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B978-3-437-42501-1.50152-6

10.1016/B978-3-437-42501-1.50152-6

978-3-437-42501-1

Colitis ulcerosa (Endoskopie).

Einteilung der Colitis ulcerosa in Abhängigkeit von der Ausdehnung des Dickdarmbefalls

Colitis ulcerosa

W. Reinisch

Zur Orientierung

Die Colitis ulcerosa nimmt als chronisch-entzündliche Darmerkrankung in der Regel vom Rektum ihren Ausgang und kann sich kontinuierlich und konzentrisch auf weiter oral gelegene Abschnitte des Kolons ausbreiten.

Die Symptome werden durch Ausdehnung und Schweregrad der Entzündung bestimmt und umfassen mehrere ungeformte Stühle mit Beimengungen von Schleim und/oder sichtbarem Blut begleitet von krampfartigen Unterbauchschmerzen (Tenesmen).

Die Diagnose wird durch Kolonoskopie (Abb. l) einschließlich der Entnahme von Biopsien aus Ileum, allen Kolonsegmenten und Rektum gestellt.

Formen

Je nach Ausdehnung der Erkrankung unterscheidet man Proktitis, linksseitige Kolitis (bis zur splenischen Flexur) und extensive Kolitis (über die splenische Flexur nach oral hinaus) (Abb. 2). Diese Unterteilung ist sowohl therapeutisch als auch prognostisch relevant, da mit zunehmender Ausdehnung das Risiko für Komplikationen steigt.

Therapie

Vor allem Schwere und Ausdehnung der Erkrankung bestimmen die Wahl der Medikamente und deren Verabreichungsroute.

Induktionstherapie

Milde bis moderate Schübe werden primär mit Mesalazin (5-Aminosalizylsäure, 5-ASA) therapiert, die als orale und topische Darreichungsformen (Suppositorium, Rektalschaum, KTysma) zur Verfügung stehen. Suppositorien wirken im Rektum, KTysmen gelangen im Idealfall bis zur linken Kolonflexur, Rektalschäume reichen bis in das distale Sigmoid und werden meist besser retiniert als KTysmen. Bei einer Proktitis ist eine Monotherapie mit topischer 5-ASA anzustreben (Suppositorien oder alternativ Schäume) . Die Kombination von topischer und oraler 5-ASA oder topischen Steroiden kann wirksamer als die topische 5-ASA-Monotherapie sein und sollte bei mangelnder Wirksamkeit gewählt werden Die linksseitige/extensive Colitis ulcerosa sollte mittels einer Kombination von topischen (Klysmen, Schäume) und oralen 5-ASA-Präpa-raten behandelt werden .
Mittlere und schwere Schübe werden primär mit systemischen Steroiden (Prednisolon p. o.) behandelt . Bei Ansprechen wird die Tagesdosis wöchentlich reduziert. Das Absetzen der Steroide sollte innerhalb von 12 Wochen nach Therapiebeginn angestrebt werden.
Bei Patienten mit fehlendem Ansprechen auf Steroide und die in der Erhaltungstherapie angewandten Thiopurine (AZA/6-MP, s. u.) ist eine Induktionstherapie mit Infliximab indiziert; bei Ansprechen folgt eine Erhaltungstherapie alle 8 Wochen .

Erhaltungstherapie

Eine Erhaltungstherapie ist bei allen Patienten mit Colitis ulcerosa indiziert und zielt auf die steroidfreie Remission ab. Erhaltungstherapien sind als Dauertherapien zu verstehen, wenngleich bei milden Verläufen eine Unterbrechung der Therapie nach 2 Jahren möglich scheint.
Bei einer linksseitigen/extensiven Colitis ulcerosa ist orale 5-ASA Mittel der 1. Wahl (bei Patienten, die bereits auf 5-ASA oder Steroide angesprochen haben). Alternativ kann auch eine E.-coli-Nissle-Therapie durchgeführt werden . Topische 5-ASA-Präparate sind Mittel der Wahl bei Proktitis oder eine Alternative bei der linksseitigen Kolitis . Die Kombination von oralen und topischen 5-ASA-Präparaten stellt eine weitere Alternative dar. Die prophylaktische 5-ASA-Therapie reduziert neben der Rezidivrate möglicherweise auch das Risiko eines kolorektalen Karzinoms.
Azathioprin (AZA) und 6-Mercaptopurin (6-MP) sind als Erhaltungstherapien bei Patienten mit frühem oder häufigem Rezidiv unter Erhaltungstherapie mit 5-ASA unter optimaler Dosis oder Unverträglichkeit von 5-ASA und bei steroidabhän-gigen Patienten empfohlen Infliximab soll als Erhaltungstherapie alle 8 Wochen bei jenen Patienten fortgesetzt werden, die initial auf Infliximab angesprochen haben .

Komplikationen

Zu den wichtigsten Komplikationen zählen schwere Blutungen, das toxische Megakolon und das kolorektale Karzinom.
Der schwere Schub einer Colitis ulcerosa verlangt nach einer stationären Betreuung der Patienten und der Behandlung mit intravenösen Steroiden. Bei fehlendem Ansprechen innerhalb von 3 Tagen kommt der Einsatz von Cyclosporin A, Tacrolimus oder Infliximab in Frage. Bei fehlendem Ansprechen innerhalb von 4–7 Tagen ist die Kolektomie empfohlen.

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