© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-22107-1.50134-5

10.1016/B978-3-437-22107-1.50134-5

978-3-437-22107-1

Ösophagusringe und -membranen

U.R. Fölsch

S. Katsoulis

Kernaussagen

  • Ösophagusringe und -membranen sind kurzstreckige Verengungen der Speiseröhre. Leitsymptom ist die intermittierende Dysphagie.

  • Die Diagnose erfolgt bei Membranen ausschließlich radiologisch, bei Ringen ist auch der endoskopische Nachweis möglich.

  • Ösophagusmembranen (Webs) können normalerweise mit dem Endoskop durchstoßen werden, Ringe werden am besten mittels Bougierung behandelt.

Vorbemerkungen

Ringe und Membranen sind kurzstreckige Verengungen des Ösophagus ohne inflammatorische Veränderungen oder Kompression von außen.
  • Ringe sind im distalen Ösophagus lokalisiert,

  • Membranen finden sich im mittleren und oberen Ösophagus.

Im distalen Ösophagus kommen zwei Formen von Ringen vor.
  • Die mit Abstand größte Inzidenz weist der Schatzki-Ring auf, auch B-Ring genannt, der bei 10–15% der Patienten bei Routine-Gastroskopien angetroffen wird.

    Er ist eine dünne, annuläre Membran aus Mukosa mit submuköser Fibrosierung im Bereich des gastroösophagealen Überganges und fast immer mit einer Hiatushernie assoziiert. Histologisch betrachtet wird der Mukosaring oralwärts vom Plattenepithel des Ösophagus und auf der Magenseite durch Zylinderepithel ausgekleidet.

  • Im Gegensatz zum Schatzki-Ring ist der A-Ring ein kontraktiler Ring, der durch eine Verdickung der Muscularis propria verursacht wird. Er kommt selten vor, wird aber sicherlich auch häufig übersehen und ist etwa 2–5 cm oberhalb der Z-Linie lokalisiert.

Membranen, auch Webs genannt, sind irreguläre, asymmetrische, membranartige Einengungen des Ösophagus. Typischerweise gehen sie von der Vorderwand aus und sitzen am Unterrand des oberen Ösophagussphinkters.
Ätiologie
Ätiologie und Pathogenese der Ringe und Membranen des Ösophagus sind unbekannt, obwohl eine Reihe von Hypothesen vorgeschlagen worden ist, die aber bislang allesamt nicht ausreichend wissenschaftlich belegt sind.
Ringe werden meistens im mittleren Lebensalter diagnostiziert und sind deshalb wahrscheinlich keine angeborenen Fehlbildungen, sondern erworbene Veränderungen. Ein Zusammenhang zwischen gastroösophagealem Reflux und Schatzki-Ring wird diskutiert. Der Schatzki-Ring soll demnach eine dünne, peptische Striktur darstellen, die sich als Konsequenz eines gastroösophagealen Refluxes gebildet hat. Die in der Literatur vorliegenden Daten sind diesbezüglich kontrovers, sodass diese Hypothese bislang keine allgemeine Akzeptanz erlangt hat.
Membranen und Webs werden häufiger bei Frauen beobachtet, gelegentlich besteht ein Zusammenhang mit einer Eisenmangelanämie (Plummer-Vinson- oder Paterson-Kelly-Syndrom).
Symptome
Leitsymptom von Ösophagusringen und -membranen ist die intermittierende Dysphagie mit beschwerdefreien Intervallen, nicht selten kommt es zur akuten Bolusobstruktion (sog. Steakhouse-Syndrom).
Die Schluckbeschwerden treten im Allgemeinen auf, wenn der Durchmesser des Ösophaguslumens auf < 13 mm verengt ist.

Diagnostische Voraussetzungen

Membranen lassen sich am sichersten radiologisch diagnostizieren.
  • Sie sind am besten im seitlichen Strahlengang durch Kinematographie oder Videoösophagogramm darzustellen.

  • Bei der Endoskopie werden die proximal gelegenen, oft feinen Membranen übersehen oder bei der Passage mit dem Endoskop zerrissen.

Ringbildungen sind in der Vergangenheit hauptsächlich röntgenologisch festgestellt worden.
  • Bei sorgfältiger Untersuchung und Kenntnis des Krankheitsbildes ist die Endoskopie vermutlich vergleichbar sensitiv. Die Erfassungsrate der endoskopischen Diagnostik steigt mit abnehmendem Durchmesser des Schatzki-Ringes und zunehmendem Endoskopdurchmesser.

Therapie

Bei symptomatischen Ring- und Membranbildungen ist eine endoskopische Therapie indiziert mit dem Ziel der Zerstörung der anomalen Struktur.
Membranen und Webs können mit dem Endoskop in der Regel problemlos durchstoßen werden.
  • Sollte die Passage mit dem Endoskop nicht gelingen, kann, analog zu den Ringbildungen, eine Bougierung vorgenommen werden.

Die Bougierung ist nach Literaturangaben die am häufigsten verwendete Methode bei den Ringbildungen. Wir bevorzugen ein einmaliges Passieren eines Savary-Bougies von 18 mm Durchmesser über einen Führungsdraht für die Sprengung eines Ringes oder einer Membran gegenüber einer graduellen Dilatation mit steigendem Bougiedurchmesser. Alternative Behandlungsmethoden sind
  • die pneumatische Dilatation,

  • die mehrfache Inzision mit dem Nadelmesser oder dem Laser und

  • die partielle oder vollständige Abtragung mit der Biopsiezange.

Beim muskulären Typ-A-Ring ist auch die Botulinumtoxin-Injektion im Bereich der Ringbildung als erfolgreich beschrieben worden.
Im Allgemeinen ist bei allen Therapiestrategien mit einer hohen Erfolgsquote zu rechnen.
Ein Problem stellen die nicht selten auftretenden Rezidive dar, insbesondere beim Schatzki-Ring, die eine repetitive endoskopische Therapie erfordern.

Literatur

AGA technical review, 1999

AGA technical review on treatment of patients with dysphagia caused by benign disorders of the distal esophagus Gastroenterology 117 1999 233

Chottiprasidhi and Minocha, 2000

P Chottiprasidhi A Minocha Effectiveness of single dilation with Maloney dilator versus endoscopic rupture of Schatzki ring using biopsy forceps Dig Dis Sci 45 2000 281

DeVault, 1996

K.R. DeVault Lower esophageal (Schatzki's) ring: pathogenesis, diagnosis and therapy Dig Dis 14 1996 323

Eckardt et al., 1992

V.F. Eckardt G Kanzler D Willems Single dilation of symptomatic Schatzki rings Dig Dis Sci 37 1992 577

Hirano et al., 2000

I Hirano J. Gilliam R.K. Goyal Clinical and manometric features of the lower esophageal muscular ring Am J Gastroenterol 95 2000 43

Scolapio et al., 1999

J.S. Scolapio T.M. Pasha C.J. Gostout A randomized prospective study comparing rigid balloon dilators for benign esophageal strictures and rings Gastrointest Endosc 50 1999 13

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen