© 2021 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-22453-9.00029-6

10.1016/B978-3-437-22453-9.00029-6

978-3-437-22453-9

AO-Frakturklassifikation: Kodierung der Körperregion und Höhenlokalisation

[L190]

[L190]

[L190]

[L190]

[L190]

[L190]

[L190]

[L190]

[L190]

[L190]

[L190]

[L190]

[L190]

[L190]

AO-Frakturklassifikation des Handskeletts: Kodierung der Lokalisation

[L190]

Kodierung der Morphologie der Röhrenknochenfrakturen

[L190]

AO-Frakturklassifikation des Handskeletts: Kodierung der Morphologie der Karpalknochenfrakturen (illustriert am Skaphoid, gilt für alle Karpalia)

[L190]

Diagnosekodierung bei der AO-Klassifikation

Tab. 29.1
Lokalisation Morphologie
Knochen Segment Gruppe
Frakturtyp
Unterteilung Untergruppe
1 = Humerus 1 = Proximal A 1. 2. 3. 1 2 3
2 = Radius/Ulna 2 = Diaphyse B 1. 2. 3. 2 2 3
3 = Femur 3 = Distal C 1. 2. 3. 3 2 3
4 = Tibia/Fibula 4 = Malleolen

Beispiel: Transsyndesmale Fraktur des lateralen Malleolus mit medialer Zusatzläsion und Volkmann-Fragment: Kodierung 44B3 (aus Platzgründen ist in diesem Kap. die Kodierung der Untergruppen nicht aufgeführt. Eine Beschreibung der Untergruppen findet sich z.B. in M.E. Müller et al. [1992]. Eine Faltbroschüre mit Abb. der Frakturtypen u. deren Unterteilung kann bei der Firma SYNTHES GmbH, Im Kirchenhürstle 4–6, 79224 Freiburg-Umkirch, Tel.: 07665/5 03 14 angefordert werden).

AO-Klassifikation der Frakturen langer Röhrenknochen

Axel Pommer

  • 29.1

    Allgemeines774

    • 29.1.1

      Aufbau der Frakturklassifikation und Vorgehen bei der Kodierung774

    • 29.1.2

      Definitionen, Konventionen775

  • 29.2

    Humerus (1)776

    • 29.2.1

      Proximal (11-)776

    • 29.2.2

      Diaphyse (12-)777

    • 29.2.3

      Distaler Humerus (13-)778

  • 29.3

    Radius/Ulna (2)779

    • 29.3.1

      Proximal (21-)779

    • 29.3.2

      Diaphyse (22-)780

    • 29.3.3

      Distal (23-)781

  • 29.4

    Femur (3)782

    • 29.4.1

      Proximal (31-)782

    • 29.4.2

      Diaphyse (32-)783

    • 29.4.3

      Distal (33-)784

  • 29.5

    Tibia/Fibula (4)785

    • 29.5.1

      Proximal (41-)785

    • 29.5.2

      Diaphyse (42-)786

    • 29.5.3

      Distal (43-)787

    • 29.5.4

      Malleolen (44-)788

  • 29.6

    Handskelett (7)789

Allgemeines

„Eine Klassifikation ist nur nützlich, wenn sie sich auf den Schweregrad der Fraktur bezieht und als Grundlage sowohl für die Behandlung als auch für die Beurteilung der damit erreichten Resultate dient.“

M. E. MüllerFrakturen:Klassifikation

Aufbau der Frakturklassifikation und Vorgehen bei der Kodierung

Ziel der AO-Klassifikation:FrakturFrakturklassifikation ist eine Einteilung aller Frakturen nach einem einheitlichen Prinzip. Die Kodierung der Diagnose erfolgt in Lokalisation und Morphologie nach einem festgelegten Schlüsselsystem, z. B. 41–A1.2 (Tab. 29.1). Für die langen Röhrenknochen genügen zur Beschreibung der Lokalisation 2 Stellen; im Bereich der Hand sind hierfür 4 Stellen vorgesehen (29.6 Handskelett). Mehretagenfrakturen werden doppelt kodiert.
Lange Röhrenknochen
  • Lokalisation (1. und 2. Stelle):

    • 1. Stelle: Kodierung der Körperregion, z. B. 1 für Oberarm, 2 für Unterarm, 3 für Oberschenkel (Abb. 29.1).

    • 2. Stelle: Angabe der Höhenlokalisation, z. B. 1 für proximale Fraktur, 2 für Fraktur im mittleren Drittel und 3 für distal gelegene Fraktur.

  • Morphologie (3. bis 5. Stelle): Mit steigender Bezifferung wird die Komplexität einer Fraktur nach Schweregrad, Schwierigkeit der Behandlung und Prognose beschrieben. Eine A1-Fraktur stellt die einfachere (z. B. Tuberculum-majus-Abriss) und eine C3-Fraktur die komplexere dar (z. B. Schultergelenk-Luxationsfraktur).

    • 3. Stelle: Unterteilung der Frakturen in die Typen A bis C.

    • 4. Stelle: Weitere Unterteilung entsprechend den Ziffern 1, 2 oder 3 nach zunehmendem Schweregrad. 3. und 4. Stelle ergeben die Gruppe der Fraktur.

    • 5. Stelle: Unterteilung der Gruppen in Untergruppen 1, 2, oder 3. Die Untergruppen werden von der 4. Stelle durch einen Punkt abgesetzt.

Definitionen, Konventionen

  • Einfache Fraktur: Eine Frakturen:Definitionenvollständige Kontinuitätsunterbrechung (spiralförmig, schräg, quer).

  • Mehrfragmentäre Fraktur: Ein oder mehrere Zwischensegmente (Keil- und komplexe Frakturen).

  • Keilfraktur (meta- oder diaphysäre Fraktur): Hauptfragmente kommen bei Reposition in direkten Kontakt. Dreh- oder Biegungskeil kann intakt oder fragmentiert sein.

  • Komplexe Fraktur (meta- oder diaphysäre Fraktur) mit einem oder mehreren Zwischenelementen: Hauptfragmente kommen bei Reposition nicht in Kontakt zueinander.

  • Diaphysäre Fraktur mit disloziertem artikulärem Bruchstück gilt als artikuläre Fraktur, wogegen bei nicht disloziertem artikulärem Fragment von einer dia- oder metaphysären Fraktur gesprochen wird.

  • Partielle Gelenkfraktur: Nur ein Teil der Diaphyse gebrochen, anderer Teil bleibt mit Metaphyse in Verbindung. Formen: Reine Spaltung, reine Impression, Impression mit Spaltung (Fragmente meist disloziert).

  • Vollständige Gelenkfraktur: Gelenkfragmente völlig von Diaphyse gelöst (Ein- oder Mehrfragmentbruch). Schweregrad neben Frakturform abhängig von artikulärer Komponente.

Humerus (1)

Proximal (11-) ( Abb. 29.2)

Diaphyse (12-) ( Abb. 29.3)

Distaler Humerus (13-) ( Abb. 29.4)

Radius/Ulna (2)

Proximal (21-) ( Abb. 29.5)

Diaphyse (22-) ( Abb. 29.6)

Distal (23-) ( Abb. 29.7)

Femur (3)

Proximal (31-) ( Abb. 29.8)

Diaphyse (32-) ( Abb. 29.9)

Distal (33-) ( Abb. 29.10)

Tibia/Fibula (4)

Proximal (41-) ( Abb. 29.11)

Diaphyse (42-) ( Abb. 29.12)

Distal (43-) ( Abb. 29.13)

Malleolen (44-) ( Abb. 29.14)

Handskelett (7)

  • Lokalisation (1. bis 4. Stelle):

    • 1. Stelle: Bereich des Hand:FrakturklassifikationHandskeletts; immer Nr. 7 (Abb. 29.15).

    • 2. Stelle: 1 = Daumen, 2 = Zeigefinger etc. (DI-DV). 6 = proximale Karpalreihe, 7 = distale Karpalreihe.

    • 3. Stelle: Knochensegment innerhalb der Knochenreihe, z. B. 1 = Mittelhandknochen, 2 = Grundphalanx und 3 = Endphalanx; die Handwurzelknochen werden in der proximalen und distalen Reihe jeweils von radial nach ulnar von 1 bis 4 bezeichnet.

    • 4. Stelle: Lokalisation der Fraktur innerhalb eines Knochens, wobei 1 die proximale, 2 die mediale und 3 die distale Fraktur bezeichnet (Abb. 29.16).

  • Morphologie: Mit den Typen A–C und Untergruppen 1–3 werden die einfachen bis multifragmentären Frakturen beschrieben (Abb. 29.16, Abb. 29.17).

Das Kapitel beruht auf der Darstellung der AO-Klassifikation in: M. E. Müller, M. Allgöwer, R. Schneider und H. Willenegger: Manual der Osteosynthese. AO-Technik. Springer, Berlin, 1992. Mit freundlicher Genehmigung des Springer-Verlags.
Die Beschreibung der Handskelettfrakturen wurde modifiziert nach folgender Publikation: Petracic B, Siebert H: Klassifikation der Handskelettfrakturen nach Prinzipien der AO. Akt. Traumatol. 25 (1995): 163–166. Die in dieser Publikation vorgestellte Klassifikation der Handskelettfrakturen wird von mehreren handchirurgischen Zentren und dem AO-Institut für Dokumentation in Bern empfohlen.

Literatur

De Boeck, 1994

H. De Boeck Classification of hip fractures Acta-Orthop-Belg 60 Suppl 1 1994 106 109

Kuner, 1992

E.H. Kuner Die Frakturen des proximalen Humerus. Einteilung und Behandlungsprinzipien Z-Unfallchir-Versicherungsmed 85 1992 156 162

Lichtenhahn and Fernandez, 1992

P. Lichtenhahn D.L. Fernandez J. Schatzker Analyse zur „Anwenderfreundlichkeit“ der AO-Klassifikation fur Frakturen Helv-Chir-Acta 58 1992 919 924

Müller et al., 1992

M.E. Müller M. Allgöwer R. Schneider H. Willenegger Manual der Osteosynthese 1992 AO-Technik. Springer Berlin

Newey and Ricketts, 1993

M.L. Newey D. Ricketts L. Roberts The AO classification of long bone fractures: an early study of its use in clinical practice Injury 24 1993 309 312

Petracic, 1995

B. Petracic H. Siebert Klassifikation der Handskelettfrakturen nach Prinzipien der AO Akt.-Traumatol 25 1995 163 166

Schutz, 1993

M. Schutz M Buhler Klassifikation der proximalen Femurfrakturen Helv-Chir-Acta 59 1993 947 954

Speck, 1994

M. Speck P Regazzoni Klassifikation der Patellafrakturen Z-Unfallchir-Versicherungsmed 87 1994 27 30

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen