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B978-3-437-55425-4.00007-7

10.1016/B978-3-437-55425-4.00007-7

978-3-437-55425-4

Ohrakupunktur – Schmerztherapie

  • 7.1

    Akute Schmerzen des Bewegungsapparates163

    • 7.1.1

      Akute HWS-Myalgie163

    • 7.1.2

      Akute Lumbalgie165

    • 7.1.3

      Akute Ischialgie169

    • 7.1.4

      Muskulärer Schiefhals (Torticollis)171

    • 7.1.5

      Schulter-Arm-Syndrom173

    • 7.1.6

      Epikondylitis175

    • 7.1.7

      Karpaltunnel-Syndrom (CTS)177

    • 7.1.8

      Gonalgie179

    • 7.1.9

      Koxalgie181

    • 7.1.10

      Kokzygodynie (Steißbeinschmerz)185

    • 7.1.11

      Kalkaneussporn (Fersensporn)187

    • 7.1.12

      Gichtarthritis189

    • 7.1.13

      Distorsion des oberen Sprunggelenks191

    • 7.1.14

      Schmerzbehandlung bei Frakturen193

    • 7.1.15

      Achillodynie195

  • 7.2

    Chronische Schmerzen des Bewegungsapparates197

    • 7.2.1

      Chronische Polyarthritis197

    • 7.2.2

      Morbus Sudeck201

    • 7.2.3

      Arthrose203

    • 7.2.4

      Interkostalneuralgie205

    • 7.2.5

      Phantomschmerz207

    • 7.2.6

      Fibromyalgie209

  • 7.3

    Kopfschmerzen211

    • 7.3.1

      Spannungskopfschmerz211

    • 7.3.2

      Okzipitalneuralgie213

    • 7.3.3

      Traumatisch bedingte Kopfschmerzen215

    • 7.3.4

      Vasomotorischer Kopfschmerz217

  • 7.4

    Migräne219

    • 7.4.1

      Zervikale Migräne221

    • 7.4.2

      Hormonelle Migräne223

    • 7.4.3

      „Wettermigräne“225

    • 7.4.4

      „Gallenblasen“-Migräne227

  • 7.5

    Neuralgien229

    • 7.5.1

      Trigeminusneuralgie229

    • 7.5.2

      Zahnschmerzen231

Akute Schmerzen des Bewegungsapparates

Akute HWS-Myalgie

Charakteristika
  • Myalgie, HWSParavertebrale, segmentbetonte Schmerzen; evtl. mit Ausstrahlung in die Schultern und Okzipitalregion.

  • Keine motorischen, selten sensible Ausfälle.

  • Häufigste Form: HWS-Myalgie nach Distorsionstrauma (Autounfall).

Überweisungsindikationen zum Neurologen/Neurochirurgen:

  • Progrediente sensible und alle motorischen Ausfälle (V. a. Bandscheibenvorfall).

  • Schluckstörungen.

Eine Weiterbehandlung ausschließlich mit Ohrakupunktur könnte zwar die Schmerzen lindern, würde jedoch die zugrunde liegende Störung überdecken und eine evtl. notwendige Operation verzögern.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: z. B. Atlantooccipitalgelenk, HWK 3, HWK 7 (6.1.1), ventrale Halsmuskulatur (6.2.1), Ganglion cervicale inferius (6.9.2) an der Ohrvorderseite; HWS (6.11.1) an der Ohrrückseite.

  • Punkte der vegetativen Rinne (6.9.1).

  • Schmerzpunkte: Valium (6.7.3), PE1/Thymus (6.7.6).

  • Bei Blockaden: entsprechende Punkte der HWS an der Ohrvorderseite; eine Blockade an einer Stelle der Wirbelsäule bedingt häufig Gegenblockaden in anderen Wirbelsäulenbereichen (durch Ausgleichsbestrebungen) und macht ein Stechen dieser Punkte sinnvoll: z. B. BWK 4, BWK 10, BWK 12, LWK 2 (6.1.1).

Chinesische Punkte
  • Lokale Punkte: HWS (37) (6.1.1) an der Ohrvorderseite; HWS (107) (6.11.1) an der Ohrrückseite.

  • Schmerzpunkte: Thalamus (26a) (6.7.4).

Behandlungsintervall
  • 1-mal/Tag bis zur deutlichen Schmerzreduzierung.

  • Danach 1-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Je früher der Behandlungsbeginn nach Eintreten der Schmerzsymptomatik, desto schneller der Behandlungserfolg und umso geringer das Risiko von Spätschäden nach HWS-Distorsion.

  • Meist tritt eine Schmerzreduzierung bzw. -freiheit innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Akupunktur auf, die zunächst jedoch meist nicht stabil bleibt; tägl. Wiederholung der Akupunktur über ca. 3 Tage erforderlich.

  • Völlige Schmerzfreiheit in der Regel spätestens innerhalb von 4 Wo.

Akute Lumbalgie

Charakteristika
  • Lumbalgie, akuteMuskelschmerzen der Lendengegend (M. longissimus dorsi, M. iliopsoas und M. quadratus lumborum); mit oder ohne Ausstrahlung nach lateral (DD: Nierenschmerzen, DifferenzialdiagnoseNierenschmerzen), aber keine Ausstrahlung in den Oberschenkel (akute Ischialgie).

  • Ursachen: meist degenerative Wirbelsäulen-, insbesondere Bandscheibenveränderungen, degenerativeBandscheibenveränderungen.

  • Keine motorischen, selten sensible Ausfälle.

  • Überweisungsindikationen zum Neurologen/Neurochirurgen:

    • Progrediente sensible und alle motorischen Ausfälle (V. a. Bandscheibenvorfall).

    • Schluckstörungen.

    • Sensible Ausfälle in den Segmenten S1 bis S5 (V. a. Cauda-equina-Cauda-equina-Syndrom, Lumbalgie. akuteSyndrom).

  • Eine Weiterbehandlung ausschließlich mit Ohrakupunktur könnte zwar die Schmerzen lindern, würde jedoch die zugrunde liegende Störung überdecken und eine evtl. notwendige Operation verzögern.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: z. B. LWK 4 und/oder LWK 5 (6.1.1) an der Ohrvorderseite; LWS (6.11.1) an der Ohrrückseite.

  • Punkte der vegetativen Rinne (6.9.1).

  • Schmerzpunkte: Valium (6.7.3), PE1/Thymus (6.7.6).

  • Bei Blockaden: entsprechende Punkte der LWS an der Ohrvorderseite, z. B. LWK 4/5 (6.1.1); eine Blockade an einer Stelle der Wirbelsäule bedingt häufig Gegenblockaden in anderen Wirbelsäulenbereichen (durch Ausgleichsbestrebungen) und macht ein Stechen dieser Punkte sinnvoll: z. B. HWK 7, BWK 4, BWK 10 (6.1.1); BWS (6.11.1) an der Ohrrückseite.

Chinesische Punkte
  • Lokale Punkte: LWS (40) (6.1.1) an der Ohrvorderseite; LWS (106), BWS (108) (6.11.1) an der Ohrrückseite.

  • Schmerzpunkte: Lendenschmerzpunkt (54) (6.1.1), Thalamus (26a) (6.7.4).

  • Relaxierender Punkt: Muskelentspannung (98a) (6.1.3).

Durch Injektion von 0,1ml 1% Xylonest an die Ohrakupunkturpunkte LWK 4/5 (6.1.1) und/oder Ω1-Punkt (6.8.1) kann, v.a. bei frühzeitiger Behandlung, innerhalb von Sekunden Beschwerdefreiheit erzielt werden.

Behandlungsintervall
  • 1-mal/Tag bis zur deutlichen Schmerzreduzierung.

  • Danach 1-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Je früher der Behandlungsbeginn nach Eintreten der Schmerzsymptomatik, desto schneller der Behandlungserfolg.

  • Meist Schmerzreduzierung bzw. -freiheit innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Akupunktur, die zunächst nicht immer stabil bleibt; Wiederholung der Akupunktur bis zur anhaltenden Beschwerdefreiheit erforderlich.

  • Völlige Schmerzfreiheit in der Regel spätestens innerhalb von 4 Wo.

Akute Ischialgie

Charakteristika
  • Ischialgie, akuteVom Gesäß ins Bein ausstrahlende Schmerzen im Bereich des N. ischiadicus.

  • Meist einseitige (bei Diabetes mellitus fast immer beidseitig), anfallartig sich verstärkende Schmerzen; selten sensible Störungen.

  • Ursachen: Verhebetraumen oder Kompression, insbesondere bei Bandscheibenvorfall.

  • Bei Bandscheibenvorfall typischerweise sensible, seltener auch motorische Störungen; vgl. akute Lumbalgie (7.1.2).

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: Punkte der LWS an der Ohrvorderseite; am häufigsten LWK 2 (6.1.1); LWS (6.11.1) an der Ohrrückseite.

  • Schmerzpunkte: Valium (6.7.3), PE1/Thymus (6.7.6).

Chinesische Punkte
  • Lokale Punkte: N. ischiadicus (52), Gesäß (53) (6.1.1).

  • Schmerzpunkte: Polster (29), Thalamus (26a) (6.7.4).

  • Relaxierender Punkt: Muskelentspannung (98a) (6.1.3).

Durch Injektion von 0,1ml 1% Xylonest an den Ohrakupunkturpunkt N. ischiadicus (52) (6.1.1) und/oder Ω1-Punkt (6.8.1) kann, v.a. bei frühzeitiger Behandlung, innerhalb von Sekunden Beschwerdefreiheit erzielt werden.

Behandlungsintervall
  • 1-mal/Tag bis zur deutlichen Schmerzreduzierung.

  • Danach 1-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Bei frühzeitiger Behandlung nur 2 bis 5 Tage Therapie erforderlich.

  • Rasche Schmerzreduzierung bzw. -freiheit nach der ersten Akupunktur; Wiederholungsbehandlungen zur Stabilisierung meist notwendig.

  • Völlige Schmerzfreiheit in der Regel spätestens innerhalb von 2 bis 4 Wo.

Muskulärer Schiefhals (Torticollis)

Charakteristika
  • TorticollisEinseitiger Krampf oder Verkürzung des M. sternocleidomastoideus.

  • Dadurch Fehlhaltung mit Seitneigung und -drehung des Kopfes.

  • Ursachen:

    • Meist muskulär bedingt.

    • Selten andere Ursachen wie z. B. neurogene (bei Schädigung des extrapyramidalen Systems) oder okulare (bei Trochlearisparese, Schiefhals muskulärerTrochlearisparese); hier keine Verbesserung durch Ohrakupunktur möglich.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: ventrale Halsmuskulatur (6.2.1) an der Ohrvorderseite; HWS (6.11.1) an der Ohrrückseite.

  • Schmerzpunkte: Valium (6.7.3), PE1/Thymus (6.7.6).

  • Psychische Punkte: Omega-Achse (6.12.1), Nervaler Leberpunkt (Ärger) (6.8.1), Haldol (6.8.6).

Chinesische Punkte
  • Schmerzpunkte: Polster (29), Thalamus (26a) (6.7.4).

  • Relaxierender Punkt: Muskelentspannung (98a) (6.1.3).

Behandlungsintervall
  • Akute Symptomatik: 1-mal/Tag bis zur deutlichen Schmerzreduzierung, bestehende Analgetika-Medikation dann absetzen; danach 1-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

  • Chronische Symptomatik: 2- bis 3-mal/Wo. über ca. 4 Wo.; danach 1- bis 2-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Durch Injektion von 0,1ml 1% Xylonest an den Ohrakupunkturpunkt ventrale Halsmuskulatur (6.2.1) und/oder Ω1-Punkt (6.8.1) kann v.a. im akuten Stadium bei frühzeitiger Behandlung innerhalb von Sekunden Beschwerdefreiheit erzielt werden.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Akute Symptomatik: meist Beschwerdefreiheit innerhalb von 4 Wo.

  • Chronische Symptomatik: komplette Remission meist nicht möglich, jedoch deutliche Entspannung und Schmerzreduktion innerhalb von 4 bis 6 Wo.; dann Analgetika-Medikation nicht mehr nötig.

Schulter-Arm-Syndrom

Charakteristika
  • Schmerzen im Bereich der Schulter-Arm-SyndromSchulter, oft Ausstrahlung in den Oberarm.

  • Formen: Periarthritis Periarthritis humeroscapularisArthritis:Periarthritis humeroscapularishumeroscapularis, „frozen frozen shouldershoulder“, ZervikobrachialsyndromZervikobrachialsyndrom, OmarthroseArthrose:OmarthroseOmarthrose.

  • Ursachen: oft Trauma (z. B. Sturz, Sportverletzung), dann schleichend progrediente Chronifizierung.

  • Schmerzen oft nachts verstärkt.

Therapieschema
Gleiches Therapieschema für alle genannten Formen des Schulter-Arm-Syndroms.
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: Schulter und Oberarm (6.2.1) an der Ohrvorderseite; Schulter (6.11.2) an der Ohrrückseite.

  • Relaxierender Punkt: Valium (6.7.3).

  • Schmerzpunkte: PE1/Thymus (6.7.6).

Chinesische Punkte
  • Lokale Punkte: Schulter (65), Schultergelenk (64) (6.2.1).

  • Relaxierender Punkt: Muskelentspannung (98a) (6.1.3).

  • Schmerzpunkte: Polster (29), Thalamus (26a) (6.7.4), Tragusgipfel (12) (6.7.3).

Behandlungsintervall
  • Akutes Stadium: 2-mal/Wo.

  • Bei > 4 Wo. bestehenden Schmerzen: 1-mal/Wo. bis zur Schmerzfreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Behandlungsbeginn im akuten Stadium: Beschwerdefreiheit in der Regel nach 4 Wo.

  • Degenerative Erkrankung: ebenfalls Beschwerdefreiheit möglich, aber Therapiedauer mindestens 3 Mo.

Degenerative Veränderungen sind mit zunehmendem Alter physiologisch und können auch im fortgeschrittenen Stadium schmerzarm bzw. schmerzlos sein. Der Röntgenbefund gibt deshalb keinen Hinweis auf die Notwendigkeit und Dauer der Behandlung.

Epikondylitis

Charakteristika
  • EpikondylitisZwei Formen:

    • Epicondylitis humeri radialis: lokaler Druckschmerz im Bereich der Ursprungszone der Mm. extensor digitorum communis und extensor carpi radialis; häufigste Form.

    • Epicondylitis humeri ulnaris: lokaler Druckschmerz im Bereich der Ursprungszone der Mm. flexor carpi ulnaris und palmaris longus sowie flexor digitorum sublimis; seltenere Form.

  • Meist nach Überbeanspruchung bewegungsabhängige Schmerzen.

  • Bei Anspannung der betroffenen Muskeln Ausstrahlung nach distal und proximal.

Therapieschema
Gleiches Therapieschema für Epicondylitis humeri radialis und ulnaris.
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: Ellbogen (6.2.1) an der Ohrvorderseite; Ellbogen (6.11.2) an der Ohrrückseite.

  • Relaxierender Punkt: Valium (6.7.3).

  • Schmerzpunkte: PE1/Thymus (6.7.6).

Chinesische Punkte
  • Lokaler Punkt: Ellbogen (66) (6.2.1).

  • Relaxierender Punkt: Muskelentspannung (98a) (6.1.3).

  • Schmerzpunkte: Thalamus (26a), Polster (29) (6.7.4), Tragusgipfel (12) (6.7.3).

Behandlungsintervall
  • Akutes Stadium: 2-mal/Wo.

  • Bei > 4 Wo. bestehenden Schmerzen: 1-mal/Wo. bis zur Schmerzfreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Behandlungsbeginn im akuten Stadium: Beschwerdefreiheit in der Regel nach 4 Wo.

  • Behandlungsbeginn im chronischen Stadium (> 4 Wo.): ebenfalls Beschwerdefreiheit möglich, Therapiedauer jedoch mindestens 3 Mo.

Karpaltunnel-Syndrom (CTS)

Charakteristika
  • Karpaltunnel-Syndrom (CTS)Mechanische Kompression des N. medianus im Karpaltunnel.

  • Schmerz:HandgelenkSchmerzen des Handgelenks und der Hand, Ausstrahlung bis in den Oberarm oder die Schulter möglich.

  • Sensibilitätsstörung des Fingers I bis III und der radialen Seite des Fingers IV, bei chronischem Verlauf Atrophie des Daumenballens.

  • Akute Entstehung durch Überbelastung der Hand.

  • Häufig nächtliche Verschlimmerung.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokaler Punkt: Handgelenk (6.2.1).

  • Relaxierender Punkt: Valium (6.7.3).

  • Schmerzpunkte: PE1/Thymus (6.7.6).

Chinesische Punkte
  • Lokaler Punkt: Handgelenk (67) (6.2.1).

  • Relaxierender Punkt: Muskelentspannung (98a) (6.1.3).

  • Schmerzpunkte: Thalamus (26a), Polster (29) (6.7.4), Tragusgipfel (12) (6.7.3).

Behandlungsintervall
  • Akutes Stadium: 3-mal/Wo.

  • Bei > 4 Wo. bestehenden Schmerzen: 1- bis 2-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit, eine progrediente Besserung vorausgesetzt.

  • Der Patient sollte während der Behandlung die betroffene Hand möglichst wenig belasten.

  • Spätestens nach 4 Wo. Therapieresistenz unter Akupunktur sollte wegen einer endoskopischen Operation zum Orthopäden überwiesen werden, um eine dauerhafte nervale Schädigung abzuwenden. Die Akupunktur kann zusätzlich peri- und postoperativ angewandt werden.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Deutliche Reduzierung der Beschwerden innerhalb von 1 bis 2 Wo.

  • Behandlungsbeginn im akuten Stadium: Beschwerdefreiheit nach bis zu 4 Wo.

Gonalgie

Charakteristika
  • Schmerz:KniebereichGonalgieSchmerzen im Kniebereich.

  • Folgende Krankheitsbilder sind Indikationen der Ohrakupunktur:

    • Arthrose:GonarthroseGonarthrose: degenerative Gelenkveränderungen.

    • GonarthritisGonarthritis: entzündliche Gelenkerkrankung, z. B. Gichtarthritis (7.1.2).

    • Chondropathia Chondropathia patellaepatellae: degenerative Knorpelveränderungen der Kniescheibe.

    • KniegelenksdistorsionDistorsion, nach Ausschluss von Bandläsion und Fraktur.

  • Je nach Genese können Schmerzen periodisch wiederkehren, nach Belastung auftreten oder andauernd vorhanden sein; Schwellung und evtl. Überwärmung als Begleiterscheinung möglich.

  • Eine fachärztliche, orthopädische Untersuchung des Knies sollte vorausgehen, um Band- oder Meniskusläsionen auszuschließen. In diesen Fällen muss konventionell behandelt werden.

  • Die Akupunktur dient der Nachbehandlung und beschleunigt die postoperative Regeneration.

Therapieschema
Gleiches Therapieschema für die genannten Formen der Gonalgie – ausschlaggebend ist die RAC-Tastung.
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: Knie (6.2.3) an der Ohrvorderseite; Knie (6.11.2) an der Ohrrückseite.

  • Relaxierender Punkt: Valium (6.7.3).

  • Schmerzpunkte: PE1/Thymus, Valoron = Analgesie 2 + Thalamus (26a) (6.7.6), Analgesie 1 (6.7.5).

Chinesische Punkte
  • Lokaler Punkt: Kniegelenk (49) (6.2.2).

  • Relaxierender Punkt: Muskelentspannung (98a) (6.1.3).

  • Schmerzpunkte: Tragusgipfel (12) (6.7.3), Polster (29) (6.7.4).

Behandlungsintervall
  • Akutes Stadium: 1-mal/Tag bis alle 2 Tage.

  • Bei > 4 Wo. bestehenden Schmerzen: 1- bis 2-mal/Wo. bis zur Schmerzfreiheit.

Der Patient sollte während der Behandlung unbedingt auf die Schonung des Knies achten. Günstig ist regelmäßige Bewegung des Kniegelenks ohne Belastung.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Deutliche Reduzierung der Beschwerden innerhalb von 1 bis 2 Wo.

  • Behandlungsbeginn im akuten Stadium: Beschwerdefreiheit nach bis zu 4 Wo.

  • Im Allgemeinen besseres und schnelleres Ansprechen auf Ohrakupunktur bei entzündlich bedingten Gonalgien.

  • Bei ausgeprägter Degeneration komplette Remission meist nicht möglich.

Koxalgie

Charakteristika
  • Schmerz:HüftbereichKoxalgieSchmerzen im Hüftbereich.

  • Folgende Krankheitsbilder sind Indikationen der Ohrakupunktur:

    • Arthrose:KoxarthroseKoxarthrose: degenerative Gelenkveränderungen, auch posttraumatisch; häufigste Ursache.

    • Arthritis:KoxarthritisKoxarthritis: entzündliche Gelenkerkrankung der Hüfte.

    • Periarthropathia Periarthropathia coxaecoxae: meist chronisch rezidivierende Entzündungsprozesse der Hüfte mit Bursitis, Verkalkungen, etc.

  • Schmerzen unabhängig von der Genese v. a. bei Belastung, z. B. beim Treppensteigen, insbesondere beim Hinuntergehen.

Bei posttraumatischen Beschwerden muss der Akupunkturbehandlung eine radiologische Diagnostik vorausgehen, um eine Fraktur auszuschließen.

Therapieschema
Gleiches Therapieschema für die verschiedenen Formen der Koxalgie.
Französische Punkte
  • Lokaler Punkt: Hüfte (6.2.3) an der Ohrvorderseite; Hüfte (6.11.2) an der Ohrrückseite.

  • Relaxierender Punkt: Valium (6.7.3).

  • Schmerzpunkte: PE1/Thymus, Valoron = Analgesie 2 + Thalamus (26a) (6.7.6), Analgesie 1 (6.7.5).

Chinesische Punkte
  • Lokale Punkte: Hüfte (57), Hüftgelenk (50) (6.2.2), Cavum pelvis (56) (6.2.3, 6.7.2).

  • Relaxierender Punkt: Muskelentspannung (98a) (6.1.3).

  • Schmerzpunkte: Polster (29) (6.7.4), Tragusgipfel (12) (6.7.3).

Behandlungsintervall
  • Akutes Stadium: 3-mal/Wo.

  • Bei > 4 Wo. bestehenden Schmerzen: 1- bis 2-mal/Wo. bis zur Schmerzfreiheit.

Der Patient sollte während des Behandlungszeitraums die Hüfte nicht belasten und schweres Tragen oder Arbeiten in gebückter Haltung vermeiden. Leichte aktive oder passive Bewegung, z.B. im Rahmen krankengymnastischer Übungen, unterstützt die Therapie.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Posttraumatische und entzündliche Genese: deutliche Reduzierung der Beschwerden innerhalb von 1 bis 2 Wo.; bei Behandlungsbeginn im akuten Stadium bzw. sofort nach Trauma Beschwerdefreiheit nach bis zu 4 Wo.

  • Chronisch degenerative Genese: deutliche Reduzierung der Beschwerden innerhalb von 4 Wo.; Beschwerdefreiheit nach ca. 6 Mo.

Bei weit fortgeschrittener Degeneration ist mit Ohrakupunktur nur eine Schmerzlinderung zu erzielen. Angezeigt ist eine operative Therapie (Endoprothesenimplantation). Postoperativ kann die Ohrakupunktur zur Unterstützung der Wundheilung eingesetzt werden.

Kokzygodynie (Steißbeinschmerz)

Charakteristika
  • Schmerz:SteißbeinbereichKokzygodynie (Steißbeinschmerz)Schmerzen im Steißbeinbereich.

  • Ursachen:

    • Trauma durch Sturz auf das Steißbein.

    • Entzündliche Veränderungen durch Überbelastung (z. B. Reiten).

    • Neuralgie der Nn. anococcygici.

  • Schmerzen v. a. beim Sitzen, meist keine Ausstrahlung.

  • Neuralgische Form häufiger bei Frauen, psychische Komponente (Stress etc.).

Therapieschema
Bei den genannten Formen der Kokzygodynie können sich – gemäß RAC-Tastung – folgende Punkte finden:
Französische Punkte
  • Lokaler Punkt: Steißbein (6.1.1).

  • Relaxierender Punkt: Valium (6.7.3).

  • Schmerzpunkte: PE1/Thymus, Valoron = Analgesie 2 + Thalamus (26a) (6.7.6), Analgesie 1 (6.7.5).

Chinesische Punkte
  • Lokaler Punkt: Kreuz- und Steißbein (38) (6.1.1).

  • Relaxierender Punkt: Muskelentspannung (98a) (6.1.3).

  • Schmerzpunkte: Tragusgipfel (12) (6.7.3), Polster (29) (6.7.4).

Behandlungsintervall
  • Akutes Stadium: 1-mal/Tag bis alle 2 Tage.

  • Bei > 1 Wo. bestehenden Schmerzen: 2-mal/Wo. bis zur Schmerzfreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Im Allgemeinen deutliche Reduzierung der Beschwerden innerhalb von 1 Wo.

  • Behandlungsbeginn im akuten Stadium: Beschwerdefreiheit meist nach ca. 2 Wo.

Kalkaneussporn (Fersensporn)

Charakteristika
  • Kalkaneussporn (Fersensporn)Dornartige, knöcherne Ausziehung an der Unterseite des Tuber calcanei am Ansatz der Sehnen und Aponeurosenfasern (selten am Ansatz der Achillessehne) mit Schmerzen im Bereich der Ferse, v. a. bei Belastung.

  • Ursachen:

    • Überbelastung, insbesondere bei Fußfehlformen wie z. B. Knick-Senk-Knick-Senk-Fuß, KalkaneusspornFuß; häufigste Ursache.

    • Degenerative Veränderungen, besonders bei stehenden Berufen oder Übergewicht.

    • Entzündungen, z. B. bei Rheuma.

  • Auftreten: ein- und doppelseitig, oft rezidivierend.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokaler Punkt: Ferse (6.2.3).

  • Schmerzpunkte: PE1/Thymus (6.7.6), Analgesie 2 (6.7.5).

Chinesische Punkte
  • Lokaler Punkt: Ferse (47) (6.2.2).

  • Schmerzpunkte: Thalamus (26a), Polster (29) (6.7.4), Tragusgipfel (12) (6.7.3), Vegetativum II (34) (6.7.4).

Behandlungsintervall
  • Akutes Stadium: 3-mal/Wo.

  • Bei > 4 Wo. bestehenden Schmerzen: 1- bis 2-mal/Wo. bis zur Schmerzfreiheit.

Der Patient sollte während der Behandlung unbedingt auf die Schonung seines Fußes achten. Hilfreich sind Schuheinlagen zur Entlastung des Sporns.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Meist deutliche Reduzierung der Beschwerden innerhalb von 1 bis 2 Wo.

  • Behandlungsbeginn im akuten Stadium: häufig Beschwerdefreiheit nach bis zu 4 Wo.

Gichtarthritis

Charakteristika
  • GichtarthritisArthritis:GichtarthritisAkute heftigste Schmerzen, Rötung und Überwärmung des betroffenen Gelenks auf der Basis einer Hyperurikämie; Beginn meist nachts oder frühmorgens.

  • Form: meist primäre (erbliche); seltener sekundäre Form bei gesteigertem Zelluntergang (z. B. Polyzythämie, Chemotherapie) oder Nierenfunktionsstörung.

  • Auslöser: purinreiche Nahrung, Alkohol, körperliche Anstrengung oder Unterkühlung.

  • Befallsmuster: in ⅔ der Fälle Großzehengrundgelenk (PodagraPodagra), seltener Kniegelenk (GonagraGonagra, Gonalgie) betroffen.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: Großzehe (6.2.1), Knie (6.2.3).

  • Entzündungshemmende Punkte: PE1/Thymus (6.7.6).

  • Schmerzpunkte: Valoron (= Analgesie 2 + Thalamus [26a]) (6.7.6), Analgesie 1 (6.7.5).

Chinesische Punkte
  • Lokale Punkte: Zehe (46) (6.2.1), Kniegelenk (49) (6.2.2).

  • Schmerzpunkte: Thalamus (26a), Polster (29), Vegetativum II (34) (6.7.4), Tragusgipfel (12) (6.7.3).

Behandlungsintervall
  • 1-mal/Tag bis zur Besserung der Beschwerden.

  • Nach Rückgang der Entzündungszeichen 2-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

  • Bei erhöhtem Harnsäurespiegel (z. B. aufgrund von Diätfehlern) sollte die Therapie durch eine Ernährungsumstellung ergänzt werden.

  • Im akuten Anfall ist ggf. eine zusätzliche konventionelle Analgetika-Medikation für 1 bis 2 Tage sinnvoll, da durch die Akupunktur oft erst nach diesem Zeitraum eine Verbesserung erzielt werden kann.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Meist deutliche Reduzierung der Beschwerden innerhalb von 1 bis 2 Wo.

  • Behandlungsbeginn im akuten Stadium: häufig Beschwerdefreiheit nach bis zu 4 Wo.

  • Analgetische (z. B. Antiphlogistika, Colchicinum) und urikosurische Medikation (z. B. Allopurinol, Probenecid, Sulfinpyrazon) können – entsprechend Schmerzintensität bzw. Laborwerte – früher reduziert bzw. abgesetzt werden.

Distorsion des oberen Sprunggelenks

Charakteristika
  • Sprunggelenk, DistorsionSchmerzen im Bereich des oberen Sprunggelenks, meist am Außenknöchel.

  • Begleitend Schwellung und Hämatom, auch ohne Bandruptur.

  • Posttraumatisch, manchmal begünstigt durch Instabilität des OSG (häufiges „Umknicken“).

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: Sprunggelenk (6.2.3) an der Ohrvorderseite; OSG (6.11.2) an der Ohrrückseite.

  • Relaxierender Punkt: Valium (6.7.3).

  • Schmerzpunkte: PE1/Thymus (6.7.6), Analgesie 1 und Analgesie 2 (6.7.5).

Chinesische Punkte
  • Lokaler Punkt: Knöchel (48) (6.2.2).

  • Relaxierender Punkt: Muskelentspannung (98a) (6.1.3).

  • Schmerzpunkte: Thalamus (26a), Polster (29) (6.7.4), Tragusgipfel (12) (6.7.3)

Bei Verdacht auf Gelenkinstabilität ist eine Überweisung zum Orthopäden sinnvoll, um eine Bandläsion auszuschließen. Die Ohrakupunktur kann peri- und postoperativ, eingesetzt werden.

Behandlungsintervall
  • Akutes Stadium: 1-mal/Tag bis alle 2 Tage.

  • Bei > 4 Wo. bestehenden Schmerzen: 1- bis 2-mal/Wo. bis zur Schmerzfreiheit.

Der Patient sollte unbedingt auf die Schonung des Fußes achten und das Sprunggelenk ohne Belastung bewegen. Hilfreich ist auch eine krankengymnastische Therapie. Liegt keine Bandläsion vor, genügt zusätzlich zur Akupunkturbehandlung eine Stabilisierung des Sprunggelenks durch einen hohen, über den Knöchel reichenden Schuh.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Deutliche Reduzierung der Beschwerden innerhalb weniger Tage.

  • Beschwerdefreiheit bei Behandlungsbeginn im akuten Stadium nach 1 bis 2 Wo.; ausnahmsweise, abhängig von der Schwere des Traumas nach bis zu 4 Wo.

Schmerzbehandlung bei Frakturen

Charakteristika
  • Frakturen, SchmerztherapieIn der Regel posttraumatische Schmerzen, Schwellung und/oder Hämatom.

  • Schmerzreduktion, Verbesserung und Beschleunigung der Wundheilung mittels Ohrakupunktur möglich.

Eine sorgfältige konservative Diagnostik und Erstversorgung muss immer der Akupunktur vorausgehen!

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: z. B. Oberarm, Radius, Zehen (6.2.1), Unterschenkel, Oberschenkel (6.2.3).

  • Schmerzpunkte: Valium (6.7.3), PE1/Thymus (6.7.6).

Chinesische Punkte
  • Lokale Punkte: Clavicula (63) (6.2.1), Handgelenk (67) (6.2.1).

  • Schmerzpunkte: Polster (29), Thalamus (26a) (6.7.4).

Behandlungsintervall
  • Zunächst 1-mal/Tag bis zur deutlichen Schmerzreduzierung.

  • Danach 1-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Je früher der Behandlungsbeginn nach Eintreten der Fraktur, desto schneller der Behandlungserfolg.

  • Meist Schmerzreduzierung innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Akupunktur; zur Stabilisierung der Schmerzreduzierung tägl. Wiederholung der Akupunktur für mehrere Tage.

  • Völlige Schmerzfreiheit in der Regel nach 1 bis 3 Wo., ausnahmsweise nach bis zu 6 Wo.

Bei akuten Verletzungen kann eine flächige Lasertherapie (4.2.3) die Abschwellung deutlich beschleunigen und die Wundheilung verbessern.

Achillodynie

Charakteristika
  • AchillodynieSchmerzen im Bereich des Ansatzes der Achillessehne am Kalkaneus, ca. 2 bis 6 cm kranial des Sehnenansatzes.

  • Häufige InsertionstendopathieInsertionstendopathie (vgl. Epikondylitis 7.1.6).

  • Ursachen:

    • Initial meist Reizung durch Überlastung.

    • Mikrotraumata im Sehnenbereich nach mechanischer Reizung.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: Ferse (6.2.3) LWK 1–5 (6.1.1).

  • Schmerzpunkte: Valium (6.7.3), PE1/Thymus (6.7.6).

  • Psychische Punkte: Omega-Achse (6.12.1), Frustration (6.8.3).

Chinesische Punkte
  • Lokale Punkte: Ferse (47) (6.2.2).

  • Schmerzpunkte: Thalamus (26a) (6.7.4).

  • Relaxierender Punkt: Muskelentspannung (98a) (6.1.3).

Behandlungsintervall
  • Akute Symptomatik oder akute Progredienz: 1-mal/Tag bis zur deutlichen Schmerzreduzierung, dann Analgetika-Medikation absetzen; danach 1-mal/Wo. bis zur Beschwerdebesserung/-freiheit.

  • Chronische Symptomatik: 1-mal/Wo. bis zur deutlichen Beschwerdebesserung; danach alle 2 bis 3 Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

  • Analgetika oder lokal injiziertes Kortison bewirken oft eine (kurz-)zeitige Beschwerdefreiheit – eine nach Jahren auftretende Schädigung des Sehnengewebes mit nachfolgender Sehnenruptur ist jedoch nicht auszuschließen.

  • Als ergänzendes Therapieverfahren ist v. a. die Osteopathie empfehlenswert.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Akute Symptomatik: meist Beschwerdebesserung innerhalb von 4 Wo.

  • Chronische Symptomatik: komplette Remission oft erst nach längerer Therapiedauer, je nach Schwere der Symptomatik bis zu einem halben Jahr oder länger, jedoch deutliche Entspannung und Schmerzreduktion innerhalb von 4 bis 6 Wo.

Chronische Schmerzen des Bewegungsapparates

Chronische Polyarthritis

  • Häufigste rheumatische Erkrankung; Autoimmunerkrankung, gegen die Synovia der Gelenke gerichtet mit entzündlich-degenerativen Veränderungen der Gelenke; F : M = 3 : 1.

  • Befallsmuster: anfangs meist die kleinen Gelenke betroffen, z. B. Hände und/oder Zehen, jedoch sehr unterschiedliches Erscheinungsbild.

  • Symptome: Schmerzen, Überwärmung und Schwellung der Gelenke, Morgensteifigkeit (zu Beginn der Erkrankung als Leitsymptom), vermehrte Schweißsekretion, Appetitlosigkeit, Parästhesien.

  • Verlauf: Befall meist im 3. bis 5. Lebensjahrzehnt; schleichend progredient oder in Schüben.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: z. B. Fingerglieder (6.2.1).

  • Immunologische Punkte: ACTH (6.6.6), NNR (6.6.1), Immun-Achse (6.12.3).

  • Entzündungshemmende Punkte: PE1/Thymus (6.7.6).

  • Schmerzpunkte: Valoron (= Analgesie 2 + Thalamus [26a]) (6.7.6), Analgesie 1 (6.7.5).

  • Psychische Punkte: Antiaggression (6.8.5).

Chinesische Punkte
  • Lokaler Punkt: z. B. Finger (62) (6.2.1).

  • Schmerzpunkte: Thalamus (26a), Polster (29), Vegetativum II (34) (6.7.4), Tragusgipfel (12) (6.7.3).

Der Antiaggressionspunkt gilt bei chronischer Polyarthritis als wirkungsvollster Punkt. Bevorzugt anzuwenden sind Dauernadeln, die 1 bis höchstens 2 Wo. verbleiben sollten. Fällt die Nadel vorher heraus, kann nach 1 bis 2 Tagen eine neue Dauernadel gesetzt werden.

Behandlungsintervall
  • Therapieabstände entsprechend der Dauer der Schmerzreduzierung; anfangs meist alle 2 bis 3 Tage, später 1-mal/Wo.; Ausdehnen der Therapieintervalle auf 2-mal/Mo., wenn nach mehreren Tagen Behandlungspause keine Verschlimmerung mehr auftritt.

  • Unter oder nach Kortisonbehandlung: anfangs 2-mal/Wo., bis keine Erstverschlechterung mehr auftritt.

  • Therapie sowohl im akuten Schub als auch im schmerzarmen bzw. -freien Intervall behandeln.

  • Cave: Unter oder nach Kortisonbehandlung kann die Verwendung der immunologischen Punkte zu einer Erstverschlimmerung führen; ggf. mit konventioneller Schmerzmedikation, ohne Kortison, abfangen.

Behandlungsverlauf/Prognose
Abhängig von der Dauer, Schwere und Vorbehandlung (Kortison?).
  • Ohne Kortisonvorbehandlung: bei Behandlungsbeginn im Anfangsstadium Beschwerdefreiheit nach spätestens 3 Mo.

  • Ohne Kortisonvorbehandlung: bei Behandlungsbeginn im chronischen Stadium Beschwerdefreiheit nach ca. 1 Jahr.

  • Bei Kortisonvorbehandlung: bei Behandlungsbeginn im chronischen Stadium Behandlungsdauer über 1 Jahr.

Morbus Sudeck

Charakteristika
Morbus SudeckLokale Durchblutungs- und Stoffwechselstörung mit sekundärer, schmerzhafter Dystrophie und später Atrophie einer Extremität als Komplikation einer Fraktur, aber auch nach Trauma, Operation oder Entzündung; bevorzugt im Hand- oder Fußbereich.
  • Alle Gewebeschichten der Weichteile und der Knochen sind betroffen.

  • Entwickelt sich meist erst Wo. nach dem Ursprungstrauma; Einteilung in entzündliche Akutphase, dystrophe und atrophe Phase.

  • Psychovegetative Labilität in der Regel vorhanden.

Therapieschema
Therapieschema gilt für alle drei Phasen – ausschlaggebend ist RAC-Tastung.
Französische Punkte
  • Lokaler Punkt: z. B. Handgelenk (6.2.1).

  • Schmerzpunkte: PE1/Thymus (6.7.6).

  • Psychische Punkte: Omega-Achse (6.12.1), Antidepressiver Punkt (6.8.5), Haldol (6.8.6).

  • Stabilisierende Punkte: Null-Punkt (6.10.3), Lateralitäts-Steuerpunkt (6.8.6).

Chinesische Punkte
  • Lokaler Punkt: Handgelenk (67) (6.2.1).

  • Schmerzpunkt: Thalamus (26a), Polster (29) (6.7.4).

Psychische Stabilisierung wirkt hier als Analgesie. Deshalb v.a. auf die psychischen und stabilisierenden Punkte achten, evtl. dort auch 1 bis 2 Dauernadeln setzen.

Behandlungsintervall
  • Anfangs 1- bis 2-mal/Wo.

  • Bei Besserung der Beschwerden 2- bis 4-mal/Mo.

  • Nach 3 Mo. Therapie auf 2-mal/Mo. übergehen.

  • Bei Einsatz von Dauernadeln: nach 1 Woche entfernen und nach mehreren Tagen Abstand erneut setzen; bis zur Beschwerdebesserung so fortfahren.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Behandlungsbeginn in der entzündlichen Akutphase: meist kurzfristige Behandlung, Beschwerdefreiheit innerhalb von 4 Wo.

  • Behandlungsbeginn in der dystrophen oder atrophen Phase: meist lang dauernde Behandlung nötig.

    • Kurzfristig (Wochen): Schmerzerleichterung.

    • Mittelfristig (Monate): Verhinderung von Spätschäden.

    • Langfristig (bis zu ca. 1 Jahr): Heilung.

Da beim M. Sudeck die psychische Labilität den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflusst, sollte sich der Patient während der Behandlungszeit möglichst keinen Belastungssituationen aussetzen.

Arthrose

Charakteristika
  • ArthroseDegenerative Gelenkerkrankung.

  • Zu Beginn Steifigkeit der Gelenke, dann Anlauf-, später Belastungs- und schließlich Dauerschmerz.

  • Grad der degenerativen Veränderung (Röntgenbefund) korreliert nicht zwangsläufig mit Intensität der Schmerzen und Ausmaß der Bewegungseinschränkung.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: z. B. Hüfte (6.2.3), Knie, Sprunggelenk (6.2.3) an der Ohrvorderseite; Hüfte, Knie, OSG (6.11.2) an der Ohrrückseite.

  • Schmerzpunkte: PE1/Thymus (6.7.6), Analgesie 1 und 2 (6.7.5).

Chinesische Punkte
  • Lokale Punkte: Hüfte (57), Kniegelenk (49), Knöchel (48) (6.2.2).

  • Schmerzpunkt: Thalamus (26a) (6.7.4).

Der Röntgenbefund lässt keine direkten Rückschlüsse auf die Heilungsmöglichkeit der Gelenkschmerzen zu. Oft handelt es sich bei Gelenkschmerzen um funktionelle Störungen, die zusätzlich zur Arthrose auftreten, aber nicht dadurch verursacht wurden. In diesem Fall ist ein Abklingen der Beschwerden durch Akupunktur möglich, auch wenn die degenerativen Veränderungen bestehen bleiben.

Behandlungsintervall
Unabhängig vom Grad der Arthrose bei Schmerzen 1-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Sind Arthrosen sehr weit fortgeschritten, lässt sich eine operative Therapie manchmal nicht vermeiden. Postoperativ kann die Akupunktur zur Förderung der Wundheilung eingesetzt werden.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Rezidivierende Schmerzen: 5 bis 10 Behandlungen bis zur Beschwerdefreiheit.

  • Konstante Schmerzen: ca. 3 Mo. bis zur Einsparung regelmäßiger Analgetika-Medikation, evtl. Wiederholungsbehandlungen erforderlich.

Interkostalneuralgie

Charakteristika
  • Neuralgie:interkostaleInterkostalneuralgieSchmerzen im Verlauf eines oder mehrerer Zwischenrippennerven, meist anfallartig verstärkt; oft mit Hyperästhesie, InterkostalräumeHyperästhesie der betroffenen Interkostalräume.

  • Ursachen: z. B. Herpes zoster (8.5.3), Rippenverletzung oder Wirbelsäulenerkrankungen.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: z. B. wenn 4. Interkostalraum betroffen, dann BWK 4 (6.1.1).

  • Schmerzpunkte: PE1/Thymus (6.7.6), Analgesie 1 und Analgesie 2 (6.7.5).

  • Immunstimulierende Punkte: Interferon (6.7.3), Thymus (6.6.1).

  • Psychische Punkte: Valium (6.7.3), Barbiturat (6.7.1), Haldol (6.8.6).

Chinesische Punkte
  • Schmerzpunkte: Thalamus (26a), Polster (29) (6.7.4), shen men (55) (6.7.2).

Durch Injektion von 0,1ml 1% Xylonest an den Ohrakupunkturpunkt des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts (6.1.1) und/oder Ω-1-Punkt (6.8.1 und 6.12.16.8.16.12.1) kann v.a. im akuten Stadium innerhalb von Sekunden Beschwerdefreiheit erzielt werden.

Behandlungsintervall
  • Akutes Stadium: 1-mal/Tag bis zur deutlichen Schmerzreduzierung, Analgetika sind dann nicht mehr erforderlich; danach 1-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

  • Chronisches Stadium: über ca. 4 Wo. 2- bis 3-mal/Wo., danach 1- bis 2-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

  • Bis zur Schmerzreduktion ist eine unterstützende Kombinationstherapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) sinnvoll; alternativ Neuraltherapie zur kurzfristigen Schmerzreduzierung einsetzen, um die langsamer greifende (aber langfristige) Schmerzreduzierung durch Ohrakupunktur zu unterstützen.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Behandlungsbeginn im akuten Stadium: Beschwerdefreiheit häufig innerhalb von 4 Wo.

  • Behandlungsbeginn im chronischen Stadium: Behandlungsdauer bis zu 6 Mo.; deutliche Entspannung und Schmerzreduktion meist innerhalb von 4 bis 6 Wo., zusätzliche Analgetika sind dann nicht mehr notwendig.

Phantomschmerz

Charakteristika
  • PhantomschmerzManchmal nach Amputation, PhantomschmerzExtremitätenamputation auftretender Schmerz:PhantomschmerzSchmerz in dem nicht mehr vorhandenen Körperteil.

  • Häufig kombiniert mit Stumpfschmerz.

  • Auftreten eines Phantomschmerzes wahrscheinlicher, wenn bereits vor der Amputation Schmerzen an der betroffenen Extremität bestanden.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: je nach amputierter Extremität, z. B. Oberarm, Fingerspitze I (6.2.1) oder Unterschenkel (6.2.3).

  • Schmerzpunkte: PE1/Thymus (6.7.6), Analgesie 1 und Analgesie 2 (6.7.5).

  • Psychische Punkte: Valium (6.7.3), Barbiturat (6.7.1), Haldol (6.8.6).

Chinesische Punkte
  • Schmerzpunkte: Hirnstamm (25) (6.10.4), Vegetativum II (34), Thalamus (26a) (6.7.4).

Behandlungsintervall
  • Alle 3 Tage Akupunktur in Kombination mit meist bestehender Analgetika-Medikation bis zur deutlichen Schmerzreduzierung; Analgetika dann absetzen.

  • Danach 1-mal/Wo. nur Akupunktur bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Ca. 3 Mo. bis zur Beschwerdefreiheit.

  • Bei anhaltenden Beschwerden trotz 3-monatiger Akupunktur ist Beschwerdefreiheit nicht mehr zu erwarten; langfristige Schmerzreduktion und Analgetikaeinsparung durch regelmäßige Akupunktur (z. B. 2×/Mo.) möglich.

Dauer und Stärke der Beschwerden vor der Amputation bestimmen den Therapieerfolg: Je länger und stärker die Schmerzen vor der Amputation bestanden haben, desto schlechter sprechen sie auf Akupunktur an.

Fibromyalgie

Charakteristika
  • FibromyalgieExtraartikuläre rheumatische Erkrankung bei normalen Laborwerten und Röntgenbefunden.

  • Über mindestens 3 Mo. bestehende Schmerzen an mindestens 11 von 18 definierten Druckpunkten an der Körpervorder- und -rückseite, ober- und unterhalb der Hüfte, beidseits.

  • Oft in Kombination mit Stress oder emotionaler Anspannung.

  • Meist Besserung im Alter.

  • Ursachen:

    • Primär: unklare Ätiologie.

    • Sekundär: im Rahmen von Traumata, rheumatischen oder malignen Erkrankungen.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: HWK 1–7 (6.1.1), Schulter (6.2.1) Ellbogen (6.2.1); Hüfte (6.2.3), Knie (6.2.3).

  • Punkte: Valium (6.7.3), PE1/Thymus (6.7.6).

  • Psychische Punkte: Omega-Achse (6.12.1), Frustration (6.8.3), Antidepressiver Punkt (6.8.5).

Chinesische Punkte
  • Lokale Punkte: HWS (37) (6.1.1).

  • Punkte: Sonne (35), Polster (29), Thalamus (26a) (6.7.4).

  • Relaxierender Punkt: Muskelentspannung (98a) (6.1.3).

Behandlungsintervall
  • Akute Symptomatik oder akute Progredienz: 1-mal/Tag bis zur deutlichen Schmerzreduzierung, bestehende Analgetika-Medikation dann absetzen; danach 1-mal/Wo. bis zur Beschwerdebesserung/-freiheit.

  • Chronische Symptomatik: 1-mal/Wo. bis zur deutlichen Beschwerdebesserung; danach alle 2 bis 3 Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

  • Da Analgetika oder Kortison in der Regel zu keiner Reduzierung der Schmerzen führen, ist die Akupunktur eine der wenigen Möglichkeiten, um Schmerzlinderung zu erzielen.

  • Ausreichend Schlaf und Entspannung unterstützen die Therapie.

  • Als ergänzende Therapiemethoden sind Feldenkrais, autogenes Training oder Osteopathie empfehlenswert.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Akute Symptomatik: meist Beschwerdebesserung innerhalb von 4 Wo.

  • Chronische Symptomatik: komplette Remission meist nur nach längerer Therapiedauer, je nach Schwere der Symptomatik bis zu mehreren Jahren, jedoch deutliche Entspannung und Schmerzreduktion innerhalb von 4 bis 6 Wo.

Kopfschmerzen

Spannungskopfschmerz

Charakteristika
  • SpannungskopfschmerzDiffuser, meist mittelschwerer Kopfschmerz:SpannungskopfschmerzKopfschmerz.

  • Dumpfer Schmerz mit anfallsweise pochenden Sensationen, gelegentlich mit Schwindel und Übelkeit kombiniert.

  • Chronische (> 15 Tage/Mo.) oder episodische Form.

  • Auslöser: z. B. Wetterwechsel, prämenstruell, Klimakterium.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Schmerzpunkte: Analgesie 1 und Analgesie 2 (6.7.5).

  • Psychische Punkte: Valium (6.7.3), Barbiturat (6.7.1), Haldol (6.8.6), Omega-Achse (6.12.1).

Chinesische Punkte
  • Schmerzpunkte: Sonne (35), Thalamus (26a), Polster (29), Vegetativum II (34) (6.7.4), shen men (55) (6.7.2), Hirnstamm (25) (6.10.4).

Behandlungsintervall
  • Akuter (nicht chronisch rezidivierender) Spannungskopfschmerz: einmalige Behandlung meist ausreichend.

  • Chronischer Spannungskopfschmerz: zunächst (je nach Kopfschmerzhäufigkeit) alle 2 bis 7 Tage, später 2-mal/Mo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
Je länger die Erkrankungsdauer, desto länger die Therapiephase.
  • Kurzfristig: Reduktion des Schmerzmittelverbrauchs, Verminderung der Schmerzintensität.

  • Mittelfristig: Verlängerung des beschwerdefreien Intervalls.

  • Langfristig: Beschwerdefreiheit.

Bei medikamenteninduziertem Spannungskopfschmerzen ist während der Akupunkturbehandlung das Ausschleichen der Analgetika-Medikation erforderlich. Die Compliance des Patienten ist Voraussetzung für den Therapieerfolg.

Okzipitalneuralgie

Charakteristika
  • OccipitalneuralgieNeuralgie:occipitaleMeist anfallsweise auftretende Schmerzen im Versorgungsgebiet des N. occipitalis major (Nacken), meist beidseitig.

  • Ausstrahlung: über Hinterkopf bis in die Scheitelgegend (akute HWS-Myalgie, akute HWS-Myalgie).

  • Auslöser: z. B. Zugluft, ungünstige Haltungen am Arbeitsplatz, nächtliches „Verlegen“ oder Verletzungen, z. B. HWS-Distorsion.

  • Chronische Verläufe möglich.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: Atlantooccipitalgelenk, HWK 3, HWK 7 (6.1.1), Ganglion cervicale superius, medium, inferius (6.9.2) an der Ohrvorderseite; HWS (6.11.1) an der Ohrrückseite.

  • Blockaden: lokale Punkte der HWS (s. o.); eine Blockade an einer Stelle der Wirbelsäule führt häufig zu Gegenblockaden in anderen Wirbelsäulenbereichen (durch Ausgleichsbestrebungen) und macht ein Stechen dieser Punkte sinnvoll: z. B. BWK 4, BWK 10, LWK 2 (6.1.1).

  • Punkte der vegetativen Rinne (6.9.1).

  • Schmerzpunkte: Valium (6.7.3), PE1/Thymus (6.7.6).

Chinesische Punkte
  • Schmerzpunkt: Thalamus (26a) (6.7.4).

Behandlungsintervall
  • Therapiebeginn im akuten Stadium: ein- bis zweimalige Behandlung meist ausreichend.

  • Therapiebeginn im chronischen Stadium: zunächst (je nach Kopfschmerzhäufigkeit) alle 2 bis 7 Tage, später 2-mal/Mo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
Je länger die Erkrankungsdauer, desto länger die Therapiephase. Wichtig für den Therapieerfolg ist v. a. bei Therapiebeginn die Compliance des Patienten (Auslöser vermeiden!).
  • Kurzfristig: Reduktion des Schmerzmittelverbrauchs, Verminderung der Schmerzintensität.

  • Mittelfristig: Verlängerung des beschwerdefreien Intervalls.

  • Langfristig: Beschwerdefreiheit.

Traumatisch bedingte Kopfschmerzen

Charakteristika
  • Kopfschmerz:traumatisch bedingtakuter, meist diffuser, gelegentlich lokal eingegrenzter Kopfschmerz nach Trauma (z. B. Schlag auf den Kopf, Sturz).

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokaler Punkt: z. B. Os occipitale (6.3.3).

  • Schmerzpunkte: Analgesie 1 und Analgesie 2 (6.7.5).

  • Relaxierender Punkt: Valium (6.7.3).

Chinesische Punkte
  • Lokale Punkte: Stirn (33), Kopfscheitel (36) (6.3.3).

  • Relaxierender Punkt: Muskelentspannung (98a) (6.1.3).

  • Schmerzpunkte: shen men (55) (6.7.2), Vegetativum II (34), Sonne (35), Thalamus (26a), Polster (29) (6.7.4), Hirnstamm (25) (6.10.4).

Behandlungsintervall
  • Behandlungsbeginn sofort nach Trauma: 1-mal/Tag bis alle 2 Tage.

  • Behandlungsbeginn > 1 Wo. nach Trauma: 2-mal/Wo.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Deutliche Reduzierung der Beschwerden innerhalb von 1 Wo.

  • Behandlungsbeginn sofort nach Trauma: Beschwerdefreiheit nach ca. 2 Wo.

Der frühzeitige Therapiebeginn nach Trauma führt meist zu rascher Beschwerdefreiheit und verhindert die Chronifizierung der Kopfschmerzen.

Vasomotorischer Kopfschmerz

Charakteristika
  • Kopfschmerz:vasomotorischerKontinuierlich oder anfallsweise auftretender, diffuser, dumpfer Kopfdruck mit oft wechselnder Lokalisation.

  • Begleitsymptome: Schwindel, Übelkeit.

  • Insbesondere bei vegetativer Labilität oder z. B. im Klimakterium.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Psychische Punkte: Valium (6.7.3), Barbiturat (6.7.1), Haldol (6.8.6), Omega-Achse (6.12.1).

Chinesische Punkte
  • Schmerzpunkte: Sonne (35), Thalamus (26a), Polster (29), Vegetativum II (34) (6.7.4), shen men (55) (6.7.2), Hirnstamm (25) (6.10.4).

Behandlungsintervall
Behandlungsverlauf abhängig von der Schmerzhäufigkeit:
  • Tägl. bis 1-mal/Wo. Kopfschmerzen: zunächst alle 2 bis 3 Tage, bis das beschwerdefreie Intervall mindestens 1 Wo. anhält, dann 1-mal/Wo., später alle 2 Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

  • Seltener als 3-mal/Mo. Kopfschmerzen: anfangs 1-mal/Wo.; bei mindestens 2 Wo. beschwerdefreien Intervall auf 2-mal/Mo. ausdehnen bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Oft Beschwerdefreiheit innerhalb von 3 Mo.

  • Ansonsten fast immer Verlängerung der schmerzfreien Zeitintervalle; Akupunktur dann nur noch bei Bedarf, d. h. während der Kopfschmerzattacke.

Migräne

In der Ohrakupunktur werden 4 Formen der Migräne unterschieden:
  • Zervikale Migräne (7.4.1): typischerweise vom Nacken ausstrahlend, meist aufgrund degenerativer Veränderungen.

  • Hormonelle Migräne (7.4.2): typischerweise zyklusabhängig.

  • „Wettermigräne“ (7.4.3): typischerweise durch Wetterwechsel auslösbar.

  • „Gallenblasen“-Migräne (7.4.4): typischerweise belastungsbedingt.

Übergänge zwischen den einzelnen Migräneformen sind häufig. Bei Mischformen Punktauswahl nach den Therapieprinzipien der jeweils betroffenen Migräneformen gemäß Anamnese und RAC-Austestung (3.1.4).

Bei Behandlungsbeginn kann ein Migräneanfall ausgelöst werden, der durch Analgetika aufgefangen werden muss. In der nächsten Behandlung sollten weniger Ohrpunkte gestochen werden. Ergänzend kann Körperakupunktur und chinesische Phytotherapie angewendet werden.

Zervikale Migräne

  • Migräne:zervikaleDurch z. B. Zugluft, nächtliches Verlegen oder ungünstige Haltung am Arbeitsplatz ausgelöster, oczipitaler, anfallsweiser Kopfschmerz; oft über mehrere Stunden.

  • Begleitsymptome: Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen.

  • Prädisposition: zervikale degenerative Veränderungen oder Verletzungen, z. B. HWS-Distorsion.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: Punkte der HWS, z. B. Atlantooccipitalgelenk, HWK 3, HWK 7 (6.1.1), Ganglion cervicale superius, medium und inferius (6.9.2) an der Ohrvorderseite; HWS (6.11.1) an der Ohrrückseite.

  • Blockaden: lokale Punkte der HWS (s. o.); eine Blockade an einer Stelle der Wirbelsäule bedingt häufig Gegenblockaden in anderen Wirbelsäulenbereichen (durch Ausgleichsbestrebungen) und macht ein Stechen dieser Punkte sinnvoll, z. B. BWK 4, BWK 10, LWK 2 (6.1.1).

  • Punkte der vegetativen Rinne (6.9.1).

  • Schmerzpunkte: Valium (6.7.3), PE1/Thymus (6.7.6).

Chinesische Punkte
  • Schmerzpunkt: Thalamus (26a) (6.7.4).

Behandlungsintervall
  • Akute (nicht chronisch rezidivierende) zervikale Migräne: einmalige Behandlung meist ausreichend.

  • Chronische zervikale Migräne: zunächst (je nach Anfallshäufigkeit) alle 2 bis 7 Tage, später 2-mal/Mo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Je länger die Erkrankungsdauer, desto länger die Therapiephase; Ersttherapie ca. 6 Mo. Besonders bei Therapiebeginn ist Compliance des Patienten wichtig: Auslöser, z. B. Rotwein, Zugluft, Stress vermeiden.

  • Kurzfristig: Reduktion des Schmerzmittelverbrauchs.

  • Mittelfristig: Verlängerung des beschwerdefreien Intervalls.

  • Langfristig: Beschwerdefreiheit.

Hormonelle Migräne

Charakteristika
  • Migräne:hormonelleZyklusabhängiger (häufig zu Beginn der Periode), anfallsweiser, meist halbseitiger Kopfschmerz.

  • Begleitsymptome: u. a. Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen.

  • Auftreten: selten erstmalig in Schwangerschaft und Wechseljahren, in dieser Zeit meist Beschwerdefreiheit.

  • Dauer: mehrere Stunden.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Hormonelle Punkte: Gynäkologische Achse (6.12.5), Gestagen (6.6.3), Östrogen (6.6.4) = Ovar (6.5.2), Gonadotropin (6.6.7).

  • Schmerzpunkt: Analgesie 1 (6.7.5).

  • Psychische Punkte: Antidepressiver Punkt (6.8.5) Haldol (6.8.6), Omega-Achse (6.12.1).

  • Stabilisierende Punkte: Leber (6.4.1), Lateralitäts-Steuerpunkt (6.8.6).

Chinesische Punkte
  • Schmerzpunkte: shen men (55) (6.7.2), Polster (29) (6.7.4), Thalamus (26a) (6.7.4).

Hormonpräparate, z.B. Pille, können hormonell bedingte Migräne lindern, aber auch verursachen. Die Therapie mit Ohrakupunktur ist in jedem Fall der Hormontherapie vorzuziehen.

Behandlungsintervall
Abhängig von der Migränehäufigkeit:
  • 1-mal/Mo. Migräne: 2-mal/Mo., 1-mal davon 2 bis 3 Tage vor der erwarteten Periode.

  • > 1-mal/Mo. Migräne: 1-mal/Wo., 1-mal davon 2 bis 3 Tage vor der erwarteten Periode.

Behandlungsverlauf/Prognose
Je länger die Erkrankungsdauer, desto länger die Therapiephase; Ersttherapie ca. 6 Mo. Besonders bei Therapiebeginn ist Compliance des Patienten wichtig: Auslöser, z. B. Rotwein, Zugluft, Stress vermeiden!
  • Kurzfristig: Reduktion des Schmerzmittelverbrauchs durch Verminderung der Schmerzintensität.

  • Mittelfristig: Verlängerung des beschwerdefreien Intervalls.

  • Langfristig: Beschwerdefreiheit.

„Wettermigräne“

Charakteristika
  • WettermigräneMigräne:wetterbedingteDurch Wetterwechsel oder bestimmte Wetterlagen ausgelöster, anfallsweiser, oft halbseitiger Kopfschmerz mit wechselnder Lokalisation.

  • Begleitsymptome: u. a. Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen.

  • Auftreten: in unregelmäßigen Intervallen.

  • Dauer: mehrere Stunden.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokaler Punkt: Wetterfühligkeit (6.8.3).

  • Übergeordneter Punkt: Lateralitäts-Steuerpunkt (6.8.6).

  • Psychische Punkte: Epiphyse (6.8.4), Omega-Achse (6.12.1).

  • Schmerzpunkte: PE1/Thymus (6.7.6).

Chinesische Punkte
  • Schmerzpunkte: shen men (55) (6.7.2), Polster (29) (6.7.4), Thalamus (26a) (6.7.4).

Behandlungsintervall
  • Zunächst (je nach Anfallshäufigkeit) alle 2 bis 7 Tage.

  • Später 2-mal/Mo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
Je länger die Erkrankungsdauer, desto länger die Therapiephase; Ersttherapie ca. 6 Mo.
  • Kurzfristig: Reduktion des Schmerzmittelverbrauchs durch Verminderung der Schmerzintensität.

  • Mittelfristig: Verlängerung des beschwerdefreien Intervalls.

  • Langfristig: Beschwerdefreiheit.

„Gallenblasen“-Migräne

Charakteristika
  • Migräne:Gallenblasen-MigräneGallenblasen-MigräneDurch Stress und Emotionen (entsprechend dem Energiesystem der Gallenblase und Leber in der TCM) ausgelöster, anfallsartiger, oft halbseitiger retroorbitaler Kopfschmerz.

  • Begleitsymptome: v. a. Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen.

  • Verstärker/Auslöser: dynamisierende Stoffe wie Alkohol oder Kaffee verstärken die Beschwerden (lösen evtl. auch Anfall aus).

  • Auftreten: häufig in den frühen Morgenstunden.

  • Dauer: mehrere Stunden.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Schmerzpunkt: Analgesie 1 (6.7.5).

  • Stabilisierende Punkte: Leber, Gallenblase (6.4.1).

  • Psychische Punkte: Antidepressiver Punkt (6.8.5), Sorge, Antiaggression (6.8.5).

Chinesische Punkte
  • Stabilisierender Punkt: Auge I (24a) (6.3.4).

  • Schmerzpunkte: shen men (55) (6.7.2), Thalamus (26a) (6.7.4).

Behandlungsintervall
  • Zunächst (je nach Anfallshäufigkeit) alle 2 bis 7 Tage.

  • Später 2-mal/Mo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
Je länger die Erkrankungsdauer, desto länger die Therapiephase; Ersttherapie ca. 6 Mo. Besonders bei Therapiebeginn ist Compliance des Patienten wichtig: Auslöser, z. B. Stress vermeiden!
  • Kurzfristig: Reduktion des Schmerzmittelverbrauchs durch Verminderung der Schmerzintensität.

  • Mittelfristig: Verlängerung des beschwerdefreien Intervalls.

  • Langfristig: Beschwerdefreiheit.

Neuralgien

Trigeminusneuralgie

Charakteristika
  • TrigeminusneuralgieRezidivierende, sekunden- bis minutenlange, anfallsartige Schmerzen im Versorgungsgebiet des N. trigeminus.

  • Typischerweise Frauen in der 2. Lebenshälfte.

  • Ursachen: idiopathisch; Augen- oder Neuralgie:zahnbedingtZahnerkrankungen, Sinusitis:TrigeminusneuralgieSinusitis; mechanische Nervenschädigung (z. B. durch Tumor, Fraktur); im Rahmen von vaskulären Erkrankungen, Stoffwechselkrankheiten, Infektionen, Intoxikationen Intoxikation:Trigeminusneuralgieoder einer MS.

  • Auslöser: Berührung bestimmter Hautareale (Triggerzonen), Temperaturwechsel, etc.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokaler Punkt: Trigeminus (6.3.4).

  • Schmerzpunkte: Analgesie 1 und Analgesie 2 (6.7.5).

  • Psychische Punkte: Valium (6.7.3), Barbiturat (6.7.1), Haldol (6.8.6), Omega-Achse (6.12.1).

Chinesische Punkte
  • Schmerzpunkte: Sonne (35), Polster (29), Vegetativum II (34) (6.7.4), shen men (55) (6.7.2), Hirnstamm (25) (6.10.4), Thalamus (26a) (6.7.4).

Behandlungsintervall
  • Bei tägl. Schmerzattacken: zunächst 1-mal/Tag bis zur Ausdehnung des schmerzfreien Intervalls auf mehrere Tage und/oder Reduzierung der Schmerzintensität.

  • Danach 1-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
Je länger die Erkrankungsdauer, umso länger die Therapiephase. Häufig tritt ein:
  • Innerhalb von Tagen: Reduktion des Schmerzmittelverbrauchs durch Verminderung der Schmerzintensität.

  • Innerhalb von Wo.: anhaltende Beschwerdefreiheit für Tage bzw. Wo.

  • Innerhalb von Mo.: Rezidivfreiheit.

Zahnschmerzen

Charakteristika
ZahnschmerzenZahnschmerzen erfordern immer eine Überweisung zum Zahnarzt. Eine Reduzierung der Schmerzen durch Ohrakupunktur ist jedoch bei folgenden Indikationen sinnvoll:
  • „Erste Hilfe“ bei akuten Zahnschmerzen bis zur zahnärztlichen Sanierung.

  • Adjuvante Therapie zur zahnärztlichen Behandlung, um den Therapieverlauf abzukürzen.

  • Chronische Schmerzzustände, wenn durch zahnärztliche Therapie keine weitere Verbesserung zu erzielen ist.

Therapieschema
Französische Punkte
  • Lokale Punkte: je nach betroffenem Zahn Oberkiefer oder Unterkiefer (6.3.4).

  • Schmerzpunkte: Analgesie 1 und Analgesie 2 (6.7.5).

  • Relaxierende Punkte: Valium (6.7.3), Barbiturat (6.7.1).

Chinesische Punkte
  • Lokale Punkte: Zahn (1), Zahn (7), Oberkiefer (5), Unterkiefer (6) (6.3.4), Larynx und Zahn (27) (6.3.3).

  • Schmerzpunkte: Zahnschmerz (26), Polster (29) (6.7.4), Thalamus (26a) (6.7.4).

Zahnärztliche Diagnostik und Behandlung ist unbedingt erforderlich und kann nicht durch die Ohrakupunktur ersetzt werden. Die Akupunktur kann jedoch als Begleittherapie die Schmerzintensität deutlich reduzieren.

Behandlungsintervall
  • Akute Symptomatik: zunächst 1-mal/Tag – neben zahnärztlicher Behandlung – bis zur deutlichen Schmerzreduzierung.

  • Danach 1-mal/Wo. bis zur Beschwerdefreiheit.

Behandlungsverlauf/Prognose
  • Akute Schmerzen: Verkürzung der Schmerzdauer und -intensität nach zahnärztlicher Sanierung.

  • Chronische Schmerzen (trotz Zahnsanierung): Reduzierung der Schmerzintensität innerhalb von Wo., Beschwerdefreiheit innerhalb von Mo.

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