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B978-3-437-58385-8.00003-5

10.1016/B978-3-437-58385-8.00003-5

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin März 2005

057 ?

Aussagenkombination

Für eine bipolare affektive Störung (nach ICD-10) ist charakteristisch:

  • 1.

    Die Störung ist durch wenigstens zwei Episoden charakterisiert, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau deutlich gestört sind.

  • 2.

    Manchmal besteht gehobene Stimmung, vermehrter Antrieb/Aktivität.

  • 3.

    Manchmal besteht Stimmungssenkung, verminderter Antrieb/Aktivität.

  • 4.

    Depressive Episoden kommen nicht vor.

  • 5.

    Depressiver Wahn kann auftreten.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

057 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Um die Diagnose „bipolare Störung“ stellen zu können, müssen mindestens eine manische und eine depressive Episode vorhanden sein. Bei beiden psychischen Störungen sind Stimmung und Antrieb (= Aktivitätsniveau) deutlich gestört.

Zu 2 Richtig. Beschrieben wird hier die manische Phase mit Antriebssteigerung und gehobener Stimmung.

Zu 3 Richtig. Beschrieben wird hier die depressive Phase mit Antriebsminderung und depressiver Stimmung.

Zu 4 Falsch. Das Vorhandensein von mindestens einer depressiven Episode ist Voraussetzung für die Diagnose „bipolare Störung“.

Zu 5 Richtig. Im Rahmen einer bipolaren Störung kann eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (Wahn oder akustischen Halluzinationen) auftreten.

058 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten

Welche der folgenden Aussagen zu Persönlichkeitsstörungen sind richtig?

Antwort A Die Betroffenen weichen in der Selbstwahrnehmung, in ihrer Kontaktaufnahme und ihren Beziehungen zu anderen von der Mehrzahl der Bevölkerung ab.

Antwort B Das abnorme Verhaltensmuster verläuft oft phasenhaft und nicht andauernd und gleichförmig.

Antwort C Die Störungen beginnen im Erwachsenenalter und haben häufig einen atypischen Verlauf.

Antwort D Die Störungen sind meistens mit deutlichen Einschränkungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit verbunden.

Antwort E Die Störungen beginnen und manifestieren sich meist im Seniorenalter.

058 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Laut ICD-10 müssen zur Diagnose mindestens zwei der folgenden Bereiche von der allgemeinen Norm abweichen: 1. Kognitionen (Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung), 2. Affektivität, 3. Impulskontrolle, 4. soziales Handeln (zwischenmenschliche Beziehungen).

Zu B Falsch. Die Abweichung ist durchgehend vorhanden. Was hier beschrieben wird, wäre z. B. eine rezidivierende depressive Störung.

Zu C Falsch. Die Störung dauert von der Adoleszenz ununterbrochen bis zur Gegenwart an. Je nach Persönlichkeitsstörung ist der Verlauf typisch (kein atypischer Verlauf).

Zu D Richtig. Laut ICD-10 sind Persönlichkeitsstörungen meist „mit deutlichen Einschränkungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit verbunden“.

Zu E Falsch. ICD-10: „Persönlichkeitsstörungen treten meist in der Kindheit oder in der Adoleszenz in Erscheinung und bestehen während des Erwachsenenalters weiter.“

059 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zum Betreuungsgesetz (BtG) trifft/treffen zu?

  • 1.

    Die Betreuung kann nur einen Aufgabenkreis betreffen.

  • 2.

    Das Gericht kann zwei Betreuer für verschiedene Aufgabenkreise festlegen.

  • 3.

    Beim Einwilligungsvorbehalt handelt es sich um ein Vetorecht, das jedem Betreuten zusteht.

  • 4.

    Das Gesetz regelt u. a. die Betreuung körperlich Behinderter.

  • 5.

    Beim BtG handelt es sich um eine ländergesetzliche Regelung.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

059 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die Betreuung kann z. B. nur den Aufgabenkreis Vermögenssorge oder nur Gesundheitssorge oder nur eine Vertretung gegenüber Behörden etc. umfassen.

Zu 2 Richtig. Das Gericht kann einen zweiten Betreuer bestellen, wenn der erste Betreuer in einem der Aufgabenkreise (z. B. im Bereich Finanzen) keine ausreichenden Fachkenntnisse besitzt.

Zu 3 Falsch. Vorsicht Falle! Das Vetorecht steht dem Betreuer zu, nicht dem Betreuten.

Zu 4 Richtig. Der Gesetzestext nennt neben einer „psychischen Erkrankung“ und einer „geistigen“ oder „seelischen Behinderung“ auch „eine körperliche Behinderung“ als Voraussetzung.

Zu 5 Falsch. Das Betreuungsgesetz steht im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und ist bundesweit einheitlich gültig.

060 ?

Aussagenkombination

Welche Symptome passen zu einer organischen Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10)?

  • 1.

    Verändertes Sexualverhalten

  • 2.

    Inadäquate Witzelsucht

  • 3.

    Äußerung von Bedürfnissen und Impulsen meist ohne Berücksichtigung von Konsequenzen oder sozialer Konventionen

  • 4.

    Auffällige Veränderung der Sprachproduktion und des Redeflusses

  • 5.

    Kognitive Störungen in Form von Misstrauen oder paranoidem Denken

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

060 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. In der ICD-10 finden sich unter F07.0 zehn Symptome, darunter die unter 1–5 aufgeführten Merkmale. Dazu kommen: emotionale Labilität, Reizbarkeit oder Ausbrüche von Wut und Aggression, Apathie, exzessive Beschäftigung mit einem einzigen Thema (z. B. Religion, politische Ungerechtigkeiten) und eine reduzierte Fähigkeit, zielgerichtete Aktivitäten für längere Ziel durchzuhalten. Für die Diagnose einer organischen Persönlichkeitsstörung müssen drei der hier genannten Merkmale vorhanden sein.

Zu 2 Richtig. In der ICD-10 findet sich stattdessen die Formulierung „flache, inadäquate Scherzhaftigkeit, den Umständen nicht angemessen“.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

061 ?

Aussagenkombination

Welche Behandlungselemente setzt man in der Therapie der Anorexia nervosa ein?

  • 1.

    Verhaltenstherapeutische Maßnahmen

  • 2.

    Selbsthilfegruppe

  • 3.

    Analytische Psychotherapie

  • 4.

    Personenzentrierte Gesprächstherapie

  • 5.

    Familientherapie

Antwort A Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

061 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Bei der Behandlung der Magersucht wird z. B. bei der Gewichtszunahme das Belohnung-/Bestrafungssystem eingesetzt. Häufig auch wird über die kognitive Verhaltenstherapie versucht, verzerrte Gedankenmuster („Ich bin zu dick“) zu verändern.

Zu 2 Richtig. Selbsthilfegruppen können die Therapie unterstützen und Rückfällen vorbeugen. Die alleinige Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ist normalerweise nicht ausreichend.

Zu 3 Richtig. Nach psychoanalytischer Vorstellung ist die Essstörung Ausdruck innerer Konflikte, die in der Kindheit entstanden sind. Die psychoanalytischen Theorien zur Magersucht sind umstritten. Auch die Dauer der Therapie (2–3 Jahre) ist nur schwer mit den gesundheitlichen Problemen der Patienten zu vereinbaren.

Zu 4 Richtig. Die Gesprächspsychotherapie nach Rogers kann zwar begleitend eingesetzt werden, als alleinige Therapieform hilft sie nur bedingt.

Zu 5 Richtig. Die systemische Familientherapie sieht den Kranken als Symptomträger im System Familie. Deshalb wird bei Jugendlichen oft die Familie in die Therapie einbezogen.

062 ?

Aussagenkombination

Für die Abstinenzregel in der Psychoanalyse gilt:

  • 1.

    Der Patient soll unzensiert erzählen, was ihm einfällt.

  • 2.

    Ihr zufolge setzt jeder Patient der Aufdeckung unbewusster Regungen Widerstände entgegen.

  • 3.

    Der Therapeut soll sich aller wertenden Stellungnahmen enthalten.

  • 4.

    Der Therapeut darf nicht in eine unreflektierte Gegenübertragung verfallen.

  • 5.

    Der Patient soll sich während der Therapie aller Libidostrebungen enthalten.

Antwort A Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

062 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Falsch. Was hier beschrieben wird, ist die sog. „Grundregel“, nicht die Abstinenzregel.

Zu 2 Falsch. Was hier beschrieben wird, ist der Begriff „Widerstand“.

Zu 3 Richtig. Die Abstinenzregel besagt, dass der Therapeut sich in Bezug auf persönliches Erleben, emotionale Reaktionen, Ratschläge oder persönliche Bewertungen „abstinent“ verhalten soll (Wortbedeutung: lat. abstinere = sich enthalten, verzichten auf).

Zu 4 Richtig. Wenn beim Therapeuten Gegenübertragungsgefühle wie Aggression, Liebesgefühle etc. ausgelöst werden, sollte er sich in Bezug auf seine Emotionen „abstinent“ verhalten.

Zu 5 Falsch. Der Patient soll alles aussprechen, auch sexuelle Gedanken oder Impulse.

063 ?

Aussagenkombination

Für die klassische Psychoanalyse gilt:

  • 1.

    Der Patient liegt auf einer Couch, der Analytiker sitzt hinter ihm.

  • 2.

    Der Patient soll alles sagen, was ihm in den Sinn kommt.

  • 3.

    Der Patient darf nur über wichtige Dinge berichten.

  • 4.

    Ein persönliches Einbringen des Analytikers ist strengstens limitiert.

  • 5.

    Die Abstinenzregel soll helfen, dass sich die Geschichte des Patienten mit der des Analytikers verbindet.

Antwort A Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

063 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Nach Freud fördert das Liegen auf der Couch ohne Blickkontakt mit dem Therapeuten die „Regression“, d. h. die Möglichkeit, sich besser an Erlebnisse aus der Kindheit zu erinnern.

Zu 2 Richtig. Beschrieben wird hier die sog. „Grundregel“: Der Patient soll alles aussprechen, was ihm in den Sinn kommt.

Zu 3 Falsch: Der Patient soll alles aussprechen, was ihm einfällt, auch nebensächliche Dinge.

Zu 4 Richtig. Die Abstinenzregel besagt, dass der Analytiker seine Person nicht in die Therapie einbringen sollte.

Zu 5 Falsch. Der Analytiker darf seine persönliche Geschichte nicht einbringen; infolgedessen ist diese Aussage wenig sinnvoll.

064 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zur Gesprächstherapie nach Rogers trifft/treffen zu?

  • 1.

    Interpretationen des Klientenverhaltens durch den Therapeuten sind auf jeden Fall angemessen.

  • 2.

    Der Therapeut muss Kongruenz/Echtheit zeigen.

  • 3.

    Der Therapeut muss Empathie zeigen.

  • 4.

    Der Therapeut soll seinem Patienten Ratschläge und Empfehlungen bezüglich seines Verhaltens geben.

  • 5.

    Der Therapeut muss Wertschätzung/Akzeptanz zeigen.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

064 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Keine Interpretation des Verhaltens durch den Therapeuten. Die Gesprächstherapie nach Rogers ist klientenzentriert. Eine Deutung bzw. Analyse des Verhaltens ist Bestandteil der Psycho analyse (nach Freud).

Zu 2 Richtig. Im Gegensatz zur völlig neutralen „freischwebenden Aufmerksamkeit“ des Therapeuten bei Freud darf der Therapeut bei Rogers „echt“ sein, d. h., er darf Gefühle äußern, wenn ihn z. B. das Erzählte stark berührt.

Zu 3 Richtig. Mitfühlendes Verhalten (Empathie) ist ein wichtiges Element der Gesprächstherapie.

Zu 4 Falsch. Der Therapeut gibt keine Ratschläge oder Empfehlungen. Die Theorie der Gesprächstherapie geht davon aus, dass jeder Mensch Selbstheilungskräfte besitzt, die es ihm ermöglichen, selbst optimale Lösungen für seine Lebenssituation zu finden.

Zu 5 Richtig. Bedingungsloses Akzeptieren des Klienten ist ein wichtiger Teil der Therapie.

065 ?

Aussagenkombination

Typische(s) Merkmal(e) des somatischen Syndroms bei einer depressiven Episode ist/sind:

  • 1.

    Interessenverlust, Appetitverlust

  • 2.

    Frühmorgendliches Erwachen

  • 3.

    Schuldgefühle, Gefühl von Wertlosigkeit

  • 4.

    Libidoverlust

  • 5.

    Suizidgedanken

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

065 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Interessenverlust und deutlicher Appetitverlust sind zwei Merkmale des somatischen Syndroms. Weitere Symptome sind: frühmorgendliches Erwachen, Gewichtsverlust, Libidoverlust, Morgentief, psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit, Mangel an emotionaler Reaktionsfähigkeit.

Zu 2 Richtig. Das frühmorgendliche Erwachen ist ein Merkmal des somatischen Syndroms.

Zu 3 Falsch. Vorsicht Falle! Schuldgefühle und das Gefühl von Wertlosigkeit sind zwar typisch für eine depressive Episode, sie zählen aber nicht zu den acht Symptomen des somatischen Syndroms.

Zu 4 Richtig. Libidoverlust ist eines der acht Merkmale des somatischen Syndroms.

Zu 5 Falsch. Vorsicht Falle! Suizidgedanken sind zwar typisch für eine depressive Episode, sie zählen jedoch nicht zu den acht Symptomen des somatischen Syndroms.

066 ?

Einfachauswahl

Leitsymptom der hyperkinetischen Störung (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, ADHS) ist:

Antwort A Überaktivität in mehr als einer Situation (z. B. Schule und zu Hause)

Antwort B Gesteigerte Aufmerksamkeit

Antwort C Beschleunigte motorische und sprachliche Entwicklung

Antwort D Hochbegabung

Antwort E Gesteigerte eigene Verhaltenskontrolle

066 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Zur Diagnosestellung der ADHS muss die Überaktivität in mehr als einer typischen Situation auftreten.

Zu B Falsch. Die Aufmerksamkeit ist gestört, deshalb die Bezeichnung „Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom“.

Zu C Falsch. Laut ICD-10 kommen Verzögerungen der motorischen und sprachlichen Entwicklung überproportional häufig vor.

Zu D Falsch. Es gibt zwar hochbegabte Kinder mit ADHS, überdurchschnittlich häufig sind jedoch kognitive Beeinträchtigungen.

Zu E Falsch. Kinder mit ADHS haben eine mangelnde Impulskontrolle und können deshalb ihr Verhalten oft nicht kontrollieren.

067 ?

Einfachauswahl

Eine 30-jährige Verkäuferin hat vor 1 Monat ihre Arbeitsstelle verloren. Sie berichtet, dass ihre Nachbarn sie auf Veranlassung eines Geheimdienstes seit 2 Wochen ständig beobachten und bestrahlen. Zum Schutz habe sie ihre Wände mit Aluminiumfolien ausgekleidet. Das Haus könne sie nur noch mit Sonnenbrille und Kopftuch verlassen. Sie können den Gedankengängen Ihrer Patientin nur mit Mühe folgen. – Zu welcher Erkrankung passen diese Symptome am ehesten?

Antwort A Affektive Störung

Antwort B Hebephrene Schizophrenie

Antwort C Paranoid-halluzinatorische Schizophrenie

Antwort D Katatone Schizophrenie

Antwort E Anankastische Persönlichkeitsstörung

067 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Die beschriebenen Symptome passen nicht zu einer affektiven Störung.

Zu B Falsch. Bei der Hebephrenie sind produktive Symptome wie Wahn oder Halluzinationen nicht oder nur gering ausgeprägt. Die Störung beginnt im Jugendalter, die Patientin ist deutlich älter.

Zu C Richtig. Die Symptome (Verfolgungs- und Beeinflussungswahn; bizarres Verhalten) sind typisch für eine paranoide Schizophrenie.

Zu D Falsch. Die Patientin hat keine Symptome der katatonen Schizophrenie wie Erregung, Stupor, Befehlsautomatismen oder Negativismus.

Zu E Falsch. Typische Merkmale der anankastischen (zwanghaften) Persönlichkeitsstörung sind zwanghafte, perfektionistische Verhaltensweisen. Symptome dieser Art finden sich nicht in diesem Fallbeispiel.

068 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur klassischen Psychoanalyse ist nicht zutreffend?

Antwort A Die positive Übertragung kann zur Verliebtheit des Patienten in den Analytiker führen.

Antwort B Nach Freud steht im Zentrum jeder Neurose ein frühkindlicher Konflikt.

Antwort C Die Projektion der Elternbeziehung auf den Analytiker bezeichnet Freud als Übertragung.

Antwort D Die Projektion der Elternbeziehung auf den Analytiker führt nur zur positiven Übertragung.

Antwort E Bei der positiven Übertragung übernimmt der Analytiker die Rolle des Vaters/der Mutter. Dadurch besteht die Möglichkeit der Nachreifung des Über-Ichs.

068 !

Antwort D ist nicht zutreffend.

Zu A Richtig. Bei der positiven Übertragung werden positive Aspekte einer früheren Beziehung (z. B. Liebe, Bewunderung etc.) auf den Therapeuten übertragen.

Zu B Richtig. Nach Freud gehen nahezu alle neurotischen Störungen auf Konflikte in der Kindheit zurück.

Zu C Richtig. Die Beziehung des Patienten zu Vater oder Mutter soll in der Therapie auf den Therapeuten übertragen und so sichtbar gemacht werden.

Zu D Falsch. Beziehungen zwischen Eltern und Kind sind nicht immer positiv. Sehr häufig führt die Übertragung von Vater/Mutter auf den Therapeuten zu Trauer, Wut oder Hilflosigkeit.

Zu E Richtig. Die positive Übertragung bewirkt, dass der Patient den Therapeuten anstatt Vater bzw. Mutter als Vorbild nimmt. Auf diese Weise kann sein Über-Ich „nachreifen“.

069 ?

Aussagenkombination

Merkmale der sog. „voll funktionsfähigen Person“ (fully functioning person) nach Rogers sind:

  • 1.

    Unverzerrte Realitätswahrnehmung und reife, befriedigende soziale Interaktionen

  • 2.

    Offenheit gegenüber Erfahrungen

  • 3.

    Totale Übereinstimmung von Selbstbild und Idealbild

  • 4.

    Wertschätzung des eigenen Selbst

  • 5.

    Übereinstimmung von Selbstbild und Erfahrung

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

069 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Nach Rogers haben viele Menschen ein Bild von sich, das zunächst stark von ihrem Idealbild (oft von den Vorstellungen der Eltern beeinflusst) geprägt wird. Wenn jemand offen ist für neue Erfahrungen und sein Selbstbild sich entsprechend ändert, hat dies eine objektivere Realitätswahrnehmung und befriedigende soziale Interaktionen zur Folge. Wenn jemand an Idealvorstellungen festhält, die im Gegensatz zu den Erfahrungen des Lebens stehen, die eigentlich sein Selbstbild verändern sollten, führt dies nach Rogers zu neurotischen Störungen.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Falsch. Eine totale Übereinstimmung von Selbstbild und Idealbild negiert die Erfahrungen des Lebens und führt nach Rogers zu psychischen Störungen.

Zu 4 Richtig. Wertschätzung der eigenen Person ist eine Folge der unter 1 beschriebenen Anpassung des Selbstbildes an die Erfahrungen.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

070 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Veränderungen kann/können auch durch eine Alkoholkrankheit bedingt sein?

  • 1.

    Vorgealtertes Erscheinungsbild

  • 2.

    Übergewicht

  • 3.

    Zittern der Hände

  • 4.

    Undeutliche Aussprache

  • 5.

    Schlechter allgemeiner Körperpflegezustand

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

070 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Chronischer Alkoholismus führt oft zu Mangelernährung und Vernachlässigung der Gesundheit und persönlichen Hygiene. Die Betroffenen wirken daher oft älter, als sie sind.

Zu 2 Richtig. Alkohol enthält viele Kalorien und kann in einer ersten Phase zu Übergewicht (dem „Bierbauch“) führen. In der chronischen Phase kann der Dünndarm die Nährstoffe meist nicht mehr aufnehmen – die Betroffenen verlieren an Gewicht.

Zu 3 Richtig. Wenn ein Alkoholkranker zittert, kann dies die Folge des Entzugs von Alkohol sein. Langjähriger Alkoholmissbrauch schädigt allerdings das Kleinhirn (Cerebellum). Mögliche Folge: ein sog. „Intentionstremor“ (= Zittern der Hände bei willkürlichen Bewegungen).

Zu 4 Richtig. Die Bereiche für die Steuerung des Sprechens liegen z. T. im Kleinhirn, das durch anhaltenden Alkoholkonsum oft schrumpft oder geschädigt wird. Natürlich kann eine undeutliche Aussprache auch im Rausch oder im Entzug auftreten.

Zu 5 Richtig. Alkoholkranke vernachlässigen häufig Körperpflege und häusliche Umgebung.

071 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage über Demenz trifft zu?

Antwort A Kennzeichen der vaskulären (arteriosklerotischen) Demenz ist der schleichende Beginn beim Fehlen körperlicher Begleitbefunde.

Antwort B Charakteristisch für die Demenz bei Morbus Alzheimer ist der plötzliche Erkrankungsbeginn mit rascher Verschlechterung.

Antwort C Die Alzheimer-Krankheit mit frühem Beginn (vor dem 65. Lebensjahr) zeigt gewöhnlich eine rasche Progredienz der Symptome.

Antwort D Eine vorbestehende Intelligenzminderung (z. B. bei Down-Syndrom) schließt die Entwicklung einer Demenz aus.

Antwort E Die Demenz bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist durch einen besonders langsamen Verlauf gekennzeichnet.

071 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Die Symptome der vaskulären Demenz können durch eine langsame Verkalkung der Gefäße (Beginn eher schleichend) oder durch Mini-Infarkte im Gehirn (Beginn abrupt) verursacht werden. In jedem Fall finden sich körperliche Begleitsymptome (Bluthochdruck, Arteriosklerose, Diabetes, Übergewicht etc.).

Zu B Falsch. Die Alzheimer-Demenz beginnt schleichend und verläuft langsam-progredient.

Zu C Richtig. Ähnlich wie bei bestimmten körperlichen Erkrankungen schreitet die Alzheimer-Krankheit mit frühem Beginn (teilweise schon mit 50–55 Jahren) wesentlich schneller fort als die Alzheimer-Demenz mit spätem Beginn.

Zu D Falsch. Auch Menschen mit einer Intelligenzminderung können im höheren Alter eine Alzheimer-Demenz entwickeln.

Zu E Falsch. Die Creutzfeld-Jakob-Krankheit gilt als menschliche Form des Rinderwahnsinns. Die Erkrankung ist sehr selten, wird in der Prüfung aber oft gefragt. Die Symptomatik entwickelt sich extrem schnell und führt meist nach wenigen Monaten zum Tod.

072 ?

Einfachauswahl

Ein Patient gibt an, dass seine eigenen Gedanken laut würden. Die Angabe spricht am ehesten für:

Antwort A Organische Wesensänderung

Antwort B Schizophrenie

Antwort C Endogene Manie

Antwort D Endogene Depression

Antwort E Symptomatische Psychose

072 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Die frühere „organische Wesensänderung“ findet sich in der ICD-10 als organische Persönlichkeitsstörung (F07.0). Psychotische Symptome wie Gedankenlautwerden passen nicht zu einer Persönlichkeitsstörung.

Zu B Richtig. Gedankenlautwerden ist typisch für die paranoide Schizophrenie.

Zu C Falsch. Bei einer schweren manischen Episode (früher: endogene Manie) können zwar akustische Halluzinationen in Du-Form auftreten, nicht jedoch „Gedankenlautwerden“.

Zu D Falsch. Bei einer schweren depressiven Episode (früher: endogene Depression) können zwar akustische Halluzinationen in Du-Form auftreten. Ein Lautwerden der eigenen Gedanken gibt es bei depressiven Störungen nicht.

Zu E Falsch. Symptomatische Psychosen heißen in der ICD-10 „organische psychische Störungen“. Ursache ist eine körperliche Erkrankung, oft eine Erkrankung des Gehirns. Typisch sind hier eher Bewusstseins- und Orientierungsstörungen oder delirante Zustände. Halluzinationen können vorkommen, sind dann aber meist optischer Art.

073 ?

Aussagenkombination

Bei welchen Begriffen handelt es sich um einen Abwehrmechanismus in der Psychoanalyse?

  • 1.

    Introjektion

  • 2.

    Rationalisierung

  • 3.

    Reaktionsbildung

  • 4.

    Ungeschehenmachen

  • 5.

    Verschiebung

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

073 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die Introjektion ist eine Sonderform der Identifikation: Bei der Introjektion nimmt ein Mensch Werte, Normen und Verhaltensformen wichtiger Bezugspersonen in sich auf und identifiziert sich mit ihnen.

Zu 2 Richtig. Durch den Abwehrmechanismus der Rationalisierung werden angst- oder unlusterregende Gedanken oder Gefühle durch scheinbar logische Erklärungen „weg-erklärt“.

Zu 3 Richtig. Ein anderes Wort hierfür ist „Verkehrung ins Gegenteil“.

Zu 4 Richtig. Durch symbolische Handlungen oder zwanghafte Rituale werden vermeintlich verbotene oder sündhafte Handlungen ungeschehen gemacht („Wenn ich 20 Vaterunser bete oder mir 12-mal die Hände wasche, hat Gott mir vergeben“). Der Abwehrmechanismus des Ungeschehen-Machens spielt oft bei der Entstehung von Zwangsstörungen eine Rolle.

Zu 5 Richtig. Bei der Verschiebung wird z. B. ein aggressiver Impuls – etwa gegenüber dem Vater oder Lehrer – auf eine andere Person verschoben und dort abreagiert.

074 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage trifft für eine Hebephrenie (hebephrene Schizophrenie) zu?

Antwort A Die Krankheit beginnt meist nach dem 45. Lebensjahr.

Antwort B Wahnvorstellungen und Halluzinationen stehen im Vordergrund des Krankheitsbildes.

Antwort C Die Stimmung ist flach und unpassend.

Antwort D Ursache ist ein chronischer Alkoholmissbrauch.

Antwort E Das Verhalten ist zielgerichtet und vorhersehbar.

074 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Das Wort „Hebephrenie“ kommt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus hebe = Jugend und phrenos = Geist, Seele. Die Hebephrenie ist also eine psychische Störung des Jugendalters, genauer: eine Form der Schizophrenie, die in der Adoleszenz beginnt.

Zu B Falsch. Wahnvorstellungen und Halluzinationen können laut ICD-10 „flüchtig und bruchstückhaft auftreten“, bestimmen jedoch nicht das klinische Bild.

Zu C Richtig. Die Stimmung ist flach und oft unpassend. Die Betroffenen zeigen oft ein läppisches Verhalten, Manierismen in Sprache, Gestik und Mimik und reagieren emotional nicht oder widersprüchlich auf Äußerungen der Umwelt.

Zu D Falsch. Die Hebephrenie ist eine Unterform der Schizophrenie, keine Folgeerscheinung einer Alkoholerkrankung.

Zu E Falsch. Die ICD-10 nennt als Merkmal „zielloses und unzusammenhängendes Verhalten statt Zielstrebigkeit“.

075 ?

Aussagenkombination

Was kommt gemäß lCD-10 als Form/Formen einer dissoziativen Störung in Betracht?

  • 1.

    Amnesie

  • 2.

    Fugue (zielgerichtete Ortsveränderung von zu Hause oder vom Arbeitsplatz fort)

  • 3.

    Stupor

  • 4.

    Besessenheitszustände

  • 5.

    Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 4 ist richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

075 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. In der ICD-10 finden sich unter F44 nahezu alle unter 1–5 aufgeführten Formen dissoziativer Störungen: dissoziative Amnesie (Verlust der Erinnerung), dissoziative Fugue (Reise mit Entfernung von Zuhause bei gleichzeitiger Amnesie für die Reise), dissoziativer Stupor (Erstarrung); Besessenheitszustände und dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (Hören, Riechen, Sehen, Hautempfindungen). Was in 1–5 fehlt, sind die dissoziativen Bewegungsstörungen (z. B. Lähmungserscheinungen, Sprachverlust) und die dissoziativen Krampfanfälle.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

076 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur Suchterkrankung treffen zu?

  • 1.

    Es gibt erfolglose Versuche, den Substanzgebrauch zu regulieren/reduzieren.

  • 2.

    lntoxikations- oder Entzugssymptome können auftreten.

  • 3.

    Eine deutliche Toleranzentwicklung ist typisch.

  • 4.

    Für die Beschaffung der Substanz, den Konsum und die anschließende Erholung wird viel Zeit aufgewendet.

  • 5.

    Wichtige Aktivitäten in Beruf/Freizeit leiden nicht unter einem Suchtverhalten.

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

076 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Ein wichtiger Punkt des Abhängigkeitssyndroms (F1x.2) ist die „verminderte Kontrolle über den Substanzgebrauch“. Dazu zählen auch die erfolglosen Versuche, den Substanzgebrauch zu reduzieren.

Zu 2 Richtig. Im Rausch treten Intoxikationssymptome auf, bei Entzug kommt es zu körperlichen und/oder psychischen Entzugssymptomen.

Zu 3 Richtig. Nach häufigem Konsum von Substanzen wie Alkohol, Benzodiazepinen, Heroin, XTC etc. kommt es zu einer Toleranzentwicklung, d. h., die Betroffenen benötigen immer mehr von dem Suchtmittel, um dieselbe Wirkung zu erzielen.

Zu 4 Richtig. In der ICD-10 findet sich dieser Punkt unter „Einengung auf den Substanzgebrauch“.

Zu 5 Falsch. Durch die Einengung auf den Substanzgebrauch werden wichtige Aktivitäten in Familie, Beruf und Freizeit vernachlässigt.

077 ?

Einfachauswahl

Ein seelischer (für den Betroffenen unerträglicher) Konflikt wird unbewusst so in körperliche Symptome umgesetzt, dass die Symptome den Konflikt in symbolischer Form zum Ausdruck bringen und die Psyche dieser Person dadurch zugleich Entlastung von dieser inneren Anspannung erfährt. – Welche Aussage bezeichnet diesen Vorgang aus psychoanalytischer Sicht (Sigmund Freud) am genauesten?

Antwort A Projektion

Antwort B Konversion

Antwort C Regression

Antwort D Narzissmus

Antwort E Psychosoziale Abwehr

077 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Beim Abwehrmechanismus der Projektion werden Eigenschaften und Motive, die jemand an sich selbst ablehnt, auf andere Personen projiziert und an ihnen kritisiert.

Zu B Richtig. Beim Abwehrmechanismus der Konversion wird ein seelischer Konflikt in ein körperliches Symbol umgewandelt, das den Konflikt symbolhaft ausdrückt.

Zu C Falsch. Regression bedeutet: Zurückfallen oder Zurückgehen in eine frühere Entwicklungsphase. Dies kommt in diesem Fallbeispiel nicht zum Ausdruck.

Zu D Falsch. Menschen mit einer Narzissmusstörung streben danach, als großartig wahrgenommen zu werden. Narzissmus ist ein Charaktermerkmal, kein Abwehrmechanismus.

Zu E Falsch. Bei der „psychosozialen Abwehr“ werden andere Personen (meist aus der Familie) zu Handlungen angeregt, die man selbst ablehnt. Manchmal sogar wird ein Kind zum „Sündenbock“. Es wird dann für Handlungen bestraft, die Vater oder Mutter insgeheim gern selbst ausagieren würden.

078 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Verhaltenstherapeutische Methoden und Techniken sind:

Antwort A Problemlösetraining

Antwort B Unbedingte Wertschätzung des Klienten durch den Therapeuten

Antwort C Liegende Position des Patienten mit fehlendem Blickkontakt zum Therapeuten

Antwort D Shaping (schrittweise Ausformung des Verhaltens)

Antwort E Aufforderung an den Patienten, frei zu assoziieren

078 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Das Problemlösetraining ist ein Verfahren der kognitiven Verhaltenstherapie. Wie der Name schon sagt, ist das Ziel des Trainings, dass Klienten lernen, ihre Probleme schrittweise zu bearbeiten und zu lösen.

Zu B Falsch. Die unbedingte Wertschätzung des Klienten durch den Therapeuten ist ein wesentliches Element der Gesprächspsychotherapie nach Rogers.

Zu C Falsch. Die liegende Position des Patienten auf der berühmt gewordenen Couch ist typisch für die Psychoanalyse nach Freud.

Zu D Richtig. Beim Shaping (engl. to shape = formen) wird ein Verhalten in kleinen, schwieriger und schwieriger werdenden Zwischenschritten gelernt, wobei jeder Zwischenschritt im Sinne des operantes Konditionierens belohnt wird.

Zu E Falsch. Die Aufforderung an den Patienten, frei zu assoziieren, entspricht der „Grundregel“ der klassischen Psychoanalyse nach Freud.

079 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zum Alkoholdelir trifft/treffen zu?

  • 1.

    Es tritt Personenverkennung auf.

  • 2.

    Es besteht vermehrte Suggestibilität.

  • 3.

    Es besteht i. d. R. eine Denksperrung.

  • 4.

    Es besteht Schreckhaftigkeit.

  • 5.

    Es besteht oftmals Tachykardie.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

079 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Illusionäre Verkennung, darunter auch die Personenverkennung, ist ein Symptom des Alkoholdelirs.

Zu 2 Richtig. Die vermehrte Suggestibilität ist ein häufiges Begleitsymptom des Alkoholdelirs. Auf Aufforderung machen die Betroffenen z. B. einen Knoten in einen nicht vorhandenen Faden oder lesen von einem weißen Blatt Papier die „Speisekarte“ ab.

Zu 3 Falsch. Die Denksperrung (plötzliches Abreißen des Gedankengangs) ist typisch für die Schizophrenie, nicht für das Alkoholdelir.

Zu 4 Richtig. Schreckhaftigkeit wird durch das vegetative Nervensystem gesteuert, das beim Alkoholdelir übererregt ist.

Zu 5 Richtig. Beim Alkoholdelir kommt es zu diversen vegetativen Störungen, darunter auch zu einem beschleunigten Herzschlag (Tachykardie).

080 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zur anankastischen Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) trifft/treffen zu?

  • 1.

    Übermäßiger Zweifel und Vorsicht

  • 2.

    Erhöhte Reizbarkeit

  • 3.

    Neigung zu Perfektionismus, der die Fertigstellung von Aufgaben behindert

  • 4.

    Größenwahn

  • 5.

    Neigung zu Rigidität und Eigensinn

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

080 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Typische Merkmale der anankastischen (zwanghaften) Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) sind u. a.: Gefühle von starkem Zweifel und übermäßiger Vorsicht; Perfektionismus, der die Fertigstellung von Aufgaben behindert; Rigidität (= mangelnde Flexibilität); Eigensinn; übermäßige Gewissenhaftigkeit; übertriebene Pedanterie und ständige Beschäftigung mit Details, Regeln oder Listen.

Zu 2 Falsch. Erhöhte Reizbarkeit ist ein Merkmal der dissozialen Persönlichkeitsstörung. Sie ist nicht typisch für die anankastische Persönlichkeitsstörung.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Falsch. Größenwahn findet sich bei psychotischen Störungen, z. B. bei der Manie mit psychotischen Symptomen oder der paranoiden Schizophrenie. Eine Persönlichkeitsstörung mit Wahn gibt es nicht!

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

081 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Psychotherapie treffen zu?

Antwort A In der Balint-Gruppe spricht der Patient über seine Probleme.

Antwort B Flooding (Reizüberflutung) wird bei der Behandlung isolierter Phobien (z. B. Spinnenphobie) angewandt.

Antwort C Die klassische Psychoanalyse wird bei neurotischen Störungen eingesetzt.

Antwort D Eine therapeutische tiefe Regression ist Therapieziel der Verhaltenstherapie.

Antwort E Das Standardverfahren der klassischen Psychoanalyse ist die Kurzzeittherapie.

081 !

Richtig sind die Antworten B und C.

Zu A Falsch. Balint-Gruppen sind Arbeitsgruppen von Ärzten (nicht Patienten!), die sich unter der Leitung eines erfahrenen Psychotherapeuten regelmäßig treffen, um über „Problempatienten“ zu sprechen. Die Methode wurde von dem Psychiater Michael Balint seit 1950 in London durchgeführt.

Zu B Richtig. Beim Flooding werden die Klienten dem höchstmöglichen angstauslösenden Reiz ausgesetzt. Bewährt hat sich die Methode bei Höhenangst, Klaustrophobie, Agoraphobie etc.

Zu C Richtig. Der Begriff Neurose wurde von Sigmund Freud eingeführt. Für neurotische Störungen ist nach psychoanalytischer Vorstellung das Aufdecken von Kindheitskonflikten besonders wirksam.

Zu D Falsch. Ein Zurückgehen in frühere Entwicklungsphasen (= Regression) ist Ziel der Psychoanalyse, nicht der Verhaltenstherapie.

Zu E Falsch. Das Standardverfahren der klassischen Psychoanalyse ist die Langzeittherapie (Dauer: 2–3 Jahre bei 3–5 Therapiestunden pro Woche).

082 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welches sind typische Symptome einer histrionischen Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10)?

Antwort A Übermäßiger Zweifel und Vorsicht

Antwort B Suggestibilität

Antwort C Altruistisches Verhalten

Antwort D Übermäßige Befolgung von Konventionen

Antwort E Andauerndes Verlangen nach Anerkennung

082 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Übermäßiger Zweifel und Vorsicht sind Merkmale einer anankastischen (zwanghaften) Persönlichkeitsstörung.

Zu B Richtig. Neben der „dramatischen Selbstdarstellung“ und dem Bedürfnis, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, ist nach ICD-10 auch „Suggestibilität“ (leichte Beeinflussbarkeit durch Personen oder äußere Umstände) ein typisches Merkmal der histrionischen Persönlichkeitsstörung.

Zu C Falsch. Histrionische Charaktere sind sehr selbstbezogen und wenig empathisch – das Gegenteil von altruistisch (= selbstlos handelnd).

Zu D Falsch. Ein übermäßiges Befolgen von Konventionen, Regeln und Normen ist typisch für die anankastische Persönlichkeitsstörung.

Zu E Richtig. Das Verlangen nach Anerkennung findet sich in der ICD-10 in Formulierungen wie „ständige Suche nach aufregenden Erlebnissen, in denen die betreffende Person im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht“ oder „übermäßige Beschäftigung damit, äußerlich attraktiv zu erscheinen“.

083 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zur larvierten Depression trifft/treffen zu?

  • 1.

    Es handelt sich nach ICD-10 um eine bipolare affektive Störung.

  • 2.

    Statt Verstimmung liegt ein depressiver Wahn vor.

  • 3.

    Die Patienten dissimulieren ihre Vitalstörungen.

  • 4.

    Kennzeichnend ist ein Missbrauch psychotroper Substanzen.

  • 5.

    Körperliche Symptome fehlen.

Antwort A Keine der vorstehenden Aussagen ist richtig.

Antwort B Nur 4 ist richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

083 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Falsch. Bei der larvierten Depression gibt es keinen Wechsel zwischen Manie und Depression.

Zu 2 Falsch. Das klinische Bild wird von anhaltenden körperlichen Symptomen bestimmt.

Zu 3 Falsch. Dissimulieren ist das Gegenteil von Simulieren und bedeutet: Die Betroffenen verbergen absichtlich ihre Symptome, um als gesund zu gelten. Das passt nicht zur larvierten Depression.

Zu 4 Falsch. Eine larvierte Depression ist nicht Folge eines Missbrauchs psychotroper Substanzen.

Zu 5 Falsch. Die psychischen Symptome der Depression „verstecken“ sich hinter körperlichen Symptomen. Sie sind das Hauptmerkmal der larvierten Depression.

084 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie drei Antworten.

Welche Aussagen zur systematischen Desensibilisierung treffen zu?

Antwort A Das Verfahren wird insbesondere bei Ängsten angewandt, die durch real existierende Gefahren ausgelöst werden.

Antwort B Der Wechsel zwischen entspannter Einstellung und vorgestellter Bedrohung wird so oft wiederholt, bis die Angst abnimmt.

Antwort C Bevor die Ängste angegangen werden, sollte der Patient lernen sich zu entspannen.

Antwort D Der Klient stellt eine Angsthierarchie auf, d. h., er muss klären, welche Bereiche stärker und welche weniger stark angstbesetzt sind.

Antwort E Zunächst wird der Patient mit sehr starken Angstreizen konfrontiert.

084 !

Richtig sind die Antworten B, C und D.

Zu A Falsch. Ängste, die durch real existierende Gefahren ausgelöst werden (Realangst im Gegensatz zur neurotischen Angst), sind ein angeborener, oft lebensrettender Mechanismus und bedürfen keiner Therapie.

Zu B Richtig. Bei der systematischen Desensibilisierung nach Joseph Wolpe (1958) wird der Klient im Zustand der Entspannung (meist liegend) langsam an das angstbesetzte Objekt gewöhnt. Dabei wird eine Angsthierarchie (= Stufenleiter der Angst) erarbeitet: Der Klient soll sich zunächst an das am wenigsten angstauslösende Objekt (z. B. ein Bild aus weiter Ferne) gewöhnen, bevor der Reiz allmählich gesteigert wird.

Zu C Richtig. Kommentar zu B.

Zu D Richtig. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Der Patient wird zunächst im Zustand der Entspannung schwachen Angstreizen ausgesetzt. Kommentar zu B.

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