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B978-3-437-56141-2.00002-9

10.1016/B978-3-437-56141-2.00002-9

978-3-437-56141-2

Anatomische Orientierung

U. März

  • 2.1

    Kopf12

    • 2.1.1

      Scheitel, Stirn und obere Orbita12

    • 2.1.2

      Mittelgesicht und Nasenregion15

    • 2.1.3

      Untergesicht und Kinnregion17

    • 2.1.4

      Ohrregion18

    • 2.1.5

      Hinterkopf und oberer Nacken20

  • 2.2

    Hals21

  • 2.3

    Schultergürtel und obere Extremität22

    • 2.3.1

      Schultergürtel und Oberarm22

    • 2.3.2

      Ellbogenbereich24

    • 2.3.3

      Unterarm und Hand25

  • 2.4

    Wirbelsäule und Beckenübergang28

    • 2.4.1

      Halswirbelsäule29

    • 2.4.2

      Brustwirbelsäule30

    • 2.4.3

      Lendenwirbelsäule32

    • 2.4.4

      Kreuzbein und Beckenübergang34

  • 2.5

    Ventraler und lateraler Thorax und Abdomen36

  • 2.6

    Untere Extremität42

    • 2.6.1

      Knieregion42

    • 2.6.2

      Knöchel und Fuß43

Kopf

Scheitel, Stirn und obere Orbita

Scheitel
Orientierung, anatomischeOrbitaKopf:anatomische OrientierungAuf dem ScheitelKreuzungspunkt der Schädeldachmittellinie mit einer gedachten Linie, die die beiden höchsten Punkte der Ohrmuscheln verbindet, liegt Du $Du 20 §baihui&20 in einer Entfernung von 7 cun zur hinteren und 5 cun zur vorderen Haaransatzlinie.
Beachte: Beim Aufsuchen ist die Kopfhaltung des Patienten in aufrechter Position. Handspanntechnik nach König/Wancura (1.3.3): Der Therapeut legt seine Hände links und rechts an die seitliche Kopfpartie des Patienten. Dabei berühren die beiden Kleinfinger jeweils eine Ohrspitze. Die beiden Daumen werden dann in der Schädeldachmittellinie zusammengeführt und zeigen auf Du 20.
Vordere Haaransatzlinie
Die vordere Haaransatzlinie:vordereHaaransatzlinie begrenzt die StirnStirn nach oben und kann individuell stark variieren. Als Haaransatzlinie gilt der Beginn der ursprünglichen Haarwachstumszone.
Da der tatsächlich bestehende Haaransatz besonders bei Männern aufgrund von Glatzenbildung schon frühzeitig zurückweichen kann, ist die ursprüngliche Haaransatzlinie häufig nicht identisch mit der aktuellen Kopfhaarbegrenzung, sondern sie befindet sich im unbehaarten Areal. In diesem Fall wird die ursprüngliche Haaransatzlinie durch die kraniale Stirnfaltenbegrenzung markiert, während der Patient die Stirn runzelt. Betrifft die Punkte Du 20–Du $Du 24 §shenting&24, Bl $Bl 3 §meichong&3–$Bl 7 §luoque&Bl 7, Gb 4–$Gb 7 §qubin&Gb 7, Gb 13–$Gb 15 §toulinqi&Gb 15, Ma 8.
M. temporalis und Stirn-Schläfen-Winkel
Der M.M. temporalis Stirn-Schläfen-Winkeltemporalis kann durch festes Zusammenbeißen und Lockerlassen bis in den seitlichen Stirnbereich palpabel gemacht werden. Der Stirn-Schläfen-Winkel wird durch den Übergang der Schläfen-Haar-Grenze zur Stirn-Haar-Grenze gebildet und weicht bei beginnender Glatzenbildung zu den sogenannten „Geheimratsecken“ zurück.
Hier liegt im oberen Ansatzbereich des $Ma 8 §touwei&Muskels Ma 8 0,5 cun innerhalb der natürlichen Haaransatzgrenze.
Stirn
Auf Stirnbeiden Seiten der Stirn ist die mehr oder weniger deutliche Wölbung der Stirnhöcker (Tubera frontalia) tastbar. An ihrem unteren Rand liegt in einer flachen Mulde am Übergang zum Überaugenbogen (Arcus superciliaris) Gb 14, bei Geradeausblick senkrecht oberhalb der Pupille.
Glabella, Überaugenbögen
Die GlabellaGlabella ist ein erhabenes, ebenes Feld oberhalb der Nasenwurzel und zwischen den Überaugenbögen (Arcus superciliares). Sie ist der zentrale knöcherne Orientierungspunkt im Stirnbereich.
Im Mittelpunkt der Glabella befindet sich der Extra-Punkt $Ex-HN 3 §yintang&Ex-HN 3 (yintang). Entlang der ÜberaugenbögenÜberaugenbögen liegen von medial nach lateral die Punkte Bl 2, Ex-HN 4 (yuyao)$Ex-HN 4 §yuyao& und $SJ 23 §sizhukong&SJ 23.
Beachte: Lage von Bl 2 über dem inneren Augenwinkel, oberhalb der Incisura frontalis (nicht supraorbitalis), wenn diese angelegt ist.

Mittelgesicht und Nasenregion

Wangenknochen
WangenknochenNasenregionUnterhalb Mittelgesichtder Augen bildet der Oberkiefer (Maxilla) gemeinsam mit dem Jochbein (Os zygomaticum) die Wangenknochen. Wichtige anatomische Anhaltspunkte bilden hier das Foramen infraorbitale, der Jochbeinunterrand und der Jochbeinbogen des Os temporale.
Foramen infraorbitale
Das Foramen Foramen infraorbitaleinfraorbitale mit Ma 2 findet sich bei Geradeausblick senkrecht unter der Pupille auf der Maxilla. Es liegt knapp 1 Querfinger unterhalb des unteren Orbitarandes und ist als kleine, druckdolente Vertiefung tastbar.
Jochbein (Os zygomaticum)
Die Os zygomaticumJochbeinknöchernen Strukturen unterhalb der lateralen Orbita werden vom Jochbein gebildet. Senkrecht unterhalb des lateralen Augenwinkels liegt am Unterrand des Jochbeins Dü 18 vor dem Rand des M. masseter (Untergesicht und Kinnregion, 2.1.3).
Jochbeinbogen (Arcus zygomaticus des Os temporale)
Das JochbeinbogenJochbein Os temporalegeht Arcus zygomaticusnach lateral in den Jochbeinbogen über, der bis zum Ohr reicht.
Am Oberrand des Jochbeinbogens finden sich Gb 3 und etwas weiter nach kranial $SJ 22 §erheliao&SJ 22, am Unterrand $Ma 7 §xiaguan&Ma 7 und $SJ 23 §sizhukong&SJ 21.
Kiefergelenk (Articulatio temporomandibularis)
KiefergelenkArticulatio temporomandibularisUnterhalb des Jochbogens liegt vor dem Ohrtragus das Kiefergelenk, dessen Bewegung durch leichtes Öffnen und Schließen des Mundes ertastet werden kann. In einer Mulde vor dem Kiefergelenk und unmittelbar unter dem Rand des Jochbeinbogens liegt Ma 7. Diese Mulde liegt in der Incisura mandibulae, die durch den Processus coronoideus und den Processus condylaris der Mandibula gebildet wird. Bei weiter Mundöffnung wird der Tastfinger auf Ma 7 durch den nach vorn gleitenden Processus condylaris der Mandibula aus der Mulde gehoben.
Nasolabialfalte oder Nasen-Lippen-Falte
Sie Nasolabialfaltebeginnt Nasen-Lippen-Faltedort, wo an der seitlichen Nase oberhalb der Nasenflügel der knorpelige in den knöchernen Bereich übergeht und zieht von dort zu den Mundwinkeln. An ihrem oberen Ende liegt am Übergang vom Oberkiefer zur Nasenhöhle der Punkt Ex-HN 8 (shangyingxiang/bitong).$Ex-HN 8 §shangyingxiang/bitong& Di 20 liegt etwas unterhalb von bitong zwischen dem äußersten Nasenflügelrand und der Nasolabialfalte.

Untergesicht und Kinnregion

Unterkieferwinkel (Angulus mandibulae)
Der UnterkieferwinkelUntergesichtKinnregionAngulus mandibulaeUnterkieferwinkel entspricht dem Übergang des Unterkieferrandes aus der mehr horizontalen in eine vertikale Richtung und liegt deutlich unterhalb und etwas vor dem Ohrläppchen. Er markiert die Position von Ma 6 (eine Fingerbreite vor und über dem Kieferwinkel) sowie von Dü 17 und $SJ 16 §tianyou&SJ 16 (Höhe des Unterkieferwinkels).
M. masseter
M. masseterDurch kräftiges Zusammenbeißen lässt sich die Kontur des M. masseter zwischen dem seitlichen Unterkiefer und dem Jochbein gut darstellen.
Mentolabialfurche
Sie Mentolabialfurchebildet am Kinn eine quer verlaufende Rinne am Übergang zur Unterlippe. In ihrer Mitte befindet sich $Ren 24 §chengjiang&Ren 24.

Ohrregion

Anmerkung: OhrregionPunkte der Ohrakupunktur werden in diesem Zusammenhang nicht berücksichtigt.
Übergang von Ohrmuschel zu Gesicht
Hier liegen in einer Reihe von kranial nach kaudal die Punkte $SJ 22 §erheliao&SJ 22, $SJ 21 §ermen&SJ 21, $Dü 19 §tinggong&Dü 19, $Gb 2 §tinghui&Gb 2.
Aufsteigende Helix (Ohrkrempe)
Vor der aufsteigenden Helix, aufsteigendeHelix, die die Ohrmuschel in ihrem oberen Bereich zum Gesicht hin begrenzt, liegt SJ 22 oberhalb des Jochbeinbogens, etwa in derselben Höhe wie $Gb 3 §shangguan&Gb 3 (Abb. 2.6).
Incisura supratragica
Die Incisura Incisura supratragicasupratragica ist eine Einbuchtung im Bereich der Ohrknorpel, sie trennt die aufsteigende Helix vom Tragus. Vor der Incisura supratragica liegt SJ 21.
Tragus (Ohrknöpfchen)
Vor der OhrknöpfchenMitte des TragusTragus liegt Dü 19.
Incisura intertragica
Die Incisura Incisura intertragicaintertragica ist eine Einbuchtung der Ohrknorpel, sie trennt den Tragus vom Ohrläppchen und vom Antitragus. Vor der Incisura intertragica liegt Gb 2.
Lobulus (Ohrläppchen)
LobulusUnter dem OhrläppchenOhrläppchen und unterhalb des Gehörgangs findet sich eine Vertiefung, die nach dorsal durch das Mastoid (Processus mastoideus) und nach ventral durch den Unterkiefer begrenzt ist. Nach unten hin ist diese Mulde durch den Processus transversus des 1. Halswirbels (Atlasquerfortsatz) begrenzt. In der Vertiefung liegt $SJ 17 §yifeng&SJ 17.
Processus transversus des 1. Halswirbels (Atlas)
AtlasEr Processus transversusist unter dem Ohrläppchen als eine etwas weiter in der Tiefe liegende knöcherne Struktur zu tasten, die meist deutlich druckschmerzhaft ist.
Mastoid (Processus mastoideus)
MastoidAn der Processus mastoideusSpitze des Mastoid, das hinter dem Ohr am Übergang des Schädels zum Hals zapfenförmig tastbar ist, liegt $Gb 12 §wangu&Gb 12, am Übergang der Basis zum Okziput Ex-HN (anmian)§Ex-HN §anmian& und etwas weiter kaudal Ex-HN 14 (yiming).$Ex-HN 14 §yiming&

Hinterkopf und oberer Nacken

Kraniozervikaler Übergang
HinterkopfDer Übergang vom Kopf zum Hals wird hier durch das MastoidMastoid (Processus:mastoideusProcessus mastoideus), die nach dorsal anschließenden Halsmuskeln und das Okziput gebildet. An diesem Übergang finden sich von lateral nach dorsal Gb 12, §Ex-HN §anmian&Ex-HN (anmian). $Ex-HN 14 §yiming&Ex-HN 14 (yiming), $Gb 20 §fengchi&Gb 20, $Bl 10 §tianzhu&Bl 10, $Du 15 §yamen&Du 15 und $Du 16 §fengfu&Du 16.
Protuberantia occipitalis externa
Protuberantia occipitalis externaSie ist als flacher höckerartiger Vorsprung in der dorsalen Medianlinie des Okziput, knapp über dem kraniozervikalen Übergang tastbar und definiert die Lage von Du 16, Du 17 und $Bl 9 §yuzhen&Bl 9. In manchen Fällen, häufiger bei Frauen, ist dieser Vorsprung nur schwer oder gar nicht tastbar.
Hintere Haaransatzlinie
Sie Haaransatzlinie:hinterewird als eine eher ungenaue Orientierungszone (variabel) bei der Punktsuche in der Hinterkopfregion und für Punkte der Schädelakupunktur benutzt.

Hals

Larynxprominenz
LarynxprominenzHals:anatomische OrientierungBei Männern ist die Larynxprominenz meist eindeutig als der am weitesten nach ventral vorspringende Punkt des Kehlkopfes („Adamsapfel“) sicht- und tastbar. Bei Frauen ist die visuelle Identifikation oft schwieriger und muss dann durch Tastung der V-förmigen Öffnung im kranialen Schildknorpelbereich in der Medianlinie des Kehlkopfes identifiziert werden. Auf Höhe der Larynxprominenz liegen $Ma 9 §renying&Ma 9, $Di 18 §futu&Di 18 und $Dü 16 §tianchuang&Dü 16.
M. sternocleidomastoideus
M. sternocleidomastoideusDieser Muskel bildet eine leicht identifizierbare anatomische Leitstruktur am ventralen und lateralen Hals, der durch Rotation des Kopfes zur Gegenseite sicht- und tastbar wird. Durch Anlegen eines Widerstandes gegen die Rotation (z. B. am Kinn) kann dies noch verstärkt werden. Der Muskel entspringt mit einem rundsehnigeren Kopf von der Ventralfläche des oberen Brustbeins (Manubrium sterni) und mit einem breiteren und flacheren Anteil vom sternalen Drittel des Schlüsselbeins (Clavicula), wobei er ein schmales Dreieck im Bereich des Sternoklavikulargelenks freilässt. Dort liegt $Ma 11 §qishe&Ma 11. Die beiden Köpfe des Muskels bleiben bis weit nach kranial unterscheidbar und setzen am hinteren Umfang des Processus mastoideus und an der lateralen Hälfte der Linea nuchae am Hinterkopf an. In seinem Verlauf finden sich außer $Ma 11 §qishe&Ma 11 auch $Di 17 §tianding&Di 17, $Di 18 §futu&Di 18, $Dü 16 §tianchuang&Dü 16, $Ma 9 §renying&Ma 9, $Gb 12 §wangu&Gb 12 und $Ex-HN 17 §anmian&Ex-HN (anmian).

Schultergürtel und obere Extremität

Schultergürtel und Oberarm

M. trapezius
Schultergürtel:anatomische OrientierungOberarmExtremität:anatomische OrientierungDieser M. trapeziusMuskel bildet die obere Begrenzung der Schulter und erstreckt sich in seinen kranialen Anteilen von der Halswirbelsäule bis zu dem zum Schulterblatt gehörenden Acromion. Auf dem kranialen Rand des Muskels liegt in der Mitte der $Gb 21 §jianjing&Schulter Gb 21, etwas darunter $SJ 15 §tianliao&SJ 15.
Acromion
Das AcromionAcromion ist bei der Palpation des Schultergelenks von lateral als eine flache knöcherne Stufe oberhalb des etwas weiter nach lateral ragenden Humeruskopfes tastbar.
Spina scapulae
Die Spina scapulaeschräg über das Schulterblatt verlaufende knöcherne Struktur entspringt dem Acromion und endet im Bereich des medialen Schulterblattrandes in einem flachen, nach oben offenen Bogen, hier liegt $Dü 13 §quyuan&Dü 13. Im Winkel zwischen dem Ursprung der Spina scapulae am Acromion und dem mehr ventral liegenden Akromioklavikulargelenk über dem lateralsten Anteil der Mm. trapezius und supraspinatus liegt $Di 16 §jugu&Di 16.
Humeruskopf, Schultergrübchen
Der HumeruskopfHumeruskopf liegt unter dem Acromion und ragt meist etwas weiter nach lateral. Bei Abduktion des Armes in die Horizontale entstehen im lateralen Bereich zwei flache Grübchen. In dem mehr ventral gelegenen Grübchen liegt $Di 15 §jianyu&Di 15, in dem mehr dorsal gelegenen SchultergrübchenGrübchen liegt $SJ 14 §jianliao&SJ 14.
M. deltoideus
Dieser Muskel umhüllt den Humeruskopf von dorsal, lateral und ventral. Auf ihm oder an seinen Rändern $Dü 9 §jianzhen&liegen Dü 9, $Dü 10 §naoshu&Dü 10, $SJ 14 §jianliao&SJ 14, $Di 15 §jianyu&Di 15, Ex-UE (jianquan),$Ex-UE §jianquan& Lu $Lu 1 §zhongfu&1, $Lu 2 §yunmen&Lu 2, $Lu 3 §tianfu&Lu 3, $Di 14§binao&Di 14.

Ellbogenbereich

Ellenbeuge, Bizepssehne
Im ventralen Bereich Bizepssehnedes Ellbogen, anatomische OrientierungEllbogens erstreckt sich die Ellenbeuge zwischen dem Epicondylus medialis und lateralis humeri. Sie wird geteilt durch die Beugersehnen. Hier finden sich $Di 11 §quchi&Di 11 und $Lu 5 §chize&Lu 5 lateral der Bizepssehne, sowie $Pe 3 §quze&Pe 3 und $He 3 §shaohai&He 3 medial der Bizepssehne.
Epicondylus humeri lateralis und medialis
Sie begrenzen die Ellenbeuge beidseits, im dorsalen Ellbogenbereich liegt zwischen ihnen das Olecranon. Vom Epicondylus humeriEpicondylus lateralis entspringen die Streckersehnen des Handgelenks, vom Epicondylus medialis dessen Beugersehnen.
Olecranon
Es bildet die Spitze des Ellbogens. Zwischen medialem Epicondylus und Olecranonspitze liegt $Dü 8 §xiaohai&Dü 8 im Sulcus ulnaris, $SJ 10 §tianjing&SJ 10 ist in einer Grube proximal des OlecranonOlecranon zu finden.

Unterarm und Hand

Bei UnterarmHandder Lokalisation der Akupunkturpunkte am Unterarm ist die unterschiedliche Hand- und Unterarmstellung in Pronation oder Supination zu beachten, da sich die relative Lage bei manchen Punkten dadurch entscheidend ändern kann (siehe Lokalisationsangaben bei den einzelnen Punkten). So verläuft z. B. die $Di 5 §yangxi&Verbindungslinie Di 5–$Di 11 §quchi&Di 11 bei der Supinationsstellung des Unterarmes entlang des lateralen Unterarmrandes, in Pronationsstellung jedoch quer über den Unterarm.
Palmarer Handgelenkspalt („distalste Handgelenksfalte“)
HandgelenksspaltHandgelenkfalteChinesische Akupunkturbücher beschreiben die Lage vieler Punkte im Handgelenkbereich meist in Bezug auf die distalste Handgelenkfalte. Da die Falte jedoch variabel ist, sollte eine sichere Orientierung am Handgelenkspalt zwischen proximaler Handwurzelknochenreihe auf der einen und Radius mit Ulna auf der anderen Seite erfolgen. Durch lockere Bewegung der Hand kann der Gelenkspalt deutlich getastet werden.
Das prominente Os pisiforme, das ulnar die proximale Handwurzelreihe markiert, dient mit seiner proximalen Begrenzung als knöcherner Marker für den palmaren Gelenkspalt im ulnaren Bereich. Über dem palmaren Handgelenkspalt liegen $He 7 §shenmen&He 7, $Pe 7 §daling&Pe 7 und $Lu 9 §taiyuan&Lu 9.
Os pisiforme und Sehne des M. flexor carpi ulnaris
Das Os Os pisiformeM. flexor carpi ulnarispisiforme ist ein wichtiger Orientierungspunkt am ventro-ulnaren Handgelenk. Die hier inserierende Sehne des M. flexor carpi ulnaris kennzeichnet die Lage einiger Punkte der He-Leitbahn: Am radialem Rand der Sehne sind He 7–$He 4 §lingdao&He 4 aufgereiht.
Processus styloideus radii
Der Processus styloideus Processus styloideus radiiradii bildet am distalen Ende des Radius im ventralen und lateralen Bereich einen flachen Vorsprung. Am Übergang des Processus zum Radiusschaft ist im ventrolateralen Bereich eine schräg verlaufende Rinne zu tasten, hier liegt $Lu 7 §lieque&Lu 7, etwas weiter distal und ventral liegt vor dem Rand des Processus $Lu 8 §jingqui&Lu 8.
Tabatière
Bei abduziertem Daumen bildet die „TabatièreTabatière“ eine Grube über dem radialen Handgelenkspalt, die bei horizontaler Stellung der Handfläche zum Körper hin weist. Sie wird durch die Sehnen der Mm. extensor pollicis longus und brevis begrenzt. In der Vertiefung der „Tabatière“ liegt $Di 5 §yangxi&Di 5.
Processus styloideus ulnae
Der Processus styloideus Processus styloideus ulnaeulnae bildet am distalen Ende der Ulna im dorsalen Bereich einen deutlichen Vorsprung. Bei Beugung im Ellbogen und Supination wird hier eine kleine Rille tastbar (Gleitfurche für die Sehne des M. extensor carpi ulnaris), hier $Dü 6 §yanglao&liegt Dü 6.
Dorsaler Handgelenkspalt („dorsale Handgelenkfalte“)
Punkte auf der dorsalen Hand- und Unterarmseite orientieren sich nach chinesischen Büchern oft an der dorsalen Handgelenkfalte. Da die Falte jedoch variabel ist, sollte eine sichere Orientierung am Handgelenkspalt zwischen proximaler Handwurzelknochenreihe auf der einen und Radius mit Ulna auf der anderen Seite erfolgen. Durch lockere Bewegung der Hand kann der Gelenkspalt deutlich getastet werden. Hier liegen $SJ 4 §yangchi&SJ 4 und Ex-UE 3 (zhongquan).$Ex-UE 3 §zhongquan&.
Os pisiforme im Bereich der Handkante
Distal des ulnaren Handgelenkspalts bietet wieder das Os pisiforme im Bereich der Handkante eine Orientierung. Es ist als deutlicher Vorsprung zwischen dem Handgelenkspalt und dem proximalen Köpfchen des 5. Metatarsalknochens zu tasten und trennt die beiden Punkte $Dü 4 §wangu&Dü 4 (distal) und $Dü 5 §yanggu&Dü 5 (proximal).

Wirbelsäule und Beckenübergang

Die WirbelsäuleBeckenübergangDornfortsätze der Spinalwirbel ermöglichen in der klinischen Praxis in den meisten Fällen eine gute anatomische Orientierung im Wirbelsäulenverlauf. Wichtig ist hierbei eine korrekte Positionierung bzw. Lagerung des Patienten, damit der Tastbefund nicht unnötig erschwert wird. Hilfreich ist dabei auch die orientierende Palpation der Dornfortsätze über den entsprechenden Zwischenwirbelräumen.
Dazu legt der Therapeut Zeige- und Mittelfinger der Tasthand links und rechts an einen zuvor genauer lokalisierten Wirbelkörper an und gleitet gleichmäßig mit beiden Fingern von Zwischenwirbelraum zu Zwischenwirbelraum. Dabei kann er sich anhand der palpierten Vertiefungen (Zwischenwirbelräume) entlang der Wirbelsäule orientieren, auch wenn z. B. bei adipösen Patienten keine markanten Dornfortsätze tastbar oder nur erschwert tastbar sind.

Anmerkung zu den Punkten des inneren Astes der Blasen-Leitbahn:

In der klinischen Praxis werden die Punkte des inneren Blasen-Astes nicht auf allen Wirbelsäulenabschnitten in einem gleichmäßigen Abstand von 1,5 cun zur Medianlinie gestochen. Sie werden vielmehr auf dem höchsten Punkt der paraspinalen Muskulatur lokalisiert, sodass der Abstand zur Medianlinie im Bereich der unteren Brustwirbelsäule und der oberen Lendenwirbelsäule meist etwas größer ist.

Anmerkung zur Lagerung:

Die Lagerungsposition kann einen deutlichen Einfluss auf die Höhe der Wirbel in Beziehung zu anderen anatomischen Strukturen wie Schulterblätter oder Becken haben. (nähere Angaben s. Brustwirbelsäule 2.4.2, Lendenwirbelsäule 2.4.3).

Halswirbelsäule

Die Orientierung an der HalswirbelsäuleHalswirbelsäule erfolgt am besten am sitzenden (oder stehenden) Patienten, wobei auf eine neutrale Haltung des Kopfes zu achten ist.
Dornfortsatz des 2. Halswirbels (Axis)
Der 1. Halswirbel (Atlas) hat keinen Dornfortsatz. Daher ist bei der von okzipital beginnenden Palpation in der dorsalen Medianlinie der erste palpable Dornfortsatz der des 2. Halswirbels (AxisAxis). Oberhalb davon liegt $Du 15 §yamen&Du 15 in der Medianlinie.
Die Dornfortsätze von HWK 3, HWK 4 und HWK 5 sind oft nicht oder nicht deutlich zu tasten, während der Dornfortsatz von HWK 6 wieder deutlich tastbar ist (s. Identifikation HWK 6 und 7).
Vertebra prominens (Dornfortsatz HWK 7)
Man legtVertebra prominens zwei Finger, z. B. Mittel- und Zeigefinger auf die vermuteten Dornfortsätze von HWK 6 und HWK 7 und bittet dann den Patienten, den Kopf vor- und zurückzubeugen (Flexion und Reklination). Bei einer funktionsfähigen Wirbelsäule spürt man schon bei einer leichten Reklination des Kopfes eine Gleitbewegung von HWK 6 nach ventral, im Gegensatz zu HWK 7, der unbeweglich stehenbleibt. Schließlich verschwindet bei weiterer Extension der Halswirbelsäule der Kontakt zu HWK 6 ganz, während HWK 7 weiterhin palpabel bleibt.
Spürt man unter dem oberen Finger eine Ventralbewegung, so liegen die beiden Fingerkuppen auf den Dornfortsätzen von HWK 6 und HWK 7. Bleibt der Wirbel unter dem oberen Finger aber (auch bei stärkerer Reklination) unbeweglich stehen, so liegen die Fingerkuppen in der Regel über HWK 7 und BWK 1.
Die korrekte Identifikation von HWK 6 ist wichtig, da HWK 7 durchaus nicht immer der „vertebra prominens“ ist. Häufig ist der Dornfortsatz des ersten Brustwirbels (BWK 1) genauso lang oder sogar noch prominenter als der von HWK 7.
Unter der Spitze des Dornfortsatzes von HWK 7 liegt $Du 14 §dazhui&Du 14.

Brustwirbelsäule

Eine leichte Kyphosierung der BrustwirbelsäuleBrustwirbelsäule kann bei der Palpation und Orientierung an der Brustwirbel hilfreich sein. Etwa ab der Mitte der Brustwirbelsäule ist die Palpation der Dornfortsätze im Sitzen oder Stehen zunehmend erschwert. Hier ist die Bauchlage vorteilhafter. Dabei kann, besonders bei einer Hyperlordose der LWS, ein Kissen unter dem Abdomen des Patienten hilfreich sein. Auf diese Weise werden die Zwischenräume zwischen den Dornfortsätzen etwas breiter und sind dadurch besser palpabel.
Brustwirbel
Ausgehend von der Identifikation von HWK 6 und 7 (2.4.1, Halswirbelsäule) werden die BrustwirbelBrustwirbel von BWK 1 aus abwärts gezählt, wobei eine leichte Kyphosierung die Orientierung erleichtert (s. Punkte der Blasen-Leitbahn und des du mai im BWS-Bereich).
Eine grobe Orientierung im BWS-Bereich ist auch am Schulterblatt möglich:
  • Der mediale Skapularand im Bereich des Ansatzes der Spina scapulae projiziert sich etwa in Höhe des Dornfortsatzes von BWK 3 im Sitzen oder Stehen bei locker hängenden Armen.

  • Der Unterrand des Schulterblatts (Angulus inferior) projiziert sich etwa in Höhe des Dornfortsatzes von BWK 7 im Sitzen oder Stehen bei locker hängenden Armen.

Cave

Die Stellung des Schulterblattes unterliegt starken Schwankungen, daher dient diese Methode nur der groben Orientierung und eignet sich eher nicht zur exakten Lokalisierung einzelner Wirbel.
Untere Brustwirbel
Die unteren Brustwirbel sind leichter von der Lendenwirbelsäule aus zu lokalisieren (2.4.3, Lendenwirbelsäule).
Rippe
Die von BWKRippe 12 ausgehende 12. Rippe markiert die untere Begrenzung des dorsalen Thorax. Folgt man palpatorisch ihrem Verlauf, so gelangt man im lateralen Rückenbereich an ihr freies Ende, dort liegt $Gb 25 §jingmen&Gb 25.

Lendenwirbelsäule

Crista iliaca, Tuffier-Linie
Zur Tuffier-LinieOrientierungCrista iliaca in der LendenwirbelregionLendenwirbelsäule tastet man zunächst im Lendenbereich die Kämme der beiden Beckenschaufeln (Crista iliaca) und verfolgt deren Verlauf nach lateral bis zu ihrem jeweils höchsten Punkt. Die gedachte Linie zwischen beiden Punkten wird als „Tuffier-Linie“ bezeichnet, ihr Schnittpunkt mit der Medianlinie gilt allgemein als Höhenangabe für den Dornfortsatz des 4. Lendenwirbels. Hierzu legt man in der Praxis beide Hände direkt oberhalb oder lateral neben die höchsten Beckenkammpunkte an und führt die beiden Daumen in der Mitte über der LWS zusammen. Dabei ist darauf zu achten, dass zwischen Hand und Crista iliaca keine Haut- und Muskelschichten zu liegen kommen, da hierdurch die Tuffier-Linie nach kranial verschoben wird.

Cave

Die Lagerungsposition (Stehen, Sitzen, Bauchlage) kann ebenso wie die individuelle Beckenstellung und die Stellung der LWS einen deutlichen Einfluss auf die Höhe der Wirbel in Beziehung zum Becken haben. So kann die Tuffier-Linie z. B. im Sitzen oder in Bauchlage die LWS in unterschiedlicher Höhe kreuzen, dasselbe gilt z. B. bei stehenden Patienten bei Hyperlordose der LWS mit Anteflexion des Beckens bzw. bei einer Flachstellung der LWS mit dem Becken in Retroflexion bei verkürzter ischiokruraler Muskulatur.

Anmerkung

Eigene Untersuchungen von I. Hosbach an der Universität Bochum unter NMR-Kontrolle legen nahe, dass die Tuffier-Linie in „Akupunktur-Bauchlage“ die Wirbelsäule noch tiefer an der Oberkante von LWK 5 bzw. dem unteren Zwischenwirbelraum LWK 4/LWK 5 kreuzt, hier kann aber aufgrund der noch geringen Fallzahl der Untersuchungen keine abschließende Bewertung getroffen werden.
In der unteren LWS-Region, v. a. in Bauchlage, halten wir daher die Orientierung am lumbosakralen Übergang für sinnvoller und eindeutiger.
Lumbosakraler Übergang
In der LWS-Region trifft man beim Abzählen der weiteren Dornfortsätze nach kaudal auf den lumbosakralen Übergang. Dieser ist in aller Regel als deutlicher Knick oder Vertiefung tastbar, bevor daran anschließend kaudal die mit kleineren Knochenfortsätzen bestückte Vorwölbung der Crista sacralis beginnt. Finden: Zur Orientierung in der LWS-Region kann zunächst (am besten in Bauchlage) der lumbosakrale Übergang aufgesucht werden, indem man in der Mittellinie vom Sacrum her über die Fortsätze der Crista sacralis nach kranial palpiert, bis unterhalb des deutlich massiveren Dornfortsatzes von LWK 5 der lumbosakrale Übergang als Rinne tastbar ist.

Cave

Varianten (bis zu 15 % in der Literatur beschrieben): In einigen Fällen besteht eine Lumbalisation des 1. Sakralwirbels oder eine Sakralisation des 5. Lumbalwirbels. In diesen Fällen besteht die LWS dann aus vier oder sechs Wirbeln.
Spina iliaca posterior superior (SIPS)
Ein weiterer wichtiger Orientierungspunkt am unteren Rücken ist die Spina iliaca posterior superior (SIPS),Spina iliaca posterior superior (SIPS) die lateral der oberen Kreuzbeinregion beidseits das dorsale Ende der Crista iliaca bildet. Häufig findet sich über der SIPS eine oberflächlich sichtbare Hauteinziehung. Die Palpation erfolgt am besten von kaudal nach kranial. Falls keine Hauteinziehung sichtbar ist, tastet man vom kranialen Ende der Rima ani aus ca. 3 cun im Winkel von 45° nach lateral und kranial, bis ein deutlicher Knochenwulst tastbar ist.
In der Regel liegt die SIPS auf der Höhe zwischen dem ersten und zweiten Foramen sacrale, sodass $Bl 27 §xiaochangshu&Bl 27 direkt medial oder etwas oberhalb-medial der SIPS liegt, während $Bl 28 §pangguangshu&Bl 28 unterhalb-medial der SIPS zu finden ist.

Kreuzbein und Beckenübergang

Kreuzbein
Zur Orientierung auf dem BeckenübergangKreuzbeinKreuzbein sollten in der Mittellinie die Crista sacralis und der Hiatus sacralis sowie im lateralen Bereich die Foramina sacralia palpiert werden.
Crista sacralis
In der Mittellinie sind über dem Kreuzbein die schmalen, unregelmäßigen Dornfortsätze der Crista sacralisCrista sacralis zu tasten.
Hiatus sacralis
Der Hiatus sacralisHiatus sacralis ist als eine nach unten offene, U-förmige Vertiefung am kaudalen Ende der Crista sacralis tastbar. Darunter liegt $Du 2 §yaoshu&Du 2 in der Medianlinie. Der Hiatus sacralis dient außerdem als Ausgangspunkt der Messstrecke zum Trochanter major (untere Extremität, 2.6), um $Gb 30 §huantiao&Gb 30 zu finden.
Foramina sacralia
Zwischen lumbosakralem Übergang und Hiatus sacralis liegen die häufig tastbaren vier Foramina sacraliaForamina sacralia $Bl 31 §shangliao&(Bl 31–Bl 34) $Bl 34 §xialiao&in relativ gleichmäßigen Abständen etwa einen Querfinger beidseits der Mittellinie, wobei sie sich nach kaudal der Mittellinie zunehmend annähern. Sie definieren die Lage von Bl 31–34.
Iliosakralgelenk
Das IliosakralgelenkIliosacralgelenk (ISG) ist beidseits als flache Rinne zwischen dem Kreuzbein und der SIPS (s. o.) und weiter kaudal gelegenen Strukturen der Darmbeine zu tasten. Im Bereich des ISG liegen$Bl 26 §guanyuanshu& Bl 26–29. $Bl 29 §zonglüshu&

Ventraler und lateraler Thorax und Abdomen

Clavicula
Thorax:anatomische OrientierungAbdomen:anatomische OrientierungDieClavicula Verbindung zwischen Schultergürtel und Thorax bildet das Schlüsselbein. Es trennt die oberhalb gelegenen Fossae supraclaviculares major und minor mit $Ma 11 §qishe&Ma 11, $Ma 12 §quepen&Ma 12 und Ex-HN (jingbi)$Ex-HN §jingbi& von den Rippen. Unter dem Rand des Schlüsselbeins liegen in seiner Mitte $Ma 13 §qihu&Ma 13 und 2 cun lateral der Medianlinie $Ni 27 §shufu&Ni 27.
Fossa jugularis
Die Fossa jugularisFossa jugularis bildet eine oberhalb des Sternums und zwischen den beiden Sternoklavikulargelenken gelegene Grube. Hier liegt $Ren 22 §tiantu&Ren 22.
Rippen
Die anatomische Orientierung anhand der Rippen beginnt im Bereich des medialen Abschnitts des Schlüsselbeins. Hier verläuft die erste RippeRippe in einem engen Bogen unter der Clavicula hindurch, um direkt unterhalb des Sternoklavikulargelenks am Manubrium sterni anzusetzen.

Beachte bei der Rippen- und ICR-Palpation sowie bei der Zuordnung der regionalen Akupunkturpunkte:

  • Die Rippen verlaufen von ihrem Ansatz am Brustbein aus zunächst gerade oder leicht bogenförmig nach kaudal, um dann im lateralen Thoraxbereich schräg nach kranial zu verlaufen.

  • Unterhalb des 4./5. ICR muss die Palpation weiter lateral stattfinden, da hier durch den schrägen Verlauf des Rippenbogens und durch Verschmelzungen der medialen Rippenanteile die ICR nicht so weit nach medial reichen.

Rippe, 1. Interkostalraum (ICR)
Bei einer parasternalen Palpation von kranial nach kaudal tastet man meist unterhalb der Clavicula direkt die erste Rippe. Hier liegt 2 cun lateral der Medianlinie $Ni 27 §shufu&Ni 27. Es folgt nach kaudal der erste Interkostalraum (ICR), Interkostalraum (ICR)danach folgt durch Abzählung die zweite Rippe usw. In der Medianlinie liegt auf Höhe des 1. ICR $Ren 20 §huagai&Ren 20, etwas darüber $Ren 21 §xuanji&Ren 21.
Rippe, Synchondrosis manubriosternalis (Übergang des Manubrium sterni zum Corpus sterni)
Die Synchondrosis Synchondrosis manubriosternalisist meist deutlich als quer verlaufende knöcherne Struktur auf dem kranialen Abschnitt des Sternum tastbar. Lateral davon befindet sich der Rippenknorpelansatz der 2. Rippe. Der ICR unterhalb davon ist der 2. ICR. Von hier ausgehend werden die weiteren Rippen und ICR durch Palpation abgezählt.
Kraniolateraler Thorax und Processus coracoideus
Im kraniolateralen Bereich wird der Thorax Thorax:kraniolateralerdurch das Schlüsselbein und durch den M. deltoideus mit dem darunterliegenden Processus coracoideus Processus coracoideusbegrenzt. Ausgehend vom Ende der vorderen Achselfalte palpiert man entlang des Randes des M. deltoideus nach kranial in Richtung Schulter bis zum Unterrand der Clavicula. Hier liegt im Zentrum des deltoideo-pektoralen Dreiecks $Lu 2 §yunmen&Lu 2. Nach lateral wird dieser Winkel durch eine deutlich tastbare Knochenstruktur, den Processus coracoideus, begrenzt. Anatomische Abgrenzung zum Tuberculum minus humeri: Bei gebeugtem Ellenbogen und Armaußenrotation bleibt der Processus unbeweglich, während sich das Tuberculum mitbewegt. $Lu 1 §dadun&Lu 1 liegt unterhalb und etwas lateral von Lu 2 und medial der unteren Begrenzung des Processus coracoideus.
Die Konturen des M. deltoideus und des deltoideo-pektoralen Dreiecks können durch Muskelanspannung, z. B. durch Zusammenpressen der Hände vor der Brust verdeutlicht werden.
Medioklavikularlinie
Die Medioklavikularlinie Medioklavikularliniebietet eine weitere Orientierung am oberen Thorax. Sie ist eine gedachte Linie von der Mitte des Schlüsselbeins zur Brustwarze (Mamille). Da die Mamillen in der Regel etwas weiter lateral liegen als die Mitte der Clavicula, verläuft die Medioklavikularlinie leicht schräg. Auf ihr liegen $Ma 16 §yingchuang&$Ma 13 §qihu&Ma 13–16.
Brustwarze (Mamille)
Die Brustwarze Brustwarzeliegt bei Männern im 4. ICR lateral der Medianlinie. Bei Frauen kann die Lage je nach Form der Brust variieren. Auf der Mamille Mamilleliegt $Ma 17 §ruzhong&Ma 17.
Mamillarlinie
Die Mamillarlinie Mamillarlinieist eine gedachte Orientierungslinie im Bereich des mediolateralen Thorax und Abdomens und zieht von den Mamillen aus senkrecht nach kaudal. Auf dieser Linie liegen $Ma 18 §rugen&Ma 18, $Le 14 §qimen&Le 14 und $Gb 24 §riyue&Gb 24.
Sternokostaler Winkel, Xiphoid, Nabel
Die beiden NabelRippenbögenXiphoid sternokostaler Winkelvereinigen sich im Bereich des unteren Sternumrandes zum sternokostalen Winkel, der gemeinsam mit dem Nabel als Orientierungszone für die Akupunkturpunkte der Oberbauchregion dient.

Cave

Es ist besonders darauf zu achten, dass der sternokostale Winkel nicht mit der Spitze des Schwertfortsatzes (Xiphoid) verwechselt wird. Er setzt im sternokostalen Winkel am Sternum an und ragt von dort je nach Länge mehr oder weniger weit nach kaudal ins Abdomen. Zur eindeutigen Differenzierung tastet man von kaudal kommend entlang der beiden unteren Rippenbögen in Richtung Sternum bis zu ihrer Vereinigung im sternokostalen Winkel. Hier liegt $Ren 16 §zhongting&Ren 16.
Axillarlinie
Die Axillarlinie Axillarlinieist eine gedachte Orientierungslinie im Bereich des lateralen Thorax und Abdomens und zieht von der Mitte der Axilla senkrecht nach kaudal. Auf dieser Linie liegen $Gb 22 §yuanye&Gb 22 und $Mi 21 §dabao&Mi 21.
Freies Ende der 11. Rippe
Nur wenig unterhalb des Rippenbogens tastet man am Übergang vom lateralen Thorax zum lateralen Abdomen das freie Ende der 11. Rippe.Rippe:freies Ende Aufsuchhilfe: Der Patient legt den 90° gebeugten Ellbogen an seinen seitlichen Thorax, die Olekranonspitze liegt dann häufig nahe am freien Ende der 11. Rippe. $Le 13 §zhangmen&Le 13 liegt am unteren vorderen Rand des freien Endes der 11. Rippe.
Spina iliaca anterior superior (SIAS)
Folgt man dem oberen Rand der Beckenschaufeln (Crista iliaca) nach ventral und kaudal, so gelangt man am lateralen Ende der Leistenbeuge zur Spina ilica anterior superior (SIAS), Spina ilica anterior superior (SIAS)die hier am lateralen Unterbauch als knöcherner Vorsprung zu tasten ist. Vor der SIAS liegt $Gb 27 §wushu&Gb 27 und etwas weiter kaudal und medial $Gb 28 §weidao&Gb 28.
Symphyse, Nabel
Am unteren NabelRand des Abdomens bildet der Oberrand der Symphyse Symphyseeine wichtige Orientierungszone für die Akupunkturpunkte der Unterbauchregion. Die Strecke zwischen Nabelmitte und Symphysenoberrand wird in 5 Körper- oder Strecken-cun eingeteilt, die vom allgemeinen Finger-cun-Maß des jeweiligen Patienten deutlich abweichen können (1.2). Der normalerweise im Bereich der Pubes zu tastende Symphysenoberrand markiert in der Mittellinie die Position von $Ren 2 §qugu&Ren 2.

Untere Extremität

Trochanter major
Die im Bereich Extremität:unteredes Hüftgelenks deutlich nach lateral vorspringende knöcherne Struktur dient als Orientierungspunkt für eine gedachte Verbindungslinie zum Hiatus sacralis. Auf dieser Linie liegt in ⅓-Abstand zum Trochanter major Trochanter major$Gb 30 §huantiao&Gb 30. Eine weitere Verbindungslinie zur Spina iliaca anterior superior (SIAS) (s. Abdomen, 2.5) definiert die Lage von $Gb 29 §juliao&Gb 29.

Knieregion

Empfehlenswert für die Punktsuche und Nadelung in der Knieregion Knieregion(außer Punkte im Kniekehlenbereich) ist die entspannte Lagerung in leichter Beugung mit Unterstützung durch eine Knierolle. Dadurch stellen sich die knöchernen Strukturen sowie die beiden „Knieaugen“ besser dar. Bei den Punkten im Kniekehlenbereich empfiehlt sich die Bauchlagerung mit Entlastung durch eine Fußrolle im Fußknöchelbereich.
Kniescheibe (Patella)
Der Oberrand der PatellaKniescheibePatella definiert die Lage von $Mi 10 §xuehai&Mi 10 sowie $Ma 32 §futu&Ma 32–34.$Ma 34 §liangqiu&
Knieaugen
Auf der Höhe des Patellaunterrandes liegen an ihrem Übergang zur Patellarsehne beidseits die Vertiefungen der sogenannten Knieaugen.Knieaugen Das laterale Knieauge entspricht Ma 35, das mediale dem Extra-Punkt Ex–LE 4 (neixiyan).
Fibulaköpfchen
Unterhalb des lateralen Kniegelenks bildet das Fibulaköpfchen einen weiteren Orientierungspunkt. Zur Lokalisation von $Ex-LE 4 §neixiyan&$Gb 34 §yanglingquan&Gb 34, der in einer Vertiefung vor und unterhalb des Fibulaköpfchens Fibulaköpfchenliegt, das Fibulaköpfchen im Bereich der Hosennaht aufsuchen und es dann mit zwei Fingern umfassen. Von dort mit den beiden tastenden Fingern nach kaudal gleiten, der ventral gelegene Finger rutscht in die Vertiefung von $Gb 34 §yanglingquan&Gb 34.
Übergang Tibiaschaft zum medialen Condylus tibiae
Unterhalb des medialen Kniegelenks markiert der Übergang des Condylus tibiae zum Tibiaschaft die Lage von $Mi 9 §yinlingquan&Mi 9. Dieser Übergang ist am sichersten durch die Palpation vom medialen Tibiahinterrand aus in Richtung Tibiakopf nach proximal zu tasten.

Knöchel und Fuß

Maximale bzw. höchste Prominenz des Malleolus medialis oder lateralis
Beachte: Bei Knöchelder Fußmaximalen bzw.Malleolus medialis et lateralis höchsten Prominenz („Knöchelspitze“) der Knöchel handelt es sich nicht um den Unterrand der Knöchel, sondern um deren maximal nach medial bzw. lateral herausragende Gipfel. Diese bilden wichtige Bezugspunkte für die Punktsuche in der Unterschenkel- und der Fußknöchelregion. Auf der medialen Malleolusprominenz liegt Ex-LE 8 (neijuajian$Ex-LE 8 §neijuajian&), auf der lateralen Malleolusprominenz liegt Ex-LE 9 (waihuajian$Ex-LE 9 §waihuajian&).
Beachte außerdem: Die beiden Knöchelgipfel liegen entgegen den Aussagen einiger chinesischer Lehrbücher anatomisch nicht auf derselben Höhe, sondern es besteht ca. 1 cun Höhendifferenz zwischen ihnen (Körper- oder Strecken-cun 1, Abb. 1.2). Somit liegen $Bl 60 §kunlun&Bl 60 und $Ni 3 §taixi&Ni 3 auch nicht genau gegenüber, sondern nehmen lediglich eine vergleichbare Position ein.
Gelenkspalt des oberen Sprunggelenks
Der Gelenkspalt des oberen Sprunggelenks Sprunggelenk, oberesist ventral zwischen den Knöcheln deutlich zu tasten. Hier liegen $Le 4 §zhongfeng&Le 4 und $Ma 41 §jiexi&Ma 41.
Achillessehne
Die Achillessehne Achillessehnedefiniert in ihrem Verlauf am distalen Unterschenkel und an der Ferse die Lage der medial gelegenen Punkte $Ni 4 §dazhong&Ni 3, Ni 4, Ni 7 $Ni 7 §fuliu&sowie der lateral gelegenen Punkte $Bl 59 §fuyang&Bl 59 und Bl 60.
Tuberositas der Basis des Os metatarsale V
Am lateralen Mittelfußrand handelt es sich bei dem im mittleren Bereich gelegenen deutlichen Vorsprung um die Tuberositas Tuberositasder Basis (dem proximalen Ende) des Os metatarsale Os metatarsaleV. In der Vertiefung proximal der Tuberositas liegt $Bl 63 §jinmen&Bl 63, distal davon liegt am Übergang der Basis zum Schaft $Bl 64 §jinggu&Bl 64.
Basis des Os metatarsale I
Bei der Palpation des medialen Mittelfußrandes von distal nach proximal bildet die Basis des Os metatarsale I (dessen proximales Ende) den ersten markanten Vorsprung. Distal dieses Vorsprungs liegt am Übergang vom Schaft zur Basis $Mi 4 §gongsun&Mi 4.
Tuberositas des Os navicularis
Am medialen Fußrand ist bei der Palpation von Mi 4 (Basis des Os metatarsale I) weiter nach proximal über das Gelenkköpfchen des Os metatarsale I hinweg als weiterer knöcherner Vorsprung die Tuberositas des Os navicularis Os naviculariszu tasten. Hier liegt $Ni 2 §rangu&Ni 2.

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