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B978-3-437-22107-1.50432-5

10.1016/B978-3-437-22107-1.50432-5

978-3-437-22107-1

Herpesvirus Typ 8

V. Schuster

Kernaussagen

  • Herpes-Virus-Typ-8-Infektionen (HHV-8) sind in bestimmten Gebieten Afrikas endemisch.

  • Bei immunsupprimierten Patienten kann die Erkrankung schwere Manifestationen zeigen und an der Entstehung eines Kaposi-Sarkoms oder von B-Zell-Lymphomen (Body Cavity Based Lymphoma) ursächlich beteiligt sein.

  • Für HHV-8-Infektionen ist noch keine antivirale Therapie etabliert.

In endemischen Gebieten Afrikas kann eine Primärinfektion mit humanem Herpesvirus Typ 8 (HHV-8) bei Kindern ein fieberhaftes Krankheitsbild mit makulopapulösem Exanthem hervorrufen. Ob eine ähnliche Manifestation auch in Industriestaaten auftritt, ist noch unklar.

Bei älteren Kindern kann im Rahmen einer HHV-8-Infektion ein mononukleoseähnliches Krankheitsbild auftreten.

Die Primärinfektion bei immunsupprimierten Patienten kann zu schweren klinischen Manifestationen mit Fieber, Arthralgien, Lymphadenopathien, Splenomegalie und Zytopenien führen.

HHV-8 ist beim immunsupprimierten Menschen, v.a. Patienten mit AIDS oder nach Transplantation, an der Entstehung des Kaposi-Sarkoms ursächlich beteiligt.

Darüber hinaus ist HHV-8 mit bestimmten B-Zell-Lymphomen, u. a. Body Cavity Based Lymphoma, assoziiert.

Als Faustregel gilt:

Kaposi-Sarkome und Body-Cavity-Based-Lymphome treten überwiegend im Erwachsenenalter auf, Manifestationen im Kindesalter sind die Ausnahme.

Übertragung

HHV-8 wird im Erwachsenenalter überwiegend durch Intimkontakt übertragen.
Bei Kindern erfolgt die Übertragung durch infektiösen Speichel.
Bei Nierentransplantationen kommt es zu einer HHV-8-Transmission in bis zu 10% der Fälle.
Eine Übertragung durch HHV-8-infizierte Bluttransfusionen scheint insgesamt selten zu sein.

Diagnostik

Als Faustregel gilt:

Die Diagnose eines Kaposi-Sarkoms und eines Body-Cavity-Based-Lymphoms erfolgt anhand des klinischen Bilds und des histopathologischen Befunds.

HHV-8 kann mittels Polymerase-Kettenreaktion im Speichel, im peripheren Blut sowie in betroffenem Tumorgewebe nachgewiesen werden. Die Assoziation mit HHV-8 kann durch den serologischen Nachweis von HHV-8-spezifischen Antikörpern oder durch den direkten HHV-8-Genom-Nachweis im Tumorgewebe dokumentiert werden.

Therapeutische Ansätze

Eine etablierte antivirale Therapie existiert noch nicht.
Kaposi-Sarkome sprechen teilweise auf eine Therapie mit α-Interferon oder Chemotherapeutika an. Bei AIDS-Patienten kann eine hoch dosierte antiretrovirale Therapie (HAART) die Inzidenz von Kaposi-Sarkomen z. T. reduzieren.

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