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B978-3-437-55425-4.00010-7

10.1016/B978-3-437-55425-4.00010-7

978-3-437-55425-4

Fallbeispiele

  • 10.1

    Migräne beim Kind428

  • 10.2

    Neurodermitisches Exanthem beim Neugeborenen430

  • 10.3

    Makuladegeneration432

  • 10.4

    Hirntumoren434

    • 10.4.1

      Astrozytom434

    • 10.4.2

      Glioblastom multiforme Grad IV436

    • 10.4.3

      Pinealom, Pineoblastom WHO Grad III439

    • 10.4.4

      Meningeom, WHO Grad I441

    • 10.4.5

      Meningeom, WHO Grad I444

  • 10.5

    Epilepsie446

  • 10.6

    Chronische Polyarthritis449

  • 10.7

    Periarthritis humeroscapularis (Schultermyalgie)451

  • 10.8

    Lumbalgie454

  • 10.9

    Fertilitätsstörung456

  • 10.10

    Parkinson-Syndrom458

  • 10.11

    Optikusneuritis461

  • 10.12

    Psoriasis463

  • 10.13

    Kollagenose (z. B. Lupus erythematodes)465

  • 10.14

    Diskusprolaps, Lumbalgie468

  • 10.15

    Alopecia areata470

  • 10.16

    Adrenogenitales Syndrom (AGS)472

  • 10.17

    Alopecia diffusa474

  • 10.18

    Rhinitis allergica476

  • 10.19

    Hypertonie478

  • 10.20

    Diabetes mellitus480

  • 10.21

    Schlafstörung482

  • 10.22

    Idiopathischer Tremor484

Die folgenden Fallbeispiele geben nicht den durchschnittlichen Standard der alltäglichen Praxis wieder, sondern zeigt herausragende und eindeutige Behandlungsverläufe, wie sie im Praxisbetrieb immer wieder vorkommen. Chronische Erkrankungen, bei denen die Akupunktur über Jahre angewendet wird und zur Schmerzreduktion beiträgt, können hier nicht aufgeführt werden, da diese Behandlungen als nicht abgeschlossen gelten.Fallbeispiele\"\r\"Fallbeispiele

  • Vor Behandlungsbeginn erfolgte eine körperliche Untersuchung und Diagnosestellung nach westlich-medizinischen Kriterien. Falls eine medikamentöse Begleittherapie durchgeführt wurde, wird dies im Text (Anamnese) erwähnt.

  • Die Punkte der Körperakupunktur sind abgekürzt (Deutsch und Latein nach Porkert).

  • Die Therapie erfolgte nach den Kriterien der TCM: Die Begründungen nach den Funktionskreisen und Syndrommustern sind angegeben und mit Ziffern gekennzeichnet; die Ziffern sind bei der Punktauswahl als Verweis gekennzeichnet, um eine Verbindung zwischen den Punkten und den TCM-Kriterien deutlich zu machen. Diejenigen Punkte, die keinen Verweis führen, entsprechen Therapiekriterien von untergeordneter Bedeutung.

  • Bei der chinesischen Phytotherapie, die ergänzend eingesetzt wird, sind die Einzelarzneien mit lateinischer und Pinyin-Bezeichnung angegeben. Die Einzelarzneien wurden für die aufeinanderfolgenden Rezepturen variiert und nicht alle gleichzeitig verabreicht. Die Kombinationen entsprechen in der Regel nicht den klassischen Rezepturen.

Migräne beim Kind

Migräne:beim Kind R. S., 11 Jahre, weiblich, Behandlungszeitraum: 7 Mo.
Anamnese
  • Seit dem 4. Lebensjahr rezidivierende, progrediente Kopfschmerzen.

  • Meist für 1 bis 2 Tage anhaltend.

  • Zeitweise kombiniert mit Licht- und Lärmempfindlichkeit oder abdominalen Schmerzen.

  • Verstärkt bei Föhneinfluss.

  • Nebenbefunde: selten Lumbalgie bei Skoliose.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Schwäche des Funktionskreises Niere.

  • Stauung im Funktionskreis Leber.

  • Wind-Schädigung.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 3.

    Lokale Entspannung verspannter Wirbelsäulenabschnitte, z. B. der HWS und LWS.

  • 4.

    Wind ausleiten.

Behandlung (Abb. 10.1-1)
Die Behandlung des Kindes wurde mit einem Twin-Laser (Reimers & Janssen) mit einer Leistung von 150/20 mW (Infrarot-/Rotlichtbereich) durchgeführt. Die Bestrahlung der Punkte erfolgte unter RAC-Kontrolle ca. 2 bis 5 sec.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Omega-Achse, HWK 7 → 3, LWK 2 → 3, Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, Leber → 2, Niere II → 1.

  • Links: Null-Punkt → 1, Antiaggression → 1, shen men (55) → 1.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Gallenblase → 2, Frustration → 2.

  • Links: Valium → 3, Infekt-Achse → 4.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 1, 2, Gb 14 (F 14) → 4, Le 3 (H 3) → 3, Ni 6 (R 6) → 1, 2.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
3E 5 (T 5) → 4, 3E 17 (T 17) → 4 Ma 36 (S 36) → 1, Di 4 (IC 4) → 1, 4.
Behandlungsintervalle
  • 3 Behandlungen 1-mal/Wo.

  • 4 Behandlungen 1-mal/2 Wo.

  • 3 Behandlung im Abstand von 3 bis 4 Wo.

  • Beendigung der Therapie bei Beschwerdefreiheit 5 Mo. nach Behandlungsbeginn.

  • Erneute Behandlung wegen schwacher Kopfschmerzen 10 Wo. später.

  • Anhaltende Beschwerdefreiheit laut telefonischer Auskunft der Mutter ½ Jahr nach der letzten Behandlung.

Behandlungsverlauf
Die Kopfschmerzen besserten sich sofort nach der 1. Behandlung, traten noch reduziert rezidivierend auf; zwischendurch wurden sie durch einen pulmonalen, viralen Infekt verstärkt, der jedoch rasch beseitigt werden konnte. Schließlich konnte anhaltende Beschwerdefreiheit erreicht werden.

Neurodermitisches Exanthem beim Neugeborenen

Neurodermitisches Exanthem beim Neugeborenen, Fallbeispiel B. J., 4 Mo, männlich, Behandlungszeitraum: 14 Mo.
Anamnese
  • Milchschorf seit der Geburt.

  • Progredientes Exanthem im Gesicht und an den Streckseiten der Arme und Beine.

  • Nebenbefunde: chronische Rhinitis, rezidivierende Ohrenschmerzen, Pendelhoden rechts, Leistenhoden links.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Schwäche des Funktionskreises Niere.

  • Hitze/Schleim-Blockaden im Leitbahnsystem.

  • Wind-Schädigung.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Kühlen des Hitze-Staus.

  • 3.

    Ausleiten des Schleims.

  • 4.

    Wind ausleiten.

  • 5.

    Stärken lokaler Punkte.

Behandlung (Abb. 10.2-1)
Die Behandlung des Kindes wurde mit einem Twin-Laser (Reimers & Janssen) mit einer Leistung von 150/20 mW (Infrarot-/Rotlichtbereich) durchgeführt. Die Bestrahlung der Punkte erfolgte unter RAC-Kontrolle ca. 2 bis 5 sec.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Immun-Achse → 4, Sinus frontalis und maxillaris → 5, Plexus bronchopulmonalis → 1, Null-Punkt → 1, (3).

  • Links: Infekt-Achse → 4, Sinus frontalis und maxillaris → 5, Null-Punkt → 3, (1).

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Niere I (95) → 1, Niere II → 1.

  • Links: Niere I (95) → 1, Niere II → 1.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Bl 2 (V 2) → 4, Di 20 (IC 20) → 1, 4, Di 4 (IC 4) → 1, 4, Lu 5 (P 5) → 1, 2, 3, Ma 36 (S 36) → 1.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Ni 6 (R 6) → 1, Le 3 (H 3) → 1, 2, Gb 41 (F 41), Di 11 (IC 11) → 2, 3, 4.
Behandlungsintervalle
  • In der Regel alle 2 Wo. ab Behandlungsbeginn.

  • Bei akuter Befundverschlechterung, z. B. durch Infekt, Verkürzung des Intervalls auf 1-mal/Wo.

  • Bei zunehmender Besserung der Beschwerden im Abstand von 3 Wo.

  • Abschluss der Behandlung bei Beschwerdefreiheit 14 Mo. nach Behandlungsbeginn.

Behandlungsverlauf
Das Exanthem reduzierte sich nach der 1. Behandlung deutlich, trat aber noch rezidivierend, v. a. in Kombination mit pulmonalen Infekten auf. Eine operative Therapie des Leistenhodens gegen Ende der Akupunkturbehandlung verschlechterte die Hautsymptome kaum mehr, sodass von einer stabilen Beschwerdefreiheit ausgegangen werden kann.

Makuladegeneration

Makuladegeneration:Fallbeispiel M. P., 59 Jahre, männlich, Behandlungszeitraum: seit 15 Jahren.
Anamnese
  • Zentral areoläre Makuladegeneration beidseits, phasenweise rasch progredient.

  • Trockene Form.

  • Beginn der Symptome: 2 Jahre vor der Konsultation in der Praxis, Arbeitsunfähigkeit seit 7 Mo.

  • Visus: rechts 50 %; links 20 % (mit eigener Brille) bei Erstbehandlung.

  • Gleichzeitig: Stereoamblyopie, Myopie, Presbyopie.

  • Nebenbefunde: HWS-Myalgie, Lumbalgie.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Leber.

  • Schwäche des Funktionskreises Niere.

  • Hitze-Schädigung.

Therapieziel
Aufhalten der Progredienz der Erkrankung und subjektive Sehverbesserung durch
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Stärken lokaler Punkte.

  • 3.

    Kühlen von Hitze.

Behandlung (Abb. 10.3-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Auge I (24a) → 2, Auge II (24b) → 2, Leber → 1, Ganglion stellatum → 2, HWK 7 → 2.

  • Links: Auge I (24a) → 2, Auge II (24b) → 2, Auge (8) → 2, shen men (55) → 1, Frustration.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Auge (8) → 2, LWK 2 → 2, Null-Punkt.

  • Links: Antiaggression, Valium.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Yu Yao2, 3, Bl 1 (V 1) → 2, 3, Gb 14 (F 14) → 2, Le 3 (H 3) → 1, 3, 3E 3 (T 3), Ma 1 (S 1) → 2, 3.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
3E 6 (T 6) → 1, Bl 20 (F 20) → 2, 3, Ma 36 (S 36) → 1, Gb 37 (F 37) → 1, 2.
Behandlungsintervalle
  • 1-mal/Wo. für ca. 6 Mo.

  • 1 Behandlung alle 2 bis 3 Wo.

  • Sobald keine subjektive Symptombesserung erreichbar war, alle 4 Wo. zur Erhaltung der Stabilität.

Behandlungsverlauf
Nach der 1. Behandlung verbesserte sich das Nachtsehen subjektiv für einen Tag deutlich, 1 bis 2 Tage lang hatte der Patient das Gefühl, dass er tagsüber klarer sehen konnte. Im Behandlungsverlauf besserte sich das subjektive Sehen, was dem Patienten v. a. beim Lesen auffiel. Die objektive Visusmessung beim Augenarzt ergab eine Visusverbesserung um 5 % beidseits. Insgesamt kann festgestellt werden, dass die rasche Progredienz der Erkrankung bis zum Behandlungsbeginn mit Akupunktur gestoppt werden konnte und sich die subjektive Sehleistung leicht, aber deutlich besserte.

Hirntumoren

Im folgenden Kapitel werden unterschiedliche Hirntumoren:FallbeispieleHirntumoren verschiedener Malignitätsgrade in ihrer Therapiemöglichkeit aufgezeigt. Wie für alle Tumorerkrankungen gilt auch hier, dass zum einen überraschende kurative Therapieerfolge und zum anderen keine kurativen, sondern nur palliative Therapieergebnisse erzielt werden konnten; andere Tumorpatienten wiederum verstarben trotz Akupunkturbehandlung. In diesen Fällen war jedoch die Lebenszeit verlängert und v. a. die Lebensqualität entscheidend verbessert worden. Es scheint, dass durch die Akupunkturbehandlung die Selbstheilungskräfte des Körpers maximal mobilisiert werden können, sobald sich diese allerdings irreversibel erschöpft haben, sterben Patienten innerhalb weniger Tage oder Wo. Zumindest kann die Akupunkturbehandlung die Leidenszeit während der Endphase einer Tumorerkrankung deutlich verkürzen.

Astrozytom

Astrozytom:FallbeispielG. W., 34 Jahre, weiblich, Behandlungszeitraum: seit 17 Jahren.
Anamnese
  • 3½ Jahre vor der Konsultation in der Praxis traten epileptische Anfälle auf, danach wurde ein Astrozytom Grad III diagnostiziert.

  • Initialbehandlung: Operative Therapie, danach 33 Strahlentherapiebehandlungen.

  • 2½ Jahre nach der Diagnosestelltung trat ein Rezidiv auf; das 1 Jahr später operiert wurde, postoperativ Hemiparese rechts.

  • Nach weiteren 3 Mo. wieder Rezidiv; Hyperthermie/Chemotherapie: Weiter geringe Tumorprogredienz.

  • Danach weitere Chemotherapie: Rezidivreduzierung um 20 % (Restgröße 6 cm).

  • Zu diesem Zeitpunkt Beginn der Akupunkturbehandlung.

  • Nebenbefunde bei Behandlungsbeginn: als Therapie-Nebenwirkung Teilparese rechter Arm (s. Behandlungsverlauf); Sensitivitätsstörung rechter Arm (Kalt-/Warm-Differenzierung nicht möglich), Sensibilitätsstörung rechtes Bein.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche der Funktionskreise Mitte und Niere.

  • Schleim-Blockade im Funktionskreis Niere.

  • Störung der Qi-Verteilung in den Netzleitbahnen.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Lösen und Ausleiten des Schleims.

  • 3.

    Durchgängigmachen der Netzleitbahnen.

  • 4.

    Bewegung des Qi antreiben.

  • 5.

    Stärken lokaler Punkte.

Behandlung (Abb. 10.4-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Atlantooccipitalgelenk → 5, Schulter → 5, LWK 2 → 5, shen men (55) → 1, Angst.

  • Links: Os occipitale → 4, Hirnstamm (25) → 4, Graue Substanz (34) → 4, Immun-Achse, Valium.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Null-Punkt → 1, (2), LWK 3 → 5, Oberschenkel → 4, 5, Os temporale → 4, Hirnstamm (25) → 4.

  • Links: Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, HWK 7 → 5, Null-Punkt → 2, (1), Knie → 4, 5, Interferon, Thymus, Handgelenk (67) → 4, 5, Frustration.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 1, Pe 6 (Pc 6) → 1, 2, 4, Le 3 (H 3) → 1, Di 11 (IC 11) → 2, Mi 4 (L 4) → 1, 2.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Gb 20 (F 20), Gb 41 (F 41), Ma 36 (S 36) → 1, 3E 5 (T 5) → 3, 4, Bl 40 (V 40) → 1, 5, Mi 3 (L 3) → 2, 4, Ni 3 (R 3) → 1, 5, Ni 6 (R 6) → 1.
Behandlungsintervalle
  • Zunächst 1-mal/Wo. für 6 Wo.

  • Danach 1-mal/2 Wo. für ca. 6 Mo.

  • Danach alle 3- bis 4 Wo. bis NMR-Befund: kein Hinweis mehr auf Rezidiv über 2 Jahre nach Behandlungsbeginn.

  • Danach sporadische Behandlung zur Reduzierung der restlichen Sensibilitätsstörungen.

Behandlungsverlauf
Nach der 1. Behandlung trat eine subjektive Besserung ein, die akuten Schulterbeschwerden bestanden nicht mehr. Im weiteren Behandlungsverlauf bildeten sich die Sensibilitätsstörung des rechten Beins sowie die Teilparese des rechten Arms fast komplett zurück. Langsamer entwickelte sich die Kalt-Warm-Differenzierung des rechten Arms, diese ist heute fast vollständig wiederhergestellt. Im Kontroll-NMR wurde zum ersten Mal der völlige Rückgang des Rezidivs diagnostiziert und bei einer weiteren Kontrolle 3 Jahre nach Behandlungsbeginn bestätigt. Seither gilt die Patientin als tumorfrei. Zur Behandlung der minimalen Restzustände der Sensitivitätsstörung befindet sie sich derzeit (Anfang 2011) noch alle 6 Wo. in Behandlung.

Glioblastom multiforme Grad IV

Glioblastom:FallbeispielG. E., 29 J., weiblich, in Behandlung seit 3½ Jahren. Die rasch progredient verlaufende Erkrankung hat eine sehr schlechte Prognose.
Primäre Anamnese
  • Schwindelanfälle seit 3 Jahren.

  • Progredient, seit 4 Mo. auftretende Kopfschmerzen, wurden im NMR als Glioblastom occipitoparietal diagnostiziert.

  • Initialbehandlung: operative Therapie kurz nach Diagnosestellung, danach 34 Strahlentherapiebehandlungen.

  • Jährliche MRT-Kontrollen ohne Hinweis auf Rezidivtumor; lediglich erweitertes Seitenventrikelhinterhorn und Parenchymdefekt in der OP-Region.

  • Zum Zeitpunkt der postoperativen Bestrahlung (4 Wo. nach OP) Akupunkturbehandlung.

  • Schwangerschaft mit Sectio etwa 3 Jahre nach Behandlungsbeginn, komplikationslos.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte und Niere.

  • Schleimblockade im Funktionskreis Niere.

  • Störung der Qi-Verteilung in den Netzleitbahnen.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Lösen und Ausleiten des Schleims.

  • 3.

    Durchgängig machen der Netzleitbahnen.

  • 4.

    Bewegung des Qi antreiben.

  • 5.

    Stärken lokaler Punkte.

Behandlung (Abb. 10.4-2)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Hirnstamm (25) → 5, Immun-Achse → 1, Graue Substanz (34) → 5.

  • Links: Hirnstamm (25) → 5, shen men (55) → 4, IFN → 1, Thymus → 1.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Niere I + II → 1, Frustration, Null-Punkt → 1, (2), HWK 7 → 5, Angst.

  • Links: Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, Interferon→ 1, Valium.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Yin Tang, Tae yang, Du 20 (RG 20) → 4, Pe 6 (Pc 6) → 1,4, Ma 36 (S 36) → 1, Le 3 (H 3) → 1.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Lu 5 (P 5) → 1, GB 41 (F 41) → 3 Fertilitätsstörung, Ni 6 (R 6) → 1, Ni 7 (R 7) → 1, He 7 (C 7) → 1,3, 3E 4 (T 4) → 3 (Hyperemesis gravidarum).
Behandlungsintervalle
  • Zunächst 1-mal/Wo. für 6 Wo.

  • Danach 2-mal/Mo. für ca. 1 Mo., danach 6 Mo. Behandlungspause während Reha-Maßnahmen (2 Monate nach Behandlungsbeginn).

  • Aufgrund des unklaren NMR-Befunds Weiterbehandlung nach Behandlungspause (s. o.):

    • Zunächst 1-mal/Wo. für 6 Wo.

    • Danach 2-mal/Mo. für ca. 3 Mo. beginnend 9 Monate nach Behandlungsbeginn.

    • Danach 1- bis 2-mal/Mo. für ca. 5 Mo. dann 8-monatige Behandlungspause.

  • Weiterbehandlung wegen Kinderwunsch 1-mal/Mo. über 5 Mo., dann SS und Geburt mit Sectio, präpartales NMR o. B.

Behandlungsverlauf
Die Patientin kam nach der OP mit Beginn der Strahlentherapie zur Akupunkturbehandlung. Die Nebenwirkungen der Strahlentherapie, insbesondere die Erschöpfung, konnte gut ausgeglichen werden. Lediglich die Hypersensitivität der Kopfhaut und der Haarausfall waren nicht völlig zu verhindern.
2 Mo. nach der Diagnosestellung wurde eine Chemotherapie für 12 Mo. durchgeführt; die ersten 6 Mo. wurde eine Akupunktur-Behandlungspause eingelegt. Bei unklarem NMR-Befund setzte die Patientin die Akupunkturbehandlung für den Zeitraum von 10 Mo. wieder fort. Zu diesem Zeitpunkt war sie mit dem Ablösungsprozess von der überfürsorglichen Mutter vereinnahmt.
4 Mo. später (Z. n. Chemotherapie) äußerte die Patientin, dass sie sich ein Kind wünsche. Das Gelingen der Konzeption wurde nach weiteren 3 Mo. konsequent unter Akupunkturbehandlung verfolgt. 4 Mo. später wurde die Patientin schwanger und die SS wurde bis zur Geburt eines gesunden Kindes mit Sectio begleitet. Die letzte präpartale Akupunkturbehandlung erfolgte 4 Tage vor der Entbindung. 10 Wo. nach der Geburt erfolgte die Behandlung ihres Erschöpfungszustands. Sonstige Symptome bestanden zu diesem Zeitpunkt nicht. Es ist v. a. von weiterer Rezidivfreiheit auszugehen.

Pinealom, Pineoblastom WHO Grad III

Pineoblastom:FallbeispielPinealom:FallbeispielM. Ch., 32 J., männlich, 5 Jahre in Behandlung (verstorben). Der Verlauf der Erkrankung und die Prognose waren aufgrund der liquorgenen Metastasierung der Epiphyse als unsicher zu bezeichnen.
Primäre Anamnese
  • Etwa 1 Jahr nach dem Tod des Vaters wurde nach Druckgefühl im linken Ohr ein Pinealistumor WHO III diagnostiziert.

  • Initialbehandlung: operative Therapie mit Ventrikulozisternostomie bei Hydrozephalus und Tumorexstirpation 2 Mo. nach Diagnosestellung, danach ½ Jahr Strahlentherapie mit 45,6 Gy 08.

  • 22 Mo. beschwerdefrei, bei Routine-NMR-Kontrolle Kleinhirnmetastase Radiochirurgie mit dem Gamma Knife.

  • Beginn der Akupunkturbehandlung 1 Mo. später.

  • NMR nach 4 Mo.: Kleinhirnrezidivtumor und multiple Metastasen im Spinalkanal.

  • 30-mal Radiatio des Schädels und Spinalkanal.

  • Kontrolle NMR nach ½ Jahr: unveränderter Befund; Onkologin empfiehlt Chemotherapie und Rückenmarkstransplantation, vom Patienten abgelehnt.

  • Seither Akupunkturbehandlung.

  • Nebenbefunde bei Behandlungsbeginn: Sensibilitätsstörung linkes Bein, v. a. im Knie, Fußsohle; ischialgieforme Schmerzen links, Gangunsicherheit/Schwindel; anales Druckgefühl bei Z. n. Prostatitis, später vermehrter Speichelfluss, Tinnitus links.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte und Niere.

  • Schleimblockade in Funktionskreis Niere.

  • Störung der Qi-Verteilung in den Netzleitbahnen.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Lösen und Ausleiten des Schleims.

  • 3.

    Bewegung des Qi antreiben.

  • 4.

    Stärken lokaler Punkte.

Behandlung (Abb. 10.4-3)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Hirnstamm (25) → 4, Immun-Achse → 1, Graue Substanz (34) → 4, shen men (55) → 3.

  • Links: Hirnstamm (25) → 4, Null-Punkt → 1, Lateralitäs-Steuerpunkt → 1.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Niere I + II → 1, Frustration, HWK 7 → 4, Medulla → 4.

  • Links: Interferon, Valium, Medulla → 4, Punkte der WS → 4, Knie → 4.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 1, 3, Bl 40 (V 40) → 1, Bl 62 (V 62) → 1, 3, MP 9 (L 9) → 2, Le 3 (H 3) → 1.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Lu 5 (P 5) → 1, GB 41 (F 41) → 3, Ni 6 (R 6) → 1, Ni 7 (R 7) → 1, 3 E 17 (T 17), 3 E 3 (T 3) → 3, Ma 36 (S 36) → 1.
Behandlungsintervalle
  • 1×/Wo.

Behandlungsverlauf
Der Patient kam 1½ Jahre nach Diagnosestellung eines Pinealisblastoms mit nachfolgender Primäroperation, postoperativer Strahlentherapie und Radiochirurgie eines Kleinhirnrezidivs zur Akupunkturbehandlung. Die Hauptsymptome waren Sensibilitätsstörungen des linken Beins, ischialgiformen Schmerzen links, ein Druckgefühl am Anus sowie Gleichgewichtstörungen beim Gehen. Diese Beschwerden besserten sich unter Akupunkturbehandlung kontinuierlich bis zur fast völligen Beschwerdefreiheit. Die jährliche NMR-Kontrolle ergab 4 Mo. nach Behandlungsbeginn ein Kleinhirnrezidiv und eine multiple spinale Metastasierung. Es erfolgte eine lokale Bestrahlung bis zu der Höchstdosis von 60 Gy, die jedoch zu keinem deutlichen Rückgang der Metastasierung führte. Somit galt der Patient als austherapiert.
Die Akupunkturbehandlung bewirkte den weiteren Rückgang der neurologischen Symptomatik, sodass der sportliche Patient 5 Jahre lang ein nahezu beschwerdefreies Leben führen und sich körperlich belasten konnte. Die berechnete Lebenserwartung wurde damit bei guter Lebensqualität weit übertroffen. Dann trat eine deutliche Verschlechterung des Schwindels sowie der Gangunsicherheit und Schwäche auf. Das dafür ursächliche Rezidivwachstum konnte nicht mehr beherrscht werden und der Patient verstarb.

Meningeom, WHO Grad I

Menigeom:FallbeispielS. M., 48 J., männlich, in Behandlung seit etwa 8 Jahren. Das langsam infiltrierende Meningeom hat nach OP eine gute Prognose, eine maligne Entartung ist allerdings möglich.
Primäre Anamnese
  • Nach anhaltenden Zervikozephalgien und Hörminderung links, vom Osteopathen NMR-Abklärung empfohlen.

  • Diagnose eines petroklivalen Menigeoms mit Infiltration in N. trigeminus und operative Tumorenukleation 4 Mo. vor Beginn der Akupunkturbehandlung.

  • Postoperative Fazialisparese und Taubheit im Trigeminusbereich links, Doppelbilder.

  • Akupunkturbehandlung zur Restitutio der Nervenirritation und Tumorrezidivprophylaxe.

  • Nebenbefunde: Ulcus corneae li aufgrund postoperativer Fazialisparese, Amnionplastik 3 Mo. vor Behandlungsbeginn.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte und Niere.

  • Schleimblockade im Funktionskreis Niere.

  • Störung der Qi-Verteilung in den Netzleitbahnen.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Lösen und Ausleiten des Schleims.

  • 3.

    Bewegung des Qi antreiben.

  • 4.

    Stärken lokaler Punkte.

Behandlung (Abb. 10.4-4)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Immun-Achse → 1, Ganglion stellatum → 3.

  • Links: Hirnstamm (25) → 4, Graue Substanz (34) → 4, shen men (55) → 1, IFN → 1, Trigeminus→ 4, Valium.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Null-Punkt → 1, (2), LWK3 → 4, Oberschenkel → 4, Os temporale → 4, Hirnstamm (25) → 4.

  • Links: Mundboden (3) → 4, Zunge (4) → 4, Gaumen (2) → 4, Wange (11) → 4, Innenohr (9) → 4, Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, HWK 7 → 4, Null-Punkt → 2, Interferon → 1, Thymus → 1.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 1, 3, Pe 6 (Pc 6) → 1, 2, 3 E 17 (T 17) → 3, Gb 14 (F 14), Ma 1 (S 1) → 4, Di 4 (IC 4) → 3.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Dü 19 (IT 19) → 3, Le 3 (H 3) → 1, 3 E 5 (T 5) → 3, Ni 6 (R 6) → 1, Tae Yang → 4, Bl 2 (V 2) → 4, Di 20 (IC 20) → 4.
Behandlungsintervalle
  • 1-mal/Wo.

Behandlungsverlauf
Die 1. Behandlung der postoperativen Beschwerden (Fazialisparese links, Trigeminusirritation links, Doppelbilder, Z. n. Amnionmembrantransplantation linke Cornea) bei Z. n. Menigeomresektion erfolgte 3½ Mo. nach der Operation. Die Akupunkturbehandlung diente auch der Rezidivprophylaxe. Bereits nach der 1. Akupunktur besserte sich die Fazialisparese: Der Patient gab an, er spüre die Zähne besser, merke Impulse in Zunge und Unterkiefer und nähme ein Kribbeln links orbital wahr, wo zuvor Taubheit herrschte. Im weiteren Behandlungsverlauf bildeten sich die Symptome kontinuierlich zurück. Die Doppelbilder, die den Patienten zwangen, das linke Auge abzudecken, um deutlich sehen zu können, verschwanden nach der 4. Behandlung kontinuierlich. Die Sehkraft besserte sich deutlich. Derzeit besteht keine Einschränkung beim Sehen, die Stirnfalten sind wieder normal vorhanden, Mundwinkel o. B., Pfeifen möglich. Es bestehen lediglich Rest-Sensibilitätsstörungen der linken Gesichtshälfte.

Meningeom, WHO Grad I

Menigeom:FallbeispielW. I., 47 J., weiblich, war 20 Mo. in Behandlung. Das langsam infiltrierende Meningeom hat nach OP eine gute Prognose; eine maligne Entartung ist möglich. Zudem besteht eine selektive IgG-Immunopathie.
Primäre Anamnese
  • 9 Jahre vor Behandlungsbeginn chronische Pankreasinsuffizienz, Panzytrat 1-2-1, sonst Übelkeit.

  • 7 Jahre vor Behandlungsbeginn Menigeom-OP im Bereich der Falx cerebri, seither Tegretal bei Epilepsie.

  • Rezidivierende Migräne-Kopfschmerzen, mit Novalgin und Diazepam therapiert.

  • Dezente Hemiparese links.

  • Abklärung der chronisch rezidivierenden Sinusitiden führten zur Diagnose selektiver IgG-Mangel mit nachfolgender monatlicher IgG-Substitution.

  • Synkope bei Nadelstichen (Akupunktur, Infusionen, Blutentnahme).

  • Nebenbefunde bei Behandlungsbeginn: rezidivierende Lumbalgie bei Z. n. LWK-Fraktur.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte und Niere.

  • Schleimblockade in Funktionskreis Niere.

  • Störung der Qi-Verteilung in den Netzleitbahnen.

  • Hochschlagendes Leber-Yang.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Lösen und Ausleiten des Schleims.

  • 3.

    Durchgängig machen der Netzleitbahnen.

  • 4.

    Bewegung des Qi antreiben.

  • 5.

    Stärken lokaler Punkte.

  • 6.

    Absenken des Leber-Yang.

Behandlung (Abb. 10.4-5)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Immun-Achse → 1, Leber → 6, Null-Punkt → 1,2, LWK 2 → 5.

  • Links: Graue Substanz (34) → 4, Interferon → 1, Thymus → 1, Niere I → 1, LWK 2 → 5.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Sinus frontalis → 5, Sinus maxillaris → 5, Oberschenkel → 4, 5, Os temporale → 4, Hirnstamm (25) → 4, Angst, Valium.

  • Links: Sinus frontalis → 5, Sinus maxillaris → 5, Nase → 5, Infekt-Achse → 1, Angst-Achse.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 1, Ma 36 (S 36) → 1, Le 3 (H 3) → 6, Di 4 (IC 4) → 2.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Bl 20 (V 20) → 5, Di 20 (IC 20) → 5, Gb 14 (F 14), 3E 6 (T 6) → 3, 4, Bl 40 (V 40) → 1, 5, Ni 7 (R 7) → 1, He 7 (C 7) → 1, 2, 4, Ni 3 (R 3) → 1, 5.
Behandlungsintervalle
  • Zunächst 1-mal/2 Wo. für 1 Mo.

  • Danach 1- bis 2-mal/Mo. für ca. 4 Mo. und 1-mal/Wo. für etwa 3½ Mo.

  • Danach 1- bis 2-mal/Mo. für ein weiteres Jahr.

Behandlungsverlauf
Bereits die 1. Behandlung der multimorbiden Patientin mit komplexem Krankheitsbild bewirkte eine Besserung der Sinusitis mit freierer Nasenatmung: Statt der „belegten“ Nase entwickelte sich eine Rhinitis. Die rezidivierenden migräneartigen Kopfschmerzen infolge Schmerzmittelabusus (Novalgin) konnten nur kurzzeitig durch Akupunktur gebessert werden. Zur Intensivierung der Akupunkturwirkung Behandlung 1-mal/Wo. Nach 3-monatiger Behandlung wurde bei einer Routine-Laborkontrolle Erhöhung des ACTH und Kortisols festgestellt (Medizinische Klinik Innenstadt, München).
6 Mo. nach Behandlungsbeginn8 Mo. nach Behandlungsbeginn
Kortisol (4,0 bis 19,0 mikrog/dl)20,829,0
ACTH (15,0 bis 50,0 pikog/ml)46,060,0
Eine Akromegalie konnte ausgeschlossen werden, die Erhöhung der Laborparameter ist vermutlich auf die Akupunkturbehandlung zurückzuführen.

Die beiden Fallbeispiele (10.4.5 und 10.16) zeigen, dass sich die Ohrakupunktur der Immun-Achse in der Erhöhung des Kortisolspiegels im Blut auswirken kann. Im ersten Fallbeispiel ließ sich die Erhöhung des Laborparameters nachweisen, im zweiten Fallbeispiel erhöhte sich der 17-alpha-Hydroxyprogesteron-Spiegel als Vorstufe des Kortisons, das aufgrund des 21-Hydroxylase-Mangels nicht gebildet werden konnte.

Epilepsie

LEpilepsie:Fallbeispiel. M., 22 Jahre, männlich, Behandlungszeitraum: 9 Mo.
Anamnese
  • 2¼ Jahre vor Behandlungsbeginn Anbringen eines großen Piercingrings, der das Ohrläppchen rechts fast vollständig ausfüllt mit Verziehungen zum Antitragus hin.

  • Nach 1 Mo nach akuter HWS-Myalgie, Kopfschmerzen und Augendruck für 1 Wo. erster epileptischer Grand-mal-Anfall (Aura: Farbensehen, Speichelfluss, Krämpfe, retrograde Amnesie), zunächst keine Therapie.

  • 2. Anfall erfolgte ½ Jahr später, danach medikamentöse Therapie, trotzdem, ca. alle 2½ Mo. Anfälle; Ursache der Anfälle war unklar, gingen laut EEG jedoch von beiden Gehirnhälften aus, danach wiederholt verschiedene medikamentöse Therapieversuche ohne die Anfälle verhindern zu können.

  • Nebenbefunde: keine.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Niere.

  • Stauung im Funktionskreis Leber.

  • Schleimblockade im Funktionskreis Niere.

  • Stauung des Qi.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Störfeldtherapie am Ohr (durch Piercingring entstanden).

  • 2.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 3.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 4.

    Ausleiten der Schleimblockade.

  • 5.

    Bewegung des Qi.

Behandlung (Abb. 10.5-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Hirnstamm (25) → 1, Graue Substanz (34) → 1, shen men (55) → 3, Omega-Achse → 3, Lateralitäts-Steuerpunkt → 4.

  • Links: Hirnstamm (25) → 1, Graue Substanz (34) → 1, shen men (55) → 3, Valium → 3, Null-Punkt → 4.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Gallenblase → 3, Frustration → 3.

  • Links: Valium → 3, Infekt-Achse.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 2, 3, Pe 6 (Pc 6) → 3, 4, 5, Le 3 (H 3) → 3.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
3E 10 (T 10) → 4, 5, Pe 5 (Pc 5) → 4, 5, Ma 40 (S 40) → 4, Ni 6 (R 6) → 2.
Chinesische Arzneimitteltherapie
Buthus (quanxie, absenkend und den FK Leber befriedend), Rhizoma gastrodiae (tianma, absenkend und den FK Leber befriedend), Ramulus et unci uncariae (gouteng, absenkend und den FK Leber befriedend), Tuber curcumae longae (yujin, Xue regulierend und dynamisierend), Bambusae concretio siliceae (tianzhuhuang, kühlend und heißen Schleim umwandelnd), Fructus gleditsiae (zaojiao, kalten Schleim umwandelnd), Fossilium ossis mastodi (longgu, absenkend und den Geist beruhigend).
Behandlungsintervalle
  • Zunächst 6 Behandlungen 1-mal/Wo.

  • Danach in unregelmäßigen Abständen von 2 bis 4 Wo. aufgrund mangelnder Compliance des Patienten.

  • Die letzte Behandlung erfolgte 9 Mo. später, der Patient war nach dieser Sitzung nicht mehr gekommen.

Behandlungsverlauf
Der Patient war zunächst für 8 Wo. bei unveränderter medikamentöser Therapie beschwerdefrei. Nachdem er die Medikamente einzunehmen vergessen hatte und zusätzlich in eine Stresssituation kam, erfolgte ein erneuter Anfall. Danach war der Patient für 4 Mo. beschwerdefrei, versäumte jedoch 2 Behandlungstermine und kam nach einem erneuten Anfall 4 Mo. nach Behandlungsbeginn wieder in die Behandlung. Danach trat 2-mal für Sekunden eine Aura mit Farbensehen auf, aus der sich jedoch kein Anfall entwickelte. 4 Mo. nach dem letzten Anfall trat im April nach einer maximalen Stressbelastung wieder ein Anfall auf, die fortgesetzte Akupunkturbehandlung konnte einen weiteren Anfall verhindern, es kam jedoch zu weiteren Aura-Erlebnissen. Der Patient konsumierte allerdings trotz ärztlicher Warnung mitunter bis zu 5 Bier am Tag.
Anmerkung: Es besteht ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen dem Piercing und dem Auftreten der Epilepsie. Der Piercingring tangierte deutlich Repräsentationszonen von Gehirnarealen am Ohr (z. B. Ossa occipitale, temporale und frontale, sowie Graue Substanz [34]). Durch die Akupunkturbehandlung konnte die Anfallshäufigkeit deutlich reduziert werden. Die Aura-Erlebnisse hatten erst seit Behandlungsbeginn nicht mehr zu einem Anfall geführt. Die mangelnde Patienten-Compliance hat den Therapieerfolg eingeschränkt.

Chronische Polyarthritis

Polyarthritis, chronische:Fallbeispielchronische Polyarthritis:FallbeispielZ. G., 54 Jahre, weiblich, Behandlungszeitraum: 2 Jahre.
Anamnese
  • Z. n. Fraktur des Os naviculare links 2 Mo. vor Behandlungsbeginn, 1 Mo. später Schmerzen und Schwellung im rechten oberes Sprunggelenk und Vorfuß, kurzfristige Besserung durch antiphlogistische und Kortison-Therapie.

  • Progrediente Schmerzausbreitung in den folgenden Wo. und Mo. im Bereich der Wirbelsäule, Schultern, Kniegelenke, sowie Finger- und Zehengelenke beidseits.

  • Labor: zunächst Leukozytose, sonst o. B. später CRP-Erhöhung.

  • Z. n. Hysterektomie, Appendektomie und Tonsillektomie, Z. n. Nephrolithiasis.

  • Nebenbefunde: kollagene Kolitis.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Stauung im Funktionskreis Leber.

  • Bi-Syndrom mit Schleim-Blockade, Kälteblockaden und Hitze-Schädigungen.

  • Lokale Stauungen des Qi.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 3.

    Schleim ausleiten.

  • 4.

    Kälte-/bzw. Hitze-Schädigungen eliminieren.

  • 5.

    Lokale Bewegung des Qi und Entspannung.

Behandlung (Abb. 10.6-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben. Zeitweise wurden zur Behandlung von Störfeldern (z. B. Narben) Dauernadeln gesetzt, die ca. 1 Wo. verblieben, wenn sie zuvor nicht spontan abgestoßen wurden.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Immun-Achse → 3, 4, Atlantooccipitalgelenk → 5, HWK 7 → 5, Sinus maxillaris → 3.

  • Links: Infekt-Achse → 3, 4, Sinus frontalis → 3, Null-Punkt → 1, 3, shen men (55) → 2.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Null-Punkt → 1, 3, Niere → 1, Gallenblase → 2, Epiphyse, oberes Sprunggelenk → 5, Handgelenk → 5, Hüfte → 5, Knie → 5, Schulter → 5, PE 1, Tonsille → 5, Uterus → 5.

  • Links: Antiaggression → 2, Antidepressiver Punkt, HWK 3 → 5, HWK 7 → 5, LWK 2 → 5, Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, Omega-Achse → 2, Haldol → 2, Frustration, Thymus → 1.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Keine
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
3E 5 (T 5) → 4, 5, Mi 10 (L 10), Mi 3 (L 3) → 3, 4, Ma 36 (S 36) → 1, 3, 5, Di 4 (IC 4) → 5, Di 11 (IC 11) → 3, 4, Le 3 (H 3) → 2, Lu 5 (P 5) → 1, 4, Gb 20 (F 20) → 4, He 7 (C 7) → 4, 5, Pe 6 (Pc 6) → 3, 4, 5.
Chinesische Arzneimitteltherapie
Ramulus cassiae (juemingzi, FK Leber kühlend), Radix angelicae dahuricae (baizhi, Oberfläche öffnend und wärmend), Rhizoma atractylodis (cangzhu, aromatisches Arzneimittel, Feuchtigkeit umwandelnd), Radix heraclei (tu huo, Wind austreibend, Feuchtigkeit beherrschend, Schmerzen stillend), Semen plantaginis (cheqianzi, Flüssigkeit ausscheidend, Feuchtigkeit umwandelnd), Semen glycyrrhizae (gancao, Qi ergänzend), Rhizoma curcumae longae (jianghuang, Xue regulierend und dynamisierend), Radix salviae milthiorrhizae (danshen, Xue regulierend und dynamisierend) u. a.
Behandlungsintervalle
  • Zunächst ca. 1-mal/Wo. für ½ Jahr.

  • Danach 1- bis 2-mal/2 Wo. je nach Beschwerdebild für ½ Jahr.

  • Danach 1- bis 2-mal/Mo. bis zur anhaltenden Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf
Nach der 1. Behandlung zeigte sich ein deutlich verbesserter Allgemeinzustand, die HWS-Myalgie war beschwerdefrei, die Lumbalgie und Gelenkbeschwerden hatten sich kaum gebessert. Nach den Folgebehandlungen zeigten sich nach ½ Jahr starke Schwankungen der Beschwerden: Es konnten zwar Veränderungen der Symptome im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der Akupunktur festgestellt werden, allerdings hatte sich das Krankheitsbild kaum verbessert. Nach einem weiteren ½ Jahr besserten sich die Beschwerden deutlich. Nach weiteren 6 Mo. traten Gelenkbeschwerden nur noch sporadisch auf. Die Patientin und ihre Umwelt bemerkten gleichzeitig ein zunehmend aggressives Verhalten. 9 Mo. später konnte die Behandlung bei anhaltender Beschwerdefreiheit beendet werden.
Bemerkung: Bei der chronischen Polyarthritis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, eine Autoaggression gegen körpereigenes Gewebe. Ist die Akupunkturtherapie anhaltend erfolgreich, kann oft beobachtet werden, dass sich die zuvor unterdrückte Aggression nun nach außen gegen die Umwelt richtet. Patienten, die dies nicht zulassen können, verzögern den Behandlungserfolg.

Periarthritis humeroscapularis (Schultermyalgie)

Schultermyalgie:FallbeispielPeriarthritis humeroscapularis:FallbeispielH. H., 64 Jahre, männlich, Behandlungszeitraum: 2½ Jahre.
Anamnese
  • Nach Sturz beim Tennis, 2¼ Jahre vor der Konsultation in der Praxis, traten starke Schmerzen an der rechten Schulter auf; V. a. Ruptur der Rotatorenmanschette. Nach Röntgenbefund traumatisch aktivierte Arthrose diagnostiziert; 50 Massagen und krankengymnastische Behandlungen ohne wesentliche Besserung der Symptomatik.

  • Nach osteopathischer und chiropraktischer Behandlung 7 Mo. später erstmals und sofortige Besserung der Beschwerden, aber deutliche Restbeschwerden.

  • Nach erneuter Röntgenkontrolle 1 Mo. später wurde ein knöcherner Ausriss der Supraspinatussehne diagnostiziert und zeitnah operativ versorgt.

  • Postoperative Krankengymnastik konnte keine Beschwerdefreiheit erreichen.

  • Restbeschwerden bei Beginn der Akupunkturbehandlung: bei Außenrotation Schmerzen am Bizepssehnenansatz; Elevation des rechten Arms über 45° schmerzhaft.

  • Nebenbefunde: Diabetes mellitus Typ 2 a, Z. n. progressiver spinaler Muskeldystrophie, Nabelhernie, Nikotinabusus.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Kompensierte Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Kompensierte Schwäche des Funktionskreises Niere.

  • Schleimblockade.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Ausleiten der Schleim-Blockade.

  • 3.

    Lokale Entspannung der Muskulatur.

Behandlung (Abb. 10.7-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Schulter → 3, HWK 2 → 3.

  • Links: Null-Punkt → 1, 2, Valium → 3.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: HWK 3 → 3, HWK 7 → 3, Null-Punkt → 1, endokrines Pankreas → 1, shen men (55), Lunge (101).

  • Links: Pankreas, Plexus bronchopulmonalis → 1, 2.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Dü 9 (IT 9) 2, 3, Di 11 (IC 11) → 2, 3, 3E 5 (T 5).
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Le 3 (H 3), Ma 36 (S 36) → 1, 2, Di 14 (IC 14) → 3, Gb 20 (F 20) → 3.
Behandlungsintervalle
  • 2 Behandlungen im Abstand 1 Wo., danach anhaltende Beschwerdefreiheit.

  • Weiterbehandlung erfolgt nur noch aufgrund der Nebenbefunde und zur Stabilisierung.

Behandlungsverlauf
Trotz Komplikationen im Vorfeld konnten die bei Akupunkturbeginn bestehenden Beschwerden (s. o.) in 2 Behandlungen beseitigt werden; der Patient konnte nach der 2. Behandlung bereits wieder Möbel tragen, Tennis spielen und an einer Segelregatta teilnehmen, was vor der Behandlung aussichtslos schien. Zuletzt stellte sich der Patient 2½ Jahre nach Behandlungsbeginn vor, die rechte Schulter war beschwerdefrei geblieben.

Lumbalgie

DLumbalgie:Fallbeispiel. R., 51 Jahre, männlich, Behandlungszeitraum: 6 Mo.
Anamnese
  • Chronisch rezidivierende Lumbalgien von Jugend an.

  • 4 Tage vor Behandlungsbeginn nach längerem beschwerdefreiem Intervall progrediente Lumbalgie mit zunehmender Ausstrahlung in den linken Hoden.

  • MRT der LWS: beginnende Spondylose der kleinen Wirbelgelenke LWS 4/5 und LWS 5/S 1, keine Diskusprotrusionen, keine Spinalkanalstenosen.

  • Nebenbefunde: Höhenangst, Nikotinabusus.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Stauung im Funktionskreis Leber.

  • Wind-Schädigung.

  • Schleim-Blockade.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 3.

    Lokale Entspannung verspannter Wirbelsäulenabschnitte, z. B. der HWS und LWS.

  • 4.

    Ausleiten von Wind und Schleim.

Behandlung (Abb. 10.8-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Null-Punkt → 1, 3, LWK 4 → 3, LWK 5 → 3, shen men (55) → 2.

  • Links: LWK 2 → 3, S 1 → 3, Valium → 3, Antidepressive Achse → 2.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Angst → 2, Omega-Achse → 2, Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, Leber → 2.

  • Links: Begierde, Nikotin, Angst-Achse → 2, Hoden.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 2, 4, Bl 40 (V 40) → 1, 2, Mi 9 (L 9) → 4, Bl 62 (V 62) → 2, Le 3 (H 3) → 2.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
He 7 (C 7) → 2, Gb 41 (F 41) → 4, Dü 3 (IT 3) → 3, 4, Ma 9 (S 9) → 3, Ni 6 (R 6) → 1.
Bei akut progredienten Beschwerden wurde zusätzlich zur Akupunktur 0,1 ml-Xylonest 1 % an die Ohrlokalisationen Ω1 und LWS injiziert.
Behandlungsintervalle
  • Zunächst 1- bis 2-mal/Wo. bis zur deutlichen Beschwerdebesserung.

  • Danach 1-mal/2 Wo. bis zur vollständigen Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf
Die akute Lumbalgie konnte aufgrund der chronischen Vorschädigung nicht sofort gestoppt werden. Zunächst verschlimmerten sich die Beschwerden und strahlten in den linken Hoden aus. Deshalb wurde ein MRT der LWS durchgeführt. Nach der Akupunkturbehandlung zeigte sich eine kurzfristige, auch einige Tage anhaltende, Besserung; längere beschwerdefreie Intervalle traten jedoch erst nach 6 Wo. Behandlung auf. Eine belastungsstabile, anhaltende Beschwerdefreiheit konnte nach 6 Mo. erreicht werden. Seither ist der Patient hinsichtlich der Lumbalgie beschwerdefrei. Er ist wegen seiner ebenfalls deutlich rückläufigen Angstsymptomatik in Behandlung.

Fertilitätsstörung

MFertilitätsstörungen:Fallbeispiel. D., 33 Jahre, weiblich, Behandlungszeitraum: 38 Mo.
Anamnese
  • Anorexia nervosa 4 Jahre vor Beginn der Akupunkturbehandlung verstärkt aufgetreten, bereits in der Pubertät Essstörungen.

  • Seit dieser Zeit keine Periode trotz zwischenzeitlicher hormoneller Behandlung.

  • Nach psychosomatischer stationärer Behandlung Gewichtsnormalisierung, nur kurzzeitig Periode unter hormoneller Therapie, nach Absetzen keine Periode mehr.

  • Nach Heirat vor 7 Monaten jetzt Kinderwunsch.

  • Nebenbefunde: Rhinitis allergica, Raynaud-Syndrom, Hypotonie.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Stauung im Funktionskreis Leber.

  • Säfte-Mangel.

Therapieziel
Einsetzen der natürlichen Periode und stabile Voraussetzung für Schwangerschaft.
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 3.

    Ausgleichen des Säfte-Mangels.

Behandlung (Abb. 10.9-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Gynäkologische Achse → 1, Null-Punkt → 1.

  • Links: Niere I → 1.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Gallenblase → 2, Frustration → 2.

  • Links: Ovar → 1, Frustration → 2, Null-Punkt → 1, Gonadotropin-Punkt → 3, Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, 2, 3.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Mi 10 (L 10) → 3, Bl 40 (V 40) → 1.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Lu 5 (P 5) → 1, Ni 7 (R 7) → 1, Ma 36 (S 36) → 1, Le 3 (H 3) → 2.
Chinesische Arzneimitteltherapie
Radix paeoniae lactiflorae (baishao, Xue erhaltend und ergänzend), Radix angelicae sinensis (danggui, Xue ergänzend und erhaltend), Semen persicae (taoren, Xue regulierend und dynamisierend), Radix aconiti (fuzi, das Innere erwärmend), Cortex cinnamomi cassiae (rougui, das Innere erwärmend), Rhizoma cyperi (xiangfu, Regulation des Qi-Flusses), Rhizoma ligustici (chuanxiong, Xue regulierend und dynamisierend), Rhizoma scirpi seu sparganii (sanleng, Xue regulierend und dynamisierend), Radix codonopsitis (dangshen, Qi ergänzend), Herba epimedii (yinyanghuo, Yang stützend und ergänzend), Cortex eucommiae (duzhong, Yang stützend und ergänzend), Semen Zizyphi spinosae (suanzaoren, absenkend und den Geist stützend), Rhizoma zingiberis viridis (shengjiang, Oberfläche öffnend und wärmend) u. a.
Behandlungsintervalle
  • Zunächst 5 Behandlungen 1-mal/Wo.

  • Danach 1 Behandlung alle 2 bis 3 Wo. bis Einsetzen der Menses 3 Mo. nach Behandlungsbeginn.

  • Weiterbehandlung alle 2 Wo.; Ende Januar 2. Menses, Mitte März 3. Menses, danach Schwangerschaft; nach 15. SSW ist die Patientin nicht mehr zur Behandlung erschienen.

  • Weiterbehandlung 2½ Jahre nach Behandlungsbeginn nach vorausgegangenem Abortus in der 8. SSW bei jetzt erneuter Schwangerschaft in der 7. SSW.

  • Danach Akupunktur alle 2 Wo. bis zur 39. SSW.

Behandlungsverlauf
Nach ½ Jahr Behandlung mit Ohrakupunktur und TCM war der Zustand so stabilisiert, dass Menstruationsblutungen auftraten. Diese Blutung war mit einer Gewichtszunahme von ca. 4 kg auf 52 kg verbunden, worüber die Patientin nicht sehr glücklich war. Die Blutung blieb für 3 Zyklen stabil, danach wurde die Patientin schwanger. Die Schwangerschaft wurde bis zur 15. SSW mit der TCM-Therapie begleitet. Aufgrund des positiven Schwangerschaftsverlaufs und der danach regelmäßigen, alle 6 Wo. auftretenden Monatsblutung, begab sich die Patientin während ihrer 2. Schwangerschaft nicht in Akupunkturbehandlung. Nach der 8. SSW erfolgte ein Abortus. Die 3. Schwangerschaft wurde wieder mit TCM und Ohrakupunkturbehandlung begleitet und verlief komplikationslos bis zur Geburt eines gesunden Kindes.

Parkinson-Syndrom

IParkinson-Syndrom:Fallbeispiel. W., 52 Jahre, weiblich, Behandlungszeitraum: Beginn der Behandlung vor 20 Jahren, mit zwischenzeitlicher Beandlungspause von 1½ Jahren. Die Behandlung erfolgte bereits 3½ Jahre vor der Diagnosestellung „Parkinson“ aufgrund anderer Beschwerden, die Behandlung erfolgte bis etwa vor 4 Jahren. Im Augenblick befindet sich die Patientin in einem pflegebedürftigen Zustand im Altenheim laut Angaben des Ehemanns und es erfolgt keine Akupunkturbehandlung mehr.
Anamnese
  • Schleichend zunehmende Erschöpfung aufgrund Stressbelastung über Monate mit zunehmender innerer Unruhe und Tremor zunächst aller Extremitäten, später auf die rechte Körperhälfte konzentriert.

  • Täglich in wechselnder Intensität auftretend, anfangs bis zur Bettlägerigkeit.

  • Zeitweise kombiniert mit Sensibilitätsstörungen v. a. der rechten Hand.

  • Schreibfähigkeit der rechten Hand deutlich eingeschränkt, zeitweise nicht möglich.

  • Gehvermögen aufgrund des Tremors des rechten Beins zeitweise deutlich eingeschränkt und unsicher.

  • Nebenbefunde: HWS-Myalgie, Schulter-Myalgie beidseits, Ischialgie links.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Schwäche des Funktionskreises Niere.

  • Schwäche des Funktionskreises Herz.

  • Stauung im Funktionskreis Leber.

  • Wind-Schädigungen.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 3.

    Ausleiten der Wind-Schädigung.

  • 4.

    Lokale Entspannung verspannter Wirbelsäulenabschnitte, z. B. der HWS und LWS.

Behandlung (Abb. 10.10-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, Antidepressive Achse, Angst, shen men (55) → 2.

  • Links: Omega-Achse → 2, Angst-Achse, shen men (55) → 2.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Omega-Achse → 2, Hirnstamm (25) → 1, Graue Substanz (34) → 1, Frustration → 2, N. ischiadicus → 4.

  • Links: Valium → 4, HWK 5 → 4, HWK 7 → 4, Atlantooccipitalgelenk → 4, Null-Punkt → 1, Lateralitäts-Steuerungspunkt → 1, Hirnstamm (25) → 1, Knie → 4.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 2, 3, Gb 41 (F 41) → 2, He 7 (C 7) → 1, Bl 40 (V 40) → 1, 4, Mi 9 (L 9) → 4.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Le 3 (H 3) → 2, 3, 3E 5 (T 5), Gb 20 (F 20) → 3, Ma 36 (S 36) → 1, Di 11 (IC 11) → 3, Ni 3 (R 3) → 1, Lu 5 (P 5) → 1, Mi 3 (L 3), Ni 6 (R 6) → 1, Pe 6 (Pc 6) → 1, 3.
Behandlungsintervalle
  • 3 Behandlungen 1-mal/Wo., danach 2 Mo. später, zwischenzeitlich medikamentöse Therapie mit Sifrol → 0,35 mg 1-1-1.

  • 21 Behandlungen in unregelmäßigem Abstand von 1 bis 2 Wo.

  • Behandlungspause von 1½ Jahren

  • Behandlungen alle 1 bis 2 Wo.

Behandlungsverlauf
Zu Beginn der Behandlung zeigte sich eine geringe Besserung der Symptome. Aufgrund der anhaltenden Arbeitsbelastung stellten sich jedoch schnell wieder Erschöpfungszustände ein. Kontinuierlich reduzierte sich trotzdem die Symptomatik, allerdings mit Rückschlägen, die meist in der mangelnden Patienten-Compliance zu suchen sind. Schließlich konnten das Zittern des rechten Arms (das bis zur Schreibunfähigkeit geführt hatte) und des rechten Beins mit Einschränkung des Gehvermögens deutlich verbessert werden, sodass die Patientin im gebesserten, aber nicht beschwerdefreien Zustand 4 Jahre später die Behandlung beendete.
Durch die Behandlungspause verschlechterte sich das Krankheitsbild deutlich: Eine stationäre Aufnahme in die Neurologie war erforderlich. Sifrol (0,35 mg: 1-1-1) stabilisierte den Zustand der Patientin, konnte jedoch das Zittern von Arm und Bein, das nun mit Sensibilitätsstörungen einherging, sowie die Einschränkung der Schreibfähigkeit nicht beseitigen.
1½ Jahre nach Beginn der Behandlungspause nahm die Patientin die Akupunkturbehandlung wieder auf – jetzt mit deutlich verbesserter Compliance. Durch regelmäßige Behandlung im Abstand von 1 bis 2 Wo. konnte bei fortgesetzter medikamentöser Therapie für etwa 2 Jahre Beschwerdefreiheit erreicht werden. Gehvermögen und Schreibfähigkeit wurden wieder vollständig hergestellt. Jetzt konnte auch eine Reduzierung der Medikation um ⅓ ohne Befundverschlechterung durchgeführt werden. Die Behandlung ist noch nicht abgeschlossen, Beschwerdefreiheit (möglichst ohne weitere Medikation) wird angestrebt.

Optikusneuritis

POpticusneuritis:Fallbeispiel.-R. A., 34 Jahre, weiblich, Behandlungszeitraum: 13 Wo.
Anamnese
  • Nach leichten retroorbitalen Kopfschmerzen über 3 Tage akute Sehverschlechterung am linken Auge seit 1 Mo.

  • Bei Abdeckung des rechten Auges kann mit dem linken Auge nur dunkelgrauer Nebel gesehen werden.

  • Visuell evozierte Potenziale: kortikale Latenz P 100 in der Latenz und Amplitude beim linken Auge vermindert.

  • Extrakranielle Doppler-Sonografie: o. B.

  • MRT Schädel: im Bereich der Capsula interna rechts kleinste, kommaförmige Signalanhebung (Demyelinisierung?), sonst o. B.

  • Nebenbefunde: zervikaler Abstrich: PAP III, Gonarthrose linkes Knie.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Stauung im Funktionskreis Leber.

  • Hitze-/Schleim-Belastung.

  • Lokale Schwäche.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 3.

    Kühlen der Hitze und Ausleitung des Schleims.

  • 4.

    Lokale Stützung und Freimachen der Sinnesöffnungen.

Behandlung (Abb. 10.11-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Immun-Achse → 3, Uterus → 3, shen men (55) → 2.

  • Links: Null-Punkt → 1, Interferon → 3, Thymus → 3, Auge I (24a) → 3, 4, Auge II (24b) → 3, 4, shen men (55) → 2.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Niere I → 1, Niere II → 1, Leber → 2, Omega-Achse → 2.

  • Links: Valium → 2, Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, Auge (8) → 4, Antiaggression.

  • 2, Knie → 2, Kniegelenk (49) → 2.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Yuyao (Extra-Punkt: Fischrückgrat) → 3, 4, Gb 1 (F 1) → 3, 4, Bl 1 (V 1) → 3, 4, 3E 3 (T 3) → 4, Le 3 (H 3) → 2, Gb 41 (F 41) → 2.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Du 20 (Rg 20) → 2, 4, Bl 40 (V 40) → 3, 4, Ma 36 (S 36) → 1, 4, Mi 9 (L 9) → 3, 4, Ni 6 (R 6) → 1, 3, Le 8 (H 8) → 4.
Behandlungsintervalle
  • 2 Behandlungen 2-mal/Wo.

  • 2 Behandlungen 1-mal/Wo.

  • 5 Behandlungen im Abstand von 2 bis 4 Wo.

Behandlungsverlauf
In den beiden Wo. seit Erkrankungsbeginn (vor Beginn der Akupunkturbehandlung) zeigte die Visuseinschränkung keine Veränderung. Eine Glukokortikoidtherapie wurde von der Patientin abgelehnt und von mir bei Behandlungsbeginn nicht für erforderlich gehalten. Ab der 1. Akupunkturbehandlung trat eine deutliche subjektive Verbesserung der Sehkraft auf. Nach weiteren Behandlungen entwickelte sich eine kontinuierliche Verbesserung des Visus bis zur Beschwerdefreiheit und vollständiger Wiederherstellung der Sehkraft, sodass die Behandlungsabstände ausgedehnt werden konnten. Da die Patientin aufgrund einer Schwangerschaft weitere 7 Mo. weiterbehandelt wurde, konnte die anhaltende Beschwerdefreiheit bezüglich des Visus des linken Auges bis dahin dokumentiert werden.

Psoriasis

SPsoriasis:Fallbeispiel. G., 76 Jahre, männlich, Behandlungszeitraum: 22 Mo.
Anamnese
  • Bereits 4 Jahre vor Behandlungsbeginn bestand ein schuppendes und juckendes Exanthem, v. a. im Gesicht und am Hals, aber auch an den Extremitäten und am Rumpf.

  • Seit Beginn beständig vorhanden mit unterschiedlicher Intensität; lokale Kortisonapplikation führte nur zu kurzzeitiger Besserung, wurde deshalb nicht weitergeführt.

  • Zeitweise kombiniert mit Lichtempfindlichkeit und Rötung der Augen.

  • Nebenbefunde: Operationen: Hiatushernie, Beckenringfraktur, Oberarmfraktur rechts, Totalendoprothese linke Hüfte; Marcumarisierung wegen Vorhofflimmern seit 5 Jahren, Hypertonie, Prostataadenom.

  • Begleitmedikation: Arelix → mite, Novodigal → 0,2, Xanef → 5, Marcumar →, bei Bedarf: Prospan →, Tebonin → forte.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Stau im Funktionskreis Leber.

  • Schleim-Belastung.

  • Wind-Schädigung.

  • Hitze-Schädigung.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 3.

    Ausleiten von Schleim und Wind.

  • 4.

    Kühlen der Hitze.

  • 5.

    Lokale Entspannung verspannter Wirbelsäulenabschnitte, z. B. der LWS.

Behandlung (Abb. 10.12-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Omega-Achse → 2, Gallenblase → 2, Null-Punkt → 1, Histamin.

  • Links: Null-Punkt → 1, Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, 2, Frustration → 2.

  • Rechts: Immun-Achse → 3, 4, shen men (55) → 2, Antiaggression → 2.

  • Links: Valium → 5, Omega-Achse → 2, Antidepressiver Punkt → 2, Herz I (100) → 1, Immun-Achse → 3, 4.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Di 11 (IC 11) → 3, 4, Ma 36 (S 36) → 1, 4, Le 3 (H 3) → 2, Di 4 (IC 4) → 3.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Mi 4 (L 4) → 1, 4, Gb 14 (F 14) → 3, Ni 6 (R 6) → 1, 4, Dü 3 (IT 3) → 3, 4, 3E 3 (T 3), 3E 5 (T 5) → 4, Bl 40 (V 40) → 1, 4.
Zusätzlich Behandlung mit chinesischer Arzneimitteltherapie
Gypsum fibrosum (shigao, Glut kühlend und zerteilend), Flos chrysanthemi (juhua, Oberfläche öffnend und kühlend), Semen cassiae torae (juemingzi, FK Leber kühlend), Radix scrophulariae (xuanshen, Xue kühlend), Gelatina nigra (a chiao, Xue ergänzend und haltend, Yin regierend, FK Lunge befeuchtend), Rhizoma anemarrhenae (zhimu, Glut kühlend), Cortex phellodendri (huangbo, kühlend und trocknend), Fructus forsythiae (lianqiao, kühlend und desinfizierend), Radix glycyrrhizae (gancao, Qi ergänzend), Fructus cnidii (shechuangzi, Yang stützend und ergänzend), Spina gleditsiae (zaojiaoci, Xue regulierend und dynamisierend), Spica prunellae (xiakucao, Glut kühlend und zerteilend), Cortex moutan (mudanpi, Xue kühlend).
Lokale Lasertherapie
Bei der 9. Behandlung und 8 weiteren Behandlungen wurden die Hautareale mit dem Twin Laser (Reimers & Janssen) Infrarot-/Rotlicht mit einer Leistung von 150/20 mW bestrahlt. Es wurde die Frequenz A nach Nogier verwendet. 1 qcm Hautareal wurde etwa 5 sec. bestrahlt. Im weiteren Verhandlungsverlauf wurde der Laser sporadisch je nach Intensität der Hautrötung und Schuppung eingesetzt.
Behandlungsintervalle
  • 1-mal/Wo. während des ersten ½ Jahrs.

  • Alle 10 bis 14 Tage.

Behandlungsverlauf
Nach der 1. Akupunkturbehandlung bildete sich das Exanthem für einen Tag deutlich zurück, verschlechterte sich jedoch wieder. Im Behandlungsverlauf besserte sich das Exanthem zunehmend, es traten jedoch Schwankungen auf, die durch Stress und Ernährung (Nitrate in Wurst) verstärkt wurden. 10 Mo. später war das psoriatische Exanthem verschwunden. Nach Verwendung eines neuen Haarwaschmittels flammte es erneut 9 Mo. später auf, konnte jedoch innerhalb von 4 Mo. wieder zur Abheilung gebracht werden. Seit diesem Zeitpunkt war der Patient bis zu seinem Tod 4½ Jahre später beschwerdefrei.

Kollagenose (z. B. Lupus erythematodes)

MKollagenose:Fallbeispiel. S., 61 Jahre, weiblich, seit 17 Jahren in Behandlung, die Behandlung der Kollagenose dauerte 5 Mo.
Primäre Anamnese
  • Nach Tumortherapie regelmäßige BSG-Erhöhung, ca. 42 bis 54/72 bis 90.

  • Anfang März 03 bei Routinelaborkontrolle Titer für ANA IgG 1 : 1280 (Normalwert: unter 1: 80).

  • CRP: 17,84 mg/l (unter 5 mg/l).

  • Keine Hauterscheinungen.

  • Rezidivierende HWS-Myalgie.

  • Zeitweise vermehrtes Schwitzen.

  • Nebenbefunde:

    • Z. n. invasivem lobulärem Mammakarzinom (Tumorresektion mit Axilladissektion pT1cN1M0G3R0ER+PR-), Strahlentherapie und adjuvanter Chemotherapie, Tamoxifen für 5 Jahre.

    • Hypertonie, medikamentös mit Enahexal comp 10/25 ½–0–0 eingestellt.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Schwäche des Funktionskreises Lunge.

  • Stauung des Funktionskreises Leber.

  • Schleim-Blockaden im Leitbahnsystem.

  • Schwäche des Immunsystems.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Schleimausleitung.

  • 3.

    Lokale Entspannung verspannter Wirbelsäulenabschnitte, z. B. der HWS.

  • 4.

    Stärkung des Immunsystems.

  • 5.

    Entlastung des Funktionskreises Leber.

Behandlung (Abb. 10.13-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Immun-Achse → 4, Niere I + II → 2, shen men (55) → 5.

  • Links: Null-Punkt → 1,2, Omega-Achse → 3, Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, Thymus → 4.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: HWS→ 3, Hypertonie (19) → 1.

  • Links: Interferon → 4, HWS → 3, Frustration → 5.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 1, Gb 41 (F 41) → 1, Le 3 (H 3) → 1, 5, Ni 6 (R 6) → 1, Ma 36 (S 36) → 1, 3 E 10 (T 10) → 2.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Lu 5 (P 5) → 1, 2, Bl 40 (V 40) → 1, 3, Gb 20 (F 20) → 3, Mi 9 (L 9) → 2.
Behandlungsintervalle
  • Vorbehandlung ca. alle 4 Wo. zur Tumornachsorgetherapie.

  • Nach Erhöhung des ANA-Titers Verkürzung des Intervalls auf 1 Wo. für 2 Behandlungen.

  • Danach 3 Behandlungen im Abstand von 2 Wo.

  • Behandlungsende (Kollagenose) 5 Mo. nach Behandlungsbeginn.

Behandlungsverlauf
Durch die Vorerkrankung (Z. n. Mammakarzinom) war das Immunsystem regelmäßig seit Jahren gestützt. Dies wurde nach Feststellung des erhöhten ANA-Titers kurzfristig intensiviert und führte zur Normalisierung der Laborwerte. Bericht des untersuchenden Nephrologen: „Überraschenderweise waren insbesondere diese Laborparameter (ANA) bei der aktuellen Untersuchung völlig unauffällig.“

Diskusprolaps, Lumbalgie

Diskusprolaps:FallbeispielWLumbalgie:Fallbeispiel. S., 51 Jahre, männlich, 5½ Mo. in Behandlung.
Primäre Anamnese
  • Seit 3 Jahren rezidivierende Lumbalgien.

  • Seit 14 Tagen akute Lumbalgie rechts mit Ischialgie rechts bei Behandlungsbeginn.

  • Sensible Störungen am lateralen Unterschenkel.

  • Spinales CT der LWS: ausgeprägter mediolateraler rechtsbetonter Diskusprolaps L5/S1 mit V. a. Sequesterbildung.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • SequesterbildungSchleim-Blockaden im Leitbahnsystem.

  • Wind-Schädigung.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützung des geschwächten Funktionskreises.

  • 2.

    Ausleitung des Schleims.

  • 3.

    Ausleiten von Wind-Schädigungen.

  • 4.

    Stärkung lokaler Punkte.

Behandlung (Abb. 10.14-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: LWK 5 muskulär + vegetative Rinne + Diskus → 3, 4, Valium → 3, Frustration.

  • Links: LWK 3 → 3, 4.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: LWK 2 → 3, 4, BWK 6 → 3, 4.

  • Links: LWK 2 →3, 4, LWK 4 → 3, 4, Valium, Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, 2.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Bl 40 (V 40) → 1, 4, Ma 36 (S 36) → 1, 2.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Mi 9 (L 9) → 1, 2, Gb 41 (F 41) → 1.
Bei den ersten 4 Behandlungen wurde jeweils 0,1 ml Xylonest 1 % am rechten Ohr im Bereich von LWS und Omega-1-Punkt injiziert.
Behandlungsintervalle
  • Die ersten 4 Behandlungen im Abstand von 3 Tagen.

  • Danach 12 Behandlungen im Abstand von 1 Wo.

  • Weitere 4 Behandlungen im Abstand von 2 bis 3 Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf
Bereits nach der 1. Behandlung hatten sich die Beschwerden tagsüber deutlich gebessert, der Patient konnte mit dem rechten Bein wieder schmerzfrei auftreten, die Sensibilitätsstörungen hatten sich fast vollständig zurückgebildet. Nachts bestanden noch ischialgiforme Schmerzen rechts, der Patient konnte die Beine im Liegen allerdings wieder ausstrecken. Bei den Folgebehandlungen ergab sich zunächst eine kurzfristige Schmerzverstärkung für Stunden, der diffus ausstrahlende Schmerz zog sich jedoch kontinuierlich auf eine lokal begrenzte Stelle am Rücken zurück. Schließlich bestand tageweise Beschwerdefreiheit, je nach Belastung traten jedoch Schmerzen auf. 3 Mo. nach Behandlungsbeginn im Juli konnte der Patient mehrstündige Bergwanderungen unternehmen. Nach 5½-monatiger Behandlung war er wieder voll belastbar und schmerzfrei. Bis heute ist der Patient beschwerdefrei.

Alopecia areata

HAlopecia areata:Fallbeispiel. S., 32 Jahre, weiblich, Behandlungsdauer: 3 Mo.
Primäre Anamnese
  • Seit ½ Jahr kreisrunder Haarausfall rechte Augenbraue.

  • Akut über wenige Wo. aufgetreten, danach konstant anhaltend.

  • Nebenbefunde:

    • Infektanfälligkeit mit chronisch rezidivierender Tonsillitis.

    • Als Kind bis zum 14. Lebensjahr Migräneattacken ca. 1×/Mo., danach beschwerdefrei bis etwa 10 Mo. vor Behandlungsbeginn. Nach 7 und 10 Mo. jeweils erneut Migräneanfall.

    • Neigung zu Aknebildung, derzeit gering.

    • Operationsnarben: Appendektomie, Tonsillektomie, 2× Sectio (zuletzt vor 1 Jahr).

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Schwäche des Funktionskreises Niere.

  • Stauung im Funktionskreis Leber.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 3.

    Unterstützung des Immunsystems.

Behandlung (Abb. 10.15-1)
Die Akupunkturbehandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Eine lokale Laserbehandlung wurde mit dem Physiolaser olympic (Reimers & Janssen) mit einer Leistung von 500 mW (Infrarotlichtbereich, 810 nm) durchgeführt. Die Bestrahlung der Punkte erfolgte mit einer Flächensonde. Es wurde pro Behandlung lokal 5 bis 10 Joule appliziert.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Immun-Achse → 3, Plexus bronchopulmonalis → 1, Urtikaria (71) → 2, Niere I + II → 1.

  • Links: Frustration → 2, Antiaggression → 2, shen men (55) → 2, Lateralitäts-Steuerpunkt → 1.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Stirn (33) → 1, Frustration → 2.

  • Links: Valium → 2, Thymus → 3.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 1, 2, Gb 14 (F 14) → 2, Lu 5 (P 5) → 1, Ni 7 (R 7) → 1.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Le 3 (H 3) → 3.
Behandlungsintervalle
  • Zunächst 4 Behandlungen 1-mal/Wo.

  • Danach 2 Behandlungen im Abstand von 2 bis 3 Wo.

  • Bis zum letzten Behandlungstermin Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf
Nach der 1. Behandlung beobachtete die Patientin eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit („… hat nach der Behandlung alle Fenster im Haus geputzt“). Ein kurz vor Behandlungsbeginn entstehender Infekt war nach der Therapie sofort rückläufig. Die Alopezie zeigte zunächst keine Veränderung. Erst nach der 4. Behandlung konnte im haarlosen Bereich der Augenbraue Haarwachstum festgestellt werden, das kontinuierlich zu einem Zuwachsen des Defekts führte.

Adrenogenitales Syndrom (AGS)

KAdrenogenitales Syndrom (AGS):Fallbeispiel. M., 8 J., männlich, Behandlungsdauer: 4 Mo.
Primäre Anamnese
  • Vor etwa 2 Jahren aufgrund rascher Größenzunahme V. a. Pubertas praecox: radiologisches Knochenalter ergab 13 ½ Jahre bei dem damals 6-Jährigen.

  • Diagnose eines 21-Hydroxylasemangels, entsprechend der Diagnose AGS.

  • Einstellung mit Hydrokortison 7,5-5-5 mg/die.

  • Stagnierendes Knochenalter bis vor 3 Mo. und normales Testosteron und Androstendion trotzdem überproportionale Gewichtszunahme und Hauteffloreszenzen mit Pruritus.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Fülle des Funktionskreises Niere.

  • Schwäche und Stase des Funktionskreises Mitte.

  • Störung der Qi-Verteilung in den Netzleitbahnen.

  • Hochschlagendes Leber-Yang.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Verteilen der Fülle.

  • 2.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 3.

    Durchgängig machen der Netzleitbahnen.

  • 4.

    Bewegung des Qi antreiben.

  • 5.

    Absenken des Leber-Yang.

  • 6.

    Stärkung lokaler Punkte.

Behandlung (Abb. 10.16-1)
Die Behandlung erfolgte mit Lasertherapie Frequenz A nach Nogier, Reizung der Punkte mit ca. 0,5 J/Punkt.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Immun-Achse → 2, Null-Punkt → 1,2, LTSP → 2.

  • Links: Infekt-Achse → 2, Sinus frontalis → 6, Sinus maxillaris → 6, Nase → 6, Valium, Niere I + II → 2.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Hoden → 6.

  • Links: Hoden → 6, shen men (55) → 5, Antiaggression → 5, Begierde → 1, Nervaler Magenpunkt → 1, Omega-Achse.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Ni 3 (R 3) → 4, Di 4 (IC 4) → 4, Di 20 (IC 20) → 6, Bl 2 (V 2) → 6.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
He 7 (C 7) → 4, Ma 36 (S 36) → 2, Le 3 (H 3) → 5.
Behandlungsintervalle
  • Zunächst 1-mal/Wo. für 3 Mo.

  • Danach 2-mal/Mo. für einen weiteren Mo.

  • Dann Therapie-Abbruch.

Behandlungsverlauf
Der Patient kam zur Akupunkturbehandlung, um die überproportionale Gewichtszunahme und innere Unruhe positiv zu beeinflussen. Die konventionelle Glukokortikoidtherapie erklärte diese Symptome nicht. Nach der 1. Akupunktur war der Patient deutlich ruhiger und hatte bereits 1 kg abgenommen, bei der 2. Akupunktur ein weiteres ½ kg. Ebenso hat sich das Hauterythem mit Juckreiz zurückgebildet. Es wurde die Immunachse von mir zur Therapie verwendet, um den Steroidmangel auszugleichen. Der Effekt war allerdings eine verstärkte Produktion der Vorstufe 17-α-Hydroxyprogesteron. Nach der 3. Behandlung zeigten sich die Symptome sehr wechselhaft. Nach 2 Mo. zeigte sich eine progrediente Androgenisierung, die mit einer Erhöhung der morgendlichen Kortisondosis auf 15 mg kompensiert werden musste. Daraufhin wurde die Immun-Achse nicht mehr zur Akupunktur verwendet und die Werte normalisierten sich auf das ursprüngliche Niveau. Die Akupunkturbehandlung wurde dann wieder beendet.

Die beiden Fallbeispiele (10.4.5 und 10.16) zeigen, dass sich die Ohrakupunktur der Immun-Achse in der Erhöhung des Kortisolspiegels im Blut auswirken kann. Im ersten Fallbeispiel ließ sich die Erhöhung des Laborparameters nachweisen, im zweiten Fallbeispiel erhöhte sich der 17-alpha-Hydroxyprogesteron-Spiegel als Vorstufe des Kortisons, das aufgrund des 21-Hydroxylase-Mangels nicht gebildet werden konnte.

Alopecia diffusa

MAlopecia diffusa:Fallbeispiel. M., 22 Jahre, männlich, Behandlungsdauer: 24 Mo.
Anamnese
  • Seit dem 18. Lebensjahr progredienter Haarausfall bis zum vollständigen Haarverlust am Kopf.

  • 2 Mo. vor Behandlungsbeginn, auch Verlust der Augenbrauen.

  • Initial bei Stress mit Gewichtsabnahme und Erschöpfung.

  • Internistische Untersuchungsergebnisse, insbesondere Hormonstatus (KH r. d. Isar): o. B.

  • Nebenbefunde: Acne vulgaris.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Schwäche des Funktionskreises Niere.

  • Stauung im Funktionskreis Leber.

  • Schwäche des Funktionskreises Lunge.

  • Calor xue.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 3.

    Lokal stützende und entspannende Punkte.

  • 4.

    Ausleiten von Hitze.

Behandlung (Abb. 10.17-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Min. verblieben.
Zusätzlich wurde die Behandlung mit dem Physio-Laser olympic (Reimers & Jansen) mit einer Leistung 90 Joule durch eine lokale Bestrahlung der Kopfhaut unterstützt. Es wurde eine Kombination von Laserfrequenzen aus dem Programm „Alopezie und Metabolismus“ verwendet.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Immun-Achse → 3, Leber → 2, shen men (55) → 2.

  • Links: Niere I → 1, Valium → 3, shen men (55) → 2.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Pl. bronchopulmonalis → 1, Niere I und Niere II→ 2, Hoden → 3.

  • Links: Valium → 3, Lateralitäts-Steuerpunkt → 3.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 1, 2, Lu 5 (P 5) → 1, Le 3 (H 3) → 3, Di 11 (IC 11) → 1, 3,5 Ma 36 (S 36) → 1.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Ni 7 (R 7) → 1, Lu 7 (P 7) → 1 MP 6 (L 6) → 1, Di 4 (IC 4) → 2.
Behandlungsintervalle
  • 2 Behandlungen 1-mal/Wo.

  • 11 Behandlungen 1-mal/1 bis 2 Wo., manchmal 3 Wo. in unregelmäßigen Abständen.

  • Beendigung der Therapie bei Beschwerdefreiheit nach 11 Mo. Therapie.

  • Wegen erneuter fingernagelgroßer Alopezie im vorderen Kopfbereich 2 Behandlungen, danach Behandlungsende.

Behandlungsverlauf
Bereits nach der 1. Behandlung besserte sich die Akne deutlich und verschwand kontinuierlich. Ab der 3. Behandlung zeigte sich Haarwachstum in Form von Flaum am Kopf. Dies nahm dann kontinuierlich zu, ebenso ab der 3. Behandlung das Wachstum der Augenbraue. Am Ende der Behandlung verfügte der Patient wieder über eine vollständige, sehr kräftige Kopfbehaarung.

Rhinitis allergica

GRhinitis allergica:Fallbeispiel. M., 60 Jahre, weiblich, Behandlungsdauer: 2 Jahre.
Anamnese
  • Seit dem 6. Lebensjahr Heuschnupfen bei Allergie gegen Gräser und Getreide.

  • Symptome: Augenjucken, Niesreiz, Schnupfen.

  • Eine zuvor durchgeführte Desensibilisierungstherapie war erfolglos.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Stauung im Funktionskreis Leber.

  • Schwäche im Funktionskreis Lunge.

  • Schwäche im Funktionskreis Mitte.

  • Wind-Schädigung.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 2.

    Stärkung des geschwächten Funktionskreises.

  • 3.

    Lokale Stärkung und Beruhigung.

  • 4.

    Wind ausleiten.

Behandlung (Abb. 10.18-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Minuten verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Immun-Achse, → 3, S. frontalis, S. maxillaris → 3,4, Pl. bronchopulmonalis → 2.

  • Links: S. frontalis, S. maxillaris → 3,4, Valium → 3, shen men (55) → 1.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Null-Punkt → 2, Frustration → 2.

  • Links: Nase → 3, Interferon-Punkt, Thymus-Punkt → 3.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 1, Bl 2 (V 2) → 4, Lu 5 (P 5) → 2, Le 3 (H 3) → 1.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Di 4 (IC 4) → 4, Di 20 (IC 20) → 3, 4, Ma 36 (S 36) → 2 Nie 7 (R 7) → 2.
Behandlungsintervalle
  • 2 Behandlungen 1-mal/Wo.

  • 1 Behandlungen nach ca. 2 Wo., dann Behandlungsende wegen Beschwerdefreiheit.

  • Das gleiche Schema mit 3 Behandlungen 1 Jahr später.

  • Nach ½ Jahr war nur eine Behandlung zur Beschwerdefreiheit erforderlich, eine zweite Behandlung erfolgte nur zur Stabilisierung.

Behandlungsverlauf
Die Patientin reagierte bereits bei der 1. Behandlung sehr deutlich und es waren nur 2 weitere Behandlungen bis zur stabilen Beschwerdefreiheit trotz Pollenbelastung erforderlich. Dies ist umso bemerkenswerter, da eine über Monate durchgeführte Desensibilisierungsbehandlung in den Jahren zuvor zu keiner Besserung der Symptomatik geführt hatte. Deshalb kam die Patienten bei erneuten abgeschwächten Symptomen im Jahr darauf wieder zur Behandlung und es waren ebenfalls nur 3 Behandlungen bis zur Beschwerdefreiheit erforderlich. In diesem Jahr war dazu im Grunde nur 1 Behandlung nötig. Der Verlauf zeigt, dass die Ohrakupunktur zu einer anhaltenden Stärkung des Organismus führt, um mit Außenreizen besser umgehen zu können. In den folgenden Jahren ist in Abhängigkeit vom Umgang mit den eigenen Energiereserven anhaltende Beschwerdefreiheit ohne weitere Therapie zu erwarten.

Hypertonie

WHypertonie:Fallbeispiel. G., 57 Jahre, männlich, Behandlungsdauer 1½ Jahre.
Anamnese
  • Bei Stress auffällige Hyperämie im Gesicht.

  • Seit 10 Jahren rezidivierend.

  • Ab Behandlungsbeginn Zusammenhang mit hypertonen Phasen erkannt (RR bis 170/95).

  • Nebenbefunde: Rippenfraktur links und degenerative Veränderung der Rotatorenmanschette linke Schulter.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Stauung im Funktionskreis Leber.

  • Wind-Schädigung.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 3.

    Lokale Entspannung, z. B. verspannter Wirbelsäulenabschnitte, z. B. der HWS, BWS und Schulter.

  • 4.

    Wind ausleiten.

  • 5.

    Qi bewegen.

Behandlung (Abb. 10.19-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Minuten verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Immun-Achse → 4, Valium → 3, Pl. bronchopulmonalis → 1.

  • Links: Null-Punkt → 1, Schulter → 4, shen men (55) → 2, Nervaler Nebennierenpunkt → 1.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Omega-Achse → 2, Frustration → 2.

  • Links: Antiaggression → 2, Renin-Angiotensin-Punkt → 1, HWK 7 → 3, Niere I → 1.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Keine Körperakupunktur.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Du 20 (RG 20) → 2, Gb 21 (F 21) → 4, 3E 5 (T 5) → 5, Le 3 (H 3) → 2, HK 6 (Pc 6) → 5 Ma 36 (S 36) → 1, Di 11 (IC 11) → 4, 3E 17 (T 17) → 4,5.
Behandlungsintervalle
  • 3 Behandlungen 1-mal/Wo.

  • 4 Behandlungen 1-mal/2 Wo.

  • 2 Behandlungen im Abstand von 3 bis 4 Wo.

  • Beendigung der Therapie bei Beschwerdefreiheit nach 1¼ Jahren.

  • Erneute Behandlung 3 Mo. später wegen Lagerungsschwindel bei meist normotonen RR-Werten und vorübergehend auftretendem Gesichtserythem.

  • Beschwerdefreiheit bezüglich aller Symptome nach 3 Mo.

Behandlungsverlauf
Bereits nach der 1. Behandlung fühlte sich der Patient deutlich fitter und entspannter, ebenso waren die Beschwerden der Schulter rückläufig. Unglücklicherweise zog er sich 1 Tag nach Behandlungsbeginn am 12.12.2012 nach Sturz eine Rippenserienfraktur links zu. Schmerzen haben natürlich ebenfalls negativen Einfluss auf die Blutdruckregulation. Sowohl die chronischen Schmerzen der Schulter aufgrund degenerativer Veränderungen, als auch die akuten bei Rippenfraktur konnten mit der Akupunkturbehandlung rasch beseitigt werden. Auch dadurch wurde der Blutdruck zunehmend reguliert. Entscheidend war jedoch das zunehmende Gefühl der Entspannung, das der Patient im Laufe der Akupunkturbehandlung wahrnahm, was auch zur Entspannung in den Gefäßen und damit zur Senkung des Blutdrucks führte. Dies wiederum wirkte sich positive auf den Rückgang der hyperämischen Phasen im Gesicht aus.

Diabetes mellitus

SDiabetes mellitus:Fallbeispiel. M., 61 Jahre, männlich, Behandlungszeitraum: seit 3½ Jahren.
Anamnese
  • Seit ca. 2 Jahren vor Behandlungsbeginn Diabetes mellitus diagnostiziert.

  • 6 Wo. vor Behandlung BZ-Entgleisung mit 400 mg% bei Hba1c 17 in Prozent, daraufhin konventionelle Einstellung mit 22 i. E Langzeitinsulin und 20-12-14 i. E Kurzzeitinsulin.

  • Über Monate hatte sich auch eine strumpfförmige Sensibilitätsstörung an beiden Füssen entwickelt.

  • Nebenbefunde: Prostataadenom mit TUR etwa 1 Jahr nach Behandlungsbeginn.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Schwäche des Funktionskreises Niere.

  • Stauung im Funktionskreis Leber.

  • Stase des Xue.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 3.

    Bewegen des Xue.

  • 4.

    Stützung lokaler Punkte.

Behandlung (Abb. 10.20-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Minuten verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Immun-Achse → 3, LWK 1,2 → 3,4, endokriner Pankreas → 4.

  • Links: Valium → 2, LWK 4, HWK 7→ 3,4, shen men (55) → 2 Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, Niere I → 1.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Prostata → 4, Frustration → 2, Niere I und II → 1.

  • Links: Antiaggression → 2, Pl. bronchopulmonalis → 1.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 2, Gb 41 (F 41) → 1,3, MP 6 (L 6) → 1, Ni 7 (R 7) → 1, Ma 36 (S 36) → 1, Ni 3 (R 3) → 1.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Le 3 (H 3) → 2, MP 9 (L 9) → 1, Bl 57 (V 57) → 3, Bl 62 (V 62) → 3, Lu 5 (P 5) → 1.
Behandlungsintervalle
  • 2 Behandlungen 1-mal/Wo., danach wegen der Prostata-OP. 3 Wo. Pause.

  • Dann 10 Behandlungen ca. 1-mal/Wo.

  • Danach erfolgen Behandlungen im Abstand von 1 bis 3 Wo., je nach Stabilität, Stress, Einfluss äußerer Agenzien (z. B. Infekte).

Behandlungsverlauf
Bereits nach der 1. Behandlung fühlte sich der Patient ruhiger und entspannter. Der mit Insulin eingestellte Blutzuckerspiegel von ca. 110 mg% fiel für 2 Tage nach der Akupunktur auf 80 mg% ohne Änderung der medikamentösen Einstellung. Nach der Prostataoperation stieg der BZ-Spiegel wieder erwartungsgemäß an. Nach weiteren 3 Behandlungen zeigte sich aber eine kontinuierliche Reduktion des BZ-Spiegels, sodass die Insulingabe nach 2 weiteren Behandlungen um 20 %, weiteren 2 Behandlungen um 75 % reduziert werden konnte bei einem Hba1c-Wert von 5,5 (in %).
Etwa 3 Mo. nach Behandlungsbeginn wurde das Insulin abgesetzt und durch eine orale Medikation mit Metformin 1 000 1-0-1 ersetzt. Seither hält sich der BZ-Spiegel in Bereichen von 110 bis 150 mg% bei einzelnen erhöhten Werten bis 180 mg% unter Infekt- oder Stresseinfluss.
Als Nebenbefund wurde eine postoperativ entstandene, deutliche Harninkontinenz und Impotenz therapiert. Nach ca. 13 Behandlungen mit kontinuierlicher Besserung der Symptomatik waren Blasenfunktion und Potenz wieder vollkommen hergestellt.

Schlafstörung

ESchlafstörung:Fallbeispiel. G., 61 Jahre, weiblich, Behandlungsdauer: 1½ Jahre.
Anamnese
  • Aufgrund körperlicher und psychischer Belastung mit Pflege von dementer Mutter Erschöpfungszustand.

  • Durchschlafstörung mit langen Wachphasen ab 3 Uhr morgens.

  • Vorübergehend Entwicklung von Schwindelattacken in Zusammenhang mit Übelkeit.

  • Nebenbefunde: epigastrische Schmerzen, ISG-Blockade.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Schwäche des Funktionskreises Niere.

  • Stauung im Funktionskreis Leber.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Entspannung des gestauten Funktionskreises.

  • 3.

    Lokale Entspannung.

  • 4.

    Bewegung des Qi.

Behandlung (Abb. 10.21-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Minuten verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Omega-Achse→ 3, Valium → 3, Epiphyse → 2, Niere I → 1.

  • Links: Niere I→ 1, HWK 7→ 3, shen men (55) → 2 Lateralitäts-Steuerpunkt → 1.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Magen → 2, HWK 7 → 3.

  • Links: ISG → 3, Null-Punkt → 1.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Du 20 (RG 20) → 1, 2, HK 7 (C 7) → 2, Le 3 (H 3) → 2, Ni 7 (R) → 1.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Gb 41 (F 41) → 2, Ma 36 (S 36) → 1, Bl 40 (V 40) → 1, 4 MP 9 (L 9) → 1 Lu 5 (P 5) → 1.
Behandlungsintervalle
  • 3 Behandlungen 1-mal/Wo.

  • 1 Behandlungen 1-mal/2 Wo.

  • 1 Behandlung im Abstand von 4 Wo., Ende der Therapie wegen Beschwerdefreiheit 2 Mo. nach Behandlungsbeginn.

  • Bei erneut leichten Schlafstörungen ½ Jahr später 4 Behandlungen im Abstand von 1 bis 3 Wo. ansteigend bis Beschwerdefreiheit 6 Wo. später.

  • Nochmals 2 Behandlung wieder ½ Jahr später, danach anhaltende Beschwerdefreiheit bis jetzt, da bisher keine Wiedervorstellung.

Behandlungsverlauf
Die Patientin hatte sich aufgrund ihrer erhöhten körperlichen und psychischen Belastung so erschöpft (yin renale), dass sich nachts das Yang (Überschuss) nicht mehr in das yin (Mangel) zurückziehen konnte und sie so nicht mehr ausreichend zur Ruhe kam und sich durch den Schlaf regenerieren konnte. Daraus ergibt sich ein Teufelskreis von immer mehr Belastung durch immer weniger eigene Regeneration, was zwangsläufig ohne Behandlung zum Burn-out also völlige Erschöpfung des yin renale, führen muss. Da durch die Ohrakupunktur Energie aufgebaut werden kann, können die eigenen Regenerationsmechanismen wiederhergestellt werden. Somit konnte die Patientin sehr rasch wieder ausreichend schlafen, was allerdings an der Überlastungssituation nichts änderte. Deshalb kam sie im Abstand von ca. ½ Jahr erneut ins energetische Defizit, das aber immer schneller wieder ausgeglichen werden konnte.

Idiopathischer Tremor

ATremor:Fallbeispiel. H., 75 Jahre, männlich, Behandlungsdauer: 1 Jahr.
Anamnese
  • Seit 3 Jahren vor Behandlungsbeginn Zittern rechte Hand, akut begonnen nach Reise mit transsibirischer Eisenbahn.

  • Neurologische medikamentöse Therapie mit Levodopa/Benserazid 100/25 1-0-1 und Ralnea 2 mg 1-0-0 ohne wesentliche oder anhaltende Besserung.

Befund nach TCM-Kriterien
  • Schwäche des Funktionskreises Mitte.

  • Schwäche des Funktionskreises Niere.

  • Stauung des Qi.

  • Wind-Schädigung.

Therapieziel
Beschwerdefreiheit durch folgendes Vorgehen:
  • 1.

    Stützen der geschwächten Funktionskreise.

  • 2.

    Bewegung des Qi.

  • 3.

    Wind ausleiten.

  • 4.

    Überfülle (repletio) ausleiten.

  • 5.

    Qi absenken.

Behandlung (Abb. 10.22-1)
Die Behandlung erfolgte mit Einmalnadeln, die am Ohr und am Körper 20 Minuten verblieben.
Ohrakupunktur nach RAC-Tastung
Erstbehandlung
  • Rechts: Substantia nigra → 1, Omega-Achse → 1, Ganglion stellatum → 1, HWK 7 → 3.

  • Links: Lateralitäts-Steuerpunkt → 1, Antiaggression → 4, shen men (55) → 1 Niere I → 1 Valium → 5, Substantia nigra → 1.

Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
  • Rechts: Immun-Achse → 1.

  • Links: Hirnstamm (25) → 1,2, Graue Substanz (34) → 1, 2.

Körperakupunktur
Erstbehandlung
Lu 5 (P 5) → 1, HK 6 (Pc 6) → 2, Le 3 (H 3) → 4, 3E 5 (T 5) → 2.
Weitere Punkte bei Folgebehandlungen
Ni 6 (R 6) → 1, Di 11 (IC 11) → 2, 3.
Behandlungsintervalle
  • 4 Behandlungen 1-mal/Wo.

  • 1 Behandlungen 1-mal/2 Wo. bis zur Beschwerdefreiheit 1 Jahr später.

  • Etwa 10 Mo. erneute Wiedervorstellung, da der Tremor bei Aufregung wieder auftrat.

  • Nach weiteren 3 Behandlung wieder Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf
Bereits bei der 1. Behandlung wurde das Medikament Ralnea abgesetzt und Levodopa nachfolgend ausgeschlichen, da die Diagnose M. Parkinson nicht fundiert genug erschien. In der Tat war der Tremor auch einige Tage nach der Akupunkturbehandlung trotzdem völlig verschwunden. Im Verlauf der weiteren Behandlung zeigten sich wechselhafte Beschwerden mit zunehmend längeren beschwerdefreien Intervallen bis zur stabilen Beschwerdefreiheit. Ein erneutes Aufflackern der Beschwerden nach 10 Mo. konnte mit 3 Behandlungen wieder ausreichend therapiert werden.

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