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B978-3-437-42501-1.50044-2

10.1016/B978-3-437-42501-1.50044-2

978-3-437-42501-1

Geschmacksstörungen/Mundgeruch

M. Mayr

M. Ebert

Definition

Geschmacksstörungen bezeichnen lokal oder zentral bedingte Veränderungen des Geschmacksempfindens, die häufig auch im Rahmen internistischer Erkrankungen oder spezifischer Therapien zu beobachten sind.

Beim Mundgeruch als Symptom des schlechten Atems ist zwischen dem eigentlichen Foetor ex ore , der im Mund-Rachen-Raum entsteht, der übel riechenden Atemluft (Halitosis) und halluzinatorischen Geruchsmissempfindungen (Parosmien) zu unterscheiden.

Anamnese

Zur Differenzierung von Geschmacksstörungen sollten durch die Anamnese primär ein reduzierter Speichelfluss (Xerostomie) und ein fehlender Geruchssinn (Anosmie) ausgeschlossen werden. Die Medikamentenanamnese sowie gezielte Fragen nach den Symptomen ursächlicher internistischer und neurologischer Erkrankungen geben weiteren Aufschluss .
Fragen nach Xerostomie, zahnmedizinischen Problemen, Ernährungs- und Konsumverhalten sowie Erkrankungen des Rachenraumes weisen auf die Genese von Mundgeruch hin. Ferner sollten Symptome internistischer Erkrankungen insbesondere Tumorleiden, Stoffwechselentgleisungen sowie chronisch bakterieller Entzündungen geprüft werden .

Untersuchungen

Mit den Befunden der Anamnese und mit Tests des Geschmackssinnes ist die spezifische Einteilung nach Lankisch in totale oder partielle Ageusie (völliges oder partielles Fehlen des Geschmackssinnes), Hypo- und Dysgeusie (reduziertes Geschmacksempfinden bzw. subjektive Wahrnehmung eines anderen als des angebotenen Geschmacks) bzw. Para- und Kakogeusie (verfälschter oder subjektiv als übel empfundener Geschmack) möglich.
Dabei kommen neben quanti- und qualitativen Schmecktests auch elektrische Reizschwellenmessungen (Elektro-gustometrie) zur Anwendung. Dieser Test des regionalen Schmeckvermögens sollte unter Einbeziehung des Befundes des Hirnnervenstatus interpretiert werden. Morphologische Veränderungen der Geschmacksknospen werden bei der konfokalen Mikroskopie oder Kontaktendoskopie beurteilbar.
Einfache Tests (Speichelschnelltest) ermöglichen beim Mundgeruch ebenso wie Messungen flüchtiger Schwefelverbindungen als bakterielle Stoffwechselprodukte in der Atemluft eine Objektivierung des Befundes (Gaschromatographie mittels Halimeter).
Die Mundflora kann durch chemische Tests (BANA-Test) oder Dunkelfeldmikroskopie genauer untersucht werden und eine Enzymanalyse (v. a. ß-Galaktosidase) im Speichel ist möglich.
Abbildungen Speichelstein, Halimeter

Differenzialdiagnosen

Ursachen von Geschmacksstörungen

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Medikamentennebenwirkung Anamnese, Auslassversuch
Xerostomie/Sjögren-Syndrom / Speichelflusstest, Antikörperbestimmung
Hypothyreose, Nebenniereninsuffizienz endokrinologisches Screening
Rezeptorstörung (erworben/erblich) Geschmackstest mit definierten Lösungen
Gehirntumoren () cCT, cMRT
neurologische Erkrankungen () neurologische Diagnostik
Zinkmangel () Zinkbestimmung im Urin

Ursachen von Mundgeruch

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
dentale/gingivale Erkrankungen Mundhygiene, Dentalbehandlung
Knoblauch-/Zwiebel-/Nikotinkonsum Ernährungsumstellung/Karenz
Xerostomie Speichelflusstest, evtl. szinti-graphisch
Tumoren (Lunge, HNO, Gl-Trakt) Broncho-, Laryngo-, Gastroskopie
Stoffwechselentgleisungen endokrinologische Tests, Nieren-/Leberwerte
essenzielle Halitosis Fettsäurebestimmung in der Atemluft

Karies als Ursache von Mundgeruch.

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