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B978-3-437-57640-9.10004-5

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978-3-437-57640-9

Die Pathophysiologie und Diagnostik von Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen aus Sicht der chinesischen Medizin

Michael Hoffmann

Agnes Fatrai

In diesem Kapitel gehen wir auf die Pathophysiologie von Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen aus Sicht der chinesischen Medizin ein. Hierbei ist zu beachten, dass die in der chinesischen Medizin gebräuchliche, umfangreiche Differenzierung der Symptome und pathophysiologischen Zusammenhänge die Basis unserer Ausführungen darstellt, wobei sich die von uns gewählten deutschen Ausdrücke an den chinesischen Originalbegriffen orientieren. Dies spielt auch bei den Abschnitten dieses Kapitels eine Rolle, die sich mit der chinesischen Diagnostik beschäftigen.

Zu Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen führende Agenzien

Zu den Faktoren, die Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen hervorrufen können, zählen die sechs äußeren bzw. exogenen Agenzien (d. h. ungünstige klimatische Einflüsse), die inneren Agenzien (übertriebene sieben Emotionen), die neutralen Agenzien (darunter versteht man Agenzien, die weder zu den äußeren noch zu den inneren Agenzien gerechnet werden, wie z. B. diätetische Fehler und Überarbeitung) sowie die epidemischen Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie).

Die sechs exogenen Agenzien

Dadurch, dass sich Ohren, Nase und Mund an der Körperoberfläche befinden, können hier die sechs klimatischen Exzesse (liuyin) leicht eindringen und zu Schädigungen führen. Zu den häufigen, durch die sechs klimatischen Exzesse hervorgerufenen Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen zählen beispielsweise Rhinitis acuta und Rhinitis allergica. Hierzu verweisen wir auf die entsprechenden Kapitel.
Wind (ventus, feng)
Wind (ventus, feng) bewegt sich viel und verändert sich häufig, so dass Ohren- und Nasenerkrankungen aufgrund von Wind (ventus, feng) häufig rasch beginnen und sich rasch verändern. Klinisch äußert sich Wind (ventus, feng) meistens in akuten und variantenreichen Symptomen:
  • An der Oberfläche (extima, biao):

    • Juckreiz in den Ohren, Ohrenschmerzen

    • Laufende Nase, Juckreiz in der Nase

    • Halskratzen

  • In den Netzleitbahnen (reticulares, luomai):

    • Nasenbluten

  • In Verbindung mit Feuchtigkeit (humor, shi):

    • Ohrensausen, Schwerhörigkeit, eitrige Ohrsekretion

    • Vermehrtes Nasensekret

    • Schwellungsgefühl im Hals, vermehrte Schleimbildung, Trockenheit des Halses ohne den Wunsch zu trinken

  • In Verbindung mit Hitze (calor, re):

    • Spannungs- und Druckgefühl sowie Schmerzen im Ohr, starkes Ohrensausen, plötzlich einsetzende Schwerhörigkeit, Rötung, Vorwölbung oder Perforation des Trommelfells mit Eiterfluss

    • Verstopfte Nase mit dickflüssigem, reichlichem Sekret, trockene Nase, Rückgang des Riechvermögens, Rötung der Nasenschleimhaut, Nasenmuschelschwellung, vermehrte Gefäßzeichnung im Bereich des Locus Kiesselbachii, Nasenbluten

    • Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, trockener Mund, Rötung oder lokale Schwellung der Schleimhäute, Rötung und Schwellung der Tonsillen mit Eiterpünktchen an der Oberfläche

    • Heiserkeit, Rötung der Stimmlippen

  • In Verbindung mit Kälte (algor, han):

    • Verstopfungs-, Spannungs- und Druckgefühl im Ohr, Autophonie, Ohrgeräusche, Nachlassen des Hörvermögens oder plötzlich einsetzende Schwerhörigkeit, Einziehung des Trommelfells, sichtbarer Flüssigkeitsspiegel in der Paukenhöhle

    • Verstopfte Nase, klares Sekret, häufiges Niesen, Juckreiz in der Nase, blasse Nasenschleimhaut, Nasenmuschelschwellung

    • Unangenehme Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Juckreiz im Rachen

    • Husten mit reichlich dünnflüssigem Auswurf, schwache Stimme oder Heiserkeit, Schleimhautschwellung

  • In Verbindung mit Trockenheit (ariditas, zao):

    • Juckreiz in den Ohren

    • Trockenheit der Nasen- und Rachenschleimhäute

  • In Verbindung mit Glut (ardor, huo):

    • Tragusdruckschmerz, Rötung und Schwellung des Gehörganges, beim Kauen zum Ohr ausstrahlende, ziehende Schmerzen, Spannungs- und Verstopfungsgefühl im Ohr, Nachlassen des Hörvermögens, heftigstes Ohrensausen, Hyperämie des Trommelfells

  • In Verbindung mit Feuchtigkeit (humor, shi) und Hitze (calor, re):

    • Juckreiz, Rötung und schmerzhafte Schwellung im Bereich von Gehörgang und Ohrmuschel, Absonderung von gelblich-eitrigem Sekret aus dem Gehörgang mit entzündlichen Hautarrosionen, die auf die gesamte Ohrmuschel übergreifen können, Rötung und Perforation des Trommelfells

    • Juckreiz und Schmerzen im Bereich der Nasenspitze, der Nasenflügel oder des Nasenvorhofs mit rissiger, geröteter Haut und Absonderung gelblichen Sekrets, Nasenmuschelschwellung, eitriges, dickflüssiges Nasensekret

    • Unangenehmes Gefühl im Hals, Schluckbeschwerden, leichtes diffuses Schwellungs- und Schmerzgefühl im Rachen

    • Schwache Stimme oder Heiserkeit, Anstrengung durch Sprechen, Schwellung im Bereich der Aryknorpel, eingeschränkte Beweglichkeit des Krikothyreoidgelenkes, unvollständiger Glottisschluss, Schwellung der Taschenbänder

  • In Verbindung mit Kälte (algor, han) und Feuchtigkeit (humor, shi):

    • Druck- und Spannungsgefühl sowie leichte Schmerzen im Ohr, leichte Ohrgeräusche, die wie das Blasen des Windes oder wie das Fließen von Wasser geschildert werden, allmählich abnehmendes Hörvermögen

    • Unangenehmes Gefühl im Hals, Schluckbeschwerden, schwache Stimme oder Heiserkeit, Atembeschwerden, Schwellung im Bereich der Aryknorpel, Einschränkung der Beweglichkeit und unvollständiger Schluss der Stimmlippen

Kälte (algor, han)
Kälte (algor, han) kann sowohl die Körperoberfläche schädigen als auch direkt die Leitbahnen der Funktionskreise affizieren und Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen aufgrund innerer Blockaden hervorrufen. Klinisch zeigen sich nicht wandernde, krampfartige, durch Blockaden charakterisierte Symptome:
  • Langsamer Krankheitsbeginn, relativ leichte Symptome; Ohrenschmerzen, eitrige Ohrsekretion, Ohrensausen, Schwerhörigkeit, lange Krankheitsdauer, rezidivierendes Auftreten, schwere Behandelbarkeit; hartnäckige Nasenverstopfung, klares, dünnflüssiges Sekret, häufiges Niesen, Vergrößerung der Nasenmuscheln, blasse Nasenschleimhaut, Bildung von Nasenpolypen

  • In Verbindung mit Feuchtigkeit (humor, shi): Ohrensausen, Nachlassen des Hörvermögens; unangenehme Halsschmerzen, Fremdkörpergefühl im Rachenbereich, reichlich Auswurf, Schluckbeschwerden, schwache Stimme, Ermüdung durch Sprechen, Heiserkeit, Schwellungen im Bereich der Aryknorpel, Einschränkung der Beweglichkeit und unvollständiger Schluss der Stimmlippen

Sommerhitze (aestus, shu)
Sommerhitze (aestus, shu) tritt vor allem im Sommer auf und kann, zumeist über einen Verbrauch des Qi und einer Schädigung des Yin, zu folgenden Symptomen führen:
  • Trockenheit von Mund, Nase und Hals, Furunkel, Geschwüre, Schwellungen, Nasenbluten

  • In Verbindung mit Feuchtigkeit (humor, shi): Eiter, Geschwüre und Juckreiz im Ohr

  • Bei Patienten mit gleichzeitig vorhandenen Symptomen eines Hitzschlages (percussio aestus, zhongshu): Affektion durch eine Sommerhitze-Schrägläufigkeit (aestus-Heteropathie, shuxie).

Feuchtigkeit (humor, shi )
Bei Patienten mit langwierigen, schwer behandelbaren Krankheiten sollte man eine Feuchtigkeit-Schrägläufigkeit (humor-Heteropathie, shixie) in Erwägung ziehen. Diese äußert sich im Hals-Nasen-Ohrenbereich klinisch vor allem folgendermaßen:
  • Langsamer Krankheitsbeginn; Ohrensausen, Schwerhörigkeit, eitrige Ohrsekretion; vermehrtes Nasensekret; Schwellungsgefühl im Hals, vermehrte Schleimbildung, Trockenheit des Halses ohne den Wunsch zu trinken

  • In Verbindung mit Wind (ventus, feng):

    • Juckreiz, Feuchtigkeit und Hautläsionen im Bereich von Gehörgang und Ohrmuschel, Spannungs- und Druckgefühl im Ohr, Ohrensausen, Schwerhörigkeit, eitrige Ohrsekretion mit grünlichem, dickflüssigem Sekret

    • Unangenehmes Gefühl im Hals, Schluckbeschwerden, leichte Spannungsgefühle und Schmerzen im Hals, Heiserkeit, kraftloses Sprechen, eingeschränkte Beweglichkeit der Aryknorpel, vermehrte Sekretion

  • In Verbindung mit Hitze (calor, re):

    • Rötung, schmerzhafte Schwellung und Hautläsionen im Bereich von Gehörgang und Ohrmuschel, eitrige Sekretion aus dem Gehörgang mit gelbem, dickflüssigem, übel riechenden Sekret, Rötung und Perforation des Trommelfells

    • Verstopfte Nase mit reichlich gelblichem, dickflüssigem Sekret, Einschränkung des Riechvermögens, gerötete Nasenschleimhaut, Nasenmuschelschwellung, Naseneingänge mit nässenden, geröteten Hautarrosionen und Absonderung von gelblichem Sekret, Nasenpolypen

    • Schwellungsgefühl und Schmerzen des Halses, Schluckbeschwerden, Fremdkörpergefühl im Hals, vermehrter Speichelfluss, Trockenheit des Halses ohne den Wunsch zu trinken, Husten mit dickflüssigem Auswurf, Heiserkeit, Rötung oder lokale Schwellung der Schleimhaut, vermehrte Sekretbildung, Rötung und Schwellung im Bereich der Aryknorpel und Stimmlippen, unvollständiger Glottisschluss

Trockenheit (ariditas, zao)
Trockenheit (ariditas, zao) schädigt leicht die aktiven Säfte (jin) und verbraucht die struktiven Säfte (ye). Daher sollte man bei Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen mit unangenehmem Juckreiz und Trockenheit von Ohren, Nase und Mund sowie leichter Hyperämie der Schleimhäute zunächst eine Trockenheit-Schrägläufigkeit (ariditas-Heteropathie, zaoxie) in Erwägung ziehen. Auf einer Trockenheit-Schrägläufigkeit (ariditas-Heteropathie, zaoxie) beruhende Erkrankungen treten häufig im Herbst auf, betroffen sind dabei in erster Linie ältere Personen (meist Frauen) mit einer schwachen Konstitution. Es finden sich folgende klinischen Symptome:
  • Trockene, schmerzhafte Nasenschleimhaut, dickflüssiges, trübes Nasensekret, rissige Haut in den Naseneingängen, atrophische Nasenschleimhaut, vermehrte Schorfbildung, vermehrte Gefäßzeichnung mit Schleimhauteinblutungen im Bereich des Locus Kiesselbachii

Glut (ardor, huo)
Betrachtet man nur die Symptome im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, so unterscheiden sich äußere und innere Glut (ardor, huo) kaum (s. o.). Folglich müssen auch die Allgemeinsymptome beachtet werden. Die wichtigsten klinischen Manifestationen von Glut (ardor, huo) sind:
  • Wenn Glut (ardor, huo) zu den Körperöffnungen Ohr und Nase emporschlägt: akute, rasch einsetzende, heftige lokale Schmerzen

  • Rötung und Schwellung der Ohrmuschel und des Gehörganges, Druckschmerz, heftiges Ohrensausen, Einschränkung des Hörvermögens, Rötung oder Perforation des Trommelfells, eitrige Sekretion im Gehörgang mit dickflüssigem, gelbem Eiter

  • Starkes Nasenbluten; trockene, schmerzhafte, gerötete Nasenschleimhäute, eitriges, dickflüssiges Sekret, schmerzhafte Schwellung und Rötung der Nasenspitze, der Nasenflügel und des Nasenvorhofs, vermehrte Gefäßzeichnung am Locus Kiesselbachii

Die epidemischen Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie)

Mit dem Begriff epidemische Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) fasst man verschiedene infektiöse Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen zusammen. Epidemische Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) treten zwar in allen vier Jahreszeiten auf, im Herbst und Winter werden Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen jedoch besonders leicht ausgelöst. Sie manifestieren sich klinisch im Wesentlichen auf die gleiche Weise wie auf Wind und Hitze (ventus und calor, feng re) beruhende Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen.

Die sieben Emotionen

Die übersteigerten, unkontrollierten sieben Emotionen (qiqing), d. h. Lust (voluptas, xi), Zorn (ira, nu), Sorge (solicitudo, you), Grübeln (cogitatio, si), Trauer (maeror, bei), Furcht (timor, kong) und Schreck (pavor, jing), können zu Störungen der Funktionskreise, Disharmonie von Qi und Xue und Blockaden der Leitbahnen und dadurch zu Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen führen.
Diese Emotionen können bewirken, dass die Funktionskreise inneren Wind (ventus internus, neifeng), innere Glut (ardor internus, neihuo), innere Feuchtigkeit (humor internus, neishi), innere Trockenheit (ariditas interna, neizao) und innere Kälte (algor internus, neihan) hervorbringen. Folge können vor allem Erkrankungen des Inneren von Ohren, Nase und Mund sein. Die Symptome dieser Krankheiten sind ausgeprägt, wobei sich auch deren Behandlung schwieriger gestaltet als auf den sechs klimatischen Exzessen beruhende Erkrankungen. Bei der Differentialdiagnose dieser Erkrankungen ist es erforderlich, auch die Allgemeinsymptome mit heranzuziehen.
Wenn eingestauter Zorn (ira, nu) den Fk Leber (o. hepaticus, gan) schädigt, ist der Qi-Mechanismus nicht mehr durchgängig, das Qi und das Xue blockieren in den Körperöffnungen, und dies führt im Ohrbereich zu Spannungs-, Druck- und Verstopfungsgefühl im Ohr, Ohrensausen, Nachlassen des Hörvermögens, eventuell plötzlich einsetzendem Ohrensausen und Schwerhörigkeit, Benommenheit, Schwindel etc.
Im Nasenbereich kommt es zu einer dunkelpurpurroten Färbung der Nasenschleimhaut, zu einer Hypertrophie der Nasenmuscheln, zu Nasenverstopfung oder zu Schleimhautwucherungen in der Nase.
Im Hals hat dies ein Fremdkörpergefühl mit Schluckbeschwerden zur Folge. Wenn die Netzleitbahnen (reticulares, luomai) blockiert werden, können Stimmlippenknötchen und -polypen auftreten. Kommt es zu Qi-Blockaden und Verfestigungen von Schleim (pituita, tan) mit Einstauung von Xue im Hals und im Nasopharynx, so können bakterielle Infektionen, Tumore bis hin zu Karzinome in diesem Bereich zu finden sein.
Bei übermäßigem Zorn (ira, nu) kommt es zu einer energetischen Überfülle (repletio, shi) des Qi und damit zu Glut (ardor, huo), Qi und Glut (ardor, huo) schlagen kontravektiv empor, sie verbrennen die Körperöffnung Nase, was zu Trockenheit und Schmerzen in der Nase, Hyperämie der Nasenschleimhaut mit vermehrter Gefäßzeichnung am Locus Kiesselbachii mit rezidivierendem Nasenbluten führt.
Bei übermäßigem Grübeln (cogitatio, si) werden häufig der Fk Milz (o. lienalis, pi) und der Fk Herz (o. cardialis, xin) geschädigt, so dass beide deplet werden, die Körperöffnungen Ohr und Nase werden nicht mehr genährt, und dies hat im Ohrbereich Ohrensausen, Nachlassen des Hörvermögens, Benommenheit, Schwindel etc. zur Folge.
Im Bereich der Nase kann es zu Blässe und Trockenheit der Nasenschleimhaut, zu Atrophie der Nasenmuscheln mit konsekutiver Erweiterung der Nasenhaupthöhlen, Nachlassen des Riechvermögens und eitrigem, dickflüssigem, blutig tingiertem Nasensekret mit Verschorfung kommen.
Zudem können durch übersteigerte oder sich plötzlich ändernde Emotionen bereits bestehende Erkrankungen verstärkt werden, oder sie können einen chronischen Verlauf nehmen.

Neutrale Agenzien

Diätetische Fehler
Diätetische Fehler wie z. B. einseitige Ernährung und maßloses Essverhalten können zur Schädigung der Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) führen. Dadurch wird die Quelle der Umwandlung geschwächt, Qi, Xue und die Säfte (jinye) werden nicht mehr in ausreichendem Umfang hervorgebracht und umgewandelt, die Schleimhäute von Hals, Nase und Ohren werden nicht mehr befeuchtet, und sie können erkranken. Eine Schädigung der Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) kann auch zu Erkrankungen aufgrund von Disharmonie von Yin und Yang in den Funktionskreisen führen. In diesem Zusammenhang sind auch infektiöse Magen-Darm-Erkrankungen von Bedeutung.
Überanstrengung
Aus chinesischer Sicht schädigt übermäßige körperliche Arbeit das Qi, übermäßige geistige Arbeit sowie eine zu starke Beanspruchung der Sinnesorgane führt zu einer Schädigung des Xue, und übermäßiger Geschlechtsverkehr schmälert das Struktivpotential jing. Schädigungen des Struktivpotentials jing, des Qi und des Xue können jeweils zu einer Disharmonie der Funktionskreise führen, dadurch werden die oberen Körperöffnungen nicht mehr mit raffiniertem Qi befeuchtet, was Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen zur Folge hat.

Die Krankheitsmechanismen von Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen

Der Begriff Krankheitsmechanismus beschreibt nach Affektion des menschlichen Körpers durch Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) den Ausbruch, die Entwicklung und die Rückentwicklung einer Erkrankung einschließlich der Veränderungen an den Funktionskreisen, Leitbahnen, an Qi und Xue sowie den Säften (jinye). Dieses Prinzip ist auch auf Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen anzuwenden. Auf der einen Seite spiegelt der Krankheitsmechanismus aus chinesischer Sicht die Veränderungen im menschlichen Körper durch den Kampf zwischen Geradläufigkeit und Schrägläufigkeit (Orthopathie und Heteropathie, zheng xie) wider, andererseits fasst dieser Begriff auch klinische Symptome zusammen.

Disharmonien der Funktionskreise

Im Folgenden möchten wir einige in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde häufig vorkommende Störungen von Funktionskreisen vorstellen.
Disharmonien der Fk Leber und Gallenblase (oo. hepaticus et felleus, gan dan)
Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) in den Fk Leber und Gallenblase (oo. hepaticus et felleus, gan dan)
Der Fk Leber (o. hepaticus, gan) liebt die Regulierung und die Durchgängigkeit. Bei emotionaler Unausgeglichenheit kann das Qi nicht mehr ungehindert fließen, so dass der Qi-Mechanismus eingestaut und Hitze (calor, re) hervorgebracht wird. Wenn der Fk Gallenblase (o. felleus, dan) mit affiziert wird, liegt als pathologische Veränderung häufig Glut (ardor, huo) oder Hitze (calor, re) vor, die den oberen Körperbereich verbrennen. Wenn Glut des Fk Leber (ardor hepatici, ganhuo) zum Überhandnehmen tendiert und im oberen Körperbereich die klaren Körperöffnungen stört, können Ohrensausen, Schwerhörigkeit, Kopfschmerzen und Drehschwindel auftreten.
Wenn äußere Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) in die Körperöffnung Ohr eindringen, Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) und Schrägläufig-Toxisches (Heteropathisch-Toxisches, xiedu) blockieren, in das Innere (intima, li) vordringen und die Fk Leber und Gallenblase (oo. hepaticus et felleus, gan dan) affizieren, kommt es zu Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) in den Fk Leber und Gallenblase (oo. hepaticus et felleus, gan dan), die sich entlang den Leitbahnen bewegt und sich im Ohr zusammenballt. Innere und äußere Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) verbrennen gemeinsam, dies führt zu Blockaden von Qi und Xue, in schweren Fällen auch zu einer Eiterung, was pathologische Veränderungen des Mittelohres und des äußeren Ohres wie Rötung, Schwellung, heftige Schmerzen und Eiterfluss zur Folge hat. Wenn toxische Glut (ardor, huo) stark überhand nimmt und den Processus mastoideus verbrennt, kann es zum Krankheitsbild Toxisches in der Ohrwurzel (Ergen du, entspricht in etwa einer Mastoiditis) kommen.
Kontravektiv emporschlagende Glut des Fk Leber (ardor hepatici, ganhuo)
Bei emotionaler Unausgeglichenheit staut sich das Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) ein, und nach einiger Zeit wandeln sich diese Einstauungen zu Glut (ardor, huo). Auch durch plötzlichen Zorn (ira, nu) wird der Fk Leber (o. hepaticus, gan) geschädigt, und Glut des Fk Leber (ardor hepatici, ganhuo) schlägt kontravektiv empor. Im Bereich der Nase werden die Yang-Netzleitbahnen (Yang-reticulares, yang luomai) verbrannt, und dies kann Nasenbluten zur Folge haben. An Allgemeinsymptomen können Kopfschmerzen, Ohrensausen, Rötung von Gesicht und Augen etc. bestehen.
Eingestaute Hitze (calor, re) im Fk Gallenblase (o. felleus, dan)
Wenn schrägläufige (heteropathische, xie) Hitze (calor, re) den Fk Gallenblase (o. felleus, dan) affiziert und Hitze (calor, re) des Fk Gallenblase (o. felleus, dan) entlang der Leitbahn emporschlägt, wird die Körperöffnung Nase verbrannt, die Säfte werden eingedickt. Dies kann Nasenverstopfung, gelbliches, dickflüssiges Nasensekret, Nachlassen des Riechvermögens, Rötung und Schwellung der Nasenschleimhaut und Kopfschmerzen zur Folge haben. Als Allgemeinsymptome können Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen und Druckgefühle in der Brust auftreten.
Einstauung des Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi)
Der Fk Leber (o. hepaticus, gan) liebt die Regulierung und die Durchgängigkeit. Bei emotionaler Unausgeglichenheit und inneren Schädigungen des Fk Leber (o. hepaticus, gan) werden das Lösen und Entfalten (des Qi) gestört, das Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) kann nicht mehr ungehindert fließen, so dass es zu Qi-Blockaden und Verfestigungen von Schleim (pituita, tan) kommt. Diese blockieren in Pharynx und Larynx, was ein unangenehmes Fremdkörpergefühl zur Folge hat. Oder die Einstauungen des Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) wandeln sich zu Glut (ardor, huo), diese steigt mit dem Qi kontravektiv zu Pharynx und Larynx empor und verbrennt dort die Schleimhäute, was zu Rötung, Schmerzen, Mundtrockenheit bis hin zu Schleimhautarrosionen in Pharynx und Larynx führt. Wenn sich das Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) lange Zeit über einstaut, greift die Erkrankung des Qi auf das Xue über, es kommt zu Qi-Blockaden und Xue-Stasen, und dies kann zu einem langanhaltenden unangenehmen Gefühl führen, in schweren Fällen auch zu Geschwülsten.
Disharmonien der Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei)
Überhandnehmende Hitze im Fk Magen (calor im o. stomachi, weire)
Aufgrund einer außen induzierten Hitze-Erkrankung (calor, re), bei der sich die Hitze (calor, re) in das Innere (intima, li) fortpflanzt, oder bei ungezügeltem Appetit und übermäßigem Verzehr von scharfen Speisen und Speisen mit trockenem bzw. warmem Temperaturverhalten (natura, xing) oder erhöhtem Alkoholkonsum kommt es im Fk Magen (o. stomachi, wei) zu Ansammlungen von Hitze (calor, re), im Inneren brennen Glut (ardor, huo) und Hitze (calor, re), sie schlagen entlang den Leitbahnen empor und verbrennen die Nase. Dies kann Nasenverstopfung, Nasenbluten, gelbliches, trübes Nasensekret, eine gerötete Nasenspitze und Rötung und Schwellung der Nasenschleimhaut zur Folge haben. Als Allgemeinsymptome können Fieber, Durst, Obstipation etc. auftreten.
Feuchtigkeit-Hitze in den Fk Milz und Magen (calor humidus in den oo. lienalis et stomachi, pi wei shire)
Bei ungezügeltem Appetit und bei übermäßigem Verzehr von scharfen und fettigen Speisen oder erhöhtem Alkoholkonsum kommt es in den Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) zu Ansammlungen von Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire), wodurch Klares nicht mehr emporgehoben und Trübes nicht mehr abgesenkt werden kann. Stattdessen steigt Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) entlang den Leitbahnen empor und staut sich in der Körperöffnung Nase ein.
Äußere Feuchtigkeit (humor, shi) schädigt den Fk Milz (o. lienalis, pi). Energetische Schwäche (depletio, xu) des Fk Milz (o. lienalis, pi) bringt Feuchtigkeit (humor, shi) hervor. Beide können sich einstauen und sich zu Hitze (calor, re) wandeln. Im Inneren sammelt sich Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) an, und diese verbrennt die Körperöffnung Nase. Die Folge können Rötung und Ulzeration der Haut an den Nasenlöchern, reichlich gelbliches, klebriges Nasensekret und Rötung und Schwellung der Nasenschleimhaut sein. Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) lässt daneben auch die Säfte (jinye) eindicken, so dass die Nasenschleimhaut atrophisch und das Nasensekret dickflüssig, gelblich und mit Schorf vermischt wird. Als Allgemeinsymptome können Benommenheit, Schweregefühl des Kopfes, Übelkeit und Erbrechen etc. bestehen.
Ansammlungen von Feuchtigkeit (humor, shi) aufgrund energetischer Schwäche des Fk Milz (depletio des o. lienalis, pixu)
Schädigungen durch falsche Ernährung, übermäßiges Grübeln oder Übermüdung führen zu einer energetischen Schwäche (depletio, xu) des Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi). Dadurch steigt das klare Yang nicht mehr empor, so dass die Nase nicht mehr erwärmt wird, und das trübe Yin sinkt nicht mehr ab, so dass Wasser und Feuchtigkeit (humor, shi) stagnieren und sich in der Nase ansammeln. Folgen können Nasenverstopfung, Nasenfluss mit reichlich weißlichem, klebrigem Sekret, Schwellung der Nasenschleimhaut, Polypenbildung etc. sein. Bei Defizienz des Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) kann das Qi das Xue nicht mehr sammeln, was zu Nasenbluten führen kann. Begleitende Allgemeinsymptome können Appetitlosigkeit, Spannungsgefühle im Abdomen und Diarrhö sein.
Energetische Schwäche des Qi des Fk Milz (depletio des qi lienale, piqi xu)
Der Fk Milz (o. lienalis, pi) kann konstitutionell bedingt energetisch schwach sein, aber auch durch zu viel Grübeln und Überlegen oder infolge einer falschen Ernährung geschädigt werden. Als Folge wird das Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) defizient. Nun können nicht mehr ausreichend Qi und Xue hervorgebracht werden, die Körperöffnung Ohr wird nicht mehr genährt, und Schrägläufig-Toxisches (Heteropathisch-Toxisches, xiedu) kann hier leicht blockieren. Gleichzeitig wird aufgrund der energetischen Schwäche des Fk Milz (depletio des o. lienalis, pixu) Feuchtigkeit (humor, shi) hervorgebracht, die den Fk Milz (o. lienalis, pi) belastet, das klare Yang wird nicht mehr emporgehoben, und Feuchtigkeit-Trübes (humor-Trübes, shizhuo) stagniert im Ohr. Die hier auftretenden Symptome sind Ohrensausen, Schwerhörigkeit, Drehschwindel und aufsteigende Übelkeit.
Überhandnehmende Hitze in den Fk Milz und Magen (calor in den oo. lienalis et stomachi, pi wei resheng)
Zu Glut (ardor, huo) und Hitze (calor, re) der Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) kann es kommen, wenn schrägläufige Hitze (heteropathischer calor, xiere) der Lungen-Leitbahn (c. pulmonale, fei jing) bei fehlender Behandlung von der Oberfläche (extima, biao) in das Innere (intima, li) vordringt und die Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) affiziert oder wenn aufgrund ständigen übermäßigen Verzehrs von scharfen und gebratenen Speisen und Speisen mit warmem Temperaturverhalten (natura, xing) sich in den Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) Hitze (calor, re) ansammelt. Diese überhandnehmende Hitze (calor, re) der Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) verbrennt nach oben hin Pharynx und Larynx und die Schleimhäute, Qi und Xue stauen sich ein, und die Folge sind relativ starke Rötung und Schmerzen. Die Säfte (jinye) werden zu Schleim (pituita, tan) eingedickt, dieser blockiert, und dadurch kann man Nahrung nur schwer hinunterschlucken, und man wird kurzatmig. Die überhandnehmende Hitze (calor, re) der Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei) schädigt auch die Bauenergie (qi constructivum, yingqi) und die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi), Glut (ardor, huo) und Hitze (calor, re) stören den oberen Körperbereich, so dass es zu hohem Fieber, Spannungsgefühlen und Schmerzen des Kopfes, Spannungs- und Druckgefühlen im Abdomen, einem trockenen Mund, Obstipation, gelblichem Urin, einem roten Zungenkörper und überflutenden und beschleunigten Pulsen (exundantes und celeri, hong shu) kommt.
Disharmonien der Fk Lunge und Dickdarm (oo. pulmonalis et intestini crassi, fei dachang)
Der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) dominiert das Qi, er hat eine entfaltende und absenkende Funktion, nach außen ist er mit der Haut und der Behaarung und nach innen mit dem Fk Dickdarm (o. intestini crassi, dachang) verbunden. Die Nase ist die Körperöffnung des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei). Bei einer Disharmonie des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) wird der Qi-Mechanismus behindert. Dadurch werden das Emporheben und Absenken gestört sowie die Zirkulation des Qi, des Xue und der Säfte blockiert. Dies kann zu Erkrankungen der Nase, aber auch des direkt mit der Nase verbundenen Rachens führen.
Blockaden von Hitze (calor, re) im Fk Lunge (o. pulmonalis, fei)
Wenn es zu einer äußeren Affektion durch die Schrägläufigkeit (Heteropathie, xie) Wind-Hitze (calor venti, fengre) kommt oder wenn Einstauungen von Wind-Kälte (algor venti, fenghan) sich zu Hitze (calor, re) wandeln, bedrängt die Hitze (calor, re) den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei), es kommt zu überhandnehmenden Blockaden von Hitze (calor, re) im Fk Lunge (o. pulmonalis, fei), die im oberen Körperbereich die Körperöffnung Nase verbrennen. Dies kann zu Nasenverstopfung, Nasenfluss mit gelblichem, trübem Sekret, Rötung, Schwellung und Schmerzen der Nasenöffnung und Rötung und Schwellung der Nasenschleimhaut führen. Wenn die Hitze (calor, re) die Yang-Netzleitbahnen (Yang-reticulares, yang luomai) schädigt, kommt es auch zu Nasenbluten. Als Allgemeinsymptome kommen Fieber, Husten, Keuchen und Halsschmerzen hinzu.
Energetische Schwäche des Fk Lunge (depletio des o. pulmonalis, fei xu)
Eine konstitutionell bedingte energetische Schwäche (depletio, xu), Schädigungen durch schrägläufige Hitze (heteropathischer calor, xiere), Schädigungen durch lange bestehende Erkrankungen sowie Schädigungen durch Überanstrengung können zu Schädigungen von Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und Yin des Fk Lunge (yin pulmonale, feiyin) führen.
Bei Defizienz des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) ist die Abwehr nach außen instabil, es kommt leicht zum Eindringen von äußeren Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie), die dann nicht zerstreut werden können. Durch langwierige Erkrankungen wird das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) geschädigt, die entfaltende und absenkende Funktion wird gestört, dadurch werden residuale Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) nach der Erkrankung nicht geklärt, sie blockieren in der Körperöffnung Nase, und es kommt zu depletiven chronischen Nasenerkrankungen. Bei energetischer Schwäche (depletio, xu) des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) verfestigt sich Kälte (algor, han), die Säfte (jinye) stagnieren im Inneren, und dies kann Nasenverstopfung, Niesen, Nasenfluss mit klarem Sekret, Schwellung und Blässe der Nasenschleimhaut und auch Polypenbildung zur Folge haben. Bei energetischer Schwäche (depletio, xu) des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) kann das Struktivpotential jing den oberen Körperbereich nicht mehr versorgen, Pharynx und Larynx werden nicht mehr erwärmt und genährt, ihre physiologischen Funktionen werden geschwächt, ihre Abwehrkraft gegen Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) geht zurück, residuale Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) nach Erkrankungen können leicht blockieren und verweilen. Die Symptome sind leichte Rötung, unangenehme Trockenheit und Juckreiz von Pharynx und Larynx, leise Stimme, Kurzatmigkeit, Wortkargheit und Kraftlosigkeit der Extremitäten.
Wenn eine energetische Schwäche (depletio, xu) des Yin des Fk Lunge (yin pulmonale, feiyin) vorliegt, werden die Säfte (jinye) defizient, der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) kann nicht mehr befeuchten und nähren, die Nasenschleimhaut wird nicht mehr genährt, was zu Trockenheit der Nasenhaupthöhlen, Atrophie der Schleimhaut, Schorfbildung und Verlust des Riechvermögens führen kann. Im Inneren wird Glut aufgrund energetischer Schwäche (ardor depletionis, xuhuo) hervorgebracht, diese schlägt empor, und dies führt zu leichter Rötung und leichten Schmerzen, Trockenheit, Juckreiz in Pharynx und Larynx, Husten, Heiserkeit und kraftloser Stimme.
An Allgemeinsymptomen lassen sich Husten, Kurzatmigkeit, klares, dünnflüssiges Sputum, spontane Schweißausbrüche und eventuell Trockenheit des Pharynx und Hitzegefühl auf Fußsohlen und Handflächen finden.
Disharmonien der Fk Niere und Blase (oo. renalis et vesicalis, shen pangguang)
Der Fk Niere (o. renalis, shen) speichert das Struktivpotential jing. Das ihm zugeordnete Sinnesorgan sind die Ohren. Wenn raffiniertes Qi nach oben in die Ohren eindringt, kann man gut hören. Sind aber die Funktionen des Fk Niere (o. renalis, shen) disharmonisch, kann sich dies auf das Hörvermögen auswirken. Der Fk Blase (o. vesicalis, pangguang) wird als das die Rolle der Bezirkshauptstadt spielende Organ bezeichnet, das Wasser und Feuchtigkeit (humor, shi) ausscheidet. Seine Aufgaben werden von der Qi umwandelnden Funktion des Fk Niere (o. renalis, shen) beeinflusst, so dass sich eine Disharmonie des Fk Niere (o. renalis, shen) auch auf die Aufgaben des Fk Blase (o. vesicalis, pangguang) auswirken und zu Blockaden von Wasser und Feuchtigkeit (humor, shi) führen kann. Andererseits können Blockaden von Wasser und Feuchtigkeit (humor, shi) auch den Fk Niere (o. renalis, shen) beeinflussen und Ohrenerkrankungen auslösen. Da der Fk Niere (o. renalis, shen) über die Atmung in enger Beziehung zum Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) steht, sind auch Erkrankungen der Nase, aber auch des Rachens möglich.
Energetische Schwäche des Yang des Fk Niere (depletio des yang renale, shenyang xu)
Bei energetischer Schwäche des Yang des Fk Niere (depletio des yang renale, shenyang xu) lässt das ministerielle Feuer (Feuer der Pforte des Lebensloses, ignis ministri, mingmen huo) nach, das Yang-Qi wird energetisch geschwächt (deplet, xu), es kann nicht mehr ausreichend erwärmt und umgewandelt werden, die Körperöffnung Ohr wird nicht mehr erwärmt und genährt, Kälte (algor, han) und Wasser steigen auf und affizieren das Ohr. Dies kann Schwerhörigkeit, Ohrensausen, Drehschwindel, Spannungsgefühle und Schmerzen im Ohr und Eiterfluss zur Folge haben.
Energetische Schwäche des Yin des Fk Niere (depletio des yin renale, shenyin xu)
Bei energetischer Schwäche des Yin des Fk Niere (depletio des yin renale, shenyin xu) erschöpft sich das Struktivpotential jing, die Wandlungsphase Wasser kann die Wandlungsphase Feuer nicht mehr bezwingen, Glut aufgrund energetischer Schwäche (ardor depletionis, xuhuo) schlägt empor, und die klaren Körperöffnungen werden gestört. Dadurch kann es zu Schwerhörigkeit, Ohrensausen, Drehschwindel und Eiter im Ohr kommen.
Mangelnde Verbindung zwischen den Fk Herz und Niere (oo. cardialis et renalis, xin shen)
Der der Wandlungsphase Feuer zugeordnete Fk Herz (o. cardialis, xin) und der der Wandlungsphase Wasser zugeordnete Fk Niere (o. renalis, shen) unterstützen sich gegenseitig, wenn keine Störung vorliegt. Bei energetischer Schwäche (depletio, xu) des Yin des Fk Niere (yin renale, shenyin) kann die Wandlungsphase Wasser die Wandlungsphase Feuer nicht mehr bezwingen, es besteht keine Verbindung mehr zwischen den Fk Herz und Niere (oo. cardialis et renalis, xin shen), Glut des Fk Herz (ardor cardiale, xinhuo) schlägt alleine empor und stört im oberen Körperbereich die klaren Körperöffnungen, und dies kann Ohrensausen und Schwerhörigkeit zur Folge haben.
Erschöpfung des Fk Niere (o. renalis, shen)
Der Fk Niere (o. renalis, shen) beherbergt das ursprüngliche Yin (yin primum, yuanyin) und das ursprüngliche Yang (yang primum, yuanyang). Eine Defizienz der angeborenen Anlagen, langwierige Erkrankungen, Überanstrengung und Schädigungen durch emotionale Belastungen können zu einer Erschöpfung des Fk Niere (o. renalis, shen) führen. Als Folge wird das ursprüngliche Yang (yang primum, yuanyang) defizient, der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) wird nicht mehr erwärmt und genährt, und die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) wird instabil. Dadurch kann die Schrägläufigkeit (Heteropathie, xie) Wind-Kälte (algor venti, fenghan) leicht eindringen, und dies führt dazu, dass der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) nicht mehr entfalten und absenken kann. Folge sind Juckreiz in der Nase, Niesen, Nasenfluss mit reichlich klarem, dünnflüssigem Sekret und Schwellung und Blässe der Nasenschleimhaut. Bei energetischer Schwäche (depletio, xu) des Struktivpotentials jing des Fk Niere (o. renalis, shen) wird im Inneren Glut aufgrund energetischer Schwäche (ardor depletionis, xuhuo) hervorgebracht, die zur Nase emporschlägt und die Leitbahnen verbrennt, was zu Nasenbluten führen kann. Begleitende Allgemeinsymptome können Psychroalgie in Lenden und Knien, Kälteempfindung am ganzen Körper, kalte Extremitäten, nachts vermehrte Miktion, Benommenheit, Ohrensausen, Hitzewallungen und Schweiße im Schlaf sein.
Energetische Schwäche des Fk Niere) (depletio des o. renalis, shen xu)
Eine konstitutionell bedingte energetische Schwäche (depletio, xu), Schädigungen durch lange bestehende Erkrankungen sowie Schädigungen durch Überanstrengung können zu einer energetischen Schwäche (depletio, xu) des Yin des Fk Niere (yin renale, shenyin) oder zu einer Defizienz des Yang des Fk Niere (yang renale, shenyang) führen. Depletive Schädigungen des Fk Niere (o. renalis, shen) können leicht zur Folge haben, dass nach Erkrankungen residuale Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) blockieren und verweilen oder dass äußere Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) die energetische Schwäche (depletio, xu) ausnutzen und affizieren oder dass Glut aufgrund energetischer Schwäche (ardor depletionis, xuhuo) des Yin emporschlägt oder dass depletives Yang nach oben dringt. Häufiger findet sich eine energetische Schwäche (depletio, xu) des Yin des Fk Niere (yin renale, shenyin).
Bei energetischer Schwäche des Yin des Fk Niere (depletio des yin renale, shenyin xu) können Ohren, Pharynx und Larynx nicht mehr befeuchtet werden, sie werden nicht mehr genährt, ihre Funktionen lassen nach, und Schrägläufig-Toxisches (Heteropathisch-Toxisches, xiedu) blockiert und verweilt, oder Glut aufgrund energetischer Schwäche (ardor depletionis, xuhuo) schlägt empor, schädigt die Ohren und verbrennt Pharynx und Larynx. Die Symptome sind Ohrensausen, Schwerhörigkeit, Drehschwindel, Eiter im Ohr, leichte Rötung, leichte Schmerzen und leichte Schwellung von Pharynx und Larynx, Fremdkörpergefühl, Heiserkeit, Schwäche und Ziehen in Hüften und Knien, Benommenheit, Schwindel, Ohrensausen, nächtliches Fieber und Schweiße im Schlaf.
Bei energetischer Schwäche des Yang des Fk Niere (depletio des yang renale, shenyang xu) gelangt das Yang-Qi nicht mehr nach oben zu den Ohren, sie werden nicht mehr erwärmt und genährt, und ihre Funktionen lassen nach. Folgen können Schwerhörigkeit, Ohrensausen, Drehschwindel, Spannungsgefühle und Schmerzen im Ohr sowie Eiterfluss sein.

Disharmonien von Qi und Xue

Das Qi und das Xue sind der Antrieb und die Quelle der Lebensaktivitäten des menschlichen Körpers, sie spiegeln die Aufgaben der Funktionskreise wider, und sie sind auch das Ergebnis der Aktivitäten der Funktionskreise. Daher besteht eine enge Beziehung von Qi und Xue zu den Funktionskreisen.
Unter Qi versteht man die individualspezifische aktive Energie, die den menschlichen Körper formt und dessen Leben aufrechterhält, wie z. B. das echte Qi (qi merum, zhenqi), das genuine Qi (qi genuinum, zongqi) und die Bauenergie (qi constructivum, yingqi). Außerdem beschreibt Qi auch die physiologischen Aufgaben der Funktionskreise, wie z. B. das Qi des Fk Niere (qi renale, shenqi), das Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi), das in den Leitbahnen fließende Qi (qi cardinale, jingqi) und das Qi der Speicherfunktionskreise (Qi der oo. horreales, zangqi). Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen wirken sich auf Disharmonien des Qi aus, und andererseits sind Disharmonien des Qi auch eine der wichtigsten Krankheitsmechanismen von Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen.
Absinken des Qi aufgrund energetischer Schwäche des Qi (depletio qi, qixu)
Bei Schädigung durch Überanstrengung oder bei unzureichender Versorgung aufgrund einer langwierigen Krankheit wird das ursprüngliche Qi (qi primum, yuanqi) verbraucht und geschädigt. Der Qi-Mechanismus erschöpft sich und kann das raffinierte Energiepotential nicht mehr verteilen, stattdessen sammelt sich dieses in den fünf Speicherfunktionskreisen (oo. horreales, zang) an. Somit werden die oberen Körperöffnungen nicht mehr befeuchtet und mit Struktivpotential jing genährt. HNO-Erkrankungen, die von Allgemeinsymptomen begleitet werden wie Unlust am Sprechen, kalte Gliedmaßen, Kälteempfindlichkeit, leise Stimme, spontane Schweißausbrüche, Palpitationen, Schwindel, Abgeschlagenheit, Kraftlosigkeit, häufige Miktion, klarer Urin, blasser und vergrößerter Zungenkörper und schwache (invalidi, ruo) und kraftlose Pulse werden zum Krankeitsmechanismus Absinken des Qi aufgrund energetischer Schwäche des Qi (depletio qi, qixu) gerechnet.
Qi-Blockaden und Gegenläufigkeiten (Kontravektionen, ni ) des Qi
Emotionale Unausgeglichenheit, Stagnation und Ansammlungen von Feuchtigkeit und Schleim (humor und pituita, shi tan), Blockaden und fehlende Umwandlung von Nahrung sowie Affektionen durch äußere Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) können Blockaden des Qi-Mechanismus in den Leitbahnen der Funktionskreise herbeiführen. Dadurch wird die Bewegung des Qi blockiert, und das Aufsteigen und Absinken werden gestört, wodurch es zu Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen kommen kann.
Qi-Blockaden und Gegenläufigkeiten (Kontravektionen, ni) des Qi manifestieren sich deutlich im Bereich der Fk Leber und Lunge (oo. hepaticus et pulmonalis, gan fei). Bei Zorn (ira, nu) steigt das Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) gegenläufig nach oben und dringt in den Kopf und in Mund, Nase und Ohren vor, was Spannungsgefühl und Schmerzen im Kopfbereich und im Bereich von Mund, Nase und Ohren zur Folge haben kann. Wenn das Xue zusammen mit dem Qi aufsteigt und die Leitbahnen blockiert werden, kann dies ebenfalls die genannten Symptome hervorrufen. Bei Gegenläufigkeiten (Kontravektionen, ni) des Qi und Störungen des Xue bewegt sich das Xue in den oberen Körperöffnungen nicht mehr entlang den Leitbahnen, sondern es verlässt die Netzleitbahnen (reticulares, luomai), so dass es zu Blutungen im Bereich von Mund, Nase und Ohren kommen kann.
Einstauungen des Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi), Behinderungen des Qi-Mechanismus sowie Qi-Blockaden und Xue-Stasen können zu einer schmerzhaften Hyperämie und Entzündung der Schleimhäute führen. Weiterhin sind Blockaden in den Blutgefäßen des Innenohres möglich mit ausgeprägter Verminderung des Hörvermögens.

Disharmonien der Körpersäfte (jinye)

Die Säfte (jinye) haben ihren Ursprung in der Nahrung. Sie werden vom Fk Milz (o. lienalis, pi) assimiliert und umgesetzt und mit Hilfe des Fk Drei Wärmebereiche (o. tricalorii, sanjiao) an die Funktionskreise im ganzen Körper verteilt. Die Säfte (jinye) befeuchten die vier Gliedmaßen, die Knochen, die fünf Sinnesorgane, die Körperöffnungen und die Muskeln sowie die Haut. Bei Disharmonien, defizienter Befeuchtung oder Blockade der Umwandlung von Wasser, Feuchtigkeit (humor, shi) und Schleim (pituita, tan) kann es zu Erkrankungen kommen. Disharmonien der Säfte können sich im Hals-Nasen-Ohren-Bereich folgendermaßen äußern:
Zu starker Verbrauch der Körpersäfte (jinye)
Die Säfte (jinye) befeuchten die Schleimhäute von innen und von außen. Zudem stellen sie die Innenohrflüssigkeiten (Peri- und Endolymphe) dar. Werden die Säfte (jinye) zu stark verbraucht, so werden die Schleimhäute nicht mehr ausreichend befeuchtet, und es kann zu einer Rhinitis sicca oder Pharyngolaryngitis sicca kommen. Bei einer Erschöpfung der aktiven Säfte (jin) verringert sich die Innenohrflüssigkeit, wodurch es zu Ausfallerscheinungen wie z. B. Morbus Menire kommen kann.
Blockaden von Wasser und Feuchtigkeit (humor, shi )
Ist die Zirkulation der Säfte (jinye) behindert, so stagnieren sie und sammeln sich als Wasser und Feuchtigkeit (humor, shi) an, was ebenfalls zu HNO-Erkrankungen führen kann. Wenn der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) nicht mehr entfalten und absenken kann, blockieren Säfte (jinye) in Form von Feuchtigkeit (humor, shi), wobei dies Schleimhautödeme zur Folge hat. Bei mangelnder Umsetzung durch den Fk Milz (o. lienalis, pi) oder bei energetisch geschwächtem Yang des Fk Niere (depletio des yang renale, shenyang xu) wird das Wasser nicht in Qi umgewandelt. Wasser und Feuchtigkeit (humor, shi) steigen nach oben in die oberen Körperöffnungen auf, was zu Gesichts- und Schleimhautödemen führen kann.
Zusammenballungen von Schleim-Trübem (pituita-Trübes, tanzhuo)
Wenn sich die Säfte (jinye) im Körper stauen und auf Ansammlungen von Yin-Kälte (Yin-algor, yinhan) oder kochend heißes Glut-Qi (ardor-Qi, huoqi) treffen, können sie in Schleim (pituita, tan) umgewandelt werden. Wenn sich Schleim-Trübes (pituita-Trübes, tanzhuo) in die oberen Körperöffnungen bewegt, blockiert es die Haupt- und Netzleitbahnen (cardinales und reticulares, jingmai luomai), Qi und Xue stauen sich ein und bilden lokale Schwellungen in Form z. B. von Polypen oder Granulationen. Wenn sich Schleim-Trübes (pituita-Trübes, tanzhuo) in den oberen Körperöffnungen zusammenballt, verwandelt es sich nach einiger Zeit in Glut (ardor, huo), wobei es zu Tumoren im Bereich von Ohren, Nase und Mund kommen kann. Wenn Schleim-Trübes (pituita-Trübes, tanzhuo) auf eine Wind-Schrägläufigkeit (ventus-Heteropathie, fengxie) trifft und in die oberen Körperöffnungen eindringt, verbinden sich Wind und Schleim (ventus und pituita, feng tan). Diese blockieren die Netzleitbahnen (reticulares, luomai) in Ohren, Nase und Mund, und dies kann zu Lähmungen im Gesichts- und Halsbereich führen.

Die Untersuchung mit den vier diagnostischen Verfahren in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Wie allgemein in der chinesischen Medizin werden alle vier diagnostischen Verfahren (die Untersuchung durch Befragung, durch Augenschein, durch Gehör und Geruch sowie durch Tastung) eingesetzt. Hierzu existiert spezielle Literatur, so dass hier nur auf für die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde relevante Punkte eingegangen wird.
Heutzutage werden in der klinischen Praxis außer den vier diagnostischen Untersuchungsmethoden der chinesischen Medizin auch mehr und mehr Untersuchungen mit Instrumenten der westlichen Medizin durchgeführt, um die Objektivität bei der Untersuchung zu erhöhen. Dies trägt zur Qualitätserhöhung beim Stellen der TCM-Diagnose und der Festlegung der Behandlung bei und ist hilfreich für die Zusammenfassung klinischer Erfahrungen.
Zur Untersuchung mit Instrumenten der westlichen Medizin existiert umfangreiche Literatur, so dass hier nicht darauf eingegangen wird.

Die Diagnose durch Befragung

Die Diagnose durch Befragung beinhaltet in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Fragen sowohl nach Symptomen im Bereich von Mund, Nase und Ohren als auch nach Allgemeinsymptomen. Ersteres spielt bei der Diagnose von Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen eine wichtige Rolle, Letzteres setzt man ergänzend ein. Beim Stellen der TCM-Diagnose und bei der Festlegung der Behandlung werden beide gleich gewichtet.
Befragung nach der Anamnese
Die Befragung nach der Anamnese ist in der klinischen Praxis das von den vier diagnostischen Verfahren zuerst einzusetzende Verfahren.
  • Allgemeine Befragung (Alter, Beruf etc.)

  • Befragung nach dem Zeitpunkt des Auftretens der Erkrankung und nach deren Wesen

  • Befragung nach den Umständen des Auftretens der Erkrankung und nach auslösenden Faktoren (z. B. emotionale Schwankungen, Schlafmangel, Übermüdung, vorangegangene Erkrankungen und Verletzungen, Kontakte zu anderen erkrankten Personen)

  • Befragung nach bereits erfolgter Behandlung (Arzneimittel und Therapiemethoden, westliche Medikamente)

  • Befragung nach früheren Krankheiten

  • Befragung nach der persönlichen Lebensgeschichte (früherer Wohnort, Nikotinabusus, Alkoholabusus, bei Frauen: Menstruation, Ausfluss, Schwangerschaften und Geburten; bei Kindern: Ernährungszustand, Infektionskrankheiten etc.)

  • Befragung zur Familie (eventuelle chronische Erkrankungen, Infektionskrankheiten etc.)

Befragung nach Symptomen im HNO-Bereich
Die Erkundigung nach Symptomen im HNO-Bereich stellt den Schwerpunkt der Diagnose durch Befragung in der HNO-Heilkunde dar. Sie muss sorgfältig und genau durchgeführt werden.
  • Befragung nach Schmerzen im Bereich von Hals, Nase und Ohren:

    • Art der Schmerzen?

    • Zeitpunkt und Dauer der Schmerzen?

    • Dehnen sich die Schmerzen auf andere Stellen aus?

    • Wird bei den Schmerzen Drücken als unangenehm oder als angenehm empfunden?

    • Werden kalte Umschläge oder heiße Packungen bevorzugt?

    • Treten gleichzeitig mit den Schmerzen Symptome wie Fieber, Aversion gegen Kälte, rote Augen, Kopfschmerzen etc. auf?

  • Befragung nach Juckreiz im HNO-Bereich

  • Befragung nach Sekreten aus Ohren, Nase und Mund

  • Befragung nach dem Hör-, Riech-, Schmeckvermögen

  • Befragung nach Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen

Je nach Sinnesorgan müssen die Umstände der Veränderung der jeweiligen Sinnesempfindung erfragt werden:
  • Beim Ohr:

    • Werden Ohrgeräusche wahrgenommen?

    • Besteht eine Geräuschempfindlichkeit oder verzerrtes Hören?

  • Bei der Nase:

    • Welche Gerüche werden wahrgenommen und welche nicht?

  • Beim Mund:

    • Welche der vier Geschmacksrichtungen wird wahrgenommen und welche nicht?

Befragung nach Allgemeinsymptomen
Neben der allgemeinen Befragung sind hier von besonderer Bedeutung:
  • Die Art evtl. vorhandener Kopfschmerzen

  • Der Zeitpunkt und die Dauer der Kopfschmerzen

  • Die Lokalisation der Kopfschmerzen

Weitere Diagnoseverfahren (Diagnose durch Augenschein, durch Gehör und Geruch und durch Betastung)

Bei der Diagnose durch Augenschein ist die allgemeine in der TCM übliche Inspektion durch Augenschein (u. a. Zungendiagnose) anzuwenden. Weiterhin fallen hierunter die ohne Hilfsmittel erkennbaren Veränderungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Wie bereits erwähnt, sind aber auch die Befunde, die mit modernen Untersuchungsinstrumenten erhoben werden, für die Vervollständigung der TCM-Diagnose von Bedeutung.
Auch die Diagnose durch Gehör und Geruch gehört zu einer vollständigen Befunderhebung für eine TCM-Diagnose.
Zur Diagnose durch Betastung ist im Wesentlichen die Pulsdiagnostik zu zählen, die auch bei Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen angewandt werden muss.
Zu den verschiedenen Bereichen der Diagnoseerhebung sei auf die bereits existierende umfangreiche Literatur verwiesen.

Das Stellen der TCM-Diagnose in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen gehören größtenteils zur Kategorie der so genannten verschiedenen Krankheiten (morbi varii, zabing) in der Inneren Medizin. Daher können alle Methoden, die bei verschiedenen Krankheiten (morbi varii, zabing) zum Stellen der TCM-Diagnose eingesetzt werden, auch in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde zur Anwendung kommen, so beispielsweise das Stellen der TCM-Diagnose nach den acht Leitkriterien, nach den Agenzien einer Krankheit, nach den Funktionskreisen und auch nach Qi und Xue.
Im Folgenden werden mögliche TCM-Diagnosen bei Symptomen im HNO-Bereich dargestellt.

Mögliche TCM-Diagnosen bei Schwellungen im HNO-Bereich

Schwellungen im Bereich der Ohren
  • Lokale livide Schwellungen bei Verletzungen der Ohrmuschel: Xue-Stasen in der Körperöffnung Ohr

  • Lokale purpurrote, dunkle Schwellungen bei starken Erfrierungen der Ohrmuschel: Eindringen von Kälte (algor, han) in die Ohrmuschel

  • Zu Beginn feucht-rote Färbung der Schwellung, keine starken Schmerzen: meistens Affektion des Ohres durch die Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) Wind (ventus, feng) und Hitze (calor, re) oder Wind (ventus, feng), Hitze (calor, re) und Feuchtigkeit (humor, shi)

  • Deutliche, hellrote Schwellung, starke Schmerzen: meistens Affektion des Ohres durch Glut (ardor, huo) des Fk Leber (o. hepaticus, gan)

  • Feucht-rote Schwellung der Haut im Bereich des Ohres mit ständig austretender gelblicher Flüssigkeit, starker Juckreiz: meistens zum Ohr verdampfende Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) der Fk Leber und Gallenblase (oo. hepaticus et felleus, gan dan) oder der Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei)

Schwellungen im Halsbereich
  • Anfangsphase einer frisch aufgetretenen Erkrankung, feucht-rote, leicht geschwollene Schleimhaut: meistens Affektion von (Kehlkopf und) Schlund durch Wind-Hitze (calor venti, fengre); bei leicht geschwollener, blass purpurroter Schleimhaut: meistens Eindringen von Wind-Kälte (algor venti, fenghan) in (Kehlkopf und) Schlund

  • Frische Erkrankung, gerötete, geschwollene Schleimhaut, in schweren Fällen mit gelblich weißen Eiterpünktchen an der Oberfläche: meistens zum (Kehlkopf und) Schlund verdampfende Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) oder des Fk Magen (o. stomachi, wei)

  • Frische Erkrankung, gerötete, geschwollene Schleimhaut mit lokalen Verdickungen: Affektion des Schlundes durch toxische Hitze (calor, re) mit Eiterbildung; fühlen sich die Verdickungen beim Betasten hart an, so besteht überhandnehmende Hitze (calor vigens, resheng) mit Blockaden von Qi und Xue noch ohne Eiterbildung; fühlen sie sich weich oder fluktuierend an, so greift überhandnehmende Hitze (calor vigens, resheng) das Fleisch an, und es hat sich bereits Eiter gebildet.

  • Länger bestehende Erkrankung, dunkelrote, leicht geschwollene Schleimhaut: meistens zum (Kehlkopf und) Schlund verdampfende, in den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Magen (o. stomachi, wei) eingestaute Hitze (calor, re) oder mangelnde Befeuchtung von Kehlkopf und Schlund aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Yin, eventuell gleichzeitig Blockaden von Qi und Xue; leicht geschwollene, blasse Schleimhaut: meistens mangelnde Versorgung von Kehlkopf und Schlund aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Qi, häufig gleichzeitig Verfestigungen von Schleim (pituita, tan) und Feuchtigkeit (humor, shi)

  • Lokal begrenzte, langsam wachsende Geschwulst im Hals mit weicher Konsistenz: Verfestigung von Schleim (pituita, tan); harte, raue Konsistenz, in schweren Fällen Ulzeration mit Blutung und üblem Geruch: meistens Belastung des (Kehlkopfes und) Schlundes durch toxische Glut (ardor, huo)

Mögliche TCM-Diagnosen bei Schmerzen und Juckreiz im HNO-Bereich

TCM-Diagnosen bei Schmerzen der Ohren
  • Im Anfangsstadium leichte Ohrenschmerzen oder nur Druck- und Spannungsgefühl, leichte Rötung der Haut am äußeren Ohr oder des Trommelfells: meistens Affektion des Ohres durch Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Bei einer frischen Erkrankung heftige Ohrenschmerzen, starke Rötung von Gehörgang oder Trommelfell: meistens Affektion des Ohres durch Glut des Fk Leber (ardor hepatici, ganhuo), zum Ohr verdampfende Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) der Fk Leber und Gallenblase (oo. hepaticus et felleus, gan dan) oder im Vordergrund stehende Blockaden von toxischer Hitze (calor, re)

  • Relativ starke Ohrenschmerzen, Austreten von reichlich gelblichem Eiter, eventuell gleichzeitig feucht-rote Erosion der Haut im Gehörgangsbereich: meistens zum Ohr verdampfende Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) der Fk Leber und Gallenblase (oo. hepaticus et felleus, gan dan) oder der Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei)

  • Durch Verletzungen ausgelöste Ohrenschmerzen: Xue-Stasen in der Körperöffnung Ohr

  • Gelegentlich auftretende Ohrenschmerzen, lokal keine auffälligen pathologischen Veränderungen: meistens Blockade des Qi in den Hauptleitbahnen Kleines Yang (cc. yang minoris, shaoyang jing)

TCM-Diagnosen bei Schmerzen der Nase
  • Rötung, Schwellung, Überwärmung und Schmerzen im Bereich der äußeren Nase im Anfangsstadium, eventuell Juckreiz im Bereich der Naseneingänge: meistens Affektion der Nase durch Wind-Hitze (calor venti, fengre) oder durch Wind (ventus, feng), Hitze (calor, re) und Feuchtigkeit (humor, shi)

  • Relativ starke, eventuell pulsierende, lokal brennende Schmerzen im Bereich der äußeren Nase, Schwellung und Spannungsgefühl, in schweren Fällen auch ipsilaterales Übergreifen auf paranasale Bereiche und Augenlider: meistens Affektion der Nase durch toxische Hitze (calor, re)

  • Juckreiz und Schmerzen an Naseneingängen, gerötete sezernierende Hautarrosionen: meistens zur Nase verdampfende Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) der Fk Milz und Magen (oo. lienalis et stomachi, pi wei)

  • Durch äußere Verletzungen ausgelöste Nasenschmerzen, Schwellung und Spannungsgefühl im Nasenbereich, livide Verfärbung unter der Haut: meistens Xue-Stasen in der Körperöffnung Nase

  • Durch Trockenheit der Nase hervorgerufene Nasenschmerzen, eventuell große Mengen von Schorf in der Nase, trockene, gerötete Nasenschleimhaut: meistens Trockenheit (ariditas, zao) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Yin oder Glut aufgrund energetischer Schwäche (ardor depletionis, xuhuo), die die Nase verbrennt

TCM-Diagnosen bei Schmerzen des Halses
  • Anfangsphase einer frisch aufgetretenen, durch äußere Faktoren hervorgerufenen Erkrankung, leichte, unangenehme Halsschmerzen mit Verstärkung beim Schlucken: Eindringen von Wind-Kälte (algor venti, fenghan) in den Rachen oder Affektion des Schlundes durch Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Frisch aufgetretene, durch äußere Faktoren hervorgerufene Erkrankung, heftige Halsschmerzen, Schluckbeschwerden: meistens zum Schlund verdampfende Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) oder des Fk Magen (o. stomachi, wei)

  • Leichte Halsschmerzen bei einer länger bestehenden Erkrankung, dunkelrote, leicht geschwollene Rachenschleimhaut: meistens zum Schlund verdampfende eingestaute Hitze (calor, re)

  • Leichte Halsschmerzen bei einer länger bestehenden Erkrankung, blassweiße, leicht geschwollene Schleimhaut des Halses: meistens Blockaden von Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) in Kehlkopf und Schlund aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Qi

  • Ortsfeste Halsschmerzen bei einer länger bestehenden Erkrankung: meistens Xue-Stasen in Kehlkopf und Schlund

  • Halsschmerzen, eventuell heftigster Art, Neubildungen, Ulzerationen und eventuell übler Geruch im Hals: meistens Blockade von toxischer Glut (ardor, huo) in Kehlkopf und Schlund

Der Zeitpunkt des Auftretens und die Dauer der Schmerzen im HNO-Bereich
  • Tagsüber oder frühmorgens auftretende Schmerzen werden einer energetischen Schwäche des Yang (depletio yang, yangxu) zugeschrieben, nachts oder nachmittags auftretende Schmerzen beruhen meistens auf energetischer Schwäche des Yin (depletio yin, yinxu).

  • Plötzlich auftretende Schmerzen sind häufig ein Zeichen für energetische Überladung (repletio, shi), langsam einsetzende Schmerzen für energetische Schwäche (depletio, xu).

  • Dauerhafte Schmerzen sind in der Regel auf den oberen Körperbereich angreifende Glut aufgrund energetischer Überladung (ardor repletionis, shihuo) zurückzuführen, und immer wieder einsetzende Schmerzen beruhen auf emporschlagender Glut (ardor, huo) aufgrund energetischer Schwäche des Yin (depletio yin, yinxu).

Die Art der Schmerzen im HNO-Bereich
  • Nadelstichartige, persistente Schmerzen beruhen auf einer energetischen Überladung (repletio, shi) einer Glut-Schrägläufigkeit (ardor-Heteropathie, huoxie) oder auf überhandnehmender Hitze (calor vigens, resheng) mit gleichzeitigen Xue-Stasen.

  • Ein starkes Fremdkörpergefühl ist meistens auf Wind-Hitze (calor venti, fengre) zurückzuführen. Raue Schmerzen gehen häufig auf eine Defizienz der Säfte (jinye) oder auf durch energetische Schwäche des Xue (depletio xue, xuexu) entstandene Trockenheit (ariditas, zao) zurück.

  • Unterschwellige Schmerzen beruhen in der Regel auf einer Defizienz der struktiven Energie, im Inneren entsteht Kälte (algor, han), die Yin zugeordnet wird, mit der Folge von Qi- und Xue- Blockaden.

  • Spannungsschmerzen können auf Feuchtigkeit-Hitze in den Fk Leber und Gallenblase (calor humidus in den oo. hepaticus et felleus, gan dan shire) beruhen, wobei Glut des Fk Leber (ardor hepatici, ganhuo) gegenläufig nach oben steigt und sich ein emporschlagendes Yang entwickelt. Auslöser können aber auch Feuchtigkeit-Hitze in den Fk Milz und Magen (calor humidus in den oo. lienalis et stomachi, pi wei shire) oder Qi-Blockaden und Xue-Stasen sein.

  • Sehr starke Schmerzen können auf starker Glut der Fk Leber und Gallenblase (ardor der oo. hepaticus et felleus, gan dan huo), auf den oberen Körperbereich angreifender toxischer Hitze (calor, re) oder auf sich gegenseitig schürenden Wind (ventus, feng) und Glut (ardor, huo) mit gegenläufig nach oben steigenden Qi und Glut (ardor, huo) beruhen.

Die Lokalisation der Schmerzen im HNO-Bereich
  • Bei Schmerzen, die mit dem Nackenbereich hinter dem Scheitel verbunden sind, sind die Hauptleitbahnen Großes Yang (cardinales yang maioris, taiyang jing) von Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) betroffen.

  • Bei einer Verbindung mit dem Schläfenbereich handelt es sich um Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) der Hauptleitbahnen Kleines Yang (cardinales yang minoris, shaoyang jing).

  • Wenn die Schmerzen mit der Stirn, der Augenhöhle, der Nase, den Wangen und den Zähnen verbunden sind, sind die Hauptleitbahnen Überstrahlung des Yang (cardinales splendoris yang, yangming jing) von Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) betroffen.

  • Bei Scheitelkopfschmerzen handelt es sich um Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) der Hauptleitbahnen Weichendes Yin (cardinales yin flectens, jueyin jing).

Gleichzeitig auftretende Symptome
  • Tritt mit den Schmerzen gleichzeitig eine Schleimhauthyperämie auf, handelt es sich meistens um sich stauende und im Vordergrund stehende Wind-Hitze (calor venti, fengre).

  • Bei gleichzeitiger Unruhe und Beklemmungen hat sich das Qi des Fk Leber (qi hepatici, ganqi) verdichtet, das Qi folgt der Glut (ardor, huo) und steigt auf.

  • Schmerzen mit einer Abneigung gegen Kälte lassen sich auf energetische Schwäche (depletio, xu) des Yang-Qi zurückführen.

  • Schmerzen, bei denen lokaler Druck als unangenehm und kalte Kompressen als angenehm empfunden werden, beruhen auf Hitze aufgrund energetischer Überladung (calor repletionis, shire).

  • Schmerzen, bei denen lokaler Druck und heiße Packungen als angenehm empfunden werden, sind auf Kälte aufgrund energetischer Schwäche (algor depletionis, xuhan) zurückzuführen.

TCM-Diagnosen bei Juckreiz der Ohren
  • Juckreiz der Ohren bei einer frischen Erkrankung, feucht-rötliche, leichte Schwellung der Gehörgänge, geringfügige Hautarrosionen, Austreten einer geringen Menge gelber Flüssigkeit: meistens Wind (ventus, feng), Hitze (calor, re) und Feuchtigkeit (humor, shi) in der Oberfläche (extima, biao)

  • Starker Juckreiz mit Hitzegefühl, Rötung, Schwellung, Hautarrosion und Schmerzen der Gehörgänge, reichlich Exsudat: meistens zum Ohr verdampfende Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) der Fk Leber und Gallenblase (oo. hepaticus et felleus, gan dan) oder der Milz-Leitbahn (cardinalis lienale, pi jing)

  • Juckreiz der Ohren bei einer länger bestehenden Erkrankung, raue Haut, Verdickung und Rhagadenbildung im Bereich der Gehörgänge mit Abschuppung oder Schorf: mangelnde Versorgung der Körperöffnung Ohr aufgrund von Trockenheit (ariditas, zao) des Xue

  • Juckreiz der Ohren, Pilzbefall im Gehörgang: meistens in das Ohr eindringender toxischer Wind (ventus, feng) aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Fk Niere (o. renalis, shen) oder zum Ohr verdampfende Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) der Fk Leber und Gallenblase (oo. hepaticus et felleus, gan dan)

TCM-Diagnosen bei Juckreiz der Nase
  • Anfangsstadium der Erkrankung, Juckreiz der Nase, gleichzeitig Niesen, eventuell Nasenverstopfung, Fluss von klarem Nasensekret, begleitend wechselnde Kälte- und Hitzeempfindungen, Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein: in die Nase eindringende Wind-Kälte (algor venti, fenghan) oder Affektion der Nase durch Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Paroxysmaler, wiederholt auftretender Juckreiz der Nase, häufiges Niesen, starker Fluss von klarem Nasensekret, Auftreten bei Kälte; bei heller oder blasser, geschwollener Nasenschleimhaut: meistens energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Milz (o. lienalis, pi) oder energetische Schwäche (depletio, xu) des Yang des Fk Niere (o. renalis, shen) und eindringende Wind-Kälte (algor venti, fenghan); bei Rötung und Schwellung der Nasenschleimhaut, gelblichem Urin, rötlichem Zungenkörper und leicht gelbem Belag: meistens in den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Magen (o. stomachi, wei) oder im Fk Blase (o. vesicalis, pangguang) eingestaute Hitze (calor, re); bei Auslösung durch Kälte und Wärme, gleichzeitiger Aversion gegen Kälte und Wärme, Kälteempfindung am ganzen Körper, kalten Extremitäten, bitterem Mundgeschmack, trockenem Rachen und saitenförmigen Pulsen (chordales, xian): meistens Kombination aus Kälte (algor, han) und Hitze (calor, re) im Bereich des Weichenden Yin (yin flectens, jueyin)

  • Brennendes Hitzegefühl, Juckreiz und Schmerzen im Naseneingang, sezernierende Hautarrosionen mit Schorfbildung: Affektion der Nase durch Wind (ventus, feng), Hitze (calor, re) und Feuchtigkeit (humor, shi) oder Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Magen (o. stomachi, wei), die zur Nase verdampft.

TCM-Diagnosen bei Juckreiz des Halses
  • Anfangsphase einer frisch aufgetretenen, durch äußere Faktoren hervorgerufenen Erkrankung, Juckreiz im Hals, eventuell Husten: meistens Eindringen von Wind-Kälte (algor venti, fenghan) in (Kehlkopf und) Schlund oder Affektion von (Kehlkopf und) Schlund durch Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Leichte Trockenheit des Halses bei einer länger bestehenden Erkrankung, leichte, unangenehme Schmerzen, seit kurzem Juckreiz und Hustenreiz: meistens gleichzeitig Eindringen von Wind (ventus, feng) in (Kehlkopf und) Schlund

  • Leichte Trockenheit des Halses bei einer länger bestehenden Erkrankung, leichte Schmerzen, leichter, unangenehmer Juckreiz, immer wieder Tendenz zu hüsteln oder zu husten, wenig Auswurf: meistens gleichzeitig Verfestigungen von Schleim-Trübem (pituita-Trübes, tanzhuo) in Kehlkopf und Schlund

  • Starker Juckreiz bei Wind: meistens Eindringen einer Wind-Schrägläufigkeit (ventus-Heteropathie, fengxie) in die Oberfläche (extima, biao) oder Wind-Affektion (ventus, feng) aufgrund energetischer Schwäche des Fk Leber (depletio des o. hepaticus, ganxu)

  • Kaum ertragbarer Juckreiz wie Insektenkrabbeln: meistens vorherrschender Wind (ventus, feng) oder Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire)

  • Wenn Juckreiz und Trockenheit gleichzeitig auftreten und immer wieder einsetzen und aufhören: in der Regel durch energetische Schwäche des Xue (depletio xue, xuexu) hervorgebrachter Wind (ventus, feng)

  • Juckreiz mit Schleimhautödem oder -hyperämie: in die Oberfläche (extima, biao) eingedrungene Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Während der Genesung von einer Erkrankung Juckreiz im Mund-Hals-Bereich: Zeichen für die allmähliche Wiederherstellung von Qi und Xue.

TCM-Diagnosen bei Nasensekret

  • Klares, dünnflüssiges Nasensekret, frische Erkrankung: meistens in die Nase eindringende Wind-Kälte (algor venti, fenghan) und mangelnde Entfaltung und Absenkung des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei); länger bestehende Erkrankung: meistens energetische Schwäche (depletio, xu) der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei), Fk Milz (o. lienalis, pi) und Fk Niere (o. renalis, shen), Verfestigungen von Kälte (algor, han) und Ansammlung der Säfte, Störung von Konsolidierung und Sammlung

  • Klebriges, weißliches Nasensekret, Nasenverstopfung, keine Genesung über eine lange Zeit hinweg: energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Milz (o. lienalis, pi), Feuchtigkeit (humor, shi) und Trübes blockieren in der Nase

  • Gelblich grünes, klebriges, dickflüssiges Nasensekret, Nasenverstopfung, Rötung und Schwellung der Nasenschleimhaut, bitterer Mundgeschmack, trockener Rachen, frische Erkrankung: meistens zur Nase verdampfende Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) der Fk Leber (o. hepaticus, gan) und Fk Gallenblase (o. felleus, dan); länger bestehende Erkrankung: meistens in den Fk Leber (o. hepaticus, gan) und Fk Gallenblase (o. felleus, dan) eingestaute Hitze (calor, re), die zur Nase verdampft

  • Reichlich gelbliches, trübes Nasensekret, starke Nasenverstopfung, Rötung und Schwellung der Nasenschleimhaut, Durst, gelblicher Urin, Obstipation, frische Erkrankung: meistens Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) oder des Fk Magen (o. stomachi, wei), die zur Nase verdampft; länger bestehende Erkrankung: meistens in den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Magen (o. stomachi, wei) eingestaute Hitze (calor, re), die zur Nase verdampft

  • Länger bestehende Erkrankung mit gelblich grünem Nasensekret, das zu Schorf verklebt und übel riecht: meistens die Nase blockierende Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) oder des Fk Milz (o. lienalis, pi)

TCM-Diagnosen bei Veränderungen des Geruchssinns

  • Rückgang oder Verschwinden des Riechvermögens, gleichzeitig Nasenfluss, Nasenverstopfung: Blockade der Körperöffnung Nase durch Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie)

  • Deutlicher Rückgang oder Verschwinden des Riechvermögens ohne Nasenfluss oder Nasenverstopfung etc.: meistens energetische Schwäche (depletio, xu) der Fk Herz (o. cardialis, xin) und Fk Milz (o. lienalis, pi), mangelnde Versorgung mit Qi und Xue

TCM-Diagnosen bei Eiterbildung im Ohr

  • Austritt von reichlich gelbem, dickflüssigem, eitrigem Sekret bei einer frischen Erkrankung: meistens Affektion des Ohres durch Glut (ardor, huo) des Fk Leber (o. hepaticus, gan) oder zum Ohr verdampfende Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) der Fk Leber und Gallenblase (oo. hepaticus et felleus, gan dan)

  • Chronisch vereitertes Ohr mit wiederholten Affektionen durch Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie), reichlich wässriges Sekret: meistens in das Ohr eindringendes Wasser und Feuchtigkeit (humor, shi)

  • Chronisch vereitertes Ohr, klebriges, weißliches, eventuell dünnflüssiges eitriges Sekret unterschiedlicher Menge, manchmal persistierend: meistens Blockade einer Schrägläufigkeit (Heteropathie, xie) in der Körperöffnung Ohr aufgrund einer energetischen Schwäche (depletio, xu) des Fk Milz (o. lienalis, pi)

  • Chronisch vereitertes Ohr, klebriges, gelbliches, eventuell reichlich eitriges Sekret: meistens Festsitzen von Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) aufgrund einer energetischen Schwäche (depletio, xu) des Fk Milz (o. lienalis, pi) im Ohr

  • Langwieriger Krankheitsverlauf, wenig trübes, übel riechendes eitriges Sekret, eventuell ohne subjektive Wahrnehmung von Sekretaustritt, jedoch otoskopisch sichtbare schmutzige, übel riechende Eiterkruste vor dem Trommelfell mit durch Trommelfelldefekte absaugbarem Sekret: meistens Verfestigung von Schleim (pituita, tan) in der Körperöffnung Ohr aufgrund einer energetischen Schwäche (depletio, xu) des Yin oder des Yang (des Fk Niere [o. renalis, shen])

TCM-Diagnosen bei Blutungen

Blutungen der Ohren
  • Akuter Krankheitsverlauf mit eitriger, blutig tingierter Ohrsekretion: meistens Affektion des Ohres durch Glut (ardor, huo) des Fk Leber (o. hepaticus, gan)

  • Chronischer Verlauf mit eitriger, blutig tingierter Ohrsekretion: meistens Glut aufgrund energetischer Schwäche (ardor depletionis, xuhuo), die das Ohr verbrennt

  • Blutung aus Blutbläschen auf dem Trommelfell bei Grippeotitis: meistens in der Leber-Leitbahn (cardinalis hepatica, gan jing) eingestaute Glut (ardor, huo) eventuell mit emporschlagender Glut aufgrund energetischer Schwäche (ardor depletionis, xuhuo)

  • Bei bakteriellen Ohrinfektionen, eventuell blutig-eitrigem, übel riechendem Sekret im Ohr: meistens Bedrängung des Ohres durch toxische Glut (ardor, huo)

Epistaxis
  • Häufiges Nasenbluten mit geringer Blutung, trockene Nase: meistens zur Nase verdampfende eingestaute Hitze (calor, re) oder Trockenheit (ariditas, zao) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Yin

  • Starkes Nasenbluten, begleitend hohes Fieber und Durst: meistens zur Nase verdampfende Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) oder des Fk Magen (o. stomachi, wei); begleitend Nervosität, Jähzorn, bitterer Mundgeschmack, trockener Rachen: meistens Affektion der Nase durch Glut (ardor, huo) des Fk Leber (o. hepaticus, gan)

  • Leichtes, rezidivierendes Nasenbluten, eventuell nachts: meistens Verbrennen der Nase durch Glut aufgrund energetischer Schwäche (ardor depletionis, xuhuo) oder mangelnde Sammlung des Xue durch das Qi

  • Starkes, häufiges Nasenbluten: meistens energetische Schwäche (depletio, xu) der Fk Herz (o. cardialis, xin) und Fk Milz (o. lienalis, pi) oder mangelnde Sammlung des Xue durch das Qi

TCM-Diagnosen bei Ohrgeräuschen

  • Ohrgeräusche bei einer akuten Erkrankung mit begleitendem Spannungs- und Verschlussgefühl im Ohr: meistens Affektion des Ohres durch Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Plötzlich einsetzende Ohrgeräusche, tieffrequenter, relativ lauter Ton: meistens Affektion des Ohres durch Glut (ardor, huo) des Fk Leber (o. hepaticus, gan) oder Verschluss des Ohres durch Schleim-Glut (ardor pituitae, tanhuo)

  • Allmählich einsetzende Ohrgeräusche, relativ schwacher Ton, eventuell Zunahme in der Nacht: meistens depletive Schädigung der Fk Leber und Niere (oo. hepaticus et renalis, gan shen) oder Defizienz von Qi und Xue

  • Rhythmisch einsetzende, von Dritten wahrnehmbare Ohrgeräusche, eventuell ausgelöst durch einen Myoklonus der Gaumen-, Tuben- oder Mittelohrmuskeln: meistens im Inneren entstehende Wind-Glut (ardor venti, fenghuo)

  • Häufig einsetzende Ohrgeräusche, begleitet von Schlafstörungen, stumpfem Teint, Palpitationen etc.: meistens energetische Schwäche (depletio, xu) der Fk Herz und Milz (oo. cardialis et lienalis, xin pi) oder mangelnde Verbindung zwischen den Fk Herz und Niere (oo. cardialis et renalis, xin shen)

  • Ohrgeräusche begleitet von Benommenheit, Schwindel, schwerem Kopf, gerötetem Gesicht, bitterem Mundgeschmack, trockener Kehle: meistens emporschlagendes Yang aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Yin

TCM-Diagnosen bei Schwerhörigkeit

  • Schwerhörigkeit bei akuten Erkrankungen, eventuell als Folge einer Affektion durch eine von außen induzierte Wärme- und Hitze-Schrägläufigkeit (calor-Heteropathie, rexie), begleitet von verstopfter Nase, Nasenfluss, Husten, Halsschmerzen, Drehschwindel, Übelkeit, Erbrechen, eventuell Fazialisparese: meistens Affektion des Ohres durch Wärme-Schrägläufigkeiten (Wärme-Heteropathien, wenxie)

  • Plötzlich einsetzende Schwerhörigkeit, starkes Ohrensausen, Kopfschmerzen, Obstruktionsgefühl in den Ohren, Nervosität, Reizbarkeit, bitterer Mundgeschmack, trockener Rachen: meistens Affektion des Ohres durch Glut (ardor, huo) des Fk Leber (o. hepaticus, gan) oder Verschluss des Ohres durch Schleim-Glut (ardor pituitae, tanhuo)

  • Allmählich einsetzende Schwerhörigkeit, begleitet von Ohrensausen, Benommenheit, verschwommene Sicht, eventuell Nachlassen des Hörvermögens im Alter, keine weiteren erkennbaren Ohrerkrankungen: meistens depletive Schädigung der Fk Leber und Niere (oo. hepaticus et renalis, gan shen), energetische Schwäche (depletio, xu) von Qi und Xue oder energetische Schwäche (depletio, xu) der Fk Herz und Milz (oo. cardialis et lienalis, xin pi)

  • Durch äußere Verletzungen ausgelöste Schwerhörigkeit: zu Beginn hauptsächlich Xue-Stasen in der Körperöffnung Ohr, später meistens zusätzlich Defizienz von Qi und Xue oder energetische Schwäche (depletio, xu) der Fk Leber und Niere (oo. hepaticus et renalis, gan shen)

TCM-Diagnosen bei Drehschwindel

  • Anhaltender, relativ leichter Drehschwindel mit vorangegangener äußerer Affektion: meistens in das Ohr eindringende Wind-Schrägläufigkeit (ventus, feng)

  • Starker Drehschwindel, begleitet von eitriger Ohrsekretion, deutlicher Schwerhörigkeit, häufiger Übelkeit: meistens Affektion des Ohres durch Glut (ardor, huo) des Fk Leber (o. hepaticus, gan) oder Störung des Ohres durch Wind-Schleim (pituita venti, fengtan)

  • Drehschwindel nach Verletzungen im Kopfbereich: meistens Xue-Stasen in der Körperöffnung Ohr, später häufig gleichzeitig Defizienz von Qi und Xue, energetische Schwäche (depletio, xu) der Fk Leber und Niere (oo. hepaticus et renalis, gan shen)

  • Relativ starker Drehschwindel mit Kopfschmerzen und gerötetem Gesicht, gerötete Augen, Nervosität, Reizbarkeit, bitterer Mundgeschmack, trockener Rachen: meistens die Körperöffnung Ohr störendes, emporschlagendes Yang des Fk Leber (yang hepatici, ganyang)

  • Drehschwindel mit schwerem Kopf, Druckgefühl in der Brust, Kraftlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit: meistens Blockade durch Schleim (pituita, tan) und Feuchtigkeit (humor, shi)

  • Relativ leichter Drehschwindel, Verstärkung bei Anstrengung, begleitet von geistiger Abgeschlagenheit, Kraftlosigkeit, blasser Zungenkörper, zarte Pulse (minuti, xi): meistens energetische Schwäche (depletio, xu) von Qi und Xue oder energetische Schwäche (depletio, xu) der Fk Herz und Milz (oo. cardialis et lienalis, xin pi)

  • Häufig auftretender Drehschwindel, begleitet von Schwäche und Ziehen in Hüften und Knien, Hitzesensationen auf Fußsohlen, Handflächen und im Brustbereich, roter Zungenkörper, wenig Belag: meistens depletive Schädigung des Struktivpotentials jing des Fk Niere (o. renalis, shen)

TCM-Diagnosen bei Veränderungen des Trommelfells

  • Akute Erkrankung, feucht-rotes Trommelfell, eventuell mit Einziehungen: meistens Affektion des Ohres durch Wind-Hitze (calor venti, fengre) oder Blockade des Qi der Leitbahnen Kleines Yang (yang minor, shaoyang)

  • Akute Erkrankung, Rötung des Trommelfells, eventuell mit Vorwölbung oder Perforation: meistens Affektion des Ohres durch Glut (ardor, huo) des Fk Leber (o. hepaticus, gan) oder zum Ohr verdampfender Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) der Fk Leber und Gallenblase (oo. hepaticus et felleus, gan dan)

  • Alte Erkrankung, trübes, verdicktes, adhäsives, an einigen Stellen ausgedünntes Trommelfell: meistens Xue-Stasen in der Körperöffnung Ohr

  • Durch das Trommelfell sichtbare Flüssigkeitsansammlung im Tympanum; akute Erkrankung: meistens mangelnde Entfaltung und Absenkung des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei); Rezidive und verzögerte Abheilung: meistens Blockade von Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) in der Körperöffnung Ohr aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Fk Milz (o. lienalis, pi), eventuell gleichzeitig energetische Schwäche (depletio, xu) des Yang

  • Perforation des Trommelfells durch Traumata: meistens Qi-Blockaden und Xue-Stasen

TCM-Diagnosen bei Nasenatmungsbehinderung

  • Nasenverstopfung im Anfangsstadium, begleitet von Niesen, klarem Nasensekret, Schwellung und blasser Rötung der Nasenschleimhaut: meistens in die Nase eindringende Wind-Kälte (algor venti, fenghan)

  • Nasenverstopfung bei einer akuten Erkrankung, wenig gelbliches, zähes Nasensekret, feuchte Rötung und Schwellung der Nasenschleimhaut: meistens Affektion der Nase durch Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Mal stärkere, mal schwächere Nasenverstopfung bei länger bestehender Erkrankung, klares, zähflüssiges und weißliches oder zähes, eitriges und weißliches Nasensekret, blasse Nasenschleimhaut: meistens Blockade der Nase durch Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) bei energetischer Schwäche (depletio, xu) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) oder des Fk Milz (o. lienalis, pi)

  • Starke Nasenverstopfung bei akuter Erkrankung, reichlich gelbliches, zähflüssiges Nasensekret, Kopfschmerzen, Fieber, Durst: meistens zur Nase verdampfende Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) oder des Fk Magen (o. stomachi, wei)

  • Nasenverstopfung bei länger bestehender Erkrankung, gelbliches, zähflüssiges Nasensekret, gelblicher Urin, rötlicher Zungenkörper, eventuell gelblicher Belag: in den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Magen (o. stomachi, wei) eingestaute Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire), die zur Nase verdampft

  • Nasenverstopfung, gelblich grünes, klebriges, dickflüssiges Nasensekret, Rötung und Schwellung der Nasenschleimhaut, akute Erkrankung: meistens Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) der Fk Leber (o. hepaticus, gan) und Fk Gallenblase (o. felleus, dan), die zur Nase verdampft; länger bestehende Erkrankung: meistens in den Fk Leber (o. hepaticus, gan) und Fk Gallenblase (o. felleus, dan) eingestaute Hitze (calor, re), die zur Nase verdampft

  • Paroxysmale, wiederholt auftretende Nasenverstopfung, Juckreiz der Nase, häufiges Niesen, klares Nasensekret, geschwollene, helle oder blasse Nasenschleimhaut: meistens energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Milz (o. lienalis, pi) oder energetische Schwäche (depletio, xu) des Yang des Fk Niere (yang renale, shenyang)

  • Nasenverstopfung, Vergrößerung und dunkelrote Färbung der Nasenmuscheln, unruhige Schleimhautoberfläche: Xue-Stasen in der Nase

  • Gefühl der Nasenverstopfung bei länger bestehender Erkrankung, trockene, atrophische Nasenschleimhaut, eventuell gelblich grüner Schorf: mangelnde Versorgung der Körperöffnung Nase aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) oder zur Nase verdampfende Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu)

TCM-Diagnosen bei Niesen

  • Anfangsstadium der Erkrankung, Niesen, Fluss von Nasensekret, begleitet von Kälteaversion, Kopfschmerzen, oberflächliche und gespannte Pulse (superficiales und intenti, fu jin): in die Nase eindringende Wind-Kälte (algor venti, fenghan)

  • Wiederholtes, häufiges Niesen, starker Fluss von Nasensekret: energetische Schwäche (depletio, xu) der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei), Fk Milz (o. lienalis, pi) und Fk Niere (o. renalis, shen) oder im Fk Blase (o. vesicalis, pangguang) eingestaute Hitze (calor, re) oder Kombination aus Kälte (algor, han) und Hitze (calor, re) im Bereich des Weichenden Yin (yin flectens, jueyin)

TCM-Diagnosen bei Trockenheit

Trockenheit der Nase
  • Trockene, leicht schmerzhafte Nase, leichter Juckreiz, Hitzegefühl in der Nase, eventuell blutig tingiertes Sekret, gelegentlich Nasenbluten, das sich leicht stillen lässt, gerötete, trockene Nasenschleimhaut eventuell mit Schleimhauterosionen und Schorf: meistens zur Nase verdampfende eingestaute Hitze (calor, re)

  • Trockene Nase, gleichzeitig trockener Rachen, trockener Husten ohne oder mit wenig zähem Auswurf, Durst, trockene Lippen, trockene, gerötete, verschorfte Nasenschleimhaut, roter Zungenkörper mit wenig Belag: Schädigung der Nase durch die Schrägläufigkeit (Heteropathie, xie) Trockenheit (ariditas, zao)

  • Frühes und mittleres Stadium einer Hitze-Erkrankung (calor, re), hohes Fieber, trockene Nase mit Hitzegefühl, trockene, gerötete Nasenschleimhaut: meistens Schädigung der Säfte durch überhandnehmende Hitze (calor vigens, resheng) im Bereich des Qi

  • Rekonvaleszenz nach Hitze-Erkrankungen (calor, re), trockene Nase: Trockenheit (ariditas, zao) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Yin

  • Trockenheit in der Nase, atrophische, blasse, stumpfe Nasenschleimhaut: meistens energetische Schwäche (depletio, xu) der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Milz (o. lienalis, pi), Defizienz von Qi und Xue, die Säfte können nicht nach oben transportiert werden

Trockenheit des Halses
  • Trockenheit des Halses bei einer akuten Erkrankung: meistens außen induzierte Wind-Kälte (algor venti, fenghan) oder Wind-Hitze (calor venti, fengre), der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) kann nicht mehr entfalten und absenken, die Verteilung der Säfte (jinye) wird gestört

  • Trockenheit des Halses bei einer akuten Erkrankung, gleichzeitig hohes Fieber, Durst, gelblicher, spärlicher Urin: meistens überhandnehmende Hitze (calor vigens, resheng) der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Magen (o. stomachi, wei), Verbrauch der Säfte (jinye)

  • Trockenheit des Halses bei länger bestehender Erkrankung, begleitet von leichtem Durst, Obstipation, gelblichem Urin, ins Rote tendierendem Zungenkörper: meistens zu (Kehlkopf und) Schlund verdampfende eingestaute Hitze (calor, re) der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Magen (o. stomachi, wei); begleitet von bitterem Mundgeschmack, Nervosität, Reizbarkeit: meistens zu (Kehlkopf und) Schlund verdampfende eingestaute Hitze (calor, re) der Fk Leber (o. hepaticus, gan) und Fk Gallenblase (o. felleus, dan)

  • Leichte Trockenheit des Halses bei länger bestehender Erkrankung, wenig Durst, trockene, gerötete, leicht glänzende Rachenschleimhaut, roter Zungenkörper mit wenig Belag, zarte und beschleunigte Pulse (minuti und celeri, xi shu): meistens mangelnde Befeuchtung von Kehlkopf und Schlund aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Yin

  • Leichte Trockenheit des Halses bei länger bestehender Erkrankung, kein Durst, blasse Rachenschleimhaut: meistens mangelnde Versorgung von Kehlkopf und Schlund aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Qi, das klare Yang kann aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Qi nicht emporsteigen, und die Säfte können nicht nach oben gelangen

TCM-Diagnosen bei Ozäna

  • Gelblich grünes, leicht übel riechendes Nasensekret, Nasenverstopfung, Schwellung und Rötung der Nasenschleimhaut, akute Erkrankung: meistens Feuchtigkeit-Hitze (calor humidus, shire) der Fk Leber (o. hepaticus, gan) und Fk Gallenblase (o. felleus, dan), die zur Nase verdampft; länger bestehende Erkrankung: meistens in den Fk Leber (o. hepaticus, gan) und Fk Gallenblase (o. felleus, dan) eingestaute Hitze (calor, re), die zur Nase verdampft

  • Übler Geruch aus der Nase, trockene, vergrößerte Naseneingänge, atrophische Nasenschleimhaut: Blockade der Körperöffnung Nase durch Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) oder aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Fk Milz (o. lienalis, pi)

  • Übel riechendes, blutig tingiertes Nasensekret, Neubildungen oder nekrotisches Gewebe in der Nase, Kopfschmerzen: meistens Belastung der Nase durch toxische Glut (ardor, huo)

  • Einsinken des Nasenrückens, Eiterung, starker, übler Geruch: meistens Erschöpfung des Struktivpotentials jing im Inneren und Affektion der Nase durch Syphilis

TCM-Diagnosen bei Veränderungen der Nasenmuscheln

  • Schwellung der Nasenmuscheln: meistens Blockade durch Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie)

  • Atrophische Verkleinerung: meistens energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi, des Xue und des Struktivpotentials jing, eventuell Bi-Blockaden (occlusiones) in den Haupt- und Netzleitbahnen (cardinales und reticulares, jingmai luomai)

  • Rötung und Schwellung der Nasenmuscheln mit Schleimauflagerungen: meistens eindringende Wind-Schrägläufigkeit (ventus-Heteropathie, fengxie)

  • Rötung und Schwellung der Nasenmuscheln: meistens verdampfende Hitze-Schrägläufigkeit (calor-Heteropathie, rexie); starke Rötung: Tendenz zu Glut (ardor, huo) und Hitze (calor, re); starke Schwellung: gleichzeitige Feuchtigkeit-Schrägläufigkeit (humor-Heteropathie, shixie)

  • Blasse, leicht geschwollene Nasenmuscheln: meistens blockierende, verweilende Kälte-Schrägläufigkeit (algor-Heteropathie, hanxie) oder energetische Schwäche (depletio, xu) von Qi und Xue mit Defizienz des Yang-Qi

  • Blasse, ödematöse Nasenmuscheln: meistens Kälte-Verfestigungen (algor, han) aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Yang, Verfestigungen der Säfte (jinye)

  • Dunkelrote Nasenmuscheln: meistens eingestaute Hitze (calor, re)

  • Hypertrophie oder polypoide oder maulbeerförmige Veränderungen: meistens Blockaden von Qi und Xue oder Verfestigungen von Schleim-Trübem (pituita-Trübes, tanzhuo)

  • Trockene, rötliche Nasenmuscheln: Schädigung der Säfte (jinye) durch Hitze (calor, re)

  • Blasse Nasenmuscheln: Defizienz von Qi und Xue, die Säfte (jinye) können nicht nach oben transportiert werden

TCM-Diagnosen bei eitrigen Ulzerationen

  • Punktförmige Ulzerationen, oberflächliche, verstreute, hellrote Schleimhautarrosionen: meistens zum (Kehlkopf und) Schlund verdampfende Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) oder des Fk Magen (o. stomachi, wei)

  • Flächenförmige Ulzera, tiefe Geschwüre, dunkelbraune Verfärbung (Nekrosen), übler Geruch; meistens Affektion von (Kehlkopf und) Schlund durch toxische Hitze (calor, re)

  • Gelblich weiße, leicht abtupfbare Gewebsauflagerungen: zu (Kehlkopf und) Schlund verdampfende Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) oder des Fk Magen (o. stomachi, wei)

  • Schmutziges, nur schwer abtupfbares Gewebe, nach gewaltsamem Ablösen erosive, blutende Wundfläche: meistens Blockade von Epidemisch-Toxischem in (Kehlkopf und) Schlund

  • Oberflächliche Ulzeration, gelblich weiße oder grauweiße Gewebsauflagerungen, Rötung und Schwellung um das Geschwür: im Vordergrund stehende Blockade von Schrägläufig-Toxischem (Heteropathisch-Toxisches, xiedu), das geradläufige (orthopathische, zheng) Qi ist noch kräftig

  • Tiefe Ulzeration, schmutzig dunkles, graues Gewebe, blasse Schwellung um das Geschwür: meistens energetische Redundanz der Schrägläufigkeit (Heteropathie, xie) und energetische Defizienz der Geradläufigkeit (Orthopathie, zheng)

  • Lange bestehende Ulzeration, tiefrote Rachenschleimhaut mit eitrigen fibrinösen Auflagerungen: meistens Glut aufgrund energetischer Schwäche (ardor depletionis, xuhuo), die (den Kehlkopf und) den Schlund verbrennt

  • Dunkle Verfärbung, austretender, dünnflüssiger Eiter, Wunde schließt sich über eine lange Zeit hinweg nicht: depletive Schädigung von Qi und Xue oder energetische Schwäche (depletio, xu) des Yang der Fk Milz (o. lienalis, pi) und Fk Niere (o. renalis, shen) mit Blockade von Schrägläufig-Toxischem (Heteropathisch-Toxisches, xiedu)

  • Ulzeration mit frischen blumenkohlförmigen Schleimhautgranulationen, eventuell eindringende Bakterien, schmutzig, übel riechend: meistens energetische Defizienz von Qi und Xue, Zusammenballungen von toxischer Glut (ardor, huo), eventuell gleichzeitig Xue-Stasen

TCM-Diagnosen bei Fremdkörper- und Obstruktionsgefühl im Hals

  • Anfangsphase einer akut aufgetretenen, von außen induzierten Erkrankung, Fremdkörpergefühl im Hals, Juckreiz, Husten und leichte Schmerzen im Hals: Eindringen von Wind-Kälte (algor venti, fenghan) in (den Kehlkopf und) den Schlund oder Affektion von (Kehlkopf und) Schlund durch Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Länger bestehendes Fremdkörpergefühl: zu (Kehlkopf und) Schlund verdampfende eingestaute Hitze (calor, re) oder mangelnde Befeuchtung von Kehlkopf und Schlund aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Yin oder mangelnde Versorgung von Kehlkopf und Schlund aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Qi, häufig kombiniert mit Verfestigungen von Schleim-Trübem (pituita-Trübes, tanzhuo) in (Kehlkopf und) Schlund

  • Fremdkörpergefühl im Hals bei depressiver Stimmung: meistens Einstauungen des Qi des Fk Leber (o. hepaticus, gan) oder Einstauungen des Qi des Fk Leber (o. hepaticus, gan) mit energetischer Schwäche (depletio, xu) des Fk Milz (o. lienalis, pi) und Zusammenballungen von Schleim (pituita, tan) und Qi

  • Fremdkörpergefühl oder starkes Hitzegefühl im Hals und in der Speiseröhre, gleichzeitig Magenrumoren, Aufstoßen, Schlucken von aufsteigen der Magensäure: Defizienz des Yin des Fk Magen (o. stomachi, wei) oder verdampfende eingestaute Hitze (calor, re) des Fk Magen (o. stomachi, wei)

TCM-Diagnosen bei Heiserkeit und Aphonie

  • Anfangsphase einer akuten Erkrankung, tiefe oder heisere Stimme, ödematöse, blasse Stimmlippen: Eindringen von Wind-Kälte (algor venti, fenghan) in den Schlund oder plötzliches Festsetzen von Kälte (algor, han) im Schlund

  • Feucht-rote, geschwollene Stimmlippen: meistens Affektion des Schlundes durch Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Heiserkeit bei länger bestehender Erkrankung, raue Stimme, Schwellung, Hypertrophie, Knötchen und Polypen der Stimmlippen, rötliche Färbung: mangelnde Befeuchtung von Kehlkopf und Schlund aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Yin oder zum Schlund verdampfende eingestaute Hitze (calor, re) der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Magen (o. stomachi, wei) sowie Fk Leber (o. hepaticus, gan) und Fk Gallenblase (o. felleus, dan)

  • Glänzende, blasse Stimmlippen: meistens Erschöpfung der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei), Fk Milz (o. lienalis, pi) und Fk Niere (o. renalis, shen) und mangelnde Versorgung von Kehlkopf und Schlund aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Qi

  • Lange bestehende, allmählich zunehmende Heiserkeit bis zur Aphonie, Schwellung, Ulzeration mit Sickerblutung an den Stimmlippen und übler Mundgeruch: meistens Belastung des Kehlkopfes durch toxische Glut (ardor, huo), eventuell gleichzeitig Xue-Stasen in Kehlkopf, Schlund und der Tür der Stimme (shenghu, entspricht Stimmlippen und Stimmritze)

  • Durch äußere Verletzungen, Operationen oder auch durch lautes Singen oder Schreien ausgelöste Heiserkeit: meistens Qi-Blockaden und Xue-Stasen

  • Plötzliche Heiserkeit/Aphonie nach Depressionen, Wutausbrüchen etc.: Einstauungen des Qi des Fk Leber (o. hepaticus, gan), kontravektive Störung des Qi-Mechanismus

  • Heiserkeit mit rauer, lauter Stimme, kräftiger Körper: meistens energetische Überladung (repletio, shi)

  • Leise, zaghafte Stimme, geschwächter Körper: meistens energetische Schwäche (depletio, xu)

TCM-Diagnosen bei Schluckstörungen

Zur Bestimmung der Symptomkonfigurationen bei Schluckstörungen aufgrund von Halsschmerzen S. 41.
  • Durch äußere Verletzungen hervorgerufene Schluckstörungen: Xue-Stasen in Kehle und Rachen

  • Durch die Einwirkung ätzender Mittel hervorgerufene Schluckstörungen: im Frühstadium meistens im Vordergrund stehende toxische Hitze (calor, re), nach der Bildung von Narben meistens Qi-Blockaden und Xue-Stasen

  • Allmählich zunehmende Schluckstörungen, Schwellung im Hals oder in der Speiseröhre: meistens Verfestigungen von Schleim (pituita, tan) in Kehlkopf und Schlund, eventuell gleichzeitig Xue-Stasen

  • Plötzlich auftretende Schluckstörungen bei älteren Menschen, Rasselgeräusche durch Schleimansammlung im Kehlkopf: meistens Blockade der Netzleitbahnen (reticulares, luomai) durch Wind-Schleim (pituita venti, fengtan), Bi-Blockaden (occlusiones) der Leitbahnen

  • Schluckstörungen, Kraftlosigkeit der Pharynxmuskulatur: depletive Schädigung von Qi und Xue; Krampf der Pharynxmuskeln: meistens emporschlagende Glut (ardor, huo) des Fk Leber (o. hepaticus, gan), im Inneren entstehender Wind (ventus, feng) des Fk Leber (o. hepaticus, gan)

TCM-Diagnosen bei Atemproblemen

  • Plötzlich einsetzende Atemprobleme, Rasselgeräusche durch Schleimansammlung im Kehlkopf, blasser Teint, Zyanose der Lippen, Kälte der Extremitäten bei gleichzeitig warmem Rumpf: meistens Blockade von Wind-Schleim (pituita venti, fengtan)

  • Atemprobleme, Schwellung und Schmerzen im Hals, übermäßige Speichelbildung, Fieber: Verschluss des Kehlkopfes durch Schleim-Glut (ardor pituitae, tanhuo)

  • Durch Schwellung im Halsbereich hervorgerufene Atemprobleme: Verfestigung von Schleim (pituita, tan) in Kehlkopf und Schlund, Zusammenballungen von toxischer Glut (ardor, huo) in Kehlkopf und Schlund, häufig gleichzeitig Qi-Blockaden und Xue-Stasen

TCM-Diagnosen bei Stimmlippenveränderungen

  • Blasse, ödematöse Stimmlippen, akute Erkrankung: meistens Eindringen von Wind-Kälte (algor venti, fenghan) in die Kehle; länger bestehende Erkrankung: meistens Blockaden von Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Qi

  • Feucht-rote, leicht geschwollene Stimmlippen: meistens Affektion des Kehlkopfes durch Wind-Hitze (calor venti, fengre)

  • Rote, geschwollene Stimmlippen mit daran klebenden Schleim-Tröpfchen, mit konsekutivem inkomplettem Glottisschluss, akute Erkrankung: meistens zum Kehlkopf verdampfende Hitze (calor, re) des Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) oder des Fk Magen (o. stomachi, wei); lange bestehende Erkrankung: meistens zum Kehlkopf verdampfende eingestaute Hitze (calor, re) der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Magen (o. stomachi, wei)

  • Dunkelrote, geschwollene, eventuell hypertrophische Stimmlippen: zum Kehlkopf verdampfende eingestaute Hitze (calor, re), Verbrennen des Kehlkopfes durch Glut (ardor, huo) aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu), gleichzeitig eventuell Qi-Blockaden und Xue-Stasen

  • Leicht geschwollene, blasse Stimmlippen mit ungleichmäßigem Rand, inkomplettem Glottisschluss: meistens energetische Schwäche (depletio, xu) der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei), Fk Milz (o. lienalis, pi) und Fk Niere (o. renalis, shen), Blockade von Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) in der Körperöffnung Kehlkopf aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Qi

  • Neubildungen wie Knötchen, Polypen etc. an den Stimmlippen: Verfestigung von Schleim (pituita, tan) an der Tür der Stimme (shenghu); blasse Stimmlippen: gleichzeitige energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi und Defizienz der Fk Lunge (o. pulmonalis, fei) und Fk Milz (o. lienalis, pi); rote Stimmlippen: gleichzeitig eingestaute Hitze (calor, re) oder emporschlagende Glut (ardor, huo) aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Yin

  • Einblutung der Stimmlippen: Xue-Stasen an der Tür der Stimme (shenghu, entspricht Stimmlippen und Stimmritze); glänzende, hellrote Färbung: meistens gleichzeitig Hitze (calor, re)

  • Stimmlippenlähmung mit Bewegungseinschränkung oder Fixation: meistens Qi-Blockaden und Xue-Stasen, gleichzeitig eventuell eingestaute Hitze (calor, re), energetische Schwäche (depletio, xu) des Yin, energetische Schwäche (depletio, xu) des Qi und des Yang, Schleim-Trübes (pituita-Trübes, tanzhuo)

Weiterführende Literatur

Literatur in westlichen Sprachen

Hempen C.-, 1995

C.-H. Hempen dtv-Atlas zur Akupunktur 1995 Deutscher Taschenbuch Verlag München

Porkert, 1991

M. Porkert Die Theoretischen Grundlagen der chinesischen Medizin Acta Medicinae Sinensis, Phainon, Dinkelscherben 1991

Porkert, 1993

M. Porkert Neues Lehrbuch der chinesischen Diagnostik Acta Medicinae Sinensis, Phainon, Dinkelscherben 1993

Porkert and Schwarzenberg, 1985

M. Porkert C.-H. Hempen Systematische Akupunktur 1985 Urban & Schwarzenberg München – Wien – Baltimore

Chinesischsprachige Literatur

He Wenbin et al., 1998

Wenbin He Unbefangene Fragen (Suwen). Chinesischer Verlag für Medizin 1998 Naturwissenschaften und Technik Beijing

Hu Liansheng et al., 2004

Liansheng Hu Traditionelle chinesische Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (Zhongyi erbi yanhou kexue) 2004 Chinesischer Verlag für Traditionelle Chinesische Medizin Beijing

Li Fancheng et al., 2001

Fancheng Li Hals-Nasen-Ohrenheilkunde – Kombination von chinesischer und westlicher Medizin (Zhongxiyi jiehe erbi yanhou kexue) 2001 Volksverlag für Hygiene Beijing

Tan Yisong et al

Yisong Tan Angelpunkt der Struktivkraft (Lingshu jing). Chinesischer Verlag für Medizin 1998 Naturwissenschaften und Technik Beijing

Wang Delan et al

Delan Wang Traditionelle chinesische Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (Zhongyi erbi yanhou kexue) 2003 Verlag für Wissenschaft und Technik Shanghai Shanghai

Wang Shizhen et al

Shizhen Wang Traditionelle chinesische Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (Zhongyi erbi yanhou kexue) 2004 Chinesischer Verlag für Traditionelle Chinesische Medizin Beijing

Wang Yongqin et al

Yongqin Wang Traditionelle chinesische Hals-, Nasen-, Ohren- und Mundheilkunde (Zhongyi erbi yanhou kouqiang xue) 2001 Volksverlag für Hygiene Beijing

Wu Guihua et al., 2005

Guihua Wu Traditionelle chinesische Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (Zhongyi erbi yanhou kexue) 2005 Wissenschaftsverlag Beijing

Xiong Dajing et al

Dajing Xiong Praktische chinesische Hals-, Nasen-, Ohren- und Mundheilkunde (Shiyong zhongyi erbi yanhou kouchi kexue) 2001 Verlag für Wissenschaft und Technik Shanghai Shanghai

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