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B978-3-437-42501-1.50160-5

10.1016/B978-3-437-42501-1.50160-5

978-3-437-42501-1

Risikostratifizierung der Hypertonie (nach Deutscher Hochdruckliga). Beurteilung und Therapieindikationen.

Fundus hypertonicus Grad IV mit Cotton-wool-Herden (Mikroinfarkte s. Pfeil) und Einbildungen; die Arterien sind sehr eng gestellt (sog. Silberdrahtarterien)

Reduktion des kardiovaskulären Risikos nach Therapie der Hypertonie [MacMahon]

Essenzielle Hypertonie

R. Brunkhorst

Zur Orientierung

Eine essenzielle Hypertonie liegt vor, wenn eine sekundäre Hypertonie ausgeschlossen wurde und ein Blutdruck > 140/90 mmHg gemessen wird ( Kap. Hypertonie). Sie macht mehr als 90 aller Hypertonien aus. Die Ätiologie ist unklar; neben genetischen spielen auch Umwelt- und Ernährungsfaktoren eine Rolle (z. B. Rauchen, Übergewicht, fettreiche Kost, Bewegungsmangel, Stress). Im Fall eines akuten Blutdruckanstiegs (meist Kopfschmerzen, Sehstörungen, Tinnitus) oder in Folge langjähriger Erkrankung durch Begleiterkrankungen (hypertensive Herzerkrankung, Arterio-sklerose, AVK, hypertensive Augenerkrankung, Nephrosklerose) kommt es zu unspezifischen Symptomen.

Einteilung

Die Hypertonie wirdnach Schweregraden eingeteilt (Abb. 1). Für die Einschätzung der Prognose und der Behandlungsbedürftigkeit der Hypertonie ist zusätzlich von Bedeutung, ob bereits Endorganschäden (Abb. 2) oder Begleiterkrankungen vorliegen (sog. Risikostratifizierung ).

Therapie

Basis der Therapie ist eine Veränderung des Lebensstils . Dazu zählen allgemeine Maßnahmen wie Beendigung des Rauchens, Gewichtsreduktion, Verminderung des Alkoholkonsums, Sport, Reduktion des Kochsalzkonsums und Ernährungsumstellung.
Die Auswahl der antihypertensiven Medikamente ist entscheidend abhängig vom Risiko (Abb. 1) sowie von den möglichen Nebenwirkungen der Medikamente ( Tabelle). Bei Diabetes mellitus und bei Vorliegen einer Nierenerkrankung werden 120/80 mmHg, ohne diese Begleiterkrankungen 130/90 mmHg angestrebt.
Die Deutsche Hochdruckliga gibt Diuretika und -Blocker, ACE-Hemmer, AT1-Blocker und Kalziumantagonisten gleichermaßen als Medikamente der 1. Wahl an. Da ACE-Hemmer (bzw. bei Husten AT1-Blocker) neben ihrer guten Verträglichkeit insbesondere bei Diabetes (v. a. bei diabetischer Nephropathie) als auch bei Herzinsuffizienz bessere Prognosedaten aufweisen und -Blocker bei Patienten mit KHK und Herzinsuffizienz Vorteile bieten, haben diese Medikamente eine weite Verbreitung gefunden .
Bei Nichterreichen der Zielblutdruckwerte wird ein weiteres Medikament hinzugenommen oder die initiale Medikamentendosis erhöht. Bei der Kombination zweier Antihypertensiva sollte ein Synergieeffekt angestrebt werden . Die Zahl der Patienten, die erst durch die Kombination von 3 oder sogar 4 Medikamenten die Zielblutdruckwerte erreichen, liegt bei über 20. Im Fall des Nichterreichens der therapeutischen Ziele müssen auch -Blocker oder zentral wirkende Antiadrenergika hinzugenommen werden. Vorteile der Reninantagonis-ten müssen noch in großen Studien gezeigt werden.
Die Folgen eines unzureichend eingestellten Blutdrucks liegen vor allem in der Zunahme kardiovaskulärer Erkrankungen mit Anstieg der Mortalität (Abb. 3).
Von Therapieresistenz spricht man bei einer unzureichenden Blutdrucksenkung trotz Allgemeinmaßnahmen unter 3 Antihypertensiva einschließlich eines Diuretikums in ausreichender Dosierung. Mögliche Ursachen: Non-Compliance, Einnahme blutdrucksteigernder Medikamente (z. B. NSAR), sekundäre Hypertonie, falsche Messung, hohe Kochsalzzufuhr oder unzureichende Diuretikatherapie.

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