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B978-3-437-42501-1.50164-2

10.1016/B978-3-437-42501-1.50164-2

978-3-437-42501-1

Barrett-Ösophagus. Das Plattenepithel des distalen Osophagus ist durch Zylinderepithel ersetzt (Pfeile).

Gastroösophageale Refluxkrankheit

E. Endlicher

J. Schölmerich

Zur Orientierung

Die gastroösophageale Refluxkrankheit wird durch pathologischen gastroösophagealen Reflux verursacht. Man unterscheidet die erosive (Refluxösophagitis) und nichterosive Form. Leitsymptom ist Sodbrennen ( Kap. Sodbrennen).

Die Diagnose kann durch probatorische Therapie mit PPI, ÖGD oder pH-Metrie gestellt werden.

Therapie

Wichtigste Ziele der Therapie sind die Beschwerdefreiheit des Patienten und die Verhinderung von Komplikationen (z. B. Blutungen, Barrett-Ösophagus).
Erster therapeutischer Schritt ist bei nachgewiesener Refluxkrankheit die probatorische medikamentöse Therapie mit Protonenpumpenhemmern (PPI), z. B. Omeprazol, Lansoprazol, Pantoprazol . Darüber hinaus werden Allgemeinmaßnahmen empfohlen, z. B. Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, Gewichtsreduktion, Vermeiden fetter Mahlzeiten, Verzicht auf Rauchen.
Spricht der Patient auf die probatorische Therapie an, erfolgt zunächst eine Dosisreduktion Step-down , schließlich wird nach 4–8 Wochen die Therapie abgesetzt. Anschließend wird eine Therapiepause eingelegt und der weitere Verlauf beobachtet. Kommt es zu einem frühen Rezidiv (innerhalb von 3 Monaten) oder spricht der Patient schlecht auf die Therapie an, erfolgt eine Dauertherapie mit der niedrigsten effektiven Dosis. Kommt es zu einem späten Rezidiv (3 Monate nach Absetzen der Therapie oder später), erfolgt eine Therapie wie initial .
Bei schlechtem Ansprechen auf erneute Therapie oder Weiterbestehen von Beschwerden wird eine Ösophagogastroduo-denoskopie (ÖGD) erforderlich, sofern sie nicht bereits zur Diagnosestellung durchgeführt wurde, um die Diagnose einer Ösophagitis zu stellen, andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen (u. a. Karzinom, Divertikel) oder Komplikationen aufzuspüren.
Wird kein pathologischer Befund erhoben, kann die pH-Me-trie eine Refluxkrankheit nachweisen .

Klassifikationen und Stadieneinteilung

Wird die Diagnose Ösophagitis gestellt, erfolgt die Stadieneinteilung nach unterschiedlichen Klassifikationen.
Die Einteilung nach Savary-Miller ist die gebräuchlichste Klassifikation. Sie unterteilt die Refluxösophagitis nach dem Ausmaß der Schleimhauterosionen in 4 Stadien.
Die MUSE-Klassifikation der Refluxösophagitis beinhaltet die 4 endoskopischen Befunde, die bei der Refluxkrankheit nachgewiesen werden können: Metaplasie, Ulkus, Striktur und Erosion.

Einteilung nach Savary-Miller

Stadium Schleimhautbefund
0 Reflux ohne Schleimhautveränderungen
1 isolierte Schleimhauterosionen, Rötung
2 longitudinal konfluierende Erosionen
3 zirkulär konfluierende Erosionen
4 Komplikationen: Ulkus, Striktur, Stenose, (Cave: je nach Variante auch Barrett-Metaplasie)

MUSE-Klassifikation

Schweregrad Metaplasie Ulkus Striktur Erosion
0 (keine) 0 0 0 0
1 (gering) 1 Streifen Übergangs-ulkus > 9 mm 1 Faltenkuppe
2 (mäßig) 2 Streifen Barrettulkus 9mm 2 Faltenkuppen
3 (schwer) zirkulär beide Ulkus-typen mit Ösopha-gusverkürzung zirkulär
Die Stadieneinteilung hat in der Praxis nur beim Barrett-Ösophagus eine Bedeutung, denn hier werden aufgrund des Karzinomrisikos Kontroll-ÖGDs erforderlich.
Alle Formen werden mit PPI behandelt (s. o.). Erst wenn die medikamentöse Therapie versagt, stellt die chirurgische Therapie (Fundoplicatio) eine alternative Therapiemöglichkeit dar . Die Entscheidung zur Fundoplicatio wird durch das Vorliegen anatomischer Veränderungen wie einer Hernie erleichtert. Zur Entscheidungsfindung werden ein Röntgen-Breischluck in Kopftieflage und ggf. eine Manometrie herangezogen.

Komplikationen und deren Behandlung

Die wichtigsten Komplikationen sind Barrett-Ösophagus, peptische Stenosen und Blutungen. Der Barrett-Ösophagus (Abb. 1) wird wegen des Karzinomrisikos in Abhängigkeit von seiner Ausdehnung und Histologie durch ÖGD überwacht. Peptische Stenosen, die zu Schluckbeschwerden führen, werden bevorzugt endoskopisch dilatiert. Die Therapie von Blutungen erfolgt endoskopisch interventionell.

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