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B978-3-437-42501-1.50024-7

10.1016/B978-3-437-42501-1.50024-7

978-3-437-42501-1

CT-Angiographie einer 82-jährigen Patientin mit chronischen Oberbauchschmerzen, die auf einer Mesenterialischämie als Folge einer Stenose der A. mesenterica superior (Pfeile) beruhen

Chronische Oberbauchschmerzen

J. Keller

P. Layer

Definition

Chronische oder rezidivierende epigastrische, supra- oder periumbilikale Schmerzen zählen zu den wichtigsten Befindlichkeitsstörungen (Prävalenz 20–45). Sie treten häufig in Kombination mit Druck- oder Völlegefühl, Aufstoßen, Übelkeit oder Sodbrennen auf. Dieser einem Oberbauchorgan (meist dem Magen) zugeordnete Beschwerdekomplex, wird als Dyspepsie bezeichnet. In etwa der Hälfte der Fälle findet sich bei ärztlicher Untersuchung eine organische Ursache, sonst besteht eine funktionelle Dyspepsie.

Abzugrenzen sind die heftigen, akuten Schmerzen im Rahmen des akuten Abdomens, die ebenfalls im Oberbauch lokalisiert sein können ( Kap. Akute Oberbauchschmerzen und Akutes Abdomen).

Anamnese

Art, Lokalisation, Ausstrahlung und Ausmaß der Beschwerden sind zu erfragen . Dies lässt u. a. eine orientierende Differenzierung zwischen viszeralen und somatischen Schmerzen zu ( Kap. Akute Oberbauchschmerzen).
Zusätzliche Fragen nach begleitenden Symptomen wie Erbrechen, Blutungen, Ikterus, Fieber, Gewichtsverlust, Meteorismus, Veränderungen des Stuhlverhaltens oder der Miktion, extraintestinalen Symptomen, auslösenden Faktoren, Vorerkrankungen (z. B. Gallensteine, KHK), Bauchoperationen, Risikofaktoren (z. B. Alkohol, Medikamente, Reisen) sind dif-ferenzialdiagnostisch wichtig.

Untersuchungen

Bei chronischen oder chronisch rezidivierenden dyspeptischen Beschwerden kann die körperliche Untersuchung komplett unauffällig sein, meist besteht aber zumindest ein Oberbauchdruckschmerz. Die weiteren potenziellen Untersuchungsbefunde sind wie die zugrunde liegenden Ursachen äußerst variabel.
Die körperliche Untersuchung wird ergänzt durch ein ba-sales Laborprogramm: Blutbild, Elektrolyte und Retentionswerte, BSG/CRP, Leber- und Pankreasenzyme, Elektrophorese, Urinstatus sowie Abdomensonographie und EKG (bei anamnestischen Hinweisen auf kardiale Erkrankung/Risikofaktoren) . Bei unauffälligen Befunden können Patienten, bei denen keine Warnsymptome wie insbesondere Alter > 40 ( 45) Jahre, Gewichtsabnahme, Fieber, Hinweise auf gastrointestinale Blutung, Anämie oder erhöhte Entzündungsparameter bestehen, zunächst probatorisch für 2–4 Wochen mit PPI behandelt werden . Bei Beschwerden, die nicht innerhalb dieser Zeit auf therapeutische Maßnahmen ansprechen oder bei Vorliegen von Warnsymptomen ist außerdem eine Öso-phagogastroduodenoskopie (ÖGD) erforderlich. Die sonstigen Maßnahmen richten sich nach Lokalisation und Charakteristik des Beschwerdebildes sowie Begleitsymptomen und schließen weitere endoskopische, röntgenologische und Funktionsuntersuchungen mit ein. Die Diagnose einer funktionellen Dyspepsie ist eine Ausschlussdiagnose, die unter anderem eine unauffällige ÖGD erfordert.

Differenzialdiagnosen

Ursachen chronischer bzw. rezidivierender Oberbauchschmerzen

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
funktionelle Dyspepsie (ca. 50 der Fälle) Ausschlussdiagnose (unauffällige ÖGD erforderlich)
gastroösophageale Refluxerkrankung (ca. 25) ÖGD, pH-Metrie
Ulcus ventriculi/duodeni (15–25) ÖGD
Kohlenhydratmalabsorp-tion, insbesondere Laktoseintoleranz H2-Atemtests
Gallenwegserkrankungen (Steine, Entzündungen) Sonographie
Malignome (Magen, Galle, Pankreas, Leber, Metastasen, Peritonealkarzinose) (ca. 1) endoskopische und radiologische Untersuchungen
chronisch-entzündliche Darmerkrankungen Endoskopie, ggf. radiologische Untersuchungen
Magenentleerungsstörungen (z. B. Obstruktion, Gastroparese) ÖGD, Magenentleerungstest (Szintigraphie, 13C-Atemtest)
Darm- (Abb. 1) oder kardiale Ischämie (Angina ab-dominalisoder koronare Herzerkrankung) Gefäßdarstellung (Duplex-Sonographie, CT-/MRT-Angiographie, kardiale Diagnostik)
chronische Pankreatitis Sonographie, radiologische Untersuchungen, Pankreasfunktionstests
Nierensteine Sonographie
Stoffwechselerkrankungen und Intoxikationen (Porphyrie, C1 -Esterase-Inhibi-tormangel, Urämie) Laboruntersuchungen

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