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10.1016/B978-3-437-22107-1.50435-0

978-3-437-22107-1

Mumps

R. Roos

Kernaussagen

  • Typisch für die Mumpsinfektion ist die Parotisschwellung. Schwere Komplikationen können eine aseptische Meningitis, Meningoenzephalitis, Pankreatitis sowie Orchitis und Epididymitis sein. Im Fall der Meningoenzephalitis ist mit permanenter Schwerhörigkeit zu rechnen!

  • Die Diagnose erfolgt anhand der typischen Symptome klinisch.

  • Die Therapie ist symptomatisch.

Mumps wird durch ein Paramyxovirus verursacht. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Die Kontagiosität ist nicht so hoch wie bei Masern, daher erkranken Ungeimpfte bei Exposition häufig erst im Erwachsenenalter. Die Patienten sind ca. 6 Tage vor Auftreten der Parotisschwellung bis 9 Tage danach infektiös. Die Inkubationszeit beträgt 2–3 Wochen.

Knapp die Hälfte der Infektionen verläuft inapparent. Bei Erkrankung sind Kinder nur mäßig in ihrem Allgemeinzustand beeinträchtigt; oft bestehen nur subfebrile Temperaturen. Später kommt es zur Schwellung einer oder beider Parotiden. Die Parotitis ist wegen eines kollateralen Ödems oft schwer tastbar. Die Erkrankung dauert ca. 8–10 Tage. Im Allgemeinen ist die Prognose gut. Durch Virämie kann es zur Beteiligung anderer Organe kommen.

Eine aseptische Meningitis, die in ca. 5–15% oft erst im Anschluss an eine Parotitis auftritt, kann mit Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Nackensteifigkeit einhergehen. Die Zellzahl im Liquor beträgt meist unter 500/mm3 in Einzelfällen aber bis 2.000/mm3 Lymphozyten. Die Liquorglukose ist normal. Eine Meningoenzephalitis wird in bis zu 3% der Meningitiden beobachtet, verläuft oft sehr schwer und führt in ca. der Hälfte der Fälle zu permanenter Schwerhörigkeit.

Häufiger ist eine durch Schmerzen auffallende Pankreatitis, die durch erhöhte Serum-Amylase und -Lipase bestätigt werden kann.

Bei Infektion nach der Pubertät kann es in ca. 20% zur Orchitis und Epididymitis und folgender Infertilität kommen.

Diagnostische Voraussetzungen

Die Diagnose erfolgt klinisch aufgrund der typischen Symptome. Antigennachweis über PCR ist möglich, ist aber in der Regel nicht erforderlich. Geeignete Untersuchungsmaterialien sind Rachenabstrich, Speichel sowie Liquor bei Verdacht auf Meningitis. Antikörper können u.a. mit dem Hämagglutinationshemmtest, Immunfluoreszenz oder ELISA nachgewiesen werden. IgM-Antikörper persistieren nach einer Infektion bis zu maximal 3 Monate. Nach einer Mumps-Enzephalitis treten im Liquor nach 2–3 Wochen spezifische oligoklonale Antikörper auf.

Therapie

Die Therapie ist symptomatisch. Nur bei schwerer Mumpsenzephalitis wird der Einsatz von Kortikosteroiden diskutiert.

Prophylaxe

Gegen Mumps soll ab 11 Monaten aktiv mit dem Kombinationsimpfstoff MMR bzw. MMRV zweimal geimpft werden. Nach fehlender Zweitimpfung sind häufig Erkrankungen nach Exposition aufgetreten. Bei Exposition von nicht oder unzureichend geimpften Personen wird die Impfung bei innerhalb von 3 Tagen nach Exposition empfohlen. Die aktive Impfung kann lebenslang nachgeholt werden.
Eine passive Impfung mit Immunglobulinen gibt es nicht.

Literatur

Robert Koch-Institut

Robert Koch-Institut, Infektionskrankheiten von A-Z, Mumps, http://www.rki.de.

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie DGPI, 2009

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie DGPI DGPI-Handbuch, Infektionen bei Kindern und Jugendlichen 5. Auflage 2009 Thiemeverlag Stuttgart New York

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