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B978-3-437-42501-1.50233-7

10.1016/B978-3-437-42501-1.50233-7

978-3-437-42501-1

Thrombo- und Varikophlebitis.

a) Thrombophlebitis am Unterarm bei venenreizender Infusion

b) Varikophlebitis bei einer Stammvarikose der Vena saphena magna

Thrombo- und Varikophlebitis

V. Hach-Wunderle

Zur Orientierung

Bei der Entzündung oberflächlicher Venen wird zwischen Thrombophlebitis und Varikophlebitis unterschieden. Bei der Thrombophlebitis ist eine offensichtlich gesunde Vene betroffen. Es zeigen sich die klassischen Entzündungssymptome Rubor, Tumor, Dolor und Kalor: Das Gefäß erscheint gerötet, verhärtet und geschwollen sowie druckschmerzhaft und überwärmt (Abb. 1a). Bei der Varikophlebitis handelt es sich um die entzündliche Reaktion einer Krampfader, die mit einer örtlich begrenzten Thrombose einhergeht (Abb. 1b).

Die Diagnose lässt sich in der Regel allein durch Inspektion und Palpation stellen. Bei einer Varikophlebitis können die Thromben in das tiefe Venensystem einwachsen und dann zur Tungenembolie führen. Das trifft v. a. für die Stamm-und Perforansvarikose zu. Deshalb sollte hier die B-Bild- oder Duplexsonographie in die Diagnostik einbezogen werden .

Therapie

Die allgemeinen Maßnahmen bei einer Thrombo- oder Varikophlebitis bestehen in der bedarfsweisen Anwendung von Antiphlogistika und lokaler Kühlung (Kühlpackung, gekühlte Heparinsalbe) . Ein Kompressionsverband wird bei der Varikophlebitis immer, bei der Thrombophlebitis je nach lokaler Verträglichkeit angelegt. Die fortgesetzte Mobilisation erscheint im Sinne der Thromboseprophylaxe wichtig.
Die speziellen Maßnahmen richten sich nach der Ursache.
Als externe Ursachen einer Thrombophlebitis kommen u. a. Traumen und (häufiger) venenreizende Infusionen in Betracht. Nach Abstellung der Reizung bildet sich die Entzündungsreaktion langsam zurück .
Bei den internen Ursachen einer Phlebitis ist zwischen der Entzündungsreaktion in einer gesunden Vene im Sinne der strangförmigen Thrombophlebitis oder der Thrombosierung einer Varize im Sinne einer Varikophlebitis zu differenzieren.
Die strangförmige Thrombophlebitis erfordert eine komplette internistische Untersuchung und die Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung . In erster Linie ist ein Malignom auszuschließen. Die Phlebitis wird deshalb auch unter dem Begriff paraneoplastisches Syndrom geführt. Weiterhin kommen in Betracht: eine systemische Vaskulitis, eine Kollagenose oder Morbus Buerger (= Thrombangiitis obliterans). Die Heparinisierung ist bei einer Progredienz der Thrombophlebitis in Erwägung zu ziehen. Ein Kompressionsverband wirkt auch schmerzstillend .
Die Varikophlebitis ist eine häufige Komplikation der primären oder sekundären Variköse. Sie kann spontan oder nach einer Sklerosierung auftreten. Bei der lokalen Form führt die Thrombusexpression nach Stichinzision mit anschließendem Kompressionsverband zur sofortigen Schmerzlinderung. Die Heparinisierung ist nur ausnahmsweise indiziert.

Komplikationen

Bei einer Varikophlebitis können die Thromben in das tiefe Venensystem einwachsen (transfaszial progrediente Varikophlebitis) und dann zur Lungenembolie führen. Die Gefahr ist v. a. bei einer Stammvarikose der Vena saphena magna bzw. parva im Bereich der Leistenbeuge bzw. der Kniekehle gegeben. Die Behandlung erfolgt deshalb wie bei einer tiefen Venenthrombose mit therapeutischer Antikoagulation und Kompressionsverband . Bei einer zugrunde liegenden Stamm- oder Perforansvarikose kommt die sofortige operative Intervention mit Entfernung der varikösen Gefäßabschnitte und vorsichtiger Thrombusextraktion in Betracht.
Bei der sog. Kragenknopfphlebitis wächst ein Thrombus über eine Perforansvene in die zugehörige Leitvene ein. Am häufigsten sind die Cockett-Venen oberhalb des Innenknöchels betroffen. Bei einem umschriebenen Befund reichen Antiphlogistika und Kompressionsverband aus, bei einer Ausdehnung der Thrombose in der V. tibialis posterior über eine Länge von ca. 5 cm ist die Antikoagulation empfehlenswert. Der Krankheitsverlauf muss engmaschig sonographisch kontrolliert werden.

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