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B978-3-437-42501-1.50153-8

10.1016/B978-3-437-42501-1.50153-8

978-3-437-42501-1

Blue Bloater. Klinischer Aspekt.

Pink Puffer. Klinischer Aspekt.

COPD

D. Dellweg

B. Schönhofer

Zur Orientierung

Die COPD (chronic obstructive pulmonary disease) besitzt im Wesentlichen zwei morphologisch-pathophysiologische Komponenten: zum einen die chronisch-obstruktive Bronchitis, zum anderen das Emphysem. Häufigster Auslöser ist inhalatives Zigarettenrauchen.

Das klinische Bild der COPD besteht aus Husten mit oder ohne Sputumproduktion ( Kap. chronische Bronchitis) sowie Luftnot unter Belastung und später auch in Ruhe. Klinisch unterscheidet man den Blue Bloater (vorwiegend obstruktiv) vom Pink Puffer (führendes Lungenemphysem), (Abb. 1 und 2). Die Fluss-Volumen-Kurve bzw. die Body-plethysmografie geben Auskunft über den Schweregrad der Obstruktion (FEV1; Atemwegswiderstand) sowie der Lungen-überblähung (Residualvolumen im Verhältnis zur Lungen-Gesamtkapazität = RV TLC). In der Diffusionsmessung kann das Ausmaß der Diffusionsstörung und damit des Lungenemphysems bestimmt werden .

Differenzierung: Blue Bloater und Pink Puffer

Blue Bloater (vorwiegend Obstruktion) Pink Puffer (vorwiegend Emphysem)
adipös kachektisch
Zyanose (bläulich verfärbte Lippen und Nagelbetten) keine Zyanose
Husten mit Auswurf wenig Husten und Auswurf
weniger Beschwerden und geringere Atemnot deutlichere Beschwerden und starke Atemnot

Therapie

Eine zentrale Rolle bei der Therapie der COPD spielt die Früherkennung und die Prävention der Progression. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Raucherentwöhnung. Zusätzlich werden Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken empfohlen. Die medikamentöse Therapie im stabilen Intervall erfolgt angepasst an den Schweregrad der Erkrankung .
Das FEV1/FVC-Kriterium hat mehrere Limitationen. Die FVC fällt mit dem Grad der Überblähung der Lunge, sodass der FEV1/FVC-Quotientbei einigen Patienten auch durchaus oberhalb von 70 liegen kann. Zum anderen hat das Ausmaß des Lungenemphysems (bestimmt durch die Diffusionsmessung) derzeit keinen Einfluss auf die Stadieneinteilung.
Mukolytika und Verneblerinhalationen werden zur Verbesserung der ziliären Clearance im Bronchialsystem gegeben.
Die Rehabilitation umfasst Ausdauertraining, Muskeltraining der peripheren und der Atemmuskulatur, Atem-Physiotherapie, psychosoziale Beratung sowie Ernährungsberatung.
An Hand der Blutgasanalyse muss geklärt werden, ob der Patient eine Langzeit-Sauerstofftherapie oder eine nichtinvasive Beatmung benötigt.

Komplikationen

  • Exazerbation, i. d. R. durch einen viralen oder bakteriellen Infekt ausgelöst, erfordert in der Regel die Gabe von systemischen Steroiden und Antibiotika. Entwickelt der Patient eine Hyperkapnie so kann eine nichtinvasive Beatmung eine Intubation und invasive Beatmung häufig verhindern und dadurch Leben retten.

  • Chronische ventilatorische Insuffizienz bezeichnet die Überlastung der Atemmuskulatur und ist erkennbar durch das Entstehen einer Hyperkapnie. Durch eine nichtinvasive Beatmung können hier Symptome und Ausdauer des Patienten verbessert werden.

  • Cor pulmonale und Rechtsherzdekompensation.

Stadien und deren Therapie

Stadium/Schweregrad FEV1/FVC FEV1 des Sollwertes medikamentöse Therapie weiterführende Maßnahmen
Ileicht < 70 > 80 kurzwirksame Bronchodilatatoren bei Bedarf -
II – mittel < 70 50 FEV1 < 80 ein oder mehrere langwirksame Bronchodilatatoren Rehabilitation
III -schwer < 70 30 FEV1 < 50 ein oder mehrere langwirksame Bronchodilatatoren inhalative Glukokortikoide bei häufigen Exazerbationen Rehabilitation
IV – sehr schwer < 70 < 30 bzw. < 50 und respiratorische Insuffizienz ein oder mehrere langwirksame Bronchodilatatoren inhalative Glukokortikoide bei häufigen Exazerbationen Rehabilitation
Lungenvolumen-Reduktionschirurgie
Lungentransplantation

FEV1 = Volumen während der ersten Sekunde einer forcierten Ausatmung (forced expiratory volume in one second)

FVC = Volumen welches nach kompletter Ausatmung durch schnelles Luftholen maximal eingeatmet werden kann (forced vital capacity).

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