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B978-3-437-56801-5.00005-1

10.1016/B978-3-437-56801-5.00005-1

978-3-437-56801-5

Abb. 5.1

[J787]

Wolken

Prinzipien der Einwirkung auf das Qi法

Welches sind die Besonderheiten in der Anwendung der Altchinesischen Medizin und worauf baut dabei die HeilungHeilung auf? Dreh- und Angelpunkt der therapeutischen Arbeit ist das Nähren und Bewegen des QiTherapieNähren und Bewegen des Qi. Das Konzept des Qi ist der Schlüssel zum tieferen Verständnis der letztlich heilenden Prozesse in der Altchinesischen Medizin, die es in Gang zu setzen gilt. Dabei ist die Vorstellung der Allgegenwart einer Lebenskraft – genannt Qi – für die chinesische Kultur so prägend, dass alle Bereiche des Lebens davon durchdrungen sind. Es handelt sich also nicht um einen Ausdruck, der nur in der Medizin Anwendung findet, sondern der ebenso in den Künsten, der Philosophie, der Psychologie, der Politik und im Alltagsleben anzutreffen ist.

Ursprünglich hat Qi die Bedeutung von Wolken (Cirrocumulus floccus) (Abb. 5.1). Es gibt zahlreiche davon abgeleitete BedeutungenQiBedeutung wie etwa

  • Hauch

  • Gas

  • Atmosphäre/Luft

  • Wetter

  • Anzeichen

  • Atem

  • Geruch

  • kosmische Urkraft

  • Lebenskraft allgemein

  • in den Leitbahnen zirkulierende, von Akupunkturnadeln stimulierte Lebenskraft

  • Dynamik und Manifestationen einer Krankheit

  • Gemütszustand

  • Kraft

  • Ausprägung

  • Absicht

  • Art und Weise

  • Sitte

  • Schicksal

  • Wesen

  • Gestank

  • Antlitz/Anblick

  • Ärger

  • Unterdrückung

  • Verbrühen

  • Wutausbruch

  • Stil

  • Gerätschaft.

Aus der Zusammenstellung wird ersichtlich, dass in der chinesischen Sprache das konnotative Feld eines Ausdrucks sehr weit gefasst sein kann. Die einzelnen Bereiche des konnotativen Feldes sind assoziativ miteinander verknüpft. Die genannten Bedeutungen des Ausdrucks Qi weisen bestimmte Ähnlichkeiten („kosmische Urkraft“, „Lebenskraft“) miteinander auf oder stehen in einem Zusammenhang der Entsprechung („Wesen“, „Art und Weise“, „Gemütszustand“). Die chinesische Sprache regt eher zu analogem, assoziativem und metaphorischem Betrachten denn zum analytischen Denken an, wie dies für indoeuropäische Sprachen typisch ist. Die Bedeutung der Worte in klassischen chinesischen Texten ist nicht definiert, sondern muss aus dem Kontext abgeleitet werden. Auch die Gegebenheiten beim Leser haben Einfluss auf die Bedeutungsattribution. Daher kann man altchinesische Texte nicht übersetzen, sondern nur übertragen.

Das Konzept des Qi ist der Schlüssel zum tieferen Verständnis der letztlich heilenden Prozesse in der Altchinesischen Medizin, die es in Gang zu setzen gilt.

In dem Bemühen um ein höheres Maß an Gesundheit sind zwei das Qi betreffende Prinzipien zu beachten, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig ergänzen:

  • 1.

    Die Reinigung von pathogenem QiQipathogenes („schrägläufiges Qi“, xiéqì 邪氣)

  • 2.

    Das Vermehren von gesundem/vitalem QiQigesundes („aufrechtes Qi“, zhēnqì 真氣)

Beide Aspekte müssen in der Therapie berücksichtigt werden. Zunächst wird die bioplasmatische Materie von pathogenem Qi gereinigt, damit die Absorption von gesundem Qi erfolgen kann. Das pathogene Qi verstopft nahezu vollständig die Drei jiāoDrei jiāo;Drei jiāo (Erwärmer), die Leitbahnen (oder Qi-transportierenden KanäleQiQi-transportierende Kanäle) und Netzgefäße sowie die energetischen Pforten (oder Qi-transportierenden PfortenQiQi-transportierende Pforten). Prozesse der Heilung werden dadurch verzögert oder blockiert. Vitale Energie muss ungehindert und in ausreichendem Maße den Leib durchströmen und sich in einem ungehinderten Fluss befinden. Dies repräsentiert die Vitalität der Seele, des Geistes und des Leibes. Beim Einsatz der unterstützenden therapeutischen Mittel Therapietherapeutische Mittelwie Nadeln, Moxa und Schröpfen oder bei therapeutischen Interventionen wie Tuina Therapietherapeutische Interventionensollten diese Grundsätze unbedingt Beachtung finden.

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