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B978-3-437-55425-4.00005-3

10.1016/B978-3-437-55425-4.00005-3

978-3-437-55425-4

Lokalisation von häufigen „Störfeldpunkten“ am Ohr bei Tonsillektomie, StörfelderTonsillektomie, StörfelderStörfelder:TonsillektomieStörfelder:TonsillektomieStörfelder:Narben, OperationsnarbenStörfelder:Narben, OperationsnarbenStörfelder:LaparoskopieStörfelder:LaparoskopieStörfelder:HysterektomieStörfelder:HysterektomieStörfelder:EpisiotomieStörfelder:EpisiotomieStörfelder:DrainageausleitungStörfelder:DrainageausleitungStörfelder:CholeszystektomieStörfelder:CholeszystektomieStörfelder:AppendektomieStörfelder:AppendektomieHysterektomie, StörfelderHysterektomie, StörfelderEpisiotomie, StörfelderEpisiotomie, StörfelderDrainageausleitung, StörfelderDrainageausleitung, StörfelderCholezystektomie, StörfelderCholezystektomie, StörfelderAppendektomie, StörfelderAppendektomie, StörfelderOperationsnarben

Tab. 5.7-1
Narbe nach „Störfeldpunkt“ am Ohr Mögliche Ohrseite (nach RAC)
Tonsillektomie Tonsillen: unmittelbar kaudal des Punktes Kiefergelenk (am Ende der vegetativen Rinne) Beidseits
Appendektomie Appendix IV (90): in der Concha superior, der Helixwurzel anliegend, im Bereich von Zökum Meist rechts
Cholezystektomie Gallenblase: Zone in der Concha superior, am unteren Rand der Anthelix, oberhalb der Helixwurzel Immer rechts
Drainageausleitung Je nach Lokalisation Beidseits
Hysterektomie Uterus: auf Innenseite der Helixkrempe, kanial des Schnittpunkts von Helix und Anthelix Beidseits
Episiotomie Hämorrhoiden: im mediokranialen Winkel der Concha, medial des Schnittpunkts von Helix und Anthelix Beidseits
Laparoskopie über dem Nabel Null-Punkt: 0,5 cm oberhalb der Helixwurzel, deutlich als Kerbe tastbar Beidseits

Lokalisation von „Störfeldpunkten“ am Ohr bei chron. Sinusitis in absteigender Häufigkeit (auch Kombinationen möglich)Sinus sphenoidalis, StörfeldSinus maxillaris, StörfeldSinus frontalis, StörfeldSinus ethmoidalis, Störfeld

Tab. 5.7-2
Betroffene Nebenhöhle Störfeldpunkt am Ohr und Lokalisation
Sinus maxillaris Sinus maxillaris: kaudal vom Punkt Atlantooccipitalgelenk (am Ende der vegetativen Rinne)
Sinus frontalis Sinus frontalis: an der Antitragusspitze
Sinus ethmoidalis Sinus ethmoidalis: lateral und etwas kranial vom Punkt Sinus frontalis, knapp unterhalb des Antitragus
Sinus sphenoidalis Sinus sphenoidalis: laterokranial vom Punkt Sinus ethmoidalis, knapp unterhalb des Antitragus

Lokalisation von „Störfeldpunkten“ am Ohr bei chronisch rezidivierender Tonsille IV (10), StörfeldpunktTonsille III (75), StörfeldpunktTonsille II (74), StörfeldpunktTonsille I (73), StörfeldpunktTonsillitis

Tab. 5.7-3
Störfeldpunkt am Ohr Lokalisation
Tonsillen (am häufigsten zu finden) Unmittelbar kaudal des Punktes Kiefergelenk
Tonsille I (73) Am Scheitelpunkt der Helix
Tonsille II (74) Am Helixrand, etwas unterhalb der Höhe vom Null-Punkt
Tonsille III (75) Auf dem Helixschwanz etwa auf Höhe der Antitragusspitze
Tonsille IV (10) Etwa in der Mitte von Abschnitt VIII

Lokalisation von „Störfeldpunkten“ am Ohr bei Zahn (7), StörfeldpunktZahn (1), StörfeldpunktUnterkiefer, StörfeldpunktUnterkiefer (6), StörfeldpunktOberkiefer, StörfeldpunktOberkiefer (5), StörfeldpunktZahnherden

Tab. 5.7-4
Störfeldpunkt am Ohr Lokalisation
Oberkiefer Auf einer gedachten Verbindungslinie zwischen dem Punkt Kiefergelenk und dem Lobulusansatz, knapp medial des Punktes Kiefergelenk
Oberkiefer (5) In der Mitte des Abschnitts III, laterokaudal von Tonsillen
Unterkiefer Im rechten Winkel zu Oberkiefer und der auslaufenden Helix
Unterkiefer (6) Knapp oberhalb des Punktes Kiefergelenk, am Ende der vegetativen Rinne
Zahn (1) Im Abschnitt I ca. 1 cm lateral des Ohrläppchenansatzes
Zahn (7) Etwa in der Mitte von Abschnitt IV

Lokalisation von „Störfeldpunkten“ am Ohr bei Rektum, StörfeldpunktNull-Punkt, StörfeldpunktKolon (91), StörfeldpunktDuodenum (88), StörfeldpunktDünndarm (89), StörfeldpunktDarmaffektionenZökum, Störfeldpunkt

Tab. 5.7-5
Störfeldpunkt am Ohr Lokalisation
Duodenum (88) In der Concha superior, oberhalb der aufsteigenden Helixwurzel
Dünndarm (89) Kranial der Helixwurzel, im Anschluss an Duodenum (88)
Zökum Am Übergang vom unteren zum mittleren Drittel der aufsteigenden Helixwurzel in der Concha superior
Kolon (91) In Höhe des mittleren bis oberen Drittels der Helixwurzel, in der Concha superior
Rektum Vom Kolon (91) bis zum Übergang der Concha in die Helix, medial und unterhalb des Schnittpunkts zwischen Anthelix und Helix
Null-Punkt 0,5 cm oberhalb der Helixwurzel, deutlich als Kerbe tastbar

Lokalisation von „Störfeldpunkten“ am Ohr bei häufig auftretenden Kiefergelenk, StörfeldpunktGesäß (53), StörfeldpunktBWS (39), StörfeldpunktGelenkblockierungen

Tab. 5.7-6
Betroffenes Gelenk Störfeldpunkt am Ohr und Lokalisation
Kiefergelenk Kiefergelenk: am Schnittpunkt einer Geraden durch die Punkte Null-Punkt und Atlantooccipitalgelenk und dem Ende der vegetativen Rinne
Iliosakralgelenk Gesäß (53): an der Anthelixkante, kranial von LWK 2
Sternokostalgelenk (1. Rippe) BWS (39): auf der Anthelix in Höhe HWK 7

Diagnose- und Therapieprinzipien

  • 5.1

    Anamnese62

  • 5.2

    Körperliche Untersuchung63

    • 5.2.1

      Allgemeine Untersuchung63

    • 5.2.2

      Untersuchung des Ohrs63

  • 5.3

    Patientenlagerung64

  • 5.4

    Seitenauswahl64

    • 5.4.1

      Seitendominanz64

    • 5.4.2

      Organrepräsentation65

  • 5.5

    Variationsbreite eines Punktes65

  • 5.6

    Zeitrahmen66

    • 5.6.1

      Dauer einer Akupunkturbehandlung66

    • 5.6.2

      Behandlungsabstände74

    • 5.6.3

      Behandlungszeitraum75

  • 5.7

    Störfelder75

    • 5.7.1

      Narben76

    • 5.7.2

      Chronische Sinusitis77

    • 5.7.3

      Chronisch rezidivierende Tonsillitis77

    • 5.7.4

      Zahnherde78

    • 5.7.5

      Amalgam-Belastung79

    • 5.7.6

      Darmaffektionen79

    • 5.7.7

      Gelenkblockierungen80

  • 5.8

    Lateralitätsinstabilität80

    • 5.8.1

      Ursachen81

    • 5.8.2

      Typische Krankheitsbilder81

    • 5.8.3

      Behandlung81

  • 5.9

    Sonstige Therapiehindernisse82

    • 5.9.1

      Begleitmedikation82

    • 5.9.2

      Energetische Störfaktoren82

    • 5.9.3

      Ohrringe83

    • 5.9.4

      Piercing84

  • 5.10

    Notfälle84

    • 5.10.1

      Stichverletzung84

    • 5.10.2

      Nadelkollaps84

    • 5.10.3

      Notfallausstattung85

Anamnese

Vorgehen
Die AnamneseAnamnese muss vor der Punktsuche durchgeführt werden. Sie hilft zum einen durch die Eingrenzung der zu testenden Punkte das Auswahlverfahren zu beschleunigen: Zwar gilt der RAC als objektive Methode, die einen geübten Untersucher auf alle wichtigen pathologischen Punkte hinweisen wird, doch ist es sehr schwierig und zeitlich aufwendig jeweils alle etwa 250 bekannten Ohrpunkte bei jedem Patienten zu testen.
Die Anamnese gibt zudem Hinweise auf:
  • Schwere der Symptomatik: Pathologische Punkte geben nur Auskunft über Art der Störung, nicht die Schwere. Beispiel: Der Punkt „Ärger“ wird sowohl nach Ärger bei der Parkplatzsuche als auch bei Wut und Verzweiflung bei maligner Erkrankung mit dem RAC als pathologisch getestet.

  • Ursachen einer Erkrankung: Pathologisch getestete Punkte geben keinen Hinweis auf die Ursache der Symptomatik. Beispiel: Ein Störfeld durch Narbe nach Nephritis führt zur selben pathologischen Reaktion beim RAC wie eine manifeste Nephrolithiasis.

  • Pathologisches Geschehen, das zunächst nicht durch RAC zu finden ist: Massiv pathologische Punkte können andere pathologische Punkte (insbesondere benachbarte) „überdecken“, sodass diese nur sehr schwer aufgefunden werden können. Meist erscheinen diese nach Anbehandlung der vordergründigen Punkte deutlicher. So können im Lauf einer Behandlung mehr pathologische Ohrpunkte auftauchen als zu Beginn und es liegt trotzdem eine Verbesserung des Krankheitsbildes vor.

Checkliste Anamnese
  • Aktuelle Symptomatik: Bekannte Beschwerden können gezielter und dadurch schneller am Ohr mittels RAC (3.1.4) diagnostiziert und therapiert werden.

  • Händigkeit: Einzelne Händigkeit, AnamnesePunkte sind nur auf der dominanten oder nichtdominanten Ohrseite (5.4 Seitenauswahl) lokalisiert. Beim Rechtshänder ist das rechte Ohr dominant, beim Linkshänder das linke Ohr.

  • Dauer der bestehenden Beschwerden: Die Dauer Beschwerden, bestehende, Anamneseder Erkrankung und das Wissen um das Vorliegen einer akuten oder chronischen Erkrankung gibt Hinweise auf die Behandlungsdauer. Akut eingetretene Beschwerden können in der Regel schneller therapiert werden als lang bestehende, chronische.

  • Psychische Belastungen: In diesem Fall psychische Punkte (6.8) austesten.

  • Vorerkrankungen: können Vorerkrankungen, Anamneseauf generelle Schwächung hinweisen. Beispiel: chronischer physischer Schwächezustand nach rezidivierenden Infekten mit Antibiotikabehandlung in der Kindheit. Bei der Punktauswahl sollten energetisch stabilisierende Punkte berücksichtigt werden, um den Therapieerfolg zu beschleunigen.

  • Operationen in der Vorgeschichte: Narben Operationen, Anamnesekönnen als Störfelder:AnamneseStörfelder (5.7.1) wirken, auch wenn sie keine Beschwerden verursachen. Bei pathologischem RAC in diesem Bereich müssen sie ebenfalls therapiert werden.

  • Aktuelle Medikation: an Wirkungen und aktuelle Medikation, AnamneseNebenwirkungen denken. Die Symptomatik kann verschleiert werden (Beispiel: keine Knieschmerzen mehr, da behandelt mit Antirheumatika; RAC im Bereich Knie aber pathologisch!) oder es können neue Symptome auftreten, die mit der eigentlichen Erkrankung nichts zu tun haben (Beispiel: Ohrensausen unter antihypertensiver Therapie, RAC im Bereich Ohr nicht pathologisch!). Antibiotika, Kortison und sonstige Immunsuppressiva (5.9.1 Begleitmedikation) gelten als Störfaktoren der Ohrakupunkturbehandlung.

Körperliche Untersuchung

Allgemeine Untersuchung

Entspricht den Regeln Untersuchung, körperlicheder Schulmedizin. Gemäß dem Beschwerdebild bzw. der schulmedizinischen Diagnose sollte zum Ausschluss von abwendbar gefährlichen Verläufen eine körperliche Untersuchung nach folgenden Gesichtspunkten erfolgen:
  • Körperlicher Allgemeinzustand (AZ): bei reduziertem AZ, Überweisung zur schulmedizinischen Abklärung.

  • RR: Ausschluss einer Hypertonie bzw. einer Hypotonie (Cave: Kollapsgefahr bei Ohrakupunktur!).

  • Puls: Hinweis auf Herzrhythmusstörungen; wichtig für die Auswertbarkeit des RAC (3.1.4).

  • Entzündungszeichen/Infektionskrankheiten: Fieber, Rötung, Schwellungen, vergrößerte Lymphknoten; ggf. Überweisung zur schulmedizinischen Abklärung.

  • Hinweis auf maligne Erkrankung: z. B. Kachexie, sichtbare Tumoren, nicht verschiebliche Lymphknoten; ggf. schulmedizinische Abklärung.

  • Narben: können als Störfelder (5.7.1) wirken, v. a. achten auf Narben nach Tonsillektomie, Appendektomie, Cholezystektomie, Drainageausleitung, Hysterektomie, Episiotomie, Laparoskopie (über den Nabel).

  • Amalgam-Füllungen: können als Störfelder (5.7.5) wirken.

  • Sonstige Fremdkörper: z. B. TEP, Brustimplantate, Spirale können ebenfalls Therapiehindernis (5.9) sein.

Untersuchung des Ohrs

Vor der eigentlichen Ohr, UntersuchungBehandlung mit Ohrakupunktur sollte auf folgende Besonderheiten am Ohr geachtet werden:
  • Ohrform: Praktisch Ohrform, Untersuchungkein Körperteil weist eine derartige individuelle Variationsbreite auf wie das Ohr; die Lokalisation der Ohrpunkte muss dementsprechend angepasst werden und ergibt sich meist aus der Relation von anatomischen Strukturen zueinander (Abb. 5.5-1, Abb. 5.5-2, Abb. 5.5-3, Abb. 5.5-4). Entscheidend für die Punktlokalisation ist letztendlich die RAC-Austestung.

  • Cerumen: sollte in den für Cerumen, Untersuchungdie Ohrakupunktur relevanten Arealen vor Behandlungsbeginn entfernt werden (Infektionsgefahr). Reinigung mit Wattebausch vor Therapie.

  • Ohrringe/Piercing: können Piercing, Untersuchungals Störfaktoren (5.9.3 Ohrringe, 5.9.4 Piercing) wirken; in jedem Fall sind zumindest die Ohrringe (Piercing in der Regel nur mit Zange lösbar) vor der Behandlung zu entfernen.

  • Verletzungen/Entzündungen: sind Verletzungen am Ohr, Untersuchungaus forensischen Gründen in jedem Falle zu dokumentieren; können als Störfaktor wirken; eine Behandlung auf der betroffenen Ohrseite verbietet sich aus forensischen Gründen.

  • Tumoren (z. B. Basaliom, UntersuchungBasaliom)/„braune Flecken“: sollten Tumoren am Ohr, Untersuchungin jedem Fall dokumentiert werden; eine Behandlung auf der betroffenen Ohrseite verbietet sich, eine entsprechende Überweisung zum Facharzt ist zu veranlassen.

Patientenlagerung

  • Liege: PatientenlagerungBreite ca. 80 cm, Höhe ca. 60 cm, möglichst mit verstellbarem Kopfteil; Knierolle zur Entlastung der Wirbelsäule vorteilhaft.

  • Position Patient: liegend, Kopf zur Seite geneigt, zu behandelndes Ohr nach oben. Nach der Nadelung kann der Kopf wieder mittig gewendet werden.

  • Position Behandler: sitzt hinter dem Kopf des liegenden Patienten.

Die liegende Position des Patienten wirkt entspannend und beugt einem Nadelkollaps vor.

Seitenauswahl

Die theoretische SeitenauswahlÜberlegung zu Behandlungsbeginn, welche Seitenlokalisation erwartet wird, soll das Auffinden der pathologischen Punkte erleichtern. Folgende Prinzipien sind zu beachten:
  • Unpaarige Organe sind nach der französischen Schule immer an dem Ohr repräsentiert, auf dessen Seite im Körper sie sich befinden; z. B. Milz = linkes Ohr, Leber = rechtes Ohr.

  • Übergeordnete Punkte, die keiner Körperseite zuzuordnen sind (z. B. psychische Punkte, Schmerzpunkte) finden sich meist auf der Seite der Händigkeit (= dominante Seite), also beim Rechtshänder rechts, wenn eine Stimulierung oder Stärkung erforderlich ist.

  • Übergeordnete Punkte, die keiner Körperseite zuzuordnen sind (z. B. psychische Punkte, Schmerzpunkte) finden sich meist auf der Gegenseite der Händigkeit (= nichtdominante Seite), also beim Rechtshänder links, wenn eine Sedierung oder Schwächung erforderlich ist.

  • Es gibt einige wenige Punkte, die von der Ohrseite abhängig bei derselben Lokalisation unterschiedliche Wirkung haben; z. B. Angst = dominantes Ohr/Sorge = nichtdominantes Ohr (5.4.1 Seitendominanz). Darauf wird jeweils im Text hingewiesen.

Seitendominanz

Die Seite Seitendominanzder Händigkeit, AnamneseHändigkeit bestimmt die Dominanz der Ohrseite. Beim Rechtshänder ist das rechte Ohr dominant, beim Linkshänder das linke Ohr.
  • Einzelne Punkte werden nur auf dem dominanten Ohr aufgefunden:

    • Freude (6.13.2)Freude, Seitendominanz.

    • Angst (6.8.5)Angst, Seitendominanz.

    • Koffein (6.7.1)Koffein, Seitendominanz.

    • PE1 (bei Kombination mit Thymus 6.7.6)PE1, Seitendominanz.

  • Einzelne Punkte werden nur auf dem nichtdominanten Ohr aufgefunden:

    • Kummer (6.13.2)Kummer, Seitendominanz.

    • Sorge (6.8.5)Sorge, Seitendominanz.

    • Barbiturat (6.7.1)Barbiturat, Seitendominanz.

    • Thymus (bei Kombination mit PE1 6.11.4)Thymus, Seitendominanz.

Vor Diagnostik- und Therapiebeginn muss deshalb immer nach der Seite der Händigkeit gefragt werden.

Bei umtrainierten Linkshändern (5.8 Lateralitätsinstabilität) Lateralitätsinstabilitätbesteht Linkshänder, umtrainiertedie angeborene Dominanz weiterhin, auch wenn im Erwachsenenalter viel mit der rechten Hand gearbeitet wird.

Organrepräsentation

Unpaarige Organe
Unpaarige Organe:unpaarigeOhr:OrganrepräsentationOrgane sind nach der französischen Schule immer an der Ohrseite repräsentiert, an der sie sich im Körper befinden. Somit befinden sich einige Akupunkturpunkte unabhängig von der Händigkeit ausschließlich auf einer Ohrseite („Lateralität“):
  • Ausschließlich am rechten Ohr findet sich:

    • Leber (6.4.1).

    • Gallenblase (6.4.1).

  • Ausschließlich am linken Ohr findet sich:

    • Milz (6.4.1).

    • Pankreasschwanz (6.4.1).

Paarige Organe
Paarige Organe:paarigeOrgane, die einseitig erkrankt sind, finden sich in der Regel an dem Ohr als pathologische Punkte, auf dessen Körperseite die Erkrankung auftritt, z. B. Pneumonie rechts = rechtes Ohr. Findet man die gleichen Punkte auf beiden Ohren, müssen nicht unbedingt beide Ohren gestochen werden, man sollte jedoch im Gesamtkonzept beide Ohren zur Akupunktur verwenden und nicht einseitig therapieren.

Variationsbreite eines Punktes

Wenn auch die anatomischen Strukturen der Variationsbreite, PunkteOhren genau definiert sind, so ist deren Ausprägung bei jedem Menschen unterschiedlich. An folgenden Abbildungen eines rechten Ohrs jeweils verschiedener Menschen soll diese Variabilität aufgezeigt werden. Folgende Punkte sind in das Ohr eingezeichnet (Abb. 5.5-1, Abb. 5.5-2, Abb. 5.5-3, Abb. 5.5-4, Abb. 5.5-5, Abb. 5.5-6, Abb. 5.5-7, Abb. 5.5-8, Abb. 5.5-9, Abb. 5.5-10, Abb. 5.5-11, Abb. 5.5-12, Abb. 5.5-13, Abb. 5.5-14, Abb. 5.5-15).
  • HWK 7 (6.1.1)HWK, Variationsbreite.

  • Ellbogen (6.2.1)Ellbogen, Variationsbreite.

  • Hüfte (6.2.3)Hüfte, Variationsbreite.

  • Hoden/Ovar (6.5.2)Ovar, VariationsbreiteHoden, Variationsbreite.

  • Angst (6.8.4)Angst, Variationsbreite.

  • Sinus maxillaris (6.8.3)Sinus maxillaris, Variationsbreite.

Zeitrahmen

Dauer einer Akupunkturbehandlung

  • Einführungsgespräch: Akupunkturbehandlung:Daueretwa 20 Min.

  • Anamnese und Untersuchung: vor jeder Behandlung ca. 10–15 Min. für den Geübten und 40–60 Min. für den Anfänger.

  • Detektion der pathologischen Ohrpunkte: an beiden Ohren mittels RAC, ca. 5–10 Min. für den Geübten, 30–40 Min. für den Anfänger.

  • Stechen der aufgefundenen Punkte: ca. 5 Min. für den Geübten, 30–40 Min. für den Anfänger.

  • Liegephase: mindestens 20 Min.

Die Behandlungsdauer je Therapieeinheit hängt sehr von der Erfahrung des Behandlers ab.

Behandlungsabstände

Behandlungsabstände müssen individuell festgelegt werden. Die nachfolgenden Angaben dienen nur als Orientierungshilfe. Um die durchschnittlichen Behandlungsabstände bzgl. eines Krankheitsbildes einschätzen zu können, wurden in den Therapiekapiteln 7 und 8 jeweils Vorschläge zum Behandlungsabstand angegeben.Akupunkturbehandlung:Behandlungsabstände
Akute Erkrankungen
Krankheitsdauer: weniger als eine Woche
Zunächst akute Erkrankungen, BehandlungsabständeAkupunkturbehandlung:akute Erkrankungentäglich bis 2–3×/Wo. therapieren, z. B.
  • HWS-Myalgie (7.1.1).

  • Lumbalgie (7.1.2).

  • Ischialgie (7.1.3).

  • Epikondylitis (7.1.6).

  • CTS (7.1.7).

  • Koxalgie (7.1.9).

  • OSG-Distorsion (7.1.13).

  • Vasomotorischer Kopfschmerz (7.3.4).

  • Angina pectoris (8.1.3).

  • Asthma bronchiale (8.2.1).

  • Bronchopulmonaler Infekt (8.2.3).

  • Nephrolithiasis (8.4.4).

Krankheitsdauer: länger als eine Woche
1- bis 2-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit therapieren, z. B. Interkostalneuralgie (7.2.4).
Chronische Erkrankungen
Krankheitsdauer: ein Tag bis eine Woche
Anfangs 1×/Wo. behandeln, chronische Erkrankungen, BehandlungsabständeAkupunkturbehandlung:chronische Erkrankungennach Symptombesserung bis zur Beschwerdefreiheit 2×/Mo. behandeln, z. B. Morbus Sudeck (7.2.2).
  • Arthrose (7.2.3).

  • Retentionsblase (8.4.3).

  • Anorexie (8.13.4).

  • Phantomschmerz (7.2.5).

  • Inkontinenz (8.4.2).

  • Prostatahyperplasie (8.4.5).

  • Neurodermitis (8.5.1).

  • Schlafstörungen (8.12.1).

Krankheitsdauer: länger als eine Woche
2-mal/Mo. bis zur Beschwerdefreiheit behandeln, z. B.
  • Kopfschmerzen (7.3).

  • Hormonelle Migräne (7.4.2).

  • Prämenstruelles Syndrom (8.10.1).

Erkrankungen mit Selbstgefährdung
Täglich bis zur Stabilisierung des Patienten behandeln, z. B. bei Depression (8.13.1).

Behandlungszeitraum

Der BehandlungszeitraumBehandlungszeitraum bei einem Krankheitsbild ist individuell unterschiedlich. Angaben in den Therapiekapiteln 7 und 8 sind nur als Richtwerte zu verstehen. Folgende Grundregeln gelten:
  • Je akuter die Erkrankung vor Behandlungsbeginn eingetreten ist, desto kürzer ist der Behandlungszeitraum.

  • Je länger die Krankheit besteht, desto länger ist der Behandlungszeitraum.

  • Liegen Störungen im Energiesystem vor, die noch zu keiner körperlich fassbaren Erkrankung geführt haben (z. B. sogenannte Befindlichkeitsstörungen), ist der Behandlungszeitraum kürzer.

  • Bei „tief sitzenden“ Störungen mit körperlichen Erscheinungsformen ist der Behandlungszeitraum länger. Weniger „tief sitzende“ (z. B. akute) Erkrankungen verschwinden bei der Therapie zuerst, die anderen später, meist in der Reihenfolge ihres Auftretens.

  • Je mehr Begleiterkrankungen bestehen, desto länger wird der Gesamtbehandlungszeitraum dauern.

  • Je stärker der Patient energetisch geschwächt ist (z. B. nach schweren Vorerkrankungen, viele Geburten, bei hohem Alter), desto länger dauert die Behandlung.

  • Liegen Störfelder (5.7) vor, so verlängert sich der Behandlungszeitraum.

Störfelder

Störfelder stellen Belastungen im körperlichen und/oder energetischen Bereich des Patienten dar. Sie führen zu einem anhaltenden Verbrauch von Energie bzw. von Selbstheilungskräften des Körpers und tragen damit zur Schwächung des Patienten bei. Dadurch werden weitere Krankheitsbilder zwangsläufig verstärkt.Störfelder\"\r\"StörfelderOhrakupunktur:Störfelder
  • Häufige Störfelder: Narben (5.7.1), chronische Sinusitis (5.7.2), chronische Tonsillitis (5.7.3), Zahnherde (5.7.4), Amalgambelastung (5.7.5), Darmaffektionen (5.7.6), Gelenkblockierungen (5.7.7).

  • Allgemeine Symptomatik: Störfelder können klinisch manifest sein und selbst körperliche Beschwerden bereiten oder – selbst unauffällig – das Energiesystem schwächen. Typische Symptome:

    • Verstärkung der Grunderkrankung.

    • Befindlichkeitsstörungen, z. B. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, psychische Störungen.

  • Diagnostik: Anamnese bzgl. der häufigen Störfelder, anschließend Untersuchung der möglichen „Störfeldpunkte“ am Ohr mittels RAC.

  • Therapie: kontinuierliche Mitbehandlung des „Störfeldpunktes“ parallel zur Behandlung der Primärerkrankung. Beispiel: Bei einer (auch beschwerdefreien) Tonsillektomienarbe und positivem RAC am Punkt Tonsille, muss dieser Punkt immer zusätzlich zu den restlichen pathologischen Punkten gestochen werden. Bisher therapierefraktäre Erkrankungen können durch Behandlung eines über RAC entdeckten, dem Patienten aber nicht bewussten Störfeld therapiert werden.

    • Technik: bei pathologischem RAC jeweiligen „Störfeldpunkt“ am Ohr bevorzugt mit Dauernadel für jeweils ca. eine Woche (evtl. auch kürzer bei spontanem Verlust) behandeln; mit jeweils 3–4 Tagen Pause. Alternative: bei jeder Therapiesitzung mitnadeln.

    • Seitenlokalisation: bei einseitiger RAC-Antwort, Behandlung der entsprechenden Seite; bei beidseitiger RAC-Antwort, Behandlung beider Ohren.

    • Behandlungsdauer: bis zum Verschwinden des Störfeldes (Störfeld: chron., reversible Erkrankungen, z. B. Sinusitis) oder bis zur erfolgreichen Therapie der Primärerkrankung (Störfeld: irreversibler Defekt, z. B. Narbe).

Ein Störfeld ist dem Patienten nicht unbedingt bewusst und wird evtl. durch die Anamnese nicht erfasst, stellt aber trotzdem ein Therapiehindernis dar. Deshalb ist bei hartnäckigen Erkrankungen das Ohr des Patienten genau auf pathologische Punkte abzusuchen. Hier leistet der RAC wesentliche Dienste.

Im Folgenden werden häufig vorkommende Störfelder beschrieben.

Narben

Narben stellen den häufigsten Grund für ein Störfeld dar.
  • Vermuteter Störmechanismus: Durch Narbengewebe wird der Energiefluss durch die betroffenen Leitbahnen behindert oder sogar blockiert. Der entstandene Stau auf der einen Seite der Blockierung und/oder der Energiemangel auf der anderen Seite führt zu körperlichen Beschwerden oder Schwächung des Energiesystems des Patienten.

  • Besonderheiten: Die Größe einer Narbe gibt keinen Hinweis auf ihren Störfeldcharakter, werden jedoch mehrere Meridiane gekreuzt, gelten sie als besonderes Therapiehindernis. Wichtiger als die Größe ist der Verlauf der Narbe. Narben, quer zu den Körperlinien und/oder Meridianverläufen, verursachen stärkere Blockierungen als Narben parallel dazu. Zur Lokalisation von „Störfeldpunkten“ (Tab. 5.7-1).

Zusätzlich kann die Narbe mit z.B. 1% Xylonest unterspritzt werden. Dies empfiehlt sich v.a., wenn durch Überstreichen der Narbe mit dem Gold-Silber- oder 3-Volt-Hämmerchen ein RAC auslösbar ist.

Chronische Sinusitis

  • Störmechanismus: Verstärkung Störfelder:SinusitisSinusitis, Störfelderder Primärerkrankung durch Schwächung des Immunsystems.

  • Besonderheiten: Hinweis auf eine chronische Sinusitis ist meist eine behinderte Nasenatmung, die oft schon seit Kindheit besteht. Auch eine permanente oder rezidivierende Sekretion in Form eines chronischen Schnupfens ist möglich. Diese oft jahrelangen Beschwerden nimmt der Patient schließlich kaum mehr wahr, weil er sich daran gewöhnt hat und erwähnt sie somit bei der Anamnese meist nicht (außer bei gezieltem Nachfragen!). Zur Lokalisation von „Störfeldpunkten“ (Tab. 5.7-2).

Chronisch rezidivierende Tonsillitis

  • Störmechanismus: Verstärkung der Tonsillitis, StörfelderStörfelder:TonsillitisPrimärerkrankung durch Schwächung des Immunsystems. Circulus vitiosus: Eine chronisch rezidivierende Tonsillitis kann durch häufige Antibiose gefördert werden, da jede Antibiotikagabe das Immunsystem schwächt. Aus diesem Grund sollte Antibiose möglichst nur als Ultima Ratio eingesetzt werden (Cave: Abstrich!). Eine Therapie mit Ohrakupunktur und TCM reicht gerade im Anfangsstadium oft aus.

  • Besonderheiten: Auch im beschwerdefreien Intervall kann eine chronisch rezidivierende Tonsillitis bei Tastung am Ohr mittels RAC gefunden werden. Als Störfeld schwächt sie den Körper und macht ihn anfällig für andere Erkrankungen. Eine Therapie ist also auch im beschwerdefreien Intervall sinnvoll. Das Auftreten weiterer Tonsillitiden wird dadurch in der Regel deutlich vermindert. Zur Lokalisation von „Störfeldpunkten“ (Tab. 5.7-3).

Zahnherde

  • Störmechanismus: Vor allem durch eitrige Zahnherde, StörfelderStörfelder:ZahnherdeZahnwurzeln und avitale (wurzeltote) Zähne wird das Energiesystem belastet und die Primärerkrankung verstärkt.

  • Besonderheiten: Lokalisation des betroffenen Zahns durch Überstreichen des Ober- und Unterkiefers (nicht am Ohr!) – evtl. auch direkt in der Mundhöhle – mit dem 3-Volt- oder Gold-Silber-Hämmerchen unter RAC-Tastung. Der betroffene Zahn sollte zahnärztlich saniert, evtl. entfernt werden. Zur Lokalisation von „Störfeldpunkten“ (Tab. 5.7-4).

Amalgam-Belastung

  • Störmechanismus: Amalgam-Füllungen Störfelder:AmalgambelastungAmalgambelastung, Störfelderbelasten über ihre Quecksilberabgabe den Körper, der ohnehin mit einer zunehmenden Zahl von Umweltgiften konfrontiert wird. Die Quecksilberbelastung ist bei defekten Füllungen nochmals deutlich erhöht. Ebenso sind Zahnfüllungen unterschiedlichen Materials ungünstig, da z. B. Goldfüllungen aufgrund der elektrischen Leitfähigkeit des Metalls Quecksilber aus den Amalgam-Füllungen löst (galvanisierender Effekt).

  • Besonderheiten: Jeder Mensch reagiert unterschiedlich empfindlich auf Amalgam-Füllungen. Auch wenn ein Patient mehrere Amalgam-Füllungen hat, müssen diese deshalb nicht unbedingt als Störfeld wirken. Psychische Alterationen (Angst vor Umweltgiften) müssen auch berücksichtigt werden.

  • Amalgam-Hinweispunkt („Störfeldpunkt“) ist Ω1-Punkt.

  • Der Ω1-Punkt (6.8.1) hat auch psychische Bedeutung (Depression, Anspannung).

  • Es muss anamnestisch geklärt werden, wie ein RAC an dieser Lokalisation zu deuten ist: Amalgam-Belastung oder psychische Störung? Findet man den Punkt mittels RAC, sollte er auf jeden Fall gestochen werden.

  • Liegt eine Amalgam-Belastung vor und tritt unter Behandlung eine Besserung der Grunderkrankung ein, ist ein Ersetzen der Füllungen mit einem verträglichen Material (z. B. palladiumfreies Gold) sowie gleichzeitige Ausleitung des Quecksilbers u. a. durch Stechen des Amalgam-Hinweispunktes anzuraten.

Darmaffektionen

  • Störmechanismus: Eine pathologische Störfelder:DarmaffektionenDarmbesiedelung Darmaffektionen, Störfelder(z. B. mit Candida albicans) oder chronische Darmerkrankung (z. B. M. Crohn, Colitis ulcerosa) schwächt das Immunsystem und beeinträchtigt die Nahrungsverwertung. Dadurch wird die Primärerkrankung verstärkt.

  • Besonderheiten: Da die Darmschleimhaut eine große Fläche darstellt, kann es sich hier um ein sehr ausgedehntes Störfeld handeln. Die Therapie erfordert deshalb häufig die Kombination der Ohrakupunktur mit weiteren Naturheilverfahren, wie z. B. der Körperakupunktur und der chinesischen Phytotherapie. Zur Lokalisation von „Störfeldpunkten“ (Tab. 5.7-5).

Gelenkblockierungen

  • Störmechanismus: Gelenkblockierungen Störfelder:Gelenkblockierungenkönnen Gelenkblockierungen, Störfelderden Körper belasten, ohne unbedingt Schmerzen zu verursachen. Die dadurch bedingte Schwächung begünstigt andere Erkrankungen. Deshalb sollten Gelenke (auch schmerzfreie) mit Ohrakupunktur behandelt werden, wenn ihre Testung einen RAC auslöst.

  • Besonderheiten: Gelenkbeschwerden gelten nicht grundsätzlich als Störfelder. Aber insbesondere asymptomatische Gelenke, die am Ohr getestet einen RAC auslösen, sind störfeldverdächtig. Zur Lokalisation von „Störfeldpunkten“ (Tab. 5.7-6).

Die Beseitigung von Gelenkblockierungen kann sehr gut durch Kraniosakraltherapie unterstützt werden.

Lateralitätsinstabilität

Grundsätzlich liegt eine Dominanz einer Gehirnhälfte vor, bzw. werden bestimmte Funktionen von der jeweils dominanten bzw. nichtdominanten Hälfte bevorzugt übernommen. Ist diese Zuordnung nicht mehr klar definiert, spricht man von einer Lateralitätsinstabilität. Modellvorstellung: Der aus seinem energetischen Gleichgewicht geratene Patient verbraucht ständig Energie zur Regulierung seines Gleichgewichts. Dies bedeutet eine anhaltende Schwächung. Lateralitätsinstabilität ist Ausdruck eines solchen energetischen Ungleichgewichts. Sie ist einem Störfeld (5.7) vergleichbar, weil sie die vorliegende Grunderkrankung verstärkt und das Immunsystem schwächt. Äußerliche Affektionen (z. B. Infekte) können nicht mehr abgefangen werden und treten verstärkt auf.Lateralitätsinstabilität\"\r\"Lateralitätsinstabilität

Folgende Befunde verweisen auf eine Lateralitätsinstabilität:

  • Pathologischer RAC beim Punkt Lateralitäts-Steuerpunkt (6.8.6), Lateralitäts-Steuerpunktevtl. auch Null-PunktNull-Punkt (6.10.3).

  • Anamnestische Hinweise auf uneinheitliche Lateralität, z. B. Leitfuß links beim „Rechtshänder“ (Normalfall: Leitfuß rechts beim Rechtshänder und umgekehrt). Bei unklarer Händigkeit Klatschtest: Im Normalfall liegt beim Rechtshänder die rechte Hand beim Klatschen oben, beim Linkshänder unten.

Ursachen

  • Langjährige chronische Erkrankungen: Sie kosten dem Körper Energiereserven, wodurch ein energetisches Ungleichgewicht entsteht. Typische Beispiele: chronische Polyarthritis, Asthma bronchiale, Multiple Sklerose, Suchterkrankungen (5.7). Zusätzlich begünstigt eine Langzeitmedikation, z. B. mit trizyklischen Antidepressiva oder Kortison, die Lateralitätsinstabilität.

  • Umerziehung von Linkshändern: Die Händigkeit ergibt sich aus der Dominanz einer jeweiligen Gehirnhälfte. Wird diese angeborene Dominanz nicht berücksichtigt und der Linkshänder umerzogen, wird das Energiesystem ständig belastet. Das Gehirn benötigt Energie, die angeborene Reaktionsweise bei Handlungen (z. B. schreiben) umzuprogrammieren.

  • Psychische Belastungen: Sie verbrauchen v. a. dann Energie, wenn die Belastungssituation nicht verändert wird. Je länger eine Belastungssituation besteht, desto mehr bringt sie den Patienten aus dem Gleichgewicht. Auch akute tief gehende psychische Belastungen können eine Instabilität hervorrufen, z. B.: Tod des Lebenspartners, Schockerlebnisse, Angstsyndrome (8.1.2).

Typische Krankheitsbilder

Diese folgenden Krankheitsbilder sind in der Regel multifaktoriell bedingt. Die Lateralitätsinstabilität ist somit nicht als einzige Ursache anzusehen. Dies ist insbesondere bei der Therapie zu berücksichtigen.
  • Neurodermitis:LateralitätsinstabilitätNeurodermitis, Psoriasis, Ekzem:LateralitätsinstabilitätEkzeme allgemein.

  • Heuschnupfen. Heuschnupfen:Lateralitätsinstabilität

  • Asthma bronchiale. Asthma bronchiale:Lateralitätsinstabilität

  • Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen.

  • Chronische Polyarthritis. chronische Polyarthritis:Lateralitätsinstabilität

  • Multiple Sklerose. Multiple Sklerose:Lateralitätsinstabilität

  • Kindliche Entwicklungsstörungen, kindliche, LateralitätsinstabilitätEntwicklungsstörungen, Bettnässen, LateralitätsinstabilitätBettnässen, Legasthenie, LateralitätsinstabilitätLegasthenie.

Behandlung

Für alle Formen der Lateralitätsinstabilität gilt folgendes Schema:
  • Prinzip: Die Ursache der Lateralitätsinstabilität sollte nach Möglichkeit behandelt oder beseitigt werden; dies ist Voraussetzung zur Herstellung eines energetischen Gleichgewichts. Deshalb ist z. B. bei langjährig umerzogenen Linkshändern eine anhaltende Stabilisierung schwierig.

  • Vorgehen: Kann der Lateralitäts-Steuerpunkt (6.8.6) mittels RAC gefunden werden, sollte man ihn akupunktieren. Wird dazu eine Dauernadel verwendet, muss zwischen dem Entfernen bzw. Verlust der Nadel und dem erneuten Stechen 3 Tage Abstand eingehalten werden, um eine Adaptation des Körpers an den Reiz zu vermeiden.

  • Seitenauswahl: Es wird die Ohrseite gestochen, wo der RAC getastet wurde.

  • Behandlungsdauer: Die Behandlung mit Ohrakupunktur erfolgt solange, bis der Lateralitäts-Steuerpunkt keinen RAC mehr auslöst oder die Grunderkrankung behoben ist.

Sonstige Therapiehindernisse

Begleitmedikation

Die konventionelle medikamentöse Therapie kann Begleitmedikation, Therapiehindernisseund muss manchmal begleitend zur Ohrakupunktur und TCM eingesetzt werden. Dies ist immer bei schweren akuten Krankheitsbildern (Notfallmedizin) notwendig oder wenn bereits Vorschädigungen des Körpers durch Behandlung des Energiesystems nicht mehr ausgeglichen werden können (z. B. insulinpflichtiger Diabetes mellitus). In der Regel wird durch eine Kombinationstherapie weder die Ohrakupunktur noch die konventionelle Therapie in ihrer Wirkung beeinträchtigt. Interaktionen müssen aber bei bestimmten Präparategruppen berücksichtigt werden.
Kortisonhaltige Präparate und sonstige Immunsuppressiva
kortisonhaltige PräparateImmunsuppressivaDie Anwendung von Ohrakupunktur Therapiehindernisse:Immunsuppressivawährend der Einnahme von kortisonhaltigen Präparaten Therapiehindernisse:kortisonhaltige Präparateoder Immunsuppressiva führt oft zur Symptomverstärkung. Dies tritt v. a. dann auf, wenn Ohrpunkte verwendet werden, die das Immunsystem stimulieren, z. B. ACTH (6.6.6), Nebennierenrinde (6.6.1) oder Immun-Achse (6.12.3).
Erklärungsmodell: Kortison supprimiert das Immunsystem. Dadurch wird eine Schwächung von Körperfunktionen herbeigeführt. Dies ist z. B. zur Hemmung von Entzündungsreaktionen erwünscht, wenn auch unter z. T. erheblichen Nebenwirkungen. Im Gegensatz dazu stützt die Ohrakupunktur die Energien des Körpers sowie die Selbstheilungskräfte. Dadurch wird das Immunsystem durch Stärkung beruhigt und das Kortison u. U. in seiner Wirkung behindert. Bei Patienten, die kortisonhaltige Präparate einnehmen, muss deshalb bei gleichzeitiger Akupunkturtherapie die Gefahr einer Erstverschlimmerung beachtet werden.
Antibiotika
AntibiotikaAntibiotika Therapiehindernisse:Antibiotikakönnen bakterielle Infekte bei richtiger Anwendung schnell zum Abklingen bringen. Bei wiederholter Antibiotikagabe lässt sich jedoch oft eine zunehmende Infektanfälligkeit beobachten.
Erklärungsmodelle:
  • Das Immunsystem wird durch wiederholte Antibiotikaanwendung nicht mehr ausreichend trainiert und damit anfälliger für Infekte.

  • Durch die Antibiose verbleibt meist eine energetische Information des Infektes im Körper. Je mehr solcher Informationen gesammelt werden (durch wiederholte Antibiose), desto mehr wird das Energiesystem des Körpers beansprucht. Dies könnte zu einer anhaltenden Schwächung und damit erhöhten Infektanfälligkeit führen.

Durch die Ohrakupunktur kann die Progredienz von Infekten v.a. im Frühstadium oft aufgehalten und die Heilung beschleunigt werden. Eine zuvor bestehende Infektanfälligkeit kann dadurch oft gemindert werden.

Energetische Störfaktoren

Die Ohrakupunktur nimmt Störfaktoren, energetischeenergetische StörfaktorenEinfluss auf das Therapiehindernisse:energetische StörfaktorenEnergiesystem des Menschen. Sie reguliert und harmonisiert, leitet Stauungen ab, ergänzt Energie in „Mangelgebieten“ (v. a. durch Umverteilung) und löst Blockierungen auf. Dadurch wird die körperliche, physiologische Ebene einer Erkrankung beeinflusst und der Körper in die Lage versetzt, die Fehlregulation aufzuheben und das geschädigte Organsystem, das zur Krankheit führte, wieder zu regenerieren und zu heilen. Dies hat nur dann seine Grenzen, wenn die Erkrankung bereits zu irreparablen körperlichen Schäden geführt hat (z. B. Amputation, Leberzirrhose, etc.).
Wie schnell ein Heilungsvorgang abläuft, hängt von der Schnelligkeit und Stärke der Umsetzung der therapeutischen Information der Ohrakupunktur durch das jeweilige individuelle Energiesystem ab.
Energetische Störfaktoren binden oder führen zu Verlust von Energie, die damit zu therapeutischen Zwecken nicht zur Verfügung steht. Sie verlangsamen oder behindern somit den Heilungsprozess.
Mögliche Störfaktoren sind:
  • Lang anhaltende, schwere Krankheiten.

  • Multilokales Krankheitsgeschehen, z. B. gleichzeitig Migräne, Narben und Sinusitis; dies führt zu einer Art „Aufteilung“ der Energien, die therapeutisch eingesetzt werden können.

  • Störfelder, die Energie binden, die zu therapeutischen Zwecken nicht zur Verfügung steht (5.7).

  • Dauerbelastungen des Energiesystems durch Toxine, Strahlen (z. B. Hochspannungsleitungen, Sendemasten) oder Stress.

  • „Tief sitzende“ Blockierungen des Energiesystems durch chronische Erkrankung; je länger eine Erkrankung besteht, desto fester gräbt sie sich in das Energiesystem ein und blockiert den Energiefluss (tief sitzende Blockierung).

  • Hohes Alter, mit zunehmendem Alter wird progrediente Lebensenergie verbraucht. Cave: Da die angeborene Lebensenergie sehr variiert, gibt das Alter an sich keinen Hinweis auf die Therapierbarkeit!

Ohrringe

  • Historischer Hintergrund: Bereits im Mittelalter Therapiehindernisse:Ohrringewar Ohrringees üblich, dass Seefahrer einen Ohrring im Ohrläppchen trugen. Dies sollte die Sehkraft verbessern. Auch Zimmerleute und Bauern bedienten sich dieser Methode. Die Durchstichstelle des Ohrrings in der Mitte des Ohrläppchens entspricht dem französischen Punkt Auge und dem chinesischen Auge (8). Im Mittelalter war die Ohrakupunktur im westlichen Kulturkreis nicht bekannt. Aber ähnliche Beobachtungen führten zu derselben Erkenntnis: Die Sehkraft lässt sich durch Stechen eines Punktes im Ohrläppchen beeinflussen.

  • Akute Wirkung: Geht der Ohrring durch einen pathologischen, irritierten Ohrpunkt, dann tritt kurzzeitig ein therapeutischer Effekt ein. Dieser Effekt wird jedoch durch das Durchstechen der Ohrvorder- und -rückseite abgeschwächt, da dadurch ein energetischer Kurzschluss auftritt (3.2.2). Werden nicht pathologische Punkte gestochen erfolgt keine Reaktion.

  • Langzeitwirkung: Nach wenigen Wochen lässt die Wirkung durch einen Dauerreiz wie einen Ohrring nach (vgl. Dauernadel 2.5.3). Der Körper adaptiert nämlich an den Reiz, vergleichbar der Adaptation an Gerüche, die innerhalb von Minuten stattfindet.

  • Durch das Stechen eines Ohrlochs zum Anbringen eines Ohrrings entstehen in der Regel keine Krankheitssymptome.

  • Wächst das Ohrloch nach Entfernen des Ohrrings nicht mehr zu, ist der Punkt für die Ohrakupunktur verloren. Je mehr Ohrringe gesetzt wurden, desto eingeschränkter wird die Therapiemöglichkeit.

Piercing

PiercingDer Piercingring Therapiehindernisse:PiercingPiercingverursacht wegen seines meist größeren Durchmessers einen Substanzdefekt, der – v. a. bei Positionierung im Ohrknorpel – zu systemischen körperlichen Beschwerden führen kann. Im Gegensatz zu Ohrringen können Piercingringe körperliche Beschwerden hervorrufen, die in Zusammenhang mit den gestochenen Punkten stehen. Beispiel: Piercing im Bereich der Anthelix (Repräsentationsareal der Wirbelsäule) kann zu Rückenbeschwerden führen. Piercingringe an anderen Körperteilen können wie Störfelder wirken (5.7.1). Insbesondere Nabelringe können das Energiesystem schwächen (analog zur Laparoskopienarbe).

Notfälle

Stichverletzung

  • StichverletzungOhrakupunktur:NotfälleNotfälle\"\r\"NotfälleNotfälleMaßnahmen: großzügige Desinfektion, z. B. mit 70 % Alkohol; Betaisodona-Bad; evtl. Nadel zur mikrobiologischen Untersuchung; bei Verdacht auf Hepatitis oder HIV-Erkrankung Blutabnahme beim Patienten und beim Verletzten zur Feststellung des Immunstatus; chirurgische Wundversorgung.

  • Dokumentation: schriftliche Darstellung des Vorgangs mit Datum und Uhrzeit sowie der durchgeführten Sofortmaßnahmen.

  • Meldung: bei verletzten Praxisangestellten an Berufsgenossenschaft.

  • Überweisung: bei verletzten Praxisangestellten an Durchgangsarzt (D-Arzt).

Nadelkollaps

  • Vorkommen: bei Patienten Nadelkollapsmit orthostatischer Dysregulation; bei Patienten, die im Sitzen oder Stehen genadelt werden.

  • Maßnahmen: soweit Patient noch nicht liegt, diesen in Schocklagerung bringen (Beine hoch), Patient warm halten, Patient ansprechen, Schmerzreize setzen (in Wange kneifen), RR und Puls kontrollieren; bei Verdacht auf zugrunde liegende Herz-Kreislauf-Erkrankung Einschaltung eines Notarztes.

  • Notfallpunkte bei Kollaps aus der Körperakupunktur: LG 26 (zwischen oberem und mittlerem Drittel des Philtrums, am Beginn des Nasenseptums), KS 6 (2 Cun oberhalb der Mitte der palmaren Handgelenkfurche in Höhe des Uhrarmbands) und EX-UE 11 (Spitzen der zehn Finger).

Notfallausstattung

Normalerweise treten bei der Ohrakupunktur keine lebensbedrohlichen Situationen auf. Notfälle können sich jedoch aus den Vorerkrankungen ergeben. Folgende Standard-Notfallausstattung sollte in der Praxis griffbereit sein:
  • Blutdruckmessgerät.

  • Stethoskop.

  • Reflexhammer.

  • Taschenlampe.

  • Spatel.

  • Handschuhe.

  • Blutzuckerstix.

  • Stauschlauch.

  • Infusions-Set.

  • Medikamente: z. B. Nitro-Spray, Adalat-Kapseln, Diazepam, Theophyllin, Salbutamol-Dosieraerosol, Dexamethason-Dosieraerosol, Kortison-Präparat, Ringer-Lsg.

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