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B978-3-437-56801-5.00010-5

10.1016/B978-3-437-56801-5.00010-5

978-3-437-56801-5

Abb. 10.1

[L255]

Fünf Wesenheiten: Holz

Abb. 10.2

[L255]

Fünf Wesenheiten: Feuer

Abb. 10.3

[L255]

Fünf Wesenheiten: Erde

Abb. 10.4

[L255]

Fünf Wesenheiten: Metall

Abb. 10.5

[L255]

Fünf Wesenheiten: Wasser

Entwicklung des Konzepts der Fünf Grundwesenheiten auf der Grundlage der „Fünf Vermögen“ wǔcái 五才Fünf GrundwesenheitenHolzFünf GrundwesenheitenFeuerFünf GrundwesenheitenErdeFünf GrundwesenheitenMetallFünf GrundwesenheitenWasser

[J787]

Tab. 10.1
Grundwesenheit Eigenschaft Charakter und Verhalten
Holz: 一曰曲直 biegsam Menschlichkeit, Gutmütigkeit
huǒFeuer: 一曰炎上 hitzig Ritual, Selbstachtung, Umsichtigkeit
Erde: 一曰稼穡 säend/erntend Vertrauen, Warmherzigkeit, Ernsthaftigkeit
jīnMetall: 一曰從革 wandelbar Gerechtigkeit, Güte, Gelingen
shuǐWasser: 一曰潤下 befeuchtend Weisheit, Vorausschau, Geschick

Übungen zur Kultivierung der Grundwesenheiten行

Wir benötigen für unser seelisches, geistiges und körperliches Gleichgewicht die Stärkung der verschiedenen Qualitäten des Qi, aus welchen wir erschaffen wurden und mit deren Hilfe wir in der Lage sind, ein ausgewogenes Leben zu führen und unsere Bestimmung zu erfüllen. Diese grundlegenden Qualitäten werden auch die Fünf WandlungsphasenFünf Wandlungsphasen siehe Fünf Grundwesenheiten (wǔxíng 五行) oder die Fünf GrundwesenheitenFünf Grundwesenheiten genannt. Im Sinne einer Reihe von systematischen Entsprechungen charakterisieren diese Wesenheiten die Grundeigenschaften der Inneren Organe und deren Repräsentanz auf den Leitbahnen sowie Akupunkturpforten. Dies bedeutet, dass auch das Qi sich gemäß dieser Grundwesenheiten manifestiert und der Ordnung dieser Wesenheiten folgend beeinflusst werden kann.

Im „Buch der Urkunden/Der Große Plan“ (Shàngshū hóngfàn 尚書 洪范) wird das Konzept der Fünf GrundwesenheitenFünf Grundwesenheiten folgendermaßen entwickelt (Tab. 10.1):

Der kaiserliche Beamte und Gelehrte Zhāng JūnfángZhāng Jūnfáng 張君房 stellte etwa in der Zeit von 1025 bis 1029 eine enzyklopädische Sammlung von daoistischen Überlieferungen zur Lebenspflege und zu Meditationspraktiken zusammen, die in den später entstandenen Kanon des Daoismus (dàozàng 道藏) aufgenommen wurden. Hier finden sich präzisierende Aussagen zum ursprünglichen Verständnis der Fünf Grundwesenheiten:

Feuer ist seinem Wesen nach verbrennend und verdampfend, Holz ist seinem Wesen nach fest und ausgerichtet, Metall ist seinem Wesen nach solide und fest, Wasser ist seinem Wesen nach befeuchtend und vermehrend, Erde ist ihrem Wesen nach zusammenführend und geschmeidig. Daher bedingt Holz die Entwicklung, Feuer die Wandlung, Wasser die Vermehrung, Erde die Vereinigung, Metall die Bezwingung. So entstehen aus den Eigenschaften die Dinge. Was erblüht und die Oberhand gewinnt, hängt alles ab vom Nutzen aus der Reihenfolge der Hervorbringung und vom Genutzt-Werden aus der Reihenfolge der Zügelung. Nutzen und Gebrauch bedingen sich gegenseitig, daher gibt es Gelingen und Verlust.

Sòng-Dynastie · Zhāng Jūnfáng, Yúnjí qīqīan 宋 · 張君房 雲芨七籖

Wichtig ist es, die Grundwesenheiten nicht als definierte Materiezustände im Sinne von quasi chemischen Elementen fehlzudeuten, sondern sie als Denominator für eine bestimmte Grundeigenschaft und deren dynamisches Potenzial anzusehen. Die Beziehung zwischen diesen Grundelementen ist keine Alchimie, sondern entspricht eher der Wandlung und Wechselwirkung zwischen energetischen Feldern.

Mit Hilfe der mit den Organen in Resonanz stehenden Laute kann das Qi der Fünf Grundwesenheiten direkt angesprochen werden. Wie in der Bezeichnung als „Wandlungsphasen“ bereits ausgedrückt, birgt das Qi der Grundwesenheiten das Potenzial der Transformation in sich. Die Übung der korrespondierenden Laute stößt auch eine Wandlung von tief im Inneren verankerten und teilweise erstarrten Charakterzügen an. Das Üben der Laute kann also dazu verhelfen, einengende, ererbte oder früh erworbene Aspekte der Persönlichkeit zu überwinden oder positiv zu entwickeln.

Die Arbeit mit den Fünf Grundwesenheiten und ihren korrespondierenden Lauten
An 20 aufeinanderfolgenden Tagen wird jeweils eine der Grundwesenheiten mit ihrem korrespondierenden Laut Fünf Grundwesenheitenkorrespondierende Lauteangesprochen, so dass jede Wandlungsphase an insgesamt vier Tagen eine Stimulation erfährtÜbungenStimulation der GrundwesenheitenFünf GrundwesenheitenStimulation. Am 21. Tag wird mit allen Grundwesenheiten nacheinander am gleichen Tag in Resonanz getreten.
Hierfür setzen wir uns einem Stellvertreter der Grundwesenheit gegenüber und treten über die energetischen Schwingungen der Laute in Resonanz mit der jeweiligen Wandlungsphase. Wir versuchen nachzuspüren, inwieweit unser Leib und die entsprechenden Zàng- und Fǔ-Organe durch die Laute belebt und aufgerüttelt werden.
Beispiele für Stellvertreter Fünf GrundwesenheitenStellvertreterder Grundelemente in manifester Form sind:
  • Holz: Bonsaibaum

  • Feuer: Flamme einer Kerze

  • Erde: Gartenerde, Sand oder Steine

  • Metall: Metallkugel

  • Wasser: eine wassergefüllte Schale

Holz
Laut: xu (gesprochen „Chü“)
Das energetische Potenzial des Elementes Fünf GrundwesenheitenHolzHolz hilft uns, mit einer federnden Festigkeit im Leben zu stehen. Wenn diese Energie in unserem Körper gut fließt, können wir unbeirrt unseren Weg beschreiten. Es dient der Stärkung der eigenen Wurzeln und elastischen Beständigkeit, auf denen das Neue aufgebaut werden und seine Form wahren kann (Abb. 10.1).
Feuer
Laut: he (gesprochen ähnlich „Hö“ mit aspiriertem „H“ und stummem „E“)
Das energetische Potenzial dieses ElementesFünf GrundwesenheitenFeuer fließt durch unsere Herzen, was wir als Liebe und Seligkeit wahrnehmen. Durch das Element Feuer vermag sich unser Herz zu öffnen und die Verbindung zum Himmel und zu unserer Urquelle herzustellen (Abb. 10.2).
Erde
Laut: hu (mit aspiriertem „H“)
Aus dem energetischen Potenzial des Elementes Erde Fünf GrundwesenheitenErdekönnen wir die Kraft der Umwandlung ziehen, so dass sich Altes in Neues, Fremdes in Eigenes verwandeln lässt (Abb. 10.3).
Metall
Laut: si (mit scharfem „S“ und stummem „I“)
Das energetische Potenzial des Metalls Fünf GrundwesenheitenMetallunterstützt uns bei der Loslösung von Altem und nicht mehr Benötigtem. Diese Energie benutzen wir, um unser Karma aufzulösen (Abb. 10.4).
Wasser
Laut: jiu (J wie „Dsch“ gesprochen)
Aus dem Element Wasser Fünf GrundwesenheitenWasservermag etwas noch nie zuvor Dagewesenes zu entstehen. Es ist die Geburt des Lichtes in uns. Die Kraft des Wassers fördert die Neugestaltung und Neuschöpfung (Abb. 10.5).
Die Grundwesenheiten werden in der Altchinesischen Medizin nicht als statische Zustandsbeschreibungen verstanden, sondern stellen Phasen eines Wandlungsprozesses dar. Nachdem im ersten Schritt die spürende Wahrnehmung des Qi entwickelt wurde, schließt sich nun mit der Verinnerlichung der Wirkkräfte der Fünf Grundwesenheiten bzw. Fünf Wandlungsphasen das Erlernen der inneren Transformation an. Das Potenzial der Wandlungsphasen wird für die notwendigen Veränderungen auf dem Weg der spirituellen Entfaltung genutzt.

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