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B978-3-437-42501-1.50084-3

10.1016/B978-3-437-42501-1.50084-3

978-3-437-42501-1

Röntgenbild eines 29-jährigen Patienten mit gesicherter Sarkoidose. Zu erkennen sind die bihiläre Adenopathie (Pfeile) sowie Infiltrate beidseits.

CT des gleichen Patienten. Zu erkennen sind ausgedehnte Lymphknotenvergrößerungen im Mediastinum (Pfeile)

Mediastinalverbreiterung

M. Pfeifer

Definition

Der Begriff umfasst Vergrößerungen im Bereich des Mediastinums. Das Mediastinum schließt den anatomischen Raum von der oberen Thoraxapertur bis hin zum Zwerchfell ein.

Anamnese

Klinisch sind die Prozesse im Mediastinum häufig lange asymptomatisch, was die frühe Diagnose erschwert. Oft werden Veränderungen der Hilusregion und des Mediastinums zufällig im Rahmen einer Röntgen-Thoraxaufnahme bemerkt . Als führende Symptome und Befunde einer Mediastinalerkran-kung gelten Schmerzen sowie Husten oder retrosternales Druckgefühl. Eine Einflussstauung mit gefüllten Halsvenen oder Zungengrundvenen und das Horner-Syndrom sollten immer zu einer sofortigen weiterführenden Diagnostik führen.

Untersuchungen

Das diagnostische Vorgehen umfasst als ersten Schritt die konventionelle Thoraxübersichtsaufnahme in zwei Ebenen (Abb. 1).
Die Röntgen-Thoraxaufnahme ist jedoch allgemein nicht sehr sensitiv und spezifisch – daher ist heute die CT-Unter-suchung mit Kontrastmittel der Standard der bildgebenden Diagnostik (Abb. 2). Diese erlaubt die Größenbestimmung und die anatomische Zuordnung zum vorderen, hinteren oder mittleren Mediastinum bis . Raumforderungen im vorderen Mediastinum sind zu einem hohen Anteil maligne, im mittleren lediglich noch zu einem Drittel und im hinteren selten maligne (bis zu 16).
Die MRT ist ergänzend bei neurogenen Tumoren mit Infiltration des Spinalkanals sinnvoll.
Die Echokardiographie ist bei aortalen Gefäßprozessen eine wesentliche ergänzende Untersuchungsmethode. Das Ausmaß eines Aortenaneurysmas sowie die genaue Abgrenzung des pathologischen Prozesses zum Klappenapparat des Herzens lassen sich mit der transthorakalen und insbesondere transösophagealen Echokardiographie sehr sicher darstellen.
Die Bildgebung muss ergänzt werden durch endoskopische und operative Verfahren, wenn eine histologische Sicherung der Diagnose erforderlich ist. Bronchoskopien mit endobro-chialem Ultraschall erlauben die Punktion von mediasti-nalen Lymphknoten sowie die Probengewinnung bei endolu-minalen Prozessen der Trachea und der zentralen Bronchien. Ebenso ist mit einer Ösophagoskopie mit und ohne Ultraschall die Diagnostik des mittleren und hinteren Mediastinums möglich. Die Mediastinoskopie ist heute nur noch in Ausnahmenfällen erforderlich, es kann jedoch ausreichend Biop-siematerial gewonnen werden und daher besitzt sie bei fehlender Diagnosesicherung durch die endoskopischen Verfahren weiterhin einen Stellenwert. Prozesse des vorderen und hinteren Mediastinums sind nur über eine CT-gesteuerte Punktionerreichbar, die wenn nicht möglich oder nicht klärend durch eine chirurgische und damit offene Biopsie ergänzt werden muss. Zusätzlich kann das PET-CT bei soliden Prozessen des Mediastinums differenzialdiagnostische Hinweise, insbesondere zur Größenausdehnung liefern.

Differenzialdiagnosen

Ursachen für eine Mediastinalverbreiterung

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Aortenaneurysma Röntgen, CT, Echokardiographie (TEE)
vorderes Mediastinum
Thymome Röntgen, CT, MRT, Biopsie
maligne Tumoren wie Thymus-karzinom, Kleinzelltumoren, Lymphome Röntgen, CT, MRT, PET, Biopsie
intrathorakale Strumen Röntgen, CT, Strumektomie
Nebenschilddrüsenadenome Röntgen, CT, Biopsie, Operation
Weichteiltumoren wie Lipome, Liposarkome, Lymph-angiome, Hämangiome Röntgen, CT, PET, Biopsie
extraossäre Osteosarkome Röntgen, CT, PET, Biopsie
mittleres Mediastinum
perikardiale und bronchogene Zysten Röntgen, CT
Lymphome, Lymphadenopathien Röntgen, CT, PET, EBUS, Mediastinoskopie, EUS mit Nadelpunktion
Hilusverbreiterung, z. B. durch maligne Erkrankungen, Infektionen oder entzündliche Ursachen ohne Erregernachweis Röntgen, CT, PET, EBUS, Mediastinoskopie
hinteres Mediastinum
neurogene Tumoren Röntgen, CT, MRT, PET, Biopsie
Ösophagusprozesse Röntgen, CT, PET, EBUS, Mediastinoskopie, EUS mit Nadelpunktion
extrapulmonale Lungensequester Röntgen, Angio-CT
pankreatische Pseudozysten Röntgen, CT
Achalasie Röntgen, CT, Endoskopie

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