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978-3-437-42501-1

Bluthusten

K.-P. Czudaj

Definition

Mit dem Begriff Hämoptyse wird das Abhusten von blutigem Sputum oder Blut bezeichnet. Unter Hämoptoe versteht man das Abhusten von Blut größerer Menge (> 300 ml Blut in 24 h).

Bluthusten bedarf stets der diagnostischen Abklärung. Ein abwartendes Verhalten ist nicht gerechtfertigt!

Ursachen für Hämoptysen bleiben in bis zu 35 der Fälle ungeklärt.

Anamnese

Zunächst sollte gefragt werden, ob Hinweise auf eine Blutung aus den unteren Atemwegen bestehen könnten oder ob eine Blutung aus dem Nasen-Rachen-Raum oder dem Gastrointestinaltrakt möglich wäre .
Die Anamnese sollte weitere Fragen klären: Blutmenge, Häufigkeit des Bluthustens, Assoziation zu Begleiterkrankungen oder Begleitsymptomen wie Fieber, respiratorischer Infekt, Dyspnoe (in Ruhe oder bei Belastung), Nachtschweiß oder Gewichtsverlust. Im Mittelpunkt der Medikamentenanamnese steht die Frage nach der Anwendung gerinnungshemmender Medikamente .

Untersuchungen

Die körperliche Untersuchung kann lediglich eine grobe Orientierung zur Blutungsursache geben, z. B. Inspektion von Nase und Rachen oder Auskultation von Rasselgeräuschen über der Lunge .
Weiterhin sollte nach Zeichen einer allgemeinen Blutungsneigung (wie Hämatomen oder Petechien), einer Beinvenenthrombose sowie für eine Nierenbeteiligung bzw. ein Nierenversagen gesucht werden.
Da die körperliche Untersuchung meist nicht zielführend ist, ist eine weiterführende, insbesondere bildgebende Diagnostik erforderlich.
Dabei bildet die Röntgenuntersuchung des Thorax die stets zu fordernde Standarduntersuchung . Ein verdächtiger oder pathologischer Röntgen-Thorax-Befund sollte durch ein Thorax-CT erhärtet werden .
Zur Differenzierung sind weitere diagnostische Schritte erforderlich: Bronchoskopie und ggf. mikroskopische und mikrobiologische Untersuchungen von Sputum bzw. Bronchialsekret.
Auch bei eindeutigen Hinweisen auf eine Blutung außerhalb der unteren Atemwege (HNO-Bereich, Gastrointestinaltrakt) sollte zwecks Ausschlussdiagnostik eine Bronchoskopie erwogen werden. Ansonsten erfordert Bluthusten stets eine Bronchoskopie zur diagnostischen Klärung inklusive Lokalisation der Blutungsquelle!
Abbildungen Bronchialkarzinom, Tuberkulose, Bronchiektasen, Lungenembolie.

Differenzialdiagnosen

Ursachen von Bluthusten

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Bronchialkarzinom Röntgen-Thorax, Thorax-CT, Bronchoskopie, histologische Sicherung
medikamentös induziert (Therapie mit Thrombo-zytenaggregationshem-mern und Antikoagulanzien) Medikamentenanamnese, Medikamenten-Auslassversuch
Bronchitis (akut oder chronisch) Bronchoskopie, mikrobiologische Untersuchung von Sputum und/oder Bronchialsekret
Pneumonie Röntgen-Thorax, ggf. Thorax-CT, mikrobiologische Untersuchung von Sputum und/oder Bronchialsekret
Lungenabszess Röntgen-Thorax, Thorax-CT, mikrobiologische Untersuchung von Sputum und/oder Bronchialsekret
Tuberkulose Tuberkulin-Test, Röntgen-Thorax, mikroskopische und mikrobiologische Untersuchung von Sputum und/oder Bronchialsekret
Bronchiektasen Thorax-CT, mikrobiologische Untersuchung von Sputum und/oder Bronchialsekret
Lungenembolie Blutgasanalyse, Echokardiographie, D-Dimere, Pulmonalis-Angio-CT, eventuell Lungen-ventilations- und -perfusions-Szintigraphie
pulmorenales Syndrom (z. B. Goodpasture-Syndrom) Urinuntersuchung, Antikörper, Nierenbiopsie
Gerinnungsstörungen und Koagulopathien Laboruntersuchungen (Gerinnungsanalysen)
Siehe auch die Kap. Bronchialkarzinom, akute und chronische Bronchitis, Lungenembolie, Tuberkulose, Pneumonie, Atemnot.

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