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B978-3-437-58385-8.00007-2

10.1016/B978-3-437-58385-8.00007-2

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin März 2007

169 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zu Persönlichkeitsstörungen trifft zu?

Antwort A Persönlichkeitsstörungen entstehen meist im 5. bis 6. Lebensjahrzehnt.

Antwort B Persönlichkeitsstörungen sind gut heilbar.

Antwort C Zur Diagnostik können neben der psychopathologischen Untersuchung auch testpsychologische Verfahren herangezogen werden.

Antwort D Borderline-Störungen treten gehäuft bei älteren Männern auf.

Antwort E Die Symptome lassen meist nach einigen Monaten wieder nach.

169 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Persönlichkeitsstörungen beginnen in der Kindheit oder Jugend und bestehen während des Erwachsenenalters weiter. Da psychische Auffälligkeiten in der Kindheit sich beim Übergang ins Jugend- und Erwachsenenalter verändern oder ganz verschwinden, sollte die Diagnose „Persönlichkeitsstörung“ erst ab dem 16. Lebensjahr gestellt werden.

Zu B Falsch. Persönlichkeitsstörungen sind schwer zu therapieren. Im Idealfall gelingt es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Zu C Richtig. Eine Diagnostik nach dem psychopathologischen Befund kann bei Bedarf durch testpsychologische Verfahren gestützt werden.

Zu D Falsch. Eine Borderline-Störung tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Da es sich um eine Persönlichkeitsstörung handelt, zeigt sich die typische Symptomatik schon in der Adoleszenz und im frühen Erwachsenenalter.

Zu E Falsch. Die typischen Merkmale einer Persönlichkeitsstörung sind stabil, von langer Dauer und nicht auf Episoden einer psychischen Krankheit begrenzt.

170 ?

Aussagenkombination

Charakteristisch für Phobien ist/sind:

  • 1.

    Verdrängung umschriebener Impulse

  • 2.

    Verschiebung als Abwehrmechanismus

  • 3.

    Vermeidung der angstbesetzten Situation

  • 4.

    Nichtvorhandensein körperlicher Symptome während des Angstanfalls

  • 5.

    Im Alter Zunahme der Symptome

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

170 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Richtig. Nach psychoanalytischer Vorstellung ist Angst das Ergebnis eines Konflikts zwischen Triebimpulsen und einem strengen Gewissen, verkörpert z. B. durch den Vater. Durch Verdrängung des sexuellen oder aggressiven Impulses und Verschiebung der Angst auf Hunde, Spinnen, Mäuse, Vögel etc. ist die Angst auf einen Bereich begrenzt, dem man ausweichen kann. – Diese Vorstellung ist umstritten; die heute weit verbreitete Verhaltenstherapie vertritt eine ganz andere These.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Richtig. Vermeidungsverhalten ist typisch für phobische Patienten.

Zu 4 Falsch. Angstanfälle sind immer von starken körperlichen Symptomen (z. B. Herzklopfen, Zittern, Schwindel, Übelkeit, Atemnot etc.) begleitet.

Zu 5 Falsch. Die Symptome einer Phobie nehmen im Alter nicht zu, sondern ab.

171 ?

Aussagenkombination

Ursachen für eine Intelligenzminderung in der Kindheit können sein:

  • 1.

    Stoffwechselkrankheiten

  • 2.

    Chromosomenanomalien oder Erbkrankheiten

  • 3.

    Infektionskrankheiten

  • 4.

    Verletzungen, Unfälle

  • 5.

    Vergiftungsfolgen

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

171 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Erbliche Stoffwechselerkrankungen, die eine Intelligenzminderung zur Folge haben, sind meist Enzymdefekte wie z. B. die Phenylketonurie, die Ahornsirup-Krankheit oder die Niemann-Pick-Krankheit.

Zu 2 Richtig. Zu den Chromosomenanomalien zählt das Down-Syndrom.

Zu 3 Richtig. Infektionskrankheiten im Babyalter oder in der frühen Kindheit (z. B. eine schwere Verlaufsform der Masern) können eine Intelligenzminderung verursachen.

Zu 4 Richtig. Verletzungen, bei denen das Gehirn geschädigt wird, können eine Intelligenzminderung zur Folge haben.

Zu 5 Richtig. Vergiftungen schädigen das Gehirn und können bei Säuglingen oder Babys bleibende Schäden zur Folge haben.

172 ?

Einfachauswahl

Zu den inhaltlichen Denkstörungen zählt man:

Antwort A Denkzerfahrenheit

Antwort B Primärer Wahn

Antwort C Dialogische Stimmen

Antwort D Illusionäre Verkennungen

Antwort E Gedankenabbrechen

172 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Die Denkzerfahrenheit (zusammenhangloses Denken) ist eine formale Denkstörung. Sie findet sich oft bei schizophrenen Erkrankungen.

Zu B Richtig. Wahn ist eine inhaltliche Denkstörung. Typisch für den primären Wahn ist, dass es keine Auslöser wie z. B. Halluzinationen für die Wahnideen gibt. Sie entstehen sozusagen „aus sich selbst“.

Zu C Falsch. Dialogische Stimmen sind akustische Halluzinationen. Sie gehören zur Gruppe der Sinnestäuschungen (Wahrnehmungsstörungen).

Zu D Falsch. Illusionäre Verkennungen zählen ebenfalls zu den Wahrnehmungsstörungen.

Zu E Falsch. Gedankenabbrechen (Gedankenabreißen) zählt zur Gruppe der formalen Denkstörungen.

173 ?

Aussagenkombination

Unter „Gegenübertragung“ versteht man in der Psychoanalyse:

  • 1.

    Feindselig gegen den Arzt gerichtete Übertragung

  • 2.

    Reaktion des Patienten auf den Therapeuten, als wäre dieser eine frühere Bezugsperson

  • 3.

    Reaktion des Therapeuten auf eine ihm entgegengebrachte Übertragung

  • 4.

    Verdrängung nicht akzeptierter Handlungen durch Scheinerklärungen

  • 5.

    Zum-Ausdruck-Bringen innerer Konflikte durch körperliche Symptome

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

173 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Falsch. Eine Übertragung von früheren Erfahrungen des Patienten auf den Arzt sollte nicht mit Gegenübertragung verwechselt werden.

Zu 2 Falsch. Die Beschreibung passt perfekt auf das Phänomen der Übertragung, nicht der Gegenübertragung.

Zu 3 Richtig. Wenn der Therapeut auf die Übertragungsgefühle des Patienten reagiert (z. B. sich verliebt. wütend wird), heißt dies in der Sprache der Psychoanalyse „Gegenübertragung“.

Zu 4 Falsch. Beschrieben wird hier der Abwehrmechanismus „Rationalisierung“.

Zu 5 Falsch. Beschrieben wird hier der Abwehrmechanismus „Konversion“.

174 ?

Aussagenkombination

Welche Erkrankungen können eine organische Psychose auslösen?

  • 1.

    Schizophrenie

  • 2.

    Bipolare affektive Störung

  • 3.

    Multiple Sklerose

  • 4.

    Leberzirrhose

  • 5.

    Chronische Niereninsuffizienz

Antwort A Nur 3 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

174 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Organische psychische Störungen (= organische Psychosen) werden durch eine Schädigung des Gehirns (z. B. der Neuronen, der grauen Substanz etc.) verursacht. Die Schizophrenie wird nicht durch eine Schädigung der Hirnsubstanz, sondern durch eine Störung der Botenstoffe (Neurotransmitter) verursacht, sie zählt deshalb nicht zu den „organischen Psychosen“.

Zu 2 Falsch. Auch die bipolare Störung wird durch eine Störung der Botenstoffe im Gehirn verursacht und zählt deshalb nicht zu den organischen psychischen Erkrankungen.

Zu 3 Richtig. Bei der multiplen Sklerose wird die Myelinscheide an verschiedenen Stellen des Zentralnervensystems geschädigt. Wenn das Gehirn betroffen ist, sind verschiedenste psychische Störungen die Folge.

Zu 4 Richtig. Bei einer Leberzirrhose verliert die Leber ihre Fähigkeit, Giftstoffe auszuscheiden. Diverse Funktionsstörungen des Gehirns (u. a. psychische Störungen) sind die Folge.

Zu 5 Richtig. Bei einer Niereninsuffizienz kommt es zu Vergiftungsschäden des Gehirns mit der Folge von z. T. schwerwiegenden psychischen Störungen.

175 ?

Einfachauswahl

Ein 30-jähriger Patient (1,80 m/90 kg) mit Schizophrenie klagt über eine Gewichtszunahme von 6 kg nach einem Psychiatrieaufenthalt vor 3 Monaten. – Welche Aussage trifft am ehesten zu?

Antwort A Die Gewichtszunahme ist im Normbereich und erfordert keine weitere Beachtung.

Antwort B Der Patient leidet evtl. zusätzlich an einer Binge-Eating-Störung.

Antwort C Der Patient leidet an Adipositas, die umgehend durch eine psychotherapeutisch begleitete Fastenkur behandelt werden sollte.

Antwort D Die Gewichtszunahme ist Hinweis auf eine mögliche Nebenwirkung der medikamentösen Psychose-Behandlung.

Antwort E Die Angaben des Patienten sind nicht glaubhaft.

175 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Eine Gewichtszunahme von 6 kg innerhalb von 3 Monaten bei normalem Essverhalten ist auffällig; die Ursache sollte durch weitere Fragen geklärt werden.

Zu B Falsch. Für Essanfälle im Rahmen einer Binge-Eating-Störung gibt es im Text keine Hinweise.

Zu C Falsch. Der Patient leidet nicht an Adipositas: Er hat einen Body-Mass-Index von 27, d. h., er ist leicht übergewichtig. Adipositas beginnt ab einem BMI von 30.

Zu D Richtig. Die Schizophrenie wird normalerweise mit Neuroleptika behandelt. Zu den häufig auftretenden Nebenwirkungen von Neuroleptika gehört eine z. T. beträchtliche Gewichtszunahme.

Zu E Falsch. Dass die Aussagen nicht glaubhaft sind, ist unwahrscheinlich: Warum sollte der Patient über eine Gewichtszunahme klagen, wenn dies nicht der Wahrheit entspricht?

176 ?

Einfachauswahl

Zu welcher Gruppe von Störungen gehört der Gedankenentzug bei schizophrenen Patienten?

Antwort A Antriebsstörungen

Antwort B Formale Denkstörungen

Antwort C Affektstörungen

Antwort D Ich-Störungen

Antwort E Gedächtnisstörungen

176 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu D.

Zu B Falsch. Kommentar zu D.

Zu C Falsch. Kommentar zu D.

Zu D Richtig. Der Gedankenentzug zählt, zusammen mit der Gedankeneingebung und der Gedankenausbreitung, zur Gruppe der Ich-Störungen.

Zu E Falsch. Kommentar zu D.

177 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zum Delir treffen zu?

Antwort A Es liegt eine Störung des Bewusstseins vor.

Antwort B Es liegen meist akustische Halluzinationen vor.

Antwort C Ein Delir wird immer durch eine alkoholbedingte Gehirnschädigung verursacht.

Antwort D Typisch ist eine zeitliche Desorientiertheit, in schweren Fällen auch eine Desorientierung zu Ort und Person.

Antwort E Zu finden ist eine Beeinträchtigung vor allem des Langzeitgedächtnisses bei relativ intaktem Kurzzeitgedächtnis.

177 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Sowohl beim organisch verursachten Delir wie auch beim Alkoholdelir ist das Leitsymptom eine Störung des Bewusstseins und der Orientierung.

Zu B Falsch. Beim Delir treten meist optische Halluzinationen auf (kleine Tierchen, Insekten, „weiße Mäuse“ etc.).

Zu C Falsch. Ein Delir wird zwar oft durch Entzug von Alkohol verursacht (ICD-10: Entzugssyndrom mit Delir, F10.4), die ICD-10 unterscheidet davon aber das „ Delir, nicht durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen bedingt“, das als Durchgangssyndrom nach schweren Operationen auftreten oder sich bei alten Menschen zusammen mit einer Demenz manifestieren kann.

Zu D Richtig. Störungen der Orientierung sind typisch für beide Formen des Delirs.

Zu E Falsch. Besonders beeinträchtigt ist das Kurzzeitgedächtnis bei relativ intaktem Langzeitgedächtnis.

178 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zu affektiven Störungen trifft zu?

Antwort A Typische Hinweise auf eine Manie sind Halluzinationen.

Antwort B Im formalen Denken fällt bei manischen Störungen eine Ideenflucht auf.

Antwort C Im Rahmen einer manischen Phase erwartet man einen erniedrigten Blutdruck beim Patienten.

Antwort D Depressive Patienten entwickeln nach einer Depression i. d. R. eine Manie.

Antwort E Typisches Symptom einer affektiven Störung im Spätstadium ist ein demenzieller Abbau.

178 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Bei einer Manie können Halluzinationen auftreten, wenn es sich um eine „schwere manische Episode mit psychotischen Symptomen“ handelt. Halluzinationen sind jedoch nicht typisch für die Erkrankung.

Zu B Richtig. Typisch für manische Erkrankungen ist die formale Denkstörung der Ideenflucht.

Zu C Falsch. Veränderungen des Blutdrucks zählen nicht zum Symptombild affektiver Störungen. Wenn überhaupt, würde man bei einem Maniker einen erhöhten Blutdruck erwarten.

Zu D Falsch. Etwa ⅔ der Depressionen verlaufen unipolar, d. h., es treten nur depressive Episoden auf.

Zu E Falsch. Eine affektive Störung im Spätstadium gibt es nicht. (Nicht verwechseln mit einer Demenz!) Zwischen den depressiven oder manischen Phasen sind die Betroffenen gesund, auch bei längeren depressiven Phasen kommt es zu keiner Hirnschädigung im Sinne einer Demenz.

179 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) treffen zu?

Antwort A Mädchen sind deutlich häufiger betroffen als Jungen.

Antwort B Die betroffenen Kinder haben häufig in der Schule große Schwierigkeiten.

Antwort C Gute Wirksamkeit von Benzodiazepinen (z. B. Valium).

Antwort D Die Symptome treten nach dem 8. Lebensjahr auf.

Antwort E ADHS-Patienten haben ein erhöhtes Suchtpotenzial.

179 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Das Verhältnis von Jungen zu Mädchen beträgt etwa 3 : 1.

Zu B Richtig. Konzentrationsstörungen, Ablenkbarkeit und impulsives Verhalten führen zu Problemen im Unterricht und zu Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen.

Zu C Falsch. Bei ADHS sind Benzodiazepine nicht wirksam, in vielen Fällen ist sogar eine paradoxe Wirkung zu beobachten: Die Kinder werden noch „hibbeliger“. Eine Besserung der Symptome bewirken Psychostimulanzien wie z. B. Methylphenidat (Ritalin).

Zu D Falsch. Laut ICD-10 beginnt die Störung vor dem 7. Lebensjahr.

Zu E Richtig. Um besser mit ihrer Hyperaktivität umgehen zu können, greifen die Betroffenen entweder zu beruhigenden Suchtstoffen (Alkohol, Cannabis), oder sie machen die Erfahrung, dass sie sich durch Stimulanzien wie Kaffee, Ecstasy, Kokain etc. besser konzentrieren können. Auch das Risiko für eine nicht an Substanzen gebundene Abhängigkeit (Computersucht; extremer Sport etc.) ist bei ADHS-Patienten deutlich erhöht.

180 ?

Aussagenkombination

Was ist typisch für die abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung?

  • 1.

    Ermunterung an andere, wichtige Entscheidungen zu treffen

  • 2.

    Andauernde Gefühle von Anspannung und Besorgtheit

  • 3.

    Persönliche Kontakte nur, wenn die Sicherheit besteht, gemocht zu werden

  • 4.

    Angst davor, verlassen zu werden oder auf sich selbst angewiesen zu sein

  • 5.

    Mangelnde Fähigkeit, eigene Bedürfnisse zu äußern

Antwort A Nur 2 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

180 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Dass Wort „Ermunterung“ ist in diesem Zusammenhang etwas unglücklich gewählt, steht aber so in der ICD-10: „Ermunterung oder Erlaubnis an andere, die meisten Entscheidungen für das eigene Leben zu treffen“.

Zu 2 Falsch. Andauernde und umfassende Gefühle von Anspannung und Besorgtheit sind Merkmale der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung.

Zu 3 Falsch. Die Angst vor persönlichen Kontakten – außer man ist sich sicher, gemocht zu werden – ist typisch für die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung.

Zu 4 Richtig. Die Furcht, verlassen zu werden und als Folge davon keine Hilfe mehr von anderen zu erhalten, ist ein weiteres Merkmal der abhängigen Persönlichkeitsstörung.

Zu 5 Richtig. Die Betroffenen sind unfähig, ihre Bedürfnisse zu äußern, vor allem gegenüber Personen, zu denen eine Abhängigkeit besteht.

181 ?

Einfachauswahl

Welches Symptom ist am ehesten typisch für eine depressive Episode?

Antwort A Gesteigerter Appetit

Antwort B Hyperaktivität

Antwort C Verminderter Antrieb

Antwort D Ideenflucht

Antwort E Vermindertes Schlafbedürfnis

181 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Typisch für eine depressive Episode ist ein verminderter Appetit.

Zu B Falsch. Depressive Menschen leiden unter Antriebsstörungen und eingeschränkter Aktivität. Hyperaktivität wäre typisch für die Manie oder das ADHS.

Zu C Richtig. Verminderter Antrieb ist ein klassisches Symptom der Depression.

Zu D Falsch. Ideenflucht ist typisch für die Manie, nicht für depressive Störungen.

Zu E Falsch. Menschen mit depressiven Störungen können zwar nicht schlafen, haben als Folge davon jedoch das Bedürfnis, endlich schlafen zu können. Ein vermindertes Schlafbedürfnis ist typisch für die Manie.

182 ?

Mehrfachauswahl. Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Nicht-Alzheimer-Demenz treffen zu?

Antwort A Die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, ist vom Lebensalter unabhängig.

Antwort B Bei einer Demenz müssen Störungen von Gedächtnis, Denkvermögen und Affekt im Gegensatz zum Delir länger als 6 Monate bestehen.

Antwort C Eine Demenz tritt bei Personen unter 60 Jahren nicht auf.

Antwort D Zur Objektivierung der Demenz ist eine EEG-Untersuchung (Elektroenzephalografie) ausreichend.

Antwort E Von der Demenz muss die „Pseudodemenz“ bei depressiven Erkrankungen abgegrenzt werden.

182 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Lebensalter.

Zu B Richtig. Nach ICD-10 müssen die typischen Symptome einer Demenz mindestens 6 Monate lang bestehen, um die Diagnose „Demenz“ zu rechtfertigen.

Zu C Falsch. Demenz kann bei Erkrankungen oder Verletzungen des Gehirns auch bei jungen Menschen auftreten.

Zu D Falsch. Für die Diagnosestellung einer Demenz werden i. d. R. spezielle Tests durchgeführt, z. B. der Mini-Mental-Status-Test (MMST). In manchen Fällen werden auch bildgebende Verfahren (CT oder MRT) eingesetzt. Damit lässt sich untersuchen, ob das Gehirn geschrumpft ist. Eine Messung der Hirnströme mittels EEG wird bei Verdacht auf Demenz nicht eingesetzt.

Zu E Richtig. Menschen mit depressiven Erkrankungen leiden häufig an Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, die man bei älteren Patienten leicht mit einer Demenz verwechseln könnte. Der Begriff „Pseudodemenz“ besagt, dass die Symptome an eine Demenz denken lassen, es sich jedoch nicht um eine Demenz handelt.

183 ?

Einfachauswahl

Ein 8-jähriger Junge berichtet, dass er ganz oft beten müsse, damit seinen Eltern oder ihm nichts Schlimmes passiere. Beim Beten müsse er immer darauf achten, die Hände richtig zu halten und nicht mit den Augen zu blinzeln. Wenn er das nicht tue, werde die Angst unerträglich. Wegen des vielen Betens könne er sich in der Schule oder bei den Hausaufgaben nicht mehr konzentrieren. – Es handelt sich am ehesten um:

Antwort A Eine schlechte Gewohnheit

Antwort B Eine Zwangsstörung

Antwort C Eine übertriebene religiöse Erziehung durch die Eltern

Antwort D Eine beginnende kindliche Schizophrenie

Antwort E Das altersgemäße Verhalten eines ängstlichen Kindes

183 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu B.

Zu B Richtig. Leicht zwanghafte Rituale sind in der Kindheit häufig und verschwinden oft beim Übergang in das Jugend- und Erwachsenenalter. Wenn die zwanghaften Handlungen jedoch – wie hier – so ausgeprägt sind, dass sie den normalen Alltag unmöglich machen, ist die Grenze zur Zwangserkrankung erreicht. Viele erwachsene Zwangspatienten berichten z. B., dass ihre Zwänge schon in der Kindheit oder Jugend begonnen haben. In Fällen wie dem hier geschilderten ist die Diagnose „Zwangsstörung“ also angebracht. Das Auftreten in der Kindheit wird in der ICD-10 nicht extra codiert.

Zu C Falsch. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Kommentar zu B.

184 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Herzangstneurose treffen zu?

Antwort A Aus statistischer Sicht besteht für den Herzangstneurotiker ein signifikant erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen.

Antwort B Patienten mit Herzangstneurose neigen zu häufigerem Arztwechsel.

Antwort C Patienten mit Herzangst beschäftigen sich nahezu ständig mit Suizidgedanken.

Antwort D Der prozentuale Anteil der Männer ist bei der Herzangstneurose niedriger als bei den allgemeinen Phobien.

Antwort E Symptomauslösend sind in einem Teil der Fälle Erlebnisse von Herzerkrankung oder Herztod im Bekanntenkreis oder im öffentlichen Leben.

184 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Die Symptome sind rein psychisch bedingt, somit besteht kein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen. Zur Bezeichnung „Herzangstneurose“: Die Störung wird heute eher als „Herzangstsyndrom“ bezeichnet. In der ICD-10 heißt sie „somatoforme autonome Funktionsstörung des kardiovaskulären Systems“.

Zu B Richtig. Da die Ärzte nichts finden, suchen die Betroffenen weitere Spezialisten auf.

Zu C Falsch. Die Patienten haben Angst vor Tod durch Herzinfarkt, keine Suizidgedanken.

Zu D Falsch. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa doppelt so viele Männer wie Frauen an einem Herzangstsyndrom leiden. Bei den allgemeinen Phobien (Agoraphobie; Klaustrophobie etc.) hingegen sind wesentlich mehr Frauen betroffen als Männer.

Zu E Richtig. Das Auftreten von Herztod durch Herzinfarkt im sozialen Umfeld oder im öffentlichen Leben scheint das Erstauftreten eines Herzangstsyndroms zu begünstigen.

185 ?

Einfachauswahl

Das „Sich-Versprechen“ in einer affektiv belastenden Situation wird bezeichnet als:

Antwort A Fehlleistung

Antwort B Ersatzhandlung

Antwort C Frustration

Antwort D Fixierung

Antwort E Verdrängung

185 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Bei einer „Freud'schen Fehlleistung“ zeigt sich im Handeln oder Sprechen einer Person ein unbewusster, bislang verdrängter Impuls: z. B. wenn eine Frau ihrer Rivalin „versehentlich“ ein Glas Rotwein über das Kleid schüttet oder ein Steuerprüfer zum Firmenchef sagt: „Da sind einige Unregelmäßigkeiten zum Vor schwein gekommen.“

Zu B Falsch. Kommentar zu A.

Zu C Falsch. Kommentar zu A.

Zu D Falsch. Kommentar zu A.

Zu E Falsch. Kommentar zu A.

186 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zum Suizid trifft zu?

Antwort A Die Suizidrate in Deutschland ist in den letzten 50 Jahren deutlich gestiegen.

Antwort B Etwa 15 % der Patienten mit schweren depressiven Störungen nehmen sich das Leben.

Antwort C Bei Personen, die bereits mehrere Suizidversuche hinter sich haben, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich suizidieren.

Antwort D Nach Entlassung aus einer psychiatrischen Klinik haben Patienten ein geringeres Suizidrisiko.

Antwort E Bei Jugendlichen steht Suizid als Todesursache an 10. Stelle.

186 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Die Suizidrate hat in den letzten 50 Jahren deutlich abgenommen.

Zu B Richtig. Suizidgedanken sind ein sehr häufiges Symptom bei depressiven Störungen; ca. 15 % der Menschen mit schweren Depressionen nehmen sich das Leben.

Zu C Falsch. Bei Menschen, die mehrere Suizidversuche hinter sich haben, steigt das Risiko einer suizidalen Handlung.

Zu D Falsch. Nach der Entlassung aus der Klinik hat sich oft die belastende Lebenssituation, die zum Suizidversuch geführt hat, nicht verändert. Auch die Wiederaufnahme eines eigenständigen Lebens fällt vielen Betroffenen schwer. Deshalb kann das Suizidrisiko nach Entlassung aus der Klinik oft steigen.

Zu E Falsch. Nach dem Unfalltod steht bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren der Suizid an zweiter Stelle der Todesursachen. Vor allem in der Pubertät steigen Selbsttötungsversuche stark an.

187 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen gelten bezüglich der Schizophrenie?

Antwort A Eine Schizophrenie wird überwiegend durch äußere Einflüsse ausgelöst.

Antwort B Bevorzugt erkranken Menschen nach dem 50. Lebensjahr.

Antwort C Eine Schizophrenie heilt bei 70 % der Patienten vollständig aus.

Antwort D An einer Schizophrenie erkranken Männer und Frauen etwa gleich häufig.

Antwort E Eine schizophrenieähnliche Psychose kann auch durch Drogen ausgelöst werden.

187 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Man geht heute von einer genetischen Disposition für schizophrene Erkrankungen aus, die durch eine schwierige Kindheit verstärkt werden kann. Auslöser (nicht Verursachung) einer schizophrenen Episode ist oft eine belastende Lebenssituation, die bei Menschen ohne genetische Disposition keine Schizophrenie auslösen würde („Vulnerabilitäts-Stress-Modell“).

Zu B Falsch. Die Schizophrenie tritt bevorzugt zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr auf.

Zu C Falsch. Für die Prognose bei Schizophrenie gilt die Drittelregel: Bei ⅓ heilt die Erkrankung nach einer Episode vollständig aus. Bei einem weiteren ⅓ verläuft sie in Phasen mit weitgehender Gesundung zwischen den Episoden. Beim letzten ⅓ verschlechtert sich die Erkrankung und führt zunehmend zu Defektzuständen (schizophrenes Residuum).

Zu D Richtig. Die Geschlechterverteilung bei Schizophrenie ist etwa gleich.

Zu E Richtig. Durch Drogen wie LSD, Cannabis oder Pilze kann – bei entsprechender Disposition – eine schizophrenieähnliche Psychose ausgelöst werden.

188 ?

Aussagenkombination

Für die Bulimia nervosa gilt:

  • 1.

    Meist sind untergewichtige Frauen betroffen.

  • 2.

    Meist kann man den Betroffenen ihre Erkrankung nicht ansehen.

  • 3.

    Eine Bulimia nervosa schließt eine Anorexia nervosa aus.

  • 4.

    Es handelt sich um eine Ess-/Brechsucht, bei der das Erbrechen selbst ausgelöst wird.

  • 5.

    Die Störung ist durch anfallartiges Verschlingen großer Nahrungsmengen und anschließendes Erbrechen gekennzeichnet.

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

188 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Bulimikerinnen sind meist normal- oder leicht übergewichtig.

Zu 2 Richtig. Personen mit Bulimie sind meist normalgewichtig, deshalb kann man ihnen nicht ansehen, dass sie an dieser Krankheit leiden.

Zu 3 Falsch. Auch wenn die Bulimie und die Anorexie in Reinform klar voneinander zu trennen sind, gibt es Übergangsformen (viele Bulimikerinnen waren vorher längere Zeit anorektisch). Eine Bulimia nervosa kann also wieder in eine Magersucht übergehen und umgekehrt.

Zu 4 Richtig. Die Bulimia nervosa ist eine Ess-Sucht. Typisch ist ein anfallsartiges Verschlingen großer Mengen von Nahrungsmitteln mit anschließendem selbst herbeigeführtem Erbrechen.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 4.

189 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Alzheimer-Demenz treffen zu?

Antwort A Die Alzheimer-Demenz ist eine rasch fortschreitende Krankheit.

Antwort B Die Depression im Alter ist die wichtigste Differenzialdiagnose.

Antwort C Die Alzheimer-Demenz ist medikamentös gut heilbar.

Antwort D Wichtig für die Betroffenen sind auch Bewegungstherapien und übende Verfahren zur Erhaltung der sozialen Kompetenz.

Antwort E Demenzpatienten beklagen selbst früh ihre geistige Leistungsschwäche.

189 !

Richtig sind die Antworten B und D.

Zu A Falsch. Die Symptome der Alzheimer-Demenz entwickeln sich schleichend.

Zu B Richtig. Menschen mit depressiven Erkrankungen leiden häufig an Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, die man bei älteren Patienten leicht mit einer Demenz verwechseln könnte (= Pseudodemenz).

Zu C Falsch. Moderne Medikamente können das Fortschreiten der Erkrankung hinauszögern, heilbar ist die Alzheimer-Demenz jedoch nicht.

Zu D Richtig. Übende Verfahren (z. B. gezielte Wiederholungen von Bewegungen) können den Alltag von Patienten und pflegenden Personen erleichtern. Werden alltägliche Bewegungsabläufe wie Ankleiden, Waschen, Essen oder Telefonieren wieder und wieder geübt, kann es den Patienten gelingen, diese bald selbstständig auszuführen.

Zu E Falsch. Vor allem im Anfangsstadium der Demenz versuchen viele Betroffene, ihre Probleme vor anderen zu verbergen und Gedächtnislücken mithilfe von Merkzetteln oder Konfabulationen zu überspielen.

190 ?

Einfachauswahl

Was versteht man unter einer Somatisierungsstörung?

Antwort A Illusionäre Verkennung

Antwort B Körperliche Beschwerden ohne organischen Befund infolge einer seelischen Störung

Antwort C Form der Neurose, bei der bestimmte Handlungen meist nach bestimmten Regeln ausgeführt werden müssen

Antwort D Wahnwahrnehmungen

Antwort E Form der Neurose mit Neigung zur Dramatisierung und starker Ich-Bezogenheit, bei der das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung im Vordergrund steht

190 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu B.

Zu B Richtig. Die Somatisierungsstörung gehört zu den somatoformen (= sich im Körper zeigenden) Störungen, für die es keinen ärztlichen Befund gibt. Ein spezielles Krankheitsbild der somatoformen Störungen ist die Somatisierungsstörung. Somatisierung bedeutet: Umwandlung einer psychischen Belastung oder eines seelischen Konflikts in ein körperliches Symptom. – Die Somatisierungsstörung ist durch multiple (= vielfältige), häufig wechselnde körperliche Beschwerden gekennzeichnet, die meist jahrelang andauern. Alle Organe und Körperteile können betroffen sein. Die Betroffenen wandern von Arzt zu Arzt, doch medizinisch ist nichts zu finden.

Zu C Falsch. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Kommentar zu B.

191 ?

Aussagenkombination

Zur dissozialen Persönlichkeitsstörung passen:

  • 1.

    Tiefgreifendes Muster von Missachtung und Verletzung der Rechte anderer

  • 2.

    Impulsivität oder Versagen, vorausschauend zu planen

  • 3.

    Reizbarkeit und Aggressivität

  • 4.

    Unvermögen zur Beibehaltung längerfristiger Beziehungen

  • 5.

    Dauerhafte Einhaltung sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen

Antwort A Nur 1 und 4 ist richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

191 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Ein tiefgreifendes Muster von Missachtung sozialer Normen und Verletzung der Rechte anderer gehört zum typischen Bild einer dissozialen Persönlichkeitsstörung.

Zu 2 Richtig. Die Betroffenen haben eine geringe Frustrationstoleranz und reagieren deshalb oft impulsiv, ohne die Konsequenzen ihres Handelns zu bedenken.

Zu 3 Richtig. Bei vielen Betroffenen besteht eine anhaltende Reizbarkeit und eine niedrige Schwelle für aggressives Verhalten.

Zu 4 Richtig. Die Betroffenen können zwar schnell Beziehungen eingehen, sind jedoch nicht fähig, eine dauerhafte Beziehung aufrechtzuerhalten.

Zu 5 Falsch. Das Gegenteil ist der Fall: „Verantwortungslose Haltung und Missachtung sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen“ sind typisch für die dissoziale Persönlichkeitsstörung.

192 ?

Aussagenkombination

Bei Patienten mit manischen Phasen werden nicht selten folgende Verhaltensweisen beobachtet:

  • 1.

    Antriebsminderung

  • 2.

    Vermehrtes Schlafbedürfnis

  • 3.

    Konflikte mit Arbeitskollegen

  • 4.

    Sexuelle Exzesse

  • 5.

    Eingehen unerfüllbarer Verträge

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

192 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Bei Manikern ist der Antrieb gesteigert. Antriebsminderung wäre typisch für eine depressive Episode.

Zu 2 Falsch. Maniker haben ein verringertes Schlafbedürfnis.

Zu 3 Richtig. Wenn jemand eine manische Episode entwickelt, ist dies für die Umwelt – auch die Arbeitskollegen – meist nicht leicht: Die Betroffenen reden unentwegt, können sich nicht auf eine Aufgabe konzentrieren und sind z. T. gereizt und streitsüchtig. Konflikte mit Arbeitskollegen sind deshalb häufig.

Zu 4 Richtig. Exzess ist ein anderes Wort für „Ausschweifung“. Zur Symptomatik einer Manie gehört eine gesteigerte Libido, die dazu führt, dass die Betroffenen schnell wechselnde sexuelle Beziehungen eingehen oder sich sexuell taktlos benehmen.

Zu 5 Richtig. Durch die überhöhte Selbsteinschätzung geben Maniker Geld aus, das sie gar nicht haben, und schließen Verträge ab, die sie sich finanziell überhaupt nicht leisten können.

193 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Anpassungsstörung treffen zu?

Antwort A Es besteht immer eine psychosoziale Belastung von katastrophalem Ausmaß.

Antwort B Die Symptome halten meist nicht länger als 6 Monate an.

Antwort C Es treten häufig zwanghafte Symptome auf.

Antwort D Bei Jugendlichen kann aggressives und dissoziales Verhalten auftreten.

Antwort E Insbesondere bei älteren Patienten kann eine Wahnsymptomatik auftreten.

193 !

Richtig sind die Antworten B und D.

Zu A Falsch. Der 1. Teil der Aussage ist richtig, der 2. Teil ist falsch. ICD-10: „Identifizierbare psychosoziale Belastung von einem nicht außergewöhnlichen oder katastrophalen Ausmaß“.

Zu B Richtig. ICD-10-C: „Die Symptome dauern nicht länger als 6 Monate nach Ende der Belastung … an, außer bei der längeren depressiven Reaktion.“

Zu C Falsch. Keine Zwangssyndrome bei der Anpassungsstörung.

Zu D Richtig. Bei Jugendlichen kann sich z. B. eine Trauerreaktion in aggressivem und dissozialem Verhalten äußern.

Zu E Falsch. Wahn ist ein Hinweis auf eine psychotische Störung. Sollte als Folge eines einschneidenden Ereignisses Wahn auftreten, wäre evtl. die Diagnose einer akuten psychotischen Störung, einer beginnenden Schizophrenie oder einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen zu stellen. Eine psychogene Angst-, Zwangs- oder Belastungsstörung mit Wahn gibt es nicht.

194 ?

Aussagenkombination

Welche Aussage/n zur Suizidalität trifft/treffen zu?

  • 1.

    Je konkreter die Suizidgedanken, umso größer die Suizidgefahr.

  • 2.

    Bei depressiven Patienten darf die Suizidalität nicht hinterfragt werden.

  • 3.

    Bei Schizophrenen ist die Suizidgefährdung geringer als bei der Allgemeinbevölkerung.

  • 4.

    Bei akut suizidgefährdeten Patienten sollte die Medikamenteneinnahme unter Aufsicht erfolgen.

  • 5.

    Der Abschluss eines „Non-Suizid-Bündnisses“ ist nicht hilfreich.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

194 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Wenn jemand nicht nur Suizidgedanken hat, sondern schon konkrete Aussagen darüber macht, wann, wo und mit welcher Methode er sich umbringen möchte, ist die Suizidgefahr extrem hoch.

Zu 2 Falsch. Nahezu alle depressiven Patienten haben Gedanken an den Tod. Ein direktes Ansprechen der Thematik ist unbedingt notwendig und führt bei den meisten Betroffenen zu psychischer Entlastung.

Zu 3 Falsch. Patienten mit einer Schizophrenie sind überdurchschnittlich hoch suizidgefährdet.

Zu 4 Richtig. Um zu verhindern, dass die Betroffenen die Medikation eigenmächtig absetzen oder die Tabletten sammeln, um sich damit das Leben zu nehmen, sollte die Medikamenteneinnahme unter Aufsicht erfolgen.

Zu 5 Falsch. In vielen Fällen von Suizidalität kann ein Non-Suizid-Vertrag helfen, dass ein Patient sich vor einem geplanten Suizid mit seinem Therapeuten in Verbindung setzt.

195 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Schizophrenie treffen zu?

Antwort A Ein Hinweis auf das Bestehen einer Schizophrenie sind Beziehungsideen.

Antwort B Ein allmählicher Krankheitsbeginn ist ein prognostisch günstiges Zeichen.

Antwort C Wegen der ausgeprägten Krankheitseinsicht willigt der schizophrene Patient meist schnell in eine Therapie ein.

Antwort D Nach Absetzen einer neuroleptischen Medikation besteht kaum Rezidivgefahr.

Antwort E Affektverflachung und Sprachverarmung zählt man zu den Negativsymptomen.

195 !

Richtig sind die Antworten A und E.

Zu A Richtig. Bei Beziehungsideen haben die Betroffenen das Gefühl, Geschehnisse in der Umwelt bezögen sich auf die eigene Person. Sind sie stark ausgeprägt, kann sich daraus ein Beziehungswahn entwickeln, wie er für schizophrene Erkrankungen typisch ist.

Zu B Falsch. Ein allmählicher Krankheitsbeginn wäre ein Hinweis auf eine Schizophrenia simplex oder eine Hebephrenie. Bei diesen Formen der Schizophrenie ist die Prognose nicht günstig.

Zu C Falsch. Im akuten Stadium der Erkrankung besteht meist keine Krankheitseinsicht.

Zu D Falsch. Nach Absetzen der Neuroleptika ist die Gefahr eines Rückfalls sehr hoch. Deshalb sollten die Medikamente nach einer einmaligen schizophrenen Episode mindestens 6 Monate weiter genommen werden. Bei mehreren Rezidiven wird meist eine Medikation über mehrere Jahre verordnet.

Zu E Richtig. Affektverflachung (Gefühlsverarmung) und Sprachverarmung (Alogie) sind typische Negativsymptome der Schizophrenie.

196 ?

Aussagenkombination

Welche/r der folgenden Begriffe zählt/zählen zu den Abwehrmechanismen des Ichs gegenüber Es- und Über-Ich-Ansprüchen?

  • 1.

    Rationalisierung

  • 2.

    Reaktionsbildung

  • 3.

    Konversion

  • 4.

    Identifikation

  • 5.

    Projektion

Antwort A Nur 2 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

196 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Bei der Rationalisierung werden für bestimmte Gefühle, Handlungen oder Erlebnisse nachträglich verstandesmäßige Erklärungen gesucht (z. B. „Es ist gut, dass man mich entlassen hat, der Job hat mich ohnehin unterfordert!“).

Zu 2 Richtig. Bei der Reaktionsbildung (= Verkehrung ins Gegenteil) werden nicht akzeptierte Triebwünsche in ihr Gegenteil verkehrt: Eine Mutter, die ihr Kind ablehnt, entwickelt z. B. gegenüber ihrem Kind ein überfürsorgliches Verhalten.

Zu 3 Richtig. Beim Abwehrmechanismus der Konversion wird ein verdrängter Konflikt oder Impuls in körperliche Symptome umgewandelt. Die körperlichen Symptome haben hierbei symbolischen Ausdruckscharakter.

Zu 4 Richtig. Beim Abwehrmechanismus der Identifikation macht sich jemand die Werte und Charaktereigenschaften einer anderen Person zu eigen, z. B. um sich gegen einen Aggressor nicht wehren zu müssen.

Zu 5 Richtig. Beim Abwehrmechanismus der Projektion werden Impulse oder Eigenschaften, die jemand an sich selbst nicht leiden kann, auf andere projiziert und dort kritisiert.

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