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B978-3-437-42501-1.50191-5

10.1016/B978-3-437-42501-1.50191-5

978-3-437-42501-1

Adenokarzinom des Magens.

  • a)

    Makroskopisch ulzerierende Läsion, radiäre Einziehung der Falten.

  • b)

    Diffus wachsendes Magenkarzinom mit Siegelringzellen.

  • c)

    Drüsig wachsendes Karzinom (intestinaler Typ).

Magenkarzinom

M. Ebert

M. Mayr

Zur Orientierung

Das primäre Magenkarzinom bezeichnet die verschiedenen malignen epithelialen Neoplasien des Magens. Verschiedene Risikofaktoren wie Ernährung, genetische Prädisposition, intestinale Metaplasie und HP-Infektion sind bekannt.

Frühsymptome des Magenkarzinoms wie dyspeptische Beschwerden fehlen häufig oder sind uncharakteristisch, die Diagnose wird daher oft erst in fortgeschrittenen Tumorstadien gestellt.

Durch Gastroskopie mit Biopsie wird die Diagnose gesichert. Das Primärstaging wird durch die Endosonographie und verschiedene bildgebende Verfahren ergänzt.

Klassifikationen und Stadieneinteilung

Histologisch unterscheidet man Adenokarzinome (papillär, tubulär, muzinös, Siegelringzellkarzinom), adeno-squamöse Karzinome, Plattenepithelkarzinome und undifferenzierte Karzinome. Meist handelt es sich um Adenokarzinome (Abb. 1), oft auch im Bereich des ösophagogastralen Übergangs (AEG Typ I – III nach Siewert).
Die Lauren-Klassifikation differenziert das Magenkarzinom nach dem histologischen Wachstumsmuster. Sie ist insbesondere für das Resektionsausmaß von Bedeutung. Man unterscheidet:
  • Diffuser Typ: infiltratives Wachstum, frühe lymphatische Metastasierung, Entwicklung einer Linitis plastica

  • Intestinaler Typ: polypös, drüsig wachsend, gut begrenzt, bessere Prognose

  • Mischtyp.

Die Stadieneinteilung des Magenkarzinoms erfolgt nach der TNM-Klassifikation.

TNM-Klassifikation des Magenkarzinoms

T- Primärtumor
T0kein Anhalt für Primärtumor
TisCarcinoma in situ, keine Infiltration der Lamina propria
T1Infiltration von Mukosa (a) und/oder Submukosa (b)
T2Infiltration von Muscularis propria und/oder Serosa
T3Penetration der Serosa ohne Infiltration von Nachbarstrukturen
T4Infiltration von Nachbarstrukturen
Nregionäre Lymphknotenmetastasen
N0keine regionären LK-Metastasen
N1Metastasen in 1 – 6 regionären LK
N2Metastasen in 7–15 regionären LK
N3Metastasen in > 15 regionären LK
MFernmetastasen
M0keine Fernmetastasen
M1Fernmetastasen

Stadieneinteilung des Magenkarzinoms

StadiumPrimärtumorLymphknotenmetastasenFernmetastasen
laT1N0M0
IbT1–T2N0–N1M0
IIT1–T3N0–N2M0
IIIaT2–T4N0–N2M0
IIIbT3N2M0
IVjedes Tjedes NM1

Therapie

Die Therapie des Magenkarzinoms richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Eine endoskopische Resektion ist bei Beschränkung des Tumors auf die Mukosa (Mukosakarzinom) möglich. Sobald das Karzinom die Submukosa (Submukosakarzinom) erreicht hat, ist die chirurgische Resektion mit Lymphknotendissektion erforderlich .
Bei Tumoren mit Lymphknotenbefall ohne Fernmetastasen (T2 – 4 N) ist eine neoadjuvante bzw. perioperative Chemotherapie indiziert.
Bei postoperativer Diagnose eines positiven Lymphknotenstatus oder einer R1-Situation sollte eine adjuvante Chemotherapie diskutiert werden.
Ist in fortgeschrittenen Stadien kein kurativer Therapieansatz möglich, wird eine palliative systemische Chemotherapie durchgeführt.

Komplikationen

Neben den allgemeinen Symptomen einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung wie Fatigue, Schmerzen, Kachexie, Anämie etc. sind für das Magenkarzinom auch paraneoplastische Syndrome beschrieben (u.a. Akrokeratose, Acanthosis nigricans). Spezifische Komplikationen durch lokales Tumorwachstum sind Passagestörungen (Ileus), Blutungen, Aszites und Abtropfmetastasen der Ovarien (Krukenberg-Tumoren).

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