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B978-3-437-58765-8.00016-7

10.1016/B978-3-437-58765-8.00016-7

978-3-437-58765-8

Sinnesorgane

Fallbeispiel

Aktuelle Anamnese

Eine Mutter stellt ihr 3-jähriges Kind mit Fieber von 39,4 °C, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Erbrechen und Diarrhö vor. Das Fieber besteht seit gestern, Erbrechen und Diarrhö sind heute hinzugetreten. Vor einer Woche Rückkehr aus dem Badeurlaub, zu dem Zeitpunkt Schnupfen und wenig trockener Husten.

Vorgeschichte

  • Keine nennenswerten Erkrankungen in der Vorgeschichte

  • Kompletter Impfstatus

  • Regelrecht entwickeltes Kind

Untersuchungsbefund

Herz- und Lungenuntersuchung ohne pathologischen Befund. Regelrechte Darmgeräusche, regelrechte Perkussion des Abdomens. Bauchdecke weich, keine Resistenzen, keine Druckschmerzhaftigkeit, Appendizitispunkte negativ. Unauffällige U-Stix-Untersuchung.

Meningendehnungszeichen und übriger neurologischer Status ohne Befund. Ausgeprägter Tragusdruckschmerz rechts. Stark gerötetes und entdifferenziertes (ohne Lichtreflex) Trommelfell rechts. Kein Eiterfluss. Processus mastoideus beidseits inspektorisch ohne pathologische (entzündliche) Veränderungen, keine Druck- und Klopfempfindlichkeit.

Lösung Fallbeispiel

Verdachtsdiagnose

Akute Otitis Otitis mediamedia rechts (16.2.6). Wegweisend sind der akute Beginn, Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Schnupfen und Husten in der Anamnese wirken sich begünstigend auf die Entstehung einer Otitis media aus. Typisch sind der Tragusdruckschmerz und in der otoskopische Befund.

Differenzialdiagnosen

  • Mastoiditis: kann als Komplikation der Otitis media auftreten, ist aber im vorliegenden Fall unwahrscheinlich, da das Mastoid inspektorisch reizlos erscheint und bei Palpation und Perkussion keine Schmerzverstärkung auftritt.

  • Meningitis: kann nicht ausgeschlossen werden, erscheint allerdings zunächst unwahrscheinlich wegen negativer Meningendehnungszeichen, fehlender Bewusstseinsveränderung

Diagnostisches Vorgehen zur Sicherung der Diagnose

Gegebenenfalls Keimbestimmung

Therapie

  • Zum HNO-Arzt verweisen

  • Analgetika, Antibiotika

  • Gegebenenfalls Parazentese

Differenzialdiagnostik

Augenschmerzen

Die Differenzialdiagnostik der Augenschmerzen erfolgt nach den okulären und extraokulären Ursachen.

Okuläre Ursachen
  • GlaukomGlaukom (16.2.5): in der Regel einseitiger, steinharter Bulbus, Mydriasis, lichtstarre Pupille

  • Infektion (v. a. Konjunktivitis, Keratitis, Iritis): Entzündungszeichen (Rötung, Schwellung, eingeschränkte Sehschärfe), Fieber, Fremdkörper-, Blendungsgefühl

  • Trauma: wegweisend ist die Anamnese, u. U. okuläre oder periokuläre Blutungen (Monokel- oder Brillenhämatom)

Extraokuläre Ursachen
Arteriitis Arteriitis temporalistemporalis: einseitiger Schmerz, A. temporalis gerötet, geschwollen und druckdolent, Sturzsenkung

Ptosis

Ptosis

Die Differenzialdiagnostik der Ptosis erfolgt nach den Ursachen. Unter Ptosis versteht man das Herabhängen des Oberlids.

  • Angeboren: meist beidseitig, Kopf in Reklinationsstellung, ausgeprägtes Stirnrunzeln

  • Horner-Horner-SyndromSyndrom: Miosis, Ptosis, Enophthalmus; Ursache ist meist die Läsion des sympathischen Ganglion stellatum in Höhe des 1. Rippenköpfchens; tritt u. a. beim Pancoast-Tumor oder Schilddrüsenkarzinom

  • OkulomotoriuspareseOkulomotoriusparese: einseitig, begleitende Mydriasis (Anisokorie), lichtstarre Pupille

  • Myasthenia Myasthenia gravisgravis: meist beidseitig, Verschlechterung gegen Abend oder nach längeren Anstrengungen (z. B. konzentriertes Lesen)

Lidschwellung

Lidschwellung Miosis

Hinweis

Die Differenzialdiagnostik der Lidschwellung erfolgt nach den Ursachen.

  • HordeolumHordeolum: akute Staphylokokkeninfektion, schmerzhafte Lidschwellung mit Rötung, Schmerzen, gelblicher Eiterhof

  • LidabszessLidabszess: prallharte Lidschwellung, verengte Lidspalte, Schmerzen und andere lokale Entzündungszeichen

  • ChalazionChalazion: schmerzlose Schwellung, Talgdrüsenretention, wenig entzündliche Symptome

  • OrbitalphlegmoneOrbitalphlegmone: pralle Schwellung der Lider und Umgebung, Augenbeweglichkeit eingeschränkt, starke lokale und systemische Entzündungszeichen

  • Allergisch: Schwellung, Schmerzen, Rötung, Schuppung, Juckreiz; begleitend seröse Rhinitis, Juckreiz am Gaumen, evtl. Asthma-Anfälle

  • Ödem: bei renalem Ödem Lidödeme am stärksten am Morgen, beim Quincke-Ödem als teigige Lid- und Gesichtsschwellung nach Allergenexposition

Augenbeteiligung bei internistischen Erkrankungen

Augenbeteiligung

Nachfolgend werden wichtige internistische Erkrankungen und deren okuläre Begleitsymptome aufgeführt.

  • HypertonieHypertonie: in der Augenhintergrunduntersuchung geschlängelte Arterien, Kaliberschwankungen, punktförmige Netzhautblutungen, geschwollene Papille, Cotton-wool-Herde; Blutdruckwerte ↑

  • Diabetes Diabetes mellitusmellitus: in der Augenhintergrunduntersuchung Gefäßneubildungen an der Iris, Blutungen an der Netzhaut, Glaskörperblutungen, Ablatio retinae, Cataracta diabetica; im Laborbefund HbA1c ↑, Symptome der Mikro- und Makroangiopathie

  • FettstoffwechselstörungFettstoffwechselstörung: Xanthelasmen an den Lidern, Arcus senilis; im Laborbefund Cholesterin ↑, Triglyzeride ↑

  • Morbus Morbus WilsonWilson: Kayser-Fleischer-Ring (bräunlich-grüner Ring an der Kornea, der durch Kupferablagerung entsteht); im Laborbefund Coeruloplasmin ↓, Kupferausscheidung im Urin ↑

  • Morbus Morbus BasedowBasedow: Exophthalmus, Glanzauge, seltener Lidschlag, Konvergenzschwäche, eingeschränkte Bulbusbeweglichkeit, Hyperthyreosesymptome

  • Rheumatische Erkrankungen: Iritis (Morbus Morbus BechterewBechterew, rheumatoide rheumatoide ArthritisArthritis), Konjunktivitis (Reiter-Reiter-SyndromSyndrom), Papillenödem und Papillenischämie (Arteriitis Arteriitis temporalistemporalis)

Akuter Visusverlust

Die Differenzialdiagnostik des akuten Visusverlustes erfolgt nach dessen Ursachen.

  • Trauma: wegweisend ist die Anamnese; begleitend u. U. Monokel-, Brillenhämatom oder konjunktivale Blutung

  • ZentralarterienverschlussZentralarterienverschluss: schmerzloser Visusverlust, meist einseitig, Pupillenstarre, häufig anamnestisch arteriosklerotische Erkrankungen

  • ZentralvenenverschlussZentralvenenverschluss: schmerzloser Visusverlust, meist einseitig, häufig bei Polycythaemia vera oder anderen Erkrankungen mit Thromboseneigung

  • NetzhautablösungAblatio retinaeNetzhautablösung (16.2.3): schmerzloser Visusverlust, Rußregen, aufsteigende Mauer von unten, Vorhang von oben

  • GlaskörperblutungGlaskörperblutung: schmerzloser Visusverlust, häufig bei Diabetes mellitus oder Makuladegeneration

  • Akutes GlaukomGlaukom: starke Schmerzen, Mydriasis, hochrotes Auge, Bulbus palpatorisch steinhart

  • Arteriitis Arteriitis temporalistemporalis: schmerzlose Erblindung, Schmerzen beim Kauen, druckschmerzhafte Arterie, Sturzsenkung, Assoziation mit Polymyalgia rheumatica

Langsamer Visusverlust

langsamer

Die Differenzialdiagnostik des langsamen Visusverlustes erfolgt nach den Ursachen.

  • OptikusatrophieOptikusatrophie: Kompression durch Tumor, Glaukom, toxische Ursachen, Ischämie; Symptome abhängig von der Primärkrankheit

  • OptikusneuritisOptikusneuritis: subakut über Stunden bis Tage, v. a. bei multipler Sklerose

  • StauungspapilleStauungspapille: Begleitsymptom bei Hirndrucksteigerung

  • KataraktKatarakt (16.2.2): schmerzloser Visusverlust, „Schleier vor Augen“, Lichtempfindlichkeit

  • AderhautmelanomAderhautmelanom: Symptome der Ablatio retinae durch Vernarbungsprozesse in Bereich des Tumorwachstums

  • MakuladegenerationMakuladegeneration: schmerzloser Visusverlust, graue Schleier im Blickzentrum, meist keine komplette Blindheit

Miosis

Die Differenzialdiagnostik der Miosis (enge Pupillen) erfolgt nach deren Ursachen.

Physiologisch
  • Lichteinfall: reflektorische Kontraktion des M. sphincter pupillae an beiden Augen

  • Parasympathikusaktivierung (Ruhebedingungen): reflektorische Kontraktion des M. sphincter pupillae

Neurologisch
  • Horner-Horner-SyndromSyndrom: Miosis, Ptosis und Enophthalmus durch Schädigung der sympathischen Ganglien, die das Auge versorgen; Ursachen u. a. Pancoast-Tumor, Schilddrüsenkarzinom

  • Sinus-cavernosus-Sinus-cavernosus-ThromboseThrombose: Bewusstseinsstörung, Protrusio bulbi, epileptische Anfälle, Hirnnervenausfälle, evtl. Fieber (bei septischen Formen)

  • MeningitisMeningitis: typisch sind Fieber, Kopfschmerzen, positive Meningendehnungszeichen, im Laborbefund Entzündungszeichen ↑; bei Meningokokken-Meningitis petechiale Blutungen (Waterhouse-Friederichsen-Syndrom)

Pharmakologisch
  • Opiate, Narkotika: wegweisend ist die Anamnese, bei Bewusstlosigkeit die Fremdanamnese oder Aservate

  • Pilokarpin: positive Glaukomanamnese

Entzündlich
Argyll-Robertson-Argyll-Robertson-PupillePupille: beidseitige, meist asymmetrische Miosis mit fehlender Lichtmiosis, aber erhaltener Naheinstellungsreaktion, entrundete Pupillen möglich; bei Neurolues, Neuroborreliose, multipler Sklerose

Mydriasis

Mydriasis

Die Differenzialdiagnostik der Mydriasis (weite Pupillen) erfolgt nach deren Ursachen.

Physiologisch
  • Dunkelheit: reflektorische Aktivierung des M. dilatator pupillae

  • Sympathikusaktivierung (Schreck, Angst, Erregung, Stress): reflektorische Aktivierung des M. dilatator pupillae

Neurologisch
  • Koma: Bewusstlosigkeit, fehlende Reaktion auf Schmerzreize

  • MigräneMigräne: meist einseitiger Kopfschmerz, Blässe, Übelkeit, Erbrechen; episodisches Auftreten

Pharmakologisch
  • Atropin, trizyklische Antidepressiva: lichtstarre Pupillen, keine Naheinstellung; wegweisend ist die Medikamentenanamnese

  • Drogen (Kokain, LSD, Amphetamine): lichtstarre Pupillen, träge Pupillenreaktion, keine Naheinstellung; Hypertonie, Tachykardie, Tremor, epileptische Anfälle, Hyperthermie, Unruhe, Delir; wegweisend ist die Anamnese

Weitere
  • GlaukomGlaukomanfall (16.2.5): plötzliche Augen- und Kopfschmerzen, weite konjunktivale Gefäße, steinharter Bulbus

  • Trauma: wegweisend ist die Anamnese; begleitend u. U. Monokel-, Brillenhämatom oder konjunktivale Blutung

  • OptikusatrophieOptikusatrophie: Kompression durch Tumor, Glaukom, toxische Ursachen, Ischämie; Symptome abhängig von der Primärkrankheit

Anisokorie

Anisokorie

Die Differenzialdiagnostik der Anisokorie erfolgt nach deren Ursachen. Unter Anisokorie versteht man eine seitendifferente Pupillenweite.

Angeboren
Seltene Störung, die meist keinen Krankheitswert hat
Erkrankungen des Auges
  • Akuter GlaukomGlaukomanfall (16.2.5): plötzliche Augen- und Kopfschmerzen, weite konjunktivale Gefäße, steinharter Bulbus

  • IritisIritis: Lichtscheu, konjunktivale Gefäßdilatation, Schmerzen; häufig Assoziation mit rheumatischen Erkrankungen, u. a. Morbus Bechterew

ZNS-Erkrankungen und Erkrankungen der peripheren Nerven
  • Horner-Horner-SyndromSyndrom: Miosis, Ptosis und Enophthalmus durch Schädigung der sympathischen Ganglien, die das Auge versorgen; Ursachen u. a. Pancoast-Tumor, Schilddrüsenkarzinom

  • OkulomotoriuspareseOkulomotoriusparese durch einseitige Hämatome innerhalb der Schädelhöhle (z. B. Epi- oder subdurale Blutung), Neubildungen (Tumoren, Metastasen) oder Botulismus

Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen

Die Differenzialdiagnostik der Ohrenschmerzen erfolgt nach deren Ursachen.

Lokal entzündlich
  • GehörgangsfurunkelGehörgangsfurunkel: akute, lokale Schmerzen und andere Entzündungssymptome im Gehörgang, evtl. sichtbares Furunkel

  • Otitis Otitis externaexterna: akute Schmerzen im Gehörgang, Eiterexsudation

  • Otitis Otitis mediamedia (16.2.6): akuter Beginn mit Fieber, hochrotes, vorgewölbtes Trommelfell mit Paukenerguss, eitriges Sekret nach Trommelfellperforation, Schwerhörigkeit

  • MastoiditisMastoiditis: Symptome der Otitis media, entzündlich verändertes Mastoid, systemische Entzündungszeichen ↑

  • Herpes Herpes zosterzoster: Bläschenbildung im Bereich der Ohrmuschel und des Gehörgangs

Trauma
  • KnalltraumaKnall- oder Explosionstrauma: wegweisend ist die Anamnese

  • Fraktur: wegweisend ist die Aanamnese

Fortgeleiteter Schmerz
  • ParotitisParotitis: meist einseitige Parotisschwellung, Schmerzen beim Kauen

  • Angina Angina tonsillaristonsillaris: hochroter Rachen und Tonsillen mit eitrigen Belägen, Fieber

  • MyogeloseMyogelose: tastbare Muskelverhärtung im meist zervikalen Bereich und zerviko-thorakalen Übergang, Schmerzverstärkung bei Bewegung des Kopfes

  • SinusitisSinusitis: akute oder subakute Gesichtsschmerzen, Druck- und Klopfempfindlichkeit der betroffenen Sinus, Schnupfen, Eiterstraßen entlang der hinteren Rachenwand

Schwerhörigkeit

  • Schallleitungsschwerhörigkeit: Schallübertragung zum Innenohr ist behindert. Das äußere Ohr und das Mittelohr sind an der Schallweiterleitung beteiligt. Krankhafte Prozesse in diesen beiden Abschnitten führen zur Schallleitungsschwerhörigkeit.

  • Schallempfindungsschwerhörigkeit: Ist auf Erkrankungen des Innenohrs oder des VIII. Hirnnerven zurückzuführen. Hörminderung meist zunächst bei höheren Frequenzen.

Die Diagnostik erfolgt mit Weber- und Rinneversuch.

Schallleitungsschwerhörigkeit Schallleitungsschwerhörigkeit
  • Ohrenschmalz oder andere Fremdkörper im äußeren Gehörgang: wegweisend ist die Otoskopie

  • Verletzungen oder Veränderung des Trommelfells: wegweisend ist die Otoskopie

  • Tubenbelüftungsstörung durch u. a. adenoide Vegetationen, allergische Ursachen: neben der Schwerhörigkeit Symptome der Primärkrankheit

  • Otitis Otitis mediamedia (16.2.6): akuter Beginn mit Fieber, hochrotes, vorgewölbtes Trommelfell mit Paukenerguss, eitriges Sekret nach Trommelfellperforation

  • OtoskleroseOtosklerose: Fixierung der Steigbügelplatte am ovalen Fenster, Tinnitus

  • Unterbrechung der gelenkigen Verbindung zwischen Hammer, Amboss und Steigbügel durch z. B. Knalltrauma oder mechanisches Trauma

Schallempfindungsschwerhörigkeit
  • Morbus Morbus MenièreMenière (16.2.7): anfallsartiger Drehschwindel, Fallneigung, Nystagmus

  • HörsturzHörsturz (16.2.8): Schwerhörigkeit und Druck auf dem betroffenen Ohr

  • Andauernde Lärmbelastung (Kopfhörer, regelmäßige Disco-Besuche): wegweisend ist die Anamnese

  • Altersbedingte Degeneration der Sinneszellen

  • Medikamentennebenwirkung, u. a. Furosemid oder Aminoglykoside: wegweisend ist die Medikamentenanamnese

  • AkustikusneurinomAkustikusneurinom: Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Tinnitus, Hirnnervenausfälle (v. a. VII und VIII)

Tinnitus

Tinnitus

Die Differenzialdiagnostik des Tinnitus erfolgt nach dessen Ursachen.

Otogen
  • LärmschwerhörigkeitLärmschwerhörigkeit: wegweisend sind Berufs- und Freizeitanamnese

  • Morbus Morbus MenièreMenière (16.2.7): anfallsartiger Drehschwindel, Fallneigung, Nystagmus

  • Otitis Otitis mediamedia (16.2.6): akuter Beginn mit Fieber, hochrotes, vorgewölbtes Trommelfell mit Paukenerguss, eitriges Sekret nach Trommelfellperforation

  • OtoskleroseOtosklerose: Schwerhörigkeit durch Fixierung der Steigbügelplatte am ovalen Fenster, Tinnitus

Vaskulär
  • HypertonieHypertonie: okzipitale Kopfschmerzen, v. a. am Morgen

  • HypotonieHypotonie: Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen, Kollapsneigung, Müdigkeit

  • AnämieAnämie: Müdigkeit, Schwäche, Blässe, Belastungsdyspnoe, evtl. funktionelles Herzgeräusch

  • Polycythaemia Polycythaemia veravera: Gesichtsrötung (Plethora), Juckreiz, Hypertonie; im Laborbefund Erythrozyten ↑, Hämatokrit ↑, Hämoglobin ↑, Leukozyten ↑, Thrombozyten ↑, BSG ↓

Traumatisch
Schädel-Hirn-Schädel-Hirn-TraumaTrauma: Traumaanamnese, Bewusstlosigkeit (evtl. kurz), Nackensteifigkeit, neurologische Ausfälle (Contusio und Compressio)
Neoplastisch
AkustikusneurinomAkustikusneurinom: Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Tinnitus, Hirnnervenausfälle (v. a. VII und VIII)
Toxisch
  • Alkohol: wegweisend sind die Anamnese und ggf. Hinweise auf alkoholische Begleiterkrankungen, u. a. Leberfunktionsstörungen, Pankreatitis, Polyneuropathie

  • CO-CO-IntoxikationIntoxikation: Dyspnoe, rosige Gesichtsfarbe (keine Zyanose), Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Flimmerskotome, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle

  • Medikamentennebenwirkung: wegweisend ist die Medikamentenanamnese

Muskulär
Chronische Verspannung: tastbarer muskulärer Hartspann, lokale Schmerzhaftigkeit der Muskulatur
Psychogen
Stress: Verstärkung der Symptome bei Belastungssituationen

Erkrankungen und deren Leitsymptome

Konjunktivitis

Konjunktivitis Definition
BindehautentzündungBindehautentzündung. Ursachen können Viren (Adeno-, Coxsackie-, Herpesviren; Konjunktivitis epidemica), Bakterien (Pneumo-, Staphylo-, Strepto-, Gonokokken, Chlamydien) oder nicht-infektiös u. a. Tränenmangel, Fremdkörper, UV-Licht, Säure, Laugen, Allergien sein.
Leitsymptome
  • Virale und nicht-infektiöse Konjunktivitis: hochrote Schwellung mit Lichtempfindlichkeit und Bindehautödem (Chemosis), Fremdkörpergefühl, Tränenträufeln, wässriges Sekret

  • Bakterielle Konjunktivitis: eitriges oder blutiges Sekret, Lidschwellung, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit

Therapie
  • Bei Verätzung Spülen der Augen und Klinikeinweisung (20.13.3)

  • Je nach Ursache gefäßverengende, antibiotische oder glukokortikoidhaltige Augentropfen

  • Credé-Prophylaxe mit 1 % Silbernitrat-Lösung nach der Geburt (bei Gonokokken)

Katarakt (grauer Star)

Katarakt grauer Star Definition
Linsentrübung, die zur reduzierten Sehschärfe führt. Im Alter häufig. Risikofaktoren sind genetische Disposition, UV-Licht, Myopie, Alkohol-, Nikotinabusus, Diabetes mellitus, topische und systemische Glukokortikoide. Die angeborene Katarakt ist meist die Folge einer mütterlichen Röteln-Erstinfektion während der Schwangerschaft.
Leitsymptome
  • Verschwommensehen und Blendungsgefühl

  • Reduziertes Sehvermögen in der Dämmerung oder Dunkelheit

  • Reduziertes Farberkennen

  • Sehstörungen beim Lesen

Therapie
Operative Entfernung der Linse und Implantation einer Kunstlinse

Ablatio retinae (Netzhautablösung)

Netzhautablösung Ablatio retinae Definition
Entsteht durch Trennung der beiden Netzhautschichten (Pigmentepithel und Neuroepithel). Ursachen sind u. a. Myopie, Blutungen, Diabetes mellitus.
Leitsymptome
  • „Rußregen“

  • Schmerzloser Visusverlust als „aufsteigende Mauer von unten“ bei Ablösung im oberen Bulbusbereich oder „herabfallender Vorhang von oben“ bei Ablösung im unteren Bereich

Therapie
Notfall → Vorgehen nach dem üblichen Standard (20.13.1)

Makuladegeneration

Makuladegeneration Definition
Erkrankung des gelben Flecks, die mit einer irreversiblen Störung der Sehschärfe einhergeht. Häufigste Erblindungsursache des älteren Menschen, wobei die Ursache letztlich unklar ist. Sie kann in trockene und feuchte Makuladegeneration eingeteilt werden.
Symptome
  • Graue Schatten im Blickzentrum und Verzerrtsehen

  • Schmerzlose, eingeschränkte Sehfähigkeit bis hin zur Erblindung

Therapie
  • Sehr begrenzt und nicht immer erfolgreich

  • Leselupe, Lupenbrille und andere Sehhilfen

  • Laserbehandlung

Glaukom (grüner Star)

grüner Star Glaukom Definition
Intraokuläre Drucksteigerung (> 21 mmHg) durch Missverhältnis von Kammerwasserproduktion und -abfluss. Es kann zwischen dem Weitwinkel- und akutem Engwinkelglaukom unterschieden werden.
Leitsymptome des akuten Engwinkelglaukoms
  • Heftige Kopfschmerzen, Augenschmerzen, Bauchschmerzen

  • Steinharter Bulbus, Mydriasis, u. U. entrundete, lichtstarre Pupille

  • Hyperämie der konjunktivalen Gefäße

  • Nebelsehen und (grüne) Farbringe um Lichtquellen

Begleitsymptome
  • Gegebenenfalls Fieber

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Hornhauttrübung

  • Komplikationen: Visusverlust, Optikusatrophie

Therapie
Notfall → Vorgehen nach dem üblichen Standard (20.13.2)

Otitis media

Otitis media Definition
Bakterielle Entzündung der Schleimhaut des Mittelohrs bzw. der Paukenhöhle.
Leitsymptome
  • Säuglinge und Kleinkinder: häufig unspezifische Beschwerden wie Bauchweh, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

  • Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber

  • Hochrotes, vorgewölbtes Trommelfell

  • Paukenerguss

  • Eitriges Sekret aus dem Gehörgang nach Trommelfellperforation

Begleitsymptome
  • Eitriges Sekret aus Nase und an Rachenhinterwand

  • Komplikationen: Mastoiditis, Hirnbszess, Meningitis, Sinusitis

Therapie
  • Ibuprofen, Antibiotika

  • Gegebenenfalls Parazentese

Morbus Menière

Morbus Menière Definition
Innenohrerkrankung, die mit Vermischung von Endolymphe und Perilymphe einhergeht.
Leitsymptome
Anfallsartiger Drehschwindel, Fallneigung und Spontannystagmus
Begleitsymptome
  • Tinnitus

  • Schwerhörigkeit (v. a. tiefe Frequenzen)

  • Übelkeit, Erbrechen

Therapie
  • Im Anfall symptomatisch; Notfall → Vorgehen nach dem üblichen Standard (20.13.5)

  • Nach ersten Rezidiven Prophylaxe mit Betahistin möglich

Hörsturz

Hörsturz Definition
Akuter Hörverlust.
Leitsymptome
  • Schwerhörigkeit

  • Druck auf dem betreffenden Ohr

Begleitsymptome
  • Tinnitus

  • Schwindel

Therapie
Notfall → Vorgehen nach dem üblichen Standard (20.13.6)

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