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B978-3-437-42501-1.50015-6

10.1016/B978-3-437-42501-1.50015-6

978-3-437-42501-1

Schematische Darstellung der Seitenlagerung.

Aszites

A.L. Gerbes

Definition

Aszites ist die Ansammlung von Flüssigkeit in der freien Bauchhöhle. Aszites ist meist die Folge von Leberzirrhose, Peri-tonealkarzinose oder ausgeprägter Herzinsuffizienz.

Anamnese

Fragen nach Symptomen und möglichen Ursachen für einen Pfortaderhochdruck, Rechtsherzinsuffizienz, Tumorerkrankungen oder eine entzündliche Ursache des Aszites stehen im Vordergrund: Alkoholkonsum, virale Hepatitis, bekannte Tumoren .

Untersuchungen

Die Inspektion des Patienten erlaubt bei prall gespanntem Abdomen die Verdachtsdiagnose eines Aszites . Befunde, die auf eine chronische Lebererkrankung hinweisen (periphere Ödeme, Leberhautzeichen, Kollateralvenen an der Bauchwand), Bauchwandhernien, Kachexie sowie Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz (Halsvenenstauung, Orthopnoe) liefern Hinweise auf das Vorhandensein von Aszites und auch auf dessen Genese.
Weiterhin empfiehlt sich die Methode der wandernden Dämpfungsgrenze bei Seitenlagerung (Abb. 1). Wegen geringer Spezifität sind technische Untersuchungen, insbesondere zur Erstdiagnose bzw. bei geringgradigem Aszites, erforderlich.
Goldstandard der Aszitesdiagnostik ist die Ultraschalluntersuchung des Abdomens , die auch wertvolle Hinweise auf die Genese des Aszites liefert. Die Duplex-Dopplersonographie kann die Pfortaderdurchblutung weiter charakterisieren und Kollateralgefäße nachweisen. Schnittbildverfahren können kleinste Mengen von Aszites nachweisen.
Die Aszitespunktion dient der Differenzierung von Aszites bei malignen und nichtmalignen Grunderkrankungen sowie dem Nachweis einer spontan bakteriellen Peritonitis.
  • Diagnose eines malignen Aszites :

    • Beweisend ist der zytologische Nachweis von Tumorzellen. Meist werden Gesamteiweiß (> 3 g/100 ml), Cholesterin (> 45 mg/100 ml), Albumingradient (Albuminkonzentration im Serum – Albuminkonzentration im Aszites, < 1,1 g/100 ml) und CEA im Aszites (> 2,5 ng/ml) bestimmt, um die Diagnose eines malignen Aszites zu erhärten.

Milchiger Aspekt und hohe Triglyzeridkonzentrationen weisen auf einen chylösen Aszites nach Trauma oder operativen Eingriffen hin. Hämorrhagischer Aszites kann nach Trauma, bei tuberkulöser Peritonitis oder Peritonealkarzi-nose und gelegentlich bei ausgeprägter Rechtsherzinsuffizienz auftreten.
  • Entzündlicher Aszites :

    • Die klassische, sekundär bakterielle Peritonitis bei Aszites ist selten, durch eine intestinale Perforation verursacht und weist daher meist mehrere Erreger mit hoher Keimkonzentration auf. Im Gegensatz dazu ist die spontan bakterielle Peritonitis (SBP) bei über 10 aller Aszitespatienten in der Klinik nachzuweisen . Der Keimnachweis erfolgt durch direkte Inokulation von Kulturflaschen mit frisch gewonnener Aszitesflüssigkeit. Aus Zeit- und Kostengründen wird zunächst immer die Granulozytenkonzentration im Aszites bestimmt. Definitionsgemäß liegt eine SBP bei mehr als 250 Granulozyten/l Aszites vor.

Differenzialdiagnosen

Ursachen von Aszites

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Pfortaderhochdruck (mit Leberzirrhose) laborchemische Diagnostik für Lebererkrankungen: Child-Score (Bilirubin, Albumin, Prothrombin-zeit, Enzephalopathie, Aszites) bzw. MELD-Score (INR, Kreatinin, Bilirubin) als prognostische Scores bei Leberzirrhose, Ultraschall, Duplex-Dopplersonographie, CT bzw. MRT zum Nachweis von Leberzirrhose, Budd-Chiari-Syndrom, Pfortaderthrombose
maligner Aszites: Peritone-alkarzinose (überwiegend bei Ovarialkarzinom), Metastasenleber, hepatozellu-läres Karzinom (HCC) bildgebende Verfahren zum Tumornachweis, Tumormarker im Serum und Aszites, Histologie des Primärtumors, Untersuchung des Aszitespunktats
kardialer Aszites bei ausgeprägter Rechtsherzinsuffizienz oder Pericarditis constrictiva; Röntgen Thorax, Herzecho, Lebervenenstauung
entzündlicher Aszites (überwiegend SBP; gelegentlich bei sekundär bakterieller Peritonitis, akuter Pankreatitis oder Tuberkulose) Untersuchung der Aszitesflüssigkeit, konventionelle Diagnostik für die genannten Erkrankungen (mit Ausnahme der SBP)

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