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B978-3-437-22474-4.00025-0

10.1016/B978-3-437-22474-4.00025-0

978-3-437-22474-4

AO-Frakturklassifikation: Kodierung der Körperregion und Höhenlokalisation

[L190]

AO-Frakturklassifikation des Handskeletts: Kodierung der Lokalisation

[L190]

Kodierung der Morphologie der Röhrenknochenfrakturen

[L190]

AO-Frakturklassifikation des Handskeletts: Kodierung der Morphologie der Karpalknochenfrakturen (illustriert am Skaphoid, gilt für alle Karpalia)

[L190]

Diagnosekodierung bei der AO-Klassifikation

Tab. 25.1
Lokalisation Morphologie
Knochen Segment Gruppe Frakturtyp Unterteilung Untergruppe
1 = Humerus 1 = proximal A 1. 2. 3. 1 2 3
2 = Radius/Ulna 2 = Diaphyse B 1. 2. 3. 2 2 3
3 = Femur 3 = distal C 1. 2. 3. 3 2 3
4 = Tibia/Fibula 4 = Malleolen

AO-Klassifikation der Frakturen langer Röhrenknochen

Steffen Breusch

Hans Mau

  • 25.1

    Allgemeines868

    • 25.1.1

      Aufbau der Frakturklassifikation und Vorgehen bei der Kodierung868

    • 25.1.2

      Definitionen, Konventionen869

  • 25.2

    Humerus (1)870

    • 25.2.1

      Proximal (11-)870

    • 25.2.2

      Diaphyse (12-)871

    • 25.2.3

      Distaler Humerus (13-)872

  • 25.3

    Radius, Ulna (2)873

    • 25.3.1

      Proximal (21-)873

    • 25.3.2

      Diaphyse (22-)874

    • 25.3.3

      Distal (23-)875

  • 25.4

    Femur (3)876

    • 25.4.1

      Proximal (31-)876

    • 25.4.2

      Diaphyse (32-)877

    • 25.4.3

      Distal (33-)878

  • 25.5

    Tibia, Fibula (4)879

    • 25.5.1

      Proximal (41-)879

    • 25.5.2

      Diaphyse (42-)880

    • 25.5.3

      Distal (43-)881

    • 25.5.4

      Malleolen (44-)882

  • 25.6

    Handskelett883

Allgemeines

Aufbau der Frakturklassifikation und Vorgehen bei der Kodierung

„Eine Klassifikation ist nur nützlich, wenn sie sich auf den Schweregrad der Fraktur bezieht und als Grundlage sowohl für die Behandlung als auch für die Beurteilung der damit erreichten Resultate dient.“

M. E. Müller

Ziel der AO-KlassifikationAO-Fraktur:AO-KlassifikationFrakturklassifikation ist eine Einteilung aller Frakturen nach einem einheitlichen Prinzip. Die Kodierung der Diagnose erfolgt in Lokalisation und Morphologie nach einem festgelegten Schlüsselsystem, z. B. 41–A1.2 (Tab. 25.1). Für die langen Röhrenknochen genügen zur Beschreibung der Lokalisation 2 Stellen; im Bereich der Hand sind hierfür 4 Stellen vorgesehen (25.6 Handskelett). Mehretagenfrakturen werden doppelt kodiert.
Lange Röhrenknochen
Lokalisation (1. und 2. Stelle)
  • 1. Stelle: Kodierung der Fraktur:Röhrenknochen, AO-KlassifikationKörperregion, z. B. 1 für Oberarm, 2 für Unterarm, 3 für Oberschenkel (Tab. 25.1, Abb. 25.1).

  • 2. Stelle: Angabe der Höhenlokalisation, z. B. 1 für proximale Fraktur, 2 für Fraktur im mittleren Drittel und 3 für distal gelegene Fraktur.

Morphologie (3. bis 5. Stelle)
Mit steigender Bezifferung wird die Komplexität einer Fraktur nach Schweregrad, Schwierigkeit der Behandlung und Progn. beschrieben. Eine A1-Fraktur stellt die einfachere (z. B. Tuberculum-majus-Abriss) und eine C3-Fraktur die komplexere dar (z. B. Schultergelenk-Luxationsfraktur).
  • 3. Stelle: Unterteilung der Frakturen in die Typen A bis C.

  • 4. Stelle: Weitere Unterteilung entsprechend den Ziffern 1, 2 oder 3 nach zunehmendem Schweregrad. 3. und 4. Stelle ergeben die Gruppe der Fraktur.

  • 5. Stelle: Unterteilung der Gruppen in Untergruppen 1, 2, oder 3. Die Untergruppen werden von der 4. Stelle durch einen Punkt abgesetzt.

Beispiel: Transsyndesmale Fraktur des lateralen Malleolus mit medialer Zusatzläsion und Volkmann-Fragment: Kodierung 44B3. (Aus Platzgründen ist in diesem Kapitel die Kodierung der Untergruppen nicht aufgeführt. Eine Beschreibung der Untergruppen findet sich z. B. in dem erwähnten Buch von Müller et al. [1992]. Eine Faltbroschüre mit Abbildungen der Frakturtypen und deren Unterteilung kann bei der Firma SYNTHES GmbH, Im Kirchenhürstle 4–6, 79224 Freiburg-Umkirch, Tel.: 07665/503–14 angefordert werden.)

Definitionen, Konventionen

  • Einfache Fraktur: Fraktur:einfacheEine vollständige Kontinuitätsunterbrechung (spiralförmig, schräg, quer).

  • Mehrfragmentäre Fraktur: Fraktur:mehrfragmentäreEin oder mehrere Zwischensegmente (Keil- und komplexe Frakturen).

  • Keilfraktur (meta- oder diaphysäre Fraktur):Keilfraktur Hauptfragmente kommen bei Reposition in direkten Kontakt. Dreh- oder Biegungskeil kann intakt oder fragmentiert sein.

  • Komplexe Fraktur (meta- oder diaphysäre Fraktur)Fraktur:komplexe mit einem oder mehreren Zwischenelementen: Hauptfragmente kommen bei Reposition nicht in Kontakt zueinander.

  • Diaphysäre Fraktur Fraktur:diaphysäremit disloziertem artikulärem Bruchstück gilt als artikuläre Fraktur, wogegen bei nichtdisloziertem artikulärem Fragment von einer dia- oder metaphysären Fraktur gesprochen wird.

  • Partielle Gelenkfraktur: Gelenkfraktur:partielleNur ein Teil der Diaphyse gebrochen, anderer Teil bleibt mit Metaphyse in Verbindung. Formen: Reine Spaltung, reine Impression, Impression mit Spaltung (Fragmente meist disloziert).

  • Vollständige Gelenkfraktur: Gelenkfraktur:vollständigeGelenkfragmente völlig von Diaphyse gelöst (Ein- oder Mehrfragmentbruch). Schweregrad neben Frakturform abhängig von artikulärer Komponente.

Humerus (1)

Proximal (11-)

[L190]

Diaphyse (12-)

[L190]

Distaler Humerus (13-)

[L190]

Radius, Ulna (2)

Proximal (21-)

[L190]

Diaphyse (22-)

[L190]

Distal (23-)

[L190]

Femur (3)

Proximal (31-)

[L190]

Diaphyse (32-)

[L190]

Distal (33-)

[L190]

Tibia, Fibula (4)

Proximal (41-)

[L190]

Diaphyse (42-)

[L190]

Humerus:Fraktur AO-Klassifikation AO-Klassifikaton:Humerus Ulna:Fraktur AO-Klassifikation Radius:Fraktur AO-Klassifikation AO-Klassifikation:Ulna AO-Klassifikation:Radius Femur: Fraktur AO-Klassifikation AO-Klassifikation:Femur Tibia:Fraktur AO-Klassifikation Fibula:Fraktur AO-Klassifikation AO-Klassifikation:Tibia AO-Klassifikation:Fibula

Distal (43-)

[L190]

Malleolen (44-)

[L190]

Handskelett

Lokalisation (1. bis 4. Stelle)
  • 1. Stelle: Bereich des Handskeletts; immer Nr. 7 (Abb. 25.1).Handskelett:Fraktur AO-KlassifikationAO-Klassifikation:Handskelett

  • 2. Stelle: 1 = Daumen, 2 = Zeigefinger, etc. (DI–DV). 6 = proximale Karpalreihe, 7 = distale Karpalreihe.

  • 3. Stelle: Knochensegment innerhalb der Knochenreihe, z. B. 1 = Mittelhandknochen, 2 = Grundphalanx und 3 = Endphalanx. Die Handwurzelknochen werden in der proximalen und distalen Reihe jeweils von radial nach ulnar von 1 bis 4 bezeichnet.

  • 4. Stelle: Lokalisation der Fraktur innerhalb eines Knochens, wobei 1 die proximale, 2 die im mittleren Abschnitt gelegene und 3 die distale Fraktur bezeichnet (Abb. 25.15).

Morphologie
Mit den Typen A bis C und Untergruppen 1 bis 3 werden die einfachen bis multifragmentären Frakturen beschrieben (Abb. 25.16, Abb. 25.17).
Das Kapitel beruht auf der Darstellung der AO-Klassifikation in: Müller ME, Allgöwer M, Schneider R und Willenegger H. Manual der Osteosynthese. AO-Technik. Berlin: Springer, 1992. Mit freundlicher Genehmigung des Springer-Verlags.
Die Beschreibung der Handskelettfrakturen wurde modifiziert nach folgender Publikation: Petracic B, Siebert H. Klassifikation der Handskelettfrakturen nach Prinzipien der AO. Akt Traumatol 25;1995:163–166. Die in dieser Publikation vorgestellte Klassifikation der Handskelettfrakturen wird von mehreren handchirurgischen Zentren und dem AO-Institut für Dokumentation in Bern empfohlen.

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