergischer Beschwerden grenzte es für ihn an ein Wunder, dass die chinesische Medizin derartig gut geholfen hatte. Einen weiteren Monat später wurde die Behandlung in beschwerdefreiem Zustand abgeschlossen.

3. Fall

Der 56-jährige Lehrer kam am 9. Mai mit hochakutem Heuschnupfen in die Praxis. Die Augen waren knallrot und zugeschwollen, er hatte starken Fließschnupfen und heftigste Niesreizattacken, Husten und asthmatische Beschwerden, Kreuzallergien auf Äpfel und Nüsse, Juckreiz in den Ohren und im Rachen. Vor vier Wochen war ihm die Zunge massiv angeschwollen. Als er kam, hatte er vom Hausarzt Antihistaminika und zweimal täglich 20 mg Cortison verordnet bekommen. Er berichtete, dass er unter ganzjährigen Beschwerden leide, im Mai jedoch meist der Höhepunkt erreicht sei. Eine Desensibilisierung vor Jahren war erfolglos geblieben. Der stattliche Patient war deutlich übergewichtig und liebte Kuhmilchprodukte. Der Zungenkörper war hellrot, der Zungenbelag dünn und weißlich. Die Pulse waren deutlich angefüllt und saitenförmig (repleti und chordales, shi xian).
Diagnose
Die akute repletive Symptomatik imponierte als Wind-Hitze (calor venti, fengre). Die Wurzel der Erkrankung bestand in einer energetischen Schwäche (depletio, xu) des Fk Milz (o. lienalis, pi) mit Schleim (pituita, tan).
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Fk Milz (o. lienalis, pi) stützen

  • Schleim (pituita, tan) ausleiten

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Ex-HN 3/Ex 1 („Siegelhalle“, yintang)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 5/P P 5 (Lu 5, chize)5 („Moorsee am Fußpunkt“, chize (Lu 5, P 5)chize)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

  • Gb 40/F F 40 (Gb 40, qiuxu)40 („Das Feld am Hügel“, qiuxu (Gb 40, F 40)qiuxu)

Erläuterung
  • Gb 20/F 20, Di 20/IC 20 und Ex-HN 3/Ex 1 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und klären Nase und Augen.

  • Di 4/IC 4 und Lu 5/P 5 stabilisieren die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi).

  • Ma 36/S 36 und Ma 40/S 40 stützen den Fk Milz (o. lienalis, pi) und leiten Schleim (pituita, tan) aus.

  • Le 3/H 3 und Gb 40/F 40 lösen Einstauungen des Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Ohrakupunktur
Histaminpunkt
Arzneitherapie
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 4 g

  • Xanthii fructus (Cangerzi)Xanthii fructus (Cangerzi)Cangerzi (Xanthii fructus) 8 g

  • Magnoliae flos (Xinyi)Xinyi (Magnoliae flos)Magnoliae flos (Xinyi) 6 g

  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi)Angelicae dahuricae radix (Baizhi) 8 g

  • Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) 6 g

  • Paeoniae lactiflorae Paeoniae lactiflorae radix (Baishao)radix (Baishao (Paeoniae lactiflorae radix)Baishao) 9 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

Erläuterung
  • Xanthii fructus (Cang'erzi), Magnoliae flos (Xinyi) und Angelicae dahuricae radix (Baizhi) zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen die Nase frei.

  • Menthae herba (Bohe) und Saposhnikoviae radix (Fangfeng) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und klären Kopf und Augen.

  • Paeoniae lactiflorae radix (Baishao) und Glycyrrhiziae radix (Gancao) lösen und entspannen den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Verlauf
Aufgrund der hochakuten Symptomatik wurde der Patient zweimal pro Woche akupunktiert und gleichzeitig wurde die Rezeptur zur Zerstreuung der Wind-Schrägläufigkeit (ventus-Heteropathie, fengxie) verordnet. Bereits nach der ersten Behandlung berichtet er, dass es ihm so gut gehe wie lange nicht mehr. Ermutigt durch die rasche Verbesserung setzte der Patient sämtliche Medikamente ab und blieb die folgenden zwei Monate so gut wie beschwerdefrei. Nach zehn Behandlungen wurde das Intervall auf einmal pro Woche verlängert, die Rezeptur unverändert beibehalten. Nach weiteren fünf Wochen kam es Anfang Juli zu einem akuten Infekt mit starken Halsschmerzen und Husten. In der Rezeptur wurden daraufhin Forsythiae fructus (Lianqiao) 6 g und Lonicerae flos (Jinyinhua) für 14 Tage ergänzt. Der Infekt klang innerhalb von zehn Tagen ab, danach war der Patient wieder beschwerdefrei. Begünstigt wurde der tolle Erfolg durch eine Diät des Patienten. Er verzichtete über einige Monate auf Zucker, Kuhmilchprodukte und tierisches Eiweiß und konnte sein Gewicht um mehr als zehn Kilogramm reduzieren. Im Laufe des Jahres kam es lediglich zweimal für einige Stunden zu heftigen allergischen Reaktionen nach Kontakt mit Katzen. Im darauffolgenden Jahr zeigte sich Mitte April für einige Tage eine allergische Augensymptomatik. Die Rezeptur wurde nun mit Chrysanthemi flos (Juhua), Mori folium (Sangye), Tribuli fructus (Baijili) und Cassiae semen (Juemingzi) erweitert. Fünf Wochen später wurde die Behandlung beendet, nachdem auch der kritische Monat Mai ohne Beschwerden vorübergegangen war. Der Patient brachte seine Begeisterung mit der Frage: „Heuschnupfen, was ist das?“ zum Ausdruck.

4. Fall

Die 29-jährige Patientin kam erstmals im Dezember in meine Praxis. Bei ihr war eineinhalb Jahre zuvor eine Hausstaubmilbenallergie nachgewiesen worden. Sie war stark gereizt durch ihre permanenten allergischen Beschwerden. Die Augen, Ohren und der Rachen juckten und sie litt unter ständigen Niesreizattacken. Die Nase war nachts oft verstopft, was ihr den Schlaf raubte und häufig zu Halsschmerzen führte. Außerdem hatte sie das Gefühl, seit der Geburt ihrer Tochter vor zweieinhalb Jahren ständig erkältet zu sein.
Der Zungenkörper war rot und rissig, der Zungenbelag dünn, unruhig und fleckig, ihre Pulse waren saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Wind-Hitze (calor venti, fengre) mit Hitze (calor, re) des Fk Leber (o. hepaticus, gan) und energetischer Schwäche (depletio, xu) des Yin des Fk Lunge (yin pulmonale, feiyin)
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Hitze (calor, re) des Fk Leber (o. hepaticus, gan) kühlen

  • Yin des Fk Lunge (yin pulmonale, feiyin) stützen

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 5/P P 5 (Lu 5, chize)5 („Moorsee am Fußpunkt“, chize (Lu 5, P 5)chize)

  • Gb 37/F F 37 (Gb 37, guangming)37 („Glanz und Licht“, guangming (Gb 37, F 37)guangming)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

  • Le 2/H H 2:(Le 2, xingjian)2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian:(Le 2, H 2)xingjian)

Erläuterung
  • Gb 20/F 20 und Di 4/IC 4 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Lu 5/P 5 stellt die Hemmung des Fk Leber (o. hepaticus, gan) durch den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) wieder her.

  • Le 2/H 2 leitet Hitze (calor, re) des Fk Leber (o. hepaticus, gan) aus.

  • Le 3/H 3 und Gb 37/F 37 regulieren das Qi und Xue des Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Arzneitherapie
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 5 g

  • Schizonepetae herba (Jingjie)Schizonepetae herba (Jingjie)Jingjie (Schizonepetae herba) 5 g

  • Chrysanthemi Chrysanthemi flos (Juhua)flos (Juhua (Chrysanthemi flos)Juhua) 7 g

  • Cassiae Cassiae semen (Juemingzi)semen (Juemingzi (Cassiae semen)Juemingzi) 8 g

  • Plantaginis semen (Cheqianzi)Plantaginis semen (Cheqianzi)Cheqianzi (Plantaginis semen) 10 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 10 g

  • Paeoniae lactiflorae Paeoniae lactiflorae radix (Baishao)radix (Baishao (Paeoniae lactiflorae radix)Baishao) 15 g

  • Ophiopogonis radix (Maimendong)Ophiopogonis radix (Maimendong)Maimendong (Ophiopogonis radix) 6 g

  • Jujubae Jujubae fructus (Dazao)fructus (Dazao (Jujubae fructus)Dazao) 3 Stück

  • Zingiberis recens rhizoma (Shengjiang)Zingiberis recens rhizoma (Shengjiang)Shengjiang (Zingiberis recens rhizoma) 3 Scheiben

Erläuterung
  • Menthae herba (Bohe), Schizonepetae herba (Jingjie), Chrysanthemi flos (Juhua) und Tribuli fructus (Baijili) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Cassiae semen (Juemingzi) und Plantaginis semen (Cheqianzi) kühlen Hitze (calor, re) des Fk Leber (o. hepaticus, gan).

  • Ophiopogonis radix (Maimendong), Paeoniae lactiflorae radix (Baishao) und Jujubae fructus (Dazao) stützen das Yin und die Säfte (jinye).

Verlauf
Nach der ersten und zweiten Behandlung war die junge Frau frustriert, weil es ihr nicht besser, sondern eher schlechter ergangen war. Die Patientin kam einmal pro Woche zur Akupunktur. Erst nach der 5. Behandlung zeigten sich leichte Anzeichen einer Besserung, eine Woche später war sie dann begeistert, weil sich ihre Beschwerden erstmals seit Langem beruhigt hatten. Daraufhin konnte ich sie nur noch zu einer weiteren Akupunkturbehandlung motivieren. Zehn Jahre später erzählte sie mir nebenbei, dass ihre allergischen Beschwerden seither nicht mehr nennenswert aufgetreten seien.

5. Fall

Der 32-jährige Patient litt seit 20 Jahren unter einer ganzjährig bestehenden allergischen Rhinitis. Als Ursache war eine Hausstaubmilbenallergie diagnostiziert worden. Die Beschwerden äußerten sich in einer verstopften Nase, nächtlichem Schnarchen und morgens ausgetrocknetem Mund. Bei stärkerer Hausstaubexposition kam es zu einer heftig laufenden Nase sowie zu über Stunden anhaltenden Niesanfällen, teilweise auch zu brennenden Augen.
Aufgrund der langen Vorgeschichte hatte der Patient alle Vorhänge und Teppiche aus dem Schlafzimmer entfernt und sich ein spezielles Bett für Allergiker zugelegt. 1996 war ohne Erfolg eine Nasenscheidewand-Operation durchgeführt worden. Die einzige mögliche Linderung der Beschwerden bestand in der Einnahme von Antihistaminika, die jedoch zu Müdigkeit und eingeschränkter Arbeitsfähigkeit führten.
Der Zungenkörper war rot, trocken und wies eine ausgeprägte Mittelrinne auf. Die Pulse waren saitenförmig und zart (chordal und minutus, xian xi).
Diagnose
Energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi und des Yin des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) mit Wind (ventus, feng)xu (energetische Schwäche, depletio)Wind (ventus, feng)ventus (Wind, feng)o. pulmonalis (Fk Lunge, fei)Fk Lunge (o. pulmonalis, fei)feng (Wind, ventus)fei (Fk Lunge, o. pulmonalis)Energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi und des Yin des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) mit Wind (ventus, feng)energetische Schwäche (depletio, xu)depletio (energetische Schwäche, xu)
Therapeutisches Vorgehen
  • Qi und Yin des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) stützen

  • Wind (ventus, feng) zerstreuen

Akupunktur
  • Di Di 20 (IC 20, yintang)20/IC 20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang)

  • Ex-HN Ex-HN 3 (Ex 1, yintang)3/Ex 1 („Siegelhalle“, yintang)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu Lu 5 (P 5, chize)5/P 5 („Moorsee am Fußpunkt“, chize)

  • Ma Ma 36 S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Bl Bl 13 (V 13, feishu)13/V 13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

Erläuterung
  • Di Di 20 (IC 20, yintang)20/IC 20 und Ex-HN Ex-HN 3 (Ex 1, yintang)3/Ex 1 zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen die Nase durchgängig.

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 und Ma Ma 36 S 36, zusanli)36/S 36 stabilisieren die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und das Qi.

  • Lu Lu 5 (P 5, chize)5/P 5 und Bl Bl 13 (V 13, feishu)13/V 13 stützen das Qi und das Yin des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei).

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 harmonisiert den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Ohrakupunktur
Histamin, ACTH, Nebennierenrinde und Nasenschleimhaut
Arzneitherapie
  • Astragali Astragali radix (Huangqi)radix (Huangqi (Astragali radix)Huangqi) 15 g

  • Ophiopogonis Ophiopogonis radix (Maimendong)radix (Maimendong (Ophiopogonis radix)Maimendong) 6 g

  • Schisandrae Schisandrae fructus (Wuweizi)fructus (Wuweizi (Schisandrae fructus)Wuweizi) 3 g

  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 3 g

  • Magnoliae Magnoliae flos (Xinyi)flos (Xinyi (Magnoliae flos)Xinyi) 6 g

  • Xanthii Xanthii fructus (Cang'erzi)fructus (Cang'erzi (Xanthii fructus)Cang'erzi) 9 g

  • Angelicae dahuricae Angelicae dahuricae radix (Baizhi)radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi) 6 g

Erläuterung
  • Astragali Astragali radix (Huangqi)radix (Huangqi) stützt das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Ophiopogonis Ophiopogonis radix (Maimendong)radix (Maimendong (Ophiopogonis radix)Maimendong) stützt das Yin des Fk Lunge (yin pulmonale, feiyin)

  • Schisandrae Schizandrae fructus (Wuweizi)fructus (Wuweizi (Schizandrae fructus)Wuweizi) stützt das Qi und das Yin des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und wirkt adstringierend.

  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) klärt und kühlt den Kopf.

  • Magnoliae Magnoliae flos (Xinyi)flos (Xinyi (Magnoliae flos)Xinyi), Xanthii Xanthii fructus (Cang'erzi)fructus (Cang'erzi (Xanthii fructus)Cang'erzi) und Angelicae dahuricae Angelicae dahuricae radix (Baizhi)radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi) zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen die Nase durchgängig.

Verlauf
Es wurden insgesamt zehn Behandlungen durchgeführt. Bereits nach den ersten Behandlungen war eine Besserung spürbar. Die heftigen Niesreizattacken bei starker Hausstaubexposition blieben aus, die Nasenatmung besserte sich zunehmend und die morgendliche Mundtrockenheit verging. Erfreulicherweise besserte sich auch das nächtliche Schnarchen. Ab der 6. Behandlung war der Patient nahezu vollständig und anhaltend beschwerdefrei.

Allergische Konjunktivitis

1. Fall

Der 13-jährige Schüler kam Mitte Juni in Begleitung seiner Mutter in die Praxis. Er hatte seit 6 Jahren Heuschnupfen und war ein begeisterter Tennisspieler. In den Vorjahren hatten sich die Beschwerden vor allem auf die Augen konzentriert und er hatte wiederholt Punktspiele in der Mannschaft absagen müssen.Fallbeispiele:Allergische RhinokonjunktivitisAllergische RhinokonjunktivitisAllergische Rhinokonjunktivitis:Fallbeispiele
Die Beschwerden traten besonders heftig in den Monaten Mai bis Juli auf. Bei einem Allergietest hatte er auf Birke, Gräser und Hausstaub reagiert. Im Akutzustand waren die Augen komplett zugeschwollen und eitrig verklebt. Außerdem war die Nase dann auch leicht verstopft und etwas wund. Der Allgemeinzustand war in solchen Phasen stark eingeschränkt und die sportliche Leistungsfähigkeit erheblich reduziert.
Aktuell hatte sich zu dem seit zwei Wochen bestehenden Heuschnupfen ein fieberhafter Infekt mit starkem, keuchendem Husten gesellt. Sein Appetit war normalerweise gut, die Verdauung unauffällig, sonst bestanden keine weiteren Krankheiten.
Der Zungenkörper war gerötet, der Zungenbelag dünn und klar, die Pulse saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) mit Wind (ventus, feng)
Therapeutisches Vorgehen
  • Das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) stützen

  • Wind (ventus, feng) zerstreuen

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Bl 2/V V 2 (Bl 2, cuanzhu)2 („Zusammengelegter Bambus“, cuanzhu (Bl 2, V 2)cuanzhu)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Gb 37/F F 37 (Gb 37, guangming)37 („Glanz und Licht“, guangming (Gb 37, F 37)guangming)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

  • Le 2/H H 2:(Le 2, xingjian)2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian:(Le 2, H 2)xingjian)

Erläuterung
  • Gb 20/F 20 und Bl 2/V 2 zerstreuen Wind (ventus, feng) und klären die Augen.

  • Di 4/IC 4 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und stützen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Ma 36/S 36 stützt das Qi der Fk Milz und Magen (qi lienale et stomachi, pi wei qi).

  • Gb 37/F 37 und Le 3/H 3 klären die Augen und zerstreuen Wind (ventus, feng).

  • Le 2/H 2 leitet Hitze (calor, re) im Bereich der Augen aus.

Arzneitherapie
  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 10 g

  • Chrysanthemi Chrysanthemi flos (Juhua)flos (Juhua (Chrysanthemi flos)Juhua) 9 g

  • Mori Mori folium (sangye)folium (Sangye (Mori folium)Sangye) 9 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 12 g

  • Cassiae Cassiae semen (Juemingzi)semen (Juemingzi (Cassiae semen)Juemingzi) 8 g

  • Plantaginis semen (Cheqianzi)Plantaginis semen (Cheqianzi)Cheqianzi (Plantaginis semen) 12 g

  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 5 g

Erläuterung
  • Astragali radix (Huangqi) ist die Hauptarznei zur Stützung des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und der Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Chrysanthemi flos (Juhua) und Mori folium (Sangye) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und klären die Augen.

  • Plantaginis semen (Cheqianzi) und Cassiae semen (Juemingzi) kühlen Hitze (calor, re) des Fk Leber (o. hepaticus, gan) und klären die Augen.

  • Tribuli fructus (Baijili) und Menthae herba (Bohe) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und klären die Augen.

Verlauf
Im ersten Jahr wurden 8 Behandlungen durchgeführt, jeweils im Abstand von einer Woche. Der Infekt war nach wenigen Tagen abgeklungen. Die Heuschnupfensymptome waren den Rest des Sommers nicht mehr nennenswert.
Ermutigt durch den guten Erfolg kam der Junge im nächsten Jahr bereits Ende März. In diesem Jahr wurden nur 7 Akupunkturbehandlungen durchgeführt. Er nahm in der ganzen Heuschnupfensaison zehn Tabletten eines Antihistaminikums und konnte seinen sportlichen Aktivitäten ohne Einschränkungen nachkommen.
Im dritten Jahr wurden 10 Akupunkturbehandlungen von Mitte April bis Anfang Juli durchgeführt. Während dieser Zeit war der Junge die meiste Zeit beschwerdefrei. In den ersten beiden Juni-Wochen nahm er täglich eine Tablette eines Antihistaminikums. Im Vergleich zu früheren Jahren war das Allgemeinbefinden und der Bedarf an Antihistaminika wesentlich besser als vor Beginn der Akupunkturbehandlungen.

2. Fall

Der 40-jährige Patient kam am 20. Juni 2002 erstmals zur Behandlung. Er berichtete über einen seit dem 5. Lebensjahr bestehenden Heuschnupfen. 1985 war eine erfolglose Desensibilisierung durchgeführt worden. In der Zeit von Februar bis Ende Mai hatte er gerötete, juckende und verklebte Augen. Außerdem war die Nase häufig verstopft. Es bestand eine Kreuzallergie gegen Nüsse, Kirschen, Aprikosen und Äpfel. Dieses Jahr hielt die Symptomatik länger als üblich an. Im Allergietest zeigte sich eine deutliche Reaktion auf Baum- und Gräserpollen, insbesondere Haselnuss und Birke, sowie auf Tierhaare und Hausstaubmilben. Die aktuelle Medikation bestand aus einem Antihistaminikum einmal täglich sowie einem sympathomimetischen Nasenspray drei- bis viermal täglich. Anamnestisch bestand außerdem eine Anfälligkeit für rezidivierende Sinusitiden sowie die Neigung zu breiigem Stuhlgang.
Der Zungenkörper war rot, die Pulse ausgesprochen saitenförmig (chordal, xian) und oberflächlich (superficial, fu).
Diagnose
Die Symptomatik wies auf eine Wind-Hitze-Schrägläufigkeit (calor-venti-Heteropathie, fengre xie) Wind-Hitze-Schrägläufigkeit (calor-venti-Heteropathie, fengre xie)fengre xie (Wind-Hitze-Schrägläufigkeit, calor-venti-Heteropathiecalor-venti-Heteropathie (Wind-Hitze-Schrägläufigkeit, fengre xie)in Verbindung mit Hitze des Fk Leber (calor des o. hepaticus, ganre)Hitze des Fk Leber (calor des o. hepaticus, ganre)ganre (Hitze des Fk Leber, calor des o. hepaticus)calor:des o. hepaticus (Hitze des Fk Leber, ganre). Darüber hinaus bestanden Anzeichen für Feuchtigkeit (humor, shi)shi (Feuchtigkeit, humor)humor (Feuchtigkeit, shi)Feuchtigkeit (humor, shi) in der „Mitte“ (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei)pi wei (Fk Milz und Magen, Mitte, oo. lienalis et stomachi)oo. lienalis et stomachi (Fk Milz und Magen, Mitte, pi wei)Mitte (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei)Fk Milz und Magen (Mitte, oo. lienalis et stomachi, pi wei).
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Hitze des Fk Leber (calor des o. hepaticus, ganre) kühlen

Akupunktur
  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20 („Teich des Windes“, fengchi)

  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu Lu 5 (P 5, chize)5/P 5 („Moorsee am Fußpunkt“, chize)

  • Gb Gb 37 (F 37, guangming)37/F 37 („Glanz und Licht“, guangming)

  • Gb Gb 40 (F 40, qiuxu)40/F 40 („Das Feld am Hügel“, qiuxu)

  • Le Le 2 (H 2, xingjian)2/H 2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

Erläuterung
  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20, Di Di 20 (IC 20, yintang)20/IC 20, Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 und Lu Lu 5 (P 5, chize)5/P 5 wirken zerstreuend und kühlend bei Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Gb Gb 37 (F 37, guangming)37/F 37, Gb Gb 40 (F 40, qiuxu)40/F 40, Le Le 2 (H 2, xingjian)2/H 2 und Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 kühlen und regulieren Hitze des Fk Leber (calor des o. hepaticus, ganre).

  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20, Gb Gb 37 (F 37, guangming)37/F 37 und Le Le 2 (H 2, xingjian)2/H 2 kühlen und klären außerdem die Augen.

Ohrakupunktur
Allergieachse
Arzneitherapie
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 10 ml

  • Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie))herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) 10 ml

  • Chrysanthemi Chrysanthemi flos (Juhua)flos (Juhua (Chrysanthemi flos)Juhua) 10 ml

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 10 ml

  • Uncariae ramulus et Uncariae ramulus et uncus (Gouteng)unci (Gouteng (Uncariae ramulus et uncus)Gouteng) 10 ml

  • Ophiopogonis Ophiopogonis radix (Maimendong)radix (Maimendong (Ophiopogonis radix)Maimendong) 10 ml

  • Celosiae Celosiae semen (Qingxiangzi)semen (Qingxiangzi (Celosiae semen)Qingxiangzi) 10 ml

  • Cassiae Cassiae semen (Juemingzi)semen (Juemingzi (Cassiae semen)Juemingzi) 10 ml

  • Xanthii Xanthii fructus (Cang'erzi)fructus (Cang'erzi (Xanthii fructus)Cang'erzi) 10 ml

  • Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) 10 ml

als hydrophiles Konzentrat
Erläuterung
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe), Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie), Chrysanthemi Chrysanthemi flos (Juhua)flos (Juhua (Chrysanthemi flos)Juhua), Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) und Xanthii Xanthii fructus (Cang'erzi)fructus (Cang'erzi (Xanthii fructus)Cang'erzi) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Celosiae Celosiae semen (Qingxiangzi)semen (Qingxiangzi (Celosiae semen)Qingxiangzi), Cassiae Cassiae semen (Juemingzi)semen (Juemingzi (Cassiae semen)Juemingzi), Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) und Ophiopogonis Ophiopogonis radix (Maimendong)radix (Maimendong (Ophiopogonis radix)Maimendong) kühlen innere Hitze (calor intimae, neire).

Verlauf
Der Patient kam einmal wöchentlich zur Akupunktur, insgesamt wurden 13 Behandlungen durchgeführt, die Arzneimittel wurden ebenfalls fortlaufend rezeptiert. Die Symptomatik war bereits nach der ersten Behandlung abgeschwächt und der Patient konnte auf das Antihistaminikum verzichten. Intermittierend trat noch leichter Juckreiz der Augen sowie beim Hinlegen abends die verstopfte Nase auf. Das Nasenspray wurde nur noch abends verwendet und nach zehn Behandlungen ganz abgesetzt. Das hartnäckigste Symptom war eine anhaltende Rötung der Bindehaut, intermittierend war im Bereich der Unterarme auch ein leichtes Ekzem zu beobachten. Aus diesem Grund wurde in die Rezeptur zusätzlich Gardeniae Gardeniae fructus (Zhizi)fructus (Zhizi (Gardeniae fructus)Zhizi) sowie in die Akupunktur Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 („Gekrümmter Teich“, hegu) und Mi Mi 10 (L 10, xuehai)10/L 10 („Meer des Xue“, xuehai) aufgenommen, um Hitze (calor, re) zu kühlen.
In den drei Folgejahren wurde jeweils eine Behandlung zur Stabilisierung durchgeführt. Ab dem 2. Jahr berichtete der Patient, dass er wieder alles essen könne. Der begeisterte Gärtner konnte täglich wieder problemlos über Stunden im Garten arbeiten. Allergische Beschwerden traten nur noch an wenigen Tagen des Jahres und in sehr abgeschwächter Form auf. Im 4. Jahr war der Patient gänzlich beschwerdefrei.

3. Fall

Die 45-jährige Patientin hatte seit etwa 15 Jahren Heuschnupfen. Die Beschwerden traten in den Monaten Mai bis Juli auf. Während dieser Zeit hatte sie in den vergangenen Jahren etwa 100 Tabletten eines Antihistaminikums eingenommen. Bei einem Allergietest hatte sich eine Reaktion auf Birke, Gräser, Weiden und Hausstaub gezeigt. Der Versuch einer Desensibilisierung hatte zu keiner nennenswerten Verbesserung geführt. Nachdem die Antihistaminika sie müde machten und die Menge an Antihistaminika sich über die Jahre steigerte, wollte sie nun einen Versuch mit Akupunktur unternehmen. Die Beschwerden betrafen hauptsächlich die Nase mit Niesreiz, laufender Nase und während der Nacht verstopfter Nase. Gelegentlich waren auch die Augen verquollen und juckten etwas. In den ersten beiden Jahren wurde nur mit Akupunktur behandelt, jeweils 10- bis 15-mal pro Saison. Dadurch waren die Beschwerden deutlich abgeschwächt, die Patientin konnte die Antihistaminika auf 10–20 Tabletten im Jahr reduzieren.
Im dritten Jahr ging es ebenfalls zunächst gut, ab Juni traten jedoch starke Augensymptome auf. Sie waren verklebt, juckten, tränten, die Bindehaut war gerötet, und der Augenarzt verordnete antibiotische Augentropfen. Daraufhin besserten sich zwar die akuten Beschwerden, es blieb jedoch vor allem morgens und bei der Computer-Arbeit ein Reizzustand. Dieser wurde vom Augenarzt als „trockenes Auge“ diagnostiziert und mit künstlichen Augentropfen behandelt – allerdings ohne spürbaren Erfolg.
Der Zungenkörper war gerötet, der Zungenbelag trocken, die Pulse imponierten saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Energetische Schwäche (depletio, xu) des Yin mit Wind-Hitze (calor venti, fengre)
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Das Yin und die Säfte (jinye) stützen

Akupunktur
  • Bl 2/V V 2 (Bl 2, cuanzhu)2 („Zusammengelegter Bambus“, cuanzhu (Bl 2, V 2)cuanzhu)

  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 5/P P 5 (Lu 5, chize)5 („Moorsee am Fußpunkt“, chize (Lu 5, P 5)chize)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Gb 37/F F 37 (Gb 37, guangming)37 („Glanz und Licht“, guangming (Gb 37, F 37)guangming)

  • Le 2/H H 2:(Le 2, xingjian)2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian:(Le 2, H 2)xingjian)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Bl 2/V 2, Gb 20/F 20 und Di 4/IC 4 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und klären die Augen.

  • Lu 5/P 5 stützt das Yin und stellt die Hemmung des Fk Leber (o. hepaticus, gan) durch den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) wieder her.

  • Gb 37/F 37 und Le 3/H 3 regulieren den Fk Leber (o. hepaticus, gan) und klären die Augen.

  • Le 2/H 2 leitet Hitze (calor, re) aus.

Arzneitherapie
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 4 g

  • Schizonepetae herba (Jingjie)Schizonepetae herba (Jingjie)Jingjie (Schizonepetae herba) 5 g

  • Chrysanthemi Chrysanthemi flos (Juhua)flos (Juhua (Chrysanthemi flos)Juhua) 8 g

  • Mori Mori folium (sangye)folium (Sangye (Mori folium)Sangye) 8 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 10 g

  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 12 g

  • Plantaginis semen (Cheqianzi)Plantaginis semen (Cheqianzi)Cheqianzi (Plantaginis semen) 10 g

  • Paeoniae lactiflorae Paeoniae lactiflorae radix (Baishao)radix (Baishao (Paeoniae lactiflorae radix)Baishao) 9 g

  • Lycii fructus (Lycii fructus (GouqiziGouqizi)Gouqizi (Lycii fructus) 10 g

  • Rehmanniae Rehmanniae radix (Shengdihuang)radix (Shengdihuang (Rehmanniae radix)Shengdihuang) 15 g

Erläuterung
  • Menthae herba (Bohe), Schizonepetae herba (Jingjie), Chrysanthemi flos (Juhua), Mori folium (Sangye) und Tribuli fructus (Baijili) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, feng re) und klären die Augen.

  • Paeoniae lactiflorae radix (Baishao), Lycii fructus (Gouqizi) und Rehmanniae radix (Shengdi) stützen das Yin und befeuchten die Augen.

  • Astragali radix (Huangqi) stützt die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und die Verteilung der Säfte (jinye) in der Oberfläche (extima, biao).

Verlauf
Zu Beginn der Behandlung wurden neben der Akupunktur nur Wind-Hitze (calor venti, fengre) ausleitende Arzneimittel verordnet. Dadurch besserte sich der Reizzustand der Augen, trotzdem kam es immer wieder zu Rückschlägen. Erst als die Säfte (jinye) stützenden Arzneien in die Rezeptur aufgenommen wurden, kam es zu einer anhaltenden Verbesserung der Augen. Die Patientin konnte daraufhin vollständig auf die vom Augenarzt verordneten künstlichen Augentropfen verzichten.

4. Fall

Das zarte Mädchen kam Ende Juli kurz von ihrem 6. Geburtstag in Begleitung der Mutter zu mir in die Praxis. Sie war Brillenträgerin mit starker Weitsichtigkeit und schon auf den ersten Blick war zu erkennen, dass beide Augen stark verklebt und mit gelbem Sekret verkrustet waren. Sie erzählte, dass die Augen sehr brannten. Ihre Mutter ergänzte, dass die Augenentzündung vor eineinhalb Jahren begonnen habe, lediglich von September bis Januar sei nichts gewesen. Inzwischen sei sie mit ihrer Tochter beim dritten Augenarzt gewesen. Alle hatten antibiotische Augentropfen verordnet.
Zuletzt hatte man ihr unterstellt, dass sie nicht in der Lage sei, ihrer Tochter die Tropfen ordnungsgemäß zu verabreichen.
Die genauere Anamnese förderte zu Tage, dass sich die Augenentzündung bei Wind und Sonne verstärkte und bei Regenwetter besserte. Außerdem würde das Mädchen vier bis fünf Tage vor Vollmond sehr unruhig schlafen und nachts schreien. Der Appetit sei normalerweise gut, nur Milchprodukte waren möglicherweise problematisch.
Der Zungenkörper hatte eine rote Spitze und einen dünnen, weißen Zungenbelag mit zahlreichen roten Punkten. Die Pulse waren saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Wind-Hitze (calor venti, fengre)
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Gb 37/F F 37 (Gb 37, guangming)37 („Glanz und Licht“, guangming (Gb 37, F 37)guangming)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Gb 20/F 20, Di 4/IC 4 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und klären die Augen.

  • Ma 36/S 36 stützt das Qi der Fk Milz und Magen (qi lienale et stomachi, pi wei qi).

  • Gb 37/F 37 und Le 3/H 3 regulieren den Fk Leber (o. hepaticus, gan), zerstreuen Wind (ventus, feng) und klären die Augen.

Arzneitherapie
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 4 g

  • Chrysanthemi Chrysanthemi flos (Juhua)flos (Juhua (Chrysanthemi flos)Juhua) 6 g

  • Mori Mori folium (sangye)folium (Sangye (Mori folium)Sangye) 6 g

  • Cassiae Cassiae semen (Juemingzi)semen (Juemingzi (Cassiae semen)Juemingzi) 6 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 8 g

Erläuterung
  • Alle Bestandteile der Rezeptur zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Menthae herba (Bohe) und Tribuli fructus (Baijili) regulieren das Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi).

Verlauf
Das Mädchen kam einmal pro Woche zur Akupunktur und trank parallel dazu das chinesische Dekokt. Außerdem gab ich der Mutter den Ratschlag, ihrer Tochter keine Milchprodukte zu geben. Bereits nach einer Woche waren die Augen bei Weitem nicht mehr so verklebt. Nach vier Wochen war es eindeutig, dass die Sekretion und Rötung der Augen sich um 80–90 % verbessert hatten. Nur am Abend gab es noch ein leichtes Brennen, morgens war alles reizlos, obwohl das Wetter während dieser Zeit extrem und anhaltend heiß gewesen war. Den Rest des Jahres kam das Mädchen einmal im Monat zur Akupunktur und trank jeweils für 10 Tage das Dekokt ergänzt durch Astragali radix (Huangqi) 9 g, um prophylaktisch die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) zu stabilisieren. Die nächtliche Unruhe und das Schreien vor dem Vollmond beruhigten sich ebenfalls vollständig und traten auch bis zum Jahresende nicht mehr auf.

5. Fall

Der 8-jährige Junge kam Ende Juli in Begleitung seiner Mutter. Er hatte eine Baseball-Kappe tief ins Gesicht gezogen, um seine Augen zu verstecken. Die Mutter berichtete, dass er seit 5 Jahren den ganzen Sommer über rote, juckende und verklebte Augen habe. Obwohl er als Baby Neurodermitis gehabt hatte, waren mehrere Allergietests negativ ausgefallen. Alle bisherigen Therapieversuche mit Antihistaminika, Augentropfen, Bioresonanz und Akupunktur seien erfolglos geblieben. In der Augen-Uniklinik habe man ihm cortisonhaltige Augentropfen verschrieben. Die Mutter berichtete weiterhin, dass ihr Sohn im Sommer sein Wesen völlig verändere. Er sei im Vergleich zum Winter enorm gereizt, sehr in sich gekehrt und die schulischen Leistungen fielen stark ab. Ein Kinderpsychologe hatte ihr Konzentrationstraining empfohlen und einen hohen IQ festgestellt.
Der Zungenkörper war rot, der Zungenbelag dünn und klar, die Pulse saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Einstauungen des Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi)

Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Einstauungen des Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) lösen

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Gb 20/F 20, Di 4/IC 4 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und klären die Augen.

  • Le 3/H 3 harmonisiert den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Arzneitherapie
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 3 g

  • Chrysanthemi Chrysanthemi flos (Juhua)flos (Juhua (Chrysanthemi flos)Juhua) 4 g

  • Mori Mori folium (sangye)folium (Sangye (Mori folium)Sangye) 4 g

  • Plantaginis semen (Cheqianzi)Plantaginis semen (Cheqianzi)Cheqianzi (Plantaginis semen) 5 g

  • Cassiae Cassiae semen (Juemingzi)semen (Juemingzi (Cassiae semen)Juemingzi) 5 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 4 g

Erläuterung
  • Chrysanthemi flos (Juhua) und Mori folium (Sangye) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Plantaginis semen (Cheqianzi) und Cassiae semen (Juemingzi) kühlen Hitze (calor, re) des Fk Leber (o. hepaticus, gan).

  • Menthae herba (Bohe) und Tribuli fructus (Baijili) klären die Augen und regulieren das Qi des Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Verlauf
Schon nach einer Woche ging es dem Jungen sowohl mit den Augen als auch emotional spürbar besser. Er war fröhlicher und aufgeschlossener und trank den Tee gerne, weil er spürte, dass er ihm guttat. Auch in den folgenden sieben Wochen zeigten sich die Augen, die in den Vorjahren zu dieser Zeit hochakut gewesen waren, reizlos. Die Behandlung wurde daher für dieses Jahr abgeschlossen und im April des Folgejahres fortgeführt. Insgesamt wurden im 2. Jahr nochmals 8 Akupunkturbehandlungen durchgeführt. Bis auf vier oder fünf Tage waren die Augen unauffällig.
Allerdings berichtete die Mutter immer wieder über die auffallende Nervosität ihres Sohnes. Daraufhin wurden zur Kühlung und Stützung des Yin folgende Arzneimittel ergänzt:
  • Uncariae ramulus cum uncis (Gouteng) 8 g

  • Paeonicae lactiflora radix (Baishao) 10 g

  • Ophiopogonis radix (Maimendong)Ophiopogonis radix (Maimendong)Maimendong (Ophiopogonis radix) 8 g

6. Fall

Die 53-jährige sportliche Patientin kam Ende Juli wegen unklarer Augenprobleme zu mir in die Praxis. Seit etwa einem Jahr hatte sie vorwiegend am rechten Auge Probleme mit starkem Tränenfluss. Inzwischen hatte sie drei verschiedene Augenärzte konsultiert, die drei unterschiedliche Diagnosen gestellt hatten: Tränendes Auge, Augenmigräne und Tränenkanalstenose. Auf Grund der letzten Diagnose war ihr nun eine Operation empfohlen worden, zu der sie sich aber nicht entschließen konnte. Juckreiz, Brennen oder Rötung wurden verneint. Allerdings war das Beschwerdebild im Winter einige Zeit nicht aufgetreten. Hinzu kam, dass die Patientin vier Jahre zuvor schon einmal wegen Heuschnupfen von mir behandelt worden war. Damals hatten sich ihre Beschwerden vor allem auf Nase und Bronchien konzentriert. Durch eine Serie von zehn Akupunkturbehandlungen hatte sich der Heuschnupfen stark verbessert und war seither auch nicht mehr aufgetreten.
An weiteren Beschwerden berichtete die Patientin lediglich, dass beide Augenpartien morgens immer stark verquollen seien. Der Zungenkörper war rot, rissig und zeigte einen dünnen, fast trockenen Zungenbelag. Ihre Pulse waren saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Auf Grund der gebotenen Symptomatik und der Vorgeschichte stellte ich die Arbeitsdiagnose: Wind-Hitze (calor, venti, fengre)
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Bl 2/V V 2 (Bl 2, cuanzhu)2 („Zusammengelegter Bambus“, cuanzhu (Bl 2, V 2)cuanzhu)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Gb 37/F F 37 (Gb 37, guangming)37 („Glanz und Licht“, guangming (Gb 37, F 37)guangming)

  • Le 2/H H 2:(Le 2, xingjian)2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian:(Le 2, H 2)xingjian)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Gb 20/F 20, Bl 2/V 2, Di 4/IC 4 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und klären die Augen.

  • Gb 37/F 37, Le 3/H 3 und Le 2/H 2 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre), regulieren und kühlen den Fk Leber (o. hepaticus, gan) und klären die Augen.

Arzneitherapie
  • Chrysanthemi Chrysanthemi flos (Juhua)flos (Juhua (Chrysanthemi flos)Juhua) 8 g

  • Mori Mori folium (sangye)folium (Sangye (Mori folium)Sangye) 8 g

  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 5 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 10 g

  • Cassiae Cassiae semen (Juemingzi)semen (Juemingzi (Cassiae semen)Juemingzi) 10 g

  • Plantaginis semen (Cheqianzi)Plantaginis semen (Cheqianzi)Cheqianzi (Plantaginis semen) 10 g

  • Lycii fructus (Lycii fructus (GouqiziGouqizi)Gouqizi (Lycii fructus) 10 g

Erläuterung
  • Chrysanthemi flos (Juhua), Mori folium (Sangye), Menthae herba (Bohe) und Tribuli fructus (Baijili) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und klären die Augen.

  • Cassiae semen (Juemingzi) und Plantaginis semen (Cheqianzi) kühlen Hitze (calor, re) im Bereich der Augen und wirken als Samen gleichzeitig befeuchtend.

  • Lycii fructus (Gouqizi) gilt als Mittel der Wahl für trockene Augen.

Verlauf
Nach drei Wochen gab es erste Anzeichen einer Besserung in dem Sinn, dass das Auge nicht mehr jeden Tag tränte. Diese Tendenz verstärkte sich von Mal zu Mal, sodass nach sechs Wochen nur noch an vereinzelten Tagen der Tränenfluss auftrat. Die Operation war zu diesem Zeitpunkt für die Patientin bereits endgültig kein Thema mehr. Nach insgesamt dreizehn Akupunkturbehandlungen wurde die Behandlung in völlig beschwerdefreiem Zustand abgeschlossen.
Zur Stützung der Säfte (jinye) und zur Regulierung des Säftehaushalts wurde die Rezeptur nach fünf Behandlungen noch um Paeoniae lactiflorae radix (Baishao) und Poria (Fuling) ergänzt.

Allergisches Asthma

1. Fall

Das 5-jährige zierliche Mädchen kam am 4. Mai 2012 erstmals zur Behandlung. Die Mutter berichtete, dass ihre Tochter eigentlich das ganze Jahr krank sei. Sie habe an etwa 300 Tagen im Jahr Husten, manchmal Luftnot, oft eine verstopfte Nase und auch viel Schleim. Die Auslöser für Husten und Luftnot seien körperliche Anstrengung, Infekte, aber auch allergischer Natur, sowohl am Tag als auch während der Nacht. Die Mutter ist ebenfalls Allergikerin. Das Mädchen war jetzt jahrelang in homöopathischer Behandlung gewesen, jedoch ohne Erfolg, der Kinderarzt hatte nun ein Salbutamol-Dosieraerosol verordnet. Bei der Auskultation waren reichlich feuchte Rasselgeräusche zu hören.Fallbeispiele:Allergisches AsthmaAllergisches Asthma:Fallbeispiele
Das Mädchen war blass und klein, machte aber einen wachen Eindruck. Die Mutter berichtete, dass ihre Tochter eine schlechte Esserin sei und der Appetit schon immer schlecht gewesen war.
Der Zungenkörper war gerötet, der Zungenbelag dünn, weißlich und trocken. Die Pulse waren zart (minuti, xi).
Diagnose
Kälte-bedingtes (algor, han) Asthma auf der Basis einer energetischen Schwäche des Qi der Fk Lunge und Milz (depletio des qi pulmonale et lienale, fei pi qi xu)
Therapeutisches Vorgehen
  • Kälte (algor, han) erwärmen

  • Schleim (pituita, tan) umwandeln, Husten stillen

  • Das Qi der Fk Lunge und Milz (qi pulmonale et lienale, fei pi qi) stützen

Akupunktur
  • Bl 13/V V 13 (Bl 13, feishu)13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu (Bl 13, V 13)feishu)

  • Ren 17/Rs Rs 17 (Ren 17, tanzhong)17 („Vorhof der Brust“, tanzhong)tanzhong (Ren 17, Rs 17)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Lu 7/P P 7 (Lu 7, lieque)7 („Reihe von Lücken“, lieque (Lu 7, P 7)lieque)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Bl 13/V 13 und Ren 17/Rs 17 stützen den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und regulieren das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi).

  • Di 4/IC 4 und Lu 7/P 7 verteilen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und bewegen das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi).

  • Ma 36/S 36, Ma 40/S 40 und Mi 6/L 6 stützen das Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) und wandeln Schleim (pituita, tan) um.

  • Le 3/H 3 reguliert den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Arzneitherapie
„Kleines Dekokt des grünen Drachen“ (Xiao qinglong tang)
  • Ephedrae herba (Mahuang)Mahuang (Ephedrae herba)Ephedrae herba (Mahuang) 5 ml

  • Cinnamomi cassiae ramulus (Guizhi)Cinnamomi cassiae ramulus (Guizhi) 5 ml

  • Asari radix (Xixin)Asari radix (Xixin) 2,5 ml

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 10 ml

  • Zingiberis Zingiberis rhizoma (Ganjiang)rhizoma (Ganjiang (Zingiberis rhizoma)Ganjiang) 5 ml

  • Paeoniae lactiflorae Paeoniae lactiflorae radix (Baishao)radix (Baishao (Paeoniae lactiflorae radix)Baishao) 10 ml

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 2,5 ml

  • Schisandrae fructus (Wuweizi)Wuweizi (Schisandrae fructus)Schisandrae fructus (Wuweizi) 2,5 ml

  • Armeniacae semen (Xingren)Xingren (Armeniacae semen)Armeniacae semen (Xingren) 10 ml

Erläuterung
  • Ephedrae herba (Mahuang), Cinnamomi cassiae ramulus (Guizhi) und Asari radix (Xixin) zerstreuen Kälte (algor, han) und dynamisieren das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi).

  • Pinelliae rhizoma (Banxia), Zingiberis rhizoma (Ganjiang), Glycyrrhizae radix (Gancao) und Armeniacae semen (Xingren) wandeln Schleim (pituita, tan) um.

  • Paeoniae lactiflorae radix (Baishao) und Schisandrae fructus (Wuweizi) sind adstringierend und wirken der stark zerstreuenden Wirkung der übrigen Arzneien entgegen.

Verlauf
Das Mädchen kam die ersten fünf Mal im Wochenabstand und es ging ihr sofort besser. Sie hatte keine Luftnot und keinen Husten und die Lunge war auskultatorisch frei. Daraufhin wurden die Abstände zwischen den Behandlungen auf 14 Tage verlängert. Auch der Appetit verbesserte sich spürbar. Ich hatte der Mutter geraten, auf Kuhmilchprodukte, die das Mädchen ohnehin nicht sehr mochte, ganz zu verzichten. Nach drei Monaten wurde die Rezeptur umgestellt auf eine Modifikation des „Dekoktes der sechs Edlen“ (Liu junzi tang).
  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 15 ml

  • Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu)Baizhu (Atractylodis macrocephalae rhizoma)Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) 10 ml

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 10 ml

  • Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Chenpi (Citri reticulatae pericarpium) 5 ml

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 2,5 ml

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 10 ml

  • Armeniacae semen (Xingren)Xingren (Armeniacae semen)Armeniacae semen (Xingren) 10 ml

Das Mädchen kam nun alle drei Wochen. Sie achtete von sich aus sehr darauf, die Tropfen einzunehmen, weil sie ihr offensichtlich guttaten. Nach weiteren vier Monaten wurde die Behandlung abgeschlossen. Während der Behandlungszeit von insgesamt 7 Monaten hatte sie noch an etwa zehn Tagen gehustet.

2. Fall

Das 7-jährige blass aussehende und auch schüchtern wirkende Mädchen war äußerst anfällig für Infekte. Seit vier Jahren wurde aus jedem Schnupfen eine Bronchitis mit Husten, Luftnot und pfeifender Atmung, sodass schließlich die Diagnose Asthma gestellt worden war. Die Infekte traten etwa alle vier Wochen auf, teilweise noch häufiger, allerdings ohne Fieber. Sie inhalierte häufig mit Emser Salz und einem Bronchien erweiternden Beta-Mimetikum. Der Kinderarzt hatte nun auch ein Cortison-Dosieraerosol verordnet, das aber zu einem Reizhusten führte. Seit einigen Monaten würde das Mädchen häufig glasigen Schleim erbrechen und überhaupt sehr viel Schleim produzieren. Das Sekret sei glasig und klar. Das Mädchen würde schon seit einiger Zeit ohne Kuhmilch, Hühnerei, Weizen und Erdnüsse ernährt wegen fraglicher Allergien. Als Kleinkind hatte sie bereits eine leichte Form von Neurodermitis gehabt.
Insgesamt war ihr leicht kalt und sie hatte ständig eine verstopfte Nase.
Auskultatorisch fand sich über beiden Lungenarealen Giemen in Verbindung mit leichten Rasselgeräuschen.
Der Zungenkörper war gerötet, der Zungenbelag dünn und klar. Die Pulse waren saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Kälte-bedingtes (algor, han) Asthma auf der Basis einer energetischen Schwäche (depletio, xu) des Fk Milz (o. lienalis, pi) mit Schleim (pituita, tan)
Therapeutisches Vorgehen
  • Kälte (algor, han) erwärmen

  • Husten und Keuchatmung beruhigen

  • Fk Milz (o. lienalis, pi) stützen

  • Schleim (pituita, tan) umwandeln

Akupunktur
  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Bl 13/V V 13 (Bl 13, feishu)13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu (Bl 13, V 13)feishu)

  • Ren 17/Rs Rs 17 (Ren 17, tanzhong)17 („Vorhof der Brust“, tanzhong)tanzhong (Ren 17, Rs 17)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 7/P P 7 (Lu 7, lieque)7 („Reihe von Lücken“, lieque (Lu 7, P 7)lieque)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

  • Ni 3/R R 3 (Ni 3, taixi)3 („Mächtiger Wasserlauf“, taixi (Ni 3, R 3)taixi)

Erläuterung
  • Bl 13/V 13 und Ren 17/Rs 17 stützen den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei), regulieren das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und nehmen Druck von der Brust.

  • Di 4/IC 4 und Lu 7/P 7 verteilen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und bewegen das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi).

  • IC 20/Di 20 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen die Nase frei.

  • Ma 36/S 36 und Ma 40/S 40 stützen den Fk Milz (o. lienalis, pi) und leiten Schleim (pituita, tan) aus.

  • Ni 3/R 3 und Le 3/H 3 stützen das Qi des Fk Niere (qi renale, shenqi) und regulieren den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Arzneitherapie
  • Ephedrae herba (Mahuang)Mahuang (Ephedrae herba)Ephedrae herba (Mahuang) 6 g

  • Armeniacae semen (Xingren)Xingren (Armeniacae semen)Armeniacae semen (Xingren) 9 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 9 g

  • Zingiberis Zingiberis rhizoma (Ganjiang)rhizoma (Ganjiang (Zingiberis rhizoma)Ganjiang) 9 g

  • Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Chenpi (Citri reticulatae pericarpium) 3 g

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 6 g

  • Schisandrae fructus (Wuweizi)Wuweizi (Schisandrae fructus)Schisandrae fructus (Wuweizi) 2 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 2 g

  • Cicadae Cicadae periostracum (Chantui)periostracum (Chantui (Cicadae periostracum)Chantui) 6 g

  • Bombyx Bombyx batryticatus (Jiangcan)batryticatus (Jiangcan (Bombyx batryticatus)Jiangcan) 6 g

Erläuterung
  • Ephedrae herba (Mahuang) und Zingiberis rhizoma (Ganjiang) wärmen Kälte (algor, han) und dynamisieren das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi).

  • Pinelliae rhizoma (Banxia), Citri reticulatae pericarpium (Chenpi), Poria (Fuling), Glycyrrhizae radix (Gancao) und Armeniacae semen (Xingren) wandeln Schleim (pituita, tan) um.

  • Cicadae periostracum (Chantui) und Bombyx batryticatus (Jiangcan) lösen die Oberfläche (extima, biao), entfalten das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und wirken krampflösend.

Verlauf
Im Verlauf der nächsten Monate kam das Mädchen einmal wöchentlich zur Behandlung. Die Beschwerden besserten sich anfangs nur zögerlich. Trotzdem konnten wir nach vier Monaten feststellen, dass die Infekte seltener auftraten und kürzer dauerten. Die Verschleimung wurde weniger und das Erbrechen von Schleim hörte auf. Die Notwendigkeit, mit Sultanol zu inhalieren, trat auch nur noch an vereinzelten Tagen auf. Nach vier Monaten wurde die Rezeptur daher auf eine Modifikation des „Dekoktes der sechs Edlen“ (Liu junzi tang) umgestellt:
  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 12 g

  • Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu)Baizhu (Atractylodis macrocephalae rhizoma)Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) 6 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 9 g

  • Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Chenpi (Citri reticulatae pericarpium) 3 g

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 6 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 2 g

  • Schisandrae fructus (Wuweizi)Wuweizi (Schisandrae fructus)Schisandrae fructus (Wuweizi) 2 g

  • Armeniacae semen (Xingren)Xingren (Armeniacae semen)Armeniacae semen (Xingren) 9 g

  • Zingiberis Zingiberis rhizoma (Ganjiang)rhizoma (Ganjiang (Zingiberis rhizoma)Ganjiang) 9 g

Die Behandlungsintervalle wurden auf 14-tägig umgestellt. Bei akuten Infekten wurde für ein bis zwei Wochen auf die anfängliche Rezeptur umgestellt. Nach acht Monaten war das Resümee der Mutter: „Gar kein Vergleich mehr zu den letzten Jahren.“ Am hartnäckigsten zeigte sich die verstopfte Nase. Deshalb wurden später noch ergänzt:
  • Magnoliae flos (Xinyi)Xinyi (Magnoliae flos)Magnoliae flos (Xinyi) 5 g

  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi)Angelicae dahuricae radix (Baizhi) 8 g

Die Rezeptur wurde insgesamt über vierzehn Monate eingenommen, wobei das Mädchen etwa alle vier bis fünf Wochen zur Kontrolle kam. In dieser Zeit beschränkte sich das Auftreten von Husten auf wenige vereinzelte Tage ohne begleitende Luftnot.

3. Fall

Der 3 ¾-jährige Junge kam mit seiner Mutter erstmals am 31. März 2003 in meine Behandlung. Die Mutter berichtete, dass der Junge ständig krank sei. Alle vier Wochen habe er einen hoch fieberhaften Infekt mit 40 °C, rezidivierende Mittelohrentzündungen und Lymphknotenschwellungen. Seit acht Wochen habe er massiven Husten bis zum Erbrechen, starker Verschleimung und nächtlichen Atemnotanfällen. Der Kinderarzt hatte jetzt allergisches Asthma diagnostiziert und ein Cortison-Spray verordnet. Im Allergietest war die Reaktion auf Frühblüher und Hausstaub stark positiv. In den letzten Jahren war vor allem die Zeit von Februar bis Juni besonders schlimm gewesen. Der Bub hatte vom achten Lebensmonat bis vor einem halben Jahr unter Neurodermitis gelitten, dabei sei eine Weizenallergie festgestellt worden. Außerdem habe er ganz schlechten Appetit, neige häufig zu Durchfall und sei deutlich zu leicht für sein Alter. Das Kinderzimmer und sein Bett habe man schon vor Längerem allergiegerecht eingerichtet.Fallbeispiele:Allergisches AsthmaAllergisches Asthma:Fallbeispiele
Der Zungenkörper war rot mit vielen Punkten an der Zungenspitze und wenig Zungenbelag, die Pulse waren zart und saitenförmig (minutus und chordal, xi xian).
Diagnose
Die Symptomatik deutete auf Hitze-bedingtes (calor, re) re (Hitze-bedingt, calor)Hitze-bedingtes (calor, re) Asthmacalor:Hitze-bedingt, reAsthma mit deutlichem Schleim-Befund (pituita, tan)tan (Schleim, pituita)Schleim (pituita, tan)pituita (Schleim, tan) sowie einer Assimilationsstörung der „Mitte“ (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei)pi wei (Fk Milz und Magen, Mitte, oo. lienalis et stomachi)oo. lienalis et stomachi (Fk Milz und Magen, Mitte, pi wei)Mitte (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei)Fk Milz und Magen (Mitte, oo. lienalis et stomachi, pi wei)Assimilationsstörung der Mitte (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei).
Therapeutisches Vorgehen
  • Hitze (calor, re) kühlen und Schleim (pituita, tan) umwandeln

  • Husten und Keuchatmung beruhigen

  • Die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) kräftigen

Akupunktur
  • Bl Bl 13 (V 13, feishu)13/V 13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu)

  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 („Vereinte Täler“, hegu)

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 („Gekrümmter Teich“, quchi)

  • Ma Ma 36 S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma Ma 40 (S 40, fenglong)40/S 40 („Üppige Fülle“, fenglong)

Erläuterung
  • Bl 13/V 13 stützt den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und kühlt Hitze (calor, re).

  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20, Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 und Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 zerstreuen Wind (ventus, feng) und kühlen Hitze (calor, re).

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 und Ma Ma 40 (S 40, fenglong)40/S 40 kräftigen die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) und wandeln Schleim (pituita, tan) um.

Arzneitherapie
  • Ephedrae Ephedrae herba (Mahuang)herba (Mahuang (Ephedrae herba)Mahuang) 5 ml

  • Pruni armeniacae Pruni armeniacae semen (Xingren)semen (Xingren (Pruni armeniacae semen)Xingren) 5 ml

  • Pinelliae Pinelliae rhizoma (Banxia)rhizoma (Banxia (Pinelliae rhizoma)Banxia) 5 ml

  • Zingiberis Zingiberis rhizoma (Ganjiang)rhizoma (Ganjiang (Zingiberis rhizoma)Ganjiang) 5 ml

  • Perillae Perillae fructus (Zisuzi)fructus (Zisuzi (Perillae fructus)Zisuzi) 5 ml

  • Gypsum (Shigao)Gypsum fibrosum (Shigao (Gypsum)Shigao) 15 ml

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 2,5 ml

  • Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu (Massa medicata fermentata)Shenqu) 5 ml

  • Hordei fructus Hordei fructus germinatus (Maiya)germinatus (Maiya (Hordei fructus germinatus)Maiya) 5 ml

Erläuterung
  • Ephedrae Ephedrae herba (Mahuang)herba (Mahuang (Ephedrae herba)Mahuang) und Pruni armeniacae Pruni armeniacae semen (Xingren)semen (Xingren (Pruni armeniacae semen)Xingren) dynamisieren das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und beruhigen Keuchatmung.

  • Pinelliae Pinelliae rhizoma (Banxia)rhizoma (Banxia (Pinelliae rhizoma)Banxia), Zingiberis Zingiberis rhizoma (Ganjiang)rhizoma (Ganjiang (Zingiberis rhizoma)Ganjiang) und Perillae Perillae fructus (Zisuzi)fructus (Zisuzi (Perillae fructus)Zisuzi) wandeln Schleim (pituita, tan) um.

  • Gypsum (Shigao)Gypsum fibrosum (Shigao (Gypsum)Shigao) kühlt Hitze des Fk Lunge (calor des o. pulmonalis, feire).

  • Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu (Massa medicata fermentata)Shenqu) und Hordei fructus Hordei fructus germinatus (Maiya)germinatus (Maiya (Hordei fructus germinatus)Maiya) kräftigen die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) und regen die Verdauung an.

Diätetik
Es wurde empfohlen, den Verzehr von Kuhmilchprodukten stark einzuschränken.
Verlauf
Bereits nach einer Woche waren der Husten und die Luftnot spürbar weniger, obwohl die Eltern kein Cortison-Spray gaben. Nach fünf Wochen war der Junge weitestgehend beschwerdefrei, die Lunge auskultatorisch unauffällig. Zuvor hatte die Mutter aus Angst um ihren Sohn acht Wochen lang nachts kaum geschlafen. Der Appetit hatte sich auffallend gebessert und das Gewicht hatte um 2,5 kg zugenommen. Der Junge kam dann noch ein ganzes Jahr zur stabilisierenden Behandlung. In dieser Zeit traten immer wieder kurzzeitig diverse Beschwerden auf. Speziell nach dem Genuss von Kuhmilchprodukten bestand eine stärkere Verschleimung und wieder Husten. Zur Behandlung der Lymphknotenschwellungen wurden Arzneimittel wie Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) und Prunellae spica (Xiakucao (Prunellae spica)Xiakucao) ergänzt. Beim Auftreten von allergischen Ekzemen wurden Bombyx Bombyx batryticatus (Jiangcan)batryticatus (Jiangcan (Bombyx batryticatus)Jiangcan) und Cicadae Cicadae periostracum (Chantui)periostracum (Chantui (Cicadae periostracum)Chantui) verordnet. Nachdem im nächsten Jahr während der gesamten Pollensaison kein Asthma aufgetreten war, wurde die Behandlung abgeschlossen.

4. Fall

Die 45-jährige Patientin kam erstmals Anfang Dezember in meine Praxis wegen ihres allergischen Asthmas. Die allergischen Beschwerden hatten schon in der Jugend begonnen. Im Alter von 19 Jahren war sie erstmals wegen eines akuten Anfalls ins Krankenhaus eingewiesen worden, ausgelöst damals durch eine Katze. Inzwischen reagierte sie stark auf Hasel, Erle, Birke und Roggen. Nachdem sie bis 2003 immer wieder schwere Asthmaanfälle gehabt hatte, nahm sie nun seit 5 Jahren von Anfang März bis Ende Juli täglich ein Cortison-Spray. Damit wurden die asthmatischen Beschwerden wirkungsvoll bekämpft, allerdings wollte sie dies nicht bis an ihr Lebensende tun. Sie berichtete außerdem, dass sie mit den Nasennebenhöhlen und Bronchien sehr anfällig sei und auch viel Schleim produziere.
Seit eineinhalb Jahren mache sie nur noch Sport im Fitnessstudio und nicht mehr im Freien. Milchprodukte esse sie gerne und reichlich. Zum Zeitpunkt ihres Kommens bestanden keinerlei Beschwerden.
Der Zungenkörper war hellrot und zeigte leichte Zahneindrücke, der Zungenbelag war dünn, die Pulse saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi der Fk Lunge und Milz (qi pulmonale et lienale, fei pi qi) mit Schleim (pituita, tan).
Therapeutisches Vorgehen
  • Qi der Fk Lunge und Milz (qi pulmonale et lienale, fei pi qi) stützen

  • Schleim (pituita, tan) umwandeln

Akupunktur
  • Bl 13/V V 13 (Bl 13, feishu)13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu (Bl 13, V 13)feishu)

  • Ren 17/Rs Rs 17 (Ren 17, tanzhong)17 („Vorhof der Brust“, tanzhong)tanzhong (Ren 17, Rs 17)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 5/P P 5 (Lu 5, chize)5 („Moorsee am Fußpunkt“, chize (Lu 5, P 5)chize)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Le 2/H H 2:(Le 2, xingjian)2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian:(Le 2, H 2)xingjian)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Bl 13/V 13 und Ren 17/Rs 17 stützen das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und regulieren den Qi-Fluss des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei).

  • Di 4/IC 4 reguliert den Fluss der Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) in der Oberfläche (extima, biao).

  • Ma 40/S 40 leitet Schleim (pituita, tan) aus.

  • Lu 5/P 5, Le 2/H 2 und Le 3/H 3 stützen das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und stellen die Gegensteuerung des Fk Leber (o. hepaticus, gan) durch den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) wieder her.

Arzneitherapie
  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 15 g

  • Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu)Baizhu (Atractylodis macrocephalae rhizoma)Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) 6 g

  • Codonopsitis Codonopsitis radix (Dangshen)radix (Dangshen (Codonopsitis radix)Dangshen) 6 g

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 6 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

  • Zingiberis Zingiberis rhizoma (Ganjiang)rhizoma (Ganjiang (Zingiberis rhizoma)Ganjiang) 5 g

  • Perillae fructus (Zisuzi)Zisuzi (Perillae fructus)Perillae fructus (Zisuzi) 9 g

  • Schisandrae fructus (Wuweizi)Wuweizi (Schisandrae fructus)Schisandrae fructus (Wuweizi) 3 g

Erläuterung
  • Astragali radix (Huangqi), Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu), Codonopsitis radix (Dangshen), Glycyrrhizae radix (Gancao) und Schisandrae fructus (Wuweizi) stützen das Qi der Fk Lunge und Milz (qi pulmonale et lienale, fei pi qi).

  • Pinelliae rhizoma (Banxia), Zingiberis rhizoma (Ganjiang), Perillae fructus (Zisuzi) und Poria (Fuling) wandeln Schleim (pituita, tan) um.

Verlauf
Die Patientin kam alle 14 Tage zur Akupunktur und nahm sieben Monate lang das Dekokt ein. Auf das Cortison-Spray verzichtete sie. Außerdem verzichtete sie auf die geliebten Kuhmilchprodukte. In diesem Sommer hatte sie nur an zwei Tagen asthmatische Beschwerden, ausgelöst durch einen fieberhaften Infekt. Daraufhin nahm sie vorsichtshalber acht Tage lang das Cortison-Spray. Im nächsten und im übernächsten Jahr wurden nochmals je zehn Akupunkturbehandlungen und die Arzneimitteltherapie durchgeführt. In beiden Jahren war die Patientin zu ihrem großen Erstaunen völlig beschwerdefrei. Ab dem 2. Jahr traute sie sich auch wieder, im Freien zu joggen.

5. Fall

Die 47-jährige Patientin kam erstmals im Juli 2011 in meine Behandlung. Sie war schon seit 25 Jahren Pollenallergikerin. Hauptallergen waren bei ihr die Gräser. In den vergangenen drei Jahren hatte sie sich gegen Gräser desensibilisieren lassen, trotzdem hatte sie nun schon das 4. Jahr hintereinander allergisches Asthma. Im letzten Jahr hatte sie über den ganzen September hinweg jede Nacht asthmatische Beschwerden gehabt. Daraufhin hatte ein Lungenfacharzt ihr über vier Monate zwei Dosieraerosole, ein Cortison-Präparat und ein Beta-Mimetikum verordnet. Mit dieser Medikation war die Patientin beschwerdefrei, allerdings stellte sich das Asthma sechs Wochen nach dem Absetzen der Medikation erneut ein, sodass sie nun wieder beide Medikamente regelmäßig einnahm. Die Atemnot stellte sich auch bei körperlicher Anstrengung verstärkt ein, sodass ihr die Freude an sportlichen Aktivitäten verleidet wurde. Außerdem berichtete die Patientin über eine Durchfallneigung, Völlegefühl und Blähungen.
Der Zungenkörper war ausgesprochen rot, der Belag fleckig und gelblich, die Pulse waren schlüpfrig (lubrici, hua).
Diagnose
  • Hitze-bedingtes (calor, re) Asthma

  • Energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi).

Therapeutisches Vorgehen
  • Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) kühlen

  • Husten und Keuchatmung beruhigen

  • Das Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) stützen

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Bl 13/V V 13 (Bl 13, feishu)13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu (Bl 13, V 13)feishu)

  • Ren 17/Rs Rs 17 (Ren 17, tanzhong)17 („Vorhof der Brust“, tanzhong)tanzhong (Ren 17, Rs 17)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Lu 7/P P 7 (Lu 7, lieque)7 („Reihe von Lücken“, lieque (Lu 7, P 7)lieque)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

  • Ni 3/R R 3 (Ni 3, taixi)3 („Mächtiger Wasserlauf“, taixi (Ni 3, R 3)taixi)

Erläuterung
  • Bl 13/V 13 und Ren 17/Rs 17 regulieren das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und nehmen Druck von der Brust.

  • Di 4/IC 4 und Lu 7/P 7 verteilen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und bewegen das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi).

  • Gb 20/F 20 und Di 11/IC 11 kühlen Hitze (calor, re) und zerstreuen Wind (ventus, feng).

  • Ma 36/S 36 und Ma 40/S 40 stützen das Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) und leiten Schleim (pituita, tan) aus.

  • Ni 3/R 3 stützt das Qi des Fk Niere (qi renale, shenqi).

  • Le 3/H 3 reguliert den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Arzneimitteltherapie
  • Ephedrae herba (Mahuang)Mahuang (Ephedrae herba)Ephedrae herba (Mahuang) 6 g

  • Armeniacae semen (Xingren)Xingren (Armeniacae semen)Armeniacae semen (Xingren) 9 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

  • Scutellariae radix (Huangqin)Scutellariae radix (Huangqin)Huangqin (Scutellariae radix) 8 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 9 g

Erläuterung
  • Ephedrae herba (Mahuang) und Armeniacae semen (Xingren) dynamisieren das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und beruhigen Keuchatmung.

  • Scutellariae radix (Huangqin) kühlt Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei).

  • Tribuli fructus (Baijili) zerstreut Wind-Hitze (calor venti, fengre) und löst das Qi des Fk Leber (o. hepaticus, ganqi).

Verlauf
Die Patientin kam einmal die Woche zur Akupunktur und nahm die Rezeptur als Dekokt ein. Schneller als von mir beabsichtigt setzte sie ab der zweiten Behandlung schon ihre beiden Dosieraerosole wieder ab. Trotzdem ging es ihr so gut, dass sie auch ohne Antihistaminika auskam. Sie berichtete, dass ihr das von mir angeregte Weglassen der Kuhmilchprodukte spürbar bekomme. Sowohl die Durchfallneigung als auch die Blähungen waren kein Thema mehr. Zusätzlich machte sie täglich 15 Minuten Yoga-Übungen. Nach vier Monaten und fünfzehn Akupunkturbehandlungen wurde die Therapie in völlig beschwerdefreiem Zustand abgeschlossen. Die Patientin war begeistert, weil sie auch in dem gefürchteten Monat September keinerlei Anzeichen von Asthma gehabt hatte.
Ein halbes Jahr später kam sie erneut wegen beginnendem Heuschnupfen und einem leichten Engegefühl in der Brust. Daraufhin wurde zur Stützung des Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) und zum Absenken des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) folgende Rezeptur verordnet:
  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 15 g

  • Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu)Baizhu (Atractylodis macrocephalae rhizoma)Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) 9 g

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 9 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 9 g

  • Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Chenpi (Citri reticulatae pericarpium) 4 g

  • Magnoliae Magnoliae cortex (Houpo)cortex (Houpo (Magnoliae cortex)Houpo) 6 g

  • Armeniacae semen (Xingren)Xingren (Armeniacae semen)Armeniacae semen (Xingren) 9 g

  • Schisandrae fructus (Wuweizi)Wuweizi (Schisandrae fructus)Schisandrae fructus (Wuweizi) 3 g

Diese Rezeptur nahm die Patientin über die nächsten 18 Monate jeweils für 14 Tage im Monat ein. Außerdem kam sie einmal im Monat zur Akupunktur. Während des gesamten Zeitraums traten keine allergischen oder asthmatischen Beschwerden mehr auf.

6. Fall

Der 66-jährige Patient berichtete, dass er seit seiner Kindheit Asthmatiker sei. Vor 33 Jahren war während eines Aufenthaltes in Davos eine Allergie auf Kleintierhaare, Frühblüher und Gräser getestet worden. Außerdem bestand eine hohe Infektanfälligkeit. Es fing immer mit den Nasennebenhöhlen an, legte sich dann auf die Bronchien und wurde mehrmals im Jahr mit Antibiotika behandelt. Er hatte über mehrere Jahrzehnte drei verschiedene Dosieraerosole sowie Theophyllin und Clenbuterol ganzjährig eingenommen. Nun berichtete er, dass er nach der Lektüre meines Buches im vergangenen Jahr begonnen habe, auf Kuhmilchprodukte zu verzichten. Zuvor hatte er abends täglich zwei Liter Milch getrunken. Seit dem Verzicht war er in der Lage gewesen, alle Asthma-Medikamente abzusetzen. Geblieben war nun noch eine ausgeprägte Kälteempfindlichkeit. Er berichtete, dass er in den Wintermonaten vermehrte Schleimbildung und auch Kurzatmigkeit habe. In solchen Situationen hatte er noch vereinzelt ein bronchienerweiterndes Spray benutzt. Aus diesem Grund verlasse er über Monate hinweg kaum das Haus. Er hatte jeden Morgen klares und glasiges Sekret sowohl in der Nase als auch in den Bronchien und brauchte etwa eine Stunde, um alles abzuhusten.
Der Zungenkörper war hellrot mit einer tiefen Mittelrinne, der Zungenbelag war unruhig, fleckig und leicht gelblich. Seine Pulse waren verlangsamt und saitenförmig (tardi und chordales, chi xian).
Diagnose
Energetische Schwäche (depletio, xu) des Yang des Fk Niere (yang renale, shenyang) mit Schleim (pituita, tan).
Therapeutisches Vorgehen
  • Das Yang des Fk Niere (yang renale, shenyang) erwärmen

  • Schleim (pituita, tan) umwandeln

  • Das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) absenken

Akupunktur
  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Bl 13/V V 13 (Bl 13, feishu)13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu (Bl 13, V 13)feishu)

  • Lu 1/P P 1 (Lu 1, zhongfu)1 („Versammlungshalle der Mitte“, zhongfu (Lu 1, P 1)zhongfu)

  • Ren 17/Rs Rs 17 (Ren 17, tanzhong)17 („Vorhof der Brust“, tanzhong)tanzhong (Ren 17, Rs 17)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 7/P P 7 (Lu 7, lieque)7 („Reihe von Lücken“, lieque (Lu 7, P 7)lieque)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Ni 3/R R 3 (Ni 3, taixi)3 („Mächtiger Wasserlauf“, taixi (Ni 3, R 3)taixi)

Erläuterung
  • Bl 13/V 13, Lu 1/P 1 und Ren 17/Rs 17 stützen den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei), regulieren das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und nehmen Druck von der Brust.

  • Di 4/IC 4, Lu 7/P 7 und IC 20/Di 20 verteilen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und machen die Nase frei.

  • Ma 36/S 36 und Ma 40/S 40 kräftigen die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) und wandeln Schleim (pituita, tan) um.

  • Ni 3/R 3 und Bl 13/V 13 stützen das Qi des Fk Niere (qi renale, shenqi) und die Aufnahme des Qi durch den Fk Niere (o. renalis, shen).

Moxibustion
  • Ren 6/Rs 6 („Meer des Qi“, qihai)

  • Bl 13/V V 13 (Bl 13, feishu)13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu (Bl 13, V 13)feishu)

Arzneitherapie
  • Perillae fructus (Zisuzi)Zisuzi (Perillae fructus)Perillae fructus (Zisuzi) 9 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 8 g

  • Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Chenpi (Citri reticulatae pericarpium) 3 g

  • Zingiberis Zingiberis rhizoma (Ganjiang)rhizoma (Ganjiang (Zingiberis rhizoma)Ganjiang) 10 g

  • Armeniacae semen (Xingren)Xingren (Armeniacae semen)Armeniacae semen (Xingren) 9 g

  • Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu)Baizhu (Atractylodis macrocephalae rhizoma)Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) 6 g

  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 12 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

  • Alpiniae oxyphyllae fructus (Yizhiren)Alpiniae oxyphyllae fructus (Yizhiren) 10 g

  • Psoraleae semen (Buguzhi)Psoraleae semen (Buguzhi) 6 g

  • Aconiti radix lateralis praeparata (Fuzi)Aconiti radix lateralis praeparata (Fuzi) 10 g

Erläuterung
  • Perillae fructus (Zisuzi), Pinelliae rhizoma (Banxia), Citri reticulatae pericarpium (Chenpi) und Armeniacae semen (Xingren) wandeln Schleim (pituita, tan) um und senken das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) ab.

  • Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu), Astragali radix (Huangqi) und Glycyrrhizae radix (Gancao) stützen das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Alpiniae oxyphyllae fructus (Yizhiren), Psoraleae semen (Buguzhi), Zingiberis rhizoma (Ganjiang) und Aconiti radix lateralis praeparata (Fuzi) wärmen das Yang des Fk Niere (yang renale, shenyang).

Verlauf
Der Patient kam alle drei Wochen zur Akupunktur und führte die Moxibustion selbstständig zweimal pro Woche durch. Die Arzneimittel wurden insgesamt 11 Monate lang täglich als Granulat eingenommen. Während dieser Zeit nahm die morgendliche Schleimbildung ab und die allgemeine Vitalität zu. Auch die Kälteempfindlichkeit besserte sich deutlich, sodass der Patient im folgenden Winter täglich ein bis zwei Stunden im Freien spazieren ging. Er kam ohne einen Infekt und ohne asthmatische Beschwerden durch den Winter. Auch das Frühjahr, in dem er Hasel, Birke und Erle fürchtete, ging beschwerdefrei vorüber. Daraufhin wurde die Behandlung Mitte Mai abgeschlossen.

7. Fall

Der 34-jährige Patient kam erstmals Ende April 2006 zur Behandlung, weil seine allergischen Beschwerden in diesem Jahr besonders heftig waren. Er hatte bereits seit dem 4. Lebensjahr Heuschnupfen und allergisches Asthma. Die Symptome zeigten sich bei ihm meist schon Ende Januar und reichten bis in den Juli, der Höhepunkt war meist in den Monaten März, April und Mai. Bei mehreren Allergietests hatte er auf fast alles reagiert, besonders stark auf Birke, Erle, Hasel und Tierhaare. Mehrere Desensibilisierungen waren ohne Erfolg geblieben. Ein Kuraufenthalt in Davos hatte kurzfristig zu einer Verbesserung geführt. Langfristig hatten ihn vor allem regelmäßige sportliche Aktivitäten stabilisiert. Trotzdem hatte er nun seit dem Ende der Frostperiode zwanzig Niesreizattacken am Tag sowie mehrmals täglich Kurzatmigkeit. Deshalb benutzte er 5- bis 10-mal am Tag ein Salbutamol-Dosieraerosol und gelegentlich Euphyllin. Er gab an, etwa 200 ml Milch am Tag zu trinken und auch regelmäßig Käse zu essen.
Der Zungenkörper war rot und der Zungenbelag trocken, die Pulse waren angefüllt und saitenförmig (repleti und chordales, shi xian).
Diagnose
Hitze-bedingtes (calor, re) Asthma
Therapeutisches Vorgehen
  • Das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) absenken und Keuchatmung beruhigen

  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen und Hitze (calor, re) kühlen

Akupunktur
  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Ex-HN 3/Ex Ex 1 (Ex-HN 3, yintang)1 („Siegelhalle“, yintang (Ex-HN 3, Ex 1)yintang)

  • Bl 13/V V 13 (Bl 13, feishu)13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu (Bl 13, V 13)feishu)

  • Ren 17/Rs Rs 17 (Ren 17, tanzhong)17 („Vorhof der Brust“, tanzhong)tanzhong (Ren 17, Rs 17)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 5/P P 5 (Lu 5, chize)5 („Moorsee am Fußpunkt“, chize (Lu 5, P 5)chize)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

  • Ni 3/R R 3 (Ni 3, taixi)3 („Mächtiger Wasserlauf“, taixi (Ni 3, R 3)taixi)

Erläuterung
  • Di 20/IC 20 und Ex-HN 3/Ex 1 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und machen die Nase frei.

  • Bl 13/V 13 und Ren 17/Rs 17 stützen und bewegen das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und nehmen Druck von der Brust.

  • Di 4/IC 4, Lu 5/P 5 und Le 3/H 3 kühlen Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und stellen die Hemmung des Fk Leber (o. hepaticus, gan) durch den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) wieder her.

  • Ma 36/S 36, Ma 40/S 40 und Ni 3/R 3 stützen das Qi der Fk Milz und Niere (oo. lienalis et renalis, pi shen) und wandeln Schleim (pituita, tan) um.

Arzneitherapie
  • Ephedrae herba (Mahuang)Mahuang (Ephedrae herba)Ephedrae herba (Mahuang) 6 g

  • Armeniacae semen (Xingren)Xingren (Armeniacae semen)Armeniacae semen (Xingren) 9 g

  • Asari radix (Xixin)Asari radix (Xixin) 3 g

  • Perillae fructus (Zisuzi)Zisuzi (Perillae fructus)Perillae fructus (Zisuzi) 8 g

  • Scutellariae radix (Huangqin)Scutellariae radix (Huangqin)Huangqin (Scutellariae radix) 8 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

  • Centipedae herba (Ebushicao) 6 g

Erläuterung
  • Ephedrae herba (Mahuang), Armeniacae semen (Xingren) und Perillae fructus (Zisuzi) dynamisieren das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und beruhigen Keuchatmung.

  • Asari radix (Xixin) und Centipedae herba (Ebushicao) leiten Schleim ab und machen die Nase wieder frei.

  • Scutellariae radix (Huangqin) und Glycyrrhizae radix (Gancao) kühlen Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei).

Verlauf
Der Patient kam einmal wöchentlich zur Akupunktur und bekam parallel dazu das Dekokt verordnet. Im ersten Jahr wurden insgesamt 7 Behandlungen durchgeführt. Bereits nach der 3. Behandlung berichtete er über eine Besserung von 80–90 %. Die beiden darauffolgenden Jahre war der Patient nahezu beschwerdefrei.
Drei Jahre später kam es im April zu starken asthmatischen Beschwerden, die jedoch innerhalb von vierzehn Tagen und drei Behandlungen zum Abklingen gebracht werden konnten. In den drei nächsten Jahren waren nur leichte Beschwerden aufgetreten, davon zwei Jahre, in denen er überhaupt kein Asthma-Spray benutzen musste.
Der Patient hatte ab dem ersten Jahr auf meine Empfehlung auf Milchprodukte weitgehend verzichtet, was sicherlich maßgeblich zu dem guten Langzeiterfolg beitrug.

Urtikaria

1. Fall

Der 32-jährige Mann kam am 17. April 1996 erstmals zur Behandlung. Vier Jahre zuvor war erstmals beim Sport eine Nesselsucht aufgetreten. Seit drei Jahren hatte er nahezu täglich Schübe, an manchen Tagen bis zu fünfmal mit einer Dauer von 30–45 Minuten. Betroffen waren insbesondere die oberen Extremitäten und das Gesicht, teilweise auch der ganze Körper. Der Patient spürte vorher immer eine Hitzewallung, später Juckreiz. Die Nesselsucht wurde vor allem durch starke körperliche Anstrengung sowie Temperaturwechsel, z. B. heiße Dusche oder kalte Zugluft, ausgelöst. Eine Linderung der Nesselsucht wurde lediglich durch Antihistaminika erreicht. Nach Absetzen der Medikation traten die Beschwerden jedoch wieder auf.UrtikariaUrtikaria:FallbeispieleFallbeispiele:Urtikaria
Daneben hatte der Patient seit dem 7. Lebensjahr eine allergische Rhinokonjunktivitis sowie Kreuzallergien gegen grüne Äpfel und Nüsse.
Der Zungenkörper war rot, zittrig und wies viele Punkte auf. Der Zungenbelag war dünn und weißlich. Die Pulse waren saitenförmig und oberflächlich (chordal und superficial, xian fu).
Diagnose
Hitze des Xue (calor xue, xuere) mit Wind (ventus, feng)xuere (Hitze des Xue, calor xue)Wind (ventus, feng)ventus (Wind, feng)Hitze des Xue (calor xue, xuere):mit Wind (ventus, feng)feng (Wind, ventus)calor xue (Hitze des Xue, xuere)
Therapeutisches Vorgehen
  • Hitze des Xue (calor xue, xuere) kühlen

  • Wind (ventus, feng) beruhigen

  • Juckreiz stoppen

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 („Vereinte Täler“, hegu)

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 („Gekrümmter Teich“, quchi)

  • Bl Bl 40 (V 40, weizhong)40/V 40 („Die Mitte des Staugewässers“, weizhong)

  • Le Le 2 (H 2, xingjian)2/H 2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

Erläuterung
  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20 und Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) insbesondere im Kopf und der oberen Körperhälfte.

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 und Bl Bl 40 (V 40, weizhong)40/V 40 kühlen das Xue.

  • Le Le 2 (H 2, xingjian)2/H 2 und Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 kühlen Glut (ardor, huo), regulieren das Xue und stützen den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Arzneitherapie
  • Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) 5 g

  • Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) 5 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 10 g

  • Gypsum (Shigao)Gypsum fibrosum (Shigao (Gypsum)Shigao) 30 g

  • Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) 3 g

  • Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) 6 g

  • Moutan Moutan cortex radicis (Mudanpi)cortex (Mudanpi (Moutan cortex radicis)Mudanpi) 8 g

  • Scrophulariae Scrophulariae radix (Xuanshen)radix (Xuanshen (Scrophulariae radix)Xuanshen) 9 g

  • Jujubae Jujubae fructus (Dazao)fructus (Dazao (Jujubae fructus)Dazao) 3 Stück

Erläuterung
  • Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie), Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) und Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) zerstreuen Wind (ventus, feng) und beruhigen Juckreiz.

  • Gypsum fibrosum Gypsum (Shigao)(Shigao (Gypsum)Shigao) kühlt Hitze (calor, re) in der Qi-Ebene.

  • Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) und Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) kühlen Hitze (calor, re) im oberen Wärmebereich (oberes Calorium, shangjiao).

  • Moutan Moutan cortex radicis (Mudanpi)cortex (Mudanpi (Moutan cortex radicis)Mudanpi) und Scrophulariae Scrophulariae radix (Xuanshen)radix (Xuanshen (Scrophulariae radix)Xuanshen) kühlen Hitze des Xue (calor xue, xuere).

  • Jujubae Jujubae fructus (Dazao)fructus (Dazao (Jujubae fructus)Dazao) harmonisiert den Fk Magen (o. stomachi, wei).

Verlauf
Es wurden 15 Behandlungen durchgeführt. Eine spürbare Besserung war nach der 5. Behandlung zu beobachten. Die Nesselsuchtanfälle wurden seltener, weniger ausgedehnt und kürzer, der Juckreiz war ebenfalls nachlassend. Am Ende der Behandlung trat die Urtikaria nur noch vereinzelt in größeren Zeitabständen und nach extremer körperlicher Anstrengung auf. Unter alltäglichen Belastungen, durch Duschen oder Zugluft war der Patient beschwerdefrei.

2. Fall

Die 30-jährige Patientin kam am 1. Dezember 2005 erstmals zur Behandlung. Sie litt seit einem halben Jahr unter einer schweren Nesselsucht. Derzeit hatte sie täglich neue Quaddeln, die auch stark juckten. In den vergangenen Monaten waren vier heftige Schübe aufgetreten mit begleitendem Angioödem. Die Patientin berichtete, dass sie auf Wärme, Druck, Rotwein und Weizen reagiere. Teilweise habe sie während eines Schubes sogar Fieber gehabt und im Bereich der Kopfhaut Schmerzen. In der Vorgeschichte hatte sie nach einer heißen Dusche gelegentlich kleine, rote Flecken bekommen. Vom 12.–21. Lebensjahr habe sie unter einer Neurodermitis gelitten. Die schulmedizinische Behandlung erfolgte mit Antihistaminika und während der schweren Schübe mit intravenöser Gabe von Cortison.
Der Zungenkörper war rot, zeigte zahlreiche Punkte an der Zungenspitze und einen dünnen Zungenbelag. Die Pulse waren saitenförmig (chordal, xian).
Diagnose
Die Diagnose deutete auf Hitze des Xue (calor xue, xuere) mit Wind (ventus, feng)xuere (Hitze des Xue, calor xue)Wind (ventus, feng)ventus (Wind, feng)Hitze des Xue (calor xue, xuere) mit Wind (ventus, feng)feng (Wind, ventus)calor xue (Hitze des Xue, xuere).
Therapeutisches Vorgehen
  • Hitze des Xue (calor xue, xuere) kühlen

  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

Akupunktur
  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 („Gekrümmter Teich“, quchi)

  • Bl Bl 40 (V 40, weizhong)40/V 40 („Die Mitte des Staugewässers“, weizhong)

  • Mi Mi 10 (L 10, xuehai)10/L 10 („Meer des Xue“, xuehai)

  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 („Vereinte Täler“, hegu)

  • 3E 5/T T 5 (3E 5, waiguan)5 („Äußeres Passtor“, waiguan (3E 5, T 5)waiguan)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

Erläuterung
  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 und Bl Bl 40 (V 40, weizhong)40/V 40 kühlen Hitze des Xue (calor xue, xuere).

  • Mi Mi 10 (L 10, xuehai)10/L 10 und Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 regulieren und kühlen das Xue.

  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20 und Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • 3E 3E 5 (T 5, waiguan)5/T 5 öffnet die Oberfläche (extima, biao), zerstreut Hitze (calor, re) und macht die Netzleitbahnen (reticulares, luomai) durchgängig.

Arzneitherapie
  • Rehmanniae Rehmanniae radix (Shengdihuang)radix (Shengdihuang (Rehmanniae radix)Shengdihuang) 15 g

  • Paeoniae rubrae Paeoniae rubrae radix (Chishao)radix (Chishao (Paeoniae rubrae radix)Chishao) 5 g

  • Moutan Moutan cortex radicis (Mudanpi)cortex (Mudanpi (Moutan cortex radicis)Mudanpi) 9 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 9 g

  • Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) 5 g

  • Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) 6 g

Erläuterung
  • Rehmanniae Rehmanniae radix (Shengdihuang)radix (Shengdihuang (Rehmanniae radix)Shengdihuang), Paeoniae rubrae Paeoniae rubrae radix (Chishao)radix (Chishao (Paeoniae rubrae radix)Chishao) und Moutan Moutan cortex radicis (Mudanpi)cortex (Mudanpi (Moutan cortex radicis)Mudanpi) kühlen Hitze des Xue (calor xue, xuere).

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili), Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) und Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und beruhigen Juckreiz.

Verlauf
Es wurden zwölf Behandlungen in wöchentlichen Abständen durchgeführt. Nach der vierten Behandlung kam es nochmals zu einem akuten urtikariellen Schub. Danach traten nur noch vereinzelt kleinere Flecken auf. Die Patientin war tagelang auch völlig beschwerdefrei. Die Einnahme der Antihistaminika konnte beendet werden. Zwischen der elften und zwölften Behandlung lagen drei Wochen. Danach wurde die Therapie auf Wunsch der Patientin beendet, die Haut war während dieser Zeit und der nächsten vier Wochen nahezu symptomfrei. Abschließend sollte noch erwähnt werden, dass der Patientin geraten wurde, auf Pfeffer, Chilis, Paprika und Ketchup weitgehend zu verzichten.

3. Fall

Die 17-jährige Patientin kam am 20. März 2006 erstmals zur Behandlung. Sie litt bereits seit elf Jahren unter Nesselsucht und hatte durchschnittlich zweimal pro Woche einen Schub mit Schwellungen im Bereich der Augenlider und der Oberlippe mit einer Dauer von 30 Minuten bis zu sechs Stunden. In der Regel hatte sie gleichzeitig Magenkrämpfe mit ausgeprägter Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Im Dezember vor der Erstkonsultation war die Nesselsucht täglich aufgetreten. Die Patientin war daraufhin in der Uniklinik Regensburg erfolgreich mit einer parastofffreien Diät behandelt worden. Danach hatten die Beschwerden jedoch wieder begonnen. Die Patientin berichtete über eine Allergie auf Haselnüsse und Erdnüsse. Außerdem hatte sie den Eindruck, auf Schokolade, Milch und Alkohol zu reagieren. Trotzdem aß sie gerne Joghurt und Käse. Appetit und Durst waren groß, der Stuhlgang wechselnd mal hart und mal weich.
Der Zungenkörper war rot mit Punkten an der Zungenspitze, der Zungenbelag war weißlich. Die Pulse waren saitenförmig und schlüpfrig (chordal und lubricus, xian hua).
Diagnose
Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) im mittleren Wärmebereich (mittleres Calorium, zhongjiao) und Wind (ventus, feng)zhongjiao (Mittlerer Wärmebereich, mittleres Calorium)Wind (ventus, feng)ventus (Wind, feng)shire (Feuchtigkeit-Hitze, calor humidus)mittleres Calorium (Mittlerer Wärmebereich, zhongjiao)mittlerer Wärmebereich (mittleres Calorium, zhongjiao)Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire)Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire):im mittleren Wärmebereich (mittleres Calorium, zhongjiao) und Wind (ventus, feng)feng (Wind, ventus)calor humidus (Feuchtigkeit-Hitze, shire)
Therapeutisches Vorgehen
  • Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) klären

  • Den mittleren Wärmebereich (mittleres Calorium, zhongjiao) regulieren

  • Wind (ventus, feng) zerstreuen

Akupunktur
  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 („Gekrümmter Teich“, quchi)

  • Mi Mi 10 (L 10, xuehai)10/L 10 („Meer des Xue“, xuehai)

  • Bl Bl 40 (V 40, weizhong)40/V 40 („Die Mitte des Staugewässers“, weizhong)

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

Erläuterung
  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 leitet Wind (ventus, feng), Feuchtigkeit (humor, shi) und Hitze (calor, re) aus.

  • Mi Mi 10 (L 10, xuehai)10/L 10 und Bl Bl 40 (V 40, weizhong)40/V 40 kühlen und regulieren das Xue und beruhigen Juckreiz.

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 reguliert und stützt die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei).

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 senkt das Yang ab und kühlt das Xue.

Arzneitherapie
  • Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) 5 ml

  • Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) 5 ml

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 10 ml

  • Hordei fructus Hordei fructus germinatus (Maiya)germinatus (Maiya (Hordei fructus germinatus)Maiya) 10 ml

  • Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu)Shenqu (Massa medicata fermentata) 10 ml

  • Gardeniae Gardeniae fructus (Zhizi)fructus (Zhizi (Gardeniae fructus)Zhizi) 5 ml

  • Moutan Moutan cortex radicis (Mudanpi)cortex (Mudanpi (Moutan cortex radicis)Mudanpi) 10 ml

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 5 ml

Erläuterung
  • Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie), Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) und Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) zerstreuen Wind (ventus, feng) und beruhigen Juckreiz.

  • Hordei fructus Hordei fructus germinatus (Maiya)germinatus (Maiya (Hordei fructus germinatus)Maiya) und Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu (Massa medicata fermentata)Shenqu) fördern die Verdauung und stützen die mittleren Funktionskreise.

  • Gardeniae Gardeniae fructus (Zhizi)fructus (Zhizi (Gardeniae fructus)Zhizi) und Moutan Moutan cortex radicis (Mudanpi)cortex (Mudanpi (Moutan cortex radicis)Mudanpi) kühlen Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) und wirken absenkend.

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) harmonisiert die Rezeptur.

Diätetik
Die Patientin sollte vor allem auf Milchprodukte sowie auf Schweinefleisch und Alkohol verzichten, da diese Nahrungsmittel Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) verstärken.
Verlauf
Es zeigte sich innerhalb kürzester Zeit eine erhebliche und anhaltende Verbesserung des gesamten Beschwerdebildes. Die Anfälle reduzierten sich auf ein bis zwei im Monat. Das Allgemeinbefinden mit Müdigkeit und Magenschmerzen besserte sich enorm. Nach Beobachtung der Eltern war das Mädchen wie ausgewechselt.

4. Fall

Der 36-jährige Patient kam wegen einer akuten Urtikaria Anfang Februar in meine Praxis. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits seit sechs Wochen einen grippalen Infekt mit Husten und Schnupfen. Der Hausarzt hatte ihm dann nach zwei Wochen ein Antibiotikum verordnet, woraufhin er Rötungen, Schwellungen und Juckreiz an diversen Körperstellen bekommen hatte: Betroffen waren seine Augen, Ohren, Handflächen, Finger, Unterarme, Waden und Fußsohlen. Er erinnerte sich, dass es vor längerer Zeit in stark abgeschwächter Form schon einmal zu ähnlichen Reaktionen der Haut gekommen war. Das Antibiotikum war dann abgesetzt worden und er hatte Antihistaminika und Cortison 20 mg bekommen. Dies hatte zwar geholfen, aber wegen des nicht besser werdenden Infektes hatte ihm der Hausarzt am Vortag erneut ein Antibiotikum rezeptiert. Nach dessen Einnahme war es erneut zu einer starken Quaddelbildung am ganzen Körper gekommen. Der junge Mann war Pollenallergiker, vor allem gegen Frühblüher, und hatte bekannte Kreuzallergien gegen Äpfel, Birnen, Kiwis und Nüsse. Er erzählte, dass er jedes Jahr zwei- bis dreimal eine Nasennebenhöhlenentzündung hatte. Aktuell hatte er leichtes Fieber, grün gefärbte Sekrete aus Nase und Bronchien sowie einen starken Husten. Auskultatorisch waren in den basalen Lungenabschnitten feuchte Rasselgeräusche zu hören.
Der Zungenkörper war gerötet, der Zungenbelag dünn und weißlich. Die Pulse waren saitenförmig und schlüpfrig (chordales und lubrici, xian hua).
Diagnose
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Schleim-Hitze (calor pituitae, tanre) im Fk Lunge (o. pulmonalis, fei)

Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Juckreiz beruhigen

  • Schleim (pituita, tan) ausleiten

Akupunktur
  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Ex-HN 8/Ex Ex 3 (Ex-HN 8, bitong, shangyingxiang)3 („Durchgängige Nase“, bitong (Ex-HN 8, Ex 3)bitong)

  • Bl 13/V V 13 (Bl 13, feishu)13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu (Bl 13, V 13)feishu)

  • Ren 17/Rs Rs 17 (Ren 17, tanzhong)17 („Vorhof der Brust“, tanzhong)tanzhong (Ren 17, Rs 17)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Lu 7/P P 7 (Lu 7, lieque)7 („Reihe von Lücken“, lieque (Lu 7, P 7)lieque)

  • 3E 5/T T 5 (3E 5, waiguan)5 („Äußeres Passtor“, waiguan (3E 5, T 5)waiguan)

  • Bl 40/V V 40 (Bl 40, weizhong)40 („Die Mitte des Staugewässers“, weizhong (Bl 40, V 40)weizhong)

  • Mi 10/L L 10 (Mi 10, xuehai)10 („Meer des Xue“, xuehai (Mi 10, L 10)xuehai)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Le 2/H H 2:(Le 2, xingjian)2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian:(Le 2, H 2)xingjian)

  • Ma 44/S S 44 (Ma 44, neiting)44 („Innere Vorhalle“, neiting (Ma 44, S 44)neiting)

Erläuterung
  • Di 20/IC 20 und Ex-HN 8/Ex 3 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und machen die Nase frei.

  • Bl 13/V 13 und Ren 17/Rs 17 stützen das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und öffnen die Brust.

  • Di 4/IC 4 und Lu 7/P 7 verteilen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und wandeln Schleim (pituita, tan) um.

  • Di 11/IC 11, 3E 5/T5, Le 2/H 2 und Ma 44/S 44 zerstreuen Wind (ventus, feng) und kühlen Hitze (calor, re).

  • Bl 40/V 40 und Mi 10/L 10 kühlen das Xue und beruhigen Juckreiz.

  • Ma 40/S 40 leitet Schleim (pituita, tan) aus.

Verlauf
Wegen der akuten Symptomatik wurde der Patient dreimal pro Woche akupunktiert. Nach den ersten drei Akupunkturbehandlungen erzählte er, dass erstmals seit Wochen die Nesselsucht und der Juckreiz an einem Tag ausgeblieben sei. Nach der zweiten Behandlungswoche konnte er schon über mehrere Tage ohne Quaddelbildung und ohne Juckreiz berichten. Sowohl der Hustenreiz als auch die Nasennebenhöhlenentzündung hatten sich ebenfalls so weit gebessert, dass der Patient nun wieder arbeiten konnte. Auf Grund der schlechten Erfahrungen mit den Antibiotika hatten wir auf die Einnahme jeglicher Medikation verzichtet. Dafür hatte ich ihn gebeten, keine Kuhmilchprodukte zu sich zu nehmen.
Nach zwei weiteren Akupunturbehandlungen im Abstand von einer Woche wurde die Therapie in beschwerdefreiem Zustand abgeschlossen. Auch in den nächsten vier Monaten kam es zu keinem Rezidiv.

5. Fall

Der 15-jährige Schüler kam Mitte Januar erstmals zur Behandlung. Er hatte vor einem halben Jahr begonnen, intensiv Langlauf zu trainieren. Vor zwei Monaten war dann während eines Trainingslagers erstmals die Nesselsucht aufgetreten. Der Hautarzt hatte ihm zur Behandlung Antihistaminika verordnet. Bei drei Auslassversuchen waren die Quaddeln und der Juckreiz jedoch sofort wieder aufgetreten.
Die Quaddeln und der Juckreiz traten regelmäßig nach dem Sport unter der heißen Dusche auf. Betroffen waren vor allem Brust, Rücken, Schultern und Arme, aber auch Hände und Füße. Die Hautärzte hatten dem jungen Sportler verschiedene Diäten empfohlen, die für ihn allerdings kaum durchführbar waren. Zögernd berichtete er, dass er immer einen Heißhunger auf Süßes habe und des Öfteren große Mengen an Schokolade oder Gummibärchen esse. Seine Mutter erzählte, dass die Ernährung bei ihrem Sohn schon immer heikel gewesen sei. Fleisch, Wurst und Käse aß er kaum. Er bekam Brechreiz auf Erdnüsse und liebte andererseits Kaffee mit viel Milch. Der Stuhl war des Öfteren durchfällig. Seit zwei Jahren litt er außerdem an ausgeprägter Akne.
Der Zungenkörper war rot mit vielen Punkten, der Zungenbelag verdickt und leicht gelblich. Die Pulse waren saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
  • Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) in den Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei)

  • Wind (ventus, feng) in der Oberfläche (extima, biao)

Therapeutisches Vorgehen
  • Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) umwandeln

  • Wind (ventus, feng) zerstreuen und Juckreiz beruhigen

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Gb 34/F F 34 (Gb 34, yanglingquan)34 („Quelle am sonnenbeschienenen Grabhügel“, yanglingquan (Gb 34, F 34)yanglingquan)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Mi 10/L L 10 (Mi 10, xuehai)10 („Meer des Xue“, xuehai (Mi 10, L 10)xuehai)

  • Bl 40/V V 40 (Bl 40, weizhong)40 („Die Mitte des Staugewässers“, weizhong (Bl 40, V 40)weizhong)

  • Le 2/H H 2:(Le 2, xingjian)2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian:(Le 2, H 2)xingjian)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Gb 20/F 20 und Di 4/IC 4 zerstreuen Wind (ventus, feng).

  • Di 11/IC 11 und Gb 34/F 34 leiten Wind (ventus, feng), Feuchtigkeit (humor, shi) und Hitze (calor, re) aus.

  • Mi 10/L 10, Mi 6/L 6 und Bl 40/V 40 regulieren das Xue und beruhigen Juckreiz.

  • Le 2/H 2 und Le 3/H 3 regulieren und kühlen den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Arzneitherapie
  • Schizonepetae herba (Jingjie)Schizonepetae herba (Jingjie)Jingjie (Schizonepetae herba) 5 g

  • Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) 5 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 7 g

  • Scutellariae radix (Huangqin)Scutellariae radix (Huangqin)Huangqin (Scutellariae radix) 8 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 5 g

  • Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) 3 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 2 g

Erläuterung
  • Schizonepetae herba (Jingjie), Saposhnikoviae radix (Fangfeng) und Tribuli fructus (Baijili) zerstreuen Wind (ventus, feng) und beruhigen Juckreiz.

  • Scutellariae radix (Huangqin), Pinelliae rhizoma (Banxia), Forsythiae fructus (Lianqiao) und Glycyrrhizae radix (Gancao) wandeln Feuchtigkeit (humor, shi) um und kühlen Hitze (calor, re).

Verlauf
Wir führten in den nächsten sechs Monaten insgesamt zwanzig Akupunkturbehandlungen durch, parallel dazu wurden die Kräuter eingenommen. Außerdem gab ich ihm die Empfehlung, auf Süßigkeiten und Milchprodukte möglichst zu verzichten. Die Besserung ließ zunächst auf sich warten. Der Junge traute sich nicht, auf die Antihistaminika zu verzichten, und nach vier Wochen kam ein besorgter Anruf der Mutter, dass alles noch ganz furchtbar sei – nach einem Auslassversuch. Am Ende der Behandlung waren die Häufigkeit und Intensität der Schübe stark abgeklungen.
Der Junge nahm noch alle fünf Tage ein Antihistaminikum. Beim Duschen nach dem Sport traten im Normalfall keine Quaddeln mehr auf. Er hatte seinen Konsum an Süßigkeiten um 80 % reduziert und die Akne hatte sich ebenfalls gebessert. Im Verlauf der Behandlung wurde die Rezeptur noch durch Cicadae periostracum (Chantui) und Spirodelae herba (Fuping) ergänzt.

6. Fall

Die 79-jährige Patientin kam, weil sie seit zwei Monaten unter einer stark juckenden Nesselsucht litt. Die Quaddeln traten bevorzugt an den Oberschenkeln, am Gesäß, am Bauch und an den Armen auf. An dem Tag, bevor sie mich aufsuchte, waren auch ihre Augenlider und die Lippen stark angeschwollen. Außerdem berichtete sie, einen Reizdarm mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen und gelegentliche Durchfälle zu haben. Sowohl die Nesselsucht als auch der Reizdarm waren in den vergangenen 15 Jahren schon mehrmals, im Abstand von etwa fünf Jahren, aufgetreten. Die chinesische Medizin hatte jedes Mal geholfen und jedes Mal hatte ich sie mühsam davon überzeugen müssen, auf die von ihr geliebten Milchprodukte zu verzichten. Deshalb war sie auch jetzt wieder als Erstes zum Hautarzt gegangen, der ihr eine Cortisonsalbe, Antihistaminika und Cortisontabletten verordnete. Trotzdem zeichnete sich keine Besserung ab. Die Patientin berichtete, dass sie während der Schübe auch immer Frösteln und Schwitzen verspüre.
Der Zungenkörper war gerötet, der Zungenbelag dünn, weißlich und trocken. Ihre Pulse waren saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
  • Wind (ventus, feng) in der Oberfläche (extima, biao)

  • Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) in den Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei)

Therapeutisches Vorgehen
  • Wind (ventus, feng) zerstreuen

  • Juckreiz beruhigen

  • Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) umwandeln

Akupunktur
  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • 3E 3E 6 (T 6, feihu/zhigou)6/T 6 („Der fliegende Tiger“/„Seitlicher Abzugsgraben“, feihu/zhigou)

  • Ma 25/S S 25 (Ma 25, tianshu)25 („Angel des Himmels“, tianshu (Ma 25, S 25)tianshu)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Mi 10/L L 10 (Mi 10, xuehai)10 („Meer des Xue“, xuehai (Mi 10, L 10)xuehai)

  • Bl 40/V V 40 (Bl 40, weizhong)40 („Die Mitte des Staugewässers“, weizhong (Bl 40, V 40)weizhong)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Di 4/IC 4 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind (ventus, feng).

  • 3E 6/T 6, Ma 25/S 25 und Mi 6/L 6 regulieren den Fluss des Qi und wandeln Feuchtigkeit (humor, shi) um.

  • Mi 10/L 10, Bl 40/V 40 und Le 3/H 3 kühlen das Xue und beruhigen Juckreiz.

Arzneitherapie
  • Schizonepetae herba (Jingjie)Schizonepetae herba (Jingjie)Jingjie (Schizonepetae herba) 5 g

  • Cicadae Cicadae periostracum (Chantui)periostracum (Chantui (Cicadae periostracum)Chantui) 8 g

  • Bombyx Bombyx batryticatus (Jiangcan)batryticatus (Jiangcan (Bombyx batryticatus)Jiangcan) 8 g

  • Chrysanthemi Chrysanthemi flos (Juhua)flos (Juhua (Chrysanthemi flos)Juhua) 8 g

  • Gypsum fibrosum (Shigao) 30 g

  • Paeoniae rubrae Paeoniae rubrae radix (Chishao)radix (Chishao (Paeoniae rubrae radix)Chishao) 5 g

  • Paeoniae lactiflorae Paeoniae lactiflorae radix (Baishao)radix (Baishao (Paeoniae lactiflorae radix)Baishao) 10 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

  • Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu (Massa medicata fermentata)Shenqu) 8 g

Erläuterung
  • Schizonepetae herba (Jingjie), Cicadae periostracum (Chantui), Bombyx batryticatus (Jiangcan) und Chrysanthemi flos (Kuhua) zerstreuen Wind (ventus, feng) und beruhigen Juckreiz.

  • Gypsum fibrosum (Shigao) und Paeoniae rubrae radix (Chishao) kühlen Hitze (calor, re) des Qi und des Xue.

  • Massa medicata fermentata (Shenqu), Paeoniae lactiflorae radix (Baishao) und Glycyrrhizae radix (Gancao) fördern die Verdauung und wirken krampflösend.

Verlauf
Wir führten insgesamt 14 Behandlungen durch mit Akupunktur und Phytotherapie. Nach der zehnten Behandlung war die Nesselsucht nahezu vollständig abgeklungen.
Davor waren die Quaddeln immer wieder aufgetreten. Der Versuch, die Feuchtigkeit (humor, shi) stärker in der Rezeptur zu berücksichtigen durch Arzneien wie Poria (Fuling) und Saposhnikoviae radix (Fangfeng) war bei Weitem nicht so zielführend wie der Verzicht auf die Kuhmilchprodukte.
1999, 2004 und 2008 hatte ich die Patientin jeweils mit der gleichen Rezeptur erfolgreich behandelt.

Neurodermitis/Atopisches Ekzem

1. Fall: Atopisches Ekzem

Die 39-jährige Patientin kam am 15. März 2001 erstmals zur Behandlung. Sie litt seit fünf Jahren unter einer Neurodermitis. Am stärksten betroffen waren das Gesicht in der Augenregion, der Hals und Nacken, die Ellenbeugen, seltener Ohren, Mundwinkel und Kniekehlen. Zu Beginn der Erkrankung war sie drei Jahre vom Hautarzt mit Cortisonpräparaten behandelt worden, die sie jetzt nicht mehr nahm. Der dort durchgeführte Allergietest war unauffällig gewesen. Der Verdacht auf eine Kontaktallergie gegen die Brille oder Kosmetika hatte sich ebenfalls nicht bestätigt. Das Ekzem verschlechterte sich im Winter durch Heizungs- und Zugluft, Stress und eventuell durch Süßigkeiten. Die Haut war rot und trocken, juckte und brannte, wies aber kaum Kratzspuren auf.Fallbeispiele:Atopisches EkzemFallbeispiele:Atopisches EkzemEkzem:atopischesAtopisches EkzemAtopisches Ekzem:FallbeispieleAtopisches Ekzem:Fallbeispiele
Der Zungenkörper war hellrot, der Zungenbelag dünn und weißlich, die Pulse waren saitenförmig (chordal, xian).
Diagnose
Wind-Hitze (calor venti, fengre) und Hitze (calor, re) in der Qi-Wind-Hitze (calor venti, fengre) und Hitze (calor, re) in der Qi-EbeneWind-Hitze (calor venti, fengre)re (Hitze, calor)Hitze (calor, re)fengre (Wind-Hitze, calor venti)calor venti (Wind-Hitze, fengre)calor (Hitze, re)Ebene
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Hitze (calor, re) kühlen

  • Juckreiz stillen

Akupunktur
  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20 („Teich des Windes“, fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 („Vereinte Täler“, hegu)

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 („Gekrümmter Teich“, quchi)

  • Bl Bl 40 (V 40, weizhong)40/V 40 („Die Mitte des Staugewässers“, weizhong)

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli) zusanli (Ma 36, S 36)

  • Ma Ma 44 (S 44, neiting)44/S 44 („Innere Vorhalle“, neiting)

  • Le Le 2 (H 2, xingjian)2/H 2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

Erläuterung
  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20 und Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) im Kopfbereich.

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 und Bl Bl 40 (V 40, weizhong)40/V 40 kühlen Hitze (calor, re) und das Xue.

  • Ma Ma 44 (S 44, neiting)44/S 44 und Le Le 2 (H 2, xingjian)2/H 2 kühlen Glut (ardor, huo).

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 und Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 stützen die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) und harmonisieren den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Arzneitherapie
  • Schizonepetae Schizonepetae herba(Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) 5 g

  • Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) 5 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 10 g

  • Gypsum (Shigao)Gypsum fibrosum (Shigao (Gypsum)Shigao) 30 g

  • Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) 8 g

  • Paeoniae rubrae Paeoniae rubrae radix (Chishao)radix (Chishao (Paeoniae rubrae radix)Chishao) 10 g

  • Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu (Massa medicata fermentata)Shenqu) 8 g

  • Coicis Coicis semen (Yiyiren)semen (Yiyiren (Coicis semen)Yiyiren) 10 g

Erläuterung
  • Schizonepetae Schizonepetae herba(Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie), Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) und Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) zerstreuen Wind (ventus, feng) und beruhigen Juckreiz.

  • Gypsum (Shigao)Gypsum fibrosum (Shigao (Gypsum)Shigao) kühlt Hitze (calor, re) im Gesichtsbereich („Überstrahlung des Yang“, splendor yang, yangming) und Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) Hitze (calor, re) im oberen Wärmebereich (oberes Calorium, shangjiao).

  • Paeoniae rubrae Paeoniae rubrae radix (Chishao)radix (Chishao (Paeoniae rubrae radix)Chishao) kühlt Hitze des Xue (calor xue, xuere).

  • Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu (Massa medicata fermentata)Shenqu) und Coicis Coicis semen (Yiyiren)semen (Coicis semen (Yiyiren)Yiyiren) stützen die Verdauung und kühlen in milder Form Hitze (calor, re).

Diätetik
Die Patientin sollte Zucker und weißes Weizenmehl weitgehend meiden.
Verlauf
Die Patientin kam zunächst einmal pro Woche zur Behandlung. Nach vier bis sechs Wochen zeichnete sich eine leichte Besserung ab. Drei Monate nach Behandlungsbeginn berichtete sie, dass ihr Leben jetzt nicht mehr von der Haut bestimmt sei. Im Sommer hatte sie dann erstmals seit sechs Jahren kaum Beschwerden. Während der Monate Oktober bis Februar traten in geringerem Maße als in den zurückliegenden Jahren Schübe auf, wobei das Gesicht verschont blieb. Danach war die Haut reizlos. Als die Patientin drei Jahre später wegen anderer Beschwerden erneut in die Praxis kam, berichtete sie, dass ihre Neurodermitis nicht mehr aufgetreten sei.

2. Fall: Handekzem

Der 39-jährige Patient kam am 30. Mai 2001 erstmals zur Behandlung. Er hatte ein Jahr zuvor ein Handekzem bekommen, das sich vor drei Monaten akut verschlimmert hatte, sodass er arbeitsunfähig war. Daraufhin war er fünf Wochen lang in der Hautklinik mit stark cortisonhaltigen Salben behandelt worden. Das Ekzem war unter dieser Behandlung äußerlich abgeheilt, aber vor vier Wochen erneut aufgeflammt.HandekzemHandekzem:FallbeispieleFallbeispiele:HandekzemEkzem:Handekzem
Das Ekzem war ursprünglich von der linken Handinnenfläche ausgegangen und hatte sich dann auf die ganze Hand ausgebreitet. Der Patient berichtete über einen schubartigen Verlauf, beginnend mit winzigen Bläschen, die stark juckten, gefolgt von flammender Rötung und Schuppung.
Der Zungenkörper war stark gerötet, im hinteren Drittel bestand ein dünner weißer Zungenbelag. Die Pulse waren saitenförmig und angefüllt (chordal und replet, xian shi).
Diagnose
Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) mit Überwiegen der Hitze-Komponente (calor, re)shire (Feuchtigkeit-Hitze, calor humidus)re (Hitze, calor)Hitze (calor, re)Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire)Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire):mit Überwiegen der Hitze-Komponente (calor, re)calor humidus (Feuchtigkeit-Hitze, shire)calor (Hitze, re)
Therapeutisches Vorgehen
  • Hitze (calor, re) kühlen

  • Feuchtigkeit (humor, shi) trocknen

  • Juckreiz stillen

Akupunktur
  • Du Du 20 (Rg 20, baihui)20/Rg 20 („Zusammenkunft aller Leitbahnen“, baihui)

  • Pe Pe 6 (Pc 6, neiguan)6/Pc 6 („Inneres Passtor“, neiguan)

  • 3E 3E 6 (T 6, feihu/zhigou)6/T 6 („Der fliegende Tiger“/„Seitlicher Abzugsgraben“, feihu/zhigou)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 („Vereinte Täler“, hegu)

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 („Gekrümmter Teich“, quchi)

  • Mi Mi 10 (L 10, xuehai)10/L 10 („Meer des Xue“, xuehai)

  • Bl Bl 40 (V 40, weizhong)40/V 40 („Die Mitte des Staugewässers“, weizhong)

  • Gb Gb 40 (F 40, qiuxu)40/F 40 („Das Feld am Hügel“, qiuxu)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

Erläuterung
  • Du Du 20 (Rg 20, baihui)20/Rg 20 und Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 senken das Yang des Fk Leber (yang hepatici, ganyang) ab und sedieren.

  • 3E 3E 6 (T 6, feihu/zhigou)6/T 6 und Gb Gb 40 (F 40, qiuxu)40/F 40 lösen eingestautes Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi)

  • Pe Pe 6 (Pc 6, neiguan)6/Pc 6 leitet Hitze (calor, re) und Feuchtigkeit (humor, shi) in den Handinnenflächen aus.

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 und Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 kühlen Hitze (calor, re), leiten Feuchtigkeit (humor, shi) aus und zerstreuen Wind (ventus, feng).

  • Mi Mi 10 (L 10, xuehai)10/L 10 und Bl Bl 40 (V 40, weizhong)40/V 40 kühlen Hitze des Xue (calor xue, xuere).

Arzneitherapie
  • Gardeniae Gardeniae fructus (Zhizi)fructus (Zhizi (Gardeniae fructus)Zhizi) 4 g

  • Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) 8 g

  • Coptidis Coptidis rhizoma (Huanglian)rhizoma (Huanglian (Coptidis rhizoma)Huanglian) 1 g

  • Coicis Coicis semen (Yiyiren)semen (Yiyiren (Coicis semen)Yiyiren) 15 g

  • Moutan Moutan cortex radicis (Mudanpi)cortex (Mudanpi (Moutan cortex radicis)Mudanpi) 9 g

  • Imperatae Imperatae rhizoma (Baimaogen)rhizoma (Baimaogen (Imperatae rhizoma)Baimaogen) 15 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 12 g

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 3 g

Erläuterung
  • Gardeniae Gardeniae fructus (Zhizi)fructus (Zhizi (Gardeniae fructus)Zhizi), Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) und Coptidis Coptidis rhizoma (Huanglian)rhizoma (Huanglian (Coptidis rhizoma)Huanglian) kühlen Hitze (calor, re) und trocknen Feuchtigkeit (humor, shi).

  • Coicis Coicis semen (Yiyiren)semen (Coicis semen (Yiyiren)Yiyiren) stärkt den Fk Milz (o. lienalis, pi) und leitet Feuchtigkeit (humor, shi) und Hitze (calor, re) über den Urin aus.

  • Moutan Moutan cortex radicis (Mudanpi)cortex (Mudanpi (Moutan cortex radicis)Mudanpi) und Imperatae rhizoma (Baimaogen) kühlen Hitze des Xue (calor xue, xuere).

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) entspannt den Fk Leber (o. hepaticus, gan) und beruhigt Juckreiz.

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) harmonisiert die Rezeptur.

Verlauf
Es wurden insgesamt 15 Behandlungen, anfangs in wöchentlichen Abständen, durchgeführt. Die vorher täglich verwendeten cortisonhaltigen Salben wurden ganz abgesetzt und nur noch befeuchtende neutrale Salben verwendet. Kaffee, Zucker und Alkohol wurden deutlich eingeschränkt. Von Beginn an zeichnete sich eine langsame Besserung ab. Nach etwa sieben Wochen waren die Hände ohne Cortison weitgehend abgeheilt. Ab dann traten in großen Zeitabständen von vier oder mehr Wochen vereinzelt Bläschen und leichter Juckreiz auf, bis sich die Haut vollständig beruhigt hatte.

3. Fall: Augenlidekzem

Die 63-jährige Patientin kam am 21. Januar 2003 erstmals in meine Praxis. Zwei Jahre zuvor hatte sie im Bereich der Augenlider ein Ekzem bekommen, das seither auch nicht mehr verschwunden war. Die Symptomatik bestand vor allem in einer schmerzhaften Rötung sowie Juckreiz der periorbitalen Region.Fallbeispiele:AugenlidekzemEkzem:AugenlidAugenlidekzemAugenlidekzem:Fallbeispiele
Der Hautarzt und Allergologe hatte Allergien gegen Hasel, Birke, Erle und Weide diagnostiziert. Fragliche Allergien wurden auch gegen Äpfel, Pfeffer, Paprika, Schweinefleisch, Milch, Zucker und weißes Weizenmehl diagnostiziert.
Die Behandlung bestand aus externer Verabreichung cortisonhaltiger Salben einmal täglich. Die Patientin erkrankte durchschnittlich zweimal im Jahr an einer Entzündung der Stirn- und Kieferhöhlen mit lange anhaltendem Husten. Der Stuhlgang war obstipiert.
Der Zungenkörper war stark gerötet, der Zungenbelag dünn und weiß, die Pulse waren saitenförmig (chordal, xian).
Diagnose
Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) mit Wind (ventus, feng)Wind (ventus, feng)ventus (Wind, feng)shire (Feuchtigkeit-Hitze, calor humidus)Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire)Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire):mit Wind (ventus, feng)feng (Wind, ventus)calor humidus (Feuchtigkeit-Hitze, shire)
Therapeutisches Vorgehen
  • Hitze (calor, re) kühlen

  • Feuchtigkeit (humor, shi) trocknen

  • Wind (ventus, feng) zerstreuen, Juckreiz stillen

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 („Vereinte Täler“, hegu)

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 („Gekrümmter Teich“, quchi)

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma Ma 40 (S 40, fenglong)40/S 40 („Üppige Fülle“, fenglong)

  • Gb Gb 37 (F 37, guangming)37/F 37 („Glanz und Licht“, guangming)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

  • Le Le 2 (H 2, xingjian)2/H 2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian)

Erläuterung
  • Gb 20/Gb 20 (F 20, fengchi)F 20 und Gb Gb 37 (F 37, guangming)37/F 37 zerstreuen Wind (ventus, feng) und klären die Augenregion.

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 und Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 kühlen Hitze (calor, re) und zerstreuen Wind (ventus, feng) im Gesichtsbereich.

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 und Ma Ma 40 (S 40, fenglong)40/S 40 stützen die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) und leiten Schleim (pituita, tan) aus.

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 und Le Le 2 (H 2, xingjian)2/H 2 kühlen Hitze des Xue (calor xue, xuere) und leiten Glut (ardor, huo) aus.

Arzneitherapie
  • Gypsum (Shigao)Gypsum fibrosum (Shigao (Gypsum)Shigao) 20 g

  • Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) 8 g

  • Gardeniae Gardeniae fructus (Zhizi)fructus (Zhizi (Gardeniae fructus)Zhizi) 4 g

  • Plantaginis Plantaginis semen (Cheqianzi)semen (Cheqianzi (Plantaginis semen)Cheqianzi) 9 g

  • Rehmanniae Rehmanniae radix (Shengdihuang)radix (Shengdihuang (Rehmanniae radix)Shengdihuang) 25 g

  • Moutan Moutan cortex radicis (Mudanpi)cortex (Mudanpi (Moutan cortex radicis)Mudanpi) 9 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 9 g

  • Uncariae ramulus et Uncariae ramulus et uncus (Gouteng)unci (Gouteng (Uncariae ramulus et uncus)Gouteng) 12 g

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 3 g

Erläuterung
  • Gypsum (Shigao)Gypsum fibrosum (Shigao (Gypsum)Shigao) kühlt Hitze (calor, re) und Glut (ardor, huo) im Gesichtsbereich.

  • Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) und Gardeniae Gardeniae fructus (Zhizi)fructus (Zhizi (Gardeniae fructus)Zhizi) kühlen Hitze (calor, re) und trocknen Feuchtigkeit (humor, shi).

  • Plantaginis Plantaginis semen (Cheqianzi)semen (Cheqianzi (Plantaginis semen)Cheqianzi) leitet Feuchtigkeit (humor, shi) und Hitze (calor, re) diuretisch aus.

  • Rehmanniae Rehmanniae radix (Shengdihuang)radix (Shengdihuang (Rehmanniae radix)Shengdihuang) und Moutan Moutan cortex radicis (Mudanpi)cortex (Mudanpi (Moutan cortex radicis)Mudanpi) kühlen Hitze des Xue (calor xue, xuere) und stellen Säfte (jinye) bereit.

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) und Uncariae ramulus et unci (Gouteng (Uncariae ramulus et uncus)Gouteng) besänftigen Wind (ventus, feng) und beruhigen Juckreiz.

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) harmonisiert die Rezeptur.

Verlauf
Im Verlauf von drei Monaten wurden insgesamt 13 Behandlungen durchgeführt. Die Cortisonsalbe wurde sofort abgesetzt, stattdessen wurde nur noch Bepanthensalbe® verwendet. In der zweiten Woche waren die Rötung, das Brennen und die Schmerzen nochmals besonders schlimm. Danach trat eine rasche Besserung ein. Nach der sechsten Behandlung war das Ekzem bereits weitgehend abgeheilt. Aufgrund der bestehenden Unverträglichkeiten wurde der Patientin empfohlen, Milchprodukte und Äpfel zu meiden.

4. Fall: Atopisches Ekzem

Der 38-jährige Patient kam am 15. Januar 2002 erstmals zu mir zur Behandlung. Er litt seit 16 Jahren unter Neurodermitis am ganzen Körper. Das Ekzem und der Juckreiz konzentrierten sich vor allem auf die Ellenbeugen, Unterarme und das Gesicht mit Schwerpunkt im Haaransatzbereich sowie im Nacken. Besonders stark war die Augenregion betroffen. Die Beschwerden hatten sich 1999 nach einer familiären Tragödie massiv verschlechtert. Ungünstig waren generell der Winter, Aufregungen sowie der Genuss von Essig und Wein. Eine Besserung war nur durch Cortisonsalben zu erzielen. Er berichtete zusätzlich über eine verstopfte Nase sowie häufige und teilweise heftige Durchfälle. Der Allgemeinzustand war schlecht, er fühlte sich erschöpft und gereizt und hatte einen unruhigen Schlaf.Fallbeispiele:Atopisches EkzemEkzem:atopischesAtopisches EkzemAtopisches Ekzem:Fallbeispiele
Der Zungenkörper war gerötet, der Zungenbelag feucht und klar. Die Pulse waren erschöpft und schlüpfrig (deplet und lubricus, xu hua).
Diagnose
Aufgrund der akuten Symptomatik mit ständigen Schüben und des starken Kopfbefalls mit Unruhesymptomatik diagnostizierte ich Hitze des Xue (calor xue, xuere) mit Wind (ventus, feng)xuere (Hitze des Xue, calor xue)Wind (ventus, feng)ventus (Wind, feng)Hitze des Xue (calor xue, xuere) mit Wind (ventus, feng)Hitze des Xue (calor xue, xuere)feng (Wind, ventus)calor xue (Hitze des Xue, xuere).
Therapeutisches Vorgehen
  • Hitze des Xue (calor xue, xuere) kühlen

  • Wind (ventus, feng) zerstreuen

  • Juckreiz stillen

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 („Vereinte Täler“, hegu)

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 („Gekrümmter Teich“, quchi)

  • Bl Bl 40 (V 40, weizhong)40/V 40 („Die Mitte des Staugewässers“, weizhong)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

  • Gb Gb 40 (F 40, qiuxu)40/F 40 („Das Feld am Hügel“, qiuxu)

Erläuterung
  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20 und Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) im Kopf- und Augenbereich.

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 und Bl Bl 40 (V 40, weizhong)40/V 40 kühlen Hitze des Xue (calor xue, xuere).

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 und Gb Gb 40 (F 40, qiuxu)40/F 40 lösen eingestautes Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) und regulieren den Fluss des Xue.

Arzneitherapie
  • Rehmanniae Rehmanniae radix (Shengdihuang)radix (Shengdihuang (Rehmanniae radix)Shengdihuangg) 15 g

  • Paeoniae rubrae Paeoniae rubrae radix (Chishao)radix (Chishao (Paeoniae rubrae radix)Chishao) 9 g

  • Gypsum (Shigao)Gypsum fibrosum (Shigao (Gypsum)Shigao) 30 g

  • Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) 8 g

  • Uncariae ramulus et unci (Gouteng (Uncariae ramulus et uncus)Gouteng) 15 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 10 g

  • Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) 5 g

  • Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) 5 g

  • Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu (Massa medicata fermentata)Shenqu) 8 g

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 3 g

Erläuterung
  • Rehmanniae Rehmanniae radix (Shengdihuang)radix (Shengdihuang (Rehmanniae radix)Shengdihuang) und Paeoniae rubrae Paeoniae rubrae radix (Chishao)radix (Chishao (Paeoniae rubrae radix)Chishao) kühlen Hitze des Xue (calor xue, xuere).

  • Gypsum (Shigao)Gypsum fibrosum (Shigao (Gypsum)Shigao) und Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) kühlen Glut (ardor, huo).

  • Uncariae ramulus et Uncariae ramulus et uncus (Gouteng)unci (Gouteng (Uncariae ramulus et uncus)Gouteng), Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili), Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) und Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) zerstreuen Wind (ventus, feng) und beruhigen Juckreiz.

  • Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu (Massa medicata fermentata)Shenqu) und Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) harmonisieren die „Mitte“ (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei).

Im Verlauf der Behandlung wurden zur stärkeren Kühlung unter anderem Moutan Moutan cortex radicis (Mudanpi)cortex (Mudanpi (Moutan cortex radicis)Mudanpi) sowie Dictamni cortex Dictamni cortex radicis (Baixianpi)radicis (Baixianpi (Dictamni cortex radicis)Baixianpi) ergänzt. Aufgrund der heftiger werdenden Durchfälle wurde zwischenzeitlich zur Stabilisierung der „Mitte“ (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei) das folgende Rezept verordnet:
  • Hordei fructus Hordei fructus germinatus (Maiya)germinatus (Maiya (Hordei fructus germinatus)Maiya) 8 g

  • Oryzae fructus Oryzae fructus germinatus (Guya)germinatus (Guya (Oryzae fructus germinatus)Guya) 8 g

  • Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) 8 g

  • Atractylodis Atractylodis rhizoma (Cangzhu)rhizoma (Cangzhu (Atractylodis rhizoma)Cangzhu) 6 g

  • Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) 4 g

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 3 g

Verlauf
Die Behandlung erstreckte sich über zweimal ein halbes Jahr und wurde dazwischen wegen bereits deutlicher Besserung für sieben Monate unterbrochen. Der Patient kam in etwa 14-tägigen Abständen. Am Ende der zweiten Behandlungsphase hatte sich die Haut vollständig beruhigt. Dabei hatte sich die Reduktion von Milchprodukten und Kaffee sowie Eis und Schokolade als hilfreich erwiesen. Dadurch konnten auch die Durchfälle zum Abklingen gebracht werden.

5. Fall

Die 24-jährige Tiermedizin-Studentin hatte schon seit ihrer Geburt Neurodermitis. Der Krankheitsverlauf bei ihr war schubartig mit einer deutlichen Verschlechterung in den Sommermonaten von Mai bis September. Die Haut war großflächig befallen im Gesicht, am Hals sowie am Rücken, an den Ellenbeugen, Unterarmen und Handgelenken sowie Oberschenkeln, Kniebeugen und Sprunggelenken. Die Haut war sehr trocken, an vielen Stellen mit blutigen Kratzspuren und ausgeprägter Lichenifikation. Ihr Schlaf war massiv gestört durch den Juckreiz, sodass sie aktuell Benzodiazepine einnahm, um überhaupt schlafen zu können. Sie hatte sehr ausgeprägten Durst und trank nachts eiskaltes Wasser. Hitze war für sie schlecht verträglich und sie konnte nicht schwitzen. Es war eine Katzenhaarallergie bekannt sowie eine fragliche Kuhmilchunverträglichkeit. Trotzdem aß sie das ganze Jahr über gerne Eis und Schokolade. Auf Grund ihrer langen frustrierenden Erfahrungen verwendete sie nun schon seit Jahren keine Cortinsonsalben mehr, sondern nur noch Cremes zur Hautpflege. Mehrere homöopathische Behandlungsversuche waren ohne Erfolg geblieben. Aktuell kam noch eine starke emotionale Belastung durch eine Beziehungskrise hinzu.
Der Zungenkörper war rot, der Zungenbelag dünn und weiß, und die Pulse waren saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Hitze des Xue (calor xue, xuere) mit Wind (ventus, feng)
Therapeutisches Vorgehen
  • Hitze des Xue (calor xue, xuere) kühlen

  • Wind (ventus, feng) zerstreuen

  • Juckreiz beruhigen

Akupunktur
  • Du 20/Rg Rg 20 (Du 20, baihui)20 („Zusammenkunft aller Leitbahnen“, baihui (Du 20, Rg 20)baihui)

  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Mi 10/L L 10 (Mi 10, xuehai)10 („Meer des Xue“, xuehai (Mi 10, L 10)xuehai)

  • Bl 40/V V 40 (Bl 40, weizhong)40 („Die Mitte des Staugewässers“, weizhong (Bl 40, V 40)weizhong)

  • Le 2/H H 2:(Le 2, xingjian)2 („Der Zwischenraum des Gehens“, xingjian:(Le 2, H 2)xingjian)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Du 20/Rg 20, Le 3/H 3 und Le 2/H 2 senken das Yang des Fk Leber (yang hepatici, ganyang) ab und kühlen das Xue.

  • Gb 20/F 20, Di 4/IC 4 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind (ventus, feng).

  • Mi 10/L 10, Mi 6/L 6 und Bl 40/V 40 kühlen das Xue und beruhigen den Juckreiz.

Arzneitherapie
  • Rehmanniae radix (Shengdihuang) 15 g

  • Moutan cortex (Mudanpi)Mudanpi (Moutan cortex)Moutan cortex (Mudanpi) 9 g

  • Paeoniae rubrae Paeoniae rubrae radix (Chishao)radix (Chishao (Paeoniae rubrae radix)Chishao) 9 g

  • Dictamni cortex radicis (Difuzi) 3 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 9 g

  • Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) 5 g

  • Cicadae Cicadae periostracum (Chantui)periostracum (Chantui (Cicadae periostracum)Chantui) 6 g

  • Scutellariae radix (Huangqin)Scutellariae radix (Huangqin)Huangqin (Scutellariae radix) 8 g

  • Alismatis rhizoma (Zexie)Alismatis rhizoma (Zexie) 9 g

Erläuterung
  • Rehmanniae radix (Shengdihuang), Moutan cortex (Mudanpi) und Paeoniae rubrae radix (Chishao) kühlen das Xue.

  • Dictamni cortex radicis (Difuzi), Tribuli fructus (Baijili), Saposhnikoviae radix (Fangfeng) und Cicadae periostracum (Chantui) zerstreuen Wind (ventus, feng) und beruhigen den Juckreiz.

  • Scutellariae radix (Huangqin) und Alismatis rhizoma (Zexie) kühlen Hitze (calor, re) und leiten Feuchtigkeit (humor, shi) aus.

Verlauf
Die Patientin kam einmal pro Woche zur Akupunktur, nahm täglich die Kräuter und schränkte den Konsum an Speiseeis und Schokolade stark ein. Als Erstes besserten sich die nächtliche Unruhe und Schlaflosigkeit. Nach zwei Monaten war eine ganz deutliche Besserung der Haut zu beobachten. Hände, Kniekehlen und Ellenbeugen waren weitgehend abgeheilt, der Juckreiz und die Rötung waren stark rückläufig. Auch das innere Hitzegefühl war abgeklungen. Nach drei Monaten war die junge Frau sehr zufrieden, auch die Rötung der Haut im Gesicht hatte sich erheblich gebessert. Danach war die Haut sieben Monate in sehr gutem Zustand. Im darauffolgenden Jahr kam die Patientin Anfang Juni mit Heuschnupfen-Symptomen, die jedoch nach kurzer Zeit wieder zur Ruhe kamen. Ihre Haut verschlechterte sich zwar etwas in den Sommermonaten, aber insgesamt war es sehr viel besser als in den vorangegangenen Jahren.

6. Fall

Das einjährige Kleinkind kam meist in Begleitung der Großmutter. Ihre Mutter hatte sich vor vier Monaten vom Vater getrennt und zu arbeiten begonnen. Bereits im Alter von drei Monaten war nach dem Abstillen der erste Neurodermitis-Schub aufgetreten, damals vor allem in den Ellenbogen und Kniekehlen. Jetzt war es vor zwei Monaten im Anschluss an eine fieberhafte Erkältung zu einem Schub am ganzen Körper gekommen. Auf Anraten des Kinderarztes wurde sie seither mit Pimecrolimus behandelt, was den Juckreiz offensichtlich beruhigte. Aktuell hatte das Mädchen blutige Kratzspuren an den Ellenbogen und Handgelenken sowie Rötungen und gelbliche Krusten im Kinn- und Wangenbereich. Die Mutter berichtete, dass ihre Tochter seit vier Wochen nach jeder Mahlzeit erbrach und auch Gewicht abgenommen habe. Außerdem habe sie den ganzen Sommer über häufig gehustet und sei sehr unruhig gewesen, habe sich nur im Schatten wohl gefühlt.
Der Zungenkörper war hell, der Zungenbelag klar und die Pulse saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire)

  • Hitze des Xue (calor xue, xuere)

Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) ausleiten und den Fk Milz (o. lienalis, pi) kräftigen

  • Hitze des Xue (calor xue, xuere) kühlen

  • Juckreiz beruhigen

Akupunktur
  • Du 20/Rg Rg 20 (Du 20, baihui)20 („Zusammenkunft aller Leitbahnen“, baihui (Du 20, Rg 20)baihui)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Mi 10/L L 10 (Mi 10, xuehai)10 („Meer des Xue“, xuehai (Mi 10, L 10)xuehai)

  • Bl 40/V V 40 (Bl 40, weizhong)40 („Die Mitte des Staugewässers“, weizhong (Bl 40, V 40)weizhong)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Di 4/IC 4 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Mi 10/L 10 und Bl 40/V 40 kühlen Hitze des Xue (calor xue, xuere) und beruhigen Juckreiz.

  • Du 20/Rg 20 und Le 3/H 3 senken das Yang des Fk Leber (yang hepatici, ganyang) ab.

Arzneitherapie
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 5 ml

  • Lonicerae flos (Jinyinhua) 10 ml

  • Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) 2,5 ml

  • Rehmanniae Rehmanniae radix (Shengdihuang)radix (Shengdihuang (Rehmanniae radix)Shengdihuang) 10 ml

  • Moutan cortex (Mudanpi)Mudanpi (Moutan cortex)Moutan cortex (Mudanpi) 5 ml

  • Coptidis Coptidis rhizoma (Huanglian)rhizoma (Huanglian (Coptidis rhizoma)Huanglian) 2,5 ml

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 10 ml

  • Bambusae caulis in taeniam (Zhuru) 5 ml

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 2,5 ml

als hydrophiles Konzentrat
Erläuterung
  • Menthae herba (Bohe), Lonicerae flos (Jinyinhua) und Forsythiae fructus (Lianqiao) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und wirken desinfizierend.

  • Rehmanniae radix (Shengdi) und Moutan cortex (Mudanpi) kühlen Hitze des Xue (calor xue, xuere).

  • Coptidis rhizoma (Huanglian), Poria (Fuling), Bambusae caulis in taeniam (Zhuru) und Glycyrrhizae radix (Gancao) leiten Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) aus und beruhigen Brechreiz.

Verlauf
Um die „Mitte“ (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei) zu entlasten, empfahl ich, Kuhmilchprodukte, Zucker und weißes Weizenmehl zu meiden. Daraufhin beruhigte sich der Brechreiz sehr schnell. Die chinesischen Arzneimittel wurden als Tropfen gut toleriert. Mit frisch gekochtem Gemüse, Kartoffeln, Dinkelnudeln und Vollkornreis sowie abgekochten Äpfeln gedieh das kleine Mädchen prächtig. Die Haut beruhigte sich ebenfalls, sodass die Salbe mit Pimecrolimus nur ein- bis zweimal in 14 Tagen zur Anwendung kam. Das Mädchen kam alle zwei Wochen zur Akupunktur, die mit einem Laser durchgeführt wurde. Nach viereinhalb Monaten war die Haut in einem sehr stabilen Zustand. Die Behandlung wurde dann zur Konsolidierung noch acht Monate fortgeführt, wobei die Behandlungen nur noch alle vier Wochen stattfanden. Während dieser Zeit zeigten sich an einzelnen Tagen noch Rötungen, die jedoch ohne Verwendung von Salben wieder schnell abheilten. Auch die Infektanfälligkeit des ersten Lebensjahres war nicht mehr zu beobachten. Die Rezeptur wurde nach sechs Monaten verändert: Zur Kräftigung der „Mitte“ (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei) wurden Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) sowie Hordei fructus germinatus (Maiya) ergänzt.

7. Fall

Die 63-jährige Rentnerin kam Mitte August wegen ihrer Hautprobleme zu mir. Vor 23 Jahren war im Zusammenhang mit ihrer Scheidung eine Neurodermitis diagnostiziert worden. Die Hautausschläge und der Juckreiz hatten sich dann wieder beruhigt, traten aber regelmäßig in den Wintermonaten von November bis März wieder auf. Betroffen waren vor allem die Augenpartien, der Hals und auch die Ohren. Vor drei Jahren hatte dann ein Hautarzt Psoriasis diagnostiziert. Normalerweise beruhigte sich ihre Haut in den Sommermonaten, aber in diesem Jahr war nichts davon zu spüren. Alle drei bis vier Tage hatte sie einen neuen Schub mit starker Rötung und heftigem Juckreiz. Ein vor Jahren durchgeführter Allergietest hatte keine Ergebnisse erbracht. Sie berichtete, dass sie wegen häufig auftretender Blähungen auf lactosefreie Produkte zurückgriff. Trotzdem mochte sie die Milchprodukte (Käse, Quark und Joghurt) besonders gerne. Auf den Genuss von Alkohol hatte sie regelmäßig eine Verstärkung der Hautrötungen und des Juckreizes beobachtet. Das Hautbild war blassrot und trocken, ohne Anzeichen von Sekretion. Der Schlaf war stark gestört.
Die Zunge war hellrot, der Zungenbelag dünn und weißlich, ihre Pulse saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Hitze des Xue (calor xue, xuere)

Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen und Juckreiz beruhigen

  • Hitze des Xue (calor xue, xuere) kühlen

Akupunktur
  • Du 20/Rg Rg 20 (Du 20, baihui)20 („Zusammenkunft aller Leitbahnen“, baihui (Du 20, Rg 20)baihui)

  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Mi 10/L L 10 (Mi 10, xuehai)10 („Meer des Xue“, xuehai (Mi 10, L 10)xuehai)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Bl 40/V V 40 (Bl 40, weizhong)40 („Die Mitte des Staugewässers“, weizhong (Bl 40, V 40)weizhong)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Du 20/Rg 20 und Le 3/H 3 senken das Yang des Fk Leber (yang hepatici, ganyang) ab.

  • Gb 20/F 20, Di 4/IC 4 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Bl 40/V 40, Mi 10/L 10 und Mi 6/L 6 kühlen Hitze des Xue (calor xue, xuere) und beruhigen Juckreiz.

Verlauf
Die Patientin wurde neunmal akupunktiert, zunächst wöchentlich, nach einem Monat wurden die Behandlungsabstände auf alle 14 Tage verlängert. Parallel dazu bat ich sie, auf Kuhmilchprodukte zu verzichten. In den ersten Wochen traten noch regelmäßige Schübe auf, etwa zweimal pro Woche, mit starker Rötung der Haut und starkem Juckreiz. Nach einem Monat war die Besserung dann deutlich zu spüren und es war erstmals kein neuer Schub aufgetreten. In den nächsten zehn Wochen stabilisierte sich die Haut immer mehr, Rötung, Juckreiz und die Trockenheit der Haut bildeten sich so weit zurück, dass die Behandlung im Dezember in beschwerdefreiem Zustand abgeschlossen werden konnte. In den vergangenen Jahren war die Haut im Dezember immer besonders schlecht gewesen.

Nahrungsmittelallergien

1. Fall: Nahrungsmittelunverträglichkeit

Die 13-jährige Patientin kam in Begleitung ihrer Mutter erstmals am 29. April 2005 zu mir zur Behandlung. Sie berichtete über seit einem Jahr immer wieder akut auftretende Bauchschmerzen einhergehend mit Übelkeit und teilweise Erbrechen. Vor einem halben Jahr war deshalb eine Magenspiegelung ohne Befund durchgeführt worden. Der Appetit sei gut, aber aus Angst vor den Bauchschmerzen traue sie sich vieles nicht zu essen. Auf Fleisch und fette Speisen bekäme sie leicht Übelkeit, wohingegen Milchprodukte gut verträglich wären. Mehrmals im Monat habe sie Durchfälle. Im Frühjahr bestehe ein Heuschnupfen, außerdem belastungsabhängiges Asthma, das bei Bedarf mit Dosieraerosolen behandelt werde. Im Allergietest hatte sie eine positive Reaktion auf Birke, Erle, Gräser, Hausstaubmilben, Schimmelpilze und Tierhaare gezeigt.Unverträglichkeit:NahrungsmittelNahrungsmittelunverträglichkeitNahrungsmittelunverträglichkeit:FallbeispieleNahrungsmittelallergienNahrungsmittelallergien:FallbeispieleFallbeispiele:NahrungsmittelunverträglichkeitFallbeispiele:Nahrungsmittelallergien
Der Zungenkörper war rot und der Zungenbelag dünn und weißlich; die Pulse waren angefüllt und saitenförmig (replet und chordal, shi xian).
Diagnose
Aufgrund der geschilderten Symptomatik wurden die Bauchschmerzen als Verdauungsblockaden bedingt durch VerdauungsblockadenVerdauungsblockaden:bedingt durch NahrungsmittelunverträglichkeitNahrungsmittelunverträglichkeitNahrungsmittelunverträglichkeit diagnostiziert.
Therapeutisches Vorgehen
  • Verdauungsblockaden lösen

  • Die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) harmonisieren

Akupunktur
  • Pe Pe 6 (Pc 6, neiguan)6/Pc 6 („Inneres Passtor“, neiguan)

  • Ren Ren 12 (Rs 12, zhongwan)12/Rs 12 („Sammlungspunkt des Magen-Funktionskreises“, zhongwan)

  • Ma Ma 25 (S 25, tianshu)25/S 25 („Angel des Himmels“, tianshu)

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

Erläuterung
  • Pe Pe 6 (Pc 6, neiguan)6/Pc 6 und Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 wirken schmerzstillend, entkrampfend und regulieren den Qi-Fluss im Oberbauch.

  • Ren Ren 12 (Rs 12, zhongwan)12/Rs 12 und Ma Ma 25 (S 25 tianshu)25/S 25 harmonisieren den Fk Magen (o. stomachi, wei) sowie die Fk Dickdarm und Dünndarm (oo. intestinorum, chang).

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 reguliert und stützt die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei).

Arzneitherapie
  • Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu (Massa medicata fermentata)Shenqu) 5 g

  • Hordei fructus Hordei fructus germinatus (Maiya)germinatus (Maiya (Hordei fructus germinatus)Maiya) 5 g

  • Oryzae fructus Oryzae fructus germinatus (Guya)germinatus (Guya (Oryzae fructus germinatus)Guya) 5 g

  • Zingiberis Zingiberis rhizoma (Ganjiang)rhizoma (Ganjiang (Zingiberis rhizoma)Ganjiang) 5 g

  • Coptidis Coptidis rhizoma (Huanglian)rhizoma (Huanglian (Coptidis rhizoma)Huanglian) 0,5 g

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 3 g

Erläuterung
  • Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu (Massa medicata fermentata)Shenqu), Hordei fructus Hordei fructus germinatus (Maiya)germinatus (Maiya (Hordei fructus germinatus)Maiya) und Oryzae fructus Oryzae fructus germinatus (Guya)germinatus (Guya (Oryzae fructus germinatus)Guya) unterstützen die Verdauung und lösen Blockaden.

  • Die Kombination der warmen und scharfen Zingiberis Ganjiang (Zingiberis rhizoma)rhizoma (Ganjiang (Zingiberis rhizoma)Ganjiang) mit der kalten und bitteren Coptidis Coptidis rhizoma (Huanglian)rhizoma (Huanglian (Coptidis rhizoma)Huanglian) fordert den Qi-Mechanismus, das Aufsteigen und Absinken des Qi in der „Mitte“ (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei).

Diätetik
Es wurde empfohlen, den Verzehr von Kuhmilchprodukten deutlich einzuschränken.
Verlauf
Unter der beschriebenen Therapie war die Patientin bereits nach der ersten Woche beschwerdefrei. Sie hatte weder Bauchschmerzen noch Übelkeit und nahm rasch auch an Gewicht zu. Es wurden sechs Behandlungen durchgeführt. Nach zehn Wochen wurde die Behandlung abgeschlossen mit der Empfehlung, Milchprodukte weiterhin einzuschränken. Erfreulicherweise hatte das Mädchen in diesem Frühjahr auch keinerlei Heuschnupfen oder Asthma.

2. Fall: Nahrungsmittelallergie

Die 32-jährige Frau kam am 14. Juni 2005 erstmals zur Akupunktur. Sie litt bereits seit frühester Kindheit unter Allergien und war bereits zweimal gegen Hausstaub desensibilisiert worden, zuletzt erfolglos vor einem Jahr. Ab Februar hatte sie zusätzlich eine saisonale allergische Rhinitis mit permanent verstopfter Nase, in den letzten Monaten waren zunehmend Kreuzallergien gegen Walnüsse, Äpfel, Kirschen und Karotten hinzugekommen. Das aktuelle Hauptproblem waren Beschwerden im Magen- und Darmbereich. Seit etwa einem halben Jahr hatte sie häufig ein Völlegefühl, Blähungen, Druckschmerz am Rippenbogen sowie Krämpfe im Darmbereich und Durchfallneigung. Sie ernährte sich seit 16 Jahren vegetarisch und deckte ihren Eiweißbedarf überwiegend mit Milchprodukten. Sie fühlte sich ständig müde und abgeschlagen, gleichzeitig nervös und gereizt. Intermittierend klagte sie auch über migräneartige Kopfschmerzen sowie eine ausgeprägte Dysmenorrhoe. Bis vor einem Jahr war sie sehr infektanfällig gewesen und hatte alle vier bis sechs Wochen eine Sinusitis gehabt.Nahrungsmittelallergien:FallbeispieleFallbeispiele:Nahrungsmittelallergien
Der Zungenkörper war gerötet, insbesondere am Rand, in der Mitte hatte sie einen dünnen weißen Zungenbelag. Die Pulse waren deutlich saitenförmig (chordal, xian).
Diagnose
Nahrungsmittelunverträglichkeit bei Disharmonie zwischen Fk Milz und Leber (oo. lienalis et hepaticus, pi gan) infolge von eingestautem pi gan (Fk Milz und Leber, oo. lienalis et hepaticus)oo. lienalis et hepaticus (Fk Milz und Leber, pi gan)Fk Milz und Leber (oo. lienalis et hepaticus, pi gan)Disharmonie zwischen Fk Milz und Leber (oo. lienalis et hepaticus, pi gan) infolge von eingestautem QiQi. Zusätzlich bestand eine Wind-Schrägläufigkeit (ventus-Heteropathie, fengxie)Wind-Schrägläufigkeit (ventus-Heteropathie, fengxie)ventus-Heteropathie (Wind-Schrägläufigkeit, fengxie)fengxie (Wind-Schrägläufigkeit, ventus-Heteropathie) in der Oberfläche (extima, biao)Oberfläche (extima, biao)extima (Oberfläche, biao)biao (Oberfläche, extima).
Therapeutisches Vorgehen
  • Eingestautes Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) lösen

  • Die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) harmonisieren

  • Wind (ventus, feng) in der Oberfläche (extima, biao) zerstreuen

Akupunktur
  • Du Du 20 (Rg 20, baihui)20/Rg 20 („Zusammenkunft aller Leitbahnen“, baihui)

  • Ex-HN Ex-HN 3 (Ex 1, yintang)3/Ex 1 („Siegelhalle“, yintang)

  • Di Di 20 (IC 20, yintang)20/IC 20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang)

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 („Gekrümmter Teich“, quchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 („Vereinte Täler“, hegu)

  • Ren Ren 12 (Rs 12, zhongwan)12/Rs 12 („Sammlungspunkt des Magen-Funktionskreises“, zhongwan)

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

  • 3E 3E 6 (T 6, feihu/zhigou)6/T 6 („Der fliegende Tiger“/„Seitlicher Abzugsgraben“, feihu/zhigou)

Erläuterung
  • Du Du 20 (Rg 20, baihui)20/Rg 20 senkt hochschlagendes Yang ab und beruhigt den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

  • Ex-HN Ex-HN 3 (Ex 1, yintang)3/Ex 1, Di Di 20 (IC 20, yintang)20/IC 20, Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 und Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 zerstreuen Wind (ventus, feng).

  • Ren Ren 12 (Rs 12, zhongwan)12/Rs 12 und Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 regulieren und stützen die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei).

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 und 3E 3E 6 (T 6, feihu/zhigou)6/T 6 regulieren das Xue und das Qi des Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Diätetik
Die Patientin sollte versuchsweise vier Wochen auf Milchprodukte verzichten.
Verlauf
Die Patientin bemerkte sofort eine deutliche Besserung des Allgemeinbefindens sowie ihrer Bauchbeschwerden. Völlegefühl und Blähungen reduzierten sich auf ein normales Maß. Die Bauchschmerzen und Durchfallneigung waren vollständig abgeklungen. Erfreulicherweise ging auch die allgemeine Gereiztheitheit zurück und es traten keine Kopfschmerzen mehr auf.

3. Fall

Die 28-jährige Ärztin kam in den ersten Januar-Tagen, nachdem sie in den zurückliegenden Wochen dreimal eine anaphylaktische Reaktion auf verschiedene Nahrungsmittel gehabt hatte. Dabei war es zu Juckreiz und Quaddeln an den Handinnenflächen, im Gesicht, schließlich am ganzen Körper sowie zu einem Larynxödem und Luftnot gekommen. Während eines anschließenden stationären Aufenthaltes an der dermatologischen Universitätsklinik war dann ein Sellerie-Beifuß-Gewürzsyndrom, assoziiert mit einer Pollenallergie, diagnostiziert worden. Im Pricktest hatten sich positive Reaktionen auf Paprika, Petersilie, Karotte, Gurke, Sellerie, Kamille sowie Roggen-, Weizen- und Dinkelmehl gezeigt. Zusätzlich hatte sich eine Kälteurtikaria entwickelt. Die junge Kollegin war völlig verunsichert und berichtete, dass das Essen nun panikartige Gefühle bei ihr hervorrufe. Sie erzählte, dass sie im letzten Jahr drei heftige Magen-Darm-Infekte gehabt habe und eine starke Anfälligkeit für Nasennebenhöhlenentzündungen bestehe. Seit drei Jahren habe sie heftige Oberbauchbeschwerden, Sodbrennen, Blähungen und unregelmäßigen Stuhlgang. Sie aß sehr unregelmäßig, oft zum ersten Mal am Nachmittag, häufig Brot mit Butter und Käse, gerne Obst und Milchprodukte, selten warme Mahlzeiten. Sie vergaß meist das Trinken, nahm aber viel Kaffee zu sich. Ihre berufliche Situation war sehr angespannt, sie arbeitete häufig bis spät in die Nacht, die Bezahlung war jedoch sehr schlecht und ihre Stelle auf wenige Monate befristet.
Die Zunge war gerötet, der Zungenbelag dünn und weißlich, die Pulse auf der rechten Seite erschöpft (depleti, xu) und links saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Disharmonie des Fk Leber (o. hepaticus, gan) und des Fk Magen (o. stomachi, wei)
Therapeutisches Vorgehen
  • Das Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) regulieren

  • Die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) harmonisieren

Akupunktur
  • 3E 3E 6 (T 6, feihu/zhigou)6/T 6 („Der fliegende Tiger“/„Seitlicher Abzugsgraben“, feihu/zhigou)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ma 25/S S 25 (Ma 25, tianshu)25 („Angel des Himmels“, tianshu (Ma 25, S 25)tianshu)

  • Ren Ren 12 (Rs 12, zhongwan)12/Rs 12 („Sammlungspunkt des Magen-Funktionskreises“, zhongwan)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • 3E 6/T 6 und Le 3/H 3 regulieren das Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) und wirken beruhigend.

  • Ren 12/Rs 12 und Ma 25/S 25 wirken als lokale Punkte harmonisierend auf die Fk Magen, Dick- und Dünndarm (oo. stomachi et intestinorum, wei chang).

  • Ma 36/S 36, Ma 40/S 40 und Mi 6/L 6 stützen die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei).

Ernährung
Die Patientin wurde gebeten, regelmäßig dreimal am Tag zu essen, davon mindestens eine warme Mahlzeit. Milchprodukte sollten für einen Zeitraum von vier Wochen ganz gemieden, Süßigkeiten und Kaffee deutlich reduziert werden.
Verlauf
Die Patientin begann die Vorschläge zur Ernährung umzusetzen und kam einmal wöchentlich zur Akupunktur. Nachdem sie zu Behandlungsbeginn zweimal täglich ein Antihistaminikum eingenommen hatte, war sie nach drei Wochen in der Lage, die Einnahme einzustellen. Sie berichtete zwar über gelegentlichen Juckreiz der Haut, aber ohne sichtbare Hautausschläge. Parallel dazu konnte die junge Ärztin ein klärendes Gespräch mit ihrem Arbeitgeber führen und die Arbeitszeit stark reduzieren sowie Zeit für sportliche Aktivitäten gewinnen. Nach sieben Wochen traute sie sich Gurken und Karotten in roher Form zu essen, kurz später auch rohe Paprika, ohne stärkere Reaktionen, allenfalls ein leichter Juckreiz war zu spüren.
Nach 5 Monaten und 18 Akupunkturbehandlungen wurde die Behandlung abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt verzichtete sie von allen positiv getesteten Lebensmitteln nur noch auf Sellerie. Alle anderen Nahrungsmittelallergien hatten sich offensichtlich wieder zurückgebildet.

4. Fall

Die 28-jährige Frau kam wegen seit längerer Zeit bestehender Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Sie berichtete, dass sie nach fast jedem Essen Herzrasen und Magenkrämpfe bekäme. Ihr Hausarzt hatte nun eine Histaminintoleranz diagnostiziert, aber sie wisse jetzt gar nicht mehr, was sie essen solle. Die Beschwerden seien zuletzt auf Fisch und Ziegenkäse aufgetreten, aber auch Tomaten und Garnelen seien kritisch. Jede Art von Kuchen sowie Sahne und Quark seien besonders belastend.
In der Vorgeschichte waren seit dem 14. Lebensjahr Allergien gegen Hausstaub, Tierhaare, Birke und Gräserpollen erwähnenswert. Gelegentlich zeigte sich eine leichte Form von Neurodermitis im Bereich der Augen, am Mund und an den Händen. Außerdem bestand eine erhöhte Anfälligkeit für alle möglichen Infekte (Hals, Blase, Nasennebenhöhlen).
Der Zungenkörper war rot, der Zungenbelag dünn und weiß, ihre Pulse waren saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Die Symptomatik deutete auf eine Feuchtigkeit-Hitze-Belastung (calor humidus, shire) mit klaren Zeichen von Hitze (calor, re).
Therapeutisches Vorgehen
  • Feuchtigkeit (humor, shi) und Schleim (pituita, tan) umwandeln

  • Hitze (calor, re) kühlen

  • Den mittleren Wärmebereich (mittleres Calorium, zhongjiao) harmonisieren

Akupunktur
  • 3E 3E 6 (T 6, feihu/zhigou)6/T 6 („Der fliegende Tiger“/„Seitlicher Abzugsgraben“, feihu/zhigou)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ren Ren 12 (Rs 12, zhongwan)12/Rs 12 („Sammlungspunkt des Magen-Funktionskreises“, zhongwan)

  • Ma 25/S S 25 (Ma 25, tianshu)25 („Angel des Himmels“, tianshu (Ma 25, S 25)tianshu)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Di 11/IC 11 und Mi 6/L 6 wandeln Feuchtigkeit (humor, shi) um und kühlen Hitze (calor, re).

  • Ren 12/Rs 12 und Ma 25/S 25 lösen Blockaden des Qi im mittleren Wärmebereich (mittleres Calorium, zhongjiao).

  • 3E 6/T 6 und Le 3/H 3 regulieren das Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) und wirken absenkend.

Arzneitherapie
  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 8 g

  • Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Chenpi (Citri reticulatae pericarpium) 4 g

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 9 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

  • Scutellariae radix (Huangqin)Scutellariae radix (Huangqin)Huangqin (Scutellariae radix) 8 g

  • Coptidis Coptidis rhizoma (Huanglian)rhizoma (Huanglian (Coptidis rhizoma)Huanglian) 2 g

Erläuterung
  • Die ersten vier Bestandteile des Rezeptes bilden das „Dekokt aus den zwei Abgestandenen (Ingredienzen)“ (Erchen tang). Sie wandeln Feuchtigkeit (humor, shi) und Schleim (pituita, tan) um und regulieren den Fluss des Qi im mittleren Wärmebereich (mittleres Calorium, zhongjiao).

  • Scutellariae radix (Huangqin) und Coptidis rhizoma (Huanglian) kühlen Hitze (calor, re) und leiten Feuchtigkeit (humor, shi) über den Darm aus.

Verlauf
Die junge Frau wurde gebeten, versuchsweise auf Milchprodukte zu verzichten, um der Entstehung von Feuchtigkeit (humor, shi) und Schleim (pituita, tan) entgegenzuwirken. Dies war sinnvoll, weil sie im Verlauf der Behandlung auch eine akute Nasennebenhöhlenentzündung entwickelte. Zunächst wurden im Winter neun Behandlungen am Stück durchgeführt, im Sommer noch einmal vier und Ende des Jahres drei Behandlungen. Zusammenfassend berichtete die Patientin, dass sich ihre Bauchprobleme völlig gegeben hatten. Sie litt weder unter Magenkrämpfen noch unter Herzrasen, konnte praktisch alles essen, verzichtete aber auf Milchprodukte.

5. Fall

Der 66-jährige, inzwischen berentete Lehrer kam im Frühjahr wegen seines anhaltend schlechten Allgemeinzustands. Er hatte sich im Herbst auf einer Bergtour eine Bronchitis zugezogen, von der er sich immer noch nicht richtig erholt hatte. Er fühlte sich einerseits erschöpft und nicht leistungsfähig, gleichzeitig hyperaktiv. Seit vielen Jahren hatte er 4- bis 5-mal täglich Durchfälle, teilweise schleimig, die sich auf Milchprodukte und Rohkost verstärkten. Nach den Mahlzeiten war er lange Zeit extrem müde, hatte aber guten Appetit. Als weiteres Symptom seiner Schwäche berichtete er über eine brüchige Stimme. Als junger Mann hatte er eine schwere Hepatitis gehabt und damals 27 kg Gewicht verloren. Vor 20 Jahren war der über 1,80 m große Mann wegen anhaltender Durchfälle erneut auf etwa 60 kg abgemagert. Derzeit bestand allerdings kein Untergewicht.
Der Zungenkörper war gerötet, der Zungenbelag weißlich und klebrig. Seine Pulse waren bei arterieller Hypertonie saitenförmig (chordales, xian) und etwas beschleunigt (celeri, shu).
Diagnose
Energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) mit Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire)
Therapeutisches Vorgehen
  • Das Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) stützen

  • Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) umwandeln und ausleiten

  • Durchfälle beenden

Akupunktur
  • 3E 3E 6 (T 6, feihu/zhigou)6/T 6 („Der fliegende Tiger“/„Seitlicher Abzugsgraben“, feihu/zhigou)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ma 25/S S 25 (Ma 25, tianshu)25 („Angel des Himmels“, tianshu (Ma 25, S 25)tianshu)

  • Ren Ren 12 (Rs 12, zhongwan)12/Rs 12 („Sammlungspunkt des Magen-Funktionskreises“, zhongwan)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

Erläuterung
  • Ma 36/S 36 und Mi 6/L 6 stützen das Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) und leiten Feuchtigkeit (humor, shi) aus.

  • Ma 25/S 25 und Ren 12/Rs 12 harmonisieren den Fk Magen (o. stomachi, wei) und die Fk Dick- und Dünndarm (oo. intestinorum, chang).

  • 3E 6/T 6 und Di 11/IC 11 lösen den Fluss des Qi und leiten Feuchtigkeit (humor, shi) und Hitze (calor, re) aus.

Arzneitherapie
  • Ginseng radix (Renshen) 5 g

  • Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu)Baizhu (Atractylodis macrocephalae rhizoma)Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) 10 g

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 10 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

  • Dioscoreae oppositae rhizhoma (Shanyao) 10 g

  • Coicis Coicis semen (Yiyiren)semen (Yiyiren (Coicis semen)Yiyiren) 5 g

  • Nelumbinis semen (Lianzi) 5 g

  • Dolichoris lablab semen (Biandou) 7 g

  • Amomi xanthioidis fructus (Sharen) 5 g

  • Platycodi Platycodi radix (Jiegeng)radix (Jiegeng (Platycodi radix)Jiegeng) 5 g

Erläuterung
Bei der verordneten Rezeptur handelt es sich um das „Pulver mit Ginseng, Poria und Atractylodis macrocephala“ (Shenling baizhu san). Damit kann das Qi der „Mitte“ (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei) gestützt und gleichzeitig Feuchtigkeit (humor, shi) umgewandelt und ausgeleitet werden. Sie wird vor allem zur Behandlung chronischer Durchfälle verwendet.
Verlauf
Der Patient kam insgesamt vier Monate zur Behandlung. Schon nach der ersten Woche war eine Besserung spürbar, die sich über die folgenden Wochen zunehmend festigte. Die Rezeptur wurde als Granulat verabreicht und als wohltuend empfunden. Die Stuhlfrequenz pendelte sich auf 2- bis 3-mal täglich und geformten Stuhl ein. Die allgemeine Kraft, die Müdigkeit nach dem Essen und auch die geschwächte, brüchige Stimme normalisierte sich. Lediglich bei Rohkost und Milchprodukten durfte er weiterhin nur geringe Mengen zu sich nehmen.

6. Fall

Der 35-jährige Patient kam wegen „Darmproblemen“ in meine Praxis. Drei Jahre zuvor waren eine Cholecystektomie durchgeführt und zwei Gallensteine entfernt worden. Seither leide er anhaltend unter Durchfällen, häufig auch in Verbindung mit Bauchschmerzen. Der junge Mann war aufgrund der ständigen Durchfälle, teils breiig, teils wässrig, erheblich verunsichert und ständig auf der Suche nach der nächsten Toilette. Alle schulmedizinischen Untersuchungen seien ergebnislos verlaufen. Daraufhin habe er einen Heilpraktiker aufgesucht, der ihm einen umfangreichen Diätplan aufgestellt hatte. Im Rahmen dessen musste er etwa fünfzig verschiedene Lebensmittel meiden. Die Beschwerden hatten sich daraufhin zwar gebessert, waren aber nach Umstellung auf Normalkost sofort wieder aufgetreten.
Darüber hinaus berichtete der Patient über gelegentliche Schwächeanfälle sowie eine Infektanfälligkeit, die seit 6 Jahren bestehe. Die Infekte führten zu einer weiteren Verstärkung der Durchfälle. Morgens brauche er immer einige Zeit, um in die Gänge zu kommen. Bei einem Pricktest sei eine Allergie auf Gräserpollen und Katzenhaare festgestellt worden.
Der Zungenkörper war hellrot und zeigte einen leichten weißen Zungenbelag. Die Pulse waren überwiegend nachgiebig (lenes, ru).
Diagnose
Energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) mit Feuchtigkeit (humor, shi)
Therapeutisches Vorgehen
  • Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) stützen

  • Feuchtigkeit (humor, shi) umwandeln und ausleiten

  • Durchfälle stoppen

Akupunktur
  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 25/S S 25 (Ma 25, tianshu)25 („Angel des Himmels“, tianshu (Ma 25, S 25)tianshu)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

Erläuterung
  • Ma 36/S 36 und Mi 6/L 6 stützen die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) und wandeln Feuchtigkeit (humor, shi) um.

  • Di 11/IC 11 und Ma 25/S 25 leiten Feuchtigkeit (humor, shi) und Hitze (calor, re) aus und stellen den Energiefluss in den Fk Dick- und Dünndarm (oo. intestinorum, chang) wieder her.

Arzneitherapie
  • Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu)Baizhu (Atractylodis macrocephalae rhizoma)Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) 6 g

  • Dioscoreae oppositae rhizoma (Shanyao) 9 g

  • Coicis Coicis semen (Yiyiren)semen (Yiyiren (Coicis semen)Yiyiren) 10 g

  • Hordei fructus Hordei fructus germinatus (Maiya)germinatus (Maiya (Hordei fructus germinatus)Maiya) 9 g

Erläuterung
Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) und Dioscoreae oppositae rhizoma (Shanyao) kräftigen den Fk Milz (o. lienalis, pi). In Verbindung mit Coicis semen (Yiyiren) wird Feuchtigkeit (humor, shi) ausgeleitet, Durchfall beendet und der Darm stabilisiert. Gekeimte Gerste, Hordei fructus germinatus (Maiya), stabilisiert als verdauungsförderndes Arzneimittel (m. concoquentium, xiaoshi yao) ebenfalls die Verdauung. Mit dieser kleinen, milden und gut verträglichen Rezeptur sollte vor allem die Aufnahmebereitschaft des Darmes wiederhergestellt werden, ohne weitere Unverträglichkeiten hervorzurufen.
Verlauf
Dem Patienten wurde geraten, Rohkost zu meiden, auf warme Mahlzeiten und Getränke zu achten sowie Kuhmilchprodukte und Weizenmehl, vor allem Brot, stark einzuschränken. Zur Kräftigung der „Mitte“ (Fk Milz und Magen, oo. lienalis et stomachi, pi wei) wurden außerdem oben stehende Akupunkturpunkte behandelt.
Bereits nach etwa vier Wochen hatten sich die Durchfälle weitgehend beruhigt. Sie traten nur noch ganz vereinzelt, etwa einmal alle 14 Tage und in leichter Form auf. Der Patient stellte fest, dass es ihm seit Jahren nicht mehr so gut gegangen sei und dass er sich wieder viel selbstsicherer fühle. Die Einschränkungen beim Essen empfand er als nicht gravierend.
Nach einigen Monaten berichtete der Patient nur noch über gelegentliche Blähungen, Druckgefühl im Bauch oder verstärktem Stuhldrang. Daraufhin wurde das Rezept um Citri aurantii fructus (Zhike) 3 g und Coptidis rhizoma (Huanglian) 0,5 g ergänzt. Nach einem dreiviertel Jahr konnte der Patient gelegentlich auch Milchprodukte oder Weizenbrot essen, ohne Durchfall zu bekommen. Er zog es jedoch vor, den Konsum weiterhin einzuschränken.

7. Fall

Die 33-jährige Patientin berichtete, dass sie seit etwa 10 Jahren unter Schwellungen bzw. Ödemen an den Händen und Füßen sowie ausgeprägtem Schweiß an Händen, Füßen und am Körper leide. Zusätzlich habe sie Juckreiz am ganzen Körper sowie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, ausgeprägte Müdigkeit und Gewichtszunahme.
Irgendwann sei ihr ein Zusammenhang zwischen ihren Beschwerden und dem Essen aufgefallen. Vor allem Brot und Orangensaft scheine sie schlecht zu vertragen, aber sie kenne sich selbst nicht mehr aus. In den vergangenen Jahren habe sie sich 2 Jahre vegetarisch ernährt und seit 3 Jahren diverse Enzyme eingenommen.
Der Zungenkörper war hellrot, leicht gedunsen und zeigte einen weißlichen, eher dünnen Zungenbelag. Die Pulse waren sowohl schlüpfrig (lubrici, hua) als auch saitenförmig (chordal, xian).
Diagnose
Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) mit Überwiegen von Feuchtigkeit (humor, shi) auf der Basis einer energetischen Schwäche (depletio, xu) des Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi)
Therapeutisches Vorgehen
  • Feuchtigkeit (humor, shi) umwandeln und ausleiten

  • Qi-Fluss im mittleren Wärmebereich (mittleres Calorium, zhongjiao) regulieren

  • Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) stützen

Akupunktur
  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Ma 25/S S 25 (Ma 25, tianshu)25 („Angel des Himmels“, tianshu (Ma 25, S 25)tianshu)

Erläuterung
  • Di 11/IC 11 und Ma 40/S 40 leiten Feuchtigkeit (humor, shi) aus.

  • Ma 36/S 36 und Mi 6/L 6 stützen das Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi).

  • Ma 25/S 25 reguliert den Qi-Fluss in den Fk Dick- und Dünndarm (oo. intestinorum, chang).

Arzneitherapie
  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 6 g

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 9 g

  • Mori cortex radicis (Sangbaipi)Mori cortex radicis (Sangbaipi) 6 g

  • Arecae pericarpium (Dafupi)Arecae pericarpium (Dafupi) 3 g

  • Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Chenpi (Citri reticulatae pericarpium) 3 g

  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 15 g

  • Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu)Baizhu (Atractylodis macrocephalae rhizoma)Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) 6 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

Erläuterung
  • Pinelliae rhizoma (Banxia) wandelt Schleim (pituita, tan) um, Poria (Fuling) und Mori cortex radicis (Sangbaipi) leiten Feuchtigkeit (humor, shi) aus.

  • Arecae pericarpium (Dafupi) und Mori cortex radicis (Sangbaipi) haben sich bei Schwellungen und Ödemen bewährt.

  • Citri reticulatae pericarpium (Chenpi) und Arecae pericarpium (Dafupi) regulieren den Fluss des Qi und wirken gleichzeitig schmerzstillend.

  • Astragali radix (Huangqi), Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) und Glycyrrhizae radix (Gancao) stützen das Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) und wirken gleichzeitig Feuchtigkeit (humor, shi) entgegen.

Verlauf
Der Patientin wurde geraten, regelmäßige und häufiger warme Mahlzeiten einzunehmen. Außerdem sollte sie Milchprodukte, Zucker und Weißbrot erheblich einschränken.
Die Phytotherapie wurde zunächst in wöchentlichen Abständen, später 14-tägig durchgeführt. Begleitend wurden die oben stehenden Akupunkturpunkte behandelt. Bereits nach der ersten Behandlung zeigte sich eine deutliche Besserung aller Beschwerden. Die Schwellungen, der Juckreiz, die Bauchschmerzen und die Müdigkeit waren nach wenigen Wochen verschwunden, und die Patientin berichtete, dass sie sich in ihrer Haut wieder wohl fühle.

8. Fall

Der 13-jährige Patient litt bereits seit dem Kleinkindalter unter diversen IgE-vermittelten Lebensmittelallergien. Besonders heftige Reaktionen waren auf Kuhmilch, Ziegenmilch, Hühnereiweiß und Haselnüsse aufgetreten. Dabei kam es jeweils zu einem Exanthem an den Unterarmen, im Gesicht und hinter den Ohren. Außerdem traten Schweißausbrüche und Hitzegefühl sowie starke Müdigkeit, Bauchkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen auf. Dies hatte dazu geführt, dass der Junge sowie die Mutter seit über 10 Jahren die entsprechenden Nahrungsmittel komplett gemieden hatten. Jedes Mal, wenn er versehentlich eines der Nahrungsmittel zu sich genommen hatte, waren erneut die beschriebenen Symptome aufgetreten.
Der Zungenkörper war auffällig gerötet und es zeigten sich zahlreiche rote Punkte auf einem weißlichen Zungenbelag. Die Pulse waren überwiegend saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Aufgrund der vorliegenden Symptomatik wurde die Diagnose Schleim-Hitze (calor pituitae, tanre) mit Überwiegen von Hitze (calor, re) gestellt.
Therapeutisches Vorgehen
  • Hitze (calor, re) kühlen

  • Schleim (pituita, tan) umwandeln

  • Den mittleren Wärmebereich (mittleres Calorium, zhongjiao) und die Verdauung harmonisieren

Akupunktur
  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ren Ren 12 (Rs 12, zhongwan)12/Rs 12 („Sammlungspunkt des Magen-Funktionskreises“, zhongwan)

  • 3E 3E 6 (T 6, feihu/zhigou)6/T 6 („Der fliegende Tiger“/„Seitlicher Abzugsgraben“, feihu/zhigou)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Di 11/IC 11 leitet Feuchtigkeit (humor, shi) und Hitze (calor, re) aus.

  • Ma 36/S 36 stützt das Qi des Fk Magen (qi stomachi, weiqi) und leitet ebenfalls Feuchtigkeit (humor, shi) aus.

  • Ren 12/Rs 12 reguliert den Fk Magen (o. stomachi, wei) und senkt Gegenläufigkeiten (Kontravektionen, ni) ab.

  • 3E 6/T 6 und Le 3/H 3 lösen den Qi-Fluss des Fk Leber (o. hepaticus, gan) und wirken absenkend.

Arzneitherapie
  • Scutellariae radix (Huangqin)Scutellariae radix (Huangqin)Huangqin (Scutellariae radix) 8 g

  • Coptidis Coptidis rhizoma (Huanglian)rhizoma (Huanglian (Coptidis rhizoma)Huanglian) 0,5 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 6 g

  • Zingiberis viridis rhizoma (Shengjiang) 3 Scheiben

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 7 g

  • Aucklandiae radix (Muxiang)Aucklandiae radix (Muxiang) 3 g

  • Hordei fructus Hordei fructus germinatus (Maiya)germinatus (Maiya (Hordei fructus germinatus)Maiya) 12 g

  • Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu (Massa medicata fermentata)Shenqu) 6 g

Erläuterung
  • Scutellariae radix (Huangqin) und Coptidis rhizoma (Huanglian) kühlen Hitze (calor, re) und trocknen Feuchtigkeit (humor, shi) im mittleren Wärmebereich (mittleres Calorium, zhongjiao).

  • Pinelliae rhizoma (Banxia), Zingiberis viridis rhizoma (Shengjiang) und Glycyrrhizae radix (Gancao) wandeln Schleim (pituita, tan) um und beruhigen Übelkeit.

  • Tribuli fructus (Baijili) beruhigt Wind (ventus, feng) und beseitigt Juckreiz.

  • Aucklandiae radix (Muxiang) reguliert den Qi-Fluss und stillt Schmerzen.

  • Hordei fructus germinatus (Maiya) und Massa medicata fermentata (Shenqu) fördern die Verdauung, gekeimte Gerste (Hordei fructus germinatus, Maiya) ist besonders bei Verdauungsstörungen durch Milch bei Kindern indiziert. Darüber hinaus regulieren Tribuli fructus (Baijili) sowie Hordei fructus germinatus (Maiya) ebenfalls den Qi-Fluss des Fk Leber (o. hepaticus, gan) und haben eine lösende und schmerzstillende Wirkung.

Verlauf
Der Patient wurde insgesamt über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren im Abstand von 14 Tagen behandelt. Die Arzneimittel wurden zunächst mehrere Monate als Dekokt, später wegen der einfacheren Einnahme als hydrophiles Konzentrat verordnet. Begleitend wurden oben stehende Punkte akupunktiert.
Im Laufe der Behandlung verbesserten sich die Nahrungsmittelallergien zunehmend. Am Ende der Behandlung konnte der Patient Hühnerei, Ziegenmilch und Haselnüsse problemlos vertragen. Bei Kuhmilchprodukten traten in Abhängigkeit von Art und Menge weiterhin Beschwerden auf, jedoch in deutlich abgeschwächter Form. Die beschriebenen Veränderungen konnten bei einer späteren Befragung zwei Jahre nach Ende der Behandlung bestätigt werden, die Verträglichkeit der Nahrungsmittel hatte sich nachhaltig verbessert.

Sinusitis

1. Fall

Der 45-jährige Patient kam Ende Februar wegen einer akuten Stirn- und Nasennebenhöhlenentzündung in meine Praxis. Die Sinusitis hatte vor einer Woche als fieberhafter Infekt mit 38,7 °C begonnen. Der Patient berichtete über Druck im Kopf, eine verstopfte Nase, gelbes und grünes Nasensekret sowie leichten Husten. Er erzählte, dass er ein- bis zweimal im Jahr unter einer Nasennebenhöhlenentzündung leide, die aber normalerweise innerhalb von fünf Tagen wieder abklinge. Nun sei er schon seit einer Woche arbeitsunfähig, ohne merkliche Verbesserung. In jüngeren Jahren habe er häufig eine Tonsillitis gehabt, die oft mit Antibiotika behandelt worden war.SinusitisSinusitis:FallbeispieleFallbeispiele:Sinusitis
Sein Appetit und die Verdauung waren normal, der Durst vermehrt, während der Nacht schwitzte er stark.
Der Zungenkörper war rot im Bereich der Zungenspitze, der Zungenbelag war verdickt und gelblich. Die Pulse waren angefüllt und saitenförmig (repleti und chordales, shi xian).
Diagnose
Wind-Hitze (calor venti, fengre) und Schleim (pituita, tan) im Fk Lunge (o. pulmonalis, fei)
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Schleim (pituita, tan) ausleiten

  • Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) kühlen

Akupunktur
  • Bl 2/V V 2 (Bl 2, cuanzhu)2 („Zusammengelegter Bambus“, cuanzhu (Bl 2, V 2)cuanzhu)

  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Ex-HN 8/Ex Ex 3 (Ex-HN 8, bitong, shangyingxiang)3 („Durchgängige Nase“, bitong (Ex-HN 8, Ex 3)bitong)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 7/P P 7 (Lu 7, lieque)7 („Reihe von Lücken“, lieque (Lu 7, P 7)lieque)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Ni 3/R R 3 (Ni 3, taixi)3 („Mächtiger Wasserlauf“, taixi (Ni 3, R 3)taixi)

Erläuterung
  • Bl 2/V 2, Di 20/IC 20 und Ex-HN 8/Ex 3 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und machen Stirn und Nase frei.

  • Di 4/IC 4, Lu 7/P 7 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre), verteilen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und kühlen Hitze (calor, re).

  • Ma 36/S 36, Ma 40/S 40, Mi 6/L 6 und Ni 3/R 3 stützen die Fk Milz und Niere (oo. lienalis et renalis, pi shen), leiten Feuchtigkeit (humor, shi) und Schleim (pituita, tan) aus.

Arzneitherapie
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi)Angelicae dahuricae radix (Baizhi) 8 g

  • Perillae caulis et folium (Zisuye)Perillae caulis et folium (Zisuye) 5 g

  • Magnoliae flos (Xinyi)Xinyi (Magnoliae flos)Magnoliae flos (Xinyi) 5 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 8 g

  • Zingiberis recens rhizoma (Shengjiang)Zingiberis recens rhizoma (Shengjiang)Shengjiang (Zingiberis recens rhizoma) 3 Scheiben

  • Scutellariae radix (Huangqin)Scutellariae radix (Huangqin)Huangqin (Scutellariae radix) 8 g

  • Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) 9 g

  • Plantaginis semen (Cheqianzi)Plantaginis semen (Cheqianzi)Cheqianzi (Plantaginis semen) 10 g

  • Coicis Coicis semen (Yiyiren)semen (Yiyiren (Coicis semen)Yiyiren) 10 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

Erläuterung
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi), Perillae caulis et folium (Zisuye) und Magnoliae flos (Xinyi) zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen die Nase frei.

  • Pinelliae rhizoma (Banxia), Zingiberis recens rhizoma (Shengjiang), Glycyrrhizae radix (Gancao) und Coicis semen (Yiyiren) wandeln Schleim (pituita, tan) um und leiten aus.

  • Scutellariae radix (Huangqin), Forsythiae fructus (Lianqiao) und Plantaginis semen (Cheqianzi) kühlen Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei).

Verlauf
Nach einer Woche berichtete der Patient über eine deutliche Verbesserung. Er war noch nicht ganz fit, aber hatte wieder den ersten Tag gearbeitet. Die Nasenatmung war seit drei Tagen überwiegend frei und das Nasensekret meist klar und deutlich weniger. Daraufhin wurde Forsythiae fructus (Lianqiao) entfernt und Astragali radix (Huangqi) ergänzt. Nach einer weiteren Woche berichtete er, dass das nächtliche Schwitzen seit drei Tagen aufgehört habe, dass er zu 95 % wiederhergestellt sei und einen geblähten Bauch habe.
Abschließend wurde folgendes Rezept verordnet:
  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 15 g

  • Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu)Baizhu (Atractylodis macrocephalae rhizoma)Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) 6 g

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 9 g

  • Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Chenpi (Citri reticulatae pericarpium) 4 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao) 3 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 8 g

  • Perillae caulis et folium (Zisuye)Perillae caulis et folium (Zisuye) 5 g

  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 4 g

2. Fall

Der 43-jährige Landschaftspfleger kam Ende Februar wegen Problemen mit den Stirn- und Nasennebenhöhlen. Er hatte 14 Tage zuvor einen akuten Infekt bekommen und war auch eine Woche lang im Bett gelegen. Allerdings hatte er auch schon im November einen akuten Infekt gehabt, der antibiotisch behandelt worden war, allerdings ohne Erfolg. Die Nase war jetzt schon seit vier Monaten verstopft, der Rachen verschleimt, das Sekret sehr zäh und grün gefärbt. Außerdem berichtete er über einen Reizhusten, einen ausgetrockneten Mund am Morgen und seit 14 Tagen Kopfschmerzen. Sein Allgemeinzustand war deutlich geschwächt, er war nicht leistungsfähig, und er hatte des Öfteren Durchfall. Er reagierte allergisch auf Frühblüher, Gräser, Hausstaub und Tierhaare. An 10–15 Tagen im Jahr benutzte er ein Allergospasmin-Spray wegen asthmatischen Beschwerden. Seit etwa zehn Jahren war ihm bewusst, dass er auf Kuhmilchprodukte mit verstärkter Schleimbildung reagierte. Er hatte einen ausgeprägten Durst.
Sein Zungenkörper war rot, der Zungenbelag klar und feucht, und die Pulse waren saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
  • Wind-Kälte (algor venti, fenghan) und Schleim (pituita, tan), die in Hitze (calor, re) umgeschlagen haben

  • Energetische Schwäche (depletio, xu) der Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei)

Therapeutisches Vorgehen
  • Wind (ventus, feng) zerstreuen und die Nase durchgängig machen

  • Schleim (pituita, tan) umwandeln

  • Hitze (calor, re) kühlen

  • Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) kräftigen

Akupunktur
  • Bl 2/V V 2 (Bl 2, cuanzhu)2 („Zusammengelegter Bambus“, cuanzhu (Bl 2, V 2)cuanzhu)

  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Ex-HN 8/Ex Ex 3 (Ex-HN 8, bitong, shangyingxiang)3 („Durchgängige Nase“, bitong (Ex-HN 8, Ex 3)bitong)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 7/P P 7 (Lu 7, lieque)7 („Reihe von Lücken“, lieque (Lu 7, P 7)lieque)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Ma 44/S S 44 (Ma 44, neiting)44 („Innere Vorhalle“, neiting (Ma 44, S 44)neiting)

Erläuterung
  • Bl 2/V 2, Di 20/IC 20 und Ex-HN 8/Ex 3 zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen die Nase durchgängig.

  • Di 4/IC 4 und Lu 7/P 7 verteilen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und zerstreuen Wind (ventus, feng).

  • Di 11/IC 11 und Ma 44/S 44 leiten Feuchtigkeit (humor, shi) aus und kühlen Hitze (calor, re).

  • Ma 36/S 36, Ma 40/S 40 und Mi 6/L 6 wandeln Feuchtigkeit (humor, shi) und Schleim (pituita, tan) um und kräftigen die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei).

Arzneimitteltherapie
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi)Angelicae dahuricae radix (Baizhi) 9 g

  • Magnoliae flos (Xinyi)Xinyi (Magnoliae flos)Magnoliae flos (Xinyi) 5 g

  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 4 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 9 g

  • Zingiberis recens rhizoma (Shengjiang)Zingiberis recens rhizoma (Shengjiang)Shengjiang (Zingiberis recens rhizoma) 3 Scheiben

  • Platycodi Platycodi radix (Jiegeng)radix (Jiegeng (Platycodi radix)Jiegeng) 6 g

  • Armeniacae semen (Xingren)Xingren (Armeniacae semen)Armeniacae semen (Xingren) 9 g

  • Coicis Coicis semen (Yiyiren)semen (Yiyiren (Coicis semen)Yiyiren) 12 g

  • Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) 3 g

  • Scutellariae radix (Huangqin)Scutellariae radix (Huangqin)Huangqin (Scutellariae radix) 9 g

Erläuterung
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi), Magnoliae flos (Xinyi) und Menthae herba (Bohe) zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen die Nase durchgängig.

  • Pinelliae rhizoma (Banxia), Zingiberis recens rhizoma (Shengjiang), Platycodi radix (Jiegeng) und Armeniacae semen (Xingren) wandeln Schleim (pituita, tan) um und stillen Husten.

  • Forsythiae fructus (Lianqiao), Scutellariae radix (Huangqin) und Coicis semen (Yiyiren) kühlen Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei).

Verlauf
Ich empfahl dem Patienten, für eine Zeit von vier Wochen gänzlich auf Kuhmilchprodukte zu verzichten. Nach der ersten Behandlung löste sich viel alter Schleim und die Kopfschmerzen ließen nach. Nach der zweiten Behandlung hatte sich das Sekret von der Menge halbiert und die Farbe wurde heller, die Nase wurde zunehmend freier. Nach der dritten Behandlung war die Nase fast immer frei, der Husten hatte sich beruhigt, aber das Allgemeinbefinden war immer noch beeinträchtigt.
Daraufhin wurden aus der Rezeptur Platycodi radix (Jiegeng) und Forsythiae fructus (Lianqiao) entfernt und Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 15 g und Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) 6 g, Stützungsmittel des Qi, ergänzt. Nach fünf Behandlungen wurde die Behandlung auf Wunsch des Patienten abgeschlossen. Er fühlte sich wieder leistungsfähig und war beschwerdefrei.

3. Fall: Chronisch rezidivierende Sinusitis, Infektanfälligkeit

Der 34-jährige Mann kam am 6. März 2003 erstmals in die Praxis. Er hatte vor fünf Jahren erstmals eine Nasennebenhöhlenentzündung bekommen, seither jedes Jahr etwa dreimal. Der HNO-Arzt hatte immer ein Antibiotikum und Sekretolytika verordnet. Im letzten Vierteljahr hatten sich die Beschwerden nochmals deutlich verstärkt. Die Nase war jetzt ständig verstopft. Der Schleim lief vor allem über den Rachen ab. Er hatte klaren, gelben und grünen Auswurf. Beim Schnäuzen entstand Druck auf den Ohren. Er schnarchte nachts und wachte morgens immer mit ausgetrocknetem Mund auf. Der junge Mann trieb gerne Ausdauersport und fühlte sich sonst gesund. Allergien waren nicht bekannt.Sinusitis, chronisch rezidivierende, Infektanfälligkeit:FallbeispieleSinusitis:chronisch-rezidivierendeFallbeispiele:Chronisch rezidivierende Sinusitis, Infektanfälligkeitchronisch-rezidivierend:Sinusitis
Der Zungenkörper war hellrot, der Zungenbelag dünn und leicht gelblich. Die Pulse waren erschöpft (deplet, xu).
Diagnose
Wind-Kälte (algor venti, fenghan) und Schleim (pituita, tan), die sich im Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) festgesetzt Wind-Kälte (algor venti, fenghan) und Schleim (pituita, tan) die sich im Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) festgesetzt habenWind-Kälte (algor venti, fenghan)o. pulmonalis (Fk Lunge, fei)Fk Lunge (o. pulmonalis, fei)fenghan (Wind-Kälte, algor venti)fei (Fk Lunge, o. pulmonalis)algor venti (Wind-Kälte, fenghan)hatten. Die Wurzel der Erkrankung war eine Schwäche der Wehrenergie (depletio des qi defensivum, weiqi xu)weiqi (Schwäche der Wehrenergie, qi defensivum)Schwäche der Wehrenergie (qi defensivum, weiqi)qi defensivum (Schwäche der Wehrenergie, weiqi).
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Kälte (algor venti, fenghan) zerstreuen

  • Schleim (pituita, tan) umwandeln und ausleiten

  • Die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und das Qi stützen

Akupunktur
  • Di Di 20 (IC 20, yintang)20/IC 20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang)

  • Ex-HN Ex-HN 3 (Ex 1, yintang)3/Ex 1 („Siegelhalle“, yintang)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 („Vereinte Täler“, hegu)

  • Lu Lu 7 (P 7, lieque)7/P 7 („Reihe von Lücken“, lieque)

  • 3E 5/T T 5 (3E 5, waiguan)5 („Äußeres Passtor“, waiguan (3E 5, T 5)waiguan)

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma Ma 40 (S 40, fenglong)40/S 40 („Üppige Fülle“, fenglong)

Erläuterung
  • Di Di 20 (IC 20, yintang)20/IC 20 und Ex-HN Ex-HN 3 (Ex 1, yintang)3/Ex 1 zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen die Nase durchgängig.

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4, Lu Lu 7 (P 7, lieque)7/P 7 und 3E 3E 5 (T 5, waiguan)5/T 5 zerstreuen Wind (ventus, feng) und Kälte (algor, han) und verteilen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Lu Lu 7 (P 7, lieque)7/P 7 und Ma Ma 40 (S 40, fenglong)40/S 40 wandeln Schleim (pituita, tan) um und leiten ihn aus.

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 stützt die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei).

Ohrakupunktur
Kieferhöhle und Nasenschleimhaut beidseitig
Arzneitherapie
  • Angelicae dahuricae Angelicae dahuricae radix (Baizhi)radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi) 8 g

  • Asari Asari herba cum radice (Xixin)radix (Xixin (Asari herba cum radice)Xixin) 3 g

  • Perillae caulis et Perillae caulis et folium (Zisuye)folium (Zisuye (Perillae caulis et folium)Zisuye) 5 g

  • Zingiberis rhizoma Zingiberis rhizoma viridis (Shengjiang)viridis (Shengjiang (Zingiberis rhizoma viridis)Shengjiang) 3 Scheiben

  • Pinelliae Pinelliae rhizoma (Banxia)rhizoma (Banxia (Pinelliae rhizoma)Banxia) 8 g

  • Coicis Coicis semen (Yiyiren)semen (Yiyiren (Coicis semen)Yiyiren) 10 g

  • Plantaginis Plantaginis semen (Cheqianzi)semen (Cheqianzi (Plantaginis semen)Cheqianzi) 10 g

  • Gypsum (Shigao)Gypsum fibrosum (Shigao (Gypsum)Shigao) 20 g

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 3 g

Erläuterung
  • Angelicae dahuricae Angelicae dahuricae radix (Baizhi)radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi), Asari Asari herba cum radice (Xixin)radix (Xixin (Asari herba cum radice)Xixin) und Perillae caulis et Perillae caulis et folium (Zisuye)folium (Zisuye (Perillae caulis et folium)Zisuye) zerstreuen Wind-Kälte (algor venti, fenghan).

  • Pinelliae Pinelliae rhizoma (Banxia)rhizoma (Banxia (Pinelliae rhizoma)Banxia) und Zingiberis rhizoma Zingiberis rhizoma viridis (Shengjiang)viridis (Shengjiang (Zingiberis rhizoma viridis)Shengjiang) wandeln Schleim (pituita, tan) um.

  • Coicis Coicis semen (Yiyiren)semen (Coicis semen (Yiyiren)Yiyiren) und Plantaginis Plantaginis semen (Cheqianzi)semen (Cheqianzi (Plantaginis semen)Cheqianzi) leiten Schleim (pituita, tan) diuretisch aus.

  • Gypsum (Shigao)Gypsum fibrosum (Shigao (Gypsum)Shigao) klärt Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei), die durch Einstauung entstanden ist.

Verlauf
Die Behandlung wurde zunächst in wöchentlichen Abständen durchgeführt. Nach drei Wochen wurde die Nase zunehmend freier und der Schleim weniger. Nach acht Wochen trat nochmals eine akute Stirn- und Kieferhöhlenentzündung auf, die innerhalb von 14 Tagen ohne Antibiotikum ausheilte. Danach war der Patient völlig beschwerdefrei.
Zur Stabilisierung des Behandlungserfolges erhielt der Patient noch für drei Monate das „Dekokt der Sechs Edlen“ (Liu junzi tang):
  • Codonopsitis Codonopsitis radix (Dangshen)radix (Dangshen (Codonopsitis radix)Dangshen) 9 g

  • Atractylodis macrocephalae Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu)rhizoma (Baizhu (Atractylodis macrocephalae)Baizhu) 9 g

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 9 g

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 3 g

  • Citri reticulatae Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)pericarpium (Chenpi (Citri reticulatae pericarpium)Chenpi) 3 g

  • Pinelliae Pinelliae rhizoma (Banxia)rhizoma (Banxia (Pinelliae rhizoma)Banxia) 9 g

  • Zingiberis rhizoma Zingiberis rhizoma viridis (Shengjiang)viridis (Shengjiang (Zingiberis rhizoma viridis)Shengjiang) 3 Scheiben

4. Fall

Der 33-jährige sportliche Patient kam Ende April erstmals in meine Praxis. Er hatte schon seit früher Kindheit etwa viermal im Jahr eine Nasennebenhöhlenentzündung, die in der Regel drei bis vier Wochen dauerte. Auch im vorangehenden Winter war er schon zweimal wegen einer Sinusitis antibiotisch behandelt worden. Seit zwei Wochen hatte er nun erneut einen akuten Infekt mit Schmerzen über der linken Stirn- und Kieferhöhle, viel gelbem Sekret, verstopfter Nase, leichtem Halsweh und Schleimfluss im Rachen.Sinusitis:chronischFallbeispiele:Chronische SinusitisChronische SinusitisChronische Sinusitis:Fallbeispiele
Ein HNO-Arzt hatte ihm nun ein Cortison-Nasenspray verordnet und zu einer Operation geraten. Der junge Mann hatte vor drei Monaten aufgehört zu rauchen und wollte sich nicht operieren lassen. Mehrere Allergietests hatten kein Ergebnis gebracht. Er hatte selbst beobachtet, dass ihn Milchprodukte blähten, aß aber trotzdem Joghurt und Käse.
Der Zungenkörper war an der Spitze gerötet, der Zungenbelag weißlich und hinten deutlich verdickt. Die Pulse waren schlüpfrig und behäbig (lubrici und languidi, hua huan).
Diagnose
Wind-Kälte (algor venti, fenghan) mit Schleim (pituita, tan) auf der Basis einer energetischen Schwäche (depletio, xu) der Wehrenergie (qi defensivum, weiqi)
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind-Kälte (algor venti, fenghan) zerstreuen

  • Nase durchgängig machen

  • Schleim (pituita, tan) umwandeln

  • Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) stützen

Akupunktur
  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Ex-HN 8/Ex Ex 3 (Ex-HN 8, bitong, shangyingxiang)3 („Durchgängige Nase“, bitong (Ex-HN 8, Ex 3)bitong)

  • 3E 17/T T 17 (3E 17, yifeng)17 („Schutzschirm gegen Wind“, yifeng (3E 17, T 17)yifeng)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • 3E 5/T T 5 (3E 5, waiguan)5 („Äußeres Passtor“, waiguan (3E 5, T 5)waiguan)

  • Lu 7/P P 7 (Lu 7, lieque)7 („Reihe von Lücken“, lieque (Lu 7, P 7)lieque)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

  • Gb 40/F F 40 (Gb 40, qiuxu)40 („Das Feld am Hügel“, qiuxu (Gb 40, F 40)qiuxu)

Erläuterung
  • Di 20/IC 20, Ex-HN 8/Ex 3 und 3E 17/T 17 zerstreuen Wind (ventus, feng) machen die Nase und das Ohr durchgängig.

  • Di 4/IC 4, 3E 5/T 5, Lu 7/P 7 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind (ventus, feng) und verteilen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) in der Oberfläche (extima, biao).

  • Ma 36/S 36 und Ma 40/S 40 stützen das Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) und leiten Schleim (pituita, tan) aus.

  • Le 3/H 3 und Gb 40/F 40 regulieren das Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi).

Arzneitherapie
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi)Angelicae dahuricae radix (Baizhi) 8 g

  • Asari radix (Xixin)Asari radix (Xixin) 3 g

  • Perillae caulis et folium (Zisuye)Perillae caulis et folium (Zisuye) 5 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 8 g

  • Zingiberis recens rhizoma (Shengjiang)Zingiberis recens rhizoma (Shengjiang)Shengjiang (Zingiberis recens rhizoma) 3 Scheiben

  • Platycodi Platycodi radix (Jiegeng)radix (Jiegeng (Platycodi radix)Jiegeng) 6 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

  • Benincasae semen (Dongguaren)Benincasae semen (Dongguaren) 10 g

  • Plantaginis semen (Cheqianzi)Plantaginis semen (Cheqianzi)Cheqianzi (Plantaginis semen) 10 g

  • Scutellariae radix (Huangqin)Scutellariae radix (Huangqin)Huangqin (Scutellariae radix) 8 g

Erläuterung
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi), Asari radix (Xixin) und Perillae caulis et folium (Zisuye) zerstreuen Wind-Kälte (algor venti, fenghan) und machen die Nase durchgängig.

  • Pinelliae rhizoma (Banxia), Zingiberis recens rhizoma (Shengjiang), Platycodi radix (Jiegeng) und Glycyrrhizae radix (Gancao) wandeln Schleim (pituita, tan) um und machen den Hals frei.

  • Benincasae semen (Dongguaren), Plantaginis semen (Cheqianzi) und Scutellariae radix (Huangqin) leiten Schleim (pituita, tan) aus und kühlen Hitze (calor, re).

Verlauf
Der Patient kam anfangs einmal pro Woche zur Akupunktur und bekam parallel die chinesischen Dekokte. Während der ersten zwei Monate kam es zu einer langsamen Verbesserung der Symptome. Eine chronische Siebbeinhöhlenentzündung wurde vom HNO-Arzt im CT diagnostiziert, der Radiologe sah eigentlich nichts. In der Rezeptur wurde Scutellariae radix (Huangqin) weggelassen und Astragali radix (Huangqi) ergänzt. Über den Sommer stabilisierte sich die Sinusitis weiter, sodass nach fünf Monaten die folgende Rezeptur verordnet wurde:
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi)Angelicae dahuricae radix (Baizhi) 6 g

  • Perillae caulis et folium (Zisuye)Perillae caulis et folium (Zisuye) 4 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 8 g

  • Zingiberis Zingiberis rhizoma (Ganjiang)rhizoma (Ganjiang (Zingiberis rhizoma)Ganjiang) 4 g

  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 15 g

  • Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu)Baizhu (Atractylodis macrocephalae rhizoma)Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) 6 g

  • Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Chenpi (Citri reticulatae pericarpium) 3 g

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 9 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

Im folgenden Winter kam es zwar wiederholt zu grippalen Infekten mit Beteiligung der Nasennebenhöhlen. Allerdings war der Verlauf deutlich kürzer, es waren keine Antibiotika erforderlich. Das Sekret setzte sich nicht so fest. Zunehmend wurde klar, dass eine OP nicht mehr in Frage kann, die Behandlungsabstände wurden auf 14-tägig ausgedehnt. Ab Mitte April, also ein Jahr nach Behandlungsbeginn, wurde der Patient richtig stabil. Der Patient kam nun noch einmal im Monat bis Mitte Juli. Die Behandlung wurde im beschwerdefreien Zustand abgeschlossen.

5. Fall

Die 52-jährige Lehrerin und frühere Krankenschwester kam in den letzten März-Tagen wegen einer akuten Stirn- und Kieferhöhlenentzündung in die Praxis. Sie war in diesem Winter schon viermal mit Antibiotika und ACC wegen der selben Beschwerden behandelt worden. Sie hatte alle zwei Tage massive Kopfschmerzen, die sie mit Novalgin bekämpfte, sie fühlte sich nicht krank und nicht gesund. Das Nasensekret wechselte zwischen klar, gelb, grün und blutig und sie berichtete über einen Reizhusten. Außerdem bestand seit Jahrzehnten ein Heuschnupfen beginnend im Februar/März bis zum Sommer mit Juckreiz an den Augen, der Nase und im Rachen. Des Weiteren berichtete sie über eine Neigung zur Reizblase, einen Reflux und einen Tinnitus beidseits.
Der Zungenkörper war rot, der Zungenbelag dünn und etwas trocken. Die Pulse waren erschöpft und zart (depleti und minuti, xu xi).
Diagnose
Wind-Kälte (algor venti, fenghan) mit Schleim (pituita, tan) auf der Basis einer energetischen Schwäche (depletio, xu) der Wehrenergie (qi defensivum, weiqi)
Therapeutisches Vorgehen
  • Wind (ventus, feng) zerstreuen und die Nase frei machen

  • Schleim (pituita, tan) umwandeln

  • Die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) stützen

Akupunktur
  • Bl 2/V V 2 (Bl 2, cuanzhu)2 („Zusammengelegter Bambus“, cuanzhu (Bl 2, V 2)cuanzhu)

  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Ex-HN 8/Ex Ex 3 (Ex-HN 8, bitong, shangyingxiang)3 („Durchgängige Nase“, bitong (Ex-HN 8, Ex 3)bitong)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 7/P P 7 (Lu 7, lieque)7 („Reihe von Lücken“, lieque (Lu 7, P 7)lieque)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Bl 2/V 2, Di 20/IC 20 und Ex-HN 8/Ex 3 zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen Stirn und Nase frei.

  • Di 4/IC 4, Lu 7/P 7 und Di 11/IC 11 zerstreuen Wind (ventus, feng) und verteilen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Ma 36/S 36, Ma 40/S 40, Mi 6/L 6 und Le 3/H 3 stützen das Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi), wandeln Feuchtigkeit (humor, shi) und Schleim (pituita, tan) um und regulieren den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Arzneitherapie
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi)Angelicae dahuricae radix (Baizhi) 8 g

  • Magnoliae flos (Xinyi)Xinyi (Magnoliae flos)Magnoliae flos (Xinyi) 5 g

  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 4 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 8 g

  • Plantaginis semen (Cheqianzi)Plantaginis semen (Cheqianzi)Cheqianzi (Plantaginis semen) 10 g

  • Coicis Coicis semen (Yiyiren)semen (Yiyiren (Coicis semen)Yiyiren) 10 g

  • Scutellariae radix (Huangqin)Scutellariae radix (Huangqin)Huangqin (Scutellariae radix) 8 g

  • Chuanxiong rhizoma (Chuanxiong)Chuanxiong rhizoma (Chuanxiong) 9 g

  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 10 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

Erläuterung
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi), Magnoliae flos (Xinyi) und Menthae herba (Bohe) zerstreuen Wind (ventus, feng) und machen die Nase frei.

  • Pinelliae rhizoma (Banxia), Plantaginis semen (Cheqianzi) und Coicis semen (Yiyiren) wandeln Schleim (pituita, tan) um und leiten ihn aus.

  • Scutellariae radix (Huangqin) und Chuanxiong rhizoma (Chuanxiong) kühlen Hitze (calor, re) und stillen Schmerzen.

  • Astragali radix (Huangqi) und Glycyrrhizae radix (Gancao) stützen das Qi und die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

Verlauf
Die Kopfschmerzen hatten sich schon nach der ersten Behandlung aufgelöst, ebenso der Reizhusten. Nach der dritten Behandlungswoche war die Nase meist frei, das Sekret deutlich weniger und klarer, aber der Geruchssinn war noch beeinträchtigt.
Ab der siebten Woche hatte sich auch das Allgemeinbefinden soweit gebessert, dass die Patientin sagte, sie fühle sich gesund. Der Schleim im Rachen war ebenfalls verschwunden und sie war wieder in der Lage, im Chor zu singen. Stattdessen berichtete sie nun über Juckreiz im Gaumen und in der Nase sowie über Niesreiz. Daraufhin wurden Chuanxiong rhizoma (Chuanxiong), Pinelliae rhizoma (Banxia) und Coicis semen (Yiyiren) aus der Rezeptur genommen und Tribuli fructus (Baijili) ergänzt.
Die Behandlung wurde nun bis zum Ende der Allergiezeit (Ende Juli) fortgeführt. Die Patientin hatte während dieser Zeit nur geringe allergische Beschwerden. Vor allem war sie froh darüber, dass die Nase so frei blieb, dass es zu keiner erneuten Nasennebenhöhlenentzündung mehr kam.
Schlussrezeptur
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi)Angelicae dahuricae radix (Baizhi) 8 g

  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 4 g

  • Magnoliae flos (Xinyi)Xinyi (Magnoliae flos)Magnoliae flos (Xinyi) 5 g

  • Plantaginis semen (Cheqianzi)Plantaginis semen (Cheqianzi)Cheqianzi (Plantaginis semen) 10 g

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 10 g

  • Scutellariae radix (Huangqin)Scutellariae radix (Huangqin)Huangqin (Scutellariae radix) 8 g

  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 10 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

6. Fall

Die 58-jährige ehemalige Lehrerin war wegen eines chronischen Erschöpfungszustands seit drei Jahren verrentet. Sie kam im Frühjahr wegen einer seit etwa 20 Jahren bestehenden chronischen Sinusitis und Bronchitis. Ihre Nase war immer verstopft, das Sekret war meist grün gefärbt oder blutig tingiert. Sie hatte ständig Schleim im Rachen und ständig das Bedürfnis zu räuspern. Es waren Allergien bekannt gegen Frühblüher, Gräser und Tierhaare. Im Alter von 20 Jahren war bereits eine Nasenscheidewand-OP durchgeführt worden. Sie berichtete über eine ausgeprägte Schwellung der Augenlider.
Zusätzlich bestand seit 14 Jahren eine chronisch persistierende Hepatitis B sowie seit sechs Monaten eine Fibromyalgie. Sie erzählte, dass sie gerne und viele Milchprodukte zu sich nahm. Der Zungenkörper war gerötet, der Zungenbelag dünn und weiß, die Pulse waren saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) und energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi und des Yin.
Therapeutisches Vorgehen
  • Feuchtigkeit (humor, shi) umwandeln und ausleiten

  • Hitze (calor, re) kühlen

  • Nase durchgängig machen

  • Qi und Yin stützen

Akupunktur
  • Bl 2/V V 2 (Bl 2, cuanzhu)2 („Zusammengelegter Bambus“, cuanzhu (Bl 2, V 2)cuanzhu)

  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Ex-HN 3/Ex 1 („Siegelhalle“, yintang)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 9/P P 9 (Lu 9, taiyuan)9 („Großer Wasserschlund“, taiyuan (Lu 9, P 9)taiyuan)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • Mi 9/L 9 („Die Quelle am Yin-Grabhügel“, yinlingquan)

  • Gb 34/F F 34 (Gb 34, yanglingquan)34 („Quelle am sonnenbeschienenen Grabhügel“, yanglingquan (Gb 34, F 34)yanglingquan)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

Erläuterung
  • Bl 2/V 2, Di 20/IC 20 und Ex-HN 3/Ex 1 machen die Nase durchgängig.

  • Di 4/IC 4 und Lu 9/P 9 kräftigen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) sowie das Qi und Yin des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei).

  • Di 11/IC 11, Gb 34/F 34, Mi 9/L 9 und Mi 6/L 6 leiten Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) aus.

Arzneitherapie
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi (Angelicae dahuricae radix)Baizhi)Angelicae dahuricae radix (Baizhi) 8 g

  • Agastachis herba (Huoxiang) 6 g

  • Acori graminei rhizoma (Shichangpu) 9 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 8 g

  • Zingiberis recens rhizoma (Shengjiang)Zingiberis recens rhizoma (Shengjiang)Shengjiang (Zingiberis recens rhizoma) 3 Scheiben

  • Coicis Coicis semen (Yiyiren)semen (Yiyiren (Coicis semen)Yiyiren) 10 g

  • Benincasae semen (Dongguaren)Benincasae semen (Dongguaren) 10 g

  • Scutellariae radix (Huangqin)Scutellariae radix (Huangqin)Huangqin (Scutellariae radix) 8 g

  • Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) 5 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

Erläuterung
  • Angelicae dahuricae radix (Baizhi), Agastachis herba (Huoxiang), Acori graminei rhizoma (Shichangpu) und Pinelliae rhizoma (Banxia) wandeln Feuchtigkeit (humor, shi) und Schleim (pituita, tan) um und machen die Nase frei.

  • Coicis semen (Yiyiren), Benincasae semen (Dongguaren), Scutellariae radix (Huangqin) und Forsythiae fructus (Lianqiao) kühlen Hitze (calor, re) und leiten Feuchtigkeit (humor, shi) aus.

Verlauf
Auf Grund des komplexen Krankheitsbildes wurde die Patientin insgesamt zweieinhalb Jahre behandelt. Am Ende war sie in der Lage und hatte Lust, wieder als Lehrerin zu arbeiten.
In den ersten sieben Monaten lag der Schwerpunkt der Behandlung bei den durch die Fibromyalgie bedingten Schmerzen. Nachdem diese weitgehend abgeklungen waren, begann ich mit obenstehendem Rezept, die Sinusitis zu behandeln. Die Patientin kam einmal pro Woche zur Akupunktur. In den ersten vier Monaten traten nach Verbesserungen immer wieder Rückschritte auf, nach sechs Monaten kam es zu einer anhaltenden Verbesserung. Die Grünfärbung der Sekrete, die verstopfte Nase und das schlechte Allgemeinbefinden waren großenteils abgeklungen.
Die kühlenden Arzneimittel (mm. refrigerantia, qingyao) Scutellariae radix (Huangqin) und Forsythiae fructus (Lianqiao) wurden aus der Rezeptur herausgenommen und die folgenden stützenden Mittel (mm. supplentia, yiyao) ergänzt:
  • Ophiopogonis radix (Maimendong) 6 g

  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 15 g

  • Schisandrae fructus (Wuweizi)Wuweizi (Schisandrae fructus)Schisandrae fructus (Wuweizi) 3 g

Die Behandlungsabstände wurden nun auf alle 14 Tage, später auf einmal im Monat ausgedehnt. Die Patientin berichtete, dass sie immer belastbarer wurde, schwere Gartenarbeit verrichtete und auch mehrere Stunden Sport treiben konnte. Aus Angst vor einem Rückfall in die Müdigkeit und Erschöpfung wollte sie die Behandlung gerne fortführen, bis sie sich ausreichend stabil fühlte. Einige Jahre später erzählte sie, dass die Nasennebenhöhlen kein größeres Problem mehr gewesen seien.

7. Fall

Der 31-jährige Arzt hatte seit etwa zehn Jahren jeden Winter mehrere über Wochen anhaltende Nasennebenhöhlenentzündungen und Bronchitiden. Sobald ein Infekt abgeklungen war, trat kurze Zeit später der nächste auf. Die Nase war über Monate verstopft und auch im Sommer nie richtig frei, er hatte viel gelben Schleim und schwere Hustenanfälle. Der junge Mann war sportlich sehr aktiv, fuhr das ganze Jahr mit dem Fahrrad und hatte mehrere Marathonläufe bestritten. Gleichzeitig arbeitete er viel und war oft müde. Er berichtete auch über rezidivierende Rückenschmerzen in der Lumbalregion und ein Wärmebedürfnis. Zum Frühstück hatte er jeden Morgen ein Müsli mit Joghurt.
Der Zungenkörper war hellrot, der Zungenbelag weiß und vor allem in der Mitte und an der Zungenwurzel verdickt. Die Pulse waren erschöpft und behäbig (depleti und languidi, xu huan).
Diagnose
Energetische Schwäche (depletio, xu) des Yang des Fk Niere (yang renale, shenyang) mit Schleim (pituita, tan) im Fk Lunge (o. pulmonalis, fei)
Therapeutisches Vorgehen
  • Das Yang des Fk Niere (yang renale, shenyang) erwärmen

  • Schleim (pituita, tan) umwandeln

  • Das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) absenken

Arzneitherapie
  • Perillae fructus (Zisuzi)Zisuzi (Perillae fructus)Perillae fructus (Zisuzi) 10 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 10 g

  • Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Chenpi (Citri reticulatae pericarpium) 10 g

  • Magnoliae Magnoliae cortex (Houpo)cortex (Houpo (Magnoliae cortex)Houpo) 6 g

  • Angelicae sinensis radix (Danggui)Danggui (Angelicae sinensis radix)Angelicae sinensis radix (Danggui) 6 g

  • Peucedani radix (Qianhu) 10 g

  • Zingiberis Zingiberis rhizoma (Ganjiang)rhizoma (Ganjiang (Zingiberis rhizoma)Ganjiang) 10 g

  • Aconiti radix lateralis praeparata (Fuzi)Aconiti radix lateralis praeparata (Fuzi) 30 g

  • Alpiniae oxyphyllae radix (Yizhiren)Alpiniae oxyphyllae radix (Yizhiren) 10 g

  • Mantidis ootheca (Sangpiaoxiao)Mantidis ootheca (Sangpiaoxiao) 10 g

  • Psoraleae semen (Buguzhi)Psoraleae semen (Buguzhi) 10 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

Erläuterung
  • Perillae fructus (Zisuzi), Pinelliae rhizoma (Banxia), Citri reticulatae pericarpium (Chenpi), Magnoliae cortex (Houpo), Angelicae sinensis radix (Danggui) und Peucedani radix (Qianhu) wandeln Schleim (pituita, tan) um, senken das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) ab und beruhigen Husten.

  • Zingiberis rhizoma (Ganjiang), Aconiti radix lateralis praeparata (Fuzi), Alpiniae oxyphyllae radix (Yizhiren), Mantidis ootheca (Sangpiaoxiao) und Psoraleae semen (Buguzhi) wärmen das Yang des Fk Niere (yang renale, shenyang) und adstringieren das Struktivpotenzial (jing).

Verlauf
Der junge Mann verzichtete auf Kuhmilchprodukte und nahm insgesamt für fünfzehn Monate oben stehendes Dekokt ein. Schon nach den ersten Tagen hatte er das Gefühl einer freieren Nase und einer spürbaren Verbesserung des Allgemeinbefindens. Den darauffolgenden Winter traten keine länger anhaltenden Atemwegsinfekte mehr auf. Er ist nun seit vielen Jahren stabil und hat höchstens einmal im Jahr für wenige Tage einen grippalen Infekt.

Infektanfälligkeit

1. Fall: Infektanfälligkeit, Ekzem

Der sehr lebhafte neunjährige Junge kam am 18. Januar 2005 in meine Behandlung. Seit vielen Jahren hatte er nahezu ganzjährig viele Infekte mit laufender Nase, Husten, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen und Fieber. Der Kinderarzt hatte öfter eine Tonsillitis oder Otitis media diagnostiziert und antibiotisch behandelt. Seit frühester Kindheit waren auch ständig die Lymphknoten geschwollen.Infektanfälligkeit, Ekzem:FallbeispieleInfektanfälligkeitInfektanfälligkeit:FallbeispieleFallbeispiele:Infektanfälligkeit, Ekzem
Seit einigen Monaten waren nun immer wieder Juckreiz und Ekzeme an verschiedenen Körperstellen aufgetreten. Betroffen waren vor allem die Achseln und die Handgelenke und Hände. Die Mutter vermutete einen Zusammenhang mit bestimmtem Essen wie Popcorn oder Chips. Ein Allergietest war negativ ausgefallen, im Labor war eine Eosinophilie aufgefallen.
Der Zungenkörper war auffallend rot, hatte viele Punkte an der Zungenspitze und wenig Zungenbelag. Die Pulse waren angefüllt und saitenförmig (replet und chordal, shi xian).
Diagnose
Infektanfälligkeit infolge rezidivierender Wind-Hitze-Schrägläufigkeiten (calor-venti-Heteropathien, fengre xie), die nicht vollständig ausgeleitet wurden und zu residualer Hitze (residualer calor, re) im Inneren (intima, li) Wind-Hitze-Schrägläufigkeit (calor-venti-Heteropathie, fengre xie)rezidivierende Wind-Hitze-Schrägläufigkeiten (calor-venti-Heteropathie, fengre xie), die nicht vollständig ausgeleitet wurden und zu residualer Hitze (residualer calor, re) im Inneren (intima, li) führtenre (Hitze, calor)li (Inneres, intima)intima (Inneres, li)Inneres (intima, li)Hitze (calor, re)fengre xie (Wind-Hitze-Schrägläufigkeit, calor-venti-Heteropathie)calor-venti-Heteropathie (Wind-Hitze-Schrägläufigkeit, fengre xie)calor (Hitze, re)führten.
Therapeutisches Vorgehen
  • Hitze im Inneren (calor intimae, lire) kühlen

  • Die Oberfläche (extima, biao) offenhalten

  • Die Verdauungsfunktionen stabilisieren

Akupunktur
  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20 („Teich des Windes“, fengchi)

  • 3E 5/T T 5 (3E 5, waiguan)5 („Äußeres Passtor“, waiguan (3E 5, T 5)waiguan)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 („Vereinte Täler“, hegu)

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 („Gekrümmter Teich“, quchi)

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanli (Ma 36, S 36)zusanli)

  • Ma Ma 40 (S 40, fenglong)40/S 40 („Üppige Fülle“, fenglong)

  • Gb Gb 41 (F 41, zulinqi)41/F 41 („Am Rand der Tränen des Fußes“, zulinqi)

Erläuterung
  • 3E 3E 5 (T 5, waiguan)5/T 5 und Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 halten die Oberfläche (extima, biao) offen und stabilisieren die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20 und Gb 41/F 41 zerstreuen Wind (ventus, feng) sowie Schwellungen im Hals und Nackenbereich.

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 kühlt Hitze (calor, re) und Hitze des Xue (calor xue, xuere).

  • Ma Ma 36 (S 36, zusanli)36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 und Ma Ma 40 (S 40, fenglong)40/S 40 stützen die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) und leiten Schleim (pituita, tan) aus.

Im Verlauf der Behandlung wurden für die hartnäckigen Lymphknotenschwellungen auch folgende Punkte verwendet:
  • 3E 3E 10 (T 10, tianjing)10/T 10 („Brunnen des Himmels“, tianjing)

  • Di Di 14 (IC 14, binao)14/IC 14 („Arm und Schulterblatt“, binao)

Arzneitherapie
  • Bupleuri Bupleuri radix (Chaihu)radix (Chaihu (Bupleuri radix)Chaihu) 7,5 ml

  • Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) 7,5 ml

  • Gardeniae Gardeniae fructus (Zhizi)fructus (Zhizi (Gardeniae fructus)Zhizi) 7,5 ml

  • Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) 5 ml

  • Scrophulariae Scrophulariae radix (Xuanshen)radix (Xuanshen (Scrophulariae radix)Xuanshen) 7,5 ml

  • Gypsum (Shigao)Gypsum fibrosum (Shigao (Gypsum)Shigao) 15 ml

  • Pruni armeniacae Pruni armeniacae semen (Xingren)semen (Xingren (Pruni armeniacae semen)Xingren) 7,5 ml

  • Cicadae Cicadae periostracum (Chantui)periostracum (Chantui (Cicadae periostracum)Chantui) 5 ml

  • Bombyx Bombyx batryticatus (Jiangcan)batryticatus (Jiangcan (Bombyx batryticatus)Jiangcan) 5 ml

  • Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) 10 ml

  • Hordei fructus Hordei fructus germinatus (Maiya)germinatus (Maiya (Hordei fructus germinatus)Maiya) 7,5 ml

  • Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu (Massa medicata fermentata)Shenqu) 7,5 ml

Erläuterung
  • Bupleuri Bupleuri radix (Chaihu)radix (Scutellariae radix (Huangqin)Chaihu) und Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) heben eingestaute Hitze-Schrägläufigkeiten (calor-Heteropathien, rexie) empor und kühlen.

  • Gardeniae Gardeniae fructus (Zhizi)fructus (Zhizi (Gardeniae fructus)Zhizi) und Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) kühlen Hitze (calor, re), die durch Einstauung entstanden ist.

  • Gypsum Gypsum (Shigao)fibrosum (Shigao (Gypsum)Shigao) und Scrophulariae Scrophulariae radix (Xuanshen)radix (Xuanshen (Scrophulariae radix)Xuanshen) kühlen Hitze (calor, re) in der Qi- und Xue-Ebene.

  • Cicadae Cicadae periostracum (Chantui)periostracum (Chantui (Cicadae periostracum)Chantui), Bombyx Bombyx batryticatus (Jiangcan)batryticatus (Jiangcan (Bombyx batryticatus)Jiangcan) und Tribuli Tribuli fructus (Baijili)fructus (Baijili (Tribuli fructus)Baijili) zerstreuen Wind (ventus, feng), vor allem in der Haut, und beruhigen Juckreiz.

  • Hordei fructus Hordei fructus germinatus (Maiya)germinatus (Maiya (Hordei fructus germinatus)Maiya) und Massa medicata Massa medicata fermentata (Shenqu)fermentata (Shenqu (Massa medicata fermentata)Shenqu) fördern die Verdauung und lösen Blockaden.

Verlauf
Drei Wochen nach Beginn der Behandlung hatte der Junge noch einen schweren Infekt. Nach insgesamt sechs Wochen waren Husten, Schnupfen, Hals- und Ohrenschmerzen abgeklungen. Lediglich ein Lymphknoten am Hals blieb weiterhin geschwollen. Die Haut beruhigte sich ebenfalls vollständig.

2. Fall: Infektanfälligkeit, allergische Diathese

Der 12-jährige Junge kam am 30. September 2004 in meine Behandlung, nachdem er seit März des gleichen Jahres viermal eine eitrige Tonsillitis gehabt hatte. Jedes Mal hatte er hohes Fieber über mehrere Tage, war entsprechend geschwächt und auch verwirrt und musste insgesamt drei Wochen der Schule fernbleiben. Der Hausarzt hatte ihn jedes Mal mit einem Antibiotikum behandelt und nun die Tonsillektomie empfohlen. Die letzte Episode lag drei Wochen zurück. Bei der Racheninspektion waren beide Tonsillen hypertrophiert. Es bestand eine diskrete Lymphknotenschwellung am Hals rechts. Im Vorjahr war der Junge erfolgreich wegen einer allergischen Konjunktivitis behandelt worden und war auch dieses Jahr ohne allergische Beschwerden geblieben.InfektanfälligkeitInfektanfälligkeit, allergische Diathese:FallbeispieleFallbeispiele:Infektanfälligkeit, allergische DiatheseAllergische Diathese
Der Zungenkörper war rot, an drei Stellen war der Zungenbelag wie weggefressen, die Pulse waren saitenförmig (chordal, xian).
Diagnose
Die Diagnose lautete Infektanfälligkeit aufgrund latenter Hitze (latenter calor, fure), die durch frische Wind-Hitze-Schrägläufigkeiten (calor-venti-Heteropathie, fengre xie) mobilisiert Wind-Hitze-Schrägläufigkeit (calor-venti-Heteropathie, fengre xie)re (Hitze, calor)latente Hitze (latenter calor, re), die durch frische Wind-Hitze-Schrägläufigkeit (calor-venti-Heteropathie, fengre xie) mobilisiert wirdHitze (calor, re)fengre xie (Wind-Hitze-Schrägläufigkeit, calor-venti-Heteropathie)calor-venti-Heteropathie (Wind-Hitze-Schrägläufigkeit, fengre xie)calor (Hitze, re)wird.
Therapeutisches Vorgehen
  • Latente pathogene Hitze (calor, re) klären

  • Wind-Hitze (calor venti, fengre) zerstreuen

  • Zusammenballungen zerteilen

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 („Vereinte Täler“, hegu)

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 („Gekrümmter Teich“, quchi)

  • Lu Lu 10 (P 10, yuji)10/P 10 („Fischbauchgrenze“, yuji)

  • Ren Ren 6 (Rs 6, qihai)6/Rs 6 („Meer des Qi“, qihai)

  • Ni Ni 3 (R 3, taixi)3/R 3 („Mächtiger Wasserlauf“, taixi)

Erläuterung
  • Gb Gb 20 (F 20, fengchi)20/F 20 und Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und stabilisieren die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 und Lu Lu 10 (P 10, yuji)10/P 10 kühlen Hitze des Xue (calor xue, xuere) und Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei).

  • Ren Ren 6 (Rs 6, qihai)6/Rs 6 und Ni Ni 3 (R 3, taixi)3/R 3 stützen das Qi des Fk Niere (qi renale, shenqi) und das echte Yang (yang merum, zhenyang).

Arzneitherapie
  • Arctii Arctii fructus (Niubangzi)fructus (Niubangzi (Arctii fructus)Niubangzi) 5 ml

  • Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) 5 ml

  • Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) 10 ml

  • Lonicerae Lonicerae flos (Jinyinhua)flos (Jinyinhua (Lonicerae flos)Jinyinhua) 10 ml

  • Fritillariae thunbergii Fritillariae thunbergii bulbus (Zhebeimu)bulbus (Zhebeimu (Fritillariae thunbergii bulbus)Zhebeimu) 10 ml

  • Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) 10 ml

  • Scrophulariae Scrophulariae radix (Xuanshen)radix (Xuanshen (Scrophulariae radix)Xuanshen) 10 ml

  • Paeoniae lactiflorae Paeoniae lactiflorae radix (Baishao)radix (Baishao (Paeoniae lactiflorae radix)Baishao) 10 ml

  • Jujubae Jujubae fructus (Dazao)fructus (Dazao (Jujubae fructus)Dazao) 5 ml

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 5 ml

Erläuterung
  • Arctii Arctii fructus (Niubangzi)fructus (Niubangzi (Arctii fructus)Niubangzi), Schizonepetae Schizonepetae herba (Jingjie)herba (Jingjie (Schizonepetae herba)Jingjie) und Lonicerae Lonicerae flos (Jinyinhua)flos (Jinyinhua (Lonicerae flos)Jinyinhua) kühlen und zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao), Fritillariae thunbergii Fritillariae thunbergii bulbus (Zhebeimu)bulbus (Zhebeimu (Fritillariae thunbergii bulbus)Zhebeimu) und Scrophulariae Scrophulariae radix (Xuanshen)radix (Xuanshen (Scrophulariae radix)Xuanshen) zerteilen Zusammenballungen.

  • Darüber hinaus bilden die letzten fünf Arzneimittel das „Modifizierte Scutellaria-Dekokt“ (Jiajian huangqin tang) zum Kühlen von latenter Hitze (latenter calor, fure) und Stützen des Yin des Fk Niere (yin renale, shenyin).

Verlauf
Wir führten über das Winterhalbjahr insgesamt elf Behandlungen in zwei- bis dreiwöchigen Abständen durch. Im gesamten Winter hatte der Junge nur einen fieberhaften Infekt über drei Tage und keine Tonsillitis mehr. Die hypertrophen Mandeln wurden zunehmend kleiner. Gelegentlich traten leichte Halsschmerzen auf. Im darauffolgenden Frühjahr und Sommer war der Junge beschwerdefrei.

3. Fall: Allergisches Asthma, Pollinose, Lebensmittelkreuzallergien, rezidivierende Tonsillitis

Die 12-jährige Patientin kam am 3. April 2002 erstmals in meine Behandlung. Sie litt bereits seit dem 4. Lebensjahr unter allergischem Asthma. Die schlimmste Zeit war von Ende Januar bis Anfang Juni. Der Allergietest hatte eine starke Reaktion auf Haselnuss und Birke sowie schwächer auf Erle und Gräser gezeigt. Die schulmedizinische Medikation bestand aus zwei inhalativen β-Mimetika, einem Leukotrienantagonisten und Xusal. Daneben bestanden Beschwerden im Sinne einer allergischen Konjunktivitis, einem leichten Ellenbeugenekzem sowie seit einem Jahr zunehmende Kreuzallergien auf Äpfel, Birnen, Steinobst, Paprika, Tomaten und Nüsse. Das Mädchen hatte außerdem chronisch rezidivierende Tonsillitiden.rezidivierende TonsillitisPollinoseLebensmittelkreuzallergienFallbeispiele:Allergisches AsthmaAllergisches Asthma:Pollinose
Der Zungenkörper war gerötet, vor allem an der Zungenspitze zeigten sich viele rote Punkte, der Zungenbelag war dünn und weiß, die Pulse waren ausgesprochen angefüllt und saitenförmig (replet und chordal, shi xian).
Diagnose
Aufgrund der Hauptbeschwerden wurde die Diagnose Hitze-bedingtes (calor, re) Hitze-bedingtes (calor, re) AsthmaAsthma:Hitze-bedingtesAsthma gestellt.
Therapeutisches Vorgehen
  • Das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) dynamisieren und absenken

  • Hitze (calor, re) kühlen

  • Keuchatmung beruhigen

Akupunktur
  • Bl Bl 12 (V 12, (fengmen)12/V 12 („Pforte der Winde“, fengmen)

  • Bl Bl 13 (V 13, feishu)13/V 13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu)

  • Ren Ren 17 (Rs 17, tanzhong)17/Rs 17 („Vorhof der Brust“, tanzhong)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 („Vereinte Täler“, hegu)

  • Lu Lu 7 (P 7, lieque)7/P 7 („Reihe von Lücken“, lieque)

  • Ma Ma 40 (S 40, fenglong)40/S 40 („Üppige Fülle“, fenglong)

  • Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 („Die mächtige große Straße“, taichong)

Erläuterung
  • Bl Bl 13 (V 13, feishu)13/V 13 und Ren Ren 17 (Rs 17, tanzhong)17/Rs 17 regulieren den Qi-Fluss des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und wirken absenkend.

  • Lu Lu 7 (P 7, lieque)7/P 7 und Ma Ma 40 (S 40, fenglong)40/S 40 wandeln Schleim (pituita, tan) um und senken ebenfalls ab.

  • Bl Bl 12 (V 12, (fengmen)12/V 12, Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC 4 und Le Le 3 (H 3, taichong)3/H 3 zerstreuen Wind (ventus, feng), kühlen Hitze (calor, re) und wirken entkrampfend.

Arzneitherapie
  • Ephedrae Ephedrae herba (Mahuang)herba (Mahuang (Ephedrae herba)Mahuang) 5 g

  • Pruni armeniacae Pruni armeniacae semen (Xingren)semen (Xingren (Pruni armeniacae semen)Xingren) 9 g

  • Pinelliae Pinelliae rhizoma (Banxia)rhizoma (Banxia (Pinelliae rhizoma)Banxia) 6 g

  • Zingiberis rhizoma Zingiberis rhizoma viridis (Shengjiang)viridis (Shengjiang (Zingiberis rhizoma viridis)Shengjiang) 3 Scheiben

  • Paeoniae lactiflorae Paeoniae lactiflorae radix (Baishao)radix (Baishao (Paeoniae lactiflorae radix)Baishao) 9 g

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 3 g

  • Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) 8 g

  • Ophiopogonis Ophiopogonis radix (Maimendong)radix (Maimendong (Ophiopogonis radix)Maimendong) 6 g

Erläuterung
  • Ephedrae Ephedrae herba (Mahuang)herba (Mahuang (Ephedrae herba)Mahuang) und Pruni armeniacae Pruni armeniacae semen (Xingren)semen (Xingren (Pruni armeniacae semen)Xingren) bewegen das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi).

  • Pinelliae Pinelliae rhizoma (Banxia)rhizoma (Banxia (Pinelliae rhizoma)Banxia) und Zingiberis rhizoma Zingiberis rhizoma viridis (Shengjiang)viridis (Shengjiang (Zingiberis rhizoma viridis)Shengjiang) wandeln Schleim (pituita, tan) um.

  • Paeoniae lactiflorae Paeoniae lactiflorae radix (Baishao)radix (Baishao (Paeoniae lactiflorae radix)Baishao) und Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) stützen das Yin und die Säfte (jinye) und wirken dadurch entspannend.

  • Scutellariae Scutellariae radix (Huangqin)radix (Huangqin (Scutellariae radix)Huangqin) und Ophiopogonis Ophiopogonis radix (Maimendong)radix (Maimendong (Ophiopogonis radix)Maimendong) kühlen Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei).

Verlauf
Bereits nach einer Behandlung konnten die Dosieraerosole abgesetzt werden, wobei sich die Peak-flow-Werte mit dem Spirometer gleichzeitig verbesserten. Die sportliche Leistungsfähigkeit verbesserte sich deutlich. Nach sechs Behandlungen wurden auch alle anderen Medikamente abgesetzt. Allerdings musste zwischenzeitlich eine erneute eitrige Tonsillitis mit Penicillin behandelt werden. Die Patientin erhielt deshalb für ihre Mandeln ein weiteres Rezept:
  • Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) 10 ml

  • Lonicerae Lonicerae flos (Jinyinhua)flos (Jinyinhua (Lonicerae flos)Jinyinhua) 10 ml

  • Cicadae Cicadae periostracum (Chantui)periostracum (Chantui (Cicadae periostracum)Chantui) 10 ml

  • Arctii Arctii fructus (Niubangzi)fructus (Niubangzi (Arctii fructus)Niubangzi) 10 ml

  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 10 ml

  • Fritillariae thunbergii Fritillariae thunbergii bulbus (Zhebeimu)bulbus (Zhebeimu (Fritillariae thunbergii bulbus)Zhebeimu) 10 ml

  • Scrophulariae Scrophulariae radix (Xuanshen)radix (Xuanshen (Scrophulariae radix)Xuanshen) 10 ml

  • Platycodi Platycodi radix (Jiegeng)radix (Jiegeng (Platycodi radix)Jiegeng) 10 ml

  • Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) 5 ml

Erläuterung
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe), Arctii Arctii fructus (Niubangzi)fructus (Niubangzi (Arctii fructus)Niubangzi), Cicadae Cicadae periostracum (Chantui)periostracum (Chantui (Cicadae periostracum)Chantui) und Lonicerae Lonicerae flos (Jinyinhua)flos (Jinyinhua (Lonicerae flos)Jinyinhua) zerstreuen Wind-Hitze (calor venti, fengre) und Toxisches.

  • Scrophulariae Scrophulariae radix (Xuanshen)radix (Xuanshen (Scrophulariae radix)Xuanshen), Fritillariae thunbergii Fritillariae thunbergii bulbus (Zhebeimu)bulbus (Zhebeimu (Fritillariae thunbergii bulbus)Zhebeimu) und Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) kühlen Hitze (calor, re) und zerteilen Schwellungen.

  • Platycodi radix (Jiegeng) und Glycyrrhizae Glycyrrhizae radix (Gancao)radix (Gancao (Glycyrrhizae radix)Gancao) fördern den Qi-Fluss im Halsbereich.

Zusätzlich wurden zur Kühlung von Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) die folgenden Punkte behandelt:
  • Di Di 11 (IC 11, quchi)11/IC 11 („Gekrümmter Teich“, quchi)

  • Lu Lu 10 (P 10, yuji)10/P 10 („Fischbauchgrenze“, yuji)

  • Ma Ma 44 (S 44, neiting)44/S 44 („Innere Vorhalle“, neiting)

Diese Behandlung wurde insgesamt noch für ein Jahr fortgeführt, wobei die Patientin einmal pro Monat zur Behandlung kam. In diesem Jahr traten keinerlei asthmatische Beschwerden und auch keine neue Tonsillitis auf.

4. Fall

Die 30-jährige Gymnasiallehrerin kam, weil sie vor eineinhalb Jahren an einer Mononukleose erkrankt war und sich davon immer noch nicht richtig erholt hatte. Sie war vorher sportlich sehr aktiv gewesen, fühlte sich aber körperlich immer noch nicht in der Lage, sich stärker zu belasten. Das Pfeiffersche Drüsenfieber war anfangs nicht erkannt und zunächst dreimal als Tonsillitis antibiotisch behandelt worden. Sie war damals extrem müde gewesen, längere Zeit bettlägerig und arbeitsunfähig. Darüber hinaus hatte sie geschwollene Lymphknoten, subfebrile Temperaturen und über neun Monate eine Splenomegalie gehabt sowie eine deutliche Gewichtsabnahme.
Nun hatte sie alle paar Wochen von neuem Schübe mit Hitzegefühl und Frösteln im Wechsel, Halsschmerzen, weiß belegte Zunge und Tonsillen, starker Mattigkeit und Antriebslosigkeit sowie eine damit einhergehende Sonnenunverträglichkeit. Diese Phasen dauerten ein bis zwei Wochen, besserten sich dann etwas, ohne dass sie sich wirklich gesund fühlte.
Ihr Zungenkörper zeigte eine deutlich gerötete Zungenspitze sowie einen weißen und etwas trockenen Zungenbelag. Die Pulse waren schlüpfrig (lubrici, hua).
Diagnose
Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) in der Wehrenergie- und Qi-Ebene (qi defensivum und Qi, weiqi qi) mit Überwiegen von Feuchtigkeit (humor, shi)
Therapeutisches Vorgehen
  • Das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) absenken

  • Feuchtigkeit (humor, shi) im mittleren Wärmebereich (mittleres Calorium, zhongjiao) umwandeln

  • Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) diuretisch ausleiten

Akupunktur
  • Gb 20/F F 20 (Gb 20, fengchi)20 („Teich des Windes“, fengchi (Gb 20, F 20)fengchi)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Di 11/IC IC 11 (Di 11, quchi)11 („Gekrümmter Teich“, quchi (Di 11, IC 11)quchi)

  • 3E 5/T T 5 (3E 5, waiguan)5 („Äußeres Passtor“, waiguan (3E 5, T 5)waiguan)

  • Gb 34/F F 34 (Gb 34, yanglingquan)34 („Quelle am sonnenbeschienenen Grabhügel“, yanglingquan (Gb 34, F 34)yanglingquan)

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Gb Gb 41 (F 41, zulinqi)41/F 41 („Am Rand der Tränen des Fußes“, zulinqi)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Di 4/IC 4 und 3E 5/T 5 öffnen die Oberfläche (extima, biao) und verteilen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Gb 20/F 20 und Di 11/IC 11 leiten Wind (ventus, feng), Hitze (calor, re) und Feuchtigkeit (humor, shi) aus.

  • Gb 34/F 34 und Ma 40/S 40 leiten Feuchtigkeit (humor, shi) und Hitze (calor, re) aus.

  • Gb 41/F 41 und Le 3/H 3 zerstreuen Zusammenballungen des Halses.

Arzneitherapie
  • Armeniacae semen (Xingren)Xingren (Armeniacae semen)Armeniacae semen (Xingren) 7 g

  • Amomi cardamomi fructus (Baidoukou)Amomi cardamomi fructus (Baidoukou) 2 g

  • Coicis Coicis semen (Yiyiren)semen (Yiyiren (Coicis semen)Yiyiren) 9 g

  • Magnoliae Magnoliae cortex (Houpo)cortex (Houpo (Magnoliae cortex)Houpo) 3 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 5 g

  • Talcum (Huashi)Talcum (Huashi) 9 g

  • Tetrapanacis medulla (Tongcao)Tetrapanacis medulla (Tongcao) 9 g

  • Lopatheri herba (Danzhuye)Lopatheri herba (Danzhuye) 3 g

  • Forsythiae Forsythiae fructus (Lianqiao)fructus (Lianqiao (Forsythiae fructus)Lianqiao) 3 g

Erläuterung
Bei der verordneten Rezeptur handelt es sich um das klassische „Dekokt der drei Samen“ (Sanren tang). Diese wurden mit Forsythiae fructus (Lianqiao) ergänzt, um Zusammenballungen im Halsbereich zu zerstreuen.
Verlauf
Die junge Frau wurde kontinuierlich über neun Monate in der beschriebenen Art behandelt, anfangs wöchentlich, später alle zwei bis drei Wochen. Über die gesamte Zeit stabilisierte sich ihr Zustand zunehmend, was sie Jahre später noch einmal bestätigen konnte. Neun Wochen nach Behandlungsbeginn war sie in den Sommerferien drei Wochen lang in Südtirol beim Wandern. Während dieser Zeit war sie mehrfach sieben Stunden am Tag in den Bergen unterwegs und bewältigte dabei 1.400 Höhenmeter. Danach hatte sie wieder Zuvertrauen zu sich selbst und ihren Körper gefasst.

5. Fall

Der 20-jährige Mann kam Ende Januar, weil er seit einigen Jahren unter einer Infektanfälligkeit litt. Er erzählte, dass er mindestens vier- bis fünfmal im Jahr einen Infekt habe, der oft bis zu zwei Wochen andauere. Nach dem Abitur hatte er eine Ausbildung zum Maurer begonnen. Aktuell war er auch wieder erkrankt und seit einer Woche arbeitsunfähig. Die Beschwerden fingen oft an mit einem Erschöpfungsgefühl, Kopfschmerzen, Halsweh, Husten und Schnupfen. Er hatte reichlich Nasensekret, sowohl gelb und grün, aber auch klar, der Geruchssinn war stark eingeschränkt. Er hatte einen heißen Kopf und Schmerzen vor allem im Stirnbereich.
Zusätzlich hatte er seit einem halben Jahr ein dyshidrotisches Ekzem an Händen und Füßen entwickelt. Allergien seien mal festgestellt worden, er wusste aber nicht mehr welche, und vor zwei Jahren sei der Verdacht auf eine Kuhmilchunverträglichkeit dazugekommen. Vor vier Jahren war er längere Zeit an einem Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt. Sein Appetit, die Verdauung und der Schlaf waren gut, allerdings war auffällig, dass er sich nach der Arbeit häufig schon um 19 Uhr ins Bett legte und über häufige Stimmungstiefs berichtete.
Der Zungenkörper war gerötet und in der Mitte zeigte sich ein leicht gelber Zungenbelag. Die Pulse waren schlüpfrig (lubrici, hua) und saitenförmig (chordales, xian).
Diagnose
  • Energetische Schwäche der Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) mit Schleim (pituita, tan)

  • Einstauungen des Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi)

Therapeutisches Vorgehen
  • Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) stützen

  • Schleim (pituita, tan) umwandeln

  • Einstauungen des Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) lösen

Akupunktur
  • Di 20/IC IC 20 (Di 20, yingxiang)20 („Empfangen der Wohlgerüche“, yingxiang (Di 20, IC 20)yingxiang)

  • Di Di 4 (IC 4, hegu)4/IC IC 4 (Di 4, hegu)4 („Vereinte Täler“, hegu (Di 4, IC 4)hegu)

  • Lu 7/P P 7 (Lu 7, lieque)7 („Reihe von Lücken“, lieque (Lu 7, P 7)lieque)

  • Bl 13/V V 13 (Bl 13, feishu)13 („Einflusspunkt des Lungen-Funktionskreises“, feishu (Bl 13, V 13)feishu)

  • Ren 17/Rs Rs 17 (Ren 17, tanzhong)17 („Vorhof der Brust“, tanzhong)tanzhong (Ren 17, Rs 17)

  • Ma 36/S S 36 (Ma 36, zusanli)36 („Dritter Weiler am Fuß“, zusanlizusanli (Ma 36, S 36))

  • Ma 40/S S 40 (Ma 40, fenglong)40 („Üppige Fülle“, fenglong:(Ma 40, S 40)fenglong)

  • Mi 6/L L 6 (Mi 6, sanyinjiao)6 („Die Verbindung der drei Yin“, sanyinjiao (Mi 6, L 6)sanyinjiao)

  • Le 3/H H 3 (Le 3, taichong)3 („Die mächtige große Straße“, taichong (Le 3, H 3)taichong)

Erläuterung
  • Di 4/IC 4, Lu 7/P 7, Bl 13/V 13 und Ren 17/Rs 17 stützen das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Ma 36/S 36, Ma 40/S 40 und Mi 6/L 6 stützen das Qi der Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) und wandeln Schleim (pituita, tan) um.

  • Le 3/H 3 harmonisiert den Fk Leber (o. hepaticus, gan).

Arzneitherapie
  • Menthae Menthae herba (Bohe)herba (Bohe (Menthae herba)Bohe) 4 g

  • Astragali radix (Huangqi)Huangqi (Astragali radix)Astragali radix (Huangqi) 15 g

  • Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu)Baizhu (Atractylodis macrocephalae rhizoma)Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) 6 g

  • Saposhnikoviae Saposhnikoviae radix (Fangfeng)radix (Fangfeng (Saposhnikoviae radix)Fangfeng) 5 g

  • Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Citri reticulatae pericarpium (Chenpi)Chenpi (Citri reticulatae pericarpium) 3 g

  • Pinelliae rhizoma (Banxia)Pinelliae rhizoma (Banxia)Banxia (Pinelliae rhizoma) 6 g

  • Poria (Fuling)Poria (Fuling (Poria)Fuling) 9 g

  • Glycyrrhizae radix (Gancao)Glycyrrhizae radix (Gancao)Gancao (Glycyrrhizae radix) 3 g

  • Bupleuri radix (Chaihu)Bupleuri radix (Chaihu) 6 g

Erläuterung
  • Astragali radix (Huangqi), Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) und Saposhnikoviae radix (Fangfeng) stützen die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi).

  • Pinelliae rhizoma (Banxia), Citri reticulatae pericarpium (Chenpi), Poria (Fuling) und Glycyrrhizae radix (Gancao) wandeln Schleim (pituita, tan) um.

  • Bupleuri radix (Chaihu) und Menthae herba (Bohe) lösen Einstauungen des Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi).

Verlauf
Der junge Mann kam einmal pro Woche zur Akupunktur und nahm parallel das verordnete Dekokt ein. Um der Entstehung von Schleim (pituita, tan) entgegenzuwirken, sollte er auf Kuhmilchprodukte verzichten und Süßes reduzieren. Während der ersten zehn Wochen kam es noch einmal zu einer fieberhaften, eitrigen Bronchitis, die vom Hausarzt antibiotisch behandelt wurde. Trotzdem stabilisierten sich über diese Zeit sein Allgemeinzustand, die Müdigkeit und die labile Stimmungslage. Auch die verstopfte Nase, der Geruchsinn und die Schleimbelastung verbesserte sich deutlich. Nach drei Monaten berichtete er, dass alle Beschwerden, auch die Hautekzeme, weg seien. Um den Zustand anhaltend zu stabilisieren, konnte ich ihn motivieren, noch dreimal im Abstand von einem Monat zu kommen.

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