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B978-3-437-42501-1.50097-1

10.1016/B978-3-437-42501-1.50097-1

978-3-437-42501-1

Koloskopischer Nachweis eines großen subtotal stenosie-renden Kolonkarzinoms.

Semizirkulär wachsendes Kolonkarzinom.

Okkulte Blutung: positiver Haemokkulttest

S. Gölder

H. Messmann

Definition

Der guajakbasierte Stuhlbluttest (guaiac-based fecal occult blood testing, FOBT) oder kurz Guajak-Test (z. B. Haem-occult, hemo CARE, hemo FEC) dient zum biochemischen Nachweis von mit bloßem Auge (makroskopisch) nicht sichtbarem (okkultem) Blut im Stuhl.

Jeweils zwei kleine Stuhlproben von drei aufeinanderfolgenden Stuhlgängen werden auf mit Guajakharz imprägnierte Filterpapiere gestrichen und anschließend mit Wasserstoffperoxid-Lösung betropft. Bei Anwesenheit von Blut im Stuhl kommt es zur Blaufärbung des Teststreifens aufgrund der Pseudoperoxidasewirkung des Häm-Rests im Hämoglobin: Mit Hilfe der Peroxidase oxidiert das Wasserstoffperoxid Guajakonsäure im Guajakharz zu Guajakblau. Der Test gilt als positiv, wenn mindestens eines der Testfelder eine Blaufärbung zeigt.

Vorgehen

Ein FOBT wird zur Vorsorge und zum frühzeitigen Erkennen eines kolorektalen Karzinoms bei asymptomatischen Patienten durchgeführt.
Je mehr Blut über den Stuhl ausgeschieden wird, umso wahrscheinlicher ist ein positives Testergebnis. Eine Blutung mit ca. 10 ml Blut pro Tag führen zu einem positiven Testergebnis in 50 der Fälle. Die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines kolorektalen Karzinoms bei positivem Testbefund (positiver prädiktiver Wert) liegt bei maximal 18. Die Sensitivität des Tests für Kolonkarzinome (Abb. 1 und 2) beträgt nur etwa 20–40 und ist für Adenome als Vorstufe noch geringer. Trotzdem sollte bei positivem Testergebnis eine proktoskopi-sche/koloskopische Untersuchung des gesamten Dickdarms durchgeführt werden. Falsch-positive Ergebnisse können durch Fleischkonsum (Myoglobin) sowie Zahnfleisch-, Nasen-, Hämorrhoidalblutungen auftreten, falsch-negative durch As-corbinsäure.
Alternative Verfahren sind immunochemische Tests, die Sensitivitäten von 60–90 aufweisen und recht spezifisch sind.

Untersuchungen

Die initiale Untersuchung ist eine Koloskopie des Dickdarms und Beurteilung des terminalen Ileums. Kann die Blutungsquelle erkannt werden , folgt eine Therapie entsprechend der Blutungsquelle. Ist jedoch keine Blutungsquelle lokalisierbar, schließt sich eine Ösophagogastroduodenosko-pie (ÖGD) an, insbesondere wenn z. B. eine Eisenmangelanämie vorliegt.
Bleiben beide Untersuchungen ohne Nachweis einer relevanten Blutungsquelle und besteht kein weiterer Verdacht auf eine gastrointestinale Blutungsquelle, kann eine Verlaufsbeobachtung erfolgen .
Besteht allerdings der Verdacht auf eine Dünndarmblutung, bietet sich eine weiterführende Untersuchung des Dünndarms an . Das MRT-/CT-Enteroklysma hat dabei den Vorteil, dass eine relevante Dünndarmobstruktion sehr sicher ausgeschlossen werden kann. Im Anschluss kann dann eine Videokapseluntersuchung folgen. Bleiben alle Untersuchungen ohne Hinweis auf eine Blutungsquelle und besteht weiterhin der Verdacht auf eine Dünndarmblutung, schließt sich eine Dünndarm-endoskopie (Single-/Doppelballonenteroskopie) an.

Differenzialdiagnosen

Ursachen eines positiven Hämokkulttests

Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Tumor Koloskopie
Ulzera Koloskopie
Angiodysplasien Koloskopie, wenn negativ Kapsel-, Dünndarmendoskopie
Morbus Crohn Koloskopie, MRT-/CT-Enteroklysma

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