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B978-3-437-42501-1.50100-9

10.1016/B978-3-437-42501-1.50100-9

978-3-437-42501-1

Pleuraerguss: thoraxsonographischer Befund.

Pleuraerguss

B. Schönhofer

Definition

Als Pleuraerguss (PE) ist die pathologische Mehransammlung von Flüssigkeit zwischen den beiden Pleurablättern definiert. Er kann ein- oder doppelseitig auftreten.

Anamnese

Die Anamnese bzw. Symptomatik des PE ist unspezifisch, Atemnot findet sich in etwa 50 der Fälle, Brustschmerz ist seltener.

Untersuchungen

Die körperliche Untersuchung ergibt gedämpften Klopfschall, abgeschwächtes Atemgeräusch und aufgehobenen Stimmfre-mitus über dem PE.
In der Bildgebung sind Thorax-Röntgen und Thoraxsonographie (Abb. 1) wichtige Untersuchungsverfahren zum Nachweis des PE. Bei unklarer Ätiologie gelingt die Ursachenabklärung häufig bereits durch ultraschallgeführte Punktion (Thorakozentese) von ca. 20 ml Ergussvolumen mit Hilfe einer Reihe laborchemischer, biochemischer, zytologisch-im-munologischer, mikrobiologischer und zellbiologischer Untersuchungsmethoden bzw. Markern. Ergibt die Thorakozentese keine eindeutige Ursache des Ergusses (z. B. nicht selten bei tuberkulösen oder malignen Ergüssen), ist eine invasivere Diagnostik notwendig. Die ungezielte Pleurastanze ist wenig aussagekräftig und führt nicht selten zu Komplikationen, sie sollte daher restriktiv angewandt werden. Bei der invasiven Diagnostik des Pleuraergusses ist die internistische Thorako-skopie der Goldstandard (gute Sichtverhältnisse mit der Möglichkeit der gezielten Probenentnahme, geringe Komplikationsrate) .
In den Fällen, in denen die internistische Thorakoskopie nicht möglich oder wegweisend ist und die klinische Verlaufsbeobachtung nicht in Frage kommt, kann die Diagnose mit videoassistierter Thorakoskopie (VATS) oder explorativer Thorakotomie gestellt werden.
Kommen Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Leberzirrhose oder nephrotisches Syndrom als Ursache eines PE infrage, werden diese behandelt . Zeigt die Therapie keinen Erfolg, sollte eine Thorakozentese folgen .
Die im Wesentlichen auf dem Eiweißgehalt des PE basierende Unterscheidung zwischen Exsudat und Transsudat erlaubt eine praktikable Abgrenzung des lokal auf die Pleura begrenzten Krankheitsprozesses von einer indirekten Pleurabeteili-gung infolge der Flüssigkeitsimbalance bei Herz-, Leber- und Nierenerkrankungen. Die Differenzierung basiert auf der Bestimmung von Eiweiß und LDH im PE und Serum.
Tabelle Charakterisierung von UKPPE, KPPE sowie Pleuraempyem

Differenzierung: Transsudat und Exsudat

Parameter Transsudat Exsudat
Gesamteiweiß [g/l] <30 >30
Gesamteiwei: PE/Serum <0,5 >0,5
LDH [U/I] <200 >200
LDH PE/Serum <0,6 >0,6

Differenzialdiagnosen

Diagnosen bzw. Ursachen des Pleuraergusses

Diagnose bzw. Ursache Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Herzinsuffizienz Transsudat, herabgesetzte LV-Funktion, in der Echokardiographie, Erguss beidseits
parapneumonisch : unkomplizierter (UKPPE) bzw. komplizierter parapneumonischer Pleuraerguss (KPPE), Pleuraempyem Exsudat, eventuell Keimnachweis, pH, Glukose, Granulozyten
Lungenembolie Exsudat, D-Dimere, Pulmonalis-Angio-CT
Leber- und Nierenerkrankungen (Leber- bzw. Niereninsuffizienz, Leberzirrhose, nephrotisches Syndrom) Exsudat, Sonographie von Abdomen und Retroperitoneum, Lebersyntheseparameter, und Albumin im Serum, Kreatininclearance
Bronchialkarzinom Thorax-CT, Bronchoskopie, CT-gestützte Punktion, ggf. diagnostische Thorakotomie/VATS
Mammakarzinom gynäkologisches Konsil, Tumormarker im Serum
Hodgkin-, Non-Hodgkin-Lymphom Lymphknotenexstirpation, Kno-chenmarkbiopsie, PET-CT
Mesotheliom Berufsanamnese (Asbest)
Pleuritis tuberculosa Lymphozyten erhöht (> 80), niedriger Glukosegehalt, Tuber-kulinhauttest, Nachweis in Pleura-biopsien
Pankreatitis Amylase und Lipase, Abdomensonographie/CT des Abdomens
Chylothorax Anamnese (Trauma?), Thorax-CT, Triglyzeride im Pleuraerguss erhöht
Pseudochylothorax Cholesterinkristalle im Pleuraerguss
Hämatothorax Anamnese (Trauma?), Hämoglobin im Pleuraerguss

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