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B978-3-437-21131-7.00005-9

10.1016/B978-3-437-21131-7.00005-9

978-3-437-21131-7

TNM- und FIGO-Klassifikation für Tubenkarzinome LymphknotenmetastasenretroperitonealePleuraerguss

Tab. 5.1
TNM-Klassifikation FIGO-
Stadium
Definition
T Primärtumor
Tx Primärtumor nicht beurteilbar
T0 Kein Anhalt für Primärtumor
Tis 0 In-situ-Karzinom
T1 I Tumor begrenzt auf Tube(n)
T1a IA Tumor auf eine Tube begrenzt, kein Serosadurchbruch, kein Tumor auf Tubenoberfläche, keine malignen Zellen in Aszites, Peritoneallavage negativ
T1b IB Tumor begrenzt auf beide Tuben, Kapseln intakt, kein Tumor auf Tubenoberfläche, keine malignen Zellen in Aszites, Peritoneallavage negativ
T1c IC Tumor auf eine oder beide Tuben begrenzt sowie eine der folgenden Situationen:
T1c1 IC1 Kapselruptur bei der Operation(artifiziell bzw. iatrogen bedingte Kapselruptur)
T1c2 IC2 Kapselruptur vor der Operation oder Tumor an Tubenoberfläche (sog. spontane Kapselruptur)
T1c3 IC3 Nachweis von Tumorzellen im Aszites oder in der Peritonealspülung
T2 II Tumor an einer oder beiden Tube(n) mit Ausbreitung im kleinen Becken oder primären Peritonealkarzinom
T2a IIA Ausbreitung auf Uterus und/oder Ovarien
T2b IIB Ausbreitung auf andere intraperitoneale Beckenstrukturen
T3 N0/N1 III Tumor an 1 oder beiden Tuben oder primäres Peritonealkarzinom mit zytologisch oder histologisch nachgewiesener peritonealen Aussaat außerhalb des kleinen Beckens und/oder retroperitonealen Lymphknotenmetastasen
T3a N0/N1 IIIA1 Nur positive retroperitoneale Lymphknoten (zytologisch oder histologisch nachgewiesen)
III A1 (i) Metastasen bis 10 mm in größter Ausdehnung
III A1 (ii) Metastasen größer als 10 mm in größter Ausdehnung
T3a N0/N1 IIIA2 Nur mikroskopische Peritonealmetastasen außerhalb des kleinen Beckens und/oder positive retroperitoneale Lymphknoten
T3b N0/N1 IIIB Makroskopische (≤ 2 cm) Peritonealmetastasen außerhalb des kleinen Beckens und/oder positive retroperitoneale Lymphknoten
T3c N0/N1 IIIC Makroskopische (> 2 cm) Peritonealmetastasen außerhalb des kleinen Beckens und/oder positive retroperitoneale Lymphknoten (einschließlich Kapselinfiltration der Leber und Milz)
Jedes T, jedes N, M1 IV Fernmetastasen (ausgeschlossen Peritonealmetastasen)
IVA Maligner Pleuraerguss
IVB Parenchymatöse Metastasen in Leber/Milz und extraabdominelle Metastasen (einschließlich inguinaler Lymphknoten und Lymphknoten außerhalb der Bauchhöhle)

Tubenkarzinom

Grundlagen

Häufigkeit und Arten

Das Tubenkarzinom ist ein seltener maligner Tumor des Eileiters und stellt etwa 0,3 % aller gynäkologischen Malignome dar. Die Inzidenz beträgt 0,4/100 000 Frauen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.
Tubenkarzinome können in allen drei Anteilen der Tube entstehen, größtenteils sind jedoch die beiden distalen Drittel betroffen.
Wahrscheinlicher als ein primäres Tubenkarzinom ist eine Metastasierung ausgehend von anderen Primärtumoren (z. B. Endometrium- oder Ovarialkarzinom).
Das Tubenkarzinom wird häufig im Zusammenhang mit dem epithelialen Ovarialkarzinom diskutiert, da mehrere Parallelen zwischen Tuben- und Ovarialkarzinom existieren.
Am häufigsten handelt es sich histologisch um serös-papilläre Strukturen. Darüber hinaus werden endometrioide, klarzellige und undifferenzierte Karzinome der Tube unterschieden.
Auch kann ein KarzinosarkomKarzinosarkom als besonders aggressive Verlaufsform auftreten.

Symptome

Typische Symptome des Tubenkarzinoms sind Schmerzen im Unterbauch, abnorme vaginale Blutungen sowie wässriger vaginaler Ausfluss (HydropsHydrops der Tube). Der Bauchumfang kann z. B. durch AszitesAszites zunehmen. Des Weiteren treten Obstipation, Meteorismus und Appetitmangel auf.
Im Vergleich zum Ovarialkarzinom wird das Tubenkarzinom meist eher diagnostiziert aufgrund frühzeitig auftretender Symptome.

Risikofaktoren und Prävention

Dieses Kapitel bezieht sich insbesondere auf Risikofaktoren und Präventionsmöglichkeiten beim Tubenkarzinom. Im allgemeinen Teil sind grundlegende Faktoren besprochen, die Einfluss auf die Krebsentstehung und im Speziellen die Entstehung gynäkologischer Tumoren ausüben können (Kap. 1.2).
Ein erhöhtes Risiko für ein Tubenkarzinom besteht bei BRCA1BRCA1/2- und BRCA2BRCA1/2-Mutationsträgerinnen, von denen Trägerinnen mit BRCA1-Mutation ein höheres Risiko als die mit BRCA2-Mutation haben. Etwa 30 % der Patientinnen mit Tubenkarzinom weisen eine BRCA-Mutation auf. Eine prophylaktische AdnektomieAdnektomie senkt bei Frauen mit genetischem Risiko aufgrund einer BRCA-Mutation das Risiko für ein Tubenkarzinom.
Ein höheres Lebensalter sowie Infertilität oder niedrige Parität sind ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für ein Tubenkarzinom assoziiert.

Diagnostik

Um das Tubenkarzinom vom Ovarialkarzinom abzugrenzen, darf die Diagnose nur gestellt werden, wenn makroskopisch der Großteil des Tumors auf die Tube begrenzt ist. Mikroskopisch ist der Nachweis papillärer Strukturen sowie ein vorherrschender Befall der Tubenmukosa erforderlich sowie ein nachgewiesener Übergang von normalem zu malignem Epithel in den Tuben. Weiterhin sollen die Zellen Ähnlichkeit mit der Endosalpinx haben und eine tuberkulöse Salpingitis ausgeschlossen werden können.

Screening und Früherkennung

Da ein Tubenkarzinom nur selten auftritt, gibt es kein Screening zur Detektion.
Eine Früherkennung erfolgt meist im Rahmen der gynäkologischen Routine- bzw. Krebsfrüherkennungsuntersuchung aufgrund palpabler Adenxtumoren, einer vaginalen sonografischen Untersuchung bzw. durch erhöhte Werte des Tumormarkers CA-125CA-125.

Staging und Grading

Die Ausbreitung von Tumorzellen in die PeritonealhöhlePeritonealhöhle verläuft bei Tubenkarzinomen analog zum epithelialen Ovarialkarzinom. Ebenso findet eine Metastasierung in die Lymphknotenmetastasenparaaortaleparaaortalen und pelvinen Lymphknoten statt. Häufiger treten frühzeitig paraaortale Lymphknotenmetastasen auf (bei bis zu 40 % ohne gleichzeitigen Befall der pelvinen Lymphknoten).
Diagnosestellung und Staging werden wie beim Ovarialkarzinom durchgeführt.

Klassifikation

Die nachfolgende Zuordnung der Tubenkarzinome basiert auf den gültigen Stadieneinteilungen der FIGO und der UICC (Tab. 5.1).

Tumortherapie

Das therapeutische Vorgehen bei einem Tubenkarzinom orientiert sich an denen für das epitheliale Ovarialkarzinom (Kap. 4.4). Operativ wird auch hier eine maximale ZytoreduktionZytoreduktion angestrebt.
Hinsichtlich Prognose (Kap. 4.4.15) und Nachsorge (Kap. 4.6) gelten ebenfalls die Angaben zum Ovarialkarzinom.

Checkliste
Patientengespräch

Fragen zum Eileiterkrebs

  • 1.

    Was genau ist Eileiterkrebs und welche Symptome sind Hinweise auf Eileiterkrebs?

  • 2.

    Wie hoch ist das Risiko zu erkranken und wie kann man das Risiko verringern?

  • 3.

    Gibt es Früherkennungs- oder Vorsorgeuntersuchungen?

  • 4.

    Wie kann der Arzt erkennen, dass ich Eileiterkrebs habe?

  • 5.

    Wie geht es weiter, wenn sich der Verdacht bestätigt? Sind weitere Untersuchungen notwendig?

  • 6.

    Wie lautet die genaue Diagnose?

  • 7.

    Ich habe Eileiterkrebs – muss ich jetzt sterben?

  • 8.

    Was passiert jetzt als Nächstes?

  • 9.

    Welche Behandlungsoptionen gibt es bei Eileiterkrebs und wer entscheidet über die Therapie?

  • 10.

    Wie kann ich Alltagsverpflichtungen wie Berufstätigkeit, Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen etc. organisieren, während ich in Behandlung bin?

  • 11.

    Welche Folgen können die Krankheit und die Therapie haben und wie können die Folgen behandelt werden?

  • 12.

    Wie geht es weiter, wenn der Krebs nicht mehr geheilt werden kann?

  • 13.

    An wen kann ich mich wenden, wenn ich psychologische/soziale/finanzielle Unterstützung brauche?

Literatur

Es gelten die Literaturangaben aus Kap

Es gelten die Literaturangaben aus Kap. 4 Ovarialtumoren.

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