© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-56483-3.10008-4

10.1016/B978-3-437-56483-3.10008-4

978-3-437-56483-3

Veränderung der Energetik der Nahrungsmittel durch die Zubereitung

Nahrungsmittel nach ihrem energetischen Temperaturverhalten

Tab. 8.1
Yin Yang
kalt kühl neutral warm heiß
Förderlich für
Blut, Körpersäfte, Substanz (Struktion) Energie (Qi), Körpersäfte Wärme, Energie (Qi), Aktivität, Funktion
Positive Wirkung auf
Magen-Yin, Lungen-Yin, Leber-Yin, Nieren-Yin die Mitte (Milz, Magen) Milz-Yang/Qi, Nieren-Yang, Herz-Yang/Qi, Leber-Qi
Hitze kühlend, Feuer ableitend, Geist-Shen beruhigend Mitte wärmend, Kälte ausleitend, Yang-Qi stärkend
Wirkaktion
verdichtend, befeuchtend, verlangsamend mild, ausgleichend zerstreuend, beschleunigend, emporhebend

Nahrungsmittel mit scharfem Geschmack

Tab. 8.2
Nahrungsmittel Temperatur Geschmack FK
Gemüse
Frühlingszwiebel Warm Scharf, süß Lunge, Darm
Knoblauch Warm Scharf, (süß) Milz, Magen, Darm, Lunge, Herz
Kresse Kühl Bitter, scharf Magen, Lunge, Gallenblase
Lauch (Porree) Warm Scharf Leber, Gallenblase, Nieren, Blase, Magen, Dickdarm
Meerrettich Heiß Scharf Magen. Lunge, Nieren, Blase
Petersilie (Wurzel) Warm Aromatisch-scharf, etwas bitter, süß Milz, Magen, Nieren
Rettich, Radieschen Kühl Scharf Milz, Magen, Lunge, Gallenblase, Leber, Darm
Schnittlauch Warm Scharf, salzig Nieren, Leber, Milz
Zwiebel Warm Scharf, süß Milz, Magen, Dickdarm, Lunge, Nieren
Gewürze getrocknet
Anis Warm Scharf, süß Milz, Magen, Lunge, Dickdarm, Herz
Cayennepfeffer (Chili) Heiß Scharf Milz, Magen, Dickdarm, Lunge, Nieren
Galgant Heiß Scharf Milz, Magen, Herz, Lunge, Leber, Gallenblase
Kardamom Warm Scharf, süß, bitter Milz, Magen, Lunge
Koriandersamen Warm Scharf Magen, Dickdarm, Lunge
Lorbeerblatt Warm Leicht aromatisch-scharf Milz, Magen, Lunge, Leber, Nieren
Majoran Kühl Bitter, scharf, süß Lunge, Milz, Magen
Muskatnuss Warm Aromatisch-scharf, süßlich, leicht bitter Milz, Magen, Darm, Herz, Lunge, Nieren
Paprika (Pulver) Warm Mild scharf, süß Milz, Magen, Herz
Pfeffer (schwarz, weiß) Heiß Scharf, süß Milz, Magen, Dickdarm, Lunge, Nieren
Pfefferminze Kühl Scharf, bitter, aromatisch Lunge, Magen, Dickdarm, Gallenblase, Leber
Piment Warm Aromatisch, scharf, leicht bitter Magen, Dickdarm
Senfkörner Warm Scharf Milz, Magen, Lunge, Leber
Zimtrinde Heiß Süß, scharf Niere, Leber
Gewürze frisch
Basilikum Warm Scharf Milz, Magen, Lunge, Dickdarm, Nieren
Bohnenkraut Warm Bitter, Scharf, süß Nieren, Lunge
Dill Warm Scharf, aromatisch Nieren, Milz, Leber
Ingwer Warm Scharf Milz, Magen, Lunge, Leber
Pfefferminze Kühl Scharf, bitter, aromatisch Lunge, Magen, Dickdarm, Gallenblase, Leber

FK in der Reihenfolge ihrer Relevanz für die Wirkung

Nahrungsmittel mit saurem Geschmack

Tab. 8.3
Nahrungsmittel Temperatur Geschmack FK
Früchte
Einheimische Früchte Apfel Kühl Süß (sauer) Magen, Milz, Lunge, Dickdarm, Herz, Niere
Aprikose Neutral Süß, sauer Milz, Magen, Lunge, Leber
Brombeere Warm-kühl Süß, sauer Magen, Leber
Erdbeere Kühl Süß, sauer Milz, Leber, Niere
Hagebutte Kühl-kalt Sauer, adstringierend, süß Leber, Milz, Magen
Johannisbeeren Kühl Sauer Niere, Lunge
Pfirsich Warm Süß, sauer Magen, Milz, Darm, Leber
Pflaume Neutral Süß, sauer Milz, Magen, Dickdarm, Leber
Quitte Kühl Sauer, bitter, adstringierend (roh) Lunge, Dickdarm, Magen
Rhabarber Kalt (kühl) Sauer Leber, Dickdarm
Sanddorn Kühl Sauer Lunge
Sauerkirschen Kühl Sauer Leber, Herz, Magen
Stachelbeeren Kühl Sauer Magen, Dickdarm, Blase, Milz
Weintraube Neutral Süß, sauer Milz, Magen, Niere, Leber, Gallenblase
Südfrüchte Ananas Neutral Süß, sauer Magen, Blase, Herz
Apfelsine Kühl Süß, sauer Magen, Lunge, Blase
Grapefruit Kalt Süß, sauer, bitter Magen, Leber, Lunge
Kiwi Kalt Süß, sauer Magen, Blase
Limetten Kalt Sauer Magen, Leber, Lunge
Mandarine Kühl Süß, sauer Magen, Lunge
Zitrone Kalt Sauer Magen, Leber, Lunge, Dickdarm
Gemüse
Oliven Neutral Bitter, sauer, süß Lunge, Gallenblase, Dickdarm
Sauerampfer Kalt Sauer, adstringierend Leber, Herz, Magen
Sauerkraut Neutral Sauer, leicht salzig Magen, Dickdarm, Leber, Lunge, Niere
Tomate Kühl Süß, sauer Magen, Leber, Dickdarm
Hülsenfrüchte
Adzukibohnen Neutral Süß, sauer Milz, Leber, Niere
Milchprodukte
Buttermilch Kühl Sauer, bitter Magen
Crme frache Kühl Süß, sauer, bitter Leber, Magen
Dickmilch (Kefir) Kühl Sauer, süß Leber, Gallenblase, Magen, Dickdarm, Lunge
Joghurt Kalt Sauer, süß Milz, Magen, Lunge, Niere
Käse Neutral Süß und sauer Milz, Magen, Lunge, Dickdarm
Quark Kühl Süß, leicht sauer Dickdarm, alle Zang
Saure Sahne Kühl Süß, sauer Leber
Getränke
Brottrunk Kühl Sauer Leber, Gallenblase, Dickdarm, Blase
Früchtetee Neutral-kühl Sauer, süß Leber, Magen, Dickdarm
Milchsaure Gemüsesäfte Neutral Sauer, süß Leber, Gallenblase, Dickdarm, Magen
Rotwein Warm Süß, bitter, sauer Herz, Leber, Niere
Weißwein Kühl Herb, sauer, süß Leber, Herz
Würzmittel
Essig Warm Sauer, bitter Leber, Magen

FK in der Reihenfolge ihrer Relevanz für die Wirkung

Nahrungsmittel mit bitterem Geschmack

Tab. 8.4
Nahrungsmittel Temperatur Geschmack FK
Getreide
Polenta Neutral (kühl) Süß, bitter Milz, Magen, Leber, Gallenblase, Niere, Blase
Roggen Neutral Süß, bitter Milz, Magen, Leber
Gemüse
Alfalfa-Sprossen Neutral, kühl Bitter Milz, Magen, Dickdarm, Dünndarm, Blase
Artischocken Kühl Bitter Leber, Gallenblase, Milz, Magen
Cardy (Kardone) Kühl Bitter Leber, Gallenblase
Catalogna Kalt Bitter, leicht süß Leber, Gallenblase, Dickdarm, Dünndarm
Chicore Kühl Bitter Leber, Gallenblase, Herz, Milz, Magen, Dickdarm
Endiviensalat Kühl Bitter Magen, Dickdarm, Leber, Gallenblase, Herz
Grünkohl Neutral Leicht bitter Magen, Milz, Leber
Kohlrabi Neutral Scharf, süß, bitter Milz, Magen, Lunge
Löwenzahn Kalt Bitter, leicht süß Leber, Gallenblase, Dickdarm, Dünndarm
Oliven Neutral Bitter, sauer, süß Lunge, Gallenblase, Dickdarm
Petersilienwurzel Warm Aromatisch-scharf, leicht bitter Milz, Magen, Niere
Radicchio Kühl Bitter, süß Milz, Magen, Leber, Herz
Romanasalat Kühl Bitter, süß Milz, Magen
Rosenkohl Neutral Bitter, süß Milz, Magen
Schwarzwurzel Kühl Süß, bitter Leber, Herz
Sellerieknolle Neutral Süß , bitter Milz, Magen, Dickdarm, Niere, Leber
Spargel Kühl Süß, bitter Lunge, Niere
Steckrübe Neutral Bitter, süß Milz, Magen, Leber
Zucchini Kühl Süß, leicht bitter Magen, Dickdarm, Dünndarm, Lunge
Zuckerhut Kühl Bitter, leicht süß Leber, Herz, Milz, Magen
Gewürze
Bohnenkraut Warm Bitter, scharf, süß Niere, Milz, Magen, Lunge
Estragon Neutral Süß, bitter Milz, Magen
Kardamom Warm Scharf, süß, bitter Milz, Magen, Lunge
Kresse Kühl Bitter, scharf Magen, Lunge, Gallenblase
Majoran Warm Bitter, scharf, süß Milz, Magen, Lunge, Herz
Orangenschale Warm Bitter, scharf Leber, Milz
Pimentkörner (Nelkenpfeffer) Warm Aromatisch, scharf, leicht bitter Magen, Dickdarm
Rosmarin Warm Aromatisch, bitter, scharf Milz, Magen, Leber, Dickdarm, Dünndarm, Herz
Salbei Warm-kühl Aromatisch, bitter, leicht adstringierend Lunge, Herz, Leber, Uterus
Thymian Warm Aromatisch, scharf, bitter Lunge, Milz, Magen, Herz, Blase, Niere
Wermut Neutral Bitter, aromatisch Magen, Milz, Leber, Gallenblase, Lunge, Dickdarm, Niere
Getränke
Grüner Tee Kühl Bitter, süß Herz, Lunge, Magen
Kaffee Warm Bitter Herz, Milz, Magen, Leber
Kakao Neutral Süß, bitter Herz, Blase
Schwarzer Tee Warm, neutral Bitter, süß Magen, Blase, Milz
Schwedenbitter Kühl-neutral Bitter Leber, Gallenblase, Magen, Dickdarm, Dünndarm

FK in der Reihenfolge ihrer Relevanz für die Wirkung

Ernährungsrelevante Anamnesefragen

Tab. 8.5
Rhythmus des Essens
Essen Sie regelmäßig morgens, mittags und abends?
Nehmen Sie regelmäßig ein Frühstück zu sich?
Essen Sie jeden Mittag warm?
Nehmen Sie regelmäßig ein Abendessen zu sich?
Gibt es Zwischenmahlzeiten und falls ja, wann?
Verlangen und Appetit
Haben Sie Verlangen nach bestimmten Speisen oder Genussmitteln?
Haben Sie Verlangen nach warmen oder kalten Speisen?
Haben Sie allgemein einen guten Appetit?
Kennen Sie Heißhungerattacken und falls ja, auf was?
Haben Sie oft Durst (tagsüber, nachts)?
Rhythmus des Essens
Haben Sie öfters einen trockenen Mund?
Müssen Sie sich selbst anhalten, etwas zu trinken?
Wie viel trinken Sie am Tag? Nennen Sie die Anzahl der Tassen und Gläser der Getränke, die Sie normalerweise an einem Tag trinken.
Haben Sie eher Verlangen nach kühlen oder nach warmen Getränken?
Essgewohnheiten
Essen Sie schnell oder langsam?
In welcher Atmosphäre essen Sie normalerweise?
Sorgen Sie für sich selbst? Leben Sie in einem Haushalt?
Wo essen Sie mittags (zu Hause, Kantine, Restaurant, Imbissstube, Büro)?
Sind Sie beruflich häufig unterwegs?
Sind Sie nach dem Mittagessen müde?
Machen Sie regelmäßig einen Mittagsschlaf oder dösen Sie nach dem Essen (wie lange)?
Beschwerden
Gibt es Aufstoßen? Sodbrennen?
Magendruck? Magenschmerzen (vor oder nach dem Essen, Qualität des Schmerzes)?
Haben Sie Zahnfleischprobleme?
Haben Sie gelegentlich Völlegefühl (im Epigastrium, ausstrahlend unter den Rippenbogen)?
Haben Sie öfters Blähungen und falls ja, mit gespannter Bauchdecke?
Gibt es Nahrungsmittelunverträglichkeiten?
Leiden Sie gelegentlich unter Konzentrationsmangel?
Wie geht es Ihnen nach einem fettreichen Essen?
Ausscheidungen
Haben Sie regelmäßigen Stuhlgang (einmal oder mehrmals täglich)?
Welche Konsistenz hat der Stuhl (geformt, breiig, hart)?
Haben Sie gelegentlich wechselweise harten und weichen Stuhl?
Energiestatus
Wie schätzen Sie ihre derzeitige Energie auf einer Skala von 0 bis 10 ein?

Der Anamnesefragebogen (Tab. 8.5) ist in erweiterter Form im Internet abrufbar (Plus im Web vorderer Buchumschlag), ebenso wie dazu passende und sinnvolle allgemeine Empfehlungen zur Ernährungs- und Lebensführung, die den Patienten als Ausdruck mitgegeben werden können.

Nahrungsmittel und Getränke, die bei Blut-Mangel geeignet sind

Tab. 8.10
Nahrungsmittel Temperatur Geschmack FK
Getreide
Weizen (Körner, grob geschrotet, Flocken) Kühl Süß Herz, Nieren, Milz, Magen, Leber
Hülsenfrüchte
Linsen Leicht warm Süß Magen, Dickdarm, Herz, Nieren
Gemüse
Algen Kalt Salzig Leber, Magen, Nieren
Catalogna (Blattzichorie) Kühl Bitter, leicht süß Leber, Herz, Milz, Magen
Feldsalat (Rapunzel) Kühl Süß Leber
Grünkern (Körner, grob geschrotet, Flocken) Süß Süß (nussig) Magen, Milz, Leber
Grünkohl Neutral Leicht bitter Magen, Milz, Leber
Karotte Neutral (roh, kühl) Süß Milz, Magen, Lungen, Dickdarm, Leber, Nieren
Löwenzahnblätter Kalt Bitter, leicht süß Leber, Gallenblase, Dickdarm, Dünndarm
Mangold Kühl Süß Milz, Magen, Dickdarm, Dünndarm, Leber
Pastinake Warm Süß Magen, Dickdarm, Lunge, Herz
Radicchio (Blattzichorie) Kühl Bitter, süß Milz, Magen, Leber, Herz
Rote Bete Neutral-kühl Süß, bitter Magen, Milz, Leber
Sauerkraut Neutral Sauer, leicht salzig Magen, Dickdarm, Leber, Lunge, Nieren
Spinat Kühl Süß (leicht bitter) Milz, Magen, Leber, Dickdarm, Dünndarm
Staudensellerie Kühl Süß Leber, Lunge, Blase
Tomate Kühl Süß, sauer Magen, Leber, Dickdarm
Zuckerhut (Fleischkraut) Kühl Bitter, leicht süß Leber, Herz, Milz, Magen
Milch und Milchprodukte
Butter, Sahne Neutral Süß Milz, Magen, Leber, Lungen, Dickdarm, Nieren
Frischkäse, Quark, Hüttenkäse Kühl Süß, leicht sauer Dickdarm, alle Zang
Milch (Kuh) Neutral Süß Milz, Magen, Lunge, Dickdarm
Schmand (fette saure Sahne) Kühl Süß, sauer Milz, Magen, Leber, Lunge, Dickdarm
Fleisch
Eigelb Neutral Süß Milz, Magen Nieren
Huhn (Suppenhuhn) Warm süß Magen, Milz, Leber, Niere
Rinderleber Neutral Süß Leber
Rindfleisch Neutral Süß Milz, Magen, Nieren
Fisch
Hering Neutral Süß Milz, Lungen, Herz, Nieren
Nüsse, Samen
Haselnuss Neutral Süß Milz, Nieren, Herz
Pinienkerne Warm Süß Magen, Lungen, Dickdarm
Sesam Neutral Süß (nussig) Leber, Nieren
Walnuss Leicht warm Süß Milz, Magen, Nieren, Lungen, Dickdarm
Früchte
Aprikose Neutral Süß, sauer Milz, Magen, Leber, Lungen
Brombeere Warm-kühl Süß, sauer Magen, Leber
Heidelbeere (Beeren, Saft) Kühl Süß, sauer Leber, Magen, Dickdarm
Himbeere Neutral (warm) Süß Leber, Niere
Johannisbeere Kühl Sauer Nieren, Lungen
Mango Kühl-kalt Süß, sauer Magen, Lunge, Dickdarm
Rosinen Warm Süß, leicht sauer Leber, Nieren
Sauerkirsche Kühl Sauer Leber, Herz, Magen
Zitrone Kalt Sauer Magen, Leber, Lungen, Dickdarm
Getränke
Hagebuttenschalentee Kühl-kalt Sauer, adstringierend, süß Leber, Milz, Magen
Schwarzer Johannisbeersaft Kühl Sauer Nieren, Lungen
Rote-Bete-Saft Neutral-kühl Süß, bitter Magen, Milz, Leber

FK in der Reihenfolge ihrer Relevanz für die Wirkung

Tagesdosis 5–15 g (getrocknet) pro Tag zusammen mit anderen Nahrungsmitteln

Gesamtliste aller Nahrungsmittel und Getränke (im Internet abrufbar Plus im Web, vorderer Buchumschlag)

Tab. 8.15
Nahrungsmittel Temperatur Geschmack FK Wirkbeschreibung FK Wirkbeschreibung FK Wirkbeschreibung FK Wirkbeschreibung
Aal Warm Süß Mi, Ma Qi und Xue ergänzend (chronische Leere-Symptomatik) Lu Wind und Nässe vertreibend (Wind-Nässe-Bi-Syndrom)
Adzukibohnen Neutral Süß, sauer Mi Milz stärkend, Nässe transformierend und ausleitend, Schwellungen beseitigend, Diabetes lindernd (1 Tasse Kochwasser 3 tägl. trinken) Le Xue-Stasen zerstreuend, Toxinen entgegenwirkend, Eiter ausleitend, entgiftend, Hitze kühlend Ni Diurese fördernd (Miktionsstörungen), Schwellungen beseitigend, Nieren stärkend, Hitze kühlend
Agar Agar Kalt Süß,
salzig
Lu Lungen-Yin nährend, Hitze im oberen San Jiao kühlend Le Leberprotektiv wirkend, Hitze kühlend, entgiftend, mild laxierend He Hitze kühlend
Alfalfa Neutral Bitter Mi, Ma Feuchtigkeit auflösend und umwandelnd, regenerierend Di, Dü Dünn- und Dickdarm befeuchtend (Verstopfung) Bl Harnsteine beseitigend
Algen (Meeresgemüse)
(Tagesdosis 5–15 g [getrocknet] pro Tag, zusammen mit anderen Nahrungsmitteln)
Kalt Salzig Le Verhärtungen und Ansammlungen erweichend, (heißen) Schleim umwandelnd, Hitze kühlend, entgiftend, Schilddrüse unterstützend (Kropf), Radioaktivität neutralisierend, lymphatisches System unterstützend, Yin nährend, Leber-Qi bewegend Ma Trockenheit befeuchtend, Säfteproduktion stützend, alkalisch wirkend, Ma-Hitze kühlend Ni Yin nährend, harntreibend
Alkohol Heiß Scharf Mi, Ma Mitte wärmend, Magen öffnend, befeuchtend Le Qi- und Blut-Stagnation lösend Ni Yang stützend, bewegend
Amaranth Kühl Süß, bitter Mi, Lu Milz- und Lungen-Qi stärkend (Schwächezustände) Ni Nieren stärkend (Essenz, chronische Schwäche, Gedächtnisschwäche), Yin nährend
Ananas Neutral Süß, sauer Ma, Bl Säfteproduktion fördernd, durstlöschend, Verdauung unterstützend Bl Harntreibend, Ödeme ausschwemmend He Sommerhitze vertreibend
Anis Warm Scharf, süß Mi, Ma Verdauungsorgane erwärmend und entkrampfend Lu Kälte-Schleim lösend (Verschleimung, Husten) Di Qi regulierend (krampflösend, entblähend) He Shen beruhigend
Apfel Kühl Süß, sauer Ma, Mi Qi und Blut tonisierend (gerieben, gedünstet), appetitanregend (Verdauungsstörungen) Lu, Di (Leber-)Yin tonisierend, Flüssigkeiten erzeugend, Lunge (und Dickdarm) befeuchtend, Bronchitis lindernd (Apfelschalentee), Darmtätigkeit beruhigend und regulierend He Hitze kühlend, Yang absenkend, Sommerhitze lindernd Ni Depression lindernd, Nervensystem stärkend
Apfelsine Kühl Süß, sauer Ma Säftebildung fördernd, durststillend, Magen öffnend, Qi absenkend, appetitanregend, kühlend (Unruhe) Lu Lungen befeuchtend, Schleim ausleitend, Qi absenkend Bl Harntreibend
Aprikose Neutral Süß, sauer Mi Blutbildung fördernd (Rekonvaleszenz, Appetitlosigkeit), Haut und Schleimhaut regulierend Ma Körperflüssigkeiten erhaltend, Durst löschend Lu Lunge befeuchtend (Trockenheit, Asthma) Le Blutbildung fördern, Sehkraft der Augen erhaltend (Nachtblindheit), Menstruation regulierend
Artischocke Kühl Bitter Le, Gb Nässe-Hitze ausleitend, Gb und Le anregend, Le-Qi durchgängig machend (Schmerzen in den Flanken, Launenhaftigkeit), entgiftend Mi, Ma Qi-Stagnation bewegend (träge Verdauung, Dyspepsie, Übelkeit), Flüssigkeitsstagnation bewegend und ausleitend (Gicht, Hyperlipidämie)
Aubergine Kühl Süß, bitter Di (Blut) Hitze kühlend, entzündungshemmend (Darmblutung, Dysenterie), Darmtätigkeit unterstützend, schmerzstillend Le Blut-Stasen zerstreuend, Schwellungen beseitigend schmerzstillend Mi, Ma Verdauungsfördernd, Schwellungen beseitigend, Schleim lösend
Auster Neutral bis kalt Süß, salzig Le Hitze kühlend, Leber-Blut und Yin nährend (Anämie, Erschöpfung), emporschlagendes Yang der Leber absenkend (Hypertonie, Schwindel) Ni Yin nährend (Nachtschweiß), Hitze kühlend (Unruhe, Schlafstörungen), Trockenheit befeuchtend, Hartes weich machend, Sperma mehrend, Schweiß vermindernd Mi Trockenheit befeuchtend, Schleim transformierend
Austernpilz Neutral bis warm Süß Mi, Ma Mitte stützend und Nässe umwandelnd (antikanzerogen), Gelenkrheuma lindernd Le Toxine ableitend, entgiftend, Cholesterinspiegel regulierend Ni Zellwachstum fördernd
Avocado Neutral Süß Ma, Di Yin nährend, befeuchtend (Verstopfung) Le Yin und Blut nährend (trockene Haut und Schleimhäute) Ni Yin und Jing nährend (mangelnde Vitalität)
Banane Kühl bis kalt Süß Di, Ma Befeuchtend (Säfte-Mangel, Trockenheit), Hitze-Verstopfung befeuchtend und ausleitend, entzündungswidrig (Gastritis, Ulkus), Nährstoffaufnahme fördernd, Milz-Qi-Schwäche abmildernd (zerdrückt und gekocht) Lu Befeuchtend bei Lungen-Yin-Leere und trockenem Husten (in Honig gebacken), Entzündungen lindernd
Barsch Neutral Süß Mi, Ma Milz und Magen stützend, Qi und Xue ergänzend Le Leber ergänzend, Xue ergänzend Ni Niere ergänzend (Schwäche der Muskeln und Knochen)
Basilikum Warm Scharf Mi, Ma Magen harmonisierend, Verdauungstrakt entkrampfend und regulierend Lu Schleim lösend, schweißtreibend (bei Wind-Kälte) Di Verdauungstrakt entkrampfend, Blähungen lindernd Ni Nieren-Yang stützend
Bier Kühl Bitter, süß Le Hitze kühlend (Reizbarkeit) He Shen beruhigend Ma, Ni Yin nährend, befeuchtend
Birne Kühl Süß, leicht sauer Ma Yin und Blut nährend, Produktion der Körpersäfte fördernd, Trockenheit befeuchtend (trockener Husten, zäher Schleim), entzündungshemmend auf Magen/Darm wirkend (gekocht), Schleim und Nässe transformierend Säure-Basen-Haushalt, Cholesterinspiegel und Harnsäurespiegel regulierend Lu Hitze kühlend (roh), Schleim lösend und transformierend, Schwellungen und Ödeme entwässernd (Kaliumanteil), beginnende Halsschmerzen lindernd Ni Produktion der Körpersäfte fördernd, harntreibend, Denkvermögen stärkend (Gehirn- und Nervenspeise) bei Unruhe, Konzentrationsmangel, Nervosität Di Darmperistaltik fördernd Verstopfung lindernd, Stuhlgang regulierend
Birnensaft Kühl Süß Lu, Le Das Yin tonisierend, befeuchtend (trockener Husten, zäher Schleim), Lunge und Leber kühlend besonders bei Heuschnupfen (löst Hitze-Schleim/Hitze), Hitze im Hals kühlend (bei leichten Halsschmerzen/Kratzen im Hals) Di Darm befeuchtend, Hitze kühlend, Yang-Verstopfung ausleitend (vor dem Frühstück einnehmen)
Blumenkohl Kühl Süß Ma, Mi Qi und Blut tonisierend, Milz stärkend (Rekonvaleszenz), Magen regulierend, entzündungshemmend (Magen-Darm-Entzündungen), Verdauung fördernd Di Darm-Schleimhaut regenerierend, entzündungshemmend, Verstopfung lösend (roh im Salat)
Bockshornklee (Samen) Heiß Süß, bitter, scharf Ni Nieren-Yang stärkend, anregend und regenerierend (Erschöpfung, Libidomangel) Mi, Ma Mitte wärmend, Verdauungssäfte fördernd, Blut- und Milchbildung fördernd, Schleim umwandelnd Lu, Di Atemwegsbeschwerden lindernd (Katarrhe der Luftwege), Schleim ableitend Le Hepatoprotektiv wirkend
Bohne (grüne) Neutral Süß Mi Qi und Blut tonisierend, Milz stärkend, Nässe ausleitend Ni Yin tonisierend, Nieren tonisierend
Bohnen, dicke (Saubohne) Neutral Süß, fade Mi, Ma Mitte stützend, Nässe ausleitend, Blutungen stillend He, Ni Blut, Yin tonisierend
Bohnen (schwarz) Warm Süß Ni Nieren stärkend, Fortpflanzungsorgane stützend, Yin, Säfte und Blut nährend, Diurese fördernd Le Blut stützend und nährend, Augen erhellend, entgiftend
Bohnenkraut Warm Bitter, scharf, süß Ni Yang tonisierend (Lumbalgie, Impotenz) Mi, Ma Milz- und Magen-Qi stärkend (Völlegefühle, Durchfälle), Mitte erwärmend, Qi bewegend (Blähungen) Lu Schleim ausleitend (Bronchitis)
Brokkoli Kühl Süß Mi, Ma Zheng-Qi stärkend, Qi und Blut tonisierend (Rekonvaleszenz), Nässe ableitend Ni Jing (Knochen) stärkend, Diurese fördernd, antikanzerogen Le Verhärtungen und Ansammlungen vorbeugend (Arteriosklerose, Krebs), Blut nährend (Anämie, Rekonvaleszenz), die Augen erhellend Lu Zheng-Qi stärkend, Lu-Qi tonisierend
Brombeere Warm, kühl Süß, sauer Ma Yang Ming kühlend (Magen-Darmentzündung) Le Blut tonisierend (Eisengehalt: Brombeer-Muttersaft)
Brunnenkresse Kühl leicht salzig, leicht süß Le, Gb Nässe/Feuchtigkeit und Hitze ausleitend, Qi regulierend und bewegend Mi, Ma Wind-Kälte/Hitze-Nässe eliminierend (Rheuma), Qi tonisierend, Blut tonisierend
Buchweizen (Körner, Flocken) Neutral, kühl Süß Mi, Ma Milz kräftigend: Nässe ausleitend, Qi absenkend, den Magen öffnend, Milchproduktion fördernd, Blutgefäße stärkend, die Zirkulation in Händen und Füßen verbessernd Di Därme freimachend, tastbare Verhärtungen auflösend, Qi absenkend, Hitze kühlend (Colitis, abdominale Schmerzen), entgiftend, Toxine ausleitend (Haut)
Buchweizen (Nudeln) Neutral Süß Mi, Ma Mitte kräftigend: Nässe ausleitend, Hitze kühlend, entgiftend Di Hitze kühlend (Colitis, abdominale Schmerzen), entgiftend, Toxine ausleitend
Butter (Sahne) Neutral Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, durstlöschend Le Blut tonisierend, Yin nährend (geklärte Butter) Lu, Di Trockenheit befeuchtend Ni Gehirn nährend (geklärte Butter)
Buttermilch Kühl Sauer, bitter Ma Säfte erzeugend, kühlend, entzündungslindernd
Butterschmalz Warm Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, erwärmend Ni Empfängnis unterstützend (tibetische Medizin), Gedächtnis stärkend
Catalogna (Blattzichorie) Kühl Bitter, leicht süß Le, He Blut nährend, Gallenfluss anregend (Völlegefühl, Blähungen) Mi, Ma Milz-und Ma-Qi tonisierend (Appetitmangel), Magensäfte und Verdauung anregend
Cayenne-Pfeffer Heiß Scharf Le Qi und Blut bewegend, dynamisierend (Stagnation, Depression, Zirkulationsschwäche) Lu Wind-Kälte ausleitend (Erkältung, Bi-Syndrome) Mi, Ma Mitte wärmend
Champignon (jung) Kühl Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, appetitanregend, Qi regulierend, Schleim und Nässe transformierend Lu, Di Hitze kühlend, Darm-Qi absenkend (hilft dem Lu-Qi, in den Dickdarm abzusteigen), Schleim ableitend He Blut tonisierend, Geist beruhigend, Hitze kühlend
Chicore (Blattzichorie) Kühl Bitter Le, Gb Gallenfluss fördernd Verschleimungen lösend (blutreinigend) He Verbitterung herausbringend, Verschleimungen lösend Mi, Ma, Di Qi und Blut tonisierend, Magensäfte und Verdauung anregend (bei fett- und eiweißreichen Speisen), Darm regulierend
Chili (Capsicum, frutescens L.) Heiß Scharf Ma, Mi Mitte erwärmend, Kälte aus den Leitbahnen zerstreuend, Magen öffnend, Verdauungsblockaden lösend Di Verdauungsblockaden lösend (bei abdominellen Kälte-Störungen mit wässrigem Durchfall) Lu Kälte aus den Leitbahnen zerstreuend, schweißtreibend, Nässe- Kälte und Wind-Kälte aus den Gelenken vertreibend (gekocht) Ni Nieren-Yang tonisierend
Chinakohl Neutral (gekocht), kühl (roh) Süß Ma, Di Magen stützend und kühlend (roh), Säfte hervorbringend (Unruhe, Durst), Dickdarm gleitfähig machend (gekocht) Lu Hitze kühlend, Lu- und Ma-Qi absenkend, Nässe-Hitze über die Blase ausleitend Bl Nässe-Hitze ausleitend (Hitze und Nässe-Hitze im Urogenitaltrakt)
Crme frache (Mischung aus Sahne und Buttermilch) Kühl Süß, sauer, bitter Le Yin der Leber stärkend, Säfte erzeugend, kühlend Ma Säfte erzeugend, kühlend
Dill (Samen und Kraut) Warm Scharf, aromatisch Ni, Mi Mitte erwärmend, Kälte und Nässe ausleitend (abdominelle Schmerzen, Koliken), Appetit anregend Le Qi bewegend He Shen beruhigend (Unruhe, Schlaflosigkeit)
Dinkel (Körner, grob geschrotet, Flocken) Warm Süß Mi, Ma Milz und Magen stärkend (Verdauungsstörungen, Diarrhö), Trockenheit befeuchtend Ni, He Yin-Säfte und struktiven Aspekt des Körpers (körperliche Schwäche, Leere-Hitze-Symptome) nährend
Eigelb Neutral Süß He, Mi, Ma, Ni Yin nährend, Blut tonisierend
Endivie (Blattzichorie) Kühl Bitter Ma, Di Magen und Darm durchgängig machend, Säfte bildend, harntreibend Le, Gb Blut nährend, gallentreibend, Hitze kühlend, emporschlagendes Yang der Leber absenkend He Shen beruhigend (Schlaflosigkeit, Unruhe)
Ente Kühl Süß, salzig Ma, Mi Yin nährend, Blut stützend (Anämie), Hitze kühlend, Mitte stärkend, Schwellungen beseitigend Ni Yin nährend (Schwäche, Unruhe, Nachtschweiß), Diurese fördernd Lu Yin nährend
Erbsen (frisch) Neutral Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, den Mittleren Jiao harmonisierend (Rekonvaleszenz, Erschöpfung), Verdauung harmonisierend, Auswirkung von Überarbeitung verringernd (Zellstoffwechsel aktivierend), Qi absenkend gegenläufiges Qi verringernd (Erbrechen etc), Nässe ausleitend Lu, Di Qi absenkend, Schleim vertreibend, mild laxierend, Diurese fördernd, entgiftend
Erdbeere Kühl Süß, sauer Mi Qi und Blut tonisierend, Nässe transformierend und ausleitend Le Leber-Qi stärkend, Blut-Stagnation beseitigend Ni Nieren-Yin tonisierend, Diurese regulierend
Erdnuss Neutral Süß Mi, Ma Milz-Qi stärkend (zusammen mit roten Bohnen), Magen harmonisierend, Blutungen stillend, Milchproduktion beim Stillen fördernd (mit Reis zusammen kochen), appetitanregend Lu Lungen-Yin befeuchtend (Mus), Husten stillend, Schleim ausleitend Di Därme befeuchtend und glättend Le Blut regulierend und dynamisierend
Erdnussöl Neutral Süß Mi Qi und Blut tonisierend Di, Lu Därme befeuchtend, Ansammlungen nach unten absenkend
Essig Warm Sauer, bitter Le Blut belebend, Blut-Stasen zerstreuend Schmerzen lindernd, Blutungen aller Art stillend, entgiftend, Leber regulierend Verhärtungen im Abdomen lösend Ma Verdauungsblockaden beseitigend, entgiftend
Feige Neutral Süß Mi Qi und Blut tonisierend, Mitte ergänzend (Appetitmangel, Erschöpfung), Gastritis lindernd, entgiftend Lu Frisch: schleimlösend, Abhusten fördernd, Hitze kühlend, befeuchtend Di, Dü Stuhlgang regulierend, Darm befeuchtend und kühlend, Darmentzündung lindernd
Feldsalat (Rapunzel) Kühl Süß Le Blut tonisierend, beruhigend, Zellstoffwechsel fördernd
Fenchel-Knolle Warm Süß, scharf Ma, Mi Mitte harmonisierend, Magen-Kälte-Beschwerden lindernd, Ulzerationen beseitigend, Milchproduktion in der Stillzeit fördernd, Qi bewegend (abdominelle Schmerzen, Blähungen) Lu Wind-Kälte zerstreuend, Qi bewegend (Verkrampfungen lösend), Schleim in den Lungen lösend (Asthma, Bronchialkatarrh) Ni Nieren wärmend (auch Fenchelsamen)
Fleischbrühe Warm Salzig, süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend
Forelle Warm Süß Ma Yang unterstützend, Magen und Milz wärmend, den Mittleren Jiao harmonisierend, entgiftend Le Yang unterstützend, Qi regulierend
Frischkäse (Quark, Hüttenkäse, Ricotta) Kühl Süß, leicht sauer Di Befeuchtend, kühlend, laxierend Alle Zang befeuchtend, Energien in den zwölf Leitbahnen stützend, Qi leicht mobilisierend, Diurese fördernd
Frühlingszwiebel (Lauchzwiebel) Heiß Scharf, süß Lu Qi tonisierend, Wind-Kälte vertreibend, schweißtreibend, Yang aktivierend Di, Dü Parasiten und Toxine aus dem Darm leitend
Galgant Heiß Scharf Mi, Ma Qi der Mitte wärmend und tonisierend Lu Schleim-Kälte auflösend, Sinnesorgane öffnend Le Blut bewegend
Gans Neutral Süß Ma, Mi Qi und Blut tonisierend, Magen harmonisierend Di Durchfall lindernd
Garnelen (Shrimps, Krabben, Langusten) Neutral Süß, salzig Le Qi und Blut tonisierend, Blut bewegend, Leber beruhigend Ni Nieren-Yang stärkend (Kraftlosigkeit, LWS-Schmerzen)
Gemüsebrühe Neutral Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend
Gerste (Körner, grob geschrotet, Flocken) Kühl – Tendenz zu Kälte Süß, salzig Mi, Ma Milz kräftigend und Magen harmonisierend, Verdauungsblockaden beseitigend, Hitze kühlend, Durst stillend, Trockenheit befeuchtend Di Verdauungsblockaden beseitigend (Schmerzen im Abdomen), Hitze kühlend, leicht abführend, (vor dem Kochen geröstet: Durchfall stoppend) Bl Nässe ausscheidend, harntreibend
Gersten-Getreidekaffee Warm Bitter Mi, Ma Qi tonisierend, Nässe trocknend und nach unten leitend, Kälte-Schleim ableitend Lu Kälte-Schleim ausleitend und trocknend
Gewürznelke Warm Scharf Mi Verdauungsfördernd, wärmend, tonisierend (physische und psychische Erschöpfung), Qi regulierend (Übelkeit) Ni Nieren-Yang tonisierend (physische und psychische Erschöpfung und Gedächtnisschwäche)
Grapefruit (Pampelmuse) Kalt Süß, sauer, bitter Ma Säfte hervorbringend, durststillend, Magen stärkend, Verdauung fördernd Le Qi-Zirkulation fördernd, entgiftend (Alkoholvergiftung) Lu Lunge befeuchtend (trockener Husten)
Grünkern (Körner, grob geschrotet, Flocken) Süß Süß, (nussig) Mi, Ma Milz und Magen stärkend (Verdauungsschwäche) Le Blut nährend
Grünkohl Neutral Leicht bitter Ma, Mi Magen stärkend, Gewebewachstum fördernd, Qi und Blut tonisierend, Wasseransammlungen ausschwemmend, Verstopfung beseitigend Le Blut tonisierend, vor Verhärtungen und Ansammlungen schützend (antikanzerogen), Augen stärkend
Gurke Kühl Süß, leicht bitter Ma Qi und Blut tonisierend, Hitze kühlend (Gastritis), Nässe ausleitend (Schwellungen), durstlöschend, Haut regenerierend (Akne), Bindegewebe kräftigend Bl Gifte neutralisierend, harntreibend, Ödeme ausleitend, Harnsäure ausschwemmend (bei Gicht und Rheuma), Hitze ausleitend (Zystitis) Ni Fliegende Hitze in den Wechseljahren kühlend (Gurkensaft), Blutdruck senkend, Knochen- und Zahnaufbau sowie das Stützsystem der Zellwände günstig beeinflussend Di Chronische Hitze-Verstopfung lösend (Gurkensaft)
Hafer (Körner, grob geschrotet, Flocken) Neutral Süß Mi, Ma Mitte freimachend, Milz-Qi stärkend (Flocken oder Mehlbrei), Qi absenkend, Muskeln, Sehnen und Nerven kräftigend, Nässe beseitigend He Herz stützend (besonders als Flocken) und beruhigend, Schweiß zurückhaltend, Geist anregend, Herzmuskeln stärkend (höchster Silizium-Anteil der Getreide)
Hagebuttenschale Kühl bis kalt Sauer, adstringierend, süß Le Leber-Blut nährend, Leber-Blut haltend Mi, Ma Blutungen stoppend; Blut in den Gefäßen haltend, (Hämorrhagien mit Hitze, Mangelblutungen), verdauungsfördernd, Magen und Darm stärkend, Magen-Qi absenkend, Diarrhö stoppend
Haselnuss Neutral Süß Mi Mitte harmonisierend und regulierend, Blut und Mark tonisierend, die Muskulatur (Fleisch) nährend, die Gefäße stärkend Ni Mark tonisierend He Blut tonisierend, Shen stärkend und beruhigend, Gefäße stärkend, die Sicht klärend
Heidelbeere (Beeren, Saft) Kühl Süß, sauer Le Blut nährend (Erhaltung des Sehvermögens, Nachtblindheit), Blut belebend Ma, Di Adstringierend (Diarrhö), Feuchte-Hitze klärend (weiche Stühle, Blähungen, Reizung)
Hering Neutral Süß Mi Qi und Blut tonisierend, (Leere-Zustände), Blutbildung unterstützend Lu Trockenheit befeuchtend, Schmerzen und Schwellungen verringernd, Gifte neutralisierend He Blutgerinnselbildung und Fettablagerungen an den Blutgefäßwänden entgegenwirkend Ni Yin nährend, Aufbau und Erhalt der Knochen unterstützend
Himbeere Neutral (warm) Süß Le Leber-Blut nährend (Sehfähigkeit), Leber-Qi stärkend, entgiftend Ni Adstringierend, Nieren-Qi festigend, festigt Jing (Knochenbildung)
Hirse (Körner, grob geschrotet, Flocken) Neutral Süß, salzig Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Mitte stärkend und harmonisierend, Diarrhö beseitigend, Bindegewebe und Sehnen stärkend Ni Nieren stabilisierend, Knochen stärkend, Nägel und Haare fördernd
Honig Neutral Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Wei und Ying harmonisierend, Mittleren Jiao tonisierend Lu, Di Qi und Blut tonisierend, Trockenheit befeuchtend, schmerzlindernd, Gifte neutralisierend, trockenen Husten lindernd (mit Milch), antientzündlich He Qi und Blut tonisierend, Geist beruhigend Ni Nieren-Yin und -Yang stützend
Honigmelone Kühl, kalt Süß Ma Ma-Yin nährend, Hitze kühlend Lu Schleim in den Lungen umwandelnd
Huhn (Suppenhuhn) Warm Süß Ma, Mi Yang unterstützend, Qi und Blut tonisierend, Mittleren Jiao wärmend, Eingeweide stärkend, aufbauend (Anorexie, Appetitlosigkeit) Le Blut tonisierend, Blut-Stagnation beseitigend, Kälte austreibend Ni Jing und die Nieren tonisierend, Knochenmark füllend, Nieren-Qi festigend (vermehrte Harnausscheidung)
Hühnerei Neutral Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend Ni Trockenheit befeuchtend, Yin tonisierend
Hühnerleber Warm Süß Le, Ni Leber und Niere ergänzend, Sicht klärend (verschwommene Sicht, Nachtblindheit oder Schleier vor den Augen)
Ingwer Warm Scharf Mi, Ma Verdauung fördernd und durchgängig machend (Retention von Nahrung im Magen), bei Nahrungsmittel- und Fischvergiftung helfend, Erbrechen zurückhaltend, Schleim umwandelnd Lu Lungen-Qi tonisierend, Wind-Kälte und Wind-Hitze vertreibend, Husten lindernd, schweißtreibend, Schleim ausleitend Le Leber-Qi tonisierend und bewegend, Blut-Stagnation beseitigend
Jakobsmuscheln Kalt Salzig Mi, Ma Auswurf auslösend, Verhärtungen aufweichend
Joghurt Kalt Sauer, süß Mi, Ma Verdauung fördernd, appetitanregend, Ödeme verschlimmernd Lu Fieber bei Wind-Kälte senkend (äußerlich: bei welker und rauer Haut, latenten Ekzemen) Ni Fett und Sperma mehrend, Leere-Hitze mildernd (Unruhe, Durst, Darmentzündung)
Johannisbeere Kühl Sauer Ni Jing und Blut tonisierend (Schwangerschaft), Wachstum des Fetus fördernd, Säfte regulierend (Speichelbildung) Lu Lungen-Qi stärkend, Säfte regulierend (Speichelbildung, schweißtreibend), Gefäßwände elastisch haltend
Kabeljau (Dorsch) Neutral Süß, salzig Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, entgiftend Ni Knochen stärkend, Yin nährend, befeuchtend
Kaffee Warm Bitter He Yang tonisierend, anregend, Herz-Qi stärkend und mobilisierend, Shen stärkend (Konzentrationsschwäche) Mi, Ma Milz und Magen-Qi tonisierend, Magen erhitzend, Verdauungsblockaden auflösend, harntreibend, Nässe trocknend Le Leber-Qi durchgängig machend
Kakao Neutral Süß, bitter He Herz stärkend (Theobromin), anregend, Blut dynamisierend (Gerinnung vorbeugend) (Flavonoide), Herz-Kreislauf-Leiden vorbeugend Bl Diurese fördernd (Wasseransammlung, Ödeme)
Kardamom Warm Scharf, süß, bitter Mi. Ma Mitte erwärmend, Qi bewegend und absenkend, Nässe umwandelnd, Kälte aus dem Magen ausleitend Lu Qi bewegend und absenkend, Schleim umwandelnd
Karotte Neutral (roh: kühl) Süß Mi, Ma Milz-Qi stärkend, Wachstum fördernd (Knochen, Bindegewebe), rebellierendes Magen-Qi absenkend (Verdauungsblockade), Diarrhö lindernd Lu, Di Wachstum von Haut und Schleimhäuten fördernd, Hitze kühlend (roh), entgiftend (Abszess), Lungen-Yin mäßig nährend (roh), Lungen-Qi absenkend (Bronchitis, Keuchhusten) Le Sehkraft verbessernd (Sicht, Nachtblindheit), entgiftend, Hitze kühlend (roh), Ansammlungen auflösend (Schleim, Verhärtungen), antikanzerogen Ni Wachstum fördernd (Knochen, Bindegewebe, Gedächtnis)
Karpfen Neutral Süß Mi, Ma Milz ergänzend, Magen kräftigend, entwässernd (Gedunsenheit), Zirkulation fördernd, Durchfall lindernd, Blut tonisierend, Milchbildung fördernd Ni Nieren stützend
Kartoffel Neutral Süß Mi, Ma Qi, Blut und Milz tonisierend, Entzündungen im Magen heilend (Geschwüre), Schmerzen stillend (Saft roher Kartoffeln mit Honig), rebellierendes Magen-Qi absenkend, harntreibend Di Entzündungen entgegenwirkend, Darm befeuchtend (Verstopfung)
Käse Neutral Süß und sauer Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Yin nährend, Durst stillend Lu, Di Lunge tonisierend, Därme befeuchtend, Yin nährend
Kastanie Warm Süß Mi, Ma Magen/Milz nährend, Qi und Blut tonisierend, Kälte austreibend Ni, He Nieren tonisierend (Schwäche des unteren Rückens und der Knie), Jing nährend, Shen beruhigend Le Sehnen stärkend, Blut bewegend (äußerliche Anwendung)
Kelp, Kombu (Meeresgemüse) Kühl, kalt Salzig Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Schleim beseitigend, Verhärtungen erweichend, Ödeme beseitigend, Hitze kühlend, Trockenheit befeuchtend, entgiftend Ni, Bl Hitze kühlend, Trockenheit befeuchtend, Yin nährend, Harnfluss fördernd Le Hitze kühlend, Yin und Blut tonisierend, Feuchte-Hitze ausleitend
Kichererbse Neutral Süß Mi, Ma Mitte stützend, (bestmögliche Wertigkeit mit Weizen) He Herz stützend, Herzmuskel stärkend (Kalium/Magnesium), Shen beruhigend (Stress), Cholesterin absenkend, Arteriosklerose vorbeugend Ni Knochen stützend, Osteoporose vorbeugend (Kalzium und Phosphor)
Kidneybohne Neutral (warm) Süß, salzig Mi, Ma Milz stärkend, Nässe ausleitend, Diurese fördernd, Verdauung verbessernd, Blutstagnation zerstreuend Le Blut tonisierend, entgiftend
Kirsche Warm Süß Mi, Ma Milz stärkend, Blut nährend, verjüngend, appetitanregend, Durst löschend, Säfte erneuernd, Leben verlängernd Lu, Di Haut des ganzen Körpers unterstützend, Diarrhö stoppend, Säfte erneuernd, Wind-Kälte-Nässe ausleitend (Gelenkschmerzen)
Kiwi Kalt Süß, sauer Ma Hitze kühlend, Säfte hervorbringend (bei Unruhe, Durst und Trockenheit des Mundes), Magen tonisierend, rebellierendes Qi absenkend (Erbrechen, Regurgitation) Bl Miktionsstörungen infolge Nässe-Hitze regulierend (verhaltende schmerzhafte Miktion)
Knoblauch Warm Scharf (süß) Mi, Ma Magen/Milz wärmend, Qi tonisierend und regulierend, träges Qi bewegend, Kälte austreibend, Energiestau im Bauchbereich lösend, Magen stärkend, Schleim und Nässe vertreibend (erhöhte Blutfettwerte) Lu Qi tonisierend und regulierend, Kälte austreibend, hustenstillend, träges Qi bewegend, Schleim und Nässe vertreibend Di, Dü Schwellungen und Ulzerationen zerstreuend, vor Darminfektionen schützend (antiparasitisch), Gifte neutralisierend He Yang unterstützend, Blut-Stagnation bewegend (Herzkranzgefäße)
Knoblauchsrauke (Wildgemüse) Neutral Süß, leicht bitter Lu Schleimlösend, antiasthmatisch (Bronchitis), antiseptisch (Entzündungen im Rachen- und Mundraum) Mi, Ma Appetitanregend, Stoffwechsel anregend, leicht harntreibend
Kohl Neutral Süß Mi, Ma, Di Qi und Blut tonisierend, Mitte stabilisierend, roborierend, Nässe ausleitend, Magen-Hitze kühlend (Gastritis), entgiftend Di, Dü Verdauungsprozess regulierend (Diarrhö, Verstopfung), Gastritis und Zwölffingerdarmgeschwür lindernd (Presssaft), Verstopfung lösend, antikanzerogen
Kohlrabi Neutral Scharf, süß, bitter Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Qi regulierend (Nahrungsstagnation), Feuchtigkeit umwandelnd, Blut bewegend, entgiftend Lu Qi regulierend, Feuchtigkeit trocknend, schweißtreibend, Kälte austreibend
Kokosnuss Warm Süß Mi, Ma Allgemein den Körper stärkend, Schwellungen lindernd, Blutungen stoppend He Herz-Funktion aktivierend Di Würmer abtötend
Kopfsalat Neutral Süß, bitter Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Verdauungsfunktionen fördernd, Hitze kühlend, Feuchtigkeit trocknend, harntreibend, Milchfluss anregend He Hitze kühlend, beruhigend, Geist beruhigend, schlaffördernd, Blut-Zirkulation fördernd, Konzentration fördernd Ga Gallenfluss fördernd (Bitterstoffe)
Korianderblätter (frisch) Warm Scharf, süß Lu Oberfläche öffnend bei Wind-Kälte (Tee), Qi absenkend Mi, Ma Mitte wärmend und stärkend, Nahrungsblockaden lösend, entgiftend
Koriandersamen Warm Scharf Ma, Di Verdauungsblockaden lösend (Kälte-Magenschmerzen), Qi absenkend und regulierend (Blähungen) Lu Oberfläche öffnend, schweißtreibend, Exantheme zum Durchbruch bringend, Qi absenkend, depressive Stimmung lösend
Kresse Kühl Bitter, scharf Ma Magen stärkend, Gallenfluss anregend Lu Schleimlösend, harntreibend, aufbauend nach Erschöpfung und Erkältungen, vor Erkältungen und Lungenkrebs schützend Gb Gallenfluss anregend
Kürbis Neutral bis warm Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Feuchtigkeit trocknend und Schleim umwandelnd (Schwellungen, Ödeme), Säureüberschuss neutralisierend, Diurese fördernd Lu, Di Feuchtigkeit umwandelnd, schweißtreibend, Bronchiale Verschleimung lindernd, abführend (bei Verstopfung), Abwehr stärkend
Lamm Heiß Süß, bitter Mi, Ma Milz-Yang stärkend, wärmend und Kälte vertreibend, Verdauungsfunktionen stärkend Ni Nieren-Yang und Nieren-Qi stärkend (Energielosigkeit, Müdigkeit, Lumbalgie), Jing nährend
Linsen Leicht warm Süß Ma, Di Verdauungsfunktionen harmonisierend, Magen stärkend, Blut nährend, rebellierendes Qi absenkend, Nässe umwandelnd, Durchfall lindernd (püriert als Suppe) He, Ni Essenz nährend, Herz stützend und Blutzirkulation anregend, Nebennieren anregend (Adrenalin), Sommerhitze kühlend
Lorbeerblatt Warm Scharf, aromatisch Mi, Ma Qi regulierend und tonisierend, Mitte erwärmend, Feuchtigkeit ausleitend Le Leber-Qi bewegend, Blut-Stagnation beseitigend, (Muskelschmerz) Ni Nieren-Yang stärkend, Uterus erwärmend
Löwenzahnblätter Kalt Bitter, leicht süß Le, Gb Hitze kühlend, entgiftend, Leber stützend, Gallenfluss anregend, Diurese fördernd Di, Dü Hitze kühlend, Dickdarm und Dünndarm stärkend, antibakteriell, antiviral wirkend
Maisgries (Polenta) Neutral Süß, leicht bitter Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Mittleren Jiao regulierend, Qi absenkend (Verdauungsblockaden), appetitanregend und Nässe ausleitend Le, Gb, Di Blutungen stoppend, Gallenblase stützend, Hitze kühlend, Unruhe beruhigend, entgiftend, Ablagerungen beseitigend (Gicht, Rheuma, Steine) Ni Nieren-Funktionen stützend (Schwächezustände)
Majoran Warm Bitter, scharf, süß Mi, Ma Milz-Magen-Yang wärmend, appetitanregend, Yun-Hua stärkend, Schleimansammlung lösend, Qi regulierend (abdominelles Völlegefühl) Lu Wind-Kälte eliminierend, schweiß- und harntreibend, Feuchtigkeit und kalten zähen Schleim ausleitend (Schleimhautkatarrhe am Kopf, besonders an der Nase), Qi-Zirkulation fördernd He Shen/Geist beruhigend, Blut bewegend
Makrele (frisch) Neutral Süß Mi, Ma Energie fördernd, Nässe ausleitend (rheumatische Beschwerden)
Malzzucker (Getreidezucker) Warm Süß Mi, Ma Mitte wärmend und tonisierend (Erschöpfung), Trockenheit befeuchtend, Säfte bildend, entgiftend Lu Lungen-Qi tonisierend, Lunge befeuchtend, hustenstillend, Krämpfe und akute Schmerzen lindernd Le Qi-Stagnation lösend, entspannend
Mandarine Kühl Süß, sauer Ma Säftebildung fördernd, Schleim umwandelnd, durstlöschend, appetitanregend, Magen stärkend, Rebellierendes Qi absenkend Lu Säftebildung fördernd, Schleim umwandelnd, rebellierendes Qi absenkend, Lungen befeuchtend, Leitbahnen öffnend
Mandeln Neutral Süß, leicht bitter Lu, Di Lu-Yin stärkend, befeuchtend (Mandeln mit Honig), erschwertes Atmen erleichternd, Schleim lösend, Husten und Asthma lindernd, Darm befeuchtend Mi, Ma Mitte stärkend, Qi mehrend (Schwäche, Schwangerschaft), Schleim lösend, Appetit wiederherstellend, nervöse Erschöpfung lindernd
Mango Kühl bis kalt Süß, sauer Ma Körpersäfte regenerierend, Magen-Qi stärkend, durstlöschend, Blut nährend Lu, Di Körpersäfte regenerierend, Husten lindernd, Rachen, Darmschleimhaut und Hautgewebe regenerierend
Mangold Kühl Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Hitze kühlend (Gastritis), Gifte neutralisierend, Stauungen lindernd, blutstillend Di, Dü Hitze kühlend, Darm befeuchtend und glättend (Darmentzündung) Le Blut nährend (Anämie, Ekzeme, Augenprobleme)
Mark Neutral bis warm Süß Ni Yin befeuchtend, nährend
Meerrettich Heiß Scharf Ma Appetitanregend, Verdauung fördernd, Sekretion der Magensäfte anregend Lu Schweißtreibend, Lungen-Qi stärkend, Schleim ableitend, antibiotisch wirkend Ni, Bl Harntreibend, Kälte-Nässe ausleitend (Zystitis), Steine und Gries ausleitend
Miesmuscheln Warm (kühl) Salzig Ma, Mi Qi tonisierend, Trockenheit befeuchtend (Schleimhäute), Kälte austreibend, Schleim und Nässe umwandelnd Le, Ni Leber und Nieren tonisierend, positiv auf Jing und Blut wirkend, Blut bewegend
Milch (Kuh) Neutral Süß Mi, Ma Magen kühlend und befeuchtend, Magen harmonisierend, Qi und Blut tonisierend, Produktion der Körpersäfte fördernd Lu, Di Lunge tonisierend bei Qi-Mangel, Trockenheit befeuchtend, trockenen Husten lindernd (mit Honig zusammen), Darm befeuchtend
Miso (Sojapaste) Neutral Salzig, süß Ni, He Langlebigkeit fördernd, vor Herzerkrankungen und Krebs schützend, entgiftend, Nikotin und Abgaspartikel neutralisierend Ma Mitte harmonisierend (verminderter Appetit, Übelkeit), Magen tonisierend
Mungobohnen Kalt Süß He Hitze kühlend (Unruhe), Sommerhitze austreibend Le, Gb Hitze kühlend (Hypertonie), entgiftend, Schwellungen ausleitend Nässe-Hitze ausleitend Bl Nässe-Hitze ausleitend (Miktionsstörungen), Diurese fördernd
Mungbohnen-Sprossen Kühl Süß He Hitze kühlend, Sommerhitze austreibend, Qi absenkend, harntreibend Le, Gb Hitze kühlend, Qi absenkend, entgiftend bei Alkoholmissbrauch, Schwellungen ausleitend Ma Hitze kühlend Bl Nässe-Hitze ausleitend (Miktionsstörungen), Diurese fördernd
Muskatnuss Warm Aromatisch-scharf, süßlich, leicht bitter Mi, Ma, Di Mitte erwärmend, Körpertemperatur und die Verdauungshitze erhöhend, appetitanregend, die Mitte erwärmend, Blähungen beseitigend He Blut-Zirkulation fördernd, Herz-Yang unterstützend (Herzinsuffizienz) Lu Feuchtigkeit und Kälte-Schleim ausleitend Ni Nieren-Yang tonisierend
Nori (Meeresgemüse) Kalt, kühl Süß, salzig Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Hitze kühlend, Schleim transformierend, Verhärtungen erweichend, entgiftend Ni Yin tonisierend, Hitze kühlend, harntreibend
Öl Neutral Süß Ni, Le Yin und Blut nährend Di, Dü Darm durchgängig machend
Oliven Neutral Bitter, sauer, süß Lu Lunge säubernd, Kehle stärkend (Halsentzündung, Durst, Husten), Säfteproduktion stärkend, Lungen-Yin tonisierend, Toxinen entgegenwirkend Gb Gallenfluss anregend Di Toxinen entgegenwirkend (Fischvergiftung), Darm befeuchtend
Olivenöl Neutral Süß Le, Gb Gallensekretion anregend, Augen stärkend (Vitamin A), Gefäße freimachend (Hyperlipidämie), Leber und Gallenblase reinigend, Leber-Blut nährend Ni Yin nährend und befeuchtend, Schleimhäute befeuchtend, Knochen stärkend (Rachitis)
Orangenschale (getrocknet) Warm Bitter, scharf Le Qi-Zirkulation fördernd Mi Nässe und Schleim trocknend und umwandelnd
Paprika (Pulver) Warm mild, scharf, süß Mi, Ma Mitte wärmend und Verdauung fördernd, Erkältungen vorbeugend He Herz-Yang tonisierend, reiz- und freudlosem Leben Schwung gebend
Paprika (Schote) Kühl Süß Mi, Ma Zheng-Qi stärkend, Blut bewegend (Muskel- und Gelenkschmerzen), Schleim transformierend, Magensaftproduktion fördernd (Appetitmangel) Lu Zheng-Qi stärkend
Pastinake Warm Süß Ma, Di Mi- und Ma-Tonikum, Blut nährend, Magen und Darm stärkend (Reizdarm, Reizmagen) Lu Lungen stärkend (Husten, Atemprobleme), Wind und Nässe ausleitend, schmerzstillend, schweißtreibend He Shen beruhigend
Petersilie (Wurzel) Warm Aromatisch-scharf, leicht bitter Mi, Ma Verdauung anregend, stagnierende Nahrung bewegend, Qi-Fluss regulierend Ni Uterus stimulierend, Diurese fördernd, Nieren-Yin nährend
Petersilie (Kraut) Warm Aromatisch, bitter Le Leber-Qi bewegend (Dysmenorrhö) Mi, Ma Verdauung unterstützend (Appetitmangel, Verdauungsschwäche), Qi absenkend Ni, Bl Nieren-Yang erwärmend (Enuresis, Zystitis)
Pfeffer (schwarz) Heiß Scharf, süß Mi, Ma Mitte erwärmend, Ma stärkend, Kälte zerstreuend und Qi absenkend (Verdauungsblockaden), Schleim beseitigend, Schmerz stillend Ni Nieren-Yang tonisierend Di Blähungen lindernd, Stagnation und Kälte beseitigend, entgiftend
Pfefferminze Kühl Scharf, süß Lu Wind (besonders Wind-Hitze) aus dem Kopf vertreibend (Erkältung, Kopfschmerzen, Fieber) Ma, Di Qi regulierend (Sodbrennen, Übelkeit, Krämpfe, Colon irritable), Magen-Hitze kühlend (Zahnfleischentzündung, Mundgeruch) Gb, Le Gallenfluss regulierend, Völlegefühl, Blähungen verringernd
Pfirsich Warm Süß, sauer Ma, Mi Qi und Blut tonisierend, Kälte austreibend, Flüssigkeit erzeugend (Trockenheit), Wasser-Ansammlungen eliminierend, schweißhemmend Di, Dü Kälte austreibend, Därme gleitfähig machend, Ansammlungen eliminierend (Verstopfung) Le Stagnation lösend, Blut bewegend, harntreibend und blutreinigend Lunge, Herz und Kreislauf entlastend
Pflaume Neutral Süß, sauer Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, appetitanregend, Flüssigkeit und Verdauungssäfte erzeugend, Durst löschend, Zahnfleischbluten lindernd Di Stuhlgang regulierend (Verstopfung, Divertikel), überflüssige Fettstoffe sowie Giftstoffe im Darm bindend Le Leber reinigend und beruhigend (Nervosität, Depression), Hitze kühlend, Bildung von Triglyzeriden unterbindend, antikanzerogen
Pimentkörner (Nelkenpfeffer) Warm Aromatisch, scharf, bitter Ma, Di Verdauungstrakt harmonisierend, Verdauungsblockaden beseitigend
Pinienkerne Warm Süß Ma Leere nährend, Säfte fördernd (bei zu viel Magensäure), durststillend Lu, Di Säfte fördernd, durststillend, Lungen befeuchtend und ölend (trockener Husten), Darm befeuchtend und gleitfähig machend
Polenta (Maisgries)
Porree, Lauch Warm Scharf Ni, Bl Nieren-Yang stärkend, rgenerierend, verjüngend, aufbauend (Erschöpfung), entwässernd Le, Gb Leber und Galle stärkend (Senföle), das Qi durchgängig machend (Rheuma, Gicht) Ma, Di Verdauungsfördernd, Darm reinigend, Mitte wärmend, Schleim umwandelnd
Quitte Kühl Sauer, bitter, adstringierend (roh) Lu, Di Adstringierend, Durchfall stoppend (Pektin), Schleim ausleitend, entzündungshemmend (Rachen, Luftwege) Ma Magen-Yin nährend und kühlend (Schleimhautentzündung, Hitze)
Radicchio (Blattzichorie) Kühl Bitter, süß Mi, Ma Milz- und Ma-Qi tonisierend (Appetitmangel), Magensäfte und Verdauung anregend Le, He Blut nährend, Gallenfluss anregend, Nässe-Hitze ausleitend
Radieschen Kühl Scharf Lu, Ma Rettich
Rapsöl Warm Scharf Di Laxierend, befeuchtend
Reis (Kleberreis, glutenfrei, klebrig) Warm Süß, (bitter) Mi, Ma Mitte stärkend und erwärmend Lu, Di Lungen-Qi stützend (spontane Schweiße, Müdigkeit), Stuhl festigend
Reis (Langkornreis) Tendenz zu Wärme Süß Mi, Ma Qi stützend, Mitte erwärmend, Magen stützend, Milz harmonisierend, Nässe transformierend, Diarrhö beseitigend
Reis (Rundkornreis), (Körner, Flocken) Neutral Süß Mi, Ma, Di Qi stützend, Milz und Magen kräftigend und harmonisierend (Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gastritis), Unruhe und Durst beseitigend, Diarrhö beseitigend
Reiskleie Neutral Süß, scharf Mi, Ma Qi regulierend, Qi und Blut tonisierend, Blut bewegend, Kälte austreibend
Rettich Kühl, (gekocht: süß, neutral) Scharf, süß Mi, Ma Mittleren Jiao stärkend (gekocht), Qi regulierend und tonisierend, Magensäfte anregend, Ansammlungen eliminierend (Stoffwechselschlacken), gegenläufiges Qi verringernd (Verdauungsblockaden, Übelkeit), Säfte erzeugend, herntreibend Lu Yin stützend (gekocht), Qi regulierend und tonisierend, Hitze kühlend (roh), Wind-Hitze ausleitend, Schleim-Hitze transformierend (Rettichsaft mit Honig), gegenläufiges Qi verringernd Ga, Le Gallengries/-steine ausleitend, Gallenbeschwerden lindernd (roh und als Saft), Gifte neutralisierend Di, Dü Darmperistaltik anregend, karminativ, antimikrobiell (Darmmykosen) wirkend
Rhabarber (Kühl), kalt Sauer Le Muskelfunktion steigernd (Magnesium, Mangan), Blut tonisierend, beruhigend Di Darm reinigend, laxierend, Darm entgiftend, hilfreich bei Verstopfung
Rinderleber Neutral Süß Le Leber-Blut nährend, Leber stärkend, Sicht stärkend (Sehprobleme infolge Le-Blut-Leere)
Rindfleisch Neutral Süß Mi, Ma Magen-Qi und Milz-Qi tonisierend (Erschöpfung, Muskelschwäche), Blut nährend (Anämie) Ni Yin tonisierend, Sehnen und Knochen stärkend (Schwäche und Schmerzen im unteren Rückenbereich, schwache Knie)
Roggen, (Körner, Flocken, Sauerteigbrot) Neutral Süß, bitter Mi, Ma Qi, Substanz und Muskeln aufbauend, Feuchtigkeit trocknend, Schleim auflösend (Ödeme, Cholesterin) Le Leber-Qi-Stagnation lösend, Nägel-, Haare- und Knochen-Bildung unterstützend, Arterien reinigend und erneuernd durchgängig machend
Romanasalat Kalt, kühl Bitter, süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Hitze kühlend, Feuchtigkeit trocknend, Harnausscheidungen fördernd
Rosenkohl Neutral Bitter, süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend (Energielosigkeit, Anämie), Magen kräftigend, Ansammlungen verhütend (antikanzerogen)
Rosinen Warm Süß, leicht sauer Le Blut nährend und bewegend, Verhärtungen erweichend (Arteriosklerose), Leber-Yin und Le-Blut nährend Ni Nieren-Yin stützend: Knochen und Gehirn regenerierend, Diurese fördernd, Nässe-Ansammlungen ausleitend
Rosmarin Warm Aromatisch, bitter, scharf Mi, Ma Milz- und Ma-Qi tonisierend und bewegend (Appetitmangel, Anorexie, träge Verdauung, Nahrungsretention), Schleim umwandelnd Le Leber-Qi tonisierend und bewegend (Stimmungsschwankungen, Nahrungsunverträglichkeiten) Di, Dü Qi der Därme regulierend (nervöse Verdauungsbeschwerden, Flatulenz) He Herz-Qi tonisierend und bewegend (Erschöpfung, Hypotonie, depressive Verstimmung)
Rotbarsch Kühl Süß Ni Yin nährend (Schwächezustände), Sehnen und Knochen stärkend, befeuchtend Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Muskeln kräftigend, Nässe umwandelnd Le Leber ergänzend, Xue ergänzend
Rote Bete Neutral, kühl Süß, bitter Ma, Mi Milz- und Magen-Qi tonisierend, Blutbildung fördernd, gegenläufiges Qi verringernd, beruhigend Le Blut nährend, Qi regulierend Menstruation anregend, Ansammlungen und Anlagerungen vorbeugend, Meridiane öffnend, entgiftend (Leber-Intoxikation durch Drogen, Alkohol, Chemotherapie)
Rotkohl Neutral Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Mitte stabilisierend, roborierend, Magen-Hitze kühlend, Bindegewebe stützend, Verdauungsprozess regulierend und fördernd Di, Dü Darmschleimhaut regenerierend, Verstopfung und Darmträgheit lösend, Würmer ausleitend Ni Männliche Unfruchtbarkeit vorbeugend, Gehirnleistung und Libido fördernd
Rotwein Warm Süß, bitter, sauer He Blut bewegend, He-Qi stärkend Le Blut tonisierend, Qi und Blut durchgängig machend Ni Nieren-Yang tonisierend
Rucola (Rauke) Kühl Bitter, süß, leicht scharf Le Hitze kühlend, Nässe ausleitend (Schwellungen), harntreibend, entgiftend Ma Verdauung fördernd, Feuchte-Hitze ausleitend entzündungshemmend, antibakteriell wirkend
Sahne Neutral Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Magen kühlend und befeuchtend Lu, Di Trockenheit befeuchtend (Lungen-Yin-Mangel), Dickdarm befeuchtend
Salz Kalt Salzig, beißend Mi Beziehungen zwischen den Organen harmonisierend, Verhärtungen und Ansammlungen zerstreuend und erweichend Di, Ma Hitze kühlend, Trockenheit befeuchtend, Yin tonisierend, Hitze im Blut kühlend (Ekzem), Blockaden lösend, laxierend, Gifte neutralisierend Ni Nieren-Yin tonisierend, Knochen und Sehnen stärkend, Bewusstsein schärfend, diuretisch, antimikrobakteriell wirkend
Sardelle, (Anchovis) Warm Süß, salzig Mi, Ma Milz und Magen ergänzend, Qi stützend und Blut tonisierend
Sardine Neutral Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Mittleren Jiao wärmend, verdauungsfördernd Le, Ni Qi und Yin tonisierend, Sehnen und Knochen stärkend, Blut nährend und aktivierend, entgiftend, Trockenheit befeuchtend, Miktion regulierend
Sauerampfer Kalt Sauer, adstringierend Le Toxische Hitze und Feuchte Hitze (Ikterus, Ekzeme, Konjunktivitis) kühlend, Blut reinigend, entschlackend, blutbildend He Hitze kühlend (akute fiebrige Erkrankungen, Sommerhitze), beruhigend Ma Appetitanregend, verdauungsfördernd
Sauerkirsche Kühl Sauer Le, He Blut tonisierend (Kobalt, Vitamin B12, Enzyme, Eisen), Säfte bildend (auch getrocknet), vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützend (Saft), Hitze kühlend, antikanzerogen Ma Magen stärkend, appetitanregend, Durst löschend, Säfte erneuernd, Hitze kühlend
Sauerkraut Neutral Sauer, leicht salzig Ma, Di Darmschleimhäute schützend, Darmbewegung fördernd, Nahrungsstagnation lösend, Hitze aus Magen und Darm ausleitend Le Leberstoffwechsel fördernd, entgiftend (bei Rheuma, Gicht, Arteriosklerose, Parasiten), Blut tonisierend, Fettstoffwechsel regulierend Lu Wei Qi stärkend (Infektanfälligkeit) Ni Zellwachstum und Knochenbau fördernd, geistige Frische fördernd
Saure Sahne Kühl Süß, sauer Le Leber-Yin stärkend, befeuchtend
Schinken, gekochter Neutral Salzig, süß Mi, Ma Milz kräftigend, Magen öffnend, Säfte hervorbringend, Blut stützend
Schmand, (fette Saure Sahne) Kühl Süß, sauer Mi, Ma Qi und Blut stärkend Le Leber-Yin und Blut nährend, befeuchtend Lu, Di Trockenheit befeuchtend (trockene Haut, trockener Husten), Verstopfung lösend
Schnittlauch Warm Scharf, salzig Ni Nieren-Yang tonisierend und wärmend Mi Milz-Qi tonisierend, Appetit anregend, Blut tonisierend Le Cholesterin regulierend, Durchblutung fördernd
Schwarzwurzel Kühl Süß, bitter Le Leber tonisierend, Blut nährend, Blut regulierend und kühlend, harntreibend, entgiftend He Geist stärkend und beruhigend
Schweinefleisch Neutral Süß, salzig Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Muskeln stärkend Ni Nieren- und Leber-Yin tonisierend, Trockenheit befeuchtend (Säftemangel, Obstipation)
Schweineherz Neutral Süß, salzig He Herz stützend, Schwitzen einschränkend, Palpitationen beruhigend, Schlafstörungen besänftigend
Schweinenieren Neutral Salzig Ni, Bl Trockenheit befeuchtend, Nieren tonisierend, Blasenfunktion fördernd
Schweineschmalz Kühl Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend Lu, Di Befeuchtend bei Verdauungsstörungen und trockenem Husten
Seelachs Kühl Salzig Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, entgiftend Ni Knochen stärkend, Lebensessenz stärkend, Yin nährend, befeuchtend
Seitan (Gluten) Kühl Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Hitze kühlend, Mittleren Jiao harmonisierend, Durst stillend
Sellerieknolle Neutral Süß, bitter Mi, Ma, Di Milz und Magen stärkend, verdauungsfördernd, Qi und Blut tonisierend, Hitze kühlend, Feuchtigkeit trocknend und umwandelnd, Rheuma lindernd, Diurese fördernd, Stuhlgang regulierend Ni, Le Nieren stärkend, Hitze kühlend, Leber beruhigend, Diurese fördernd, entgiftend
Senf Warm Scharf Mi, Ma Verdauungssäfte und Speichelfluss fördernd, Mitte wärmend und Kälte vertreibend, Energie fördernd, Verdauungsstörungen regulierend Lu, Di Kälte vertreibend, weißen Auswurf vermindernd, Abwehr-Energie fördernd, akute Bronchitis lindernd (heiße Senfmehl-Brei-Umschläge), Darmtätigkeit anregend Le Qi und Blut bewegend (Gelenkbeschwerden bei rheumatischem Formenkreis), durchblutungsfördernd (Senf-Pflaster oder Senfmehl-Brei äußerlich), Verdauung schwerer und fetter Speisen erleichternd
Sesam Neutral Süß, (nussig) Le, Ni Leber, Nieren ergänzend (vorzeitiges Altern), Yin und Blut stützend (Blutmangel), alle Fu-Organe befeuchtend, Essenz nährend
Sesamöl Kühl Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Hitze kühlend, Trockenheit befeuchtend, Muskelaufbau fördernd Di Stuhlgang fördernd, Gifte neutralisierend Ni, Le Le und Ni befeuchtend und entgiftend
Shiitake-Pilz Neutral Süß Ma, Mi Qi und Blut tonisierend, Mitte stärkend (verminderter Appetit, Erschöpfung), erhöhten Cholesterinspiegel absenkend, entgiftend, Schleim und Verhärtungen auflösend (antikarzinogen) Lu Exanthemen zum Durchbruch verhelfend, Abwehr stärkend (Erkältung, Grippe) Ni Vorzeitiger Alterung entgegenwirkend
Sojabohne Neutral Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Milz stärkend, Mittleren Jiao erweiternd, Qi absenkend, Schleim und Ablagerungen ausleitend Di, Dü Hitze kühlend, Trockenheit befeuchtend, Dickdarm durchgängig machend, entgiftend
Sojamilch Kühl Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Milz ergänzend, Magen stützend, Diurese fördernd Lu Lunge kühlend, Trockenheit befeuchtend, Schleim umwandelnd
Sojasauce Kalt Salzig, süß Mi, Ma Die Mitte harmonisierend, Milz und Magen tonisierend, Hitze kühlend, entgiftend Ni Nieren-Yin (Hitzegefühl) nährend, befeuchtend, Qi im Inneren haltend
Sonnenblumenkern Neutral, kühl Süß Mi Milz-Qi tonisierend, Schleim und Ablagerungen lösend Ni Gehirn und Nerven stärkend Di Darm befeuchtend, Verdauungsstörung beseitigend, Darmparasiten ausleitend
Spargel Kühl Süß, bitter Lu, Ni Yin tonisierend, Trockenheit befeuchtend, Lunge reinigend, Hitze kühlend, entzündungshemmend (Harntrakt), harntreibend
Speck Kühl Salzig Mi, Ma Milz stärkend, appetitanregend, Säfte erzeugend
Spinat Kühl Süß (leicht bitter) Mi, Ma Alle Organe tonisierend, Qi und Blut tonisierend, Trockenheit befeuchtend (Säftemangel, Durst) Le Hitze kühlend, Blut nährend (Anämie, Ekzeme, Augenprobleme), Blutungen stillend Di, Dü Hitze kühlend, Darm befeuchtend und glättend
Stachelbeere Kühl Sauer Ma, Di Appetitanregend, verdauungsfördernd, darmreinigend, entgiftend (Schwermetalle), entwässernd Bl Harntreibend, Entzündungen im Harntrakt lindernd Mi Gefäße und Bindegewebe mehrend, Arterien und Venen stärkend
Staudensellerie Kühl Süß Le Emporschlagendes Leber-Yang absenkend (Kopfschmerzen, Schwindel, Hypertonie), Hitze kühlend (Konjunktivitis) Lu Qi-Fluss besänftigend, Wind-Schädigungen ausleitend, Feuchtigkeit umwandelnd Bl Hitze ableitend und Blut kühlend (Hämaturie)
Steckrübe Neutral Bitter, süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Kälte austreibend, appetitanregend Le Qi regulierend, gegenläufiges Qi verringernd, Gifte neutralisierend, antikanzerogen
Süßkartoffeln Warm Süß Mi, Ma Mittleren Jiao tonisierend, Qi und Blut tonisierend, Kälte austreibend, Blut harmonisierend, Magen und Därme erweiternd, die fünf Inneren Organe fett machend Di, Dü Blut-Stagnation beseitigend, Flüssigkeit erzeugend, Därme erweiternd, Stuhlgang fördernd
Tee (schwarzer) Warm, neutral Bitter, süß Ma Magen kräftigend, Qi absenkend, Verdauungsblockaden beseitigend Bl Diurese fördernd, entgiftend Mi Nässe und Schleim umwandelnd, trocknend
Tee (grüner) Kühl Bitter, süß He Hitze- und Hitze-Prozesse kühlend, Qi absenkend Lu Hitze kühlend, Feuer absenkend, Schleim umwandelnd, Wind-Hitze kühlend und ausleitend (Hitzegefühl im Kopf, Kopfschmerzen) Ma Verdauungsblockaden beseitigend, Diurese fördernd, entgiftend
Teltower Rübchen, (Navet) Neutral Bitter, süß Mi, Ma Milz und Magen stärkend (gekocht), Qi regulierend und tonisierend, Magensäfte anregend Di, Dü Darmperistaltik anregend, Blähungen lindernd
Tintenfisch Neutral Salzig Le Yin befeuchtend, Xue stützend, Leber ergänzend (Amenorrhö, Schwindel, Qi- und Blut-Mangel post partum) Ni Yin befeuchtend, Nieren ergänzend (Schwindel, Ohrrauschen)
Tofu (Sojaquark) Kühl Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, Magen-Hitze kühlend, Nässe umwandelnd (Cholesterin, Verhärtungen), Mittleren Jiao harmonisierend Lu, Di Flüssigkeit erzeugend, Trockenheit befeuchtend, Yin tonisierend, Gifte neutralisierend
Tomate Kühl Süß, sauer Ma Magen stärkend, Verdauung fördernd, Säfte erzeugend, Hitze kühlend, Durst stillend, Speichelbildung anregend, Krämpfe lösend Le Yin und Blut tonisierend, Hitze kühlend, Blut kühlend, Krämpfe lösend, Gallenfluss fördernd, antikanzerogen Di Darmperistaltik fördernd, Verstopfung lösend
Topinambur Neutral Süß Mi Milz stärkend Di Darm tonisierend, Darmschleimhaut regenerierend
Walnuss Leicht warm Süß Mi, Ma Blut und Qi tonisierend, Qi und Blut nach Entbindung ergänzend Ni Nieren kräftigend, Nieren-Yang und -Yin sowie Jing tonisierend Lu, Di Lungen wärmend und kräftigend, befeuchtend, Wind-Erkrankungen ausleitend, Därme befeuchtend
Wassermelone Kalt Süß Ma Durst löschend, Reizbarkeit vertreibend, Hitze klärend He Reizbarkeit vertreibend, Sommerhitze kühlend Bl Hitze klärend, harntreibend, entgiftend
Weintraube Neutral Süß, sauer Mi, Ma Qi und Blut tonisierend (Entkräftung, Leistungs- und Konzentrationsmangel), gefäßabdichtend (blaue Traube), entgiftend Ni Knochen stärkend, Harnausscheidung fördernd (Nierenschwäche, Ödeme), Willen stärkend, Gehirn- und Zellregeneration fördernd, Trockenheit befeuchtend Le, Gb Sehnen stärkend, Leber und Galle regenerierend, Blut bewegend und gefäßabdichtend (blaue Traube)
Weizen, (Körner, grob geschrotet, Flocken) Kühl Süß He, Ni Herz stützend, Shen beruhigend (Unruhe), Konzentration erhöhend, Shao-Yin harmonisierend (Schlafstörung, Nachtschweiß, Hitzewallungen), Herz-Hitze beseitigend, Schweiß zurückhaltend, leicht adstringierend Mi, Ma Milz und Niere stärkend, Durst stillend, Säfte aufbauend, harntreibend Le Leber-Yin und Leber-Blut nährend
Weizen (Nudeln) Neutral Süß He, Ni Herz stützend, Shen beruhigend (Unruhe), Schweiß zurückhaltend Mi, Ma Milz und Niere stärkend, Durst stillend, harntreibend
Weizenbier Kühl Bitter, sauer Le Leber-Qi stärkend und bewegend, entspannend, Leber-Blut kühlend (ohne Alkohol: auch Leber-Yin stärkend), Leber regulierend (erwärmend) He Herz tonisierend, Shen beruhigend, entspannend, Hitze kühlend
Weizenkeime Kalt Süß He, Dü Bei ungestümen Hitze-Prozessen Hitze ableitend (Migräne, Reizbarkeit), entgiftend (Ikterus, Alkoholmissbrauch), Darm stützend Ma Magen-Hitze kühlend (Durst, Mundtrockenheit)
Weizenkleie Tendenz zu Kälte Süß Mi Mitte harmonisierend, Magen-Qi stärkend, abschwellend He Hitze beseitigend, Leere-Schweiße hemmend
Wirsing Neutral–warm Süß Ma, Di Qi und Blut tonisierend, Magen-Hitze kühlend (Saft), Darm regulierend, Qi regulierend
Ziegenmilch (Schafsmilch) Warm Süß Ma Magen befeuchtend, Leere ergänzend, Magen-Yin stützend Lu, Di Lungen-Yin nährend, Darm befeuchtend Ni Nieren tonisierend
Zimt Heiß Süß, scharf Ni Kälte zerstreuend, Ni-Yang stützend, Bi-Syndrom lindernd Le Blut dynamisierend, schmerzlindernd Mi, Ma Mitte erwärmend, Kälte zerstreuend (Diarrhö, Erbrechen)
Zitrone Kalt Sauer Ma Magen-Qi tonisierend, Körpersäfte regenerierend, Magen harmonisierend, Durst löschend, fettige, ölige Speisen verdauen helfend Le Leber-Yin tonisierend, Qi regulierend, Leber unterstützend (Saft, Zitrone in warmem Wasser morgens), Yang der Leber absenkend, Verhärtungen (besonders in den Gefäßen) erweichend, Blutungen vorbeugend Lu, Di Sommerhitze ableitend, Körpersäfte regenerierend, Wind-Hitze ableitend, adstringierend (Durchfall)
Zucchini Kühl Süß, leicht bitter Ma Hitze kühlend, Durst löschend, Unruhe besänftigend Di, Dü Hitze kühlend, entgiftend, harntreibend, Darmschleimhäute regenerierend Lu Abwehr stärkend
Zucker, brauner Warm Süß Mi, Ma Qi und Blut tonisierend, mittleren Jiao tonisierend, Mitte ergänzend, befeuchtend Le Qi fördernd, Leber entspannend, Gerinnungen auflösend, Blut harmonisierend (besonders bei Kälte-Stasen), Stasen lösend, akute Schmerzzustände lindernd
Zuckererbse Neutral Süß Mi, Ma Milz und Magen kräftigend, Nässe ableitend, harntreibend und entgiftend (Cholesterin regulierend), Ma-Yin nährend
Zuckerhut (Blattzichorie) Kühl Bitter, leicht süß Le, He Blut nährend, Gallenfluss anregend (Völlegefühl, Blähungen) Mi, Ma Milz-und Ma-Qi tonisierend (Appetitmangel), Magensäfte und Verdauung anregend
Zwiebel Warm Scharf, süß Mi, Ma Magen kräftigend, Appetit fördernd, Qi regulierend und tonisierend, Mitte freimachend, Qi im mittleren Jiao bewegend, Nässe ausleitend Lu, Di Qi regulierend, Lungen-Qi tonisierend, Verhärtungen erweichend, Lu-Qi absenkend, Darmperistaltik fördernd (Senföl), Husten lindernd, Schleim lösend, antiseptisch, antiparasitär wirkend Ni Knochen, Zähne, Nägel kräftigend

Die Nennung der FK und Wirkung entspricht in der Rangfolge ihrer Bedeutung; die Hauptwirkung zielt auf die zuerst genannten FK

Chinesische Diätetik

Helmut Magel

mit einem Beitrag von

W.U. Yanping

(8.7)

  • 8.1

    Einleitung 768

  • 8.2

    Energie der Nahrungsmittel 769

    • 8.2.1

      Einführung769

    • 8.2.2

      Nahrungsmittel nach ihrem energetischen Temperaturverhalten769

    • 8.2.3

      Nahrungsmittel nach ihren energetischen Geschmacksrichtungen770

    • 8.2.4

      Veränderung der Energetik der Nahrungsmittel durch die Zubereitung778

    • 8.2.5

      Konservierung von Nahrungsmitteln778

  • 8.3

    Häufige Ernährungsfehler 779

  • 8.4

    Diagnostik und Beratung 780

    • 8.4.1

      Einführung780

    • 8.4.2

      Praktisches Vorgehen bei der Beratung780

  • 8.5

    Zang-Fu-Syndrome und ihre Behandlung in der Diätetik782

    • 8.5.1

      Qi-Mangel-Syndrome782

    • 8.5.2

      Blut-Mangel-Syndrome (Herz-Blut- und Leber-Blut-Mangel)790

    • 8.5.3

      Yin-Mangel-Syndrome794

    • 8.5.4

      Fülle-Syndrome799

    • 8.5.5

      Feuchte Hitze801

    • 8.5.6

      Dysregulation: Leber-Qi-Stauung, gegenläufiges Magen-Qi und Nahrungsstagnation802

  • 8.6

    Strategien für eine Ernährungsumstellung 846

    • 8.6.1

      Therapie-Bausteine846

    • 8.6.2

      Reduktionskost als Kur bei der Ernährungs-umstellung846

    • 8.6.3

      Änderung der Essenszeiten846

    • 8.6.4

      Änderung der Zusammenstellung von Kohlen-hydraten, Fett, Eiweiß847

    • 8.6.5

      Mehr gekochte statt rohe Speisen847

  • 8.7

    Chinesische Arzneimittel in der Diätetik 848

    WU Yanping

    • 8.7.1

      Einführung848

    • 8.7.2

      Zubereitungsarten848

    • 8.7.3

      Verwendung von Fett, Öl und Gewürzen850

    • 8.7.4

      Anwendungsplan852

    • 8.7.5

      Prophylaxe: Vier-Jahreszeiten-Plan853

    • 8.7.6

      Nahrungsmittel und diätetisch eingesetzte Arzneien nach Funktion854

Einleitung

Die chinesische Ernährungslehre basiert wie die Arzneitherapie und Akupunktur auf den Grundlagen der chinesischen Medizin. Neben dem Qi aus der Atemluft und dem Yuan-Qi ist die Aufnahme der Energie aus den festen und flüssigen Nahrungsmitteln die Hauptenergiequelle des Körpers. Qi, Xue, Jin Ye und Jing des Menschen sind in hohem Maße abhängig davon.
Die Qualität und Quantität der über das Essen und Trinken gebildeten Energie (Gu Qi (2.3.1) und Fünf Geschmäcke), sind von verschiedenen Faktoren abhängig:
  • Qualität und Auswahl der Nahrungsmittel (Frische, Temperaturverhalten und Geschmacksrichtungen)

  • Rhythmus der Nahrungsaufnahme

  • Ausgewogenheit der Speisen und Getränke

  • Langsames Essen und gutes Kauen

  • Einklang mit den Jahreszeiten.

Im Folgenden wird unter Diätetik (griech.: geregelte Lebensweise) die therapeutische Zusammenstellung von Nahrungsmitteln und Getränken im Hinblick auf diagnostizierte Syndrome (11) verstanden, während die übrigen Faktoren einer geregelten Lebensweise unter Yang Sheng (chin.: Das Leben nähren, 15) abgehandelt sind.
Die therapeutisch ausgerichtete Diätetik (im Unterschied zur Diätetik als Kochkunst) bezieht sich im Westen gänzlich auf die im Alltag konsumierten Nahrungsmittel und Getränke. In China wird darunter eher die Kombination von Heilkräutern und wenigen Nahrungsmitteln zu einer Diät verstanden (8.7). In der Praxis ist die diätetische Beratung meist eine Mischung aus Diätetik und Yang-Sheng-Konzepten.
Die Verfügbarkeit unserer Nahrungsmittel unterliegt den Gesetzen der vier Jahreszeiten und entspricht damit den energetischen Bedürfnissen des Menschen in der jeweiligen Jahreszeit und Region. In unseren Breiten stellt uns die Natur z.B. im Sommer saftige Gemüse wie Gurken, Tomaten oder Melonen und eine reichhaltige Auswahl an Obst zur Verfügung. Im Frühling/Sommer sind leicht bekömmliche Speisen angezeigt, deren Energie nach oben und zur Oberfläche geht, die die Zirkulation von Qi und Blut anregen, jedoch zugleich Hitze neutralisieren und die Säfte ergänzen. Im Herbst/Winter sind dagegen kräftigende, deftige Speisen zu empfehlen, deren Energie in die Tiefe und ins Zentrum geht, die die Substanz aufbauen, die Essenz regenerieren helfen und die Lebenswärme bewahren. Dafür eignen sich in der kalten Jahreszeit Wurzel- und Knollengemüse wie Karotten, rote Bete, Sellerie und die unterschiedlichen Kohlsorten.
Der Begriff Saison grenzt den Zeitabschnitt ein, in dem ein Nahrungsmittel zur vollen Reife gelangt und lagerfähig bleibt. In diesem Zeitabschnitt sollte es auch konsumiert werden, da es in dieser Zeit die meisten Nährstoffe, Vitamine, Spurenelemente usw., kurz: am meisten lebendiges Qi bietet. Die Ernährungsberatung hat diese Tatsachen zu berücksichtigen (2.3).
Indikationen der Diätetik:
  • Prävention, Erkrankungen der Zang- und Fu-FK, chronische Mangel-Zustände

  • Bei einigen Fülle-Zuständen wie Feuchtigkeits- oder Schleim-Retention oder Feuchte-Hitze-Syndromen steht der Verzicht (oder die weitgehende Einschränkung) auf bestimmte Nahrungsmittel oder Getränke im Vordergrund, um eine kausale Therapie zu ermöglichen. Bei akuten Fülle-Zuständen sind mit Akupunktur und Heilkräutern rascher Ergebnisse zu erzielen.

Energie der Nahrungsmittel

Einführung

  • 1.

    Temperaturverhalten, thermische Qualität: Heiß, warm, neutral, kühl, kalt

  • 2.

    Geschmack: Sauer, bitter, süß, scharf, salzig

  • 3.

    FK-Bezug, Tropismus: Milz, Magen, Leber usw.

  • 4.

    Wirkrichtung der Qi-Bewegung: Steigend, schwebend, sinkend, fallend; betrifft eher Küchenkräuter und Gewürze, weniger die Nahrungsmittel und Getränke.

Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl der Nahrungsmittel ist ihre zu erwartende Bekömmlichkeit beim Patienten. So ist nicht alles, was vollwertig ist, auch bekömmlich. Ebenso ist nicht alles unbekömmlich, was roh ist.
Innerhalb der Ernährungsberatung sind möglichst alle genannten Kriterien bei der Auswahl empfehlenswerter Nahrungsmittel und Speisen gleichzeitig zu berücksichtigen.

Nahrungsmittel nach ihrem energetischen Temperaturverhalten (Tab. 8.1)

Grundsätzlich gilt: Yin und Yang nicht über die Extreme kalt und heiß, sondern mehr über die Mitte, d.h. über neutrales Temperaturverhalten, ins Gleichgewicht zu bringen.
Aus der Gegenüberstellung in Tab. 8.1 geht hervor, dass eine ausgeglichene Ernährung sowohl Nahrungsmittel mit warmem als auch kühlem sowie neutralem Temperaturverhalten benötigt, um sowohl die Yin- als auch die Yang-Wurzel des Organismus zu nähren. Hinsichtlich der zentralen Rolle der Mitte ist sowohl auf eine ausreichende Stützung der aktiven Energie der Milz als auch der Stärkung des Magens als der Quelle der Säfte zu achten.
In der Therapie gilt: Das, was die Rückkehr zum Gleichgewicht fördert, sollte eingenommen werden, und alles, was das Ungleichgewicht weiter verstärkt, sollte gemieden werden. Egal, was ist – schütze und fördere Magen und Milz!

Nahrungsmittel nach ihren energetischen Geschmacksrichtungen

Einführung
Die Geschmäcke sind Feinstteile-Jing und haben eine Yin-Signatur (im Gegensatz zum Geruch oder Aroma Yang). Die Geschmäcke werden vom FK Milz an die Speicherorgane-Zang weitergegeben, die diese umwandeln und speichern. Die Zuordnung der Geschmäcke korreliert mit dem Entsprechungssystem der Fünf Wandlungsphasen. Prinzipiell ist jeder Geschmack dazu geeignet, das ihr innerhalb einer Wandlungsphase zugeordnete Speicherorgan-Zang zu stärken. Zusätzlich beeinflussen die Wirkungen der Geschmäcke auch die Bewegungsrichtung des Qi und die Vermehrung oder Verminderung der Körpersäfte.
Die chinesische Medizin unterscheidet zwei Aspekte des Geschmacks:
  • den subjektiven Geschmack im Mund (sensorischer Geschmack)

  • den Geschmack als theoretisches Konzept (funktionaler Geschmack).

Letzterer bezieht sich auf die Wirkung, die das Nahrungsmittel auf den Organismus hat. Diese kann sich, muss sich aber nicht mit dem Geschmack im Mund decken. Hirse wird z.B. in der chinesischen Medizin als süß und salzig eingestuft, was sich aus seiner Eigenschaft als Milz- und als Nieren-Tonikum herleitet.
Nahrungsmittel können zwei oder drei Geschmäcke haben, wodurch sich ihr Wirkspektrum verbreitert.
Die den Fünf Wandlungsphasen zugeordneten Geschmacksrichtungen enthalten nicht unbedingt alle Eigenschaften der ihnen zugeordneten Wandlungsphase und sind ihr keineswegs immer ähnlich. Es geht bei den Analogien vielmehr um relative Eigenschaften. Oft sind die Eigenschaften der Geschmäcke den entsprechenden Qualitäten der Wandlungsphasen entgegengesetzt. Dies ermöglicht der Geschmacksrichtung, konträr zur Entfaltung der Wandlungsphase zu wirken und dadurch die Wandlung korrigierend zu harmonisieren. So korreliert der saure Geschmack als Yin-Komponente mit der Yang-Qualität des Holzes, umgekehrt korreliert der scharfe Geschmack als Yang-Komponente mit der Yin-Qualität des Metalls. Um die Holz-Energie im Frühling zu unterstützen, ist der scharfe Geschmack geeignet, während die Metall-Energie des Herbstes durch den sauren Geschmack betont wird.
Jedes Übermaß eines Geschmacks führt dazu, dass der ihm entsprechende FK diesen Geschmack nur ungenügend umwandeln (Hua) kann. In der Folge wird das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang gestört, die Funktion des Organs einschränkt und der FK geschwächt.
Der süße Geschmack
Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Reis, Brot, die meisten Gemüse-, Fleisch- und Fischsorten entfalten beim Kauen im Mund einen süßen Geschmack. Diese natürliche Süße mehrt das Milz-Qi und stärkt den gesamten Organismus.
Getreide können nicht nur als ganze Körner verwendet werden, sondern auch in Form von Vollwert-Nudeln und -Brot. Durch das Mahlen und Trocknen bzw. Backen wird das Getreide energetisch wärmer.
Wandlungsphasen-Bezug: Folgerichtig zählt der süße Geschmack zur Erde als Mitte, die ihre Energie in gleichem Maß an jede andere Wandlungsphase abgibt, also keineswegs auf den Spätsommer beschränkt bleibt (Abb. 2.3).
Wirkung des süßen Geschmacks
Der süße Geschmack (Wandlungsphase Erde) der Grundnahrungsmittel
  • stellt dem Organismus gleichermaßen aktive Energie und Säfte bereit und sorgt für ein stabiles Gleichgewicht, erhöht Ausdauer und Anpassungsfähigkeit. Die befeuchtende Wirkung des süßen Geschmacks wirkt günstig auf Syndrome mit Flüssigkeits- oder Yin-Mangel

  • ist bestens geeignet, die FK Milz und Magen zu stärken

  • wirkt nährend, stärkend und stützend auf das Fleisch bei Mangel-Zuständen und Abmagerung

  • ist ausgleichend, harmonisierend, indem er den Geschmack von Speisen abrunden hilft. wirkt mildernd bei akuten Zuständen (Reis- oder Haferschleim, Kartoffelbrei, Gerstenschleim, Honig, Süßholz)

  • beruhigt und entspannt: Schwere und Dichte der Süße hilft, Emotionen zu stabilisieren (deshalb heutzutage der übermäßige Verzehr süßer Snacks, um den FK Leber geschmeidig zu machen).

Der scharfe Geschmack
Der scharfe Geschmack kann im Mund und auf der Zunge sowohl als beißend als auch stark würzig mit einem starken Brennen (Chili, roher Knoblauch) oder mit einem Kribbeln und Prickeln wahrgenommen werden (Radieschen, rohe Pastinake) (Tab. 8.2).
Wie beim bitteren Geschmack (8.2.3.f) ist der scharfe Geschmack nicht auf einen chemischen Stoff beschränkt, und Substanzen mit scharfem Geschmack finden sich in vielen Gruppen von Pflanzenbestandteilen.
Die größte Gruppe scharfer Nahrungsmittel sind Gewürze. Eine Besonderheit sind Gewürze oder Kräuter, bei denen der scharfe Geschmack mit dem bitteren kombiniert ist (Bohnenkraut, Kardamom, Majoran, Muskatnuss, Pfefferminze, Piment), was besonders bei überschüssiger Feuchtigkeit und Qi- und Nahrungsbrei-Stagnation günstig ist.
Bei den Gemüsesorten sind es die Zwiebel- und Laucharten, die v.a. roh scharf schmecken, durch das Kochen jedoch zum süßen Geschmack tendieren.
Wandlungsphasen-Bezug: Der scharfe Geschmack ist dem Metall zugeordnet. Seine dynamisierende Qualität des sich Ausbreitens entspricht aber eher dem Holz, weshalb die scharfen Gemüsesorten und frischen scharfen Kräuter im Frühjahr und Sommer wachsen. Selbst im Sommer ist Scharfes in Maßen noch sinnvoll, um zu vermeiden, dass sich Hitze im Inneren staut.
Wirkung des scharfen Geschmacks
  • Bewegt, mobilisiert, entfaltet Qi und hilft, Blockaden und Ansammlungen von Energie und Materie (insbesondere Feuchtigkeit und Schleim) zu lösen und zu beseitigen (Zwiebeln, Knoblauch, Meerrettich), unterstützt das Lungen-Qi in seiner Verteilungsfunktion. Scharfes hilft, Dumpfheit, Depression, Schweregefühl zu lindern (Chili, Anis). Cave: Der übermäßige Verzehr scharf-heißer Gewürze (Chili, Pfeffer) kann das Lungen-Yin und das Magen-Yin schädigen. Ebenso kann sich aus bestehender Feuchtigkeits- und Schleimbelastung Feuchte-Hitze entwickeln

  • Bahnbrechend, Bewegung antreibend und Qi- und Blut-Stagnation lösend: Durchblutung fördernd, Leitbahnen durchgängig machend (z.B. Zimt, Knoblauch, hochprozentiger Alkohol), Darm-Qi mobilisierend und Peristaltik fördernd (Senf, Ingwer), freien Atem begünstigend, Shen anregend und Depression lindernd. Cave: Stagniertes Leber-Qi verlangt oft nach scharfem Geschmack, scharf-heiße Nahrungsmittel, Gewürze und Getränke verstärken jedoch die Hitzeentwicklung

  • Oberfläche öffnend, schweißtreibend, eingedrungene pathogene Faktoren zerstreuend: Tee aus gekochtem Ingwer und Zimt, Senf- und Meerrettich-Wickel bei Bronchitis, Reissuppe mit Lauchzwiebeln bei Erkältung.

Der salzige Geschmack
Heutzutage wird zu viel Salz, genauer: Natriumchlorid, gegessen. Dazu tragen die versteckten Salze in industriellen Fertigprodukten wie Pizza, Hamburger, Chips und Müsliriegeln bei, die aber auch in Brot, Wurst und Käse enthalten sind.
Außer dem Salz selbst gibt es nur wenige Nahrungsmittel, die einen salzigen Geschmack haben. Dazu zählen Algen, Sojasoße, Krabben, Käse (durch den Salzgehalt der Lake bei der Käseherstellung). Fischfleisch ist dagegen süß.
Empfehlenswert ist schonend gewonnenes Meersalz, das neben Natriumchlorid die Mineralien und Spurenelemente des Meerwassers enthält, die das Jing stärken und bewahren.
Wandlungsphasen-Bezug: Der salzige Geschmack entspricht der Wandlungsphase Wasser und ist dem FK Niere förderlich, weshalb er zum Winter gehört.
Wirkung des salzigen Geschmacks
  • Stärkt den FK Nieren und festigt die Knochen. Übermäßiger Konsum führt jedoch zum Gegenteil und schwächt das Nieren-Yin

  • Erweicht und befeuchtet Verhärtungen und löst Schleimretention (Hausmittel Emser Salz)

  • Löst in konzentrierter Form Blockaden und wirkt laxierend (Natriumsulfat Glaubersalz).

Der saure Geschmack
Die meisten Nahrungsmittel mit saurem Geschmack sind einheimische Früchte, die im Sommer oder Herbst reif sind, sowie Südfrüchte, die entweder ganzjährig oder v.a. im Winter erhältlich sind (Tab. 8.3). Saures Obst zieht die Säfte zusammen und fördert die Produktion neuer Säfte, was im Sommer und Herbst (Erntezeit) günstig ist, im Winter dagegen meist ungünstig. Saures rohes Obst ist oft kühl, günstig bei Hitze und Säfte-Mangel und stützt gedünstet das Blut.
Eine weitere größere Gruppe saurer Nahrungsmittel sind die mittels Milchsäurebakterien fermentierten Nahrungsmittel, zu denen Milchprodukte wie Joghurt und Dickmilch zählen (Tab. 8.3).
Sauer schmeckt auch Gärungsgemüse, z.B. Sauerkraut, Bohnen (rheinische Schneidebohnen), Gurken, Kürbisse oder Paprika und milchsaure Gemüsesäfte, die mithilfe von Milchsäuregärung hergestellt werden. Die Mikroorganismen drängen pathogene Keime im Verdauungstrakt zurück und fördern das Wachstum einer physiologischen Darmflora. Kleine Mengen, regelmäßig verzehrt, sind für Milz, Magen, Leber und Darm förderlich. Vom Gärungsgemüse zu unterscheiden ist das in Essig eingelegte Gemüse (z.B. Gewürzgurken, Cornichons, Senfgurken, Mixed Pickles), dessen Haltbarkeit durch die Zugabe von 2,5 %igem Essig erhöht wird. Kleine Mengen der eingelegten Gemüse, nach dem Essen eingenommen, verbessern die Verdauung. Ihre Wirkung ähnelt dem Gärungsgemüse, sollte aber möglichst wenig Salz enthalten. Zu beachten ist, dass dem Gemüse zur weiteren Geschmacksgebung neben verschiedenen Gewürzen oder Kräutern (je nach Rezept) Zucker zugegeben wird.
Wandlungsphasen-Bezug: Der saure Geschmack entspricht dem Holz. Seine zusammenziehende Qualität verhält sich zur dynamischen Holz-Qualität wie Yin und Yang. Auf die Jahreszeiten bezogen, ist der saure Geschmack dem Herbst angemessen.
Wirkung des sauren Geschmacks
  • Die Säfte erhaltend, bewahrend (bei erhöhter Schweißabsonderung, Diarrhö) und dadurch vor Säfteverlust schützend, die Oberfläche schließend

  • Säfte und das Yin zusammenhaltend (adstringierend), die Energie der Speisen ins Körperinnere ziehend

  • Qi festigend und am richtigen Platz haltend

  • Säftebildung anregend

  • In Maßen Leber und Gallenblase stärkend und anregend, so auch Leber-Qi bewegend und Nahrungsstagnation lösend

  • Kann verstopfend und blockierend wirken.

Der bittere Geschmack
Einerseits wirken bittere Nahrungsmittel (Tab. 8.4) und Kräuter abführend und drainierend, wenn sie zugleich ein kaltes Temperaturverhalten aufweisen. Andererseits regen bittere Kräuter oder Nahrungsmittel mit gleichzeitig kühlem bis warmem Temperaturverhalten die Verdauung an und helfen den Organen, Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße angemessen umzuwandeln und zu transportieren. Diese Funktion kann eine kleine Portion Salat mit bitteren Anteilen oder eine Tasse Bitter-Kräuter-Tee vor dem Essen übernehmen. Kräutermischungen wie Kräuter der Provence enthalten viele Kräuter mit bitterem, gepaart mit scharfem bzw. aromatischem Geschmack.
Viele Grundnahrungsmittel enthalten Bitterstoffe, die jedoch nach dem Kochen vom Süßen überlagert werden. Bitterstoffe wirken appetitanregend, magenstärkend, verdauungsfördernd und blähungstreibend. Kaffee nimmt eine besondere Stellung ein: Er ist warm und bitter, hat eine nach unten absenkende Wirkung (Stuhlgang fördernd), bringt jedoch auch das klare Yang nach oben. Bitter und süß sind die Hauptgeschmäcke bei Tonika, aromatische und scharfe Geschmäcke wärmen das Innere und bewegen.
Der bittere Geschmack hat eine trocknende Wirkung. Insbesondere Kaffee und Tee daher bei Blut- oder Yin-Mangel nur in Maßen trinken.
Wandlungsphasen-Bezug: Der bittere Geschmack entspricht der Wandlungsphase Feuer. Insbesondere bittere Gewürze bzw. Kräuter und Getränke haben eine belebende und tonisierende Wirkung auf das Herz-Qi.
Wirkung des bitteren Geschmacks
Das Bitter-Warme wirkt:
  • trocknend (wirkt Flüssigkeitsansammlung der Mitte entgegen)

  • Magensäfte anregend (Verdauungsschwäche, Appetitverlust)

  • Appetit anregend (Erschöpfung und Depression, Chronisches Müdigkeitssyndrom)

  • Gallenfluss fördernd (Nahrungsretention), Leber-Qi verteilend

  • karminativ (blähungstreibend; abdominelles Spannungsgefühl)

  • das Herz stärkend.

Das Bitter-Kalte wirkt:
  • trocknend

  • absenkend (aufsteigendes Leber-Yang [11.7.5] Leber-Feuer [11.7.4])

  • absenkend (Abwärtsbewegung in Magen und Darm normalisierend)

  • abführend und drainierend (Hindernisse und Hitze nach unten treibend, Ansammlungen von Flüssigkeiten)

  • Herz-Yin stützend (bei geistiger Anspannung, Unruhe)

  • entzündungshemmend.

Veränderung der Energetik der Nahrungsmittel durch die Zubereitung (Abb. 8.1)

  • Prozess zu Wärme: Zerkleinern, mahlen, reiben, pürieren, polieren (Getreide), in Alkohol einlegen, gären und fermentieren

  • Prozess zu Kühle: Quellen, keimen, milchsauer vergoren (Sauerkraut, Bohnen), im Eisfach kühlen, pökeln

Mit der Zubereitung verändert sich auch der Geschmack. Zwiebeln schmecken z.B. im rohen Zustand scharf, gekocht werden sie süßer, gebraten etwas bitter. In der Ernährungsberatung müssen die für das Beschwerdebild günstigen Zubereitungsarten empfohlen werden. Es ist leicht einzusehen, dass bei einem Milz-Qi-Mangel (11.5.1) Kartoffeln gekocht und nicht gebraten oder frittiert werden sollten.

Konservierung von Nahrungsmitteln

Stand früher der Herd im Mittelpunkt der Küche, spielen heute Kühlschrank und Tiefkühltruhe eine immer wichtigere Rolle. Die Haltbarmachung von Nahrungsmitteln mittels Eis kannten schon die Menschen im Altertum. In der Natur gibt es sogenannte Frostkeimer, deren Samen erst nach dem Frost keimen. Auch Pflanzensamen lassen sich tief gefrieren, um nach dem Einsäen wieder Pflanzen hervorzubringen. Mit dem menschlichen Samen verhält es sich entsprechend. Es ist deshalb nicht einzusehen, warum das Tiefgefrieren von Nahrungsmitteln, die dafür geeignet sind, unter Beachtung der geltenden Regeln schädlich sein sollte. Auch wenn die Verwendung frischer Nahrungsmittel stets den konservierten vorzuziehen ist, sind sowohl das Tiefkühlen als auch das Einkochen akzeptable Möglichkeiten, um Nahrungsmittel über längere Zeit ohne großen Verlust an Nahrungsqualität bzw. Qi haltbar zu machen.

Häufige Ernährungsfehler

  • Unregelmäßiges Essen

  • Zu schnelles Essen

  • Zu spätes Essen

  • Hauptmahlzeit abends

  • Essen in angespannter Atmosphäre

  • Zu häufige Fertigspeisen bzw. Imbiss- und Schnellrestaurant-Kost

  • Zu viel Rohkost

  • Zu selten warmes Essen

  • Häufiger Verzehr von Süd- bzw. Zitrusfrüchten (besonders im Winter)

  • Eisgekühlte Getränke vor oder während der Mahlzeiten

  • Zu viel und zu häufig Milch und Milchprodukte

  • Zu viele Süßigkeiten

  • Zu geringe Beachtung für Jahreszeiten

  • Als Vegetarier zu wenig Hülsenfrüchte(-Produkte).

Das himmlische Da Qi und das Gu Qi der Erde bilden die Grundlage für die Energie des Menschen. Daher sollte gesunde Ernährung mit körperlicher Bewegung und damit guter Atmung verbunden werden.

Diagnostik und Beratung

Einführung

Die Diätetik unterscheidet sich von der Arzneitherapie dadurch, dass für die Korrektur eines Beschwerdebildes mittels Ernährung die dafür geeigneten Nahrungsmittel zusammenpassen und nach der Zubereitung schmecken müssen. Ein chinesisches Arzneidekokt muss diese Bedingung nicht erfüllen.
Zudem kommt es darauf an, zu welcher Tageszeit und unter welchen Bedingungen gegessen wird. Viele Beschwerden entstehen ursächlich nicht nur durch den Verzehr eher gesundheitsschädigender Nahrungsmittel, sondern dadurch, dass darüber hinaus zur Unzeit und unter belastenden Umständen gegessen wird.
Die Therapie hat diese sozialen Komponenten unbedingt zu berücksichtigen und mit den Betroffenen einen gangbaren Weg zur Veränderung zu finden.

Praxistipp

Diätetische und Nahrungsmittelempfehlungen werden für viele Patienten leichter umsetzbar, wenn Speisen empfohlen werden, die den Patienten bekannt sind. Nur eine Liste geeigneter Nahrungsmittel auszuhändigen, ist in der Regel wenig praktikabel und Erfolg versprechend.

Praktisches Vorgehen bei der Beratung

Zu Beginn jeder Ernährungsberatung steht die Diagnostik nach den Kriterien der chinesischen Medizin (4). Durch eine gezielte Befragung erfährt der Therapeut auch etwas über die Ernährungsgewohnheiten des Patienten. Um diagnostizierte Ungleichgewichte zu korrigieren, sind neben spezifischen Nahrungsmittel-Empfehlungen (und Vermeidungs-Empfehlungen) auch allgemeine Empfehlungen zum Essverhalten notwendig. Nachfolgend sind einige Anamnesefragen zu Ernährungs- und Lebensgewohnheiten aufgeführt, die für die Diagnose hilfreich sind (Tab. 8.5).

Praxistipp

Schriftliche Empfehlungen haben sich in der Praxis sehr bewährt und werden von Patienten noch Jahre später zitiert und beachtet. Allgemeine Diätetikempfehlungen sind im Internet kostenlos als Download zugänglich (Plus im Web vorderer Buchumschlag).

Zang-Fu-Syndrome und ihre Behandlung in der Diätetik

Die Hauptbestandteile empfohlener Speisen sollten die Therapie eines Syndroms günstig beeinflussen. Entscheidend für die Auswahl ist die Beschreibung ihrer Wirkung auf die Zang-Fu. Der bloße Bezug auf das Temperaturverhalten und den Geschmack oder auf eine Wandlungsphase reicht für eine erfolgreiche diätetische Behandlung nicht aus.
Nachfolgend sind die Syndrome aufgeführt, die mit einer positiven Diätetik, also mit der Empfehlung von Nahrungsmitteln und Getränken, mit guten Aussichten auf Erfolg behandelt werden können. Erfahrungsgemäß lassen sich die Beschwerden der Patienten normalerweise nicht auf ein einziges Syndrom zurückführen. Meist liegen mehrere Syndrome und eine Mischung aus Mangel- und Fülle-Befunden vor.

Grundsätzlich gilt

Je komplexer das Syndrom-Muster, desto einfacher die Speiseempfehlungen.

Qi-Mangel-Syndrome

Milz-Qi-Mangel und Milz-Yang-Mangel (11.5.1, 11.5.2)
Physiologie: Die Milz als Zang-Organ gehört zusammen mit dem Fu-Organ Magen zur Mitte des menschlichen Mikrokosmos. Als Nabe aller Umläufe (Rad-Modell Abb. 2.5) ist die Milz zuständig für den Fluss des klaren Qi nach oben und der Magen für das Absenken des trüben Qi nach unten. Milz und Magen sind verantwortlich für die Assimilierung und Dissimilierung fester, flüssiger und geistiger Nahrung durch Transformation (Hua) und Transport (Yun), durch Trennung von Trübem und Klarem. Die Milz hält durch ihre Qi-hebende Funktion die Organe an ihrem Platz und allgemein die Form des Menschen (und die Form der Zunge). Der Magen ist die Quelle der Säfte (befeuchtet die Zunge und lässt deren Belag wachsen). Die großen Mahlzeiten während der Yang-Zeit des Tages (morgens und mittags) einnehmen, nur leichte kleine Mahlzeiten dagegen während der Yin-Zeit (nachmittags und abends).
Empfehlungen: Regelmäßiges Essen: ausreichendes Frühstück, warmes Mittagessen, kleines Abendessen gemäß dem Sprichwort: Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein Edelmann, abends wie ein Bettler. Gekochtes gegenüber dem Rohen bevorzugen, Früchte öfters dünsten. Rohe, kühle Anteile (z.B. Salate) in geringen Mengen immer in Verbindung mit gekochten warmen Anteilen essen.

Qi-Mangel mit Kälte: günstige Verteilung von Nahrungsmitteln und Temperaturverhalten

Tab. 8.6
WarmNeutralKühl
Qi-Mangel mit Kälte10 % rotes und weißes Fleisch an 3–7 Tagen der Woche, 60–120 g pro Mahlzeit
Alternativ: gedünstetes weißes Fischfleisch (Scholle, Kabeljau etc.)
30 % gekochtes Gemüse50–60 % Getreide (Reis, Grieß, Hirse, Polenta, Flocken), Getreideprodukte (Brot, Nudeln) oder Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen), KartoffelnWenig oder keine Milchprodukte (kleine Mengen Schafs- und Ziegenkäse oder Hüttenkäse)Bevorzugen: Nahrungsmittel mit neuralem bis warmem Temperaturverhalten und gekochte Speisen; Vegetarier: kleine Mengen Seitan (Gluten), Tofu
Einschränken bzw. vermeiden: rohe Früchte, Säfte, Süßigkeiten, Salate, Rohkost

Rotes Fleisch ist das Muskelfleisch vom Rind, Schwein, Lamm oder Wild, weißes Fleisch stammt vom Geflügel wie Huhn oder Pute. Die Prozentangaben beziehen sich auf eine Woche bzw. auf einen Tag

Meiden: Nahrungsmittel mit kaltem Temperaturverhalten, eisgekühlte Speisen und Getränke, Süßigkeiten und Zucker, Frittiertes, Geräuchertes, Geröstetes, späte Mahlzeiten, Südfrüchte (besonders im Winter) und Orangen- und Zitrussäfte, generell süße und süß-saure Säfte. Milch und Milchprodukte sowie Rohkost und Nüsse und Samen reduzieren. Kleine Mengen Schafs- und Ziegenkäse oder Hüttenkäse immer in Verbindung mit Schnittlauch, Zwiebeln und Knoblauch essen.
Günstige Zusammenstellung der Nahrungsmittel: Vorwiegender Geschmack: Süß, Temperaturverhalten: Neutral bis warm.
Geeignete Getränke: Kaffee (in Maßen), Espresso, Getreidekaffee, Fencheltee, Dekokt aus frischem Ingwer und Pomeranzenschale (Aurantii Fr. [Zhi Ke]), dünner Grüner Tee, heißes Wasser.
Zur Unterstützung: Scharf-bittere und warme Küchenkräuter (Rosmarin, Thymian, Salbei, Majoran, Bohnenkraut) und süß-aromatische und warme Küchenkräuter (Anis, Fenchel, Kümmel, Bockshornkleesamen), scharf-heiße Gewürze (Ingwer, Pfeffer, Meerrettich).
Hinweise zu Tagesmahlzeiten:
  • Warmes Frühstück: Empfehlenswert ist ein warmes Frühstück: Reis oder Hirse zusammen mit gedünstetem Apfel, einigen Rosinen und Nüssen und Zimt mit Wasser (oder Weintraubensaft) einmal aufkochen und warm essen. Getreide kann vorgekocht werden, stattdessen sind auch Hirse-, Hafer- oder Reisflocken möglich (stets kurz kochen).Alternativen: Gekochte Hirse mit Kompott. Warme süße Polenta mit Kompott oder gedünstetem Obst (nach Jahreszeit). Warmer Reispudding mit gedünstetem Obst (nach Jahreszeit). Vorgekochter Reis mit Gemüsebrühe und kleingeschnittenem gedünstetem Gemüse (Möhren, Lauchzwiebeln). Gekochte Hirse mit gekochtem oder gebratenem Ei und Kräutersalz. Omelett mit gedünsteten Frühlingszwiebeln. Kraftbrühe mit Polentawürfeln.

  • Warmes Mittagessen: Grundsätzlich gekochte Speisen gebratenen oder frittierten vorziehen. Eintöpfe können von berufstätigen Patienten auch auf der Arbeitsstelle aufgewärmt und gegessen werden

    • In der warmen Jahreshälfte: Kohlrabi und/oder Mangold und süßsaure Soße, dazu gekochte Kartoffeln. Gekochte Linsen mit roher Paprika, Zwiebeln als Salat mit Essig und Öl. Gehobelter und blanchierter Weißkohl als Salat. Brokkoli-Blumenkohlsalat mit Reis. Auf Gemüsebett gedünsteter Fisch mit Kartoffeln. Gebratene Polenta mit Gemüse. Kartoffel-Möhren-Eintopf. Italienische Gemüsesuppe mit Nudeleinlage

    • In der kalten Jahreshälfte: Polenta mit Spinat und Knoblauch. (Kidney-)Bohnen mit Zwiebeln, Walnüssen und Pfeffer. Reis, Champignons, Kräuterbutter, Knoblauch. Huhn mit Gemüse im Römertopf. Rindfleisch mit grünen Bohnen und Lauch. Pastinaken-Kartoffelsuppe. Gedünstete Pastinaken mit Möhren und Kartoffeln. Rotkohl mit Äpfeln als Eintopf mit Poulardenkeule. Kartoffel-Kürbis-Möhren-Suppe püriert. Rosenkohl mit Kartoffeln und Fleisch. Linsen mit Spätzle. Fischsuppe. Huhn mit Mandeln oder Walnüssen und Gemüse

  • Abendessen: Das Abendessen sollte deutlich weniger reichhaltig ausfallen als das Mittagessen, denn nach der Organuhr (Abb. 2.10) befindet sich der Magen zwischen 19 und 21 Uhr energetisch in seinem Minimum. Linsenpaste zum Brot. Gekochter Schinken und Brot. Gedünsteter Romanasalat mit Essig und Öl. Kürbis-Kartoffelsuppe. Dünne Gemüsesuppe der Jahreszeit. Gekochte rote Bete als Salat mit Brot. Brot mit Ziegenfrischkäse. Brot und Humus.

Nahrungsmittel, Gewürze und Getränke, die bei Milz-Qi-Mangel geeignet sind

Tab. 8.7
Nahrungsmittel Temperatur Geschmack FK
Getreide
Buchweizen Neutral, kühl Süß Milz, Magen, Dickdarm
Dinkel Warm Süß Milz, Magen, Nieren, Herz
Hafer Neutral Süß Milz, Magen, Herz
Hirse Neutral Süß, salzig Milz, Magen, Nieren
Maisgrieß (Polenta) Neutral Süß Milz, Magen, Leber, Gallenblase, Dickdarm, Nieren
Reis (Langkornreis) Warm Süß Milz, Magen
Reis (Rundkornreis) Neutral Süß Milz, Magen
Getreideprodukt
Seitan (Gluten) Kühl Süß Milz, Magen
Hülsenfrüchte
Adzukibohnen Neutral Süß, sauer Milz, Leber, Nieren
Bohnen, dicke (Saubohne) Neutral Süß, fade Milz, Magen, Herz, Nieren
Bohnen (grüne) Neutral Süß Milz, Nieren
Erbsen Neutral Süß Milz, Magen, Lunge, Dickdarm
Kichererbsen Neutral Süß Milz, Magen, Herz, Nieren
Kidneybohnen Neutral (warm) Süß, salzig Milz, Magen, Leber
Linsen Leicht warm Süß Magen, Dickdarm, Herz, Nieren
Tofu Kühl Süß Milz, Magen, Lunge, Dickdarm
Gemüse
Blumenkohl Kühl Süß Milz, Magen, Dickdarm
Brokkoli Kühl Süß Milz, Magen, Nieren, Leber, Lunge
Champignon (jung) Kühl Süß Milz, Magen, Lunge, Dickdarm, Herz
Fenchelknolle Warm Süß, scharf Milz, Magen, Lunge, Nieren
Gemüsebrühe Neutral Süß Milz, Magen
Grünkohl Neutral Leicht bitter Milz, Magen, Leber
Karotte Neutral Süß Milz, Magen, Lunge, Dickdarm, Leber, Nieren
Kartoffel Neutral Süß Milz, Magen, Dickdarm
Kastanie (Marone) Warm Süß Milz, Magen, Nieren, Herz, Leber
Knoblauch Warm Scharf, süß Milz, Magen, Lunge, Dickdarm, Herz
Kohl Neutral Süß Milz, Magen, Dickdarm, Dünndarm
Kohlrabi Neutral Scharf, süß, bitter Milz, Magen, Lunge
Kopfsalat Neutral Süß, bitter Milz, Magen, Herz, Gallenblase
Kürbis Neutral-warm Süß Milz, Magen, Lunge, Dickdarm
Mangold Kühl Süß Milz, Magen, Dickdarm, Dünndarm, Leber
Pastinake Warm Süß Magen, Dickdarm, Lunge, Herz
Petersilie (Wurzel) Warm Scharf, leicht bitter Milz, Magen, Nieren
Porree (Lauch) Warm Scharf Nieren, Blase, Leber, Gallenblase, Magen, Dickdarm
Rettich Kühl, (gekocht neutral) Scharf, süß Milz, Magen, Lunge, Gallenblase, Leber, Dickdarm, Dünndarm
Romanasalat Kalt-kühl Bitter Milz, Magen
Rosenkohl Neutral Bitter, süß Milz, Magen
Rote Bete Neutral, kühl Süß, bitter Magen, Milz, Leber
Sellerieknolle Neutral Süß , bitter Milz, Magen, Nieren, Leber, Lunge
Spargel Kühl Süß, bitter Lunge, Nieren
Spinat Kühl Süß (leicht bitter) Milz, Magen, Leber, Dickdarm, Dünndarm
Steckrübe Neutral Bitter, süß Milz, Magen, Leber
Süßkartoffeln Warm Süß Milz, Magen, Dickdarm, Dünndarm
Teltower Rübchen Neutral Bitter, süß Milz, Magen, Dickdarm, Dünndarm
Topiniambur Neutral Süß Milz, Dickdarm
Zuckererbse Neutral Süß Milz, Magen
Zwiebel Warm Scharf, süß Milz, Magen, Lunge, Dickdarm, Nieren
Milchprodukte
Butter, Sahne Neutral Süß Milz, Magen, Leber, Lunge, Dickdarm, Nieren
Eigelb Neutral Süß Herz, Nieren
Eiweiß (Huhn) Neutral Süß Lunge, Magen, Milz, Magen
Fleisch
Fleischbrühe Warm Salzig, süß Milz, Magen
Gans Neutral Süß Magen, Milz, Dickdarm
Huhn (Suppenhuhn) Warm Süß Magen, Milz, Leber, Nieren
Käse Neutral Süß und sauer Milz, Magen, Lunge, Dickdarm
Lamm Heiß Süß, bitter Milz, Magen, Nieren
Milch (Kuh) Neutral Süß Milz, Magen, Lunge, Dickdarm
Rindfleisch Neutral Süß Milz, Magen, Nieren
Speck Kühl Salzig Milz, Nieren
Fisch
Barsch Neutral Süß Milz, Magen, Leber, Nieren
Dorsch, Kabeljau, Rotbarsch, Seelachs, Scholle Neutral Süß, salzig Milz, Magen, Nieren
Forelle Warm Süß Magen, Leber
Hering Neutral Süß Milz, Lunge, Herz, Nieren
Makrele (frisch) Neutral Süß Milz, Magen
Samen, Nüsse, Öl
Bockshornklee (Samen) Heiß Süß, bitter, scharf Nieren, Milz, Magen, Lunge, Dickdarm, Leber
Erdnuss Neutral Süß Milz, Magen, Lunge, Dickdarm, Leber
Erdnussöl Neutral Süß Milz, Dickdarm, Lunge
Haselnuss Neutral Süß Milz, Nieren, Herz
Mandeln Neutral Süß, leicht bitter Lunge, Dickdarm, Milz, Magen
Olivenöl Neutral Süß Leber, Gallenblase, Nieren
Sonnenblumenkerne Neutral kühl Süß Milz, Nieren, Dickdarm
Walnuss Leicht warm Süß Milz, Magen, Nieren, Lunge, Dickdarm
Früchte
Kirschen Warm Süß Milz, Magen, Lunge, Dickdarm
Mandarine Kühl Süß, sauer Magen, Lunge
Pfirsich Warm Süß, sauer Milz, Magen, Dickdarm, Dünndarm, Leber
Pflaume Neutral Süß, sauer Milz, Magen, Dickdarm, Leber
Weintrauben Neutral Süß, sauer Milz, Magen, Nieren, Leber, Gallenblase
Gewürze, Kräuter
Bohnenkraut Warm Bitter, scharf süß Nieren, Milz, Magen, Lunge
Chili Heiß Scharf Milz, Magen, Dickdarm, Lunge, Nieren
Dill (Samen und Kraut) Warm Scharf, aromatisch Nieren, Milz, Leber, Herz
Galgant Heiß Scharf Milz, Magen, Lunge, Leber
Gewürznelke Warm Scharf Milz, Nieren
Honig Neutral Süß Milz, Magen, Lunge, Dickdarm, Herz, Nieren
Ingwer Warm Scharf Milz, Magen, Lunge, Leber
Kardamom Warm Scharf, süß, bitter Milz, Magen, Lunge
Korianderblätter (frisch) Warm Scharf, süß Lunge, Milz, Magen
Majoran Warm Bitter, scharf süß Milz, Magen, Lunge, Herz
Meerrettich Heiß Scharf Milz, Magen, Lunge, Nieren, Blase
Muskatnuss Warm Aromatisch-scharf, süßlich, leicht bitter Milz, Magen, Dickdarm, Lunge, Nieren
Paprika (Pulver) Warm Mild scharf, süß Milz, Magen, Herz
Pfeffer (schwarz) Heiß Scharf, süß Milz, Magen, Nieren, Dickdarm
Piment Warm Aromatisch, scharf-bitter Magen, Dickdarm
Rosmarin Warm Aromatisch-scharf-harzig, bitter Milz, Herz, Leber
Schnittlauch Warm Scharf-salzig Nieren, Milz, Leber
Senf Warm Scharf Milz, Magen, Lunge, Dickdarm, Leber
Shiitakepilz Neutral Süß Milz, Magen, Lunge, Nieren
Zimt Heiß Süß, scharf Nieren, Leber, Milz, Magen
Zucker (brauner) Warm Süß Milz, Magen, Leber
Getränke
Fencheltee Warm Leicht scharf, süß Milz, Magen, Lunge, Leber
Gersten-Getreidekaffee Warm Bitter Milz, Magen, Lunge
Gemüsebrühe Neutral Süß Milz, Magen
Kaffee Warm Bitter Herz, Milz, Magen, Leber
Sojamilch Kühl Süß Milz, Magen, Lunge

FK in der Reihenfolge ihrer Relevanz für die Wirkung

(Körner, grob geschrotet, Flocken)

Feuchtigkeits-Belastung bei Milz-Qi-Mangel (11.5.1), Feuchtigkeit und Schleim in der Lunge (11.3.6)
Physiologie: Wenn der Nahrungsbrei nur ungenügend umgewandelt wird, lagert sich Feuchtigkeit in der Mitte an und zeigt dann typische Symptome wie Diarrhö, Ödeme, Müdigkeit und Schweregefühl. Feuchtigkeit ist trübe und schwer und sinkt nach unten. Thermisch kalte und kühle, ölige, schwer verdauliche Nahrungsmittel fördern die Feuchtigkeitsansammlung und behindern die Milz-Funktionen.

Feuchte-Kälte: Günstige Verteilung von Nahrungsmitteln und Temperaturverhalten

Tab. 8.8
WarmNeutralKühl
Nässe mit Kälte10 % rotes und weißes mageres Fleisch an 3–7 Tagen der Woche, 60–120 g pro Mahlzeit
Alternativ: gedünstetes weißes Fischfleisch (Scholle, Kabeljau usw.)
20 % ausschließlich gekochtes Gemüse60–70 % Getreide (Reis, Polenta, Hirse, Flocken), oder Kartoffeln, vermehrt Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen), weniger Getreideprodukte (Brot, Nudeln)Keine Milch und MilchprodukteBevorzugen: Alle gekochten Speisen mit neutralem oder warmem Temperaturverhalten
Vermeiden: Rohkost, rohes Obst, Orangen- und Zitronensäfte, saure Säfte, Süßigkeiten

Rotes Fleisch ist das Muskelfleisch vom Rind, Schwein, Lamm oder Wild, weißes Fleisch stammt vom Geflügel wie Huhn oder Pute. Die Prozentangaben beziehen sich auf eine Woche bzw. auf einen Tag

Empfehlungen: Alle Nahrungsmittel und Getränke, die das Milz-Qi stärken, insbesondere Feuchtigkeit ausleitende Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte (in Suppen, als Gemüsebeilage, gekocht als Salat), Polenta (Maisgrieß), Kürbis (als Suppe), Reis und Kartoffeln. Speisen mit scharfen Nahrungsmitteln (Zwiebel, Knoblauch, Lauch je nach Verträglichkeit, Schnittlauch, gedünsteter Rettich) sind günstig. Küchenkräuter mit scharfem und mit scharf-bitterem Geschmack und insgesamt warmem Temperaturverhalten (Bohnenkraut, mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei etc., Wacholderbeeren) einsetzen, um Nässe in Bewegung zu bringen. Unter den Brotsorten sollte dem vollwertigen Dinkelbrot oder (nicht zu frischem) Weizen-Roggen-Sauerteigbrot (jeweils ohne eingebackene Kerne oder Nüsse) oder Roggenknäckebrot der Vorzug gegeben werden. Kleine Mengen Blattsalat mit bitterem und süßem Geschmack (wahlweise Endivie, Radicchio, Römersalat, Chicore, Catalogna, Zuckerhut, Blattpetersilie) mit einer Vinaigrette (3 Teile Öl, 1 Teil Essig, Senf, Salz und Pfeffer) fördern die Ausleitung von Feuchtigkeit und helfen als Beilage zu Fleisch, besser zu verdauen. Keine großen Portionen essen, sondern kleinere Portionen und evtl. kleine Zwischenmahlzeiten im Laufe des Morgens und des Nachmittags einnehmen.
Meiden: Im Sinne der Ausgewogenheit ist vom Verzehr von Nahrungsmitteln mit ausgeprägter Süße (z.B. Bananen) oder mit Zusatz von Süßungsmitteln wie z.B. raffiniertem Zucker, Süßstoff (z.B. in Gebäck, Snacks, Schokolade, Säften aus Konzentraten) abzuraten. Die Milz wird durch diese Süße in ihrer Transport- und Transformationsfunktion überfordert, was zu Feuchtigkeits- und Schleimansammlungen mit der häufigen Folge von Gedunsenheit und Übergewicht führen kann. Milch in geringen Mengen nur als Nahrungsmittel (zum Kochen), aber nicht als Getränk einnehmen. Käse ebenfalls nur in geringen Mengen (dabei Ziegen- oder Schafskäse bevorzugen). Wichtig: Auf Joghurt- und Quarkerzeugnisse mit oder ohne süßen Bestandteilen ganz verzichten. Joghurt hat eine kalte Thermik, die Süße und die dem Quark häufig beigemengte Sahne kann die Milz-Funktion stark belasten, besonders dann, wenn diese Produkte als Nachtisch gegessen werden. Zubereitungsarten wie Frittieren, Braten, Panieren, Überbacken mit Käse meiden. Die Speisen fettarm zubereiten, auf Nüsse und Erdnüsse sowie alle geräucherten Nahrungsmittel, Brötchen und andere Weißmehlprodukte weitgehend verzichten.
Geeignete Getränke: 8.5.1.a (Milz-Qi-Mangel); zusätzlich: Kochwasser von (geschälten und ungesalzenen) Kartoffeln, Maishaartee.
Zur Unterstützung: Scharf-bittere und warme Küchenkräuter (Rosmarin, Thymian, Salbei, Majoran, Bohnenkraut) und süß-aromatische und warme Küchenkräuter (Anis, Fenchel, Kümmel, Bockshornkleesamen), scharf-heiße Gewürze (Ingwer, Pfeffer, Meerrettich).
Bei Übergewicht: Abendmahlzeiten vor 19 Uhr einnehmen und deutlich unterscheiden von mittäglichen Hauptmahlzeiten. Sie sollten leicht verdaulich und fettarm sein, ideal sind dünne Gemüsesuppen mit etwas Brot, dazu Schafgarbentee. Nachhaltig wirksam sind Kuren mit Reduktionskost (8.6.2).

Blut-Mangel-Syndrome (Herz-Blut- und Leber-Blut-Mangel 11.1.3, 11.7.1, 11.11.711.1.311.7.111.11.7)

Physiologie: Grundsätzlich die Mitte stärken, weil sie mit dem Gu-Qi die materiellen Grundlagen für die Blut-Produktion bereitstellt. Daneben sind die Stützung der Nieren (Yuan-Qi) und die Stützung der Leber und des Herzens notwendig. Herz-Blut-Mangel (11.1.3) ist meist eine Folge eines chronischen Leber-Blut-Mangels (11.7.1).

Blut-Mangel: günstige Verteilung von Nahrungsmitteln und Temperaturverhalten

Tab. 8.9
WarmNeutralKühl
Blut-Mangel2–4 %: ab und zu weißes Fleisch (Huhn, Pute) oder weißen Fisch an 1–2 Tagen der Woche, 60–120 g pro Mahlzeit; weniger rotes Fleisch; täglich eine kleine Portion Kraftbrühe
Alternativ: Seitan (Gluten)
30 % gekochtes Gemüse (dunkelgrünes, rotes), Gemüsesuppen40–50 % Getreide (Reis, Polenta, Hirse, Flocken) oder Getreideprodukte (Brot, Nudeln) bzw. Kartoffeln und Hülsenfrüchte (dunkelrote und schwarze Bohnen), Tofu, Miso5 % Milchprodukte (Quark, Frischkäse, Sahne und Schafs- und Ziegenkäse)20 %: einige Salate (Tomaten, bitter-süße Blattsalate, Weißkohlsalat, Blatt-Petersiliensalat); rote, dunkelrote und blaue Früchte und Säfte sind möglich

Rotes Fleisch ist das Muskelfleisch vom Rind, Schwein, Lamm oder Wild, weißes Fleisch stammt vom Geflügel wie Huhn oder Pute. Die Prozentangaben beziehen sich auf eine Woche bzw. auf einen Tag

Empfehlungen: Neben neutralen und leicht warmen Nahrungsmitteln mit süßem und Säfte spendendem Geschmack (Getreide und Getreideprodukte) sind hier auch leicht kühle Nahrungsmittel von saurem haltendem Geschmack (rote bis dunkelrote Früchte und Fruchtsäfte) angezeigt. Eine besondere Rolle kommt dem Fleisch oder Fisch für die Blutbildung zu. Für Vegetarier sind besonders Hülsenfrüchte und -produkte (Tofu und Miso) von Bedeutung, evtl. auch reines Getreideeiweiß (Seitan). Milz stärkende und Magen anregende neutrale und warme Nahrungsmittel bevorzugen, jedoch kombiniert mit kleinen Mengen an kühlen, auch rohen Anteilen (Tomaten, bitter-süße Blattsalate, Weißkohlsalat, Blatt-Petersiliensalat) sowie süß-sauren Früchten (rote Früchte wie Sauerkirschen, Johannisbeeren, Brombeeren, blaue Weintrauben). Zusätzliche saure Anteile wie Zitronensaft oder Essig unterstützen die Umwandlungsfunktion der Leber. An Gemüse ist dunkelgrünes empfehlenswert (Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl, Mangold, Spinat, Wirsing), daneben auch gelb-rotes (rote Bete, Möhren, Kürbis). Neben Fleischbrühe (siehe unten Kraftsuppe) ab und zu Rinderleber (vom Biobauern) essen. Milch als Nahrungsmittel und Milchprodukte wie Quark, Frischkäse, saure Sahne und Schafs- und Ziegenkäse sind dann sinnvoll, wenn die Milz-Qi-Schwäche nicht ausgeprägt ist.
Meiden: Trocknende heiße anregende Getränke wie Kaffee und Yogitee, aber auch schwarzer Tee und Cola-Getränke; scharfe (trocknende) Speisen und Gewürze reduzieren. Hochprozentiger Alkohol wirkt der Blutbildung eher entgegen und entwickelt überdies Hitze. Vom Verzehr von Nahrungsmitteln mit ausgeprägten Süßungsmitteln wie z.B. raffiniertem Zucker, Süßstoff (z.B. in Gebäck, Snacks, Schokolade, Säften aus Konzentraten) und Aromastoffen ist abzuraten.
Geeignete Getränke: Hagebuttenschalentee, Saft von schwarzen Johannisbeeren.
  • Hinweise zu Tagesmahlzeiten:

    • Frühstück: Eingeweichte Weizen(-Flocken), auch Reis oder Polenta mit frischen oder getrockneten Früchten und etwas Milch gedünstet. Reis in Milch gekocht mit Sauerkirschen oder Brombeeren. Omelette mit gedünsteten Champignons und Tomaten. Strammer Max (Sauerteigbrot mit gekochtem Schinken und Spiegelei)

    • Mittagessen: Kartoffeln mit Grünkohl und Joghurt-Öl-Zitronen-Soße (als Dipp). Rote-Bete-Heringssalat mit saurer Sahne und Äpfeln und Zwiebeln. Berliner Leber (Kalbsleber mit Äpfeln, Kartoffelpüree und Zwiebeln). Hühnersuppe mit Eigelb und Nudeln. Spiegelei mit Spinat und Kartoffelpüree. Soljanka (Hühnerfleisch, Kassler in Fleischbrühe mit Gewürzgurken, Zwiebeln, saure Sahne). Grüne Bohnen mit Rindfleisch. Gekochter Weizen mit Wirsing. Gebackenes Sauerkraut mit Kartoffelpüree. Blattsalate (in kleinen Mengen) zu gekochten Speisen. Spinat mit Fisch und Pellkartoffeln. Rheinische (fermentierte) Schnippelbohnen mit Hackfleisch und Kartoffeln. Szegedinger Gulasch

    • Abendessen: Quark mit Kirschen. Hühnersuppe. Butterbrot mit kleinen Mengen Blattsalat oder durchgezogenem Weißkohlsalat (mit Apfel und Zwiebel). Tomatensuppe mit saurer Sahne und Brot

Über längere Zeit täglich eine Portion Kraftsuppe (Zugabe chinesischer Arzneimittel 8.7):
  • Fleisch: Rindfleisch (gut geeignet: Beinscheibe), dazu Markknochen und Sandknochen vom Rind oder oder Suppenhuhn (kein Hähnchen!). Fleisch mit einer dicken Zwiebel und zwei Lorbeerblättern in einem großen Topf mit kaltem Wasser aufsetzen und ca. 2 h kochen

  • Gemüse: Nach ca. 2 h jeweils ein Stück Sellerieknolle, Pastinake, Petersilienwurzel, Porree, einige Möhren, einige Walnusskerne (im Herbst auch geschälte Esskastanien), 1 El Gersten- oder Weizenkörner sowie Gewürze zum Abschmecken hinzufügen (aber wenig Salz) und weitere 45 min kochen lassen.

  • Einnahme: Alles durch ein Sieb abgießen und nur die Flüssigkeit behalten. Diese heiß in sieben Marmeladengläser mit Schraubverschluss gießen, verschließen und nach dem Abkühlen im Kühlschrank aufbewahren. Davon sieben Tage lang je eine Portion aufwärmen und als Zugabe zu einer Mahlzeit trinken. Nach jeder Woche die Zubereitung der Suppe wiederholen und diese portionsweise zum Blut-Aufbau etwa zwei bis drei Monate lang zu sich nehmen.

Tab. 8.10 gibt eine Übersicht über Nahrungsmittel und Getränke, die bei Blut-Mangel geeignet sind. Grundsätzlich eignen sich daneben alle Nahrungsmittel, die das Milz-Qi stärken.
Als Getränk bei Blut-Mangel ebenfalls geeignet ist Floradix Kräuterblut als Saft oder in Drageeform.

Yin-Mangel-Syndrome

Nieren-Yin-Mangel (11.9.6)
Physiologie: Das Nieren-Yin als Wurzel des Yin im gesamten Körper wird auch als wahres Yin (Zhen Yin) bezeichnet. Yin umfasst die Struktivität, d.h. Materielles (auch Brennstoff), Körperliches. Eine Schwächung bedeutet Erschöpfung und drohende Auszehrung. Andererseits wird das Nieren-Yin auch Wasser des Ming Men (Ming Men Zhi Shui) genannt. Bei fehlendem Wasser (allgemeinem Säftemangel) kommt es zur Überhitzung des Körpers, insbesondere in der Yin-Zeit. Die FK Leber (Holz) und Herz (Feuer) verlieren ihre Wasser-Wurzel (Nieren-Yin) und damit ihr Widerlager, was zu übersteigerter Dynamik und Austrocknung dieser FK mit Nachtschweiß, Unruhe und Durst führt.
Empfehlung: Diätetisch eignen sich v.a. Säfte spendende, mineralien- und nährstoffreiche Nahrungsmittel mit kühlem bis neutralem Temperaturverhalten zur Stärkung des Nieren-Yin. Je nach Beschwerdebild liegt der Schwerpunkt auf dem Aufbau von Substanz (bei Auszehrung), der Befeuchtung von Trockenheit und/oder der Kühlung von Mangel-Hitze. Vorherrschende Geschmäcke sind süß (Früchte, Grundnahrungsmittel wie Reis oder Kartoffeln, Gemüse), sauer (Früchte) und salzig (Algen). Allerdings darf der FK Milz mit diesen Maßnahmen nicht belastet werden. Weiterhin empfehlenswert sind Nüsse und Samen, um das Yin zu nähren und zu ölen. In diese Gruppe gehören auch Milch und Milchprodukte wie Käse. Rohe Früchte dienen der Befeuchtung und Kühlung und sind am günstigsten mit gekochten Anteilen als Congee zu kombinieren (z.B. Milchreis mit rohen Früchten, Hirsebrei mit geriebenem Apfel).
Zubereitungsmethoden: Dünsten, Kochen mit viel Wasser (Suppen), Gemüse blanchiert oder gedünstet auch als Salat mit rohen Anteilen, gekochtes Congee oder Müsli mit rohen Anteilen (Obst oder Gemüse).
Meiden: Alle anregenden Getränke wie Kaffee, schwarzer und grüner Tee, Rotwein, hochprozentiger Alkohol, Colahaltige Getränke, scharfe Gewürze, roher Knoblauch. Kochmethoden wie Grillen, Braten, Schmoren vermeiden, auf Geräuchertes verzichten.
Geeignete Getränke: Obstsäfte, Traubensäfte, Früchtetee, Joghurt-Getränk (1 : 1 Wasser und Joghurt) Lassi (indisch) oder Ayran (türkisch), leicht gesalzen, Molke; stilles Wasser; bei Nachtschweiß und Schlafproblemen abends Weizenkochwasser (2 EL Weizenkörner 20 min in l Wasser köcheln, abseihen, abgekühlt trinken, evtl. mit 1–2 TL Melasse und mit etwas Zitronensaft abschmecken).

Nahrungsmittel und Getränke, die bei Yin-Mangel geeignet sind

Tab. 8.11
NahrungsmittelTemperaturGeschmackFK
Getreide
AmaranthKühlSüß, bitterMilz, Lunge, Nieren
DinkelWarmSüßMilz, Magen, Nieren, Herz
GersteKühl - kaltSüß, salzigMilz, Magen, Dickdarm, Blase
HirseNeutralSüß, salzigMilz, Magen, Nieren
WeizenKühlSüßHerz, Nieren, Milz, Magen, Leber
Gemüse
AdzukibohnenNeutralSüß, sauerMilz, Leber, Niere
AlgenKaltSalzigLeber, Magen, Niere
Bohnen (grüne)NeutralSüßMilz, Niere
Bohnen (schwarze)WarmSüßNiere, Leber
BrokkoliKühlSüßMilz, Magen, Niere, Leber, Lunge
GurkeKühlSüß, leicht bitterMagen, Blase, Niere, Dickdarm
KarotteNeutral (roh: kühl)SüßMilz, Magen, Lunge, Dickdarm, Leber, Nieren
KichererbseNeutralSüßMilz, Magen, Herz, Niere
LinsenLeicht warmSüßMagen, Dickdarm, Herz, Niere
MisoNeutralSalzig, süßNiere, Herz, Magen
Petersilie (Wurzel)WarmAromatisch-scharf, leicht bitterMilz, Magen, Nieren
RettichKühl (gekocht süß neutral)Scharf, süßMilz, Magen, Lunge, Gallenblase, Leber, Dickdarm, Dünndarm
RotkohlNeutralSüßMilz, Magen, Dickdarm, Dünndarm, Niere
SauerkrautNeutralSauer, salzigMagen, Dickdarm, Leber, Lunge, Niere
SojasoßeKaltSalzig, süßMilz, Magen, Niere
SpargelKühlSüß, bitterLunge, Nieren
ZwiebelWarmScharf, süßMilz, Magen, Lunge, Dickdarm, Niere
Früchte
ApfelKühlSüß, sauerMagen, Milz, Lunge, Dickdarm, Herz, Niere
AvocadoNeutralSüßMagen, Dickdarm, Leber, Nieren
BirneKühlSüß, leicht sauerMagen, Lunge, Niere, Dickdarm
Grapefruit (Pampelmuse)KaltSüß, sauer, bitterMagen, Leber, Lunge
PflaumeNeutralSüß, sauerMilz, Magen, Dickdarm, Leber
RosinenWarmSüß, leicht sauerLeber, Niere
WalnussLeicht warmSüßMilz, Magen, Niere, Lunge, Dickdarm
WeintraubeNeutralSüß, sauerMilz, Magen, Niere, Leber, Gallenblase
Samen, Öle
ÖlNeutralSüßNiere, Leber, Dickdarm, Dünndarm
OlivenölNeutralSüßLeber, Gallenblase, Niere
SesamNeutralSüß (nussig)Leber, Niere
SesamölKühlSüßMilz, Magen, Dickdarm, Niere, Leber
Tierische Produkte: Milchprodukte
Butter, SahneNeutralSüßMilz, Magen, Leber, Lunge, Dickdarm, Niere
JoghurtKaltSauer, süßMilz, Magen, Lunge, Niere
KäseNeutralSüß und sauerMilz, Magen, Lunge, Dickdarm
Tierische Produkte: Fleisch
EigelbNeutralSüßHerz, Milz, Magen Niere
EnteKühlSüß, salzigMagen, Milz, Niere, Lunge
Huhn (Suppenhuhn)WarmSüßMagen, Milz, Leber, Niere
HühnereiNeutralSüßMilz, Magen, Niere
HühnerleberWarmSüßLeber, Niere
MarkNeutral bis warmSüßNiere
RindfleischNeutralSüßMilz, Magen, Niere
SchweinefleischNeutralSüß, salzigMilz, Magen, Niere
SchweinenierenNeutralSalzigNiere, Blase
Tierische Produkte: Fisch, Schalentiere
AusterNeutral bis kaltSüß, salzigLeber, Niere, MIlz
BarschNeutralSüßMilz, Magen, Leber, Niere
HeringNeutralSüßMilz, Lunge, Herz, Niere
Kabeljau (Dorsch)NeutralSalzig, süßMilz, Magen, Niere
KarpfenNeutralSüßMilz, Magen, Niere
RotbarschKühlSüßNieren, Milz, Magen, Leber
SardineNeutralSüßMilz, Magen, Leber, Niere
SeelachsKühlSüß, salzigMilz, Magen, Niere
TintenfischNeutralSalzigLeber, Niere
Gewürze, Kräuter
Pollinis (Granum Floris, Blütenpollen)NeutralAlle GeschmäckeNiere, Leber
SalzKaltSalzig, beißendMilz, Dickdarm, Magen, Niere
SojasoßeKaltSalzig, süßMilz, Magen, Niere

FK in der Reihenfolge ihrer Relevanz für die Wirkung

Körner, grob geschrotet, Flocken

Günstige Zusammenstellung der Nahrungsmittel:
  • Frühstück: Reis- oder Hirsebrei mit frischen Früchten der Jahreszeit. Quark mit Birnen oder Obst der Jahreszeit. Süßer Gerstensalat. Gekochtes Getreidemüsli mit frischen Früchten. Hirse mit rohen oder gekochten Birnen. Gebratenes Ei mit Schinkenspeck. Käsebrot mit frischen Tomaten. Reisbrei mit schwarzem Sesam und Frühlingszwiebeln. In Milch gekochter Reis mit Früchten der Jahreszeit. Misobrühe mit Reisnudeln und Lauchzwiebeln oder Tofuwürfeln.

  • Mittagessen: Gemüse-Quiche. Hühnerfleisch mit Lauch und Walnüssen. Gedünsteter Fisch auf Spinat mit Kartoffeln. Gekochter Reis mit Arame- oder Hijiki-Algensalat. Salate aus gekochtem Gemüse mit Kartoffeln oder Reis. Schweinefleisch mit Zwiebeln und Äpfeln gegart. Fischsuppe mit Staudensellerie und Tomaten.

  • Abendessen: Gekochter Selleriesalat mit Äpfeln und Stangensellerie. Rote-Bete-Salat (roh). Feldsalat mit Champignons. Chicore mit Mandarinen. Spargelcremesuppe. Tomatensuppe mit saurer Sahne. Eiersalat mit Spargel, Schinken und Brot. Eiersalat mit Gewürzgurken, Kapern, Radieschen und Brot. Misosuppe mit Shiitake-Pilzen, Kombualge, Zwiebel oder Lauch. Reisbrei mit schwarzem Sesam. Nudelsalat mit rohem Staudensellerie, Paprikaschoten, Karotten, Lauchzwiebeln, Gouda-Streifen und Vinaigrette.

Magen-Yin-Mangel (11.6.3)
Physiologie: Der Magen gilt als Meer der Getreide und Getränke und als Quelle der Körpersäfte. Er verlangt nach Feuchtigkeit und verabscheut Trockenheit: Im Topf muss genügend Wasser sein, sonst brennt es an. Der FK Magen ist die erste Station bei der Produktion des Qi aus der Nahrung. Wenn das Yin des Magens geschädigt ist, kommt es zu Trockenheits-Symptomen, die zu einem Nieren-Yin-Mangel führen können.
Empfehlungen: Feuchtigkeit spendende Nahrungsmittel mit kühlem Temperaturverhalten in Kombination mit gekochten, neutralen Nahrungsmitteln. Günstig sind der süße und saure Geschmack. Cave: Nicht selten findet sich Magen-Trockenheit bis hin zu Magen-Yin-Mangel, kombiniert mit Milz-Qi-Mangel.

Trockenheit (Yin- und Säfte-Mangel): günstige Verteilung von Nahrungsmitteln und Temperaturverhalten

Tab. 8.12
WarmNeutralKühl
Trockenheit (Yin- und Säfte-Mangel)2–4 %: ab und zu weißes Fleisch (Huhn, Pute), auch mageres Schweinefleisch oder weißen Fisch (Scholle, Kabeljau etc.), vorzugsweise gedünstet oder gekocht an 1–2 Tagen der Woche, 60–120 g pro Mahlzeit; kein rotes Fleisch30 % gekochtes Gemüse, Gemüsesuppen, Algen40–50 % Getreide (ganze Körner, Brot, Nudeln) bzw. Kartoffeln und Hülsenfrüchte (dunkelrote und schwarze Bohnen), Tofu, Miso2 %: einige Milchprodukte (Sauermilchprodukte, Buttermilch, Joghurt, Molke, Quark, körniger Frischkäse, Sahne und Schafs- und Ziegenkäse) und Milch20 % Salate, Früchte (roh und/oder gedünstet) und Obst- und Trauben-Säfte, Schorle, stilles Wasser

Rotes Fleisch ist das Muskelfleisch vom Rind, Schwein, Lamm oder Wild. Die Prozentangaben beziehen sich auf eine Woche bzw. auf einen Tag

Zubereitungsmethoden: 8.5.3.a (Nieren-Yin-Mangel).
Empfehlungen: Grundsätzlich sind Speisen und Getränke zu bevorzugen, die erfahrungsgemäß verträglich sind und weder Verdauungsbeschwerden hervorrufen, noch den Darm belasten. Günstig sind gekochte Gemüse mit schlüpfriger, sämiger Konsistenz (z.B. Spinat, Auberginen, Fleischtomaten, Mangold, Zucchini, Paprikaschoten). Warme Vollkornschleime und -breie aus Flocken oder Schrot mit zerkleinertem Obst und etwas Sahne oder Milch, Kartoffelsuppen oder -püree, Gemüsecremesuppen (Möhren, Brokkoli, Pastinaken), Aufläufe mit Gemüse, Ratatouille, Nudeln mit Tomatensoße. Quarkspeise süß oder pikant, Reis oder Polenta süß oder pikant, Kartoffelgerichte. Feinkrumige Vollkornbrote (Dinkelbrot), Knäckebrot. Vegetarische Brotaufstriche. Bei Magenbeschwerden und Übersäuerung: Heilerde.
Meiden: Alle anregenden Getränke wie Kaffee, schwarzer Tee, kohlensäurereiche und Cola-haltige Getränke, säurehaltige Weine, hochprozentiger Alkohol, unverdünnte säurereiche Fruchtsäfte. Zu fette, zu süße und zu scharf gewürzte Speisen, roher Knoblauch, unreifes Obst, grobe Kohlgemüse, frisches Brot, grobschrotige Vollkornbrote, süße und fette Backwaren, geräucherte und gepökelte Fleischwaren, fettes Fleisch, geräucherte Fischwaren, geröstete und gebratene Nahrungsmittel. Grundsätzlich unregelmäßiges Essen und Essen unter Stress, mit Aufregung und in Hektik sowie abendliche Hauptmahlzeiten vermeiden.
Geeignete Getränke: Ungezuckerte Saftschorlen, Joghurt-Getränk (1 : 1 Wasser und Joghurt) Lassi (indisch) oder Ayran (türkisch) leicht gesalzen. Molke, Buttermilch, Sojatrunk, stilles Wasser, warme Kräutertees (z.B. Früchtetee). Bei Magenschmerzen: Weißkohl- oder Kartoffelsaft, Kamillentee.
Lungen-Trockenheit und Lungen-Yin-Mangel (11.3.3, 11.3.2)
Physiologie: Lungen-Trockenheit beruht auf einem Säftemangel, geht dem Yin-Mangel voraus und ist oft mit Magen-Yin-Mangel verbunden. Lungen-Yin-Mangel kann sich aus einem über lange Zeit bestehenden Lungen-Qi-Mangel entwickeln und ist häufig mit Magen- und/oder Nieren-Yin-Mangel verbunden.
Empfehlungen: Gestärkt werden muss das Magen-Yin als Quelle aller Säfte, ohne das Milz-Qi zu vernachlässigen. Bei Anzeichen von Nieren-Yin-Mangel ist auch das Nieren-Yin zu nähren. Die Nahrungsmittel sollten von süßem oder leicht saurem Geschmack mit neutralem bis kühlem Temperaturverhalten sein. Einerseits müssen die Körpersäfte erhalten und vermehrt und gleichzeitig aufkommende Hitze gekühlt werden. Neben Gemüse und Früchten kommen Nüsse und Saaten infrage, die befeuchtend wirken, sowie Milchprodukte.
Zubereitungsmethoden: 8.5.3.a (Nieren-Yin-Mangel), 8.5.3.b (Magen-Yin-Mangel).
Meiden: 8.5.3.a, 8.5.3.b.
Geeignete Getränke: 8.5.3.b (Magen-Yin-Mangel). Bei trockenem Husten: 2 zerkleinerte Zwiebeln in 200 ml Wasser ca. 10 min köcheln, ein Marmeladenglas mit Schraubverschluss zur Hälfte mit dem Sud füllen und zur anderen Hälfte mit Honig, gut vermischen, den Rest des Suds aufheben, von der Mischung stündlich 1 EL einnehmen (nachts nach Bedarf), am nächsten Tag erneut auffüllen und stündlich einnehmen. Optimal: Nach dem Kochen eine Portion Bronchialtee zufügen, bedeckt ziehen lassen und abseihen, einen Teil davon mit Honig mischen.

Fülle-Syndrome

Magen-Feuer/Magen-Schleim-Feuer
Physiologie: Fülle-Hitze trocknet die Magensäfte ein (Magenschmerzen, Durst, Obstipation), beschleunigt massiv die Verdauung (Heißhunger), behindert das Absinken des Magen-Qi (Sodbrennen, Erbrechen, Verstopfung), was durch Qi-Stagnation oder Ansammlung von Nässe, Schleim und Nahrungsresten noch verstärkt wird und zusätzlich Shen (Schlafstörungen, manisch-depressive Erkrankungen) beeinträchtigt.
Empfehlungen: Da Magen-Feuer häufig eine Folge von Alkoholabusus, übermäßigem Genuss von heißer, fetter Nahrung (frittierte Speisen), oft auch großer Mengen Kaffee und von scharfen Gewürzen sowie Rauchen (heiße Energie des Tabaks) ist, muss generell das gesamte Essverhalten umgestellt werden. Eine zeitlich begrenzte Reis- oder Kartoffel-Gemüse-Kur (siehe unten) ist für eine Umstellung sinnvoll, um den Magen zu klären, das Feuer abzuleiten und zugleich die Milz zu stützen. Unbedingt Stress jeder Art reduzieren.
Zubereitungsmethoden: Dünsten, Kochen mit viel Wasser (Suppen), Gemüse blanchiert oder gedünstet auch als Salat mit rohen Anteilen, gekochtes Congee oder Müsli mit rohen Anteilen (Obst oder Gemüse), Aufläufe im Römertopf.

Hitze-Fülle: günstige Verteilung von Nahrungsmitteln und Temperaturverhalten

Tab. 8.13
WarmNeutralKühl
Hitze-Fülle2–4 % weißes Fleisch (Huhn, Pute) oder weißen Fisch (Scholle, Kabeljau etc.), vorzugsweise gedünstet oder gekocht an 1–3 Tagen der Woche, 60–120 g pro Mahlzeit; kein rotes Fleisch20–30 % gekochtes Gemüse, Suppen40–60 % Getreide (ganze Körner, Brot, Nudeln) bzw. Kartoffeln und Hülsenfrüchte (dunkelrote und schwarze Bohnen), Tofu1–2 %: kleine Mengen fettarmer Milchprodukte (Joghurt, Molke, Quark, körniger Frischkäse, Hüttenkäse, Schafs- und Ziegenkäse)Einige Salate, Früchte und Säfte sind möglich; Salate, Früchte (roh und/oder gedünstet), möglichst in Verbindung mit gekochten Nahrungsmitteln, Früchtetee, Kamillentee, Schorle, stilles Wasser

Die Prozentangaben beziehen sich auf eine Woche bzw. auf einen Tag

Meiden: Alle anregenden Getränke wie Kaffee, schwarzer und grüner Tee, hochprozentiger Alkohol, scharfe Gewürze, roher Knoblauch. Zubereitungsmethoden wie Frittieren, Grillen, Braten, Schmoren vermeiden, auf Geräuchertes verzichten.
Geeignete Getränke: Früchtetee, Kamillentee, Birnensaft, Joghurt-Getränk (1 : 1 Wasser und Joghurt) Lassi (indisch) oder Ayran (türkisch) leicht gesalzen, Molke. Kochwasser von Gerstenkörnern (2 EL ca. 20 min köcheln, abseihen), stilles Wasser, mit Wasser vermischte Säfte (Schorlen).
Günstige Zusammenstellung der Nahrungsmittel:
  • Frühstück: Gekochter Hirse- oder Reisbrei (auch Flocken) mit Birne und/oder Apfel (roh oder gedünstet). Reisbrei mit Obst oder Obstkompott. Misobrühe mit Reisnudeln und Lauchzwiebeln oder Tofuwürfeln. Reisbrei mit schwarzem Sesam

  • Mittagessen: Gekochter Reis oder gekochte Kartoffeln wahlweise mit Gurken-Tomaten-Salat oder Endiviensalat. Roher Selleriesalat (mit Orange, Zitronensaft). Chinakohl mit Öl-Zitronen-Joghurt-Soße. Rettichgemüse. Salat aus glatter Petersilie und Tomaten mit Vinaigrette. Heringssalat mit Äpfeln, Zwiebeln und saurer Sahne. Grüner Bohnensalat. Salat aus gekochten roten Beten. Kartoffelsalat mit Salatgurken, Essig und Öl. Gemüseaufläufe (Ratatouille), evtl. auch als kalte Mahlzeit. Gemüsesuppen mit Brot oder Nudeln. Nudelsalat mit rohem Staudensellerie, rohen Paprikaschoten, und Karotten, Lauchzwiebeln, Goudastreifen und Vinaigrette. Gedünsteter Fisch auf Spinat mit Kartoffeln. Gekochter Reis mit Arame- oder Hijiki-Algensalat. Salate aus gekochten Gemüsen mit Kartoffeln oder Reis. Fischsuppe mit Staudensellerie und Tomaten

  • Abendessen: Brot mit Auberginenmus und Tomaten. (Kalte) Tomatensuppe mit Staudensellerie. Misobrühe mit Reisnudeln und Lauchzwiebeln oder Tofuwürfeln. Reisbrei mit schwarzem Sesam und Frühlingszwiebeln. Rote Grütze mit Milchreis.

Aufsteigendes Leber-Yang (11.7.5)
Ist meist bedingt durch Leber-Yin- (8.5.3) oder Leber-Blut-Mangel (8.5.2) oder Nieren-Yin-Mangel (8.5.3.a).

Feuchte Hitze

  • in Gallenblase und Leber

  • in Milz und Magen

  • im Dickdarm

  • in der Blase.

Physiologie: Feuchtigkeit ist schwer (von Gewicht), trübe, klebrig und verursacht Schweregefühl und Müdigkeit. Entsprechend verläuft die Störung langsam, zögernd und chronisch. Pathologische Feuchtigkeit, die über längere Zeit im Inneren blockiert ist, erzeugt Hitze. Hervorgerufen wird die blockierende Nässe und Hitze v.a. durch zu viel fettes, frittiertes und süßes Essen und Alkohol. Dies führt zur Einstauung von Milz und Magen und beeinträchtigt deren Funktionen sowie die Funktionen von Leber und Gallenblase. Als ob nasses Holz verbrannt wird, schwelt feuchter Rauch nach oben und erzeugt bitteren Mundgeschmack, Übelkeit, Gelbfärbung der Skleren und eine verstopfte Nase mit chronischer Sinusitis. Feuchte-Hitze im unteren Jiao ruft dunkelgelben Urin hervor, während Feuchte-Hitze in Magen und Darm Obstipation oder übel riechenden Durchfall verursacht. Bei vielen Patienten zeigt sich Feuchte-Hitze zurückhaltend, weniger heftig und akut. Im Zentrum steht ein Milz-Qi-Mangel mit Feuchtigkeits-Belastung und Hitze, die oft vom Magen herrührt.
Meiden: Nahrungsmittel und Getränke, die Feuchtigkeit fördern und eine klebrige, schwere Konsistenz haben, ohne dass sie bewegen und ausleiten helfen:
  • Übermäßig süße Nahrungsmittel (Gebäck, Schokolade, süße Riegel, Pralinen, Weißmehlprodukte, Brezeln usw.)

  • Salzig-süß-scharfe Chips, Knabberzeug (z.B. geröstete Erdnüsse), Fertigsoßen, Dips, Fertigsalat

  • Übermäßig viel (fettes) Fleisch und (fette, salzige) Wurstwaren

  • Übermäßig viele Milchprodukte (gesüßte Joghurt- oder Sahneprodukte, Pudding, fetter Käse)

  • Heiße Nahrungsmittel, die kleben und Hitze fördern:

    • Frittierte, gebratene, in Fett gebackene Nahrungsmittel

    • Alkoholische Getränke, besonders hochprozentige Liköre und Schnäpse

  • Kühle, wasserreiche süß-saure Früchte und Säfte: Kühle und wasserreiche (Süd-)Früchte, v.a. Säfte, die sauren Geschmack (durch Zitrusfrüchte) mit sehr süßem Geschmack mischen: Saures hält die Säfte und Süßes befeuchtet.

Feuchte-Hitze: günstige Verteilung von Nahrungsmitteln und Temperaturverhalten

Tab. 8.14
WarmNeutralKühl
Feuchtigkeit mit Hitze2–4 %: ab und zu weißes Fleisch (Huhn, Pute) oder weißen Fisch (Scholle, Kabeljau etc.), vorzugsweise gedünstet oder gekocht an 1–2 Tagen der Woche, 60–120 g pro Mahlzeit; kein rotes Fleisch30 %: ausschließlich gekochtes oder gedünstetes Gemüse, roh möglich: Rettich, Radieschen, Zwiebeln (Knoblauch nur gekocht)60 %: Getreide (ganze Körner, Brot, Nudeln) bzw. Kartoffeln und Hülsenfrüchte (dunkelrote und schwarze Bohnen)Keine Milchprodukte5 %: einige Salate (bitter, scharf) sind möglich in Verbindung mit gekochten Nahrungsmitteln
Meiden: Früchte, Säfte, Süßigkeiten

Rotes Fleisch ist das Muskelfleisch vom Rind, Schwein, Lamm oder Wild. Die Prozentangaben beziehen sich auf eine Woche bzw. auf einen Tag

Empfehlung: Entlastungskur für eine bestimmte, mit dem Patienten festzulegende Zeit. Abendmahlzeit verringern (Essen wie ein Bettler). Feuchtigkeit und Hitze ableitende Kräutertees vor den Mahlzeiten einnehmen.
Zubereitungsmethoden: Gedünstete und gekochte Speisen und Suppen bevorzugen, Fett weitgehend einschränken oder vermeiden, im Dampf oder Wasserbad oder in der Folie garen.
Geeignete Getränke: Grüner Tee, Löwenzahntee, Pfefferminztee, Boldoblätter, Mariendistelfrüchte, Gersten- oder Zichorienkaffee, Maisbarttee (in Maßen), Brottrunk, besonders bei Feuchte-Hitze in der Blase (11.10.1) Schwedenbitter, Löwenzahnsaft, Artischockensaft (als Fertigprodukt erhältlich) als Kur.
Hinweise zu Tagesmahlzeiten:
  • Frühstück: Polenta mit Apfelkompott. Reis mit Banane und/oder Birnen. Reis mit Shiitake-Pilzen oder Champignons gedünstet, auch mit Miso

  • Mittagessen: Wahlweise Reis, Gerste, Polenta, Kartoffeln als Grundlage, dazu: Bittere Salate wie Radicchio, Chicore, Zuckerhut, Blattzichorie (Catalogna). Gekochtes Gemüse der Jahreszeit. Salat aus glatter Petersilie, Chicore, Endivien, Rucola, Radieschen, Schnittlauch. Salat aus (gekochten) roten Beten und Feldsalat. Gekochtes Putenfleisch. Gedünstete Pilze (Shiitake, Austernpilze, Champignons). Gekochte Auberginen, Zucchini und Tomaten. Püree aus Kartoffeln () und Sellerieknolle () mit lauwarmem Salat aus grünen Bohnen. Couscous mit Hänchenfleisch und Linsen. Gemüseeintopf der Jahreszeit. Kartoffel-Kürbissuppe (nicht scharf). Algengerichte (Hijiki, Wakame)

  • Abendessen: Dinkelbrot mit gekochtem Schinken, Rettichscheiben und Schnittlauch. Gehobelter Weißkohl, blanchiert und als Salat zubereitet, eine Scheibe Sauerteigbrot. Spargelsalat. Sauerteigbrot mit Auberginenmus oder gedünsteten Shiitake oder Champignons. Brot mit gekochtem Schinken, Rettich und Radieschen. Gurken-Tomaten-Salat und Baguette. Algensuppe mit Reis. Brot mit Linsen- oder Pilzpaste.

Dysregulation: Leber-Qi-Stauung (11.7.2), gegenläufiges Magen-Qi (11.6.8) und Nahrungsstagnation (11.6.5)

Physiologie: Die häufigste Ursache für Leber-Qi-Stauung sind emotionale Probleme, zu denen über einen längeren Zeitraum bestehende Frustration, unterdrückter Ärger oder Groll gehören. Sie behindern den freien Fluss des Qi, was Reizbarkeit hervorruft. Die Betroffenen haben oft keine Zeit zum Essen, nehmen ihre Mahlzeiten in hektischer Atmosphäre zu sich und stauen dabei zusätzlich das Leber- und Magen-Qi, wobei die Funktion der Milz in Mitleidenschaft gezogen wird. Gegenläufiges Magen-Qi und Nahrungsstagnation sind meist bedingt durch Essen in Eile, wobei dies oft im Stehen oder sogar Gehen erfolgt, stets unter Anspannung oder in Aufregung. Gestresste Personen neigen dazu, im Laufe eines Tages häufig Süßwaren zu sich zu nehmen und Speisen sehr scharf zu würzen. Beides resultiert aus der Stagnation: Süßes beruhigt und entspannt, Scharfes macht durchgängig. Auf die Dauer fördert dies Hitzeentwicklung und schädigt die Milz.
Empfehlungen: In erster Linie muss der Patient einen Weg finden, sich mehr Zeit zum Essen zu nehmen und sich an den Empfehlungen zur Stärkung des Milz-Qi zu orientieren. Wichtig ist zudem, nicht mehr zu essen als nötig, eher eine kleine Zwischenmahlzeit im Laufe des Vormittags und Nachmittags einzulegen statt große Mengen (v.a. abends) zu essen. Die Zusammenstellung der Speisen und Getränke sollte leicht verdaulich und bekömmlich sein. Sehr Süßes dabei genau so einschränken wie zu scharfe Speisen.
Geeignete Getränke: Kaffee (in Maßen), Espresso, Getreidekaffee, dünner grüner Tee, Pfefferminztee, heißes Wasser, Bitterkräuter wie Gelber Enzian (Gentiana lutea Rx.), Wermut und Eisenkraut als Teeaufguss.
Zur Unterstützung: Scharf-bittere und warme Küchenkräuter (Rosmarin, Thymian, Salbei, Majoran, Bohnenkraut) und süß-aromatische und warme Küchenkräuter (Anis, Fenchel, Kümmel sowie (kühlende) Pfefferminze).

Strategien für eine Ernährungsumstellung

Therapie-Bausteine

Ein großer Teil der Patienten ist chronisch krank. Ernährungsberatung beinhaltet deshalb oft, den Patienten eine Umstellung ihrer Ernährungsweise nahezulegen und entsprechende Vorschläge zur Verbesserung zu machen. Häufig gehen die Beschwerden mit Übergewicht und dadurch bedingter Feuchtigkeits- bzw. auch Schleim-Ansammlungen einher. Daneben beruhen häufig auftretende abdominelle Spannungen, Krämpfe und Blähungen oft auf einer Störung der Qi-Zirkulation. In solchen Fällen lässt sich die Umstellung meist gut mit einer für kurze Zeit durchgeführten Reduktionskost (8.6.2) einleiten.

Reduktionskost als Kur bei der Ernährungsumstellung

Bewährt hat sich eine Bedarfdeckende und allgemein gut verträgliche Nahrung bestehend aus: Reis, einer gekochten Scheibe Rindfleisch (ohne Brühe), etwas milchfreie Margarine und etwas Salz, beides wird über den gekochten Reis gegeben. Davon dreimal täglich eine Portion als Umstimmungs-Kur essen. Dazu kann ein Kräutertee verschrieben werden, der die FK Milz und Magen unterstützt. Mit dieser Kur verliert der Patient täglich an Gewicht durch eine erhöhte Wasserausscheidung. Falls nicht, Kartoffeln statt Reis verwenden. Jeder Organismus verarbeitet Nahrungsmittel unterschiedlich und kann daher anders auf bestimmte Nahrungsmittel reagieren. Intoleranzen auf bestimmte Nahrungsmittel bedeuten dabei nicht automatisch eine allergische Reaktion. Nach drei Tagen der Umstimmungs-Kost ein gekochtes Gemüse zusetzen, das weder blähend wirkt noch im Verdacht steht, Unverträglichkeiten hervorzurufen (z.B. bei Tomaten, Paprika, Sellerieknolle, Porree). Zu gut verträglichem Gemüse zählen Möhren, Brokkoli, Blumenkohl, Champignons und Zucchini. Es können auch gekochte Äpfel zum Reis zugefügt werden. Jedes zugesetzte Gemüse jeweils für zwei Tage ausprobieren und dann mit einem weiteren ergänzen. Diese Kost entlastet die Verdauungsorgane und hilft, überschüssige Feuchtigkeit auszuleiten. Gleichzeitig kann festgestellt werden, welche Nahrungsmittel möglicherweise individuell belastend wirken. Die Kost gilt als voll bedarfsdeckend.
Zeitraum und Durchführung der Umstimmungs-Kur: 3 Tage ausschließlich gekochter Reis mit 1 Scheibe Rindfleisch (ohne Brühe) pro Tag, mit etwas Salz und 1 TL Margarine oder Butter. Reis-Menge je nach Appetit. Ab 4. Tag für 2 Tage ein gekochtes Gemüse hinzufügen, ab 6. Tag ein weiteres Gemüse ergänzen, ab 8. Tag ebenfalls. Ab 10. Tag kann dann wieder Frühstück (z.B. Congee), Mittagessen und Abendessen (Suppe) variiert werden, nach Möglichkeit sollte Reis jedoch noch einige Tage im Zentrum bleiben.

Änderung der Essenszeiten

Zur Unzeit verkostet, kann auch die gesündeste Nahrung das gesamte Verdauungssystem belasten. Die meisten Patienten essen normalerweise dreimal täglich. Oft wird jedoch wenig reichhaltig gefrühstückt und die Hauptmahlzeit in die Abendstunden verlegt. Nach der chinesischen Organuhr (Abb. 2.10) befindet sich der FK Magen zwischen 7 und 9 Uhr im energetischen Maximum, in der Zeit zwischen 19 und 21 Uhr aber im Minimum. Wichtig ist, die gemeinschaftsstiftende Funktion des Abendessens in Familie oder Partnerschaft zu berücksichtigen, aber zugleich praktikable Vorschläge für ein weniger reichhaltiges Abendbrot mit den Betroffenen zu besprechen. Auch diese Umstellung wirkt sich bei übergewichtigen Patienten rasch Flüssigkeits- bzw. Gewichtsreduzierend aus. Eine in der Praxis bewährte und wirkungsvolle Maßnahme ist ein gemeinsam mit dem Patienten festgelegter Zeitrahmen für die Umstellung (z.B. ein oder zwei Wochen). Ausschlaggebend ist, wie sich die Patienten nach dieser Zeit fühlen. Bei korrekter Diagnose und daraus abgeleiteten Therapievorschlägen wird sich der Patient besser, d.h. oft fitter und wacher fühlen, was Akzeptanz und Umsetzung der neuen Ernährungsweise über die vereinbarte Zeit hinaus erhöht.

Änderung der Zusammenstellung von Kohlenhydraten, Fett, Eiweiß

Auch wenn eine Nahrungsaufschlüsselung nach Kohlenhydraten, Fetten und Einweißen keine Kategorien der chinesischen Diätetik sind, erweisen sie sich besonders für diejenigen Patienten als nützlich, die oft Lust auf die (für sie) falsche Nahrung haben. Konkrete Nahrungsmittel-Empfehlungen für diese Patienten sollten daher auch konkrete Mengenangaben zu den für das Kochen zu verwendenden oder in bestimmten Lebensmitteln enthaltenen Fetten sowie zu Fleisch oder anderen Eiweißquellen enthalten. Während der Therapiedauer muss die Einhaltung der empfohlenen Mengen nachgefragt bzw. die Schwierigkeit der Einhaltung verständnisvoll diskutiert werden.
Zum Binden von Süßspeisen ist Gelatine, zum Binden von Speisen wie Suppen, Soßen oder süßen Kaltschalen ein kalorienarmes pflanzliches Bindemittel empfehlenswert. Gezuckerte Getränke durch Mineralwasser oder Mineralwasser mit Apfelsaft ersetzen, grundsätzlich sind warme, ungezuckerte Tees besser geeignet. Fettsparende Garmethoden wie z.B. Zubereitung im Römertopf oder im Bratschlauch empfehlen.

Mehr gekochte statt rohe Speisen

Therapeuten kennen die Haltung vieler gesundheitsbewusster Patienten, die Rohkost für besonders gesund halten. Nach der chinesischen Medizin beeinträchtigen jedoch Speisen und Getränke mit einem kühlen und kalten Temperaturverhalten (8.2.2) den FK Milz. Zudem benötigt die Milz neutrale oder warme Nahrungsmittel mit süßem Geschmack, um das eigene Qi zu stärken. Nur dadurch wird die Umwandlungs- und Transportfunktion unterstützt. Daher ist es wichtig, bei Nahrungsmitteln, die auch roh verzehrt werden, also besonders bei Gemüse, den Patienten die Zubereitung durch Blanchieren, Dünsten, Kochen oder Dämpfen zu empfehlen. Auch Obst sollte bei einer schwachen Milz unbedingt gedünstet werden. Andererseits sind Zubereitungsarten wie Braten und Frittieren zwar erhitzend, jedoch durch krosse Oberflächen und erhöhten Fettgehalt (besonders bei Paniertem) ebenso belastend und hindern das Milz-Qi daran aufzusteigen. Deshalb Fleisch und Fisch stets kochen, dünsten und schonend garen (z.B. im Römertopf), was für viele Patienten eine Änderung beim Zubereiten der Mahlzeiten bedeutet.

Chinesische Arzneimittel in der Diätetik

WU Yanping

Einführung

Definition
Die Ernährung sollte nicht nur dem Zweck des Sattwerdens und des Genusses dienen, sondern ist Teil eines umfassenden Konzepts zur Gestaltung eines gesunden Lebens. Jede pflanzliche und tierische Substanz weist spezifische Eigenschaften und Wirkungen auf, die therapeutisch genutzt werden können. Durch diese verschiedenen Eigenschaften der Nahrungsmittel ist eine differenzierte Empfehlung für eine gesunde Ernährung möglich, die zugleich als Therapie genutzt werden kann. Sie reicht dabei von einer täglichen Prophylaxe bis hin zum gezielten Einsatz bei der Behandlung von Krankheiten. Sie stärkt und harmonisiert den Körper für Gesunderhaltung und Langlebigkeit.

Für die Anwendung der Ernährungstherapie sollte man Nahrungsmittel wählen, deren Eigenschaften (also Temperatur und Geschmack), Wirkungsort und Wirkrichtung, auf den Organismus Einfluss nehmen und Disharmonie-Zustände ausgleichen können (Tab. 8.15).

Therapiestrategie
Bei der Diagnosefindung muss nach den acht Leitkriterien der Differenzierung (4.2.1) vorgegangen werden, aus denen die Therapiestrategien abgeleitet werden (10): Bei Mangel-Zuständen soll Körperenergie aufgebaut werden; Fülle-Zustände sollen abgebaut werden. Wenn ein Körper in einem Zustand der Disharmonie ist, kann eine gezielt eingesetzte Ernährung mit den jeweiligen Eigenschaften der zusammengestellten Nahrungsmittel, der zugefügten Arzneimittel sowie den entsprechend gewählten Zubereitungsarten dem Körper helfen, wieder in ein harmonisches Gleichgewicht zu kommen. Auch das Meiden bestimmter schädigender Nahrungsmittel bzw. Zubereitungsarten ist von Bedeutung bei der Unterstützung der Gesundung.
Basisnahrungsmittel für die Ernährungstherapie: Reis, Fleisch, Gemüse, Obst, Kräuter, Öl, Wasser, Alkohol.

Zubereitungsarten

Formen: Getreidesuppe, Fleischsuppe, Gemüsesuppe, Tee, Saft, Alkohol und Pulver.

Vorbereitung von Fleisch, Gemüse, Kräutern

  • Fleischvorbereitung: Fleisch vor dem Kochen waschen, in kleine Stücke schneiden, dann in heißes Wasser geben und kurz abkochen, damit sich Blut und Schaum absetzen. Dann den Schaum abnehmen bzw. das Wasser für den eigentlichen Kochvorgang wechseln.

  • Gemüsevorbereitung: Das Gemüse je nach Sorte mit dem Reis zusammen kochen oder zunächst den Reis kochen und später das Gemüse hinzugeben.

  • Kräutervorbereitung:

    • Dosierung: Jeweils 1–9 g; je nach Kräuter- bzw. Arzneigeruch und körperlichem Schwächezustand die Dosierung anpassen

    • Zubereitungsarten:

      • Zwischen 5 und 90 min im Wasser mitkochen und dann essen

      • Zunächst getrenntes Kochen der Kräuter/Arzneien, dann den Kräutersud in die Suppe geben

      • In einem extra Behältnis mitkochen und nach dem Kochen aus der Suppe entfernen.

Getreidesuppen
Generell gilt beim Kochen von Suppen, dass die Wassermenge individuell je nach Vorliebe für eine dünnere oder dickere Konsistenz abgestimmt werden kann. Die in den Rezepten angegebene Wassermenge kann also je nach Geschmack abgewandelt werden. Wichtig ist jedoch, die übrigen Suppenzutaten in der angegebenen Menge zu verwenden.
Für eine Reissuppe (oder Congee) eignet sich am besten Rundkornreis aufgrund seiner neutralen Eigenschaften und seiner Zuordnung zu Magen und Milz. Er baut Qi auf, erwärmt Milz und Magen und hat keine Nebenwirkungen. Von den Getreidesorten sind darüber hinaus Hiobstränensamen (Coicis Sm. [Yi Yi Ren]) empfehlenswert.
Zubereitung:
  • 50 g Reis (eine Handvoll) in Wasser waschen

  • 0,8–1 l Wasser dazugeben und zum Kochen bringen

  • Flamme kleiner stellen, Topf nicht vollständig mit einem Deckel abdecken

  • Ca. 40 min kochen lassen, bis der Reis zu einem dicken Brei geworden ist.

Gemüsesuppen
Die im Gegensatz zur breiigen Reissuppe eher dünnflüssige Gemüsesuppe wird je nach Zutaten kurz oder lang gekocht. Bei kurzem Kochen das klein geschnittene Gemüse ins Wasser geben und kurz bis zu einer leicht dunkleren Verfärbung des Gemüses kochen lassen. Langes Kochen ist erforderlich, wenn außer Gemüse auch noch Fleisch oder Fisch als Zutaten verwendet werden.
Ungefähre Kochzeiten:
  • Gemüse: 5 min

  • Getrocknete Pflanzen/Gemüse: 20–30 min

  • Fleisch: 30–90 min

  • Meerespflanzen und -tiere: 1–4 h.

Getrocknete Nahrungsmittel wie Bohnen, Morcheln, Lotossamen, Seetang, Seegurke etc. müssen vor dem Kochen über Nacht eingeweicht werden, um den Kochvorgang zu verkürzen.
Eine reine Gemüsesuppe erst nach dem Kochen würzen. Bei Fleisch- oder Fischzugabe zum Gemüse empfiehlt es sich, in den letzten 10 min des Kochvorgangs zu würzen, wenn das Fleisch schon fast weich ist.
Saft: Obst und/oder Gemüse werden mithilfe einer Küchenmaschine gepresst. Die dabei gewonnene reine Flüssigkeit bezeichnet man als Saft. Wenn Gemüse mit ein wenig Wasser gekocht wird, bezeichnet man die ausgesiebte Flüssigkeit in der chinesischen Küche ebenfalls als Saft. Beispiel: Rettich klein schneiden und in etwas Wasser kurz kochen, um ihm seine Schärfe zu entziehen, dabei entsteht Rettichsaft.
Tees
Kräuter bzw. chinesische Arzneimittel übergießt man mit kochendem Wasser. Für die Zubereitung eines Chrysanthemenblütentees werden z.B. Chrysanthemenblüten (Chrysanthemi Fl. [Ju Hua]) mit heißem Wasser übergossen und die Kräuter ca. 30 min bei kleiner Flamme gekocht, dann ausgesiebt und ggf. ein zweites Mal gekocht. Durch den zweiten Kochvorgang wird die Wirkung der Kräuter etwas geringer. Die beiden Sude miteinander mischen, um ihren unterschiedlich hohen Wirkstoffgehalt auszugleichen.
Einlegen
Arzneimittel: Kräuter bzw. chinesische Arzneimittel können lange Zeit in Alkohol eingelegt werden. Beispiel: Ginseng in Scheiben schneiden und in hochprozentigem Alkohol einlegen. Der Wirkstoff des Ginsengs geht in den Alkohol über.
Gemüse oder Obst: Einlegen in Zucker, Honig oder Essig über variable Zeitspannen hinweg (z.B. in Zucker oder Honig eingelegte Pflaumen); aber auch das Einlegen im Saft einer anderen Gemüse- oder Obstsorte ist möglich.
Pulver
Herstellung von Pulver durch Bearbeitung von Nahrungsmitteln durch Mahlen im Rohzustand zu Mehl (z.B. Bohnen). Oder Nahrungsmittel zunächst im Ofen backen und dann mithilfe eines Nudelholzes zu Pulver zerstoßen. Auf diese Weise können z.B. Sesam, Mandeln und Walnusskerne zu Pulver verarbeitet werden.

Verwendung von Fett, Öl und Gewürzen

In der Ernährungstherapie werden Gewürze, Öle und Fette verwendet, die durch ihre individuelle Färbung, ihren Duft und Geschmack die Sinne stimulieren.
Fett, Öl
Die Hauptkalorienträger unserer Nahrung. Verwendung verschiedener Pflanzenöle sowie Butter oder Schmalz, wobei Pflanzenöl, insbesondere Maiskeimöl oder Olivenöl, den tierischen Fetten vorzuziehen ist. Für den Körper, v.a. für die Haut, haben Fette und Öle eine befeuchtende Funktion.
Salz
Salz ist lebenswichtig und kann je nach Geschmack in unterschiedlichsten Dosierungen verwendet werden. Das Essen sollte jedoch in keinem Fall zu salzig sein. Salz hat eine ableitende Funktion (Schweiß, Urin, Stuhl). Bei Nieren- und Herzkrankheiten oder Ödemen nur sehr wenig salzen.
Essig
In einem chinesischen Sprichwort heißt es, Essig sei bitterer Wein. Es bleibt dabei Geschmackssache, wie viel bitterer Wein dem Essen beigemengt wird. Negative Wechselwirkungen von Essig bei bestimmten Krankheiten sind unwahrscheinlich, sodass Essig auch in höherer Dosierung bedenkenlos verwendet werden kann. Essig erzielt viele positive Wirkungen: Er macht die Haut zart und rein, beugt Grippe vor, hilft gegen Hypertonus und Arterienverkalkung und senkt den Cholesterinspiegel. Bei Hypertonikern ist der tägliche Verzehr von in Essig eingelegten Erdnüssen empfehlenswert.
Brauner Zucker und brauner Kandis
Temperaturverhalten: Warm. Einsatz gegen Kältekrankheiten oder Schwächezustände.
Weißer Zucker und weißer Kandis
Temperaturverhalten: Kühl. Geschmack: Süß. Einsatz meist in Form von Zuckerwasser oder im Salat. Wird er gekocht, zählt nur noch der süße Geschmack und nicht mehr die kühle Eigenschaft.
Honig
Wirkt befeuchtend. Einsatz bei Schleimhaut- oder Lungentrockenheit empfohlen. Honig nicht kochen oder in heißem Wasser auflösen, da er sonst seine positiven Eigenschaften verliert. Am besten trinkt man ihn mit lauwarmem Wasser.
Pfeffer
Temperaturverhalten: Heiß. Geschmack: Scharf. Mit Pfeffer kann man Gemüse, Suppen, Fleisch oder Fisch würzen, und zwar stets am Ende des Kochvorgangs. Wirkt schweißtreibend und erwärmend, daher Einsatz bei äußerer pathogener Kälte.
Chili
Temperaturverhalten: Heiß. Geschmack: Scharf. Ohne Chili wird der Magen nicht satt!. Das glauben nicht nur die Mexikaner, sondern auch die Chinesen. Chili belebt, fördert die Durchblutung und schürt das innere Feuer. Da Chili sehr scharf ist, muss die Dosierung begrenzt werden.
Zimt
Temperaturverhalten: Heiß. Geschmack: Süß und scharf. In der chinesischen Sprache heißt Zimt Yin-Duft. Einsatz bei Fleischgerichten und Süßspeisen. Wirkung: Stärkt den Geist-Shen und sorgt für zarte, schöne Haut.
Zwiebeln und Frühlingszwiebeln
Temperaturverhalten: Warm. Geschmack: Scharf. Einsatz gegen äußere pathogene Kälte.
Knoblauch
Temperaturverhalten: Warm. Geschmack: Scharf (und süß). Verwendung einer Knoblauchzehe als Gewürz z.B. bei der Zubereitung von Auberginen oder Gurken. Wirkung: Unterstützt die Verdauung, harmonisiert die Magen-Darm-Funktionen, wirkt gegen Darmbakterien und fördert die Durchblutung.
Ingwer
Temperaturverhalten: Warm. Geschmack: Scharf. Wirkung: Beruhigt den Magen, hilft gegen pathogene Kälte; entgiftende Funktion bei leicht verdorbenen Speisen. Zubereitung von Gemüse, Fisch und Fleisch mit Ingwer.
Einsatz von Ingwer mit seiner sanften Schärfe roh oder gekocht und lässt sich hervorragend mit Essig, Sojasoße, Wein, Salz oder auch mit allem Süßen kombinieren. Die frische Ingwerknolle nicht schälen, da die Schale die höchste Wirkstoffkonzentration enthält. Getrockneter Ingwer ist in seiner Wirkung etwas weniger stark.

Rezepturen mit Ingwer

  • Ingwersaft: Ingwer pressen: Gegen Übelkeit

  • Ingwertee: Ingwerscheibe mit heißem Wasser übergießen: Gegen Schmerzen bei Kälte im Magen (11.6.7)

  • Ingwer mit Wasser kochen, danach braunen Zucker und 1 EL Sherry zugeben: Gegen Dysmenorrhö (13.12.2)

  • Ingwer mit Papaya kochen: Fördert die Laktation beim Stillen (13.14.9)

  • Ingwer mit Reis und Frühlingszwiebeln als Reissuppe: Gegen Erkältung

  • Ingwer mit Lammfleisch, Datteln und Gewürzen zu einer Suppe kochen: Tonisiert das Blut und stärkt das Yang-Qi des Körpers.Rezeptanalyse: In dieser Rezeptur ist Lammfleisch bei der Zubereitung die Hauptsache (Kaiser), denn es ist der Bestandteil, der das Blut tonisiert und das Yang stärkt. Seine Eigenschaften sind unverzichtbar, Lammfleisch kann daher in der Rezeptur nicht ausgetauscht werden. Ingwer und Datteln (Minister) haben die Funktion, die wärmende Wirkung des Lammfleischs zu verstärken. Gewürze (Adjutanten) neutralisieren den Geschmack des Lammfleischs.

Alkohol
Temperaturverhalten: Warm. Geschmack: Scharf und bitter. FK-Bezug: Magen, Leber, Herz, Niere. Wirkung: Reduziert pathogene Kälte, fördert die Durchblutung. Chinesische Arzneien, die in Alkohol 30 Tage bis zu einigen Jahren eingelegt werden, haben eine verstärkte Wirkung und werden durch die geförderte Durchblutung schneller im Körper verteilt. Dabei gilt der Alkohol immer als Adjutant, der den Hauptarzneien (Kaiser) die Wirkung entzieht und diese in jedes Körperteil verteilt.
Alkohol gilt in der chinesischen Küche ebenfalls als Gewürz. Traditionell wird ein alkoholisches Getränk mit der Bezeichnung gelber Wein mit einem relativ niedrigen Alkoholgehalt (ca. 12%) verwendet, der dem europäischen Sherry ähnelt. Einsatz in der Küche, um Fleisch- und Fischgeruch zu hemmen und um kalte Speisen energetisch zu erwärmen, z.B. gegen innere Kälte.

Rezepturen mit Alkohol

  • Ginseng Rx. (Ren Shen) in Alkohol eingelegt: Stärkt das Yang-Qi des Körpers

  • Schisandrae Fr. (Wu Wei Zi) in Alkohol eingelegt: Wirkt gegen Schlafstörungen

  • Acanthopanacis Cx. (Wu Jia Pi) in Alkohol eingelegt: Stärkt Sehnen und Knochen.

Anwendungsplan

Allgemein gilt für diätetische Rezepturen:

Bei akuten Symptomen:
  • Einnahme 1–2-mal tägl. oder über den Tag verteilt

  • Anwendung 3–7 Tage lang

Bei chronischen Symptomen:
  • Anwendung 4 Wochen lang oder über einen längeren Zeitraum bis zur Besserung der Beschwerden

  • Fleisch- und Fischgerichte nur 1–2-mal pro Woche verzehren, alle anderen Gerichte 1-mal tägl.

  • In der Regel können Arzneikräutertees 2-mal tägl. getrunken werden

  • Bei den Anti-Aging-Rezepturen (15.2) sind jeweils drei unterschiedliche Kochrezepte angegeben, die abwechselnd angewendet werden können.

Zur Prophylaxe: 1-mal pro Woche anwenden.

Prophylaxe: Vier-Jahreszeiten-Plan

Frühling
Im Frühling wenig Saures essen. Sauer wird dieser Jahreszeit zugeordnet, und das zu dieser Zeit starke Leber-Feuer unterdrückt leicht die Milz. Stattdessen ist der süße Geschmack zu empfehlen, z.B. Buchweizen, Hafer, Mais, Rindfleisch, Hühnereier, Feigen, Datteln, Honigmelone, Mohrrüben, Pilze, Auberginen, Gurken, Lotoswurzeln oder Erbsen. Der süße Geschmack (8.2.3.b) baut das Milz-Qi auf und wirkt damit gegen die Unterdrückung der starken Leber.
Sommer
Im Sommer wenig Bitteres essen, sondern mehr Scharfes (Tab. 8.2, Tab. 8.15), z.B. Rucola, Radieschen, Bleichsellerie, Kohlrabi, Zwiebeln, Koriander, Chilischoten, Hasen- und Kaninchenfleisch, Pfefferminztee, Fencheltee. Der scharfe Geschmack treibt die innere Körperhitze durch Schweiß aus.
Herbst
Im Herbst wenig Scharfes (Tab. 8.2) essen, da zu dieser Zeit die Ausbreitungsfunktion der Lunge übermäßig stark ist, was zu trockener Haut führt. Stattdessen mehr Saures (Tab. 8.3, Tab. 8.15), z.B. Azukibohnen, Zitronen, Kiwis, Birnen, Papayas, Pferdefleisch, Essig, Hagebuttentee. Mit dem sauren Geschmack wird Körperflüssigkeit aufgebaut.
Winter
Im Winter weniger Salz essen, stattdessen mehr Nahrungsmittel mit bitterem Geschmack (Tab. 8.4, Tab 8.15), z.B. Kaffee, Schweineleber, Kaninchenleber, Mangold, Alkohol. Im Winter ist der Körper ruhig und sammelt Energie. Deswegen ist er eine gute Zeit für den Aufbau von Körperenergie.

Typische Aufbau-Rezepte im Winter

  • Shi Quan Da Bu Tang (7.6.10.c) z.B. als Zusatz für Suppen. Gilt als bekannteste Arzneikräutermischung zum Energieaufbau im Winter: Wärmt und nährt Qi und Blut, ist überwiegend bitter und wird daher im Chinesischen auch als bittere Hilfe bezeichnet

  • Eintopf mit Lammfleisch, Mohrrüben, Yamswurzel, roten Datteln, Zimt, Pfeffer, Fenchel, Ingwer, Lauchzwiebeln, Salz und Sherry: Schützt den Körper vor Kälte und baut Nieren- und Milz-Yang-Qi auf

  • Eintopf mit Rindfleisch, Kartoffeln, getrockneter Mandarinenschale und Gewürzen: Baut Milz-Magen-Qi und Blut auf

  • Entensuppe mit Cordyceps (Dong Chong Xia Cao) und Gewürzen baut Yin-Energie auf

  • Hühnersuppe mit Longan Arillus (Long Yan Rou) und Gewürzen: Baut Blut auf.

Übergangsphasen
Die Erdphasen, die als Zeiten des Übergangs zwischen den einzelnen Jahreszeiten stehen, unterstehen dem FK Milz. In dieser Zeit kann der Organismus gezielt darin unterstützt werden, sich an die jeweils neue Jahreszeit anzupassen. Nach den fünf Wandlungsphasen unterdrückt die Milz die Niere. Um einer Nieren-Schwächung vorzubeugen, sollte man trotzdem das ganze Jahr über etwas Salz (zu den Mahlzeiten) essen.

Nahrungsmittel und diätetisch eingesetzte Arzneien nach Funktion

Der folgende Abschnitt enthält Nahrungsmittel und diätetisch eingesetzte chinesische Arzneien, geordnet nach ihrer Funktion.
Diätetik und Arzneien zum/zur Seite
Qi-Aufbau S. 855
Blut-Aufbau S. 855
Yin-Aufbau S. 855
Yang-Aufbau S. 856
Wärmen des Äußeren (Biao) S. 856
Kühlen des Äußeren (Biao) S. 856
Hitze-Beseitigung S. 856
Hitze-Beseitigung und Befeuchtung S. 857
Hitze- und Feuchtigkeits-Beseitigung S. 857
Hitze-Beseitigung und Blut-Kühlung S. 857
Hitze-Beseitigung und Entgiftung S. 857
Beseitigung von Hitze und Sommerhitze S. 858
Hitze-Beseitigung und Schleim-Prophylaxe S. 858
Hitze-Beseitigung und Schleim-Transformation S. 858
Milz-Stärkung und Schleim-Transformation S. 858
Beseitigung von Husten und Atemnot S. 859
Beruhigung des Geist-Shen S. 859
Harmonisierung der Leber S. 859
Öffnen und Schließen des Körpers S. 860
Qi-Regulation der Organfunktionen S. 860
Verdauungsförderung S. 861
Förderung des Stuhlgangs S. 861
Belebung des Blutes S. 861
Beendigung von Blutungen S. 861
Beseitigung von Wind und Feuchtigkeit S. 862
Förderung der Diurese S. 862
Erwärmung des Inneren und Auflösung von Kälte S. 862
Eliminierung von Parasiten S. 863
Diätetik zum Qi-Aufbau
Qi ist die Körperenergie, die Ausdruck für die Organfunktionen, den Geist-Shen und für die Körperbeweglichkeit ist. Qi-Mangel schwächt die Lungen- und Milzfunktionen.
  • Wichtige Symptome: Abneigung gegen Sprechen, Schwindel, leichtes Schwitzen, Appetitmangel, häufiger Stuhldrang mit breiigen Stühlen; Zunge: Hell und geschwollen, Zahneindrücke; Zungenbelag: Weiß; Puls: schwach

  • Anmerkung: Diätetik zum Qi-Aufbau mit Qi-Regulanzien kombinieren, um das Qi besser zu verteilen wie z.B. mit Citri reticulatae Pericarpium (Chen Pi)

  • Nahrungsmittel: Rundkornreis, Klebreis, Yamswurzel, Gerste, Langkornreis, Tofu, schwarze Sojabohnen, Linsen, Kartoffeln, rote Datteln, Litschis, Mohrrüben, Rindfleisch, Hasen- und Kaninchenfleisch, Huhn, Gänsefleisch, Wachteln, Hering, Schweinemagen, Schweineniere, Honig

  • Arzneimittel: Panacis quinquefolii Rx. (Xi Yang Shen), Pseudostellariae Rx. (Tai Zi Shen), Ginseng Rx. (rot, weiß, Ren Shen), Astragali Rx. (Huang Qi).

Diätetik zum Blut-Aufbau
Blut ist die materielle Form von Qi; ernährt die Organe und ist Lebensgrundlage für den menschlichen Organismus. Häufig zeigt sich ein Blut-Mangel zusammen mit einem Yin-Mangel.
  • Wichtige Symptome: Blasse Gesichtsfarbe, trockene Augen, weiche und dünne Nägel, Schwindel, Palpitationen, Schlafstörungen, Taubheit in Händen und Füßen, Hypo- oder Amenorrhö; Zunge: Hell; Puls: Fein, schnell, kraftlos

  • Anmerkung: Diätetik zum Blut-Aufbau ist süß und fetthaltig, daher Kombination mit Qi-Regulation empfehlenswert, damit Milz und Magen nicht zu sehr belastet werden wie z.B. Citri reticulatae Pericarpium (Chen Pi). Cave bei Patienten, die an Blähungen, Appetitlosigkeit und weichem Stuhlgang leiden

  • Nahrungsmittel: Weintrauben, Erdnüsse, Spinat, Mohrrüben, schwarze Morcheln, Schweinefleisch, Ziegenfleisch, Schafsfleisch, Schweineblut, Rinderleber, Seegurke, Weintrauben, Schweinelungen

  • Arzneimittel: Mori Fr. (Sang Shen), Asini Corii Colla (E Jiao), Polygoni multiflori Rx. (He Shou Wu), Longan Arillus (Long Yan Rou), Angelicae sinensis Rx. (Dang Gui).

Diätetik zum Yin-Aufbau
Yin ist Körpersaft, ernährt Organe, Muskeln und Gelenke und ist Lebensgrundlage für den menschlichen Organismus. Häufig zeigt sich ein Yin-Mangel in der Lunge, im Magen und in der Niere.
  • Wichtige Symptome: Abmagerung, Schlafstörungen, trockener Hals, nervöse Unruhe, Hitzewallungen, Nachtschweiß; Zunge: Rot, ohne Belag; Puls: Fein, schnell, schwach

  • Anmerkung: Diätetik zum Yin-Aufbau ist meist süß, kalt und fettig, daher Vorsicht bei Patienten, die an Magen-Milz-Schwäche, innerem Schleim-Stau, Blähungen oder Durchfall leiden. Um die Wirkung zu verbessern, sollte die Zubereitung der Speisen mit Arzneimitteln kombiniert werden, deren Eigenschaften ausgleichend wirken

  • Nahrungsmittel: Schwarze Morcheln, Chinakohl, Birnen, Weintrauben, Milch, Eigelb, Tintenfisch, Schweinehaut, Sonnenblumen, Schweinefleisch, Austern, Schwarzer Sesam

  • Arzneimittel: Mori Fr. (Sang Shen), Lilii Bb. (Bai He), Glehniae Rx. (Bei Sha Shen), Ligustri lucidi Fr. (Nü Zhen Zi), Ganodermatis Lucidum (Ling Zhi), Cordyceps (Dong Chong Xia Cao), Polygonati Rz. (Huang Jing).

Diätetik zum Yang-Aufbau
Yang-Qi erwärmt den Körper und stärkt die Körperbeweglichkeit. Häufig zeigt sich ein Yang-Qi-Mangel durch Nieren-Yang-Mangel und Milz-Yang-Mangel.
  • Wichtige Symptome: Kalte Extremitäten, Kälteempfindlichkeit, morgendlicher Durchfall, unverdaute Nahrungsreste im Stuhl; Zunge: Hell; Zungenbelag: Weiß und feucht; Puls: Tief, langsam, schwach

  • Anmerkung: Diätetik zum Yang-Aufbau hat meist die Eigenschaften warm und trocken, daher Vorsicht bei Patienten mit Yin-Mangel sowie Mangel-Hitze-Zeichen

  • Nahrungsmittel: Walnüsse, chinesischer Lauch, Nelken, Stangenbohnen, Ziegenfleisch, Schafsfleisch, Ziegen- und Schafsmilch, Hirschfleisch, Taubeneier, Aal, Krabben, Garnelen, Langusten, Seegurke

  • Arzneimittel: Cistanches Hb. (Rou Cong Rong), Eucommiae Cx. (Du Zhong), Allii Tuberosi Sm. (Jiu Cai Zi), Epimedii Hb. (Yin Yang Huo).

Diätetik zum Wärmen des Äußeren (Biao)
Unterstützt Abwehr-Wei-Qi und Nähr-Ying-Qi und befördert durch Wärmen die Wind-Kälte nach außen. Wirksam v.a. gegen Erkältung durch pathogene Wind-Kälte und Ödeme.
  • Wichtige Symptome: Abneigung gegen Wind und Kälte, kein Schweiß, Fließschnupfen, Niesen, Gliederschmerzen; Zungenbelag: Dünn, weiß; Puls: Oberflächlich, gespannt

  • Anmerkung: Die Eigenschaft der Nahrungsmittel sollte scharf sein. Da diese Wirkung leicht verfliegt, nur kurz kochen, damit durch die Schärfe starkes Schwitzen ausgelöst wird. Cave bei geschwächten Patienten

  • Nahrungsmittel: Ingwer, Lauchzwiebeln, Schnittlauch, Koriander, Zimtrinde, Hirtentäschel

  • Arzneimittel: Perillae Fo. (Zi Su Ye), Koriander (Yuan Sui).

Diätetik zum Kühlen des Äußeren (Biao)
Bewegt Abwehr-Wei-Qi und Nähr-Ying-Qi und fördert durch Schwitzen die pathogene Wind-Hitze nach außen. Einsatz v.a. gegen Erkältung mit Halsschmerzen durch pathogene Wind-Hitze.
  • Wichtige Symptome: Wind-Abneigung, Halsschmerzen, trockener Mund, Durst; Zungenbelag: Gelblich; Puls: Oberflächlich, schnell

  • Anmerkung: Eigenschaft scharf, Wirkung verfliegt leicht, nur kurz kochen

  • Nahrungsmittel: Grüner Tee, Jasmintee, Kamillentee, Chrysanthementee, Pfefferminztee, Maulbeerblättertee, Wassermelone, Kaki-Pflaumen, Schnecken, Stutenmilch, Salz

  • Arzneimittel: Puerariae Rx. (labatae) (Ge Gen), Chrysanthemi Fl. (Ju Hua), Mori Fo. (Sang Ye), Lonicerae Fl. (Jin Yin Hua), Bupleuri Rx. (Chai Hu).

Diätetik zur Hitze-Beseitigung
Richtet sich neben der Beseitigung von innerer Hitze und Hitze-Toxinen auf das Kühlen des Blutes. Führt so die innere Körperhitze ab, die sonst die Körperflüssigkeiten schädigt.
  • Wichtige Symptome: Rötung von Gesicht und Augen, Halsschmerzen, Fieber mit Durst, Verstopfung, gelber Urin; Zunge: Rot; Zungenbelag: Gelb; Puls: Schnell

  • Anmerkung: Diätetik zur Beseitigung von Hitze ist kühl und kalt, d.h. sie kühlt Hitze und löscht Feuer, entgiftet und kühlt das Blut. Cave bei Magen-Milz-Yang-Qi-Mangel oder Magen-Milz-Kälte und bei Frauen nach der Entbindung

  • Nahrungsmittel: Bittere Gurken, Hirtentäschel, Rucola, Wassermelone, Mungobohnen, Salz

  • Arzneimittel: Gypsum fibrosum (Shi Gao), Phragmitis Rz. (Lu Gen), Lophateri Hb. (Dan Zhu Ye), Prunellae Spica (Xia Ku Cao), Lilii Bb. (Bai He)

Diätetik zur Hitze-Beseitigung und Befeuchtung
Bei intensiver oder lang dauernder Hitze-Einwirkung verliert der Körper Flüssigkeiten.
  • Wichtige Symptome: Trockene Augen, trockener Hals und Mund, Halsschmerzen, trockener Husten, Schwindel, Verstopfung; Zunge: Rot und trocken; Puls: Dünn

  • Nahrungsmittel: Zuckerrohr, Zitronen, Mandarinen, Tomaten, Äpfel, Honigmelone, Orangen, Wasserkastanien, grüner Tee

  • Arzneimittel: Phragmitis Rz. (Lu Gen), Rehmanniae Rx. (Sheng Di Huang), Asparagi Rx. (Tian Men Dong), Ophiopogonis Rx. (Mai Men Dong).

Diätetik zur Hitze- und Feuchtigkeits-Beseitigung
Bei einem Zuviel an Flüssigkeiten mit gleichzeitig stärkerer innerer Hitze entwickelt sich durch die Verdickung der Körperflüssigkeiten schnell Feuchtigkeitsansammlungen in verschiedenen Organen wie z.B. in Leber, Galle, Milz und Magen und behindert die jeweiligen Organfunktionen.
  • Wichtige Symptome: Gelber Auswurf, Übelkeit, Stuhlgang abwechselnd trocken und weich, gelber Urin, gelber übel riechender Ausfluss; Zungenbelag: Gelb, dick; Puls: Saitenförmig, schnell

  • Nahrungsmittel: Buchweizen, Kolbenhirse, Lotossamen, Yamswurzel, Lattichsalat, Bananen, Zucchini, Artischocken, Meeräsche

  • Arzneimittel: Mori Fr. (Sang Shen), Coptidis Rz. (Huang Lian), Rehmanniae Rx. (roh) (Sheng Di Huang), Sophorae flavescentis Rx. (Ku Shen).

Diätetik zur Hitze-Beseitigung und Blut-Kühlung
Hitze verletzt die Körperflüssigkeiten (Jin Ye) im Blut mit Entwicklung von Blut-Hitze.
  • Wichtige Symptome: Erbrechen, Husten mit Blut, Epistaxis, Hämaturie; Zunge: Rot; Puls: Saitenförmig, schnell

  • Nahrungsmittel: Lotoswurzel, Auberginen, Sonnenblumen, Sellerie, Wasserspinat, Entenblut, Muscheln, Stutenmilch, Salz

  • Arzneimittel: Rehmanniae Rx. (roh) (Sheng Di Huang), (Sonnenblumenblütenboden ohne Kerne) Helianthus annuus (Xing Ri Kui Hua Pan), Anemarrhenae Rz. (Zhi Mu).

Diätetik zur Hitze-Beseitigung und Entgiftung
Intensive oder lang andauernde Hitze führt zu (toxischen) Entzündungen im Körper.
  • Wichtige Symptome: Halsschmerzen, Hauterkrankungen mit roter, eitriger Entzündung, verursacht durch Hitze, Toxine oder Bakterien; Zunge: Rot; Puls: Schnell

  • Nahrungsmittel: Azukibohnen, Mungobohnen, Erbsen, bittere Gurken, Amaranth, Hirtentäschel, Kürbis, Sojapaste, Löwenzahn

  • Arzneimittel: Lonicerae Fl. (Jin Yin Hua), Taraxaci Hb. (Pu Gong Ying), Violae Hb. (Zi Hua Di Ding), Isatidis Fo. (Da Qing Ye), Nelumbinis Fo. (He Ye).

Diätetik zur Beseitigung von Hitze und Sommerhitze
Durch die Einwirkung von äußerer Hitze steigt die innere Hitze.
  • Wichtige Symptome: Rotes Gesicht und rote Augen, rote, juckende und schmerzende Pickel, Verstopfung; Zunge: Rote Zungenspitze; Zungenbelag: Gelb; Puls: Voll

  • Nahrungsmittel: Wassermelone, Kokosnuss, grüner Tee, Adzukibohnen, Kolbenhirse, Mungobohnen, Löwenzahn

  • Arzneimittel: Phragmitis Rz. (Lu Gen), Lonicerae Fl. (Jin Yin Hua), Lophateri Hb. (Dan Zhu Ye), Prunellae Spica (Xia Ku Cao), Nelumbinis Fo. (He Ye).

Diätetik zur Hitze-Beseitigung und Schleim-Prophylaxe
Unterscheidung der Körperflüssigkeiten in klare, trübe, dünne und dicke Flüssigkeiten, die Organe, Muskulatur, Gelenke, Sinnesorgane und Haut ernähren. Durch Hitze-Einwirkung wird die Körperflüssigkeit träge, und es entwickelt sich Schleim
  • Wichtige Symptome: Schwindel, Ohrensausen, Übelkeit, Nervosität, viele Träume; Zunge: Rot; Zungenbelag: Gelb; Puls: Saitenförmig, schlüpfrig, schnell

  • Nahrungsmittel: Birnen, Wasserspinat, Wasserkastanien, Bambussprossen, Rettich, Sargassum (Purpurtang), Brauntang, Meerlinsen, Qualle

  • Arzneimittel: Houttuyniae Hb. (Yu Xing Cao), Portulacae Hb. (Ma Chi Xian), Sterculiae lychnophorae Sm. (Pang Da Hai).

Diätetik zur Hitze-Beseitigung und Schleim-Transformation
Hitze verköchelt die Körperflüssigkeiten, die zu Schleim eindicken, der die Organe und Leitbahnen blockiert.
  • Wichtige Symptome: Husten mit dickem und gelbem Schleim, der erschwert abzuhusten ist, Sinusitis mit gelbgrünem Sekret, Otitis media, trockener Mund, Durst, gelblicher Urin; Zunge: Rot; Zungenbelag: Gelb, fettig; Puls: Schlüpfrig, schnell

  • Nahrungsmittel: Oliven, Luohan-Frucht, Wasserkastanien, Birnen, Kaki-Pflaumen, Kiwis, Chinakohl, Wachskürbis, Rettich, Wasserspinat, Mangold, Seetang, Purpurtang

  • Arzneimittel: Fritillariae cirrhosae Bb. (Chuan Bei Mu), Fritillariae thunbergii Bb. (Zhe Bei Mu), Melo Pedicellus (Gua Di), Sargassum (Hai Zao), Pulver von getrockneter Kaki-Pflaume (Shi Zi Shuang), Citri Rumbrum Sm. (Mandarinenkerne) (Ju He).

Diätetik zur Milz-Stärkung und Schleim-Transformation
Milz- und Nieren-Yang-Qi-Mangel führen dazu, dass die Körperflüssigkeiten nicht mehr ausreichend transformiert und transportiert werden können und Schleim entsteht.
  • Wichtige Symptome: Husten mit weißem, schaumigem Schleim, thorakales Engegefühl, Atemlosigkeit; Zungenbelag: Weiß, glatt; Puls: Gespannt, schlüpfrig, schnell

  • Anmerkung: Die Diätetik zur Schleim-Transformation muss kombiniert werden mit einer Diätetik zur Stärkung von Milz und Niere. Cave wenn Schleim mit Blut-Stase kombiniert auftritt

  • Nahrungsmittel: Saubohnen, Hirtentäschel, Lattichsalat, Taglilie/Goldnadel, Kartoffeln, Yamswurzel, Pilze, Äpfel. Erdbeeren, Longane

  • Arzneimittel: Coicis Sm (Yi Yi Ren), Poria (Fu Ling), Glycyrrhizae Rx. (et Rz.) (Gan Cao), Codonopsis Rx. (Dang Shen), Artemisiae scopariae Hb. (Yin Chen), Amomi Fr. (Sha Ren).

Diätetik zur Beseitigung von Husten und Atemnot
Die Lunge atmet Qi, die Nieren nehmen das Lungen-Qi auf und verteilen es in alle Organe. Kann die Niere das Qi nicht aufnehmen oder ist das Lungen-Qi blockiert, entstehen Husten und Atemnot (11.9.4).
  • Wichtige Symptome: Kurzatmigkeit, bei Bewegung intensive Atemnot, Husten mit schaumigem Auswurf, Tinnitus, viel Urin; Zunge: Heller Zungenkörper; Zungenbelag: Weiß mit Rissen

  • Nahrungsmittel: Loquate (japanische Mispeln), Japanaprikosen (Umeboshi-Pflaumen), Kaki-Pflaumen, Birnen, Rettich (weiß, grün, lila-rot), süße Mandeln, Luohan-Frucht, Schweinelungen

  • Arzneimittel: Eriobotryae Fo. (Pi Pa Ye), Ginkgo Sm. (Bai Guo), Platycodi Rx. (Jie Geng), Armeniacae Sm. (amarum) (Ku Xing Ren), Sterculiae lychnophorae Sm. (Pang Da Hai).

Diätetik zur Beruhigung des Geist-Shen
Mit Emotionen wie z.B. Wut, Traurigkeit, Angst etc. kann man unter normalen Umständen gut umgehen. Setzt eine solche Emotion z.B. durch ein akutes Ereignis allzu plötzlich ein, ist zu stark oder hält über einen zu langen Zeitraum an (belastende Situationen in Familie, Beruf etc.), dann wird das körpereigene Qi übermäßig stark verbraucht, d.h., ein psychisches Problem kann eine Qi-Störung hervorrufen.
  • Wichtige Symptome: Palpitationen, Reizbarkeit, Unruhe, viele Träume, Durchschlafstörungen, Abneigung gegen laute Geräusche; Zunge: Normal; Puls: Schnell

  • Anmerkung: Geistige Unruhezustände gehen meist mit Herz-Feuer, Leber-Feuer, Nieren-Yin-Mangel mit Mangel-Feuer einher. Daher Hitze und Feuer reduzierende Nahrungsmitteln mit einer Diätetik zum Nieren-Yin-Aufbau kombinieren

  • Nahrungsmittel: Lotossamen, Longan, Weizen, klebrige Kolbenhirse, Schweineherz, Sellerie, Johannisbeeren, Gemüsepaprika, Artischocken, Pilze (Champignons, Pfifferlinge, Steinpilze)

  • Arzneimittel: Lilii Bb. (Bai He), Ziziphi Sm. (Suan Zao Ren), Polygalae Rx. (Yuan Zhi).

Diätetik zur Harmonisierung der Leber
Die Leber reguliert den freien Fluss von Qi, harmonisiert die Emotionen und sorgt für psychische Ausgeglichenheit.
  • Wichtige Symptome: Grübeln, Angst, Seufzen, Magendruck, Schlafstörungen, Menstruationsstörungen; Zunge: Hellroter Zungenkörper; Zungenbelag: Weiß; Puls: Saitenförmig

  • Anmerkung: Psychische Probleme verursachen bei Menschen mit innerer Hitze und Blut-Mangel eine Leber-Qi-Stauung (11.7.2). Daher neben beruhigenden Nahrungsmitteln auch Hitze reduzierende und Blut aufbauende Ernährung einsetzen, um den Leber-Qi-Stau zu beseitigen

  • Nahrungsmittel: Grüner Tee, Sellerie, Tomaten, Papaya, Litschis, Kumquate, Mandarinen, Heidelbeeren, Pflaumen, Taglilie (Goldnadel) (Huang Hua Cai).

  • Arzneimittel: Lycii Fr. (Gou Qi Zi), Margaritifera Concha als Perlenpulver (Zhen Zhu Mu), Magnetitum praep. (Ci Shi), Cassiae Sm. (Jue Ming Zi), Ostreae Concha (Mu Li), Gastrodiae Rz. (Tian Ma).

Diätetik zum Öffnen und Schließen des Körpers
Alle schließenden (zusammenziehenden und adstringierenden) Organfunktionen und Muskeln sind abhängig von physiologischem Qi. Bei einem Qi-Mangel, z.B. durch eine chronische Krankheit, akuten Blutverlust oder bedingt durch das Alter, können die Organe ihre Substanzen nicht mehr halten, und es entstehen Diarrhö, Spermatorrhö, Blutungen. Enuresis, Schwitzen etc.
  • Wichtige Symptome: Spontanschweiß, Nachtschweiß, Erkältungsanfälligkeit; Zunge: Heller Zungenkörper; Zungenbelag: Dünn, weiß; Puls: Langsam

  • Anmerkung: Eigenschaften der Nahrungsmittel sind sauer und rau. Allgemeine Wirkung: Reguliert Schwitzen, gegen Diarrhö, beendet Blutungen und verhindert Spermatorrhö. Diese Diätetik unterstützt die Kraft zum Festhalten/Adstringieren der Körperflüssigkeiten. Cave bei Patienten mit übermäßiger Feuchtigkeit und Hitze

  • Nahrungsmittel: Weizen, eingelegte japanische Pflaumen (Umeboshi-Pflaumen), Granatapfel, Lotossamen, Gaoliang-Reis (Sorghum)

  • Arzneimittel: Granati Pericarpium (Shi Liu Pi), Tritici Fr. levis (Fu Xiao Mai), Euryales Sm. (Qian Shi), Corni Fr. (Shan Zhu Yu), Mume Fr. (Wu Mei), Schisandrae Fr. (Wu Wei Zi).

Diätetik zur Qi-Regulation der Organfunktionen
Qi dirigiert die Funktionsfähigkeit des gesamten Körpers, die bei Qi-Mangel gestört ist. Die Lunge dominiert das Qi, die Leber reguliert den freien Qi-Fluss, die Milz transportiert und transformiert Qi, der Magen entzieht der Nahrung das Qi. Bei einer Qi-Störung kann es zu einem starken Absinken des Qi kommen (absinkendes Milz-Qi 11.5.4).
  • Wichtige Symptome: Husten, Asthma, Erbrechen, häufiges Seufzen, saures Sodbrennen, Schwindel, Schmerzen (drückend, ziehend, wandernd); Zunge: Mit blauen Flecken; Puls: Saitenförmig, gespannt

  • Anmerkung: Eigenschaften der Nahrungsmittel überwiegend scharf und warm. Wirkung: Starke Qi-Bewegung, hauptsächlich für Lungen-, Leber-, Milz- und Magen-Funktion. Cave bei Patienten mit Yin-Mangel und Qi-Mangel

  • Nahrungsmittel: Orangen, Gaoliang-Reis (Sorghum), Buchweizen, Spinat, Mandarinen, Mandarinenschale, Stangenbohnen, Rettich, chinesischer Lauch, Fenchel, Knoblauch, Erbsen, Jasmin, Litschis

  • Arzneimittel: Kaki Calyx (Shi Di), Citri reticulatae Pericarpium (Chen Pi), Citri reticulatae viride Pericarpium (Qing Pi), Citri Fr. (Xiang Yuan), Rosae rugosae Fl. (Mei Gui Hua)

Diätetik zur Verdauungsförderung
Kälte im Magen, feuchter Hitzestau in Milz und Darm oder dauerndes Grübeln belasten die Milz-Funktionen.
  • Wichtige Symptome: Appetitmangel und Durchfall mit unverdauter Nahrung; Zunge: Geschwollen; Puls: Sanft

  • Nahrungsmittel: Klebrige Kolbenhirse, Rundkornreis, Weißdorn, Feigen, Äpfel, Kumquate, Papaya, Yamswurzel, Kartoffeln, Rettich, Pfefferminzblätter, Gerstentee, grüner Tee, Essig

  • Arzneimittel: Coicis Sm. (Yi Yi Ren), Crataegi Fr. (Shan Zha), Hordei Fr. germinatus (Mai Ya), Setariae (Oryzae) Fr. germinatus (Gu Ya), Massa medicata fermentata (Shen Qu), Raphani Sm. (Lai Fu Zi).

Diätetik zur Förderung des Stuhlgangs
Ursachen für Obstipation bzw. Stuhlentleerungsstörungen sind Qi-, Blut-, Yin- und Yang-Mangel und Hitze-Trockenheit im Körper.
  • Wichtige Symptome: Obstipation mit hartem Stuhl, Blähungen, Bauchschmerzen, Appetitmangel, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Hämorrhoiden, blutiger Stuhl

  • Anmerkung: Nahrungsmittel und Arzneimittel, die den Darm befeuchten, Hitze abfließen lassen, den Qi-Fluss fördern und Stuhlgangblockaden auflösen. Cave bei schwangeren Frauen, die unter Obstipation leiden

  • Nahrungsmittel: Pampelmusen, Kohl (Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl), Yamswurzel, rote Datteln, Bananen, Spinat, Tomaten, Papaya, Wasserspinat, Mangold, Bambussprossen, Löwenzahn, Süßkartoffeln, Aloe, Sesam, Honig

  • Arzneimittel: Sennae Fo. (Fan Xie Ye), Platycladi Sm. (Bai Zi Ren), Coicis Sm. (Yi Yi Ren), Persicae Sm. (Tao Ren).

Diätetik zur Belebung des Blutes
Psychischer Stress verursacht eine Leber-Qi-Stauung; pathogene Kälte und Schleim blockieren die Leitbahnen.
  • Wichtige Symptome: Bei Kälte und Druck lokalisierte, intensive, stechende Schmerzen, nachts verstärkt, Bewegungseinschränkung, Amenorrhö oder Hypomenorrhö; Zunge: Mit blauen Flecken; Puls: Rau, gespannt

  • Anmerkung: Diätetik, die das Blut belebt, Meridiane befreit, Entzündungen heilt und Schmerzen lindert. Die Arzneimittel fördern die Durchblutung, cave bei Hpyermenorrhö, da sie den Blutstau lösen; kontraindiziert während der Schwangerschaft

  • Nahrungsmittel: Weißdorn, Pfirsichmandeln, Auberginen, Mangold, Hirschfleisch, Tintenfisch, Muscheln, Meereskrebse, Alkohol (Reiswein, Sherry, Traubenwein, Bier, Schnaps), Essig

  • Arzneimittel: Leonuri Hb. (Yi Mu Cao), Salviae miltiorrhizae Rx. (Dan Shen), Persicae Sm. (Tao Ren), Carthami Fl. (Hong Hua), Spatholobi Caulis (Ji Xue Teng), Rosae chinensis Fl. (Yue Ji Hua).

Diätetik zur Beendigung von Blutungen
Innere aufsteigende Wind-Hitze führt zu überaktivem Feuer. Durch den Milz-Yang-Qi-Mangel kann das Blut nicht gehalten werden, und es kommt zu Blutungen.
  • Wichtige Symptome: Erbrechen, Husten mit Blut, Nasenbluten, Blut im Urin, Hypermenorrhö, blasse Gesichtsfarbe, Schwindel, Hypotonus, Schlafstörungen und Anämie; Zunge: Hell; Puls: Rau und schnell

  • Anmerkung: Die Diätetik gegen Blutungen bewirkt das Abkühlen und Zusammenziehen des Bluts und die Erwärmung der Leitbahnen. Cave bei Patienten mit Blutstagnation

  • Nahrungsmittel: Lotoswurzel, Taglilie (Huang Hua Cai) (getrocknet), Kastanien, Auberginen, eingelegte japanische Pflaumen (Umeboshi-Pflaumen), Bananen, Artischocken, Loquate, Lattichsalat, Schweinedarm, Cephalanoplos-Kraut

  • Arzneimittel: (Sonnenblumenblütenboden ohne Kerne) Helianthus annuus (Xing Ri Kui Hua Pan), Portulacae Hb. (Ma Chi Xian), Notoginseng Rx. (San Qi), Artemisiae argyi Fo. (Ai Ye).

Diätetik zur Beseitigung von Wind und Feuchtigkeit
Wind-Feuchtigkeit blockiert Muskeln, Sehnen, Knochengelenke und Leitbahnen.
  • Wichtige Symptome: Bewegungsstörungen, Kälteschmerzen, Schmerzen treten allmählich auf und verschlimmern sich im Ruhezustand und bei kaltem, feuchtem Wetter; Zungenbelag: Weiß; Puls: Gespannt

  • Anmerkung: Um Wind-Feuchtigkeit zu behandeln, zunächst Blut bewegen und die Durchblutung verbessern. Wenn das Blut fließt, wird die Wind-Feuchtigkeit eliminiert

  • Nahrungsmittel: Papaya, Stachelpanaxwurzelrinde, Kirschen, Wachteln, Hühnerblut, Zucchini, Wasserkastanien, Wachskürbis, schwarze Sojabohnen, Adzukibohnen

  • Arzneimittel: Coicis Sm. (Yi Yi Ren), Acanthopanacis Cx. (Wu Jia Pi), Luffae Fr. Retinervus (Si Gua Luo), Mori Ra. (Sang Zhi), Pinus Massoniana Lamb (Song Zhen), Taxilli Hb. (Sang Ji Sheng).

Diätetik zur Förderung der Diurese
Äußere oder innere Feuchte-Hitze kann alle Organe der San Jiao beeinträchtigen und den Abtransport der Körperflüssigkeit nach außen blockieren. Diese Feuchte-Hitze sammelt sich (bedingt durch die Schwerkraft) im unteren Jiao.
  • Wichtige Symptome: Wenig und tröpfelnder Urin, Störungen beim Wasserlassen, Ödeme, Adipositas

  • Anmerkung: Diese Diätetik fördert die Diurese und entfernt pathologische Flüssigkeiten wie Ödeme, Ekzeme, Schleim, Ausfluss und Harn. Cave bei Yin-Mangel

  • Nahrungsmittel: Mais, Adzukibohnen, Wassermelone, Flaschenkürbisschale, Wachskürbis, schwarze Sojabohnen, Zucchini, Chinakohl, Karpfen (Silberkarpfen, schwarzer Karpfen), Karausche, Ente

  • Arzneimittel: (Maishaar) Maydis Stigma (Yu Mi Xu), Trigonellae Sm. (Hu Lu Ba), Pinus Massoniana Lamb (Song Zhen), Luffae Fr. Retinervus (Si Gua Luo), Lysimachiae Hb. (Jin Qian Cao), Plantaginis Sm. (Che Qian Zi).

Diätetik zur Erwärmung des Inneren und Auflösung von Kälte
Die Organe der San Jiao, v.a. Milz und Magen, kontrollieren die Transformation und den Transport von Nährstoffen und Nahrungs-Gu-Qi und regeln die auf- und absteigende Funktionen des Yang-Qi. Bei Mangel-Zuständen der Organe kann sich innere Kälte (Yang-Mangel-Kälte) entwickeln.
  • Wichtige Symptome: Bevorzugt warme Speisen, Linderung der Schmerzen durch Wärme und Druck, kalte Extremitäten, weicher Stuhlgang; Puls schwach

  • Anmerkung: Diese Diätetik ist heiß und scharf, belebt die Durchblutung, wärmt Körper und Organe, verbraucht aber Körperflüssigkeiten, deshalb nur in geringer Dosierung zu verwenden. Cave bei innerer Hitze, Yin-Mangel und während der Schwangerschaft

  • Nahrungsmittel: Alkohol, schwarzer Tee, Getreidezucker (Maltose), brauner Zucker, Zimtrinde, Chilischoten, Pfeffer (weiß oder schwarz), Sternanis, Ingwer, Lauchzwiebeln, Schnittlauch, Knoblauch, Stangenbohnen, Ziegenfleisch, Schafsfleisch, Huhn

  • Arzneimittel: Zingiberis Rz. (Gan Jiang), Zanthoxyli Pericarpium (Hua Jiao), Caryophylli Fl. (Ding Xiang).

Diätetik zur Eliminierung von Parasiten
Parasiten können durch Körperkontakt und Essen aufgenommen werden.
  • Wichtige Symptome: Parasiten im Stuhlgang

  • Nahrungsmittel: Kürbiskerne, Knoblauch, Granatäpfel, Essig, eingelegte japanische Pflaumen (Umbeboshipflaumen)

  • Arzneimittel: Torreyae Sm. (Fei Zi), Dryopteris Rz. (Guan Zhong).

Verschiedene Anti-Aging-Rezepturen sind im Kapitel Lebenspflege (15.2) aufgeführt.

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen