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B978-3-437-23752-2.00027-4

10.1016/B978-3-437-23752-2.00027-4

978-3-437-23752-2

Überwachungsschema bei Neugeborenen diabetischer Mütter

[nach DGG 2010] [L157]

Nomogramm mit altersbezogenen Serumbilirubinkonzentrationen bei reifen Neugeborenen zur Risikoabschätzung für das Auftreten einer behandlungsbedürftigen Hyperbilirubinämie

[nach Bhutani, Johnson und Sivieri 1999] [L157]

Petrussa-Petrussa-IndexIndex

Tab. 27.1
Parameter Punkte
0 1 2
Haut Hellrot, dünn, verletzlich Rosig, fester Fest, Falten, Hautabschilferungen
Mamillen Wenig Drüsengewebe Drüsengewebe, Mamille erkennbar Drüsengewebe über Hautniveau
Ohr Weich, kein Knorpel Knorpel in Tragus und Antitragus Helixknorpel, Rückstellphänomen
Fußsohle Falten nur im vorderen Drittel Falten im vorderen und mittleren Drittel Falten an der gesamten Fußsohle
Genitale Tests inguinal
Labia major < minora
Tests inguinal
Labia major = minora
Tests deszendiert
Labia major > minora

Apgar-Apgar-ScoreScore

Tab. 27.2
Punkte 0 1 2
Herzfrequenz 0 < 100/Min. > 100/Min.
Atemanstrengung Keine Unregelmäßig Schreit
Muskeltonus Schlaff Beugt Arme und Beine Bewegt spontan
Reflex auf Absaugen Keine Grimassiert Niest, hustet
Hautfarbe Blass, blau Akrozyanose Rosig

CRIB-CRIB-ScoreCRIB-ScoreScore (Clinical Risk Index for Babies)

Tab. 27.3
Parameter Punkte
Geburtsgewicht > 1.350 g 0
851–1.350 g 1
701–850 g 4
< 700 g 7
Gestationsalter > 24 SSW 0
< 24 SSW 1
Minimaler BE (< 12. Lebensstunde) > −7 0
−7 bis −9,9 1
−10 bis −14,9 2
< −15 3
Minimaler FiO2 (< 12. Lebensstunde) < 0,4 0
0,41–0,60 2
0,61–0,90 3
> 0,9 4
Maximaler FiO2 (< 12. Lebensstunde) < 0,4 0
0,41–0,80 1
0,81–0,90 3
> 0,9 5
Angeborene Fehlbildungen Keine 0
Nicht lebensbedrohlich 1
Akut lebensbedrohlich 3

Wichtige Medikamente im Kreißsaal

Tab. 27.4
Medikament Dosierung i.v. Applikation
Glukose 10% 3 ml/kg KG/h Dauerinfusion
Physiologisches NaCl 0,9% 10 ml/kg KG Bolus
Naloxon (Narcanti®) 0,1 mg/kg KG Bolus (kurze HWZ!)
Adrenalin (Suprarenin®) 1 : 10.000 0,1 ml/kg KG/ED Bolus (nach Wirksamkeit steigern)

Finnegan-Finnigan-ScoreScore

Tab. 27.5
Punkte 1 2 3 4 5
Schreien Häufig, schrill Immer schrill
Postprandiale Schlafphase < 3 h < 2 h < 1 h
Tremor in Ruhe Leicht Mäßig
Tremor nach Störung Leicht Mäßig
Muskeltonus erhöht Leicht Deutlich
Myokloni Ja
Moro-Reflex Stark Extrem
Krampfanfälle Ja
Schwitzen Ja
Fieber (°C) < 38,3 > 38,3
Gähnen Ja
Atemfrequenz > 60/Min. Dyspnoe
Marmorierte Haut Ja
Niesen Ja
Verstopfte Nase Ja
Hautabschürfungen Ja
Trinkschwäche Ja
Stühle Dünn Wässrig
Übermäßiges Saugen Ja
Erbrechen Regurgitation Im Schwall

Peripartale Chemoprophylaxe zur Vermeidung der Neugeborenensepsis durch Streptokokken der Gruppe B [nach GNPI 2008]Chemoprophylaxe, peripartale

Tab. 27.6
Klinische Situation Empfehlung
Risikofaktoren bekannt:
  • Z. n. Geburt eines Kindes mit GBS-Infektion

  • GBS-Bakteriurie während dieser Schwangerschaft

  • Drohende Frühgeburt ≤ 37 SSW

  • Dauer des Blasensprunges ≥ 18 h

Intrapartale Prophylaxe:
  • Penicillin G i. v. 1 × 5 Mio. E, anschließend 2,5 Mio. E. alle 4 h bis zur Entbindung

  • Alternativ: Ampicillin i. v. 1 × 2 g anschließend 1 g alle 4 h

  • Clindamycin bei Penicillinallergie

Keine Risikofaktoren erkennbar: GBS-Screening positiv zwischen der 35. und 37. SSW durch Abstriche von Anorektum und Introitus vaginae Intrapartale Chemoprophylaxe empfehlen (s. o.)
GBS negativ Keine Prophylaxe
GBS unbekannt Überwachung des Kindes und peripartale Antibiotikagabe umstritten

Diagnostisches Vorgehen bei Icterus neonatorum

[nach DGNPI 2015]

Tab. 27.7
Klinische Situation Diagnostisches Vorgehen
Ikterus in den ersten 24 h Blutige Messung (GSB), ggf. weitere Abklärung (Gesamtblutbild mit Retikulozyten, Blutgruppe, Rhesusfaktor, Coombs-Test)
Ikterus nach der 24.
Lebensstunde
Bestimmung des TcB, Beurteilung des Wertes im lebensalterbezogenen Nomogramm
TcB/GSB über Phototherapiegrenze GSB, direkter Coombs-Test (falls noch nicht erfolgt), ggf. Gesamtblutbild mit Retikulozyten, kindliche Blutgruppe1
TcB > 95. Perzentil (Zone IV) oder < 2mg/dl unter Phototherapiegrenze GSB, direkter Coombs-Test (falls noch nicht erfolgt), Wiederholung nach 12–24 h2
TcB 75.–90. Perzentil (Zone III) Wiederholung der Messung nach 24–48 h
TcB 40.–75. Perzentil (Zone II) Kontrolltermin nach 48–72 h2 Ab einem Alter von 5 Tagen und bei spontanem Rückgang des Ikterus kann i. d. R. auf weitere Kontrollen verzichtet werden
TcB < 40. Perzentil (Zone I) Klinische Kontrolle nach 72–96 h2

GSB: Gesamtserumbilirubin (kein Abzug von direktem Bilirubin). TcB: transkutanes Bilirubin.

1

In unkomplizierten Fällen ist die Bestimmung von Infektionsparametern und des direkten Bilirubins zunächst verzichtbar. Bei Herkunft mind. eines Elternteils aus früherem Malariaendemiegebiet ist die Bestimmung der G6PD-Aktivität zu erwägen (südlicher und südöstlicher Mittelmeerraum, Afrika, Mittlerer und Ferner Osten).

2

Bei Neugeborenen mit einem Gestationsalter < 38 Wo. oder solchen mit positivem/unbekanntem Coombs-Test oder G6PD-Mangel gelten jeweils die kürzeren Intervalle.

Therapiebedürftige Bilirubinkonzentration bei reifen Neugeborenen ohne Risiken (Gestationsalter ≥ 38+0)

[nach GNPI 2012]

Tab. 27.8
Gesamtbilirubin in μmol/l (mg/dl)
Alter [h] Phototherapie Phototherapie 4–6 h, dann Austauschtransfusion Austauschtransfusion
≤ 24∗∗ ≥ 235 (12)
Nabelschnurbilirubin > 118 (6)
25–48 ≥ 270 (16) ≥ 340 (20) ≥ 430 (25)
49–72 ≥ 310 (18) ≥ 430 (25) ≥ 510 (30)
≥ 72 ≥ 340 (20) ≥ 430 (25) ≥ 510 (30)
Gestationalter < 38 Wo (mg/dl) = aktuelles
Gestationsalter (Wo.) – 20

Pos. Coombs-Test: Grenze jeweils um 35 μmol/l (2 mg/dl) absenken.

Geräte mit geringer Effektivität (fiberoptische Geräte): Grenze jeweils um 35 μmol/l (2 mg/dl) absenken

Austauschtransfusion, wenn Bilirubin unter intensivierter Phototherapie nicht um 20–30 μmol/l (1–2 mg/dl) abgefallen ist. Die Behandlung von Neugeborenen in dieser Kategorie sollte Kinderkliniken vorbehalten bleiben.

∗∗

Reife Neugeborene mit klinischem Ikterus ≥ 24 h bedürfen der weiteren pädiatrischen Abklärung, in der Regel in einer Kinderklinik.

Betreuung des Neugeborenen

Orsolya Genzel-Boroviczény

  • 27.1

    Erstversorgung des Neugeborenen946

    • 27.1.1

      Grundlagen und Definitionen946

    • 27.1.2

      Reanimation948

  • 27.2

    Krankes Neugeborenes951

    • 27.2.1

      Postnatale physiologische Adaptation951

    • 27.2.2

      Postnatale pathophysiologische Adaptation951

    • 27.2.3

      Mekoniumhaltiges Fruchtwasser und Mekonium-Aspirations-Syndrom952

    • 27.2.4

      Geburtstraumata953

    • 27.2.5

      Entzugssyndrom bei Neugeborenen954

    • 27.2.6

      Kinder diabetischer Mütter956

    • 27.2.7

      Infektionen des Neugeborenen957

    • 27.2.8

      Neugeborenensepsis durch B-Streptokokken958

    • 27.2.9

      Icterus neonatorum959

Erstversorgung des Neugeborenen

Grundlagen und Definitionen

Die Erstversorgung des Neugeborenen gehört zur peripartalen, geburtshilflichen Betreuung von Mutter und Kind. Postnatale kindliche Adaptationsstörungen müssen erkannt und einer suffizienten und raschen Therapie zugeführt werden. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Hebammen, Geburtshelfern und Kinderärzten ist in diesem Zusammenhang obligat.

Perinatologische Definitionen
  • Lebendgeburt: Herzschlag, Nabelschnurpulsion Lebendgeburtoder Atembewegung des Kindes gelten als Lebenszeichen. Alle Lebendgeborenen werden im Geburtenbuch eingetragen und dem Standesamt gemeldet.

  • Totgeburt: Kein Lebenszeichen. Geburtsgewicht > 500 g. TotgeburtDie Kinder werden dem Standesamt gemeldet.

  • Fehlgeburt: Kein Lebenszeichen. Geburtsgewicht < 500 g unabhängig vom Gestationsalter

  • Gestationsalter:

    • Neugeborene < 37 + 0 SSW: frühgeborene Kinder

    • FehlgeburtNeugeborene > 37 + 0 SSW und < 42 + 0 SSW: reifgeborene Kinder

    • Neugeborene > 42 + 0 SSW: übertragene Kinder

  • Geburtsgewicht:

    • Untergewicht für das Small for gestational ageGeburtsgewichtGestationsalter (SGA): Geburtsgewicht < 10. Perzentil der populationsspezifischen intrauterinen Wachstumskurve

    • Übergewicht für das Gestationsalter (LGA): Geburtsgewicht > 90. Large for gestational agePerzentil der populationsspezifischen intrauterinen Wachstumskurve.

Neugeborenen-ScoresEntsprechend dem Neugeborene:ScoresGestationsalter und der postnatalen Adaptation des Kindes werden verschiedene Scores benutzt, die den Zustand des Kindes nach der Geburt beschreiben.
  • Petrussa-Index: einfache körperliche Petrussa-IndexReifezeichenbestimmung für Neugeborene > 30 SSW. Ergebnis (30 + erzielte Punkte) beschreibt das Gestationsalter (Tab. 27.1).

  • Apgar-Score: postnatale Vitalitätsbeurteilung, Apgar-Scoredie für Reifgeborene entwickelt wurde. Summe der Einzelpunkte in 1., 5. und 10. Lebensminute wird erhoben(Tab. 27.2). Cave: Nur ein persistierender niedriger Wert korreliert schwach mit dem neurologischen Outcome.

  • CRIB-Score (Clinical Risk Index for Babies): dient zur Risikoabschätzung bei postnataler CRIB-ScoreAdaptationsstörung. Voraussetzungen sind ein Geburtsgewicht < 1.500 g, ein Gestationsalter < 30 SSW und das Fehlen von letalen Fehlbildungen. Ergebnis: Summe der Einzelpunkte (Tab. 27.3). Eine Summe > 10 Punkte bezeichnet ein Risikoneugeborenes. Der CRIB-Score ist wichtig für Vergleiche von Kollektiven.

Vorgehen bei gesundem Reifgeborenem

  • Abnabeln: bei vaginaler Entbindung ReifgeboreneNeugeborene:gesunde ReifgeboreneAbklemmen nach 1–1,5 Min. [GNIP 2012] ohne Ausstreichen, nach primärer Sectio Abklemmen nach Ausstreichen der Nabelschnur zum Kind

  • Absaugen nur bei Atemwegsobstruktion, Polyhydramnion (Magen sondieren z. A. Ösophagusatresie). Cave: Durch Vagusreizung können Bradykardien und Apnoe auftreten.

  • Abtrocknen/Stimulieren: Wärmeverluste vermeiden, Atmung stimulieren

  • Bonding: Kind den Eltern geben, Anlegen

  • Blutgasanalyse aus Nabelgefäßen: arterielle Blutprobe vor Lösung der Plazenta obligat, möglichst auch venöses Blut

  • Apgar-Wert (Tab. 27.2)

  • Erstuntersuchung (U1):

    • Körperlicher Untersuchungsstatus des Neugeborenen

    • Beschreibung von Geburtstraumen und Fehlbildungen

    • Feststellung von Anpassungsstörungen (respiratorisch, hämodynamisch)

  • Vitamin-K-Prophylaxe: 2 mg p. o. (U1, U2, U3)

  • Credé-Prophylaxe mit Silbernitrat: nicht obligat (Gonorrhö selten, gegen Chlamydien nur bedingt wirksam).

Reanimation

VorbereitungReanimation:neonatale Neugeborene:krankes Neugeborenes[Richman und Wyllie 2010]
  • Geräte und Materialien regelmäßig überprüfen.

  • Informationen über den aktuellen Geburtsverlauf und die Schwangerschaft sollten vorliegen.

  • Es ist für die Einschätzung der Situation wesentlich zu wissen, wie viele Minuten seit der Geburt vergangen sind.

Wärme und Stimulation
  • Wärmeverlust: Neugeborene sind Neugeborene:Wärmeverlustdurch die große Körperoberfläche besonders hypothermiegefährdet. Eine postnatale Hypothermie kann katastrophale Folgen haben. Das Absinken der Körpertemperatur um 1 °C bewirkt eine Verdreifachung des Sauerstoffbedarfes und eine Verschiebung der Sauerstoffdissoziationskurve nach links. Vorbeugung:

    • Konvektion: „Tür zu“, kein Zug, Kind abdecken

    • Evaporation: abtrocknen und abdecken, Frühgeborene < 28 Wo. immer mit Folie abdecken, aber keine Alu- oder Goldfolie verwenden, wenn externe Wärmequelle vorhanden ist, da die Folie dann auch vor dieser Wärme isoliert und Früh- bzw. Neugeborene selbst nicht ausreichend Wärme produzieren können.

    • Konduktion: Kinder nach dem Abtrocknen in neues (trockenes!) Tuch wickeln

    • Radiation: Wärmestrahler, möglichst warmen Raum benutzen

  • Stimulieren: Das Abtrocknen bedeutet zugleich eine externe Stimulation, die „primäre“ Apnoe, z. B. bei Frühgeburt oder nach Sectio, beheben kann. Geschieht dies nicht, so kommt es zuerst zur Schnappatmung, dann zu einer „sekundären“ Apnoe, die durch externe Reize nicht mehr durchbrochen werden kann. Ohne qualifizierte Reanimation stirbt das Neugeborene innerhalb von wenigen Minuten.

Positionieren und AbsaugenDas Neugeborene in Rückenlage mit Kopf in eine neutrale „Sniffing“-Position legen, bei viel Sekret kann der Kopf auch zur Seite gedreht werden. Die neonatalen Atemwege werden leicht verlegt, Überstreckung oder Beugung daher unbedingt vermeiden. Zum Absaugen Mund vor Nase, bei mekoniumhaltigem Fruchtwasser und hypotonem Kind Larynx einstellen und absaugen (27.1.2).

  • Absaugen nach Entwicklung der Schulter bei mekoniumhaltigem Fruchtwasser bzw. beim geborenen Kind mit guter Spontanatmung ist obsolet [Vain et al. 2004; Wiswell et al. 2000].

  • Bei tiefem Absaugen die Herzfrequenz überwachen, da es durch Vagusreiz zur Bradykardie kommen kann.

Beatmen
  • Technik: Die Beatmung, Neugeborenesmeisten Neugeborene:BeatmungNeugeborenen können mit Ambubeutel und Maske beatmet werden → auf eine gute Passform einer weichen, gepolsterten Maske achten (z. B. Laerdal)

    • Initialer Druck (PIP): Frühgeborene 15 cmH2O, Neugeborene 20 cmH2O. Besonders initial können durchaus höhere Drücke nötig sein, um die Lunge zu eröffnen:

    • Cave: Überdruckventil bei Laerdal-Beutel schließen

    • Beatmungsfrequenz: 40–60/Min.

    • !

      Anästhesiebeatmungssysteme und Beatmungssysteme liefern zuverlässiger genau PIP- und PEEP-Drücke als Ambubeutel und Maske ohne Manometer zur Druckkontrolle [Hussey, Ryan und Murphy 2004].

  • Intubation: wenn eine Intubation, Neugeborenesendotracheale Absaugung notwendig (Mekonium) ist, eine längere Beatmung absehbar ist oder die initiale Beutelbeatmung nicht zum Erfolg führt

  • Pharyngeale Beatmung: Insbesondere Frühgeborene können statt mit der Maske auch mit einem durch die Nase in den Pharynx geschobenen Endotrachealtubus beatmet werden, wenn Mund und das andere Nasenloch zugehalten werden. Für in der Maskenbeatmung von Frühgeborenen nicht so Erfahrene ist dies oft leichter.

  • Sauerstoffgabe:

    • Reife Neugeborene: Beginn der Sauerstoffgabe:NeugeborenesNeugeborene:SauerstoffgabeBeatmung bzw. Reanimation immer mit 21 % (Raumluft). Wenn trotz effektiver Ventilation keine ausreichende Oxygenierung zu erreichen ist, muss eine Erhöhung der Sauerstoffzufuhr > 21 % in Erwägung gezogen werden. Diese Entscheidung sollte optimalerweise anhand von Sättigungswerten erfolgen.

    • Frühgeborene < 32 Wo.: Häufig Sauerstoffgabe:Frühgeboreneskann Frühgeborene, Sauerstoffgabemit 21 % keine ausreichende Sauerstoffsättigung erreicht werden. FiO2-Zufuhr muss (mittels eines Sauerstoffblenders) entsprechend der Sauerstoffsättigung dosiert werden. Falls kein O2-Blender vorhanden, sollte ebenfalls mit 21 % begonnen werden und die Sauerstoffzufuhr entsprechend der Möglichkeiten (mit Reservoir am Beutel fast 100 %, ohne etwa 40 %) reguliert werden (bzw. pränataler Transport in ein Zentrum, falls möglich).

HerzdruckmassageNeu- Herzdruckmassage, Neugeborenesund Neugeborene:HerzdruckmassageFrühgeborene haben außer bei einer schweren Asphyxie kein vorgeschädigtes Myokard, sodass eine Bradykardie (< 100/Min.) fast immer hypoxiebedingt ist. Suffiziente Beatmung führt daher praktisch immer zu einer Normalisierung der Herzfrequenz. Ind.: Herzfrequenz < 60/Min., Herzfrequenz 60–80/Min. ohne Tendenz zur Verbesserung.

Beatmung : Herzmassage = 1 : 3 (mind. 30 Atemhübe und 90 Kompressionen/Min.).

MedikamenteTab. 27.4.
  • Glukose 10 %: 3 ml/kg KG/h, Arzneimittel:Kreißsaalwichtigstes Medikament!

  • Volumensubstitution: 10–20 ml/kg KG zusätzlich mit Ringer-Lösung oder NaCl 0,9 % in 20–30 Min. Kann wiederholt werden. Cave: Kolloidale Lösungen (Biseko, Albumine) werden nicht mehr empfohlen und sind nach Studie mit einem schlechteren Outcome verbunden.

  • 0-Rh-neg.-Notfallkonserve: 10 ml/kg KG. Ind.: Volumenmangelschock v. a. bei Blutverlust (z. B. Kap. 16)

  • Adrenalin 1 : 10.000: 10–30 μg/kg KG = 0,1- 0,3 ml/kg/KG. Kann wiederholt werden. Mit 1–2 ml NaCl 0,9 % verdünnt intratracheal, dann 10-fache Dosis. Cave: Ist nicht mehr Teil der Empfehlung. Eine intraossäre Applikation ist vorzuziehen.

  • Naloxon: 0,1 mg/kg KG i. v. Naloxon, Neugeborenesoder i. m. (= 0,25 ml/kg KG). Cave: Nicht Narcanti neonatal verwenden! Zu niedrig konzentriert. Narcanti ersetzt nicht die Überwachung, da Halbwertszeit kürzer als Opioide, nicht bei maternalem Drogenabusus wegen Krampfgefahr

Neugeborenenreanimation

  • Die Neugeborenenreanimation Reanimation:neonataleNeugeborene:Reanimationist eine pulmonale Reanimation. Erst nach Sicherung der Atemwege und fehlendem Erfolg der pulmonalen Reanimation beginnt die kardiale Reanimation.

  • Bei erschwerter Intubation ist die Maskenbeatmung das Mittel der Wahl, bis neonatologische Versorgung gewährleistet werden kann. Eine Larnyxmaske ist in der Hand eines damit Erfahrenen genauso effektiv.

  • Übermäßiges Absaugen der Atemwege sollte vermieden werden.

  • Die Reanimation sollte mit 21 % Sauerstoff begonnen und entsprechend der Sauerstoffsättigung dosiert werden, außer bei Frühgeborenen < 32 Wo., die häufig zusätzlichen Sauerstoff benötigen, um eine ausreichende Sättigung zu erreichen.

  • Eine Pufferung mit Natriumbikarbonat ist obsolet.

  • I. v. Zugang: Im Notfall kann bei Neugeborenen die Nabelvene katheterisiert werden. Die Nabelvene ist im Gegensatz zu den 2 engen Nabelarterien eher dünnwandig und weit. Bei federndem Widerstand (Fehlposition in der Portalvene) zurückziehen und neu versuchen. Als Ultima Ratio kann eine intraossäre Nadel in die Tibia des Neugeborenen gelegt werden.

  • Bei reifen Neugeborenen, die postnatal einer Reanimation bedürfen oder einen Geburts-pH < 7,00 haben, muss eine Hypothermiebehandlung in einem Zentrum in Betracht gezogen werden. Bereits bei moderater Asphyxie verbessert sich das neurologische Outcome wesentlich (Evidenzlevel 1) [Simbruner et al. 2010]. Diese Kinder sollten bis zum Beginn der Hypothermiebehandlung eher kühl mit einer Körpertemperatur < 36,5 °C gehalten werden.

Krankes Neugeborenes

Postnatale physiologische Adaptation

Während des fetalenAdaptation, postnatale Kreislaufs nimmt die Plazenta die Funktion der Lunge ein. Dieser fetale Kreislauf muss einerseits in utero trotz pH- und Blutdruckschwankungen erhalten bleiben, andererseits nach der Geburt innerhalb weniger Minuten umkehrbar sein. Postnatal wurden durch Luft in den Alveolen der pulmonale Kapillarwiderstand und durch den ansteigenden Sauerstoffdruck und fallenden CO2-Druck in den Pulmonalarterien der Widerstand der Pulmonalarteriolen gesenkt. Die Umstellung von fetalen auf adulten Kreislauf ist damit hauptsächlich von der Lungendurchblutung abhängig.
Der 1. Schrei des Neugeborenen führt zur Überwindung des negativen, intrathorakalen Drucks und zur Entfaltung der Lungen. Dadurch sinkt der pulmonale Widerstand. Die Atembewegungen führen über Aktivierung der Dehnungsrezeptoren zu einer Reduktion des Vagotonus und Zunahme des Sympathikotonus. Zusammen mit der Nabelschnurdurchtrennung kommt es zu einem Anstieg des peripheren Blutdrucks und systemischen Widerstands. Alle Vorgänge gemeinsam führen zu einer Umstellung der fetalen zu kindlichen Kreislaufverhältnissen und damit zu Verschluss von Foramen ovale und Ductus Botalli [Nelson 1999].

Postnatale pathophysiologische Adaptation

Persistierender fetaler Kreislauf (PFC)
DefinitionPostnatal erfolgt keine Umstellung Kreislauf, fetaler:persistierenderauf einen adulten Kreislauf.
PathophysiologiePersistierender pulmonaler Hochdruck oft mit Trikuspidalinsuff. bei gleichzeitigem niedrigem peripherem Druck → Rechts-links-Shunt bleibt auf Vorhofebene und im Ductus Botalli bestehen.
  • Verbesserung der Lungendurchblutung durch Sauerstoff und normalen bis leicht alkalischen pH, evtl. NO-Gabe

  • Verschlechterung der Lungendurchblutung durch: Asphyxie, Hypoxie, Azidose und periphere Hypotonie

TherapieOxygenierung und Volumengabe [Whitsett et al. 1999].
Asphyxie
Definition(griech. Pulslosigkeit) Heute nur noch in der AsphyxieNeonatologie gebräuchlich.
KlinikBewusstlosigkeit, Zyanose, Apnoe. Ablauf: vermehrte Atmung → 1. Apnoephase → Schnappatmung → terminale Apnoe, die nicht mehr durch Stimulation zu durchbrechen ist, sondern nur noch durch eine Reanimation.
LaborHypoxie, Hyperkapnie, Azidose.
PrognoseDer Apgar-Score beurteilt den Ist-Zustand des Kindes, er ist aber kaum prädiktiv! Nur ein sehr deprimierter 10-Min.-Score korreliert schwach mit einem schlechterem Outcome.

Mekoniumhaltiges Fruchtwasser und Mekonium-Aspirations-Syndrom

Mekoniumhaltiges Fruchtwasser

  • Absaugen Fruchtwasser:mekoniumhaltigesvon Mund, Nase und Pharynx unmittelbar nach Entwicklung des Kopfes ist nicht erforderlich.

  • Nach der Geburt v. a. bei dick grünem Fruchtwasser und deprimiertem Kind die Trachea laryngoskopisch einstellen, die Stimmritzen auf Verfärbung inspizieren und absaugen

  • Falls Mekonium unterhalb der Stimmritzen abgesaugt werden kann, sollte mehrfach abgesaugt werden. Klinik und Zustand des Kindes bestimmen, wie lange.

  • Spätestens nach 2 Min. eine Beatmung mit PIP und O2 beginnen, auch wenn sich noch weiter Mekonium endotracheal befindet

  • !

    Die Intubation und das endotracheale Absaugen bei dick grünem Fruchtwasser, aber spontan atmenden Neugeborenen ist nicht mehr indiziert [Vain et al. 2004; Wiswell et al. 2000].

Mekoniumaspirationssyndrom (MAS)
DefinitionErkr. der Lunge des Neugeborenen, die Mekoniumaspirationssyndromdurch die Aspiration von Mekonium kurz vor, während oder unmittelbar nach der Geburt bedingt ist.
InzidenzDas MAS wird in der Bundesrepublik nach Daten, z. B. der Bayerischen Neonatalerhebung, mit einer Häufigkeit von 0,5–1/1.000 Neugeborene diagnostiziert.
Ätiologie und PathogeneseDas Neugeborene muss zur Entwicklung eines MAS Mekonium noch intrauterin absetzen. Das mekoniumhaltige Fruchtwasser wird durch Atembewegungen inhaliert und führt zur Schädigung der Lungenfunktion. Die Schädigung entsteht durch mehrere unterschiedliche pathogenetische Mechanismen:
  • Größere Mekoniumpartikel verstopfen kleinere Atemwege → Atelektasenbildung.

  • Mekonium inaktiviert Surfactant und reduziert damit die Oberflächenspannung in den Alveolen mit konsekutiver Bildung von einerseits Mikroatelektasen und andererseits überblähten Lungenbezirken.

  • Mekonium löst eine Entzündungsreaktion in der Lunge aus, die kaum von einer bakteriellen Pneumonie unterscheidbar ist.

Dadurch wird einerseits die Ventilation behindert mit konsekutivem Anstieg des pCO2 und Ausbildung einer respiratorischer Azidose, andererseits führen diese Mechanismen zur Ausbildung einer pulmonalen Hypertonie mit Öffnung von Rechts-links-Shunts, Hypoxämie mit metabolischer Azidose.
Voraussetzung für ein MAS ist eine intrauterine Hypoxämie des Fetus mit resultierender Stimulation der intestinalen Peristaltik, Relaxation des Sphincter ani und Entleerung von Mekonium in die Amnionflüssigkeit. Dies kommt fast nur bei Feten > 34 SSW vor, deshalb gibt es praktisch kein MAS beim sehr unreifen Frühgeborenen. Es muss aber noch nicht zur Aspiration von Mekonium in die Lunge kommen, da normalerweise die Flussrichtung des Fruchtwassers aus der Lunge in die Amnionhöhle führt. Eine weitere Voraussetzung des MAS ist eine durch die intrauterine Hypoxämie ausgelöste Schnappatmung, die erst zur Aspiration des mekoniumhaltigen Fruchtwassers in die tieferen Atemwege führt. Daher entwickelt sich auch nicht bei jedem grün verfärbten Fruchtwasser (ca. bei 10 % der Geburten) ein MAS.
Klinik und Diagnostik
  • Klinische Hinweise auf MAS:

    • Hypoxämisches reifes Neugeborenes nach der Geburt mit mekoniumhaltigem Fruchtwasser (grün gefärbt oder dick „erbsbreiartig“)

    • Mekoniumhaltiges Fruchtwasser hinter der Stimmritze aus der Trachea absaugbar

    • Atmung: auffällig mit Einziehungen, Stöhnen, Zyanose, Nasenflügeln und grobblasigen Rasselgeräuschen

    • Thorax erscheint überbläht

  • Rö-Thorax: grobfleckige Verdichtungen mit überblähten Lungenbezirken (Überblähung meist ausgeprägter als die Atelektasen). Unbehandelt kann sich innerhalb kurzer Zeit eine sog. weiße Lunge entwickeln.

  • Herz/Kreislauf:

    • Aktion regelmäßig mit altersentsprechender Herzfrequenz

    • Ggf. Neugeborenes infolge der ausgeprägten Hypoxämie bradykard

    • Häufig entwickelt sich sekundär eine pulmonale Hypertonie mit persistierender fetaler Zirkulation (PFC-Sy.), was klinisch bei einem lauten singulären 2. Herzton und einer ausgeprägten Zyanose aufgrund des Rechts-links-Shunts vermutet werden kann.

  • Vigilanz: abhängig von der Dauer der intrauterinen Asphyxie ist das Neugeborene agitiert mit weit aufgerissenen Augen oder hypoton und bewegungslos mit hypoxämisch-ischämischer Enzephalopathie (Zittern, Kloni oder zerebralen Krampfanfällen).

  • Die Abdominalorgane, Intestinum, Leber und Niere sind in ihrer Funktion primär bei MAS nicht gestört, es sei denn, eine länger dauernde intrauterine Asphyxie hätte parallel zum MAS auch diese Organe geschädigt.

  • Haut, Fingernägel und Nabelschnur können grünlich tingiert sein.

Geburtstraumata

Häufige Geburtstraumata
  • Geburtsgeschwulst: nicht Geburtsverletzungen:kindlicheGeburtsgeschwulsttherapiebedürftiges Hautödem im Bereich des führenden Kindanteils (Schädel – Caput succedaneum – oder Gesäß, Skrotum, Caput succedaneumVulva). Durch größere Hauteinblutungen kann eine Hyperbilirubinämie verstärkt werden.

  • Kephalhämatom: entsteht durch eine nicht Kephalhämatomtherapiebedürftige subperiostale Blutung und wird durch die Schädelnähte begrenzt. Die Blutung kann zu einem Anstieg des Bilirubins beitragen, im Verlauf können Verkalkungen entstehen, die sich erst im 1. Lj. resorbieren.

  • Klavikulafraktur: Krepitation und Kallusbildung. Spontanheilung. KlavikulafrakturTherapeutisch Immobilisation des Arms der betroffenen Seite

  • Obere Plexusparese (Erb-Duchenne, PlexuspareseC5–Erb-Duchenne-Plexusparese6): kann durch starke Lateralflexion des Kopfes bei erschwerter Schulterentwicklung (25.3) oder nach Entwicklung nach Veit Smellie bei Beckenendlage (25.4) auftreten. Durch Lähmungen im Schultergürtel ist der Arm innenrotiert, proniert, im Ellenbogen gestreckt, der Greifreflex ist vorhanden. Im Unterarm ist keine Abduktion oder Supination möglich. Therapeutisch Arm zunächst fixieren und das weitere Prozedere mit den Kinderärzten/Kinderchirurgen (Zentrum) besprechen (Krankengymnastik, rekonstruktive OP). In bis zu 10 % bleiben Residuen.

  • Untere Plexusparese (Klumpke, C7–Th1): selten.Klumpke-Plexusparese Klinisch ist das Handgelenk gebeugt, der Greifreflex fehlt. Therapeutisch erfolgen eine Schienung und krankengymnastische Therapie. Bei Beteiligung sympathischer Nerven kann zusätzlich ein Horner-Sy. bestehen (Ptosis, Miosis, Enophthalmus).

  • !

    Differenzialdiagnostisch an eine Epiphysenlösung, Fraktur des Humerus oder Parrot-Scheinlähmung bei Syphilis denken.

Seltene Geburtstraumata
  • Subgaleatische Blutung: oft Zeichen Blutung:subgaleatischeeiner path. Gerinnung. Kann zu Blutverlusten, selten zu einem hypovolämischen Schock führen. Kontrolle von Blutbild und Gerinnung sowie Überwachung des Kindes veranlassen

  • Hämatom des M. sternocleidomastoideus: selten. Krankengymnastische Ther.

  • Schädelfrakturen (z. B. nach Zangenentbindung) immer einer ausführlichen pädiatrischen Diagnostik und Ther. zuführen

  • Fazialisparese: überwiegend FazialispareseSpontanremission.

Entzugssyndrom bei Neugeborenen

Kinder drogenabhängiger Mütter haben ein höheres Risiko einer konnatalen Infektion (HIV, Hepatitiden B und C), Früh- oder Mangelgeburt, kardiopulmonalen Adaptationsstörung, von Embryopathien, Wachstumsstörungen, Fehlbildungen (faziale Dysmorphien, Herzanomalien).

Siehe auch 3.1.
Epidemiologie2 von 3 Kindern drogenabhängiger Entzugssyndrom, NeugeborenesMütter Neugeborene:Entzugssyndromentwickeln postnatal eine Entzugssymptomatik durch Abhängigkeit des Fetus bei maternalem Missbrauch (Heroin, Methadon, Kokain, Barbiturate, Alkohol, Nikotin).
ZeitpunktDie Entzugssymptomatik tritt abhängig von Art und Menge der konsumierten Droge auf (höhere Dosis, späterer Entzug!):
  • Heroinabusus etwa am 3. Lebenstag

  • Methadongebrauch bis zum 7. Lebenstag

  • Benzodiazepine bis zum 10. Lebenstag oder auch noch nach Wo.

Klinik
  • Irritabilität, Zittrigkeit, Unruhe, muskuläre Hypertonie, übermäßiges Saugen und kurze Schlafphasen

  • Z. T. Trinkschwäche, gastrointestinale Symptome, Rhinitis

  • Selten Krampfanfälle

  • Spätfolgen (milieubedingt): erhöhte Rate an SIDS, Kindesmisshandlung, Verhaltensstörungen und Suchtverhalten

  • Die pränatale Koffeinintoxikation besonders mit koffeinhaltigen Softdrinks (z. B. Red Bull®) kann zu einem entzugsähnlichen Verhalten mit Unruhe, Tachykardie und Zittrigkeit führen und mit einem Entzug verwechselt werden.

Naloxon ist absolut kontraindiziert, da es zu Krampfanfällen führen kann. Bei Atemdepression müssen die Kinder intubiert und beatmet werden.

Diagnostik
  • Anamnestische Befragung der Mutter

  • Drogennachweis (maternaler und kindlicher Urin)

  • Laboruntersuchungen: Blutgas, BZ, Elektrolyte, BB, HIV, Hepatitisserologie, Schilddrüsenparameter

  • Zustandsbeurteilung des Neugeborenen nach dem Finnegan-Score(Tab. 27.5) 3 x täglich:

    • Einleitung einer medikamentösen Therapie bei Werten > 11 Punkten

    • Reduktion der medikamentösen Therapie bei Werten < 9 Punkten.

Therapie
  • „Comfort Care“ des Neugeborenen (Monitoring, kleine Mahlzeiten, Lärmschutz)

  • Sozialdienst einschalten

  • Medikamentöse Therapie: Tinctura opii (DAB, 1-prozentige Morphinlösung) 0,3–0,8 mg Morphin/kg KG/d in 4–6 ED (1 ml Tinctura opii mit 24 ml H2O verdünnen). Alternativ oder in Komb. Phenobarbital initial 20 mg/kg KG/d, dann 5 mg/kg KG/d. Cave: Kumulationsgefahr → Spiegelkontrollen des Phenobarbitals durchführen!

Kinder diabetischer Mütter

Gestationsdiabetes 17.5. Diabetes inNeugeborene:diabetische Mutter der Schwangerschaft 17.4 [DDG 2010].
Epidemiologie und Pathophysiologie
  • Die Mortalität von Kindern diabetischer Mütter konnte auf 2–4 % gesenkt werden, ist aber das 3- bis 6-Fache gegenüber der Normalpopulation erhöht.

  • Morbidität von Kindern diabetischer Mütter:

    • !

      Hypoglykämien während der ersten Lebenstage sind die häufigste klinische Akutgefährdung.

    • Polyglobulie, Hypokalzämie und Hypomagnesiämie

    • Erhöhte Rate an Azidosen, Asphyxien und kardiopulmonalen Anpassungsstörungen

    • Frühgeburten, Makrosomie des Kindes und Fehlbildungen.

    • Störung der fetalen Surfactantproduktion mit Atemnotsy. auch bei einem Gestationsalter 34–36 Wo.

    • Eine meist klinisch nicht relevante septal betonte Myokardhypertrophie

    • Nierenvenenthrombose sehr selten, aber schwerwiegend

    • Bei unerkanntem oder ungenügend behandeltem Gestationsdiabetes muss mit einer ähnlichen Morbidität wie bei einem mangelhaft eingestellten Diab. mell. gerechnet werden.

Postnatale ÜberwachungBZ-Kontrollen in den ersten Stunden nach der Geburt erfolgen als Mindestanforderung nach einem Basisschema. Ergänzend dient ein Kontrollschema zur Bewertung der BZ-Werte und zur Klärung des weiteren Vorgehens bzw. der Verlegung in die Neonatologie [DDG 2010] (Abb. 27.1).

Empfehlungen der Deutsche Diabetes Gesellschaft

  • Zur Vermeidung einer Hypoglykämie konsequentes Anlegen und/oder Frühfüttern 30 Min. nach Geburt und dann alle 2–3 h (Maltodextrin 15 % oder Formula-Nahrung, 3 ml/kg KG). Konsequente prä- und postpartale Stillförderung

  • Präprandiale Blutzuckerbestimmungen 2–3 h nach Geburt und noch vor Verlegung aus dem Kreißsaal sind obligat.

  • Alle Schwangeren mit diabetischer Stoffwechsellage: Geburt nur in Krankenhäusern mit neonatologischer Überwachung und der Möglichkeit von i. v. Glukosegabe ohne Verlegung und Trennung Mutter/Kind (perinataler Schwerpunkt). Bei Insulinbehandlung vor oder während der Schwangerschaft Geburt nur in einem Zentrum mit 24-stdl. neonatologischer Betreuung (Perinatalzentrum Level 1 oder 2)

  • Über die Notwendigkeit zur weiterführenden Diagnostik (Hämatokrit, Serumkalzium, Serumbilirubin, echokardiografische Untersuchung, Schädel und Nierensonografie) sollte der Kinderarzt entscheiden.

Infektionen des Neugeborenen

Maternale Neugeborene:InfektionenInfektionen Kap. 18.
KlinikDie Infektionen des Neugeborenen zeigen initial oft nur unspezifische klinische Zeichen, können jedoch rasch zu Meningitis, Sepsis und septischem Schock fortschreiten.
ErregerDas Erregerspektrum einer bakteriellen Infektion eines Neugeborenen ist altersabhängig:
  • Innerhalb der ersten 3 Lebenstage entstammen sie der maternalen Vaginalflora (Streptokokken der Gruppe B und E. coli) bzw. der mütterlichen Exposition (Listerien).

  • Später handelt es sich meist um eine nosokomiale Infektion im engeren Sinne, d. h., der Erreger entstammt der patienteneigenen Flora oder den Hospitalkeimen der Klinik [Checkliste Neonatologie 2015].

RisikofaktorenBlasensprung > 18 h, fetale Tachykardie, grünes Fruchtwasser, maternales Fieber unter der Geburt, maternales CRP > 2 mg/dl, Frühgeburtlichkeit mit vorzeitigen Wehen.
Diagnostik
  • Laboruntersuchungen bei Infektionsverdacht:

    • BB mit Diff.-BB (I/T-Quotient), Thrombozyten, evtl. nach 4–8 h wiederholen. Bei der Benutzung des I/T-Q. ist auf das morphologische Kriterium der Abgrenzung segmentierter von stabkernigen Granulozyten zu achten.

    • IL-6 oder IL-8: in Kombination mit CRP sehr sensitiv

    • CRP: <10 mg/l bei der Erstuntersuchung schließt jedoch eine bakterielle Infektion nicht aus.

  • Urin (Streifentest, Zählkammer)

  • Lumbalpunktion bei V. a. Meningitis: Zellzahl mit Ausstrichpräparat zur Leukozytendifferenzierung und Suche nach Bakterien (Zytozentrifugenpräparat)

  • Bakteriologische Untersuchungen:

    • Bei der Mutter: Zervixabstrich, Plazentaabstrich

    • Beim Kind: Blutkultur aerob und anaerob, Trachealsekret bei Beatmung, Urinkultur (suprapubische Punktion, Zelldifferenzierung), Ohrabstriche beidseits (nur kurz nach der Geburt), Magensaft (nur bis zur ersten Mahlzeit), Liquorkultur.

TherapieEine erfolgreiche Ther. muss frühzeitig begonnen werden. Die Auswahl der Antibiotika, Dosierung und Applikationsform sollen entsprechend dem Handbuch und den Leitlinien der DGPI erfolgen. Kontrollierte Studien zur Therapiedauer liegen nicht vor. Die Kontrolle des Therapieerfolges geschieht durch den klinischen und labordiagnostischen Verlauf.

Neugeborenensepsis durch B-Streptokokken

Streptokokkeninfektion in der Neugeborene:SepsisSchwangerschaft 18.2.6.

B-Streptokokken sind eine häufige Ursache für schwere Infektionen des Neugeborenen.

  • Frühe Form (early onset, > 90 %)

    • Zeitpunkt: innerhalb von 3 Tagen nach der Geburt:

    • Häufigkeit: 1–2 % bei Kindern von Müttern, die zum Zeitpunkt der Geburt mit Streptokokken der Gruppe B besiedelt sind

    • Risikofaktoren: hohe Keimdichte von GBS im Urogenitaltrakt der Mutter zum Zeitpunkt der Entbindung, Dauer zwischen Blasensprung und Entbindung >18 h, Fieber der Schwangeren unter der Geburt > 38 °C, Frühgeburt vor vollendeten 37 SSW, GBS-bedingte Bakteriurie während der Schwangerschaft und Z. n. Geburt eines an GBS erkrankten Neugeborenen

    • Klinik: Sepsis, Pneumonie oder Meningitis. Der Verlauf kann foudroyant sein und einen septischen Schock zur Folge haben. Neurologische Langzeitfolgen sind möglich.

  • Späte Form (late onset, max. 10 %).

Prophylaxe der Frühform der Neugeborenensepsis durch B-Streptokokken

Die im Folgenden dargestellten Empfehlungen zur Prophylaxe der Neugeborenensepsis durch GBS beziehen sich ausschließlich auf die frühe Form der Sepsis, da nur diese prophylaktischen Maßnahmen zugänglich ist.

  • Screening aller Schwangeren auf GBS zwischen 35–37 SSW; verhindert zu 90 % die Neugeborenensepsis durch GBS. Behandlung Tab. 27.6.

  • Postnatale Betreuung des Neugeborenen: folgende Neugeborene, die keine klinischen Infektionssymptome zeigen, müssen für 48–72 h engmaschig klinisch überwacht werden:

  • Frühgeborene ≥ 32 SSW müssen postnatal nicht empirisch antibiotisch behandelt werden, sofern sie klinisch nicht infiziert erscheinen, aber genau überwacht werden.

  • Eine engmaschige klinische Überwachung erfordert mind. alle 4 h eine dokumentierte Zustandsbeschreibung des Neugeborenen durch eine Pflegekraft.

  • Bei klinisch begründetem V. a. eine Infektion das Kind unverzüglich zu weiterer Diagnostik und Ther. in eine Kinderklinik verlegen.

  • !

    Die derzeit verfügbaren Laboruntersuchungen wie CRP oder BB sind beim klinisch gesund wirkenden Neugeborenen nicht prädiktiv für eine Infektion. Diese Neugeborenen bedürfen auch keiner antibiotischen Ther., da das Risiko zu erkranken gering ist (< 2 %).

Icterus neonatorum

Entwicklung und EpidemiologieEine Icterus neonatorumNeugeborenengelbsucht tritt bei 60 % aller Kinder auf. 1904 beschrieb Schmorl das path. Korrelat des Kernikterus, seit 1925 sind Austauschtransfusionen, seit 1958 Photother. möglich. 1994 wurden von der American Academy of Pediatrics höhere Indikationsgrenzen zur Photother. bei reifen, gesunden Neugeborenen ohne Hämolyse eingeführt. Basierend auf diesen Daten, wurden diese Grenzwerte als Leitlinie 1997 in Deutschland übernommen und 2015 modifiziert [DGNPI 2015]. Seit Einführung der höheren Phototherapie- und Austauschtransfusionsgrenzen wird von mehreren Autoren eine Zunahme des Kernikterus aufgrund verschiedener Fallberichte befürchtet. Die tatsächliche Inzidenz eines Kernikterus bei reifen gesunden Neugeborenen ist unklar. Eine Auswertung der publizierten oder in Registern erfassten Fälle zeigt jedoch, dass im Gegensatz zur Ära vor Einführung der Anti-D-Prophylaxe nicht immunologische Ursachen und das Überwachungsdefizit bei früher Entlassung die Hauptrolle spielen.
RisikofaktorenDas Risiko für eine verstärkte Hyperbilirubinämie wird erhöht durch Rh-Inkompatibilität, AB0-Konstellation, eine positive Familienanamnese, einen ausgeprägten postnatalen Gewichtsverlust, Hämatome (große Kephal- oder Subgalealhämatome, Nebennierenblutungen), eine Sphäro- oder Elliptozytose, einen Glukose-6-P-Dehydrogenase-Mangel (v. a. in Verbindung mit Gilbert-Meulengracht-Sy.) sowie andere, mit einer Hämolyse assoziierte Enzymdefekte.
VorgehenTab. 27.7 und Abb. 27.2.
  • Ikterus in den ersten 24 h: Gesamt-Serumbilirubinbestimmung (GSB) und erweiterte Diagnostik (Gesamtblutbild mit Retikulozyten, Blutgruppe, Rhesusfaktor, Coombs-Test) indiziert

  • Routinemäßige Bilirubinmessungen können unblutig transkutan mit einem Multispektralgerät erfolgen. Liegt der Wert über dem lebensaltersbezogenen 75. Perzentil, ist jedoch eine nasschemische Bestimmung der Serumbilirubinkonzentration erforderlich. Andere als nasschemische Verfahren sind bei höheren Konzentrationen fehlerbehaftet und nicht zu einer Therapieentscheidung tauglich.

  • Mit dem Beginn einer Photother. sind in Abhängigkeit von der Anamnese und der klinischen Konstellation weitere diagnostische Maßnahmen von pädiatrischer Seite festzulegen (z. B. Bestimmung von direktem Bilirubin, Blutgruppe, Hb oder Hkt, Retikulozyten, Infektparameter).

  • Ikterus nach 24. Lebensstunde: TcB (transkutanes Bilirubin) und GSB (falls TcB > Phototherapiegrenze) mit erweiterter Diagnostik (s. o.), wenn GSB Phototherapiegrenze erreicht.

Therapie
  • Unterbrechung des enterohepatischen Kreislaufs: konsequente enterale Ernährung mit gutem Stillmanagement, frühem Anlegen und häufigen Mahlzeiten. Eine Dehydration sollte durch optimales Stillmanagement und evtl. Zufüttern von Formula, aber nicht von Tee, Wasser oder Glukoselösung vermieden werden.

  • Photother. (entsprechend der GNPI 2012) (Tab. 27.8):

    • Bei unkomplizierten Fällen (Gestationsalter ≥ 38+0 SSW, kein Hämolysehinweis) beträgt ab einem Lebensalter von 72 h die Phototherapiegrenze 20 mg/dl (340 μM).

    • Wegen der Dynamik des Anstiegs vor einem Alter von 72 h Absenkung der Phototherapiegrenze um 2 mg/dl (35 μM) pro Tag

    • Bei Neugeborenen mit einem Gestationsalter < 38 SSW gilt: Phototherapiegrenze (mg/dl) = aktuelles Gestationsalter (in Wo.) – 20 (ggf. weiteres Absenken gemäß der oben genannten Kriterien).

    • Für den Beginn einer Photother. mit geringer Effektivität (z. B. mit fiberoptischen Geräten auf Wochenbettstationen oder im ambulanten Bereich) werden Grenzwerte empfohlen, die 2 mg/dl unter denen einer regulären Ganzkörperphotother. liegen.

    • Die Absenkung um jeweils 2 mg/dl der letzten 3 Punkte ist additiv.

    • Die untere Therapiegrenze beträgt 5 mg/dl (85 μM).

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