© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-58385-8.00001-1

10.1016/B978-3-437-58385-8.00001-1

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin März 2004

001 ?

Einfachauswahl

Eine 28-jährige Beamtin mit Rückenschmerzen kommt in Ihre Praxis. Sie beobachten, dass sie beim Betreten des Sprechzimmers hinkt, sich vermehrt die schmerzende Stelle reibt und beim Sitzen eine Schonhaltung einnimmt. In der Schmerzanamnese berichtet sie u. a., dass ihr Mann ihr immer ansähe, wenn sie Schmerzen habe, und sie dann umsorge und den Haushalt mache. – Mit welchem Lernprinzip ist das vermehrt gezeigte nonverbale Schmerzverhalten am ehesten zu erklären?

Antwort A Klassische Konditionierung

Antwort B Operante Konditionierung

Antwort C Primäre Verstärkung

Antwort D Prompting

Antwort E Reizgeneralisierung

001 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Beim klassischen Konditionieren wird eine angeborene Reaktion (z. B. Speichelfluss) auf einen bestimmten Reiz (Essen) mit einem neutralen Reiz (z. B. Klingelton) gekoppelt. Dieser wird schließlich zum Auslöser für die angeborene Reaktion. Dies passt nicht zu diesem Fallbeispiel.

Zu B Richtig. Operante Konditionierung ist gleichbedeutend mit Belohnungslernen. In unserer Fallgeschichte entspricht das fürsorgliche Verhalten des Mannes einer Belohnung für das Schmerzverhalten, das dadurch verstärkt wird.

Zu C Falsch. Eine primäre Verstärkung ist eine Belohnung durch sog. primäre Verstärker, die fundamentale Bedürfnisse erfüllen, z. B. Essen, Trinken, sexuelle Bedürfnisse.

Zu D Falsch. Unter Prompting (engl. prompt, anregen, ermuntern) versteht man eine Technik, bei der eine Verhaltensänderung durch Vormachen oder Ermunterung herbeigeführt wird.

Zu E Falsch. Bei der Reizgeneralisierung wird ein bestimmter Reiz (z. B. die Angst vor dem Bohren beim Zahnarzt) auf andere ähnliche Reize (z. B. eine Bohrmaschine) ausgeweitet.

002 ?

Einfachauswahl

Eine Patientin leidet unter der Angst, auf der Straße ohnmächtig zu werden und in eine hilflose Situation zu geraten. Sie vermeidet es deshalb, das Haus ohne Begleitung durch ihren Ehemann zu verlassen. – Das Vermeidungsverhalten lässt sich lerntheoretisch am ehesten erklären als:

Antwort A Extinktion

Antwort B Klassische Konditionierung

Antwort C Negative Verstärkung

Antwort D Reziproke Hemmung

Antwort E Signallernen

002 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Wenn zwei Reize über längere Zeit nicht mehr gekoppelt oder belohnt werden, kommt es zur Extinktion. Davon ist in dieser Fallgeschichte nicht die Rede.

Zu B Falsch. Das Vermeidungsverhalten wird nicht durch klassische Konditionierung verursacht.

Zu C Richtig. Das Vermeidungsverhalten wird dadurch verstärkt, dass die Angst weniger wird. Die Verstärkung eines bestimmten Verhaltens durch Wegfall oder Reduktion eines negativen Reizes (hier: der Angst) heißt negative Verstärkung.

Zu D Falsch. Die reziproke (= gegenseitige) Hemmung ist typisch für die systematische Desensibilisierung, bei der man davon ausgeht, dass Angst und Entspannung sich gegenseitig hemmen. Entspannung kommt in dieser Fallgeschichte nicht vor.

Zu E Falsch. Beim Signallernen reagiert eine Person automatisch auf ein bestimmtes „Signal“ (z. B. eine rote Ampel) oder – beim klassischen Konditionieren – auf einen konditionierten Reiz (z. B. den Klingelton, der an „Essen“ gekoppelt ist).

003 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie vier Antworten.

Zu den Grundtypen der psychoanalytischen Charaktertypologie zählen:

Antwort A Der autistische Charakter

Antwort B Der depressive Charakter

Antwort C Der hysterische Charakter

Antwort D Der schizoide Charakter

Antwort E Der zwanghafte Charakter

003 !

Richtig sind die Antworten B, C, D und E.

Zu A Falsch. Autistische Symptome sind Folgen einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung (frühkindlicher Autismus oder Asperger Syndrom), nicht einer Persönlichkeitsstörung bzw. einer „Charakterneurose“ (Freud). Oder aber sie bezeichnen – nach Bleuler – eines von mehreren Negativsymptomen bei der Schizophrenie, also keinesfalls eine über Jahre hinweg gleich bleibende Persönlichkeitsstruktur.

Zu B Richtig. Die 4 Grundtypen der psychoanalytischen Charaktertypologie gehen auf Fritz Riemann zurück, der in seinem Buch Grundformen der Angst vier Typen der Persönlichkeit beschreibt, von denen jede durch spezielle Arten von Angst charakterisiert ist. Er nennt sie schizoide, depressive, zwanghafte oder hysterische Persönlichkeiten. In der ICD-10 finden sich drei davon als depressive, anankastische und histrionische Persönlichkeitsstörung wieder. Eine depressive Persönlichkeitsstörung kennt die ICD-10 nicht.

Zu C Richtig. Kommentar zu C.

Zu D Richtig. Kommentar zu C.

Zu E Richtig. Kommentar zu C.

004 ?

Aussagenkombination

Die Anregung einer rechtlichen Betreuung kann erfolgen durch:

  • 1.

    Einen Nervenarzt oder Psychiater.

  • 2.

    Einen in der Psychiatrie erfahrenen Arzt.

  • 3.

    Einen Arzt oder Psychotherapeuten.

  • 4.

    Eine öffentliche Einrichtung.

  • 5.

    Jedermann.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

004 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Eine rechtliche Betreuung beantragen kann nur der Betroffene selbst, eine Betreuung anregen kann jedermann (z. B. nahe Angehörige, Verwandte, Arzt, Therapeut). Wenn der Betroffene aufgrund einer psychischen Erkrankung oder einer geistigen oder seelischen Behinderung seinen Willen nicht kundtun kann, entscheidet das zuständige Betreuungsgericht „von Amts wegen“.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Richtig. Jeder kann eine Betreuung anregen (Nicht verwechseln: „Anregen“ ist etwas anderes als „beantragen“!). Kommentar zu 1.

005 ?

Aussagenkombination

Welche Symptome sprechen für eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)?

  • 1.

    Überschießende Aktivität

  • 2.

    Abnormes Maß von Unaufmerksamkeit

  • 3.

    Erhöhte Impulsivität

  • 4.

    Beginn bereits in den ersten Lebensjahren

  • 5.

    Deutliche Besserung der Schwierigkeiten bei der Einschulung

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

005 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die typischen Merkmale der ADHS lassen sich nach ICD-10 in drei große Bereiche einteilen: G1: Störungen der Aufmerksamkeit; G2: Überaktivität; G3: Impulsivität.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. ADHS ist charakterisiert durch einen frühen Beginn (meist in den ersten 5 Lebensjahren).

Zu 5 Falsch. Die Schwierigkeiten treten bei der Einschulung verstärkt zutage. Die Symptome dauern oft bis ins Erwachsenenalter an.

006 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie vier Antworten.

Zu den Methoden/Techniken der Verhaltenstherapie (VT) zählen:

  • 1.

    Aversionstherapie

  • 2.

    Lernen am Modell

  • 3.

    Training in Selbstsicherheit

  • 4.

    Gestalttherapie

  • 5.

    Operantes Konditionieren

Antwort A Nur 2 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

006 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Als Aversionstherapie bezeichnet man eine Form der Verhaltenstherapie, bei der mithilfe der klassischen Konditionierung ein unerwünschtes Verhalten (z. B. Rauchen) mit einer negativen Reaktion (z. B. Übelkeit) gekoppelt wird.

Zu 2 Richtig. Modell- oder Imitationslernen ist eine Technik der Verhaltenstherapie.

Zu 3 Richtig. Selbstsicherheitstraining (z. B. bei sozialen Phobien) zählt zu den Techniken der VT.

Zu 4 Falsch. Die von Fritz Perls begründete Gestalttherapie zählt nicht zur Verhaltenstherapie.

Zu 5 Richtig. Operantes Konditionieren (Belohnungslernen) zählt zu den Techniken der VT.

007 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Bei depressiven Patienten werden folgende Denkstörungen häufig beobachtet:

Antwort A Ideenflucht

Antwort B Denkverlangsamung

Antwort C Oligophrenie

Antwort D Ständiges Grübeln

Antwort E Parathymie

007 !

Richtig sind die Antworten B und D.

Zu A Falsch. Ideenflucht (das Springen von einem Gedanken zum anderen) ist typisch für die Manie.

Zu B Richtig. Denkverlangsamung und als Folge davon langsames, stockendes Sprechen sind typisch für depressive Störungen.

Zu C Falsch. Oligophrenie ist eine angeborene oder erworbene Störung der Intelligenz. Das Krankheitsbild findet sich in der ICD-10 unter F7: Intelligenzminderung.

Zu D Richtig. Ständiges Grübeln ist typisch für depressive Störungen.

Zu E Falsch. Bei der Parathymie stimmen Gefühlsausdruck und Erlebnisinhalt nicht überein. Jemand erzählt z. B. vom Tod eines lieben Menschen und lacht dabei. Die Parathymie ist typisch für schizophrene Erkrankungen, nicht für depressive Störungen.

008 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur nichtorganischen Enkopresis (Einkoten) treffen zu?

  • 1.

    Kennzeichnend ist das Absetzen von Fäzes an Stellen, die dafür nicht vorgesehen sind.

  • 2.

    Die Enkopresis kann Teil einer Störung des Sozialverhaltens sein.

  • 3.

    Eine Erscheinungsform ist: Stuhlretention mit Überlauf.

  • 4.

    Eine Persistenz bis ins Erwachsenenalter ist die Regel.

  • 5.

    Das Störungsbild ist seltener als die primäre nichtorganische Enuresis.

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

008 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Fäzes ist ein anderes Wort für Kot. (Das Wort „Fäkalien“ leitet sich davon her.)

Zu 2 Richtig. Bei den Störungen des Sozialverhaltens findet sich oft ein aufsässiges, oppositionelles Verhalten. In diesem Zusammenhang kann auch bewusstes Einkoten oder Absetzen von Kot in der Wohnung, im Bett etc. vorkommen.

Zu 3 Richtig. Retention = Zurückhalten. Manche Kinder halten den Stuhl zurück, bis sie irgendwann den Schließmuskel nicht mehr kontrollieren können und es so zum „Überlaufen“ kommt.

Zu 4 Falsch. Eine Persistenz (= Andauern) bis ins Erwachsenenalter ist äußerst selten.

Zu 5 Richtig. Grundsätzlich ist das Einkoten seltener als das Einnässen (= Enuresis).

009 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen trifft/treffen auf eine Borderline-Persönlichkeitsstörung zu?

  • 1.

    Die Störung hat einen aktuellen Konflikthintergrund.

  • 2.

    Es liegt eine überdauernde Schwierigkeit in der emotionalen Spannungsregulation vor.

  • 3.

    Es bestehen Wahnvorstellungen.

  • 4.

    Psychische Auffälligkeiten bestehen oft schon im Jugendalter.

  • 5.

    Wahrnehmung und Denken sind nach einem Schwarz-Weiß-Muster polarisiert.

Antwort A Nur 4 ist richtig.

Antwort B Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

009 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Ursache der Störung sind nach heutigem Wissensstand frühkindliche Erlebnisse (Traumatisierung; soziale Vernachlässigung; Bindungsstörung), keine aktuellen Konflikte.

Zu 2 Richtig. Die Betroffenen leiden unter Stimmungsschwankungen und emotionalen Ausbrüchen, die sie infolge einer ausgeprägten Ich-Schwäche nur schwer kontrollieren können.

Zu 3 Falsch. Wahn kann bei Borderline-Patienten in Krisensituationen kurzzeitig auftreten, ist jedoch nicht typisch für die Störung.

Zu 4 Richtig. Schon im Jugendalter leiden die Betroffenen an Stimmungsschwankungen, depressiven Einbrüchen und schweren Störungen des Selbstwerts. Viele betroffene Jugendliche versuchen, ihre Spannungen durch selbstverletzendes Verhalten oder Konsum von psychotropen Substanzen abzubauen.

Zu 5 Richtig. Borderline-Patienten sehen ihre Mitmenschen nur als „gut“ oder als „schlecht“ bzw. „böse“ und tendieren dazu, die „Guten“ auf- und die „Bösen“ abzuwerten.

010 ?

Einfachauswahl

Seit einem Verkehrsunfall vor 1 Jahr hat ein 44-jähriger Mann nicht nur Angst vor dem Autofahren, sondern auch Angst, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. – Aus lerntheoretischer Sicht kommt für die Ausweitung der Angst am ehesten in Betracht:

Antwort A Diskriminationslernen

Antwort B Habituation

Antwort C Shaping

Antwort D Modell-Lernen

Antwort E Reizgeneralisierung

010 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Diskriminationslernen bedeutet: Jemand kann ähnliche Reize voneinander unterscheiden (engl.: discriminate ) und darauf unterschiedlich reagieren. Dies passt nicht zur Fallgeschichte.

Zu B Falsch. Habituation bedeutet „Gewöhnung“. Bei der Expositionstechnik bleibt der Klient z. B. so lange in der angstbesetzten Situation, bis der Organismus sich daran gewöhnt und das Angstniveau abnimmt. Das passt hier nicht.

Zu C Falsch. Shaping (engl.: shape, Form) bezeichnet das schrittweise „Formen“ eines neuen Verhaltens, wobei jeder einzelne Schritt belohnt wird. Shaping wird z. B. in der Tierdressur eingesetzt.

Zu D Falsch. Modell-Lernen (Imitationslernen) wird z. B. in der Therapie sozialer Ängste oder beim Selbstsicherheitstraining eingesetzt. Im Fallbeispiel gibt es keinen Hinweis darauf, dass der Mann irgendjemanden imitiert.

Zu E Richtig. Bei der Reizgeneralisierung wird ein bestimmter Reiz (Angst vor dem Autofahren) auf andere ähnliche Reize (Angst vor Bahn, Bus, Straßenbahn, U-Bahn etc.) ausgeweitet.

011 ?

Einfachauswahl

Für welches der im Folgenden genannten Störungsbilder sind optische Halluzinationen in Form kleiner, lebhaft sich bewegender Gebilde in erster Linie charakteristisch?

Antwort A Alkoholhalluzinose

Antwort B Chronisches hirnorganisches Psychosyndrom

Antwort C Delirium tremens

Antwort D Manischer Stupor

Antwort E Somnambulismus

011 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Für die Alkoholhalluzinose sind nicht optische, sondern akustische Halluzinationen typisch.

Zu B Falsch. Das Delir ist ein Beispiel für ein akutes hirnorganisches Psychosyndrom. Ein chronisches organisches Psychosyndrom wäre z. B. die Demenz. Hinweis: Die Bezeichnung „hirnorganisches Psychosyndrom“ (HOPS) ist inzwischen nicht mehr aktuell. Heute spricht man stattdessen von einem „organischen Psychosyndrom“ (OPS).

Zu C Richtig. Das Delirium tremens (Alkoholentzugsdelir) ist charakterisiert durch optische Halluzinationen (meist kleine Tiere), Verwirrtheit, Orientierungsstörungen und diverse vegetative Symptome. Dies ist hier die wahrscheinlichste Diagnose.

Zu D Falsch. Stupor kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Erstarrung“. Maniker sind überaktiv, das Gegenteil von „erstarrt“.

Zu E Falsch. Somnambulismus bedeutet „Schlafwandeln“. Davon ist in dieser Beschreibung nichts zu finden.

012 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zum Suizid/Suizidversuch treffen zu?

  • 1.

    Patienten mit paranoider Schizophrenie haben ein erhöhtes Suizidrisiko.

  • 2.

    Suizide treten jahreszeitlich gehäuft auf.

  • 3.

    Bei Suizidversuch in der Vorgeschichte besteht ein erhöhtes Suizidrisiko.

  • 4.

    Patienten mit rezidivierender depressiver Störung haben ein erhöhtes Suizidrisiko.

  • 5.

    Frauen sind bei den Suiziden um ein Mehrfaches häufiger vertreten als Männer.

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

012 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Menschen, die an Schizophrenie erkrankt sind, haben ein erhöhtes Suizidrisiko.

Zu 2 Richtig. Im Frühjahr und Sommer nehmen sich mehr Menschen das Leben als im Herbst und Winter.

Zu 3 Richtig. Personen, die bereits einen Suizidversuch unternommen haben, sind besonders suizidgefährdet.

Zu 4 Richtig. Bei allen Patienten mit Depressionen – auch schwerer rezidivierender depressiver Störung – ist das Suizidrisiko erhöht.

Zu 5 Falsch. Bei vollendetem Suizid beträgt das Verhältnis Männer zu Frauen etwa 3 : 1; bei Frauen hingegen sind Suizidversuche wesentlich häufiger als bei Männern.

013 ?

Aussagenkombination

Welche Maßnahmen sind typischerweise Bestandteil der operanten Therapie chronischer Schmerzen?

  • 1.

    Zeitkontingente Medikation

  • 2.

    Aktivitätsmodifikation

  • 3.

    Verhaltensanalyse

  • 4.

    Schmerzkontingente Medikation

  • 5.

    Einbeziehung von Bezugspersonen des Patienten

Antwort A Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

013 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig (engl. contingent, abhängig von). Bei einer „zeitkontingenten Medikation“ werden die Medikamente gegen den Schmerz zu festen Zeiten gegeben, nicht wenn der Patient danach verlangt. Schmerz bzw. Schmerzverhalten werden so nicht belohnt.

Zu 2 Richtig. Eine Modifikation (= Änderung) der Aktivitäten (z. B. Sport, Spazierengehen) bewirkt, dass die Aufmerksamkeit weg vom Schmerz auf andere Dinge gelenkt wird.

Zu 3 Richtig. Die Verhaltensanalyse stellt fest, welche äußeren Auslöser den Schmerz verstärken, ob es eine Disposition für Schmerzen gibt, welche Konsequenzen die Schmerzreaktionen haben etc.

Zu 4 Falsch. Bei schmerzkontingenter Medikation werden die Medikamente gegeben, wenn der Patient bei Schmerzen danach verlangt. Das Schmerzverhalten wird so belohnt = negativ verstärkt.

Zu 5 Richtig. Wenn ein Patient bei Schmerzäußerungen vermehrt Zuwendung erfährt, entspricht dies einer Belohnung. Die Bezugspersonen werden deshalb angewiesen, nicht das Schmerzverhalten, sondern schmerzfreie Phasen durch Zuwendung zu verstärken.

014 ?

Einfachauswahl

Eine Manie ist durch welche(s) Symptom(e) gekennzeichnet?

  • 1.

    Gehobene Stimmungslage

  • 2.

    Gereiztheit

  • 3.

    Unermüdliche Betriebsamkeit

  • 4.

    Rededrang

  • 5.

    Schlafstörungen

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

014 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Eine gehobene, oft euphorische Stimmungslage, eine Steigerung des Antriebs mit „unermüdlicher Betriebsamkeit“, Rededrang (Logorrhö) und Größenideen sind typische Merkmale einer manischen Episode.

Zu 2 Richtig. In manchen Fällen sind Maniker schnell gereizt oder erregt (Extremfall: manischer Erregungszustand).

Zu 3 Richtig. Kommentar zu A.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu A.

Zu 5 Richtig. Maniker schlafen sehr wenig, haben meist auch kein Bedürfnis nach Schlaf. Auch dies zählt zu den Schlafstörungen.

015 ?

Einfachauswahl

Während einer Psychotherapie übt eine Patientin mit Bulimie alternative Verhaltensweisen, die sie zur Impulskontrolle und Unterdrückung eines Essanfalls einsetzen kann. Welcher psychotherapeutischen Richtung ist diese Vorgehensweise am ehesten zuzuordnen?

Antwort A Gesprächspsychotherapie

Antwort B Psychoanalyse

Antwort C Systemische Psychotherapie

Antwort D Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Antwort E Verhaltenstherapie

015 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. In der Gesprächspsychotherapie geht es u. a. darum, verdrängte Emotionen bewusst zu machen. Dabei werden keine Verhaltensmuster eingeübt.

Zu B Falsch. In der Psychoanalyse werden keine Verhaltensweisen eingeübt.

Zu C Falsch. Bei der systemischen Familientherapie werden die Familienmitglieder der betroffenen Person mit einbezogen. Ein Einüben von „alternativen Verhaltensweisen zur Impulskontrolle“ zählt nicht zu den Methoden der Familientherapie.

Zu D Falsch. Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist eine Weiterentwicklung der Psychoanalyse. Ähnlich wie bei der Psychoanalyse geht es hierbei nicht um das Einüben bestimmter Verhaltensweisen, sondern vorrangig um eine Aufdeckung verdrängter, oft frühkindlicher Konflikte.

Zu E Richtig. Im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung haben viele Bulimiker(innen) eine Störung der Impulskontrolle. Übungen zur Impulskontrolle und zur Unterdrückung eines Essanfalls sind wichtige Bausteine der verhaltenstherapeutisch ausgerichteten Therapie.

016 ?

Einfachauswahl

Ein Psychotherapeut vertritt eine Psychotherapierichtung, bei der die Selbstverwirklichung des Patienten im Vordergrund steht. Grundlage für sein therapeutisches Vorgehen ist das unbedingte Akzeptieren des Patienten, das einfühlende Verstehen und die eigene Kongruenz im Umgang mit ihm. – Welche Therapieform wird hier vorrangig angesprochen?

Antwort A Entspannungstherapie

Antwort B Gesprächspsychotherapie

Antwort C Psychoanalyse

Antwort D Systemische Therapieverfahren

Antwort E Verhaltenstherapie

016 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu B.

Zu B Richtig. Akzeptanz, Empathie und Selbstkongruenz (Echtheit) des Therapeuten sind nach Carl Rogers die drei wichtigsten Eigenschaften des Therapeuten im Umgang mit dem Klienten. Das Gespräch dient hierbei dazu, verdrängte Emotionen bewusst zu machen und so Blockaden auf dem Weg zur Selbstverwirklichung zu lösen. Alle anderen hier aufgeführten Therapieformen passen nicht zu dieser Beschreibung.

Zu C Falsch. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Kommentar zu B.

017 ?

Einfachauswahl

Welche der folgenden Methoden ist am ehesten der Verhaltenstherapie zuzuordnen?

Antwort A Tagtraumtechniken

Antwort B Token-Verstärkungssystem

Antwort C Freies Assoziieren

Antwort D Einfühlendes Verstehen

Antwort E Arbeit an der Übertragung und an Abwehrmechanismen

017 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Tagtraumtechniken sind typisch für das katathyme Bilderleben nach Hanscarl Leuner.

Zu B Richtig. Das Token-Verstärkungssystem (engl. token economy, Ansparen von Bons) ist eine Form des operanten Konditionierens, bei der kleinere Verhaltensänderungen durch spezielle Münzen oder Gutscheine belohnt werden. Nach dem Ansparen einer Reihe von tokens können die „Münzen“ gegen größere Dinge eingetauscht werden (z. B. Kinobesuch, Besuch der Cafeteria, längerer Ausgang etc.). – Das Token-Verstärkungssystem kann in der Klinik auch bei Patienten eingesetzt werden, bei denen andere Belohnungssysteme nicht funktionieren.

Zu C Falsch. Freies Assoziieren ist typisch für die Psychoanalyse nach Freud.

Zu D Falsch. Einfühlendes Verstehen (Empathie) ist ein charakteristisches Merkmal der Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers.

Zu E Falsch. Die Übertragung von früheren Beziehungskonflikten auf den Therapeuten und das Bewusstmachen von Abwehrmechanismen sind typisch für die Psychoanalyse nach Freud.

018 ?

Aussagenkombination

Charakteristische Symptome einer schweren depressiven Episode sind:

  • 1.

    Interessenverlust

  • 2.

    Libidostörung

  • 3.

    Frühmorgendliches Erwachen

  • 4.

    Leibliche Beeinflussungserlebnisse

  • 5.

    Verminderter Appetit

Antwort A Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

018 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Verlust von Antrieb und Interesse, depressive Stimmung, Schlafstörungen (häufig: frühmorgendliches Erwachen), Libidostörungen und verminderter Appetit sind typische Merkmale einer schweren depressiven Episode.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Falsch. Bei schweren Depressionen können psychotische Symptome wie Wahn oder akustische Halluzinationen (meist in Du-Form) auftreten. Beeinflussungserlebnisse jedweder Art zählen zu den Ich-Störungen, die vor allem für schizophrene Erkrankungen typisch sind.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

019 ?

Einfachauswahl

Bei einer Patientin mit Lähmung des linken Beins besteht – nach neurologischer Abklärung – der Verdacht auf eine psychische Störung. Bei der Anamnese findet sich als Auslösesituation der Versuch der sexuellen Kontaktaufnahme zu einem Mann. Weil sie mit restriktiven Sexualnormen erzogen wurde, erlebt die Patientin ihre sexuellen Bedürfnisse ambivalent. – Mit welchem psychoanalytischen Begriff lässt sich der innerpsychische Prozess, der zur Konversionssymptomatik geführt hat, am zutreffendsten kennzeichnen?

Antwort A Negative Übertragung

Antwort B Reaktionsbildung

Antwort C Spaltung

Antwort D Sublimierung

Antwort E Über-Ich-/Es-Konflikt

019 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Bei der Übertragung wird ein frühkindlicher Konflikt mit einer Bezugsperson (z. B. Vater/Mutter) auf den Therapeuten übertragen. Das passt nicht zur Fallgeschichte.

Zu B Falsch. Ein anderer Ausdruck für Reaktionsbildung ist „Verkehrung ins Gegenteil“. Dafür gibt es im Fallbeispiel keine Hinweise.

Zu C Falsch. Die Spaltung ist ein frühkindlicher Abwehrmechanismus, bei dem eine Person mit guten und schlechten Eigenschaften in zwei Personen (z. B. den guten Papa und das „Monster“) aufgespalten wird. Die „Spaltung“ findet sich häufig bei Borderline-Störungen.

Zu D Falsch. Beim Abwehrmechanismus „Sublimierung“ werden nicht akzeptierte Triebregungen (z. B. sexuelle Wünsche) in gesellschaftlich akzeptierte Ausdrucksformen umgewandelt (z. B. Bilder, Gedichte, Musik). Davon ist hier nicht die Rede.

Zu E Richtig. Die Frau steht in einem Konflikt zwischen ihren sexuellen Impulsen (dem Es) und den gesellschaftlichen Normen (dem Über-Ich). Sie kann den Konflikt nur unbewusst durch Erzeugen eines symbolischen Körpersymptoms lösen (= Konversion).

020 ?

Einfachauswahl

Ein schwer kranker Patient äußert: „Es ist nur halb so schlimm, im Grunde genommen geht es mir gut.“ Welches kognitionsbezogene Coping kommt in dieser Äußerung am ehesten zum Ausdruck?

Antwort A Ablenkung

Antwort B Dissimulation

Antwort C Fatalismus

Antwort D Stoizismus

Antwort E Problemanalyse

020 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Coping bedeutet so viel wie „Bewältigungsstrategie“. Ablenkung ist kein Coping-Mechanismus.

Zu B Richtig. Unter Dissimulation versteht man das absichtliche Herunterspielen bzw. Verbergen von Krankheitszeichen (Symptomen), um für gesund gehalten zu werden. Die Dissimulation ist das Gegenteil von „Simulieren“ bzw. „Simulation“.

Zu C Falsch. Fatalismus bedeutet: Akzeptieren eines für unvermeidlich gehaltenen Schicksals im Sinne eines resignierten Hinnehmens des Unabänderlichen. Davon ist in diesem Fallbeispiel nicht die Rede.

Zu D Falsch. Das Wort Stoizismus geht auf die griechische Philosophie der Stoa zurück. Der „stoische Weise“ hat sich u. a. zum Ziel gesetzt, seine Affekte zu beherrschen und Leiden „stoisch gefasst“ zu ertragen.

Zu E Falsch. Die Problem- bzw. Verhaltensanalyse ist eine der zentralen diagnostischen Verfahren in der (kognitiven) Verhaltenstherapie und basiert auf dem SORKC-Modell nach Kanfer. Die Verhaltensanalyse macht der Therapeut, nicht der Klient!

021 ?

Einfachauswahl

Ein an Schizophrenie erkrankter Patient berichtet (nachdem er nachts von Hundegebell geweckt wurde): „Nachts wurde ich wiederholt durch Hundegebell erschreckt. Das ist ein Test. Man will mich prüfen, wie ich darauf reagiere.“ Bei diesem psychopathologischen Phänomen handelt es sich am ehesten um:

Antwort A Eine Pseudohalluzination

Antwort B Eine Gedankeneingebung

Antwort C Akustische Halluzinationen

Antwort D Eine Wahnwahrnehmung

Antwort E Eine illusionäre Verkennung

021 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Eine Pseudohalluzination ist eine Halluzination, die der Betroffene als solche erkennt. Das Bellen des Hundes ist real, keine Halluzination.

Zu B Falsch. Beeinflussungserlebnisse wie die Gedankeneingebung zählen zu den schizophrenen Ich-Störungen. Davon ist in diesem Fallbeispiel nicht die Rede.

Zu C Falsch. Das Gebell des Hundes ist real, keine Halluzination.

Zu D Richtig. Der Patient deutet eine real vorhandene Wahrnehmung im Sinne seines Wahns um („Dies ist ein Test. … Damit will man mir sagen … Dies ist ein Zeichen dafür, dass …“). Dieses Phänomen heißt in der Sprache der Psychiatrie „Wahnwahrnehmung“.

Zu E Falsch. Das Bellen des Hundes ist real vorhanden, keine Sinnestäuschung im Sinne einer illusionären Verkennung.

022 ?

Einfachauswahl

Das verhaltensmedizinische Konzept zur Entstehung chronischer Schmerzen postuliert:

Antwort A Chronischer Schmerz ist ein psychobiologisches Phänomen und wird durch Lernprozesse beeinflusst.

Antwort B Chronischer Schmerz entsteht im Allgemeinen durch eine entsprechende Prädisposition zur „Schmerzpersönlichkeit“.

Antwort C Chronischer Schmerz entsteht im Allgemeinen durch die Umwandlung eines seelischen Konflikts in ein körperliches Symptom.

Antwort D Chronischer Schmerz ist exakt linear proportional zur aufgetretenen Gewebsschädigung.

Antwort E Der somatische Befund ist die wichtigste Determinante des Ausmaßes chronischer Schmerzen.

022 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Der Begriff „psychobiologisch“ beschreibt das Zusammenwirken von körperlichen und psychischen Faktoren beim chronischen Schmerzsyndrom.

Zu B Falsch. Die von Psychoanalytikern postulierte Hypothese einer Schmerzpersönlichkeit geht davon aus, dass bei bestimmten Menschen der Schmerz eine Art Abwehrmechanismus darstellt, der dazu dient, vor seelischen Verletzungen zu schützen. Neuere empirische Forschungen konnten diese Hypothese nicht bestätigen.

Zu C Falsch. Schmerz zählt nicht zu den typischen körperlichen Symptomen einer Konversionsstörung.

Zu D Falsch. Die Aussage würde anders ausgedrückt bedeuten: je stärker die Gewebsschädigung, desto größer der Schmerz. Das ist falsch.

Zu E Falsch. Der körperliche Befund ist nur ein Teilaspekt bei chronischen Schmerzen. Kommentar zu A.

023 ?

Einfachauswahl

Im Anamnesegespräch stellen Sie fest, dass die Patientin dazu neigt, sich Argumente so zurechtzulegen, dass innere Spannungen, die aus der Beibehaltung eines als schädlich erkannten Verhaltens entstehen, reduziert werden. – Mit welchem psychologischen Konzept lässt sich das Verhalten der Patientin am besten erklären?

Antwort A Abwehrmechanismus der Reaktionsbildung

Antwort B Dissimulationstendenz

Antwort C Internaler Attributionsstil

Antwort D Konzept der kognitiven Dissonanz

Antwort E Wahrnehmungsabwehr (im sozialpsychologischen Sinn)

023 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Reaktionsbildung = Verkehrung ins Gegenteil Dies passt hier nicht.

Zu B Falsch. Dissimulation bedeutet: absichtliches Herunterspielen oder Verbergen von Krankheitszeichen, um für gesund gehalten zu werden.

Zu C Falsch. Als Attributionsstil bezeichnet man die Art und Weise, wie jemand Ereignisse im Außen deutet. Denkt jemand, in ihm selbst liege z. B. die Ursache dafür, dass man ihn nicht grüßt, ist dies ein „internaler Attributionsstil“. Führt er das Ereignis auf eine Ursache von außen zurück („weil die Leute in Eile sind“), handelt es sich um einen externalen Attributionsstil.

Zu D Richtig. Wenn im Gehirn zwei unvereinbare Kognitionen (z. B. Rauchen entspannt mich – Rauchen verursacht Krebs) eine innere Spannung verursachen, bezeichnet L. Festinger dies als „kognitive Dissonanz“ – ein Zustand, der nur abgebaut werden kann, wenn eine der beiden Kognitionen verändert wird.

Zu E Falsch. Wahrnehmungsabwehr bedeutet: Aufgrund einer inneren psychologischen Abwehr werden bestimmte Reize schlechter oder langsamer wahrgenommen als andere.

024 ?

Einfachauswahl

Ein 56-jähriger Landwirt klagt seit 3 Jahren über zunehmend quälende, krabbelnde Sensationen an Beinen, Genitale und Kopf. Das sei so, als ob kleine Käfer oder Tiere über seine Haut liefen. Er ist davon überzeugt, dass lebende Tierchen auf und unter seiner Haut sitzen, und befürchtet, andere damit anzustecken. – Bei der Untersuchung: orientiert, bewusstseinsklar, adäquater Affekt, neurologisch ohne pathologischen Befund. Um welches Krankheitsbild handelt sich am ehesten?

Antwort A Symbiontische paranoide Schizophrenie

Antwort B Zönästhetische Depression

Antwort C Sensitiver Beziehungswahn

Antwort D Chronische taktile Halluzinose

Antwort E Arachnophobie

024 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. In der ICD-10 gibt es zwar eine symbiontische (= induzierte) wahnhafte Störung, nicht jedoch eine symbiontische paranoide Schizophrenie. Die ist eine Erfindung des Fragestellers.

Zu B Falsch. Zönästhesien (bizarre Leibgefühlsstörungen) können bei der Schizophrenie vorkommen, nicht jedoch bei depressiven Störungen.

Zu C Falsch. Der sensitive Beziehungswahn ist eine alte Bezeichnung für eine anhaltende wahnhafte Störung, die in der ICD-10 unter F3 aufgeführt ist. Der hier beschriebene Dermatozoenwahn (= chronische taktile Halluzinose) ist jedoch eine Sonderform der organischen Halluzinose. Sie findet sich in der ICD-10 unter F0 (genauer: F06.0).

Zu D Richtig. Die chronische taktile Halluzinose ist eine Sonderform der organischen Halluzinose. Sie findet sich in der ICD-10 unter F0 (genauer: F06.0). Die Erkrankung ist sehr selten. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Zu E Falsch. Eine Arachnophobie ist die krankhafte Angst vor Spinnen.

025 ?

Aussagenkombination

Welche der Aussagen zum Entzugssyndrom bei Substanzabhängigkeit trifft/treffen zu?

  • 1.

    Die Entzugssymptome verschlechtern sich durch erneute Zufuhr der Substanz.

  • 2.

    Bei abruptem Alkoholentzug tritt nahezu immer ein Delirium tremens auf.

  • 3.

    Kennzeichen des Delirs ist die fehlende Beeinträchtigung des Bewusstseins.

  • 4.

    Je nach Substanz treten unterschiedliche körperliche Entzugssymptome auf.

  • 5.

    Durch Gesprächstherapie lassen sich die psychischen Symptome des Delirs verhindern.

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 4 ist richtig.

Antwort C Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

025 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Falsch. Da die Symptome durch den Entzug der Substanz ausgelöst werden, bessern sie sich bei erneuter Zufuhrt der Substanz.

Zu 2 Falsch. Ein abrupter Alkoholentzug hat nur in einem Teil der Fälle ein Delir zur Folge. In vielen Fällen tritt zunächst ein Alkoholentzugssyndrom auf, das laut ICD-10 mit oder ohne Delir einhergehen kann.

Zu 3 Falsch. Typisch für das Delir sind u. a. Störungen des Bewusstseins und der Orientierung.

Zu 4 Richtig. Die körperlichen Symptome, die beim Entzug von Alkohol auftreten, sind z. B. völlig andere als beim Entzug von Heroin.

Zu 5 Falsch. Die psychischen Symptome werden durch körperliche Störungen hervorgerufen, die durch Gesprächstherapie nicht beeinflussbar sind.

026 ?

Einfachauswahl

Die somatoforme autonome Funktionsstörung (nach ICD-10) …

Antwort A … betrifft praktisch ausschließlich den Verdauungstrakt.

Antwort B … ist definitionsgemäß auf Patienten mit histrionischer Persönlichkeitsstörung begrenzt.

Antwort C … ist im Regelfall durch eine vorbestehende körperliche Erkrankung verursacht.

Antwort D … chronifiziert in der Regel nicht.

Antwort E … bezieht sich insbesondere auf Organe/Systeme, die weitgehend oder vollständig vegetativ innerviert und kontrolliert sind.

026 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Somatoforme autonome Funktionsstörungen (früher: funktionelle Störungen) betreffen alle vom vegetativen Nervensystem gesteuerten Organe bzw. Systeme (Kommentar zu E), z. B. das „kardiovaskuläre System“ (Herz und Herzkranzgefäße), das „respiratorische System“ (Atemtrakt), das Urogenitalsystem und den Verdauungstrakt.

Zu B Falsch. Es besteht kein Zusammenhang zwischen der somatoformen autonomen Funktionsstörung und bestimmten Persönlichkeitsstörungen.

Zu C Falsch. Laut ICD-10 lassen sich für die Beschwerden keine ausreichenden medizinischen Ursachen feststellen, die Störung ist demnach vorwiegend psychisch bedingt und nicht durch eine körperliche Erkrankung verursacht.

Zu D Falsch. Somatoforme autonome Funktionsstörungen verlaufen nahezu immer chronisch.

Zu E Richtig. Die somatoforme autonome Funktionsstörung bezieht sich vorwiegend auf Organe bzw. Systeme, die vom autonomen (= vegetativen) Nervensystem gesteuert werden.

027 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie vier Antworten.

Zu den Komponenten kognitiv-verhaltenstherapeutischer Verfahren der Schmerzkontrolle zählen:

Antwort A Analyse schmerzauslösender oder schmerzaufrechterhaltender Bedingungen

Antwort B Einübung imaginativer Techniken (z. B. Vorstellung schmerzinkompatibler Situationen)

Antwort C Erlernen von Entspannungstechniken

Antwort D Schmerzkontingente Darbietung sozialer Verstärker beim Auftreten von Schmerzen

Antwort E Selbstinstruktionstraining (Einübung ermutigender Selbstverbalisierungen)

027 !

Richtig sind die Antworten A, B, C und E.

Zu A Richtig. Eine Analyse schmerzauslösender Bedingungen (z. B. Stress, innere Konflikte) gehört ebenso zur Therapie wie das Erlernen von Entspannungstechniken oder das Einüben von Imaginationen, in denen die Betroffenen sich Situationen vorstellen, in denen sie keine Schmerzen hatten.

Zu B Richtig. Kommentar zu A.

Zu C Richtig. Kommentar zu A.

Zu D Falsch. Soziale Verstärker sind z. B. Zuhören, Trösten, Streicheln, Loben etc. Wenn jemand bei Schmerzen getröstet oder gestreichelt wird (= schmerzkontingente soziale Verstärkung), wird das Schmerzverhalten dadurch verstärkt. Ziel der Therapie ist das Gegenteil.

Zu E Richtig. Das Selbstinstruktionstraining geht auf D. Meichenbaum (1971) zurück. Er fand heraus, dass negative Selbstgespräche psychische Probleme verursachen. Im Selbstinstruktionstraining werden die inneren Selbstgespräche bewusst gemacht, positive Veränderungen werden durch inneres „Loben“ verstärkt.

028 ?

Aussagenkombination

Welche Symptome können bei einem Patienten mit Lithium-Therapie Hinweis für eine Lithium-Intoxikation sein?

  • 1.

    Übelkeit

  • 2.

    Tremor

  • 3.

    Anfallsweise Heißhungerattacken

  • 4.

    Dysarthrie (Störung der Sprachartikulation)

  • 5.

    Zerebrale Krampfanfälle

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

028 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Eine Lithiumvergiftung kann bei den Betroffenen Übelkeit, Zittern (= grobschlägiger Tremor), Seh- und Artikulationsstörungen, Verwirrtheit und Hirnkrämpfe auslösen. In schweren Fällen kommt es zu komatösen Zuständen.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Falsch. Auf keinen Fall kommt es bei einer Lithium-Intoxikation zu Heißhungerattacken.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen