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B978-3-437-42501-1.50117-4

10.1016/B978-3-437-42501-1.50117-4

978-3-437-42501-1

Long-QT-Syndrom.

Short-QT-Syndrom.

Brugada-Syndrom. Typische ST-Elevation in V1–V3

Synkope

U. Wiegand

Definition

Eine Synkope ist ein vorübergehender, spontan reversibler Bewusstseinsverlust. Sie tritt plötzlich auf und das Bewusstsein kehrt ohne Anwendung spezifischer Maßnahmen zurück.

Anamnese

Zur Abgrenzung einer Synkope von anderen Zuständen mit Be-wusstseinseinschränkung dient die gezielte Frage nach Tiefe und Dauer des Bewusstseinsverlusts. Ohne diesen handelt es sich nicht um eine Synkope; differenzialdiagnostisch sind dann neurologische oder psychiatrische Krankheitsbilder abzuklären. Bei protrahiertem Bewusstseinsverlust ist eine Synkope ebenfalls unwahrscheinlich; hier müssen Grand-Mal-Anfälle, metabolische Entgleisungen (Hypoglykämie) oder Intoxikationen bedacht werden .
Es folgen Fragen nach Begleitumständen, Prodromi und Dauer der Synkope, der Vorgeschichte sowie der Familienanamnese des Patienten .

Untersuchungen

Bei der körperlichen Untersuchung ist insbesondere auf Herzinsuffizienzzeichen zu achten. Bei belastungsabhängigen Synkopen kann die Auskultation Hinweise auf eine Aortenstenose oder hypertroph-obstruktive Kardiomyopathie (HOCM) geben.
Die Basisdiagnostik umfasst ein 12-Kanal-EKG sowie eine Blutdruckmessung im Liegen und nach Aufrichten. Bei einem Teil der Patienten kann bereits nach Anamnese und Basisdiagnostik die Ursache der Synkope mit hinreichender Sicherheit bestimmt werden .
Ist keine initiale Klärung der Synkope möglich , sind eine Echokardiographie, ein Belastungstest und ein Langzeit-EKG zu veranlassen .
Synkope ohne organische Herzerkrankung oder auffälligem EKG : Bei einer Synkope ohne Verletzung und unauffälligem EKG kann bei fehlendem Anhalt für eine Herzerkrankung (Anamnese, Echokardiographie) die weitere Diagnostik ambulant erfolgen. Diese umfasst eine Kipptischuntersuchung und die Applikation eines Ereignisrekorders . Bei schwerwiegenden Synkopen oder Palpitationen/Herzrasen vor Synkope ist die Durchführung einer elektrophysiologischen Untersuchung (EPU) anzuraten .
Eine einmalige, unkomplizierte Synkope bedarf keiner weiteren Diagnostik.
Synkope bei organischer Herzerkrankung oder pathologischem EKG : Die häufigste Synkopenursache bei Patienten mit organischer Herzerkrankung ist die rhythmogene Synkope . Diese ist insbesondere dann wahrscheinlich, wenn:
  • die Synkope im Sitzen, Liegen oder unter Belastung auftritt

  • bei rezidivierenden Synkopen Begleitumstände wechseln

  • Herzrasen oder Angina pectoris der Synkope vorausgeht

  • in der Familienanamnese plötzliche Herztode vorkommen. Zu rhythmogenen Synkopen prädisponieren z. B. ein Myokardinfarkt sowie dilatative und hypertrophe Kardiomyopathien. Bei Patienten mit QTc-Zeit > 440 ms (Abb. 1) besteht der hochgradige Verdacht auf ein langes QT-Syndrom (LQTS). Liegt sie < 330 ms, ist von einem kurzen QT-Syndrom (SQTS, Abb. 2) auszugehen. Bei typischer ST-Elevation in V1 – V3 (Abb. 3) kann die Synkope durch ein Brugada-Syndrom bedingt sein.

Patienten mit hämodynamisch bedingten Synkopen weisen auch im synkopenfreien Intervall Symptome wie Dyspnoe oder pathologische Befunde (Blutdruckinstabilität, Herzgeräusch etc.) auf. Die Echokardiographie sichert die Diagnose.

Differenzialdiagnosen

Ursachen für Synkopen

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
neurokardiogene Synkope:
  • vasovagale Synkope

  • Karotissinussyndrom

  • situative Synkope

  • Kipptischuntersuchung, Ereignisrekorder

  • Karotisdruckversuch

  • Anamnese ausreichend!

rhythmogene Synkope:
  • Sinusknotensyndrom

  • AV-Überleitungs-störungen

  • supraventrikuläre Tachykardie

  • ventrikuläre Tachykardie

  • Langzeit-EKG, Belastungs-EKG, Ereignisrekorder

  • Langzeit-EKG, Belastungs-EKG, Störungen EPU, Ereignisrekorder

  • EPU

  • Echokardiographie, Kardio-MRT, Herzkatheter, EPU

orthostatische Synkope Anamnese und Stehversuch
hämodynamisch bedingte Synkope:
  • Aortenstenose, HOCM

  • Lungenembolie, Aorten-dissektion

  • Echokardiographie, CT-Angio-graphie

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