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B978-3-437-55425-4.00009-0

10.1016/B978-3-437-55425-4.00009-0

978-3-437-55425-4

Praxis der Ohrakupunktur verschiedener Schulen

  • 9.1

    Unterschiede417

  • 9.2

    Übereinstimmungen421

  • 9.3

    Spezialitäten einzelner Schulen423

Unterschiede ( Abb. 9.1-1)

Paul Nogier
  • Schulen, Ohrakupunktur der verschiedenenNogier, PaulNebennieren-Punkt: knapp oberhalb der Incisura intertragica.

  • Schilddrüsen-Punkt: knapp lateral der Incisura intertragica.

  • Endokrine Zone: an der Innenseite der Incisura intertragica, etwa 1 cm nach lateral und nach medial reichend; unterteilt in Punkt für Schilddrüse, Nebenschilddrüse und Hypophyse.

  • Genital-Punkt: an der medialen Spitze des Antitragus, entspricht der Lokalisation Gonadotropin nach Bahr und Ovar/Gonadotropin der DÄGfA.

Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA, Jochen Gleditsch)
S. a. Neue Punktlokalisationen (6.13).
  • Gleditsch, JochenACTH-Punkt: auf der Medianlinie zwischen Tragusmitte und Incisura intertragica, auch als Punkt Nebenniere (13) bezeichnet und mit Punkt Hypertonie (19) gleichgesetzt.

  • Schilddrüse: mit TSH-Punkt gleichgesetzt; Lokalisation an der Incisura intertragica, eher nach kraniomedial hin (ohne Abbildung).

  • Endokrine Zone: an der Innenseite der Incisura intertragica, etwa 1 cm nach lateral und nach medial reichend, allgemeine endokrine Funktionsstörungen mit Schwerpunkt Schilddrüsenfunktion.

  • Ovar (Gonadotropin): an der medialen Spitze des Antitragus.

  • Hoden/Ovar: auf der Innenseite der Helixkrempe, ca. 1 QF kaudal des Schnittpunktes Helix und Anthelix, meist knorpelige Erhebung.

Acupuncture Health Organisation (AHO, Frank Bahr)
S. a. Neue Punktlokalisationen (6.13).
  • Bahr, FrankAHOACTH-Punkt: in der Incisura intertragica.

  • Schilddrüse: in der Vormauer auf Höhe zwischen dem oberen Drittels und den beiden unteren Dritteln auf Höhe HWK 7, etwa im Schnittpunkt der Waagrechten vom Null-Punkt ausgehend.

  • Endokrinium: entfällt.

  • Ovar/Hoden (Östrogen/Testosteron): auf der Innenseite der Helixkrempe, ca. 1 QF kaudal des Schnittpunktes von Helix und Anthelix, meist knorpelige Erhebung.

  • Gonadotropin: auf der medialen Spitze des Antitragus (wenn man sich die Anthelix als Schlange vorstellt mit dem Kopf auf dem Antitragus, das Auge der Schlange entspricht dann dem Punkt).

  • Gestagen: Punkt in der Scapha vor der vegetativen Rinne, lateral der Punkte Renin-Angiotensin und Niere II.

Chinesische Schule
  • Chinesische SchuleNebenniere (13): knapp unterhalb der Tragusmitte an der Traguskante.

  • Hypertonie (19): auf der Medianen zwischen Tragusmitte und Incisura intertragica, entspricht der Lokalisation ACTH-Punkt (nach DÄGfA).

  • Schilddrüse (45): knapp lateral des Anthelixwulstes auf Höhe von HWK 2, HWK 3.

  • Endokrinium (22): Areal in der Concha unterhalb der Incisura intertragica, medial Ovar (23).

  • Ovar (23): Areal auf der lateralen Incisura intertragica, bis zur Concha reichend.

  • Hoden (32): an der medialen Innenseite des Antitragus, an das Areal Ovar (23) nach lateral anschließend.

Übereinstimmungen ( Abb. 9.2-1)

Wirbelsäule
  • WirbelsäuleProjektion der Wirbelsäule auf der Anthelix in ihrem gesamten Verlauf, HWS kaudal, LWS kranial.

  • Weitere Unterscheidung in muskuläre, knöcherne und Bandscheiben-Anteile.

Obere Extremität
  • ExtremitätenNackenbereich: Areal auf der Scapha zwischen Helix und Anthelix in Höhe der HWS-Projektion auf der Anthelix.

  • Schulter-/Oberarmbereich: Areal auf der Scapha zwischen Helix und Anthelix in Höhe des Übergangs von der HWS- zur BWS-Projektion auf der Anthelix.

  • Ellbogen-/Unterarmbereich: Areal auf der Scapha zwischen Helix und Anthelix in Höhe der BWS-Projektion auf der Anthelix.

  • Handgelenk: Areal auf der Scapha vor dem Tuberculum Darwinii.

  • Hand mit Finger: Scapha nach kranial, medial an die Fossa triangularis angrenzend.

Untere Extremität
  • Hüfte-/Beckenbereich: Areal an der Spitze der Fossa triangularis, zwischen den Schenkeln der Anthelix, meist wulstartige Vorwölbung des Knorpels in diesem Bereich.

  • Beinbereich mit Knie: Areal im mittleren Drittel der Fossa triangularis, einseitig zum oberen Schenkel hin verschoben.

  • Fußbereich mit Zehen und Ferse: Areal im kranialen Drittel der Fossa triangularis, einseitig zum oberen Schenkel hin verschoben.

Schädel
  • SchädelStrukturen des Schädels, v. a. im Bereich des Antitragus.

  • Strukturen des übrigen Kopfes im Bereich des Lobulus.

Innere Organe
  • innere OrganeHerz-Lungen-Bereich: lateral des Meatus im Cavum conchae.

  • Gastrointestinal- und Urogenitalbereich: im oberen Drittel des Cavum conchae.

Endokrinium
EndokriniumKonzentration verschiedener, auf das Endokrinium wirkende Punkte, deren Lokalisation von den verschiedenen Schulen unterschiedlich festgelegt sind (siehe oben), aber im Wesentlichen in einem Areal aufgefunden werden können.
Zone der Mitte
Zone der MitteStabilisierungszone und zentraler Abschnitt des Ohrs, deswegen „Zone der Mitte“, assoziiert mit den Punkten Verzweigungs-Punkt, Null-Punkt und Zwerchfell von der Basis; Lokalisation an der Helixwurzel zur aufsteigenden Helix hin.

Spezialitäten einzelner Schulen ( Abb. 9.3-1)

Die Darstellung gibt die wichtigsten Komponenten oder Punkte wieder und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Paul Nogier
  • Nogier, PaulLokalisation von Assoziations-Punkten der Wirbelsäule und Organbereichen: am medialen Ohrrand in der posttragalen Furche.

  • Wunder-Punkt: entspricht dem Ganglion cervicale medium (6.9.2) in der sympathischen Rinne.

  • Nies-Punkt: im 9. Segment am lateralen und kaudalen Rand des Lobulus, aber medial des Areals des Trigeminus.

Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA, Jochen Gleditsch)
S. a. Neue Punktlokalisationen (6.13).
  • Gleditsch, JochenACTH-Punkt: auf der Medianen zwischen Tragusmitte und Incisura intertragica, auch als Punkt Nebenniere (16) bezeichnet und mit Punkt Hypertonie (19) gleichgesetzt.

  • Very-Point-Technik (3.1.2) bei der Punktsuche.

Acupuncture Health Organisation (AHO, Frank Bahr)
S.a. Neue Punktlokalisationen (6.13).
  • Psychische Punkte: Angst/Sorge, Ärger, Eifersucht, Antiaggression und andere.

  • Medikamentenanaloge Punkte: Barbiturat/Koffein, Valium, Haldol und andere.

  • Projektion von Körpermeridian-Punkten am Ohr mit Klassifikation als Kardinal-Punkte, die paarweise zugeordnet sind, in der Vorstellung, den erstgenannten Punkt rechts und den zweitgenannten Punkt links zu stechen:

    • Pe 6 (im Bereich des Punktes Ganglion stellatum 6.9.2) und Mi 4 (= Punkt Interferon 6.7.3).

    • Lu 7 (im Areal Lunge [101] 6.4.1) und Ni 6 (= Punkt Valium 6.7.3).

    • Gb 41 (= Punkt PE 1 6.11.4) und 3E 5 (= Punkt Thymus 6.6.1).

    • Dü 3 (= Null-Punkt retro 6.11.4) und Bl 62 (= Punkt Epiphyse 6.8.4).

  • Projektion von Vitaminmangelzuständen am Ohr:

    • Vitamin A: im Bereich des Gesichts, ca. 0,5 cm unterhalb des Lobulus in gerader Verlängerung zur Anwachsstelle.

    • Vitamin C: im Bereich des Gesichts ca. 2 cm oberhalb des Ohrrandes, in gerader Linie zum Ω2-Punkt.

    • Vitamin D: an der Lobulusrückseite, am medialen Rand, etwas unterhalb der Anwachsstelle.

    • Vitamin K: im Bereich des Mastoids an der Ohrrückseite, ca. 2 cm oberhalb der Lobulusanwachsstelle.

    • Vitamin E: auf der aufsteigenden Helix am medialen Ohrrand knapp oberhalb des Schnittpunktes der Helix mit der Anthelix.

    • Vitamin B1: direkt oberhalb Vitamin E auf der Helixkrempe.

    • Vitamin B2: etwas lateral des Histamin-Punktes auf der Helixkrempe.

    • Vitamin B3: direkt oberhalb Vitamin B1 auf der Helixkrempe.

    • Vitamin B5: knapp oberhalb des Tuberculum Darwinii auf der Helixkrempe.

    • Vitamin B6: knapp lateral Vitamin B1 und E auf der Helixkrempe.

    • Vitamin B12: knapp kaudal von Vitamin B5, aber an der vegetativen Rinne in der Scapha.

    • Folsäure: knapp unterhalb Vitamin B12.

  • Projektion von Spurenelementen.

  • Versuche der Detektion von Bachblüten-Projektionen am Ohr.

Chinesische Schule
  • Chinesische SchuleShen men (55): etwas kranial am Anfang des Crus superius anthelicis (6.7.2).

  • San Jiao (3-Erwärmer): im am weitesten mediokaudal gelegenen Anteil der Concha (6.10.1).

  • Urticaria (71): Zone in der lateralen Concha vor dem Tuberculum Darwinii (6.10.2).

  • Aszites (99): in der Concha im Schnittpunkt der Zonen Duodenum (88), Dünndarm (89), Bauchspeicheldrüse/Gallenblase (96) und Niere (95).

Weitere Punkte
Folgende Punkte haben sich in der westlich angewandten Ohrakupunktur nicht durchgesetzt. Axel Rubach bezeichnet sie als „Punkte 2. Ordnung“ oder „Pseudolokalisationen“, die lediglich als lymphwirksame Punkte zu verwenden sind (Rubach 2000):
  • Appendix I–III (68–70): im Bereich der Scapha (6.4.2).

  • Tonsillen I–III (73–75): auf der Helixkrempe (6.3.1).

  • Tonsillen IV (10): im Bereich des kaudalen Lobulus (6.3.4).

  • Leber I–II (76–77): auf der Helixkrempe (6.3.4).

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