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B978-3-437-42501-1.50025-9

10.1016/B978-3-437-42501-1.50025-9

978-3-437-42501-1

Duplex-sonographisches Bild einer hochgradigen Popli-teastenose.

Schema Oszillographie.

Claudicatio

Th. Weiss

Definition

Der Begriff steht meist für die Claudicatio intermittens: belastungsabhängige Beschwerden in den Beinen beim Gehen, die zum Stehenbleiben zwingen.

Häufigste Ursachen sind arterielle Durchblutungsstörungen, gefolgt von orthopädisch/neurologischen Problemen; selten ist sie Folge einer venösen Abflussstörung.

Anamnese

Der Charakterisierung des Schmerzes und seines Auslösers kommt die entscheidende Weichenstellung vor weiteren diagnostischen Schritten zu .
Zunächst werden die Schmerzlokalisation (Gesäß, Leiste, Oberschenkel, Wade oder Fuß) und der Auslöser (Belastung, Bewegung, bereits in Ruhe) geklärt. Typisch für die arteriell bedingte Claudicatio intermittens ist der dumpfe, brennende Schmerz in der arbeitenden Muskulatur, der zu einer Pause zwingt. Oft wird auch nur ein Spannungsgefühl beklagt. Beim Gehen in der Ebene ist der Schmerz in der Wade, beim Treppensteigen und Bergangehen kann der Schmerz auch in der Gesäßmuskulatur oder im Oberschenkel lokalisiert sein, wenn die Gefäßläsion weit proximal liegt. Bereits durch die charakteristische Anamnese lässt sich die Diagnose periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) im Stadium II nach Fontaine oder Claudicatio intermittens praktisch sichern.
Erfasst werden sollte zudem, ob die bekannten Risikofaktoren für eine Atherosklerose vorliegen. Zu beachten ist, dass die PAVK ein Prädiktor für eine schwere generalisierte Atherosklerose darstellt mit einem hohen kardiovaskulären Risiko.

Untersuchungen

Die Inspektion und Palpation liefern weitere Hinweise . Bei einer arteriellen Durchblutungsstörung kann die Haut blass und kühl, gelegentlich auch livide marmoriert sein. Die Haut ist eher trocken, das einseitige Fehlen von Haaren, die Alopecia cruris oder Unterschenkelglatze sind weitere mögliche Symptome. Muskelatrophien weisen auf eine länger bestehende Durchblutungsstörung hin, können aber auch bei neurogenen oder orthopädischen Problemen auftreten.
Der Pulstastbefund und die Gefäßauskultation erhärten den klinischen Verdacht und geben weitere Informationen über die Lokalisation der Gefäßveränderungen.
Ergänzt wird die Diagnostik durch die periphere Doppler-druckmessung mit Bildung des Knöchel-Arm-Index . Der Wert liefert eine Abschätzung über das Ausmaß der Perfusionseinschränkung. Die Duplex-Sonographie gibt Informationen über die Ausprägung der atherosklerotischen Veränderungen und evtl. den Stenosegrad (Abb. 1). Bei der Diagnose einer Thrombangiitis obliterans hilft ein Scoresystem . Bei normalem Pulstastbefund und Doppler-Druckwerten kann die Messung nach Belastung eine PAVK demaskieren . Fallen die Werte nach Belastung im Vergleich zum Systemdruck nicht ab, ist eine arterielle Genese ausgeschlossen. Es sei denn, eine Kompression der A. poplitea bei Muskelarbeit führt zu einer intermittierenden Blutflussminderung. Die Einengung der Arterie kann duplex-sonographisch in der Kniekehle bei Plantarflexion des Fußes gegen Widerstand erkannt werden . Bei Diabetikern mit Mediasklerose kann die Oszillographie (Abb. 2) hilfreich sein, um einen qualitativen Eindruck über die Einschränkung der Perfusion zu gewinnen . Klinik, normale Dopplerdruckwerte in Ruhe und nach Belastung weisen auf eine orthopädische oder neurologische Ursache hin. Die Linderung der Beschwerden durch Hochlagern der Beine bei Z. n. Thrombose spricht für eine Claudicatio venosa .

Differenzialdiagnosen

Ursachen von belastungsabhängigen Beschwerden im Bein (Claudicatio)

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
arterielle Durchblutungsstörung Doppier und Duplex-Sonographie
Claudicatio spinalis Doppier, neurologische Untersuchung
Arthrose Anamnese, Klinik
Poplitea Entrapment Duplex-Sonographie, Provokationstests
Thrombangiitis obliterans Doppier, Angiographie, Score (Labor)
Claudicatio venosa Anamnese, normaler Doppler, Besserung durch Hochlagern, Kompression
Tabellen Stadieneinteilung PAVK und Knöchel-Arm-Druckindex.
Abbildung Doppler-Druckmessung

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