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B978-3-437-42501-1.50042-9

10.1016/B978-3-437-42501-1.50042-9

978-3-437-42501-1

Patientin mit Flush im Bereich des Gesichts.

Nahaufnahme eines Patienten mit Gesichtsflush.

Flush

Ch. Girlich

Definition

Beim sogenannten Flush handelt es sich um eine Rötung der Haut verbunden mit einem Gefühl der Wärme, hervorgerufen durch eine vorübergehende Vasodilatation. Prädilektionsstellen aufgrund ihrer hohen Dichte oberflächlich verlaufender Gefäße sind Gesicht, Hals, Dekollete und obere Extremitäten (Abb. 1 und 2).

Anamnese

Zunächst müssen gezielte Fragen nach der Lokalisation (Prä-dilektionsstellen?) und dem Aussehen (Erythem? Papeln? flächig? disseminiert?) der Hautrötung erfolgen, um festzustellen, ob tatsächlich ein Flush vorliegt . Des Weiteren sind Beginn der Symptomatik (neu aufgetreten?) und auslösende Faktoren (Fieber, Emotionen, körperliche Anstrengung, Klimakterium) zu erfragen. Lässt sich die Flushsymptomatik durch diese auslösenden Situationen oder Medikamente/Drogen (z. B. Nikotinsäure, Kalziumantagonisten, Nitrate, Opiate, Cholinergika), Getränke (Alkohol? Heiße Getränke?) oder Nahrungsmittel (scharfe Nahrungsmittel, histamin-, tryptophan-, glutamathal-tige Nahrungsmittel) reproduzierbar provozieren?.
Bestehen zusätzliche alarmierende Allgemeinsymptome wie Durchfall, Hypotonie (selten Hypertonie), Herzrhythmusstörungen, Vitien des rechen Herzens, Zeichen der Rechts-herzinsufhzienz, Gewichtsverlust, B-Symptomatik, die auf einen hormonproduzierenden Tumor oder ein Malignom hinweisen? .

Untersuchungen

Lässt sich kein eindeutig reproduzierbarer Zusammenhang zwischen der Flushsymptomatik und auslösenden Faktoren/Situationen herstellen, muss eine weiterführende laborchemische Diagnostik erfolgen, besonders wenn zusätzlich alarmierende Symptome bzw. Untersuchungsbefunde vorliegen. Auch bei nahrungsmittelabhängiger Flushsymptomatik (insbesondere bei Flushauslösung durch den Genuss kalter Flüssigkeiten) sollte sicherheitshalber einmalig eine Abklärung veranlasst werden . Zunächst muss als Ursache einer Flushsymptomatik das seltene Karzinoidsyndrom ausgeschlossen werden. Aber auch andere endokrine und nichtendokrine Tumoren können – wenn auch seltener – eine entsprechende Symptomatik auslösen. Deswegen empfiehlt sich eine Stufendiagnostik, an deren erster Stelle die Untersuchung eines 24-h-Sammelurins auf 5-Hydroxyindolessigsäure sowie die Bestimmung von Chromogranin A i.S. und Serotonin i.S. stehen . Bei unauffälligen Befunden sollte ein Phäochromozytom mittels Bestimmung der Katecholamine in 24-h-Sammelurin und/oder Bestimmung der Metanephrine und Normetanephrine i.S. mittels HPLC ausgeschlossen werden . Ergibt sich auch hieraus kein wegweisender Befund, steht die Bestimmung von Kalzitonin i.S. sowie die Durchführung einer Schilddrüsensonographie an, um ein medulläres Schilddrüsenkarzinom (C-Zell-Karzinom) sichern zu können . Nach einer Mastozytose sollte gefahndet werden, wenn die Diagnostik bislang erfolglos geblieben ist. Hierfür sind neben der Bestimmung der Tryptase i. S. die Bestimmung von Histamin- und PGD2-Meta-boliten im 24-h-Sammelurin sowie eine Knochenmarkpunktion möglich . Findet sich auch hier kein wegweisender Befund, umfasst die weitere Abklärung neben der Abdomensonographie sowie der Computertomographie des Thorax und des Abdomens (Nierenzellkarzinom!) auch die Bestimmung von VIP i. S. zum Ausschluss eines VIPoms.

Differenzialdiagnosen

Ursachen einer Flushsymptomatik

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Fieber Anamnese, Klinik, Temperaturmessung
Emotionen/Erregung Anamnese
Medikamente Anamnese
Karzinoidsyndrom 24-h-Sammelurin auf 5-Hydroxyindolessigsäure, Chromogranin A i.S.
Phäochromozytom 24-h-Sammelurin auf Katecholamine, Metanephrine i.S.
C-Zell-Karzinom () Kalzitonin i.S., Schilddrüsensonographie
Mastozytose () 24-h-Sammelurin auf Histamin-u. Prostaglandinmetabolite, Knochenmarkpunktion

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