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B978-3-437-42501-1.50074-0

10.1016/B978-3-437-42501-1.50074-0

978-3-437-42501-1

Tierpockeninfektion. [Vogt]

Gasbrand. [Marre]

Körpergeruch

R. Büttner

Definition

Eine exakte klinische Definition eines pathologischen Körpergeruchs existiert nicht, sodass die Feststellung dieses Symptoms von der subjektiv eingefärbten Wahrnehmung des Untersuchers abhängt. Der typische Schweißgeruch entsteht durch geruchsaktive Substanzen aus dem Abbau von Steroid-anteilen (Androgenen) des apokrinen Schweißes durch cory-neförmige Stäbchenbakterien der Hautoberfiäche. Ein übermäßiger Schweißgeruch (Bromhidrose) ist meist durch hygienische Mängel, selten durch Erkrankungen der apokrinen Schweißdrüsen bedingt. Bakterielle Infektionen, Hautkrankheiten, aber auch hereditäre Erkrankungen des Aminosäurenstoffwechsels sind mit Körpergerüchen assoziiert .

Bei nicht objektivierbarem Körpergeruch, der aber den Patienten subjektiv belastet (Dysmorphophobie-Syndrom), muss eine psychiatrische Exploration erfolgen .

Anamnese

Aus der Wahrnehmung eines pathologischen Körper- oder Atemgeruchs ergibt sich assoziativ der Verdacht auf die zugrunde liegende Ursache. Belanglose Düfte (z. B. durch temporären Hygienemangel, Verzehr exotischer Speisen etc.) sollten richtig eingeordnet werden und nicht zur extensiven Abklärung führen .
Da viele Patienten den Körpergeruch nicht als störend empfinden, ist die Feststellung von Symptombeginn und Auslösern oft erschwert. Akute Beschwerden, die weitere differenzial-diagnostische Hinweise geben könnten, müssen gründlich erfragt werden. Neben der internistischen und pädiatrischen sind eine genaue dermatologische Anamnese (bekannte Hautkrankheiten, Hyperhidrosis, ggf. Lokalisation) sowie die Sozialanamnese wichtig. Ein Foetor bei schwerer internistischer Grunderkrankung macht die Feststellung von auslösenden Faktoren der aktuellen Dekompensation notwendig (z. B. Infekte, Therapiefehler oder -Umstellungen oder die Einnahme toxischer Substanzen).

Körperliche Untersuchung

Zuerst erfolgt der Versuch der olfaktorischen Einordnung und Lokalisation des wahrgenommenen Geruchs. Körpergerüche müssen dabei von Atemluftgerüchen unterschieden werden. Neben der körperlichen Untersuchung, ggf. mit besonderer Beachtung der aufgeführten internistischen Differenzialdiagnosen bis , ist eine Inspektion des gesamten Integuments wichtig, um ggf. eine spezifisch zu therapierende Haut und/oder Weichteilinfektion als Quelle eines fauligen Geruchs zu finden bis .

Differenzialdiagnosen

Pathologischer Körpergeruch

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Schweißgeruch bei hygienischen Mängeln Sozialanamnese, erneute Beurteilung nach adäguater Körperpflege
Bromhidrose bei apokriner Hypersekretion dermatologisches Konsil
Erkrankungen des Aminosäurestoffwechsels: muffiger (mausurinartiger) Geruch bei Phenylketonurie, karamellartig bei Ahornsirupkrankheit () pädiatrische Anamnese
fauliger Geruch bei Hautinfektionen (Pemphigus, Abszesse, feuchte Gangrän, Abb. 1) Inspektion, dermatologisches, ggf. chirurgisches Konsil
Schwarzbrotgeruch bei Typhus () Untersuchung: hohes Fieber, Bradykardie, Roseolen; Labor: rel. Neutropenie, pos. Blutkulturen
Geruch nach faulen Äpfeln bei Gasbrand (Abb. 2) () Anamnese: Weichteilverletzung, Operation?; körperliche Untersuchung: Hautemphysem; Röntgen: Muskelfiederung?; Keimnachweis aus Muskelquetschkulturen
Foetor hepaticus bei akutem Leberversagen Untersuchung: Ikterus, Enzephalopathie; Labor: Leberfunktionsparameter
Foetor uraemicus bei ter-minalem Nierenversagen Labor: Urämie, Urinstatus; Abdomensonographie: Nierenmorphologie
fruchtiger Atem bei diabetischer Ketoazidose Labor: Blutzuckerbestimmung, Urinstix mit Ketonkörperbestim-mung, Blutgasanalyse
Mandelgeruch der Atemluft bei Blausäureintoxikation () Anamnese, Labor: Azidose, hohe zentralvenöse O2-Sättigung
Dysmorphophobie () Untersuchung: kein objektivierbarer Foetor oder schlechter Körpergeruch, psychiatrische Exploration

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