© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-42501-1.50125-3

10.1016/B978-3-437-42501-1.50125-3

978-3-437-42501-1

Divertikulitis im CT (entzündliche Infiltration und Abszess im Sigmabereich)

Unterbauchschmerzen

V. Groß

Definition

Unterbauchschmerzen können durch Erkrankungen verschiedener Organe bedingt sein; am häufigsten gehen sie vom Gastrointestinaltrakt aus. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen akuten bedrohlichen Beschwerden, die rasch geklärt und therapiert werden müssen und chronischen Beschwerden, für deren Klärung mehr Zeit zur Verfügung steht.

Anamnese

Zunächst müssen gezielte Fragen gestellt werden zu Entwicklung und Verlauf der Schmerzen, zur Schmerzlokalisation sowie zu Begleitphänomenen (Diarrhö, Stuhlverhalt, Mik-tionsstörung, ausgebliebene Periodenblutung, neurologische Ausfälle) .

Untersuchungen

Die klinische Untersuchung liefert Informationen über den Ernährungszustand (normal, reduziert, adipös), den Allgemeinzustand (normal, reduziert, Tachykardie, Hypotonie, Fieber), die Schmerzlokalisation, die Stärke der Schmerzen (Spontanschmerz, Druckschmerz), mögliche Abwehrspannung (Peritonismus), die Qualität der Darmgeräusche (normal, hochgestellt, fehlend) sowie über das Vorhandensein eines tastbaren Tumors.
Die Labordiagnostik gibt rasch Auskunft über das Vorhandensein von Entzündungszeichen (Leukozytose, CRP-Erhöhung) oder einer Anämie. Bei entsprechender Verdachtsdiagnose sollten eine Stuhlkultur (infektiöse Enterokolitis?), ein Urinstatus (Harnwegsinfekt? Blut im Urin als Hinweis auf Harnleiterkonkrement?) oder ein Schwangerschaftstest (Extra-uteringravidität?) durchgeführt werden.
Der Abdomensonographie kommt bei der Formulierung einer Verdachtsdiagnose eine Schlüsselstellung zu. Bei besonderen Fragestellungen oder bei schlechten Schallbedingungen können eine Computer- oder eine Magnetresonanztomographie sinnvoll sein.
Akut aufgetretene Schmerzen im rechten Unterbauch plus positive Entzündungszeichen legen den V. a. eine Appendizitis oder Ile(ocol)itis (Morbus Crohn oder infektiös) nahe. Der Nachweis einer Darmwandverdickung im Bereich der Appendix bzw. des terminalen Ileums bestätigt diesen Verdacht. Schmerzen im linken Unterbauch plus positive Entzündungszeichen sind verdächtig auf eine Divertikulitis (umschriebene Darmwandverdickung, eventuell Abszess) oder eine Colitis (Diarrhö, langstreckige Darmkokarde), die wiederum unterschiedlicher Genese sein kann (infektiöse Colitis, Colitis ulcerosa, Colitis Crohn, d. i. Morbus Crohn mit Befall des Kolons) .
Bei Frauen sind bei Vorhandensein von Entzündungszeichen und Schmerzen im rechten oder linken Unterbauch an eine Adnexitis , bei Fehlen von Entzündungszeichen an eine Extrauteringravidität (ausgebliebene Regelblutung, positiver Schwangerschaftstest) , eine eingeblutete, stielgedrehte oder geplatzte Ovarialzyste zu denken. Klärung bringen der Ultraschall und die gynäkologische Untersuchung.
Kolikartige Schmerzen im rechten oder linken Unterbauch können auf eine Harnleiterkolik hinweisen (Blut im Urin, im Ultraschall einseitiger Nierenstau). Schmerzen im mittleren Unterbauch verbunden mit Miktionsstörungen können auf eine Zystitis (Entzündungszeichen, pathologischer Urinstatus) hinweisen, bei älteren Männern auch häufig auf einen Harnverhalt (Ultraschall: große Restharnmenge) .
Chronische Unterbauchschmerzen ohne weitere pathologische Befunde sind verdächtig auf ein Reizdarmsyndrom . Nicht selten bestehen auch wirbelsäulenbedingte (vertebra-gene) Schmerzen, die in den Unterbauch ausstrahlen .

Differenzialdiagnosen

Ursachen von Unterbauchschmerzen

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Appendizitis Blutbild, CRP, Ultraschall
Divertikulitis (Abb. 1) Blutbild, CRP, Ultraschall, CT
infektiöse oder chronisch entzündliche (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) Darmerkrankung Blutbild, CRP, Ultraschall, Stuhlkultur, lleokoloskopie
gynäkologische Erkrankung (Adnexitis, Extrauteringravidität, eingeblutete oder geplatzte Ovarialzyste) Blutbild, CRP, Schwangerschaftstest, Ultraschall, gynäkologische Untersuchung
urologische Erkrankung (Zystitis, Harnverhalt, Harnleiterkonkrement) Ultraschall, Urinstatus, Blutbild, CRP
Reizdarm Anamnese, Ausschlussdiagnose

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen