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B978-3-437-42501-1.50108-3

10.1016/B978-3-437-42501-1.50108-3

978-3-437-42501-1

Schock

F. Rockmann

Definition

(Sub-)akutes Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und -angebot aufgrund einer relativen Verringerung des Herzzeitvolumens.

Anamnese

Die Anamnese ergibt wichtige Hinweise auf die Schockursache, die Diagnose Schock wird klinisch durch die körperliche Untersuchung gestellt.
Grundsätzlich muss beim Schock zwischen dem kardiogenen und dem nicht kardiogenen Schock unterschieden werden. Bei Hinweisen auf eine koronare Herzkrankheit bzw. eine Lungenembolie wie akut einsetzende Atemnot, brennender/drückender Thoraxschmerz evtl. mit Ausstrahlung bzw. bei tachykarden/bradykarden Rhythmusstörungen (Herzstolpern) muss an eine primär kardiogene Ursache des Schocks gedacht werden. Für alle anderen Schockformen wie septischer, anaphylaktischer, hypovolämischer oder neurogener Schock sind spezifische Charakteristika zu erfragen. Diese sind beim septischen Schock Fieber, Infektzeichen, Nackensteife, Be-wusstseinstrübung, Halsschmerzen, Lymphknotenschwellung, Husten, Auswurf, Hautverletzungen, Gelenkschmerzen, abdominale Abwehrspannung, Brennen beim Wasserlassen etc. Beim anaphylaktischen Schock ist die Anamnese im zeitlichen Zusammenhang mit dem Ereignis entscheidend. Hier ist insbesondere nach Nahrungsmitteln, Medikamenteneinnahmen (Antibiotika!), Fremdstoffen (Wespen-/Bienenstiche) sowie Handhabung chemischer Produkte (Umgebungs-/Arbeits-anamnese) und nach Haustieren (Vögel!) zu fragen. Der hypovolämische Schock erklärt sich in der Regel durch den offensichtlichen Blutverlust im Rahmen von Traumata, jedoch gehören auch die inneren Blutungen wie Gefäßverletzungen z. B. beim Einbringen von Kathetern oder aber Blutungen des Magen-Darm-Trakts zu häufigen Ursachen. Hier sind auch Risikofaktoren wie angeborene und erworbene Gerinnungsstörungen zu erfragen, z. B. Alkoholgenuss Leberzirrhose niedriger Quick Ösophagusvarizen spontane Blutung. Der neurogene Schock folgt in der Regel einem Trauma mit Verletzung der Wirbelsäule und des Rückenmarks, kann aber auch sekundär durch toxische Einflüsse (Medikamentenanamnese) entstehen.

Untersuchung

Die körperliche Untersuchung, die zur Diagnose Schock führt, ist zielgerichtet möglich. Bereits bei der Inspektion des Patienten fällt ein in der Regel blasses Hautkolorit auf, dazu Schweißperlen auf der Stirn und angestrengte Atmung mit deutlich erhöhter Atemfrequenz (> 25/min).
Bei der Palpation sind die Extremitäten eher kühl, beim septischen Schock können sie aber auch warm imponieren. Der Puls ist tachykard (> 100/min), der systolische Blutdruck kleiner als die Herzfrequenz – einzige Ausnahme: kardiogener Schock bei ausgeprägter bradykarder Rhythmusstörung.
Positiver Schockindex: Herzfrequenz [Schläge/min]/systolischer Blutdruck [mmHg] > 1 = Hinweis auf das Vorliegen eines Schockzustandes.
Weitere zu beachtende körperliche/psychische Symptome sind Angst, Mundtrockenheit, verminderte periphere Durchblutung mit verzögerter Kapillarzeit und sinkende Harnmenge.
An apparativen Untersuchungen sind zur Diagnose eines Schocks keine weiteren Untersuchungen nötig, zur Unterscheidung kardiogener/nicht kardiogener Schock gehören: EKG, Labor (CK, Troponin, Hämoglobin, Hämatokrit, Leukozyten, Gerinnungsstatus, Elektrolyte), Echokardiographie .
Die Diagnostik muss bereits von therapeutischen Maßnahmen wie Flüssigkeitsgabe begleitet werden.
Eine weitere invasive Diagnostik zur Volumen-/Katechol-amintherapie beim protrahierten Schock erfordert in der Regel ein umfangreiches Monitoring. Eine Aufnahme auf die Intensivstation ist fast immer erforderlich.

Differenzialdiagnosen

Ursachen für einen Schock

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
kardiogener Schock EKG, Labor, Echokardiographie
septischer Schock Blutkultur, Fokussuche
hypovolämischer Schock Labor, Bildgebung, Endoskopie
anaphylaktischer Schock Anamnese
neurogener Schock () Bildgebung

ST-Hebungsinfarkt im EKG bei akutem distalem Verschluss des Ramus circumflexus.

Lungenembolie (CT). Reitender Thrombus in der Pulmonalarterie mit Ausläufern sowohl in die rechte als auch in die linke Pulmonalarterie.

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