© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-42501-1.50215-5

10.1016/B978-3-437-42501-1.50215-5

978-3-437-42501-1

Pneumonie

J. Niedermeyer

Zur Orientierung

Die Pneumonie wird pathologisch-anatomisch als Entzündung überwiegend der Alveolen, des Interstitiums und/oder der zuführenden terminalen Bronchien definiert. Je nach Erkrankungsort und Abwehrlage des Patienten werden unterschieden:

  • ambulant erworbene Pneumonien (community acquired, CAP)

  • stationär erworbene (nosokomiale) Pneumonien (hospital acquired, HAP)

  • Pneumonien bei immunsupprimierten Patienten. Häufige Erreger der CAP sind Pneumokokken, Mykoplasmen, Haemophilus influenzae, Chlamydien und Staphylococcus aureus.

Typische Beschwerden sind Husten, Fieber, pleuritische Schmerzen und Luftnot. Der klassische Auskultationsbefund (fein- bis mittelblasige ohrnah klingende Rasselgeräusche oder Bronchialatmung) ist nicht immer zu erheben. Mit zunehmendem Lebensalter sind oligosymptomatische Verläufe häufiger. Radiologisch ist eine neue oder größenprogrediente Infiltration nachzuweisen ( Abbildung Legionellenpneumonie).

Schweregrad

Der Schweregrad wird durch den CRB-65-Index (je 1 Punkt pro Kriterium) erfasst und beinhaltet die 4 klinischen Kriterien:
  • C (= confusion): Bewusstseinstrübung

  • R (= respiratory rate): Atemfrequenz > 30/min

  • B (= blood pressure): diastolischer RR < 60 mmHg oder sys-tolischer RR < 90 mmHg

  • 65 = Alter > 65.

Patienten mit einem CRB-65-Index = 0 können meist ambulant behandelt werden . Bei einem CRB-65 > 0 sollte die stationäre Einweisung erwogen werden . Schwere CAP (CRB-65 3–4) bedürfen der intensivmedizinischen Überwachung, wenn eine schwere akute respiratorische Insuffizienz (Pa02/Fi02 < 250) vorliegt, multilobuläre Infiltrate im Röntgentho-raxbild nachweisbar sind bzw. wenn die Notwendigkeit zur maschinellen Beatmung oder Schocktherapie besteht.

Therapie

Entscheidend für den Erfolg der antimikrobiellen Therapie ist der frühzeitige Einsatz des richtigen Antibiotikums. Das Ergebnis einer eventuellen mikrobiologischen Diagnostik kann nicht abgewartet werden.
Hospitalisierte Patienten sollten initial parenteral behandelt werden. Bei Erreichen der Herzfrequenz < 100/min, der Atemfrequenz < 24/min, eines systolischen Blutdrucks 90 mmHg, der Körpertemperatur <37,8C, der O2-Sättigung > 90, eines normalen Bewusstseinszustandes und Wiedererlangung der Fähigkeit zur oralen Medikamenteneinnahme kann auf orale Antibiotika (Sequenztherapie) umgestellt werden.
Weiteres Management Flowchart .

Kalkulierte antibiotische Therapie der CAP

Ort Risikokonstellation Antibiotikum der Wahl Alternative
ambulant keine Risikofaktoren Aminopenicillin Makrolid
mit Risikofaktor Betalaktam-antibiotikum Fluorchinolone Gr. 3 und 4
stationär keine Risikofaktoren Betalaktam-antibiotikum /- Makrolid Fluorchinolone Gr. 3 und 4 Betalaktamantibioti-kum Doxycyclin
mit Risikofaktor für Pseudo-monas aerugi-nosa Ureidopenicillin Betalaktamasen-inhibitor oder Carba-penem /- Makrolid Fluorchinolon Gr. 2 und 3

Komplikationen

  • Progrediente Pneumonie bei unzureichender Antibiotikatherapie (z. B. Unterdosierung, Erregerspektrum nicht berücksichtigt)

  • Pleuraempyem

  • Retentionspneumonie (zentrale Obstruktion z. B. durch Bronchialkarzinom)

  • Lungenabszess.

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen