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B978-3-437-42501-1.50079-X

10.1016/B978-3-437-42501-1.50079-X

978-3-437-42501-1

Leistungsknick

J. Wilke

Th. Glück

Definition

Mit Leistungsknick ist die subjektiv innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne aufgetretene und im Verlauf persistierende oder progrediente Minderung der körperlichen Leistungsfähigkeit gemeint.

Anamnese

Die Liste der Differenzialdiagnosen ist lang und es gilt, durch eine gezielte Anamnese den zeitlichen Beginn und den Schweregrad der Leistungsminderung sowie die subjektive Einschätzung des Leistungsknicks zu erfragen.
Die Erfassung von relevanten Vorerkrankungen kann wichtige Zusatzinformation bringen. Die gezielte Anamnese sollte weiterhin folgende wichtige Fragen beinhalten:
  • Atemnot (in Ruhe/nur bei Belastung)

  • Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme, Ödeme, Bauchum-fangsvermehrung

  • vermehrte Müdigkeit

  • Fieber, Nachtschweiß

  • Schmerzen (dauerhaft/nur bei körperlicher Belastung)

  • Medikamenteneinnahme, Vorerkrankungen

  • Alkohol-/Drogenanamnese

  • Auslandsaufenthalt, ggf. Herkunftsland

  • Stuhlanamnese (Teerstühle, Diarrhö, Stuhlunregelmäßigkeiten)

  • Sexualanamnese, bei Frauen Menstruationsanamnese, Schwangerschaft

  • Schlafanamnese (Schlafapnoe?).

Untersuchungen

Die ausführliche Anamnese kann oft bereits die Weichen für die gezielte körperliche Untersuchung und weiterführende technische Untersuchungen stellen. Bei der körperlichen Untersuchung ist besonders zu achten auf:
  • Gesamteindruck: wirkt der Patient krank

  • Auffälligkeiten bei Herz- und Lungenauskultation (Herzrhythmus, Herzklappenfehler, feuchte/trockene Rasselgeräusche, Exspirium verlängert)

  • periphere Ödeme/Hinweise auf Aszites, Halsvenenfüllung, Exsikkosezeichen

  • Haut-/Konjunktivenkolorit (Zeichen einer Leber- oder Niereninsuffizienz, Anämie)

  • Lymphknotenstatus.

Der Umfang des Basislabors kann abhängig von Institution und Patientenalter, Risikoprofil des Patienten, Vorerkrankungen etc. auch mehr oder weniger umfangreich sein.

Differenzialdiagnosen

Ursachen eines Leistungsknicks

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
kardiopulmonal
Herzinsuffizienz u.a. EKG, Echokardiographie, Röntgen Thorax, Herzenzyme, evtl. BNP
Lungenembolie (rezidivierend) Blutgasanalyse, D-Dimere, Echokardiographie, Sonographie der tiefen Bein-/Becken- und evtl. Armvenen, Thorax-Spiral-CT
COPD/Asthma bronchiale, andere Lungenerkrankung Blutgasanalyse, Spirometrie, Bodyphlethysmographie
hämatologisch-onkologisch
Anämie/hämatologische Systemerkrankung/Malignom Differenzialblutbild, Ferritin, Retikulozytenzahl, LDH, Bilirubin, Haptoglobin, Knochenmarks-biopsie, Sonographie, Endoskopie, CT, MRT, PET etc.
infektiös-entzündlich
Tbc Thorax-Röntgen/-CT, Mendel-Mantoux-Test, Sputum/Bronchiallavage auf Tuberkelbakterien
Endocarditis lenta Echokardiographie, Blutkulturen
Hepatitis B und C Hepatitis-Serologie (evtl. DNA/RNA, Genotyp)
HIV HIV-Test
rheumatische/autoimmunologische Erkrankungen, Kollagenosen, Granulomatosen CRP, BSG, Kreatinin, Urinsediment, Autoantikörper, Röntgen Thorax, Echokardiographie etc.
endokrin-hormonell
Diabetes mellitus Blutzucker, OGTT, HbA1c
primäre Hyper-/Hypothyreose TSH basal (wenn pathologisch, dann fT3 und fT4)
primäre/sekundäre Nebenniereninsuffizienz (NNRI) Natrium, Kalium, Kreatinin, ACTH, Kortisol
Leberinsuffizienz Abdomensonographie, ÖGD, Labor: GOT, GPT, LDH, -GT, Bilirubin, Quick/INR, CHE, Gesamteiweiß, Serum-Elektrophorese, Hepatitis-Serologie, Ferritin, Transferrinsättigung, Coeruloplasmin(< 40. LJ.); ggf. Autoantikörper; Leberbiopsie
Niereninsuffizienz Kreatinin, Harnstoff, Natrium, Kalium, Urinsediment, Sonographie, ggf. Nierenbiopsie
gastrointestinal
Malabsorptions-/Maldigestionssyndrom bei Diarrhö: Fastentest, Stuhlfett, ÖGD mit tiefen Dünndarmbiopsien, komplette Koloskopie, ggf. Intestinoskopie ggf. MRT-Enteroklysma, Abdomen-Sonographie/-CT
Schlafapnoesyndrom (OSAS) Screeningtest, Schlaflabor
Depression Ausschluss organische Ursache, psychiatrische Begutachtung
chronisches Müdigkeitssyndrom Ausschluss organische Ursache, psychiatrische Erkrankung

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