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B978-3-437-42501-1.50018-1

10.1016/B978-3-437-42501-1.50018-1

978-3-437-42501-1

Ultraschallbild einer Niere mit mittelgradiger Harnstauung, die eine deutliche Kelch- und Pyelonektasie (Pfeile) sowie einen leicht verschmälerten Parenchymsaum () aufweist

Bauchkolik

C. Schmidt

A. Stallmach

Definition

Der Begriff Kolik beschreibt heftige, krampfartige abdominale Schmerzen, die durch spastische Kontraktionen eines Hohlorgans mit Zug am Mesenterium und Reizung der dort verlaufenden sensiblen Nervenfasern ausgelöst werden. Häufig werden die Beschwerden von einer vegetativen Symptomatik mit Schweißausbruch, Übelkeit und Erbrechen begleitet. Eine Kolik tritt insbesondere als Darm-, Gallen- oder Nierenkolik auf.

Anamnese

Eine Differenzierung kolikartiger Schmerzen gelingt zumeist durch die Anamnese, insbesondere die Lokalisation lässt oft auf die Ätiologie der Beschwerden schließen. Krampfartige Schmerzen im Bereich des rechten Oberbauches, die schnell ein Schmerzmaximum erreichen, dann nur noch geringe Schwankungen aufweisen und in die rechte Schulter ausstrahlen können, deuten auf eine Gallenkolik hin. Schmerzen hingegen, die vom Rücken oder der Flanke in die Blasenregion oder das äußere Genitale ausstrahlen und dabei kommen und gehen, weisen auf eine Nierenkolik hin. In ihrer Intensität stark schwankende Schmerzen, die sich auf verschiedene abdominale Regionen projizieren können, deuten auf eine Darmkolik hin; oft haben bei den Patienten Voroperationen stattgefunden.

Untersuchungen

Nach der körperlichen Untersuchung ist die Sonographie des Abdomens die Methode der Wahl zur weiteren Abklärung abdominaler Beschwerden/Koliken. Bei der intestinalen Kolik finden sich klinisch die Zeichen der mechanischen Obstruktion mit Stuhlverhalt, abdominaler Distension, Erbrechen und ggf. Miserere (beim Vollbild des Ileus). Die Sonographie stellt distendierte, flüssigkeitsgefüllte Darmschlingen, oft mit einer Pendelperistaltik dar . Geübte Untersucher erkennen oft auch die Ursache der Obstruktion. Mit der Röntgenaufnahme des Abdomens lassen sich Spiegelbildungen, distendierte oder stuhlgefüllte Darmschlingen darstellen . Distal eines Hindernisses ist der Darm typischerweise luftleer. Eine Koloskopie ist die Methode der Wahl zur weiteren Abklärung einer Kolonobstruktion, insbesondere bei einem Tumorverdacht . Mittels oraler Kontrastmittelgabe gelingt oft die Lokalisation der (insbesondere proximalen) Obstruktion, zudem hat bei partieller Obstruktion das Kontrastmittel einen guten laxierenden Effekt. Eine Computertomographie kann in selteneren Fällen eine Herniation oder auch Fremdkörper darstellen .
Die reine Cholezystolithiasis ist in aller Regel asymptomatisch. Bei der Cholezystitis findet sich ein deutlicher Druckschmerz im rechten Oberbauch. Labordiagnostisch bestehen erhöhte Entzündungsparameter sowie eine mäßige Cholestase. Mittels der Sonographie lässt sich meist die Cholezystolithiasis sichern, zudem lassen sich die Zeichen der Cholezystitis nachweisen . Eine Cholangiolithiasis führt oft zu einem deutlicheren Anstieg der Cholestaseparameter. Die transabdominale Sonographie ermöglicht den Nachweis der biliären Obstruktion sowie oft die Darstellung von Konkrementen oder Tumoren , wenngleich die Endosonographie eine deutlich höhere Sensitivität hat . Die ERC wird vor allem therapeutisch eingesetzt.
Neben der Anamnese sichern Hämaturie und heftiger Harndrang weitgehend die Diagnose einer Nephrolithiasis. In der Sonographie stellen sich typischerweise ein erweitertes Nieren-becken/Ureter (Abb. 1) und ggf. das ursächliche Konkrement dar .

Differenzialdiagnosen

Ursachen von Koliken

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Briden, Volvulus, Hernien Sonographie, Röntgen-Abdomen, CT
Koprostase Sonographie, Röntgen-Abdomen (mit Kontrastmittel)
Kolonkarzinom, Polyp Koloskopie
Fremdkörper, Gallensteine, Bezoar Sonographie, Röntgen-Abdomen
intestinale Pseudoobstruktion () Manometrie, Ausschluss anderer Entitäten
Cholangiolithiasis Sonographie, Endosonographie
Cholezystolithiasis/Cholezystitis Sonographie
Malignome des biliopan-kreatischen Systems Sonographie, Endosonographie, CT, MRT
Nephrolithiasis Sonographie

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