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B978-3-437-42501-1.50132-0

10.1016/B978-3-437-42501-1.50132-0

978-3-437-42501-1

Hirsutismus bei PCO-Syndrom.

Zyklusstörungen

U. Woenckhaus

Definition

Zyklusstörungen sind Störungen im Menstruationszyklus der geschlechtsreifen Frau, die die Blutungsrhythmik oder den Blutungscharakter betreffen. Eine Sonderform der Zyklusstörung ist das Ausbleiben der Periodenblutung (primäre oder sekundäre Amenorrhö).

Anamnese

Zunächst wird die Art der Zyklusstörung, z. B. Amenorrhö, Oligomenorrhö (Zyklusdauer > 35 Tage), Metrorrhagie (Zwischenblutung), Menorrhagie (> 80 ml), erfasst . Während bei der primären Amenorrhö die Menarche bis zum Alter von 16 Jahren ausgeblieben ist, entwickelt sich die sekundäre Amenorrhö (keine Blutung > 6 Monate oder mehr als drei Zyklen) nach zuvor aufgetretener Menses. Mittelschmerz ist ein Hinweis für ovulatorische Zyklen.
Abhängig vom Alter kommen verschiedene auslösende Erkrankungen infrage. Sämtliche schwere Begleiterkrankungen können ebenso wie Medikamente Zyklusstörungen auslösen.

Untersuchungen

Bei der klinischen Untersuchung ist besonders auf die sekundären Geschlechtsmerkmale, Zeichen der Hyperandrogenämie und den BMI zu achten.
Liegt eine primäre Amenorrhö vor, muss hormonell die gonadotrope Achse und bildgebend der Status der Genitalorgane erfasst werden . Häufigste Ursache für die sekundäre Amenorrhö ist eine Schwangerschaft und daher eine hCG-Bestimmung der erste diagnostische Schritt.
Besteht keine Schwangerschaft, kommt eine Hormondiagnostik zum Einsatz, die auch zur Abklärung einer Oligomenorrhö durchgeführt wird. Bei Letzterer können ferner regelmäßige Messungen der Körperbasaltemperatur bei fehlendem Temperaturanstieg anovulatorische Zyklen nachweisen. Sind die Gonadotropine erhöht , liegt eine Ovarialinsuf-fizienz (reguläre Menopause, autoimmun bedingt etc.) vor. Niedrignormale oder verminderte Gonadotropinspiegel und reguläre Stimulierbarkeit durch GnRH weisen auf die häufige funktioneil hypothalamische Störung hin, die typischerweise bei erhöhtem emotionalen oder physischen Stress und bei Essstörungen auftritt. Eine organische hypophysäre oder hypothalamische Erkrankung (z. B. Hypophysenadenom) ist bei einem deutlich erhöhten Prolaktinspiegel und bei klinischen Hinweisen auf hypophysäre Ausfälle oder eine Hormonüberproduktion zu vermuten. Eine umfangreichere Labordiagnostik und eine Hypophysen-MRT sichern die Diagnose. Nicht selten treten Zyklusstörungen infolge einer Schilddrü-senfehlfunktion auf. Bei Hypothyreose findet sich dann häufig auch eine leichte Hyperprolaktinämie.
Hirsutismus (Abb. 1) erfordert die Bestimmung der Androgene ( Kap. Hirsutismus). Mögliche Ursache ist ein PCO-Syndrom, bei dem sich häufig vaginalsonographisch polyzystische Ovarien (PCO) darstellen lassen. Seltenere Ursachen der Hyperandrogenämie wie adrenogenitales Syndrom (AGS) und Hyperkortisolismus werden mittels Labordiagnostik und Bildgebung verifiziert.
Bei zu starken oder zu langen Blutungen stehen Vagi-nalsonographie und ggf. Hysteroskopie zur Abklärung primär uteriner oder zervikaler Erkrankungen an erster Stelle. Seltener liegt ein plasmatischer oder zellulärer, angeborener oder erworbener Gerinnungsdefekt vor, der mittels spezifischer Gerinnungsdiagnostik weiter analysiert wird.

Differenzialdiagnosen

Ursachen von Zyklusstörungen

Mögliche Erkrankungen Häufigkeit Weiterführende Untersuchungen
Schwangerschaft hCG-Bestimmung
prämature Ovarialinsuffi-zienz/Menopause / LH, FSH, Estradiol (E2)
funktionell hypothalamische gonadotrope Insuffizienz LH, FSH, GnRH-Test Prolaktin, TSH zum differenzial-diagnostischer Ausschluss anderer Erkrankungen erforderlich
hypophysäre Erkrankung Prolaktin, kombinierter Hypophysentest, MRT Hypophyse
Schilddrüsenfunktionsstörung TSH, SD-Sonographie, SD-Autoantikörper
PCO-Syndrom BMI, Testosteron, LH/FSH, Vaginal-sonographie
uterin/zervikal (Polyp, Myom, Malignom etc.) Vaginalsonographie, Hysteroskopie, eventuell fraktionierte Abrasio
medikamenteninduzierte Form Anamnese
Koagulopathie PTT, Quick, Blutbild, spezielle Gerinnungsdiagnostik

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