© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-42501-1.50107-1

10.1016/B978-3-437-42501-1.50107-1

978-3-437-42501-1

Achalasie. Breischluckuntersuchung mit deutlich dilatiertem Ösophagus- Sektglasform.

Achalasie. Ösophagusuntersuchung mit wasserlöslichem Kontrastmittel – Megaöso-phagus mit großer intrathorakaler Ausstülpung rechts basal.

Endoskopischer Befund einer Soor-ösophagitis.

Schluckstörung (Dysphagie)

E. Endlicher

F. Obermeier

Definition

Dysphagie ist immer ein Alarmsymptom und erfordert eine umgehende Abklärung. Nach der Lokalisation kann eine oropharyngeale (Störung zu Beginn des Schluckaktes) von einer ösophagealen Dysphagie (Passagestörung für feste und flüssige Nahrung bei meist ungestörtem Schluckakt) unterschieden werden.

Einer oropharyngealen Dysphagie kann eine Vielzahl von Ursachen zugrunde liegen: neuromuskuläre Erkrankungen (z. B. Hirninfarkt, M. Parkinson, Myasthenie), Tumoren, Infektionen (z. B. Soorösophagitis), Medikamentennebenwirkungen.

Die Ursachen einer ösophagealen Dysphagie sind ebenso vielfältig: Zenkerdivertikel, mechanisch (z. B. Ösophaguskar-zinom, peptische Stenose bei Refluxerkrankung, Schatzki-Ring, Webs [intraösophageale Membranen]) oder motilitäts-bedingt (z. B. Achalasie, Sklerodermie, diffuser Ösophagus-spasmus, hyperkontraktiler Ösophagus).

Anamnese

Die Anamnese weist auf die Ursache der Dysphagie hin. Folgende Aspekte sind zur differenzialdiagnostischen Beurteilung wichtig: Zeitpunkt des Beginns, Verlaufsdynamik (konstant, zunehmend), Kontinuität (intermittierend, ständig), auslösende Faktoren/Art der Speisen (flüssig, fest), Begleitbeschwerden (z. B. Husten, Verschlucken [Aspiration], Sodbrennen, Mundtrockenheit, Regurgitation, Erbrechen), Hinweise/Risikofaktoren für eine maligne Grunderkrankung (Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Nikotin, Alkohol), Vorerkrankungen (z. B. Refluxkrankheit, Diabetes mellitus, rheumatologische Erkrankungen, neurologische/psychiatrische Erkrankungen, chirurgische Eingriffe) und Medikamentenanamnese (z. B. Anti-cholinergika, Metoclopramid, Nitrate, Kalziumantagonisten, Kalium chlorid, Eisensulfat).
Bereits mittels Anamnese kann zwischen der Verdachtsdiagnose einer oropharyngealen oder einer ösophagealenDysphagie unterschieden werden.

Untersuchungen

Bei V. a. eine oropharyngeale Dysphagie steht zu Beginn der Diagnostik neben einer genauen Inspektion der Mundhöhle (Tumor?, Infektion?) und ggf. einer HNO-ärztlichen Untersuchung eine Röntgenuntersuchung mit wasserlöslichem Kontrastmittel (Abb. 2) zur Beurteilung des Schluckaktes . Ergänzend kann eine neurologische Untersuchung (Hirnnerven, Koordinationsstörungen, Schwindel, Dysarthrie, Rigor, Reflexe) sinnvoll sein. Nach Diagnosesicherung kann soweit möglich eine kausale Therapie eingeleitet werden.
Bei fehlenden pathologischen Befunden muss differenzial-diagnostisch auch eine funktioneile (psychogene) Ursache in Erwägung gezogen werden (Ausschlussdiagnose!).
Bei V. a. eine ösophageale Dysphagie besteht die primäre Diagnostik in der Durchführung einer Ösophagogastro-duodenoskopie (ÖGD) mit Biopsie . Cave: bei V. a. Zenker-divertikel solltezunächstein Röntgenbreischluck (Perforationsgefahr bei ÖGD!) durchgeführt werden (Abb. 1) . Eine Dysphagie von festen Speisen und weniger von flüssigen spricht dabei eher für eine anatomische Obstruktion, während Schluckprobleme v. a. von Flüssigkeiten auf eine Motilitäts-störung hinweisen. Ergibt die ÖGD einen unauffälligen oder keinen eindeutigen Befund, so ist eine weiterführende Diagnostik (Röntgenuntersuchung, ggf. Manometrie) sinnvoll. So lassen sich Motilitätsstörungen wie Achalasie, Ösophagus-spasmus, hyperkontraktiler Ösophagus diagnostizieren. Weisen ÖGD oder auch die Röntgenuntersuchung auf eine Kompression von außen hin, sollten weitere bildgebende Verfahren (z. B. CT Hals/Thorax, Endosonographie) zur Beurteilung anderer möglicher Erkrankungen (z. B. Aortenaneurysma, mediastinale Tumoren) durchgeführt werden.

Differenzialdiagnosen

Ursachen von Dysphagie

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Ösophaguskarzinom ÖGD u. Biopsie
Ösophagusmotilitäts-störungen Röntgenkontrastuntersuchung, Manometrie, ÖGD
Ösophagitis mit/ohne Komplikationen (Abb. 3) ÖGD
Medikamentennebenwirkungen genaue Anamnese
Ösophagusdivertikel ÖGD
Zenkerdivertikel Röntgenkontrastuntersuchung
neuromuskuläre Erkrankungen Röntgenkontrastuntersuchung, neurologische Untersuchung

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen