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B978-3-437-42501-1.50033-8

10.1016/B978-3-437-42501-1.50033-8

978-3-437-42501-1

Erytheme

J. Weiß

Definition

Erytheme sind flächenhafte Hautrötungen infolge einer Gefäßdilatation.

Anamnese

Diagnostisch wegweisend sind Fragen zu früheren und familiären Hauterkrankungen sowie der Entstehungsdynamik der Erytheme Akute Erytheme sind meist Folge von Infekten, Neoplasien, internistischen Erkrankungen und Arzneimittelreaktionen. Chronische Erytheme sind häufiger Manifestationen von Dermatosen.

Differenzialdiagnosen

Differenzialdiagnostische Befunde häufiger Erytheme

Lokalisation Mögliche Erkrankung Häufigkeit Weiterführende Diagnostik
1. umschriebene Erytheme
Schmetterlingserythem (Gesicht) systemischer Lupus erythematodes Arthritis, Organmanifestationen (Herz, Niere, ZNS), Serologie: ANF, ENA, dsDNA-AK
Wangenerythem polymorphe Lichtdermatose im Frühjahr bei jungen Frauen, Lupus-Serologie negativ
einseitiges Gesichtserythem Erysipel akuter Beginn mit Fieber, Malaise, Druckdolenz, Lymphadenitis
generalisiertes Gesichtserythem Rubeosis faciei gehäuft bei Hypertonie, COPD, Diabetes; familiäre Variante: Erythema faciale perstans
chronische Wangenerytheme Rosazea zusätzlich Papeln, Pusteln und Teleangiektasien; Lupus-Serologie: negativ
chronische Palmarerytheme Palmarerythem kaum Symptome; gehäuft bei Hepatopathien, Diabetes, Rheuma und in der Schwangerschaft; familiäre Form bekannt
Unterschenkel/Fußerytheme (einseitig) Erysipel s.o., Rezidiverysipele sind zuweilen symptomfrei!; Kompression wird nicht toleriert
Unterschenkel Stauungsekzem schleichender Beginn, nicht druckdolent; Kompression führt zur Besserung
2. figurierte und knotige Erythen
anuläre Erytheme: gesamtes Integument Erythema migrans (Wanderröte) Borreliose-Stadium 1, kaum Symptome, Serologie nur in 50 der Fälle positiv
knotige Erytheme:
• oberer Stamm, Oberarmstreckseiten • Sweet-Syndrom ( Abb. 1) • münzförmige erythematöse dermale Infiltrate; typisch Druckdolenz sowie pseudovesikulöse Oberfläche; meist hohes Fieber im Schub, im Blutbild Neutrophilie; sehr häufig mit Leukämien assoziiert
• Tibiakanten • Erythema nodosum ( Abb. 2) • extrem druckdolente Infiltrate; meist durch Infekte (Streptokokken, Yersinien, Mykobakterien), bei Sarkoidose und Schwangerschaft
plaqueförmige Erytheme:
• Beine • Pannikulitis • Herde großflächiger und nicht so druckdolent wie E. nodosum; Auslöser: Infekte, Pankreatopathien, a1 -Antitrypsinmangel; meist Biopsie erforderlich
• Unterschenkel • Myxödem • flächige erythematöse dermale Infiltrate; bei Schilddrüsenerkrankungen und Paraproteinämien
3. multiforme Erytheme
Arme, Beine, oft disseminiert, Schleimhäute Erythema exsudativum multiforme ( Abb. 3) münzförmige, kissenartige, oft zentral bullöse Erytheme (schießscheibenartig), meist postherpetisch
4. großflächige Erytheme (Erythnddermien)
generalisiert, oft Prädilektionsstellen Dermatosen (Psoriasis, Ekzeme) ( Abb. 4 und 5) meist chronischer Verlauf, Familienanamnese, Verteilungsmuster
großflächig, stammbetont Alterserythrodermien chronisch, Blutbild und Biopsie zur Abgrenzung eines kutanen T-Zell-Lymphoms oder Szary-Syndroms
großflächig disseminiert akute Erythrodermien akuter Verlauf, meist Medikamente

Untersuchungen

Inspektion: Ein lachsroter Farbton spricht für entzündliche hyperämische Prozesse, ein dunkelroter für Stauungen oder Stasen. Die Palpation der Erytheme lässt Schlüsse zu, in welcher Hautschicht die pathologischen Veränderungen oder der Entzündungsprozess lokalisiert sind. Druckdolenz ist selten und dann diagnostisch wegweisend auf das Vorliegen eines Erysipels oder eines Erythema nodosum.
Laboruntersuchungen sind zur Differenzialdiagnostik meist nicht erforderlich. In der Tabelle ist die weiterführende Labordiagnostik aufgeführt. Biopsien werden bei der diagnostischen Einordnung von figurierten oder knotigen Erythemen häufig benötigt.

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