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B978-3-437-42501-1.50096-X

10.1016/B978-3-437-42501-1.50096-X

978-3-437-42501-1

Eindrückbares Ödem des Fußes.

Kerley-B-Linien im Thorax-Röntgenbild bei interstitiellem Lungenödem

Ödeme

R. Brunkhorst

Definition

Ödeme sind Wasseransammlungen im interstitiellen Raum.

Anamnese

Zunächst müssen gezielte Fragen nach Nierenerkrankungen und nach Symptomen einer Herzinsuffizienz gestellt werden. Weiter sollte auch nach Hinweisen auf einen möglichen Eiweißverlust über den Darm und auf eine Lebererkrankung gefragt werden .

Untersuchungen

Generalisierte Ödeme treten meist beidseitig und entsprechend der Schwerkraft zunächst an den Füen/Beinen oder bei bettlägerigen Patienten im Bereich des Rückens und der Flanken (Anasarka) auf. Asymmetrische Ödeme bei generalisierten Erkrankungen können zusätzlich zur generalisierten Ursache ein Hinweis auf ein lokales Problem sein (z. B. Seitenlage mit mangelnder Lymphzirkulation in einem Arm oder auch Thrombose). Kurzfristig entstandene Ödeme hinterlassen sichtbare Dellen nach kräftigem Druck mit dem Finger (Abb. 1). Chronische Ödeme sind zunehmend induriert und schlecht eindrückbar (z. B. bei Schilddrüsenerkrankungen) .
Differenzialdiagnostisch wegweisend ist der Eiweißgehalt im Serum:
  • Normoproteinämie:

    Generalisierte Ödeme können gelegentlich auch durch Medikamente verursacht werden .

    Bei anamnestischen Hinweisen auf eine Herzinsuffizienz bringen EKG, Röntgen des Thorax (Abb. 2) und Echokardiographie weitere Klärung .

    Symptome wie Oligurie oder Anurie geben erste Hinweise auf das Vorliegen einer Niereninsuffizienz. Im Labor sind erhöhte Kreatinin- und Harnstoffwerte wegweisend. Im Ultraschall sprechen verkleinerte Nieren (Schrumpfnieren) für einen chronischen Parenchymschaden, große Nieren dagegen eher für ein akutes Nierenversagen, erweiterte Kelchgruppen und Nierenbecken für eine Abflussstörung .

    Zeigen sich Hypertonus, Flankenschmerz und ggf. Lidödeme im Zusammenhang mit Hämaturie, Proteinurie und akutem Kreatininanstieg , deutet dies auf ein nephritisches Syndrom hin.

  • Hypoproteinämie :

    Eine Mangelernährung/Kachexie als Ursache der Ödeme (sog. Hungerödeme) tritt insbesondere bei Kindern und alten Menschen auf.

    Sind bei der klinischen Untersuchung Aszites und typische Leberhautzeichen erkennbar, deutet dies auf eine Lebererkrankung wie Leberzirrhose oder Leberinsuffizienz hin. Im Labor zeigen sich erhöhte Leberenzyme und Zeichen einer Lebersynthesestörung.

Bei einer Proteinurie von mehr als 3 g/24 h, Hypoalbumin-ämie und zusätzlicher Hyperlipidämie (Hypercholesterinämie) liegt ein nephrotisches Syndrom vor.
Diarrhöen, Veränderung der Stuhlkonsistenz und ggf. Gewichtsverlust im Zusammenhang mit Eiweißverlusten von deutlich über 5 g/24 h deuten auf eine exsudative Enteropathie (enterales Eiweißverlustsyndrom) hin.

Differenzialdiagnosen

Ursachen generalisierter Ödeme

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Herzinsuffizienz
  • Echokardiographie mit reduzierter Auswurffraktion bei systolischer Herzinsuffizienz (Häufigkeit etwa 60), Vitien

  • BNP im Serum insbesondere bei V. a. diasto-lische Herzinsuffizienz (normale Auswurfleistung, Häufigkeit etwa 40)

  • Troponin, CK, Myoglobin als Hinweis auf eine akute kardiale Ischämie

  • Sicherung der Diagnose bei allen Formen und Ursachen der Herzinsuffizienz durch Herzkatheter

akute oder chronische Niereninsuffizienz • Sonographie, Serumkreatinin, Serumharnstoff, Nierenbiopsie
nephritisches Syndrom
  • Urinsediment: Hämaturie, Zylindrurie, Proteinurie und Hypertonie

  • Nierenbiopsie

nephrotisches Syndrom
  • Nierenbiopsie

  • Rektumbiopsie zum Nachweis einer Amyloidose (Sensitivität etwa 60)

  • Augenhintergrunduntersuchung als Hinweis auf diabetische Mikroangiopathie

Leberzirrhose, akute Leber-insuffizienz
  • Aszites (ggf. mit Punktion), Sonographie, Leberbiopsie

  • Alkoholanamnese

  • serologische Untersuchungen bei Hepatitis

exsudative Enteropathie
  • Endoskopie mit Biopsie und histologischer Sicherung

  • Röntgenuntersuchungen (Sellink des Dünndarms, Doppel-Kontrasteinlauf des Kolons), CT

medikamenteninduzierte Ödeme • Anamnese, ggf. toxikologische Untersuchungen im Urin und Blut
Hungerödeme • Anamnese

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