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B978-3-437-58385-8.00009-6

10.1016/B978-3-437-58385-8.00009-6

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin März 2008

225 ?

Einfachauswahl

Unter einer Verhaltenstherapie versteht man:

Antwort A Klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie (nach Rogers)

Antwort B Psychoanalytische Psychotherapie

Antwort C Psychoanalytische Fokaltherapie

Antwort D Übertragungsfokussierte Psychotherapie

Antwort E Behandlungsverfahren, die auf Erkenntnissen der empirischen Psychologie (z. B. Lerntheorie) basieren

225 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Die klientenzentrierte Gesprächstherapie ist ein eigenständiges Therapieverfahren, das nichts mit Verhaltenstherapie zu tun hat.

Zu B Falsch. Auch die Psychoanalyse ist eine eigenständige Therapieform. Bei der Psychoanalyse soll nicht das Verhalten im Hier und Jetzt verändert werden; stattdessen sucht der Therapeut nach verdrängten frühkindlichen Konflikten, die das Verhalten des Klienten beeinflussen.

Zu C Falsch. Die psychoanalytische Fokaltherapie zählt zur Psychoanalyse. Im Gegensatz zur „großen Psychoanalyse“ konzentriert sich die Therapie auf einen Kernpunkt (Fokus), der in relativ kurzer Zeit bearbeitet wird.

Zu D Falsch. Eine Therapieform, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Übertragung vom Patienten auf den Therapeuten zu analysieren, zählt zur Psychoanalyse, nicht zur Verhaltenstherapie.

Zu E Richtig. Die Verhaltenstherapie basiert auf Erkenntnissen, die aus gezielten, systematisch verlaufenden Untersuchungen hervorgegangen sind. Vor allem die verschiedenen Lerntheorien spielen hier eine wichtige Rolle.

226 ?

Aussagenkombination

Welche Komplikationen bzw. Symptome können bei einer Anorexia nervosa auftreten?

  • 1.

    Abführmittelmissbrauch

  • 2.

    Suizidalität

  • 3.

    Natrium- und Kaliummangel

  • 4.

    Selbst induziertes Erbrechen

  • 5.

    Deutliche Verminderung der Libido bei Männern

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

226 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Viele Betroffene verwenden – oft in großen Mengen – Laxanzien (Abführmittel), um Gewicht zu verlieren.

Zu 2 Richtig. Der WHO zufolge versuchen 16 % der Magersüchtigen, sich das Leben zu nehmen. Jede 10. Magersüchtige scheidet durch Suizid aus dem Leben.

Zu 3 Richtig. Durch die Unterernährung kommt es zu massiven Störungen des Elektrolythaushalts. Natrium- und Kaliummangel führen zu Herzrhythmusstörungen; langjähriger Kaliummangel kann die Nierenfunktion dauerhaft schädigen.

Zu 4 Richtig. Viele Anorektikerinnen halten ihr Hungern nicht durch. Wenn der Hunger übermächtig wird, können sie kurzzeitig ihr Hungern nicht mehr kontrollieren und verzehren dann auf einen Schlag große Nahrungsmengen, um sie anschließend wieder zu erbrechen. Nicht verwechseln! Die Essattacken mit anschließendem Erbrechen erfüllen von der Häufigkeit her nicht die Diagnosekriterien einer Bulimie (mindestens 2-mal pro Woche).

Zu 5 Richtig. Bei Männern (wie auch bei Frauen!) kommt es zu einem Nachlassen des sexuellen Verlangens, bei männlichen Anorektikern auch zu Potenzstörungen.

227 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Begriffe sind typisch für die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern?

Antwort A Gute Schulnoten

Antwort B Beginn ab dem 9. Lebensjahr

Antwort C Regelverletzungen

Antwort D Großer Freundeskreis

Antwort E Niedrige Frustrationstoleranz

227 !

Richtig sind die Antworten C und E.

Zu A Falsch. Kinder mit ADHS haben Probleme mit Aufmerksamkeit und Konzentration, dies beeinträchtigt die schulischen Leistungen. Viele haben deshalb schlechte Schulnoten.

Zu B Falsch. Laut ICD-10 liegt der Beginn der Störung in den ersten 5 Lebensjahren.

Zu C Richtig. Wegen der stark ausgeprägten Impulsivität, ihrer Unaufmerksamkeit und ihrer überschießenden motorischen Aktivitäten übertreten viele ADHS-Kinder die Regeln und Normen des sozialen Zusammenlebens.

Zu D Falsch. Viele Gleichaltrige erleben ADHS-Kinder als schwierig und anstrengend. ADHS-Kinder sind deshalb bei anderen Kindern oft unbeliebt und werden aus den gemeinsamen Aktivitäten (Spielen, Sport etc.) ausgeschlossen.

Zu E Richtig. Viele ADHS-Kinder sind ungeduldig und werden schnell wütend und aggressiv.

228 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage ist typisch für eine organische Halluzinose?

Antwort A Im Vordergrund steht eine getrübte Bewusstseinslage.

Antwort B Die Halluzinationen können vom Patienten manchmal als solche erkannt werden.

Antwort C Sie ist mit Verhaltenstherapie gut therapierbar.

Antwort D Sie tritt bevorzugt zu Beginn der Pubertät auf.

Antwort E Wahn dominiert das klinische Bild.

228 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Ähnlich wie bei der Alkoholhalluzinose sind die Betroffenen bewusstseinsklar.

Zu B Richtig. Manche Patienten erkennen, dass die Halluzinationen nicht der Realität entsprechen. Der Fachausdruck hierfür ist „Pseudohalluzinationen“.

Zu C Falsch. Die Ursache für die (meist optischen oder akustischen) Halluzinationen ist eine organische oder neurologische Erkrankung (z. B. Epilepsie, Hirntumor, Enzephalitis), die auf der körperlichen Ebene behandelt werden muss.

Zu D Falsch. Wie bei allen organisch bedingten psychischen Störungen nimmt die Auftretenswahrscheinlichkeit im Alter zu.

Zu E Falsch. ICD-10: „Die Halluzinationen können wahnhaft verarbeitet werden, Wahn dominiert aber nicht das klinische Bild.“

229 ?

Einfachauswahl

Ein Patient kündigt ernsthaft an, sich das Leben zu nehmen. Unter welchen Voraussetzungen müssen Sie die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus einleiten?

Antwort A In keinem Fall. Gegen seinen Willen darf auch ein akut Suizidgefährdeter nicht stationär untergebracht werden.

Antwort B In jedem Fall, wenn seine Ankündigung ernst gemeint ist.

Antwort C In keinem Fall, das wäre eine Einschränkung des Rechts auf freie Entfaltung.

Antwort D In keinem Fall, da bei ausreichend intensiver Zuwendung eine stationäre Einweisung vermeidbar ist.

Antwort E In keinem Fall, da es sich nicht um eine Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung handelt.

229 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Bei akuter Selbstgefährdung ist jeder Arzt oder Therapeut verpflichtet, dafür zu sorgen, dass das Leben des Betroffenen gerettet wird. Wenn jemand nicht bereit ist, sich freiwillig in die Psychiatrie einzuweisen, muss der Therapeut dafür sorgen, dass die betroffene Person auch gegen ihren Willen untergebracht wird. Grundlage hierfür ist das Psychisch-Kranken-Gesetz bzw. Unterbringungsrecht des jeweiligen Bundeslandes.

Zu B Richtig. Kommentar zu A.

Zu C Falsch. Kommentar zu A.

Zu D Falsch. Kommentar zu A.

Zu E Falsch. Das Gesetz sieht vor, dass jemand gegen seinen Willen untergebracht werden kann, wenn er entweder die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet (z. B. durch Fremdgefährdung) oder wenn er sein Leben oder in erheblichem Maß seine Gesundheit gefährdet.

230 ?

Aussagenkombination

Ursachen für eine Demenz können sein:

  • 1.

    HIV-Infektion

  • 2.

    Fehlernährung (Nikotinsäuremangel)

  • 3.

    Schilddrüsenunterfunktion

  • 4.

    Wiederholte Schlaganfälle

  • 5.

    Kurzfristiger Alkoholgenuss unter 15 g Alkohol/Tag bei einem gesunden Erwachsenen

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

230 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Das humane Immundefizienz-Virus (HIV) zerstört Nervenzellen im Gehirn. Die Folge ist eine Demenz.

Zu 2 Richtig. Ein Mangel an Nikotinsäure (Vitamin-B-Komplex) führt zum Beschwerdebild der Pellagra mit Veränderungen der Haut, der Darmschleimhaut (Durchfall) sowie einer Schädigung des Nervensystems, als Folge davon zu einer Demenz. Nikotinsäuremangel ist meist eine Folge von Unterernährung, z. B. bei Anorexia nervosa.

Zu 3 Richtig. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist der Stoffwechsel verlangsamt. Müdigkeit, Depressivität, Konzentrationsschwäche, Gedächtnisstörungen etc. sind die Folge. Bei massiver Unterfunktion kann es zu einer sekundären Demenz kommen, die bei Behandlung durch Schilddrüsenpräparate reversibel ist.

Zu 4 Richtig. Wiederholte Schlaganfälle führen zu einer Schädigung der Blutgefäße im Gehirn, als Folge davon zu einer vaskulären Demenz.

Zu 5 Falsch. 15 g Alkohol sind in einem Glas Pils (0,33 l) enthalten. Ein gesunder Erwachsener, der jeden Tag ein Glas Pils trinkt, wird sicher nicht an einer Alkoholdemenz erkranken.

231 ?

Einfachauswahl

Eine Patientin leidet an Depressionen. Seit 5 Tagen nimmt sie schon Antidepressiva ein, doch es zeigt sich keinerlei Besserung. – Wie ist Ihr weiteres Vorgehen?

Antwort A Sie setzen das Medikament ab und raten, einen Psychiater aufzusuchen.

Antwort B Sie setzen das Medikament ab und verordnen Johanniskraut.

Antwort C Sie schlagen vor, die Dosis des verschriebenen Medikaments zu erhöhen.

Antwort D Nachdem Sie sich überzeugt haben, dass die Patientin gut betreut wird, raten Sie ihr, weiter abzuwarten, da die Medikamente meist längere Zeit brauchen, bis sie wirken.

Antwort E Um die Ursache der Depression herauszufinden, raten Sie der Frau zu einer Psychoanalyse.

231 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Antidepressiva wirken oft erst nach 2–3 Wochen. Dementsprechend ist es wichtig, das Medikament nicht schon nach einigen Tagen abzusetzen. Auf keinen Fall darf ein Heilpraktiker ein vom Arzt verordnetes Medikament absetzen.

Zu B Falsch. Johanniskraut kann bei gleichzeitiger Einnahme von bestimmten Serotonin-Wiederaufnahmehemmern ein lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom mit Verwirrtheit, Zittern, Fieber und Blutdruckabfall bis hin zum Koma auslösen. Wie unter A schon ausgeführt, darf ein Heilpraktiker unter keinen Umständen ein verordnetes Medikament absetzen oder vorschlagen, die Dosis zu erhöhen. Das ist Sache des Arztes.

Zu C Falsch. Kommentar zu B.

Zu D Richtig. Sie klären die Patientin über die Wirklatenz von Antidepressiva auf (Kommentar zu A) und verweisen Sie bei weiteren Fragen an den sie behandelnden Arzt.

Zu E Falsch. Eine psychotherapeutische Behandlung ist erst nach Abklingen der Symptomatik sinnvoll. Am erfolgversprechendsten ist augenblicklich die kognitive Verhaltenstherapie.

232 ?

Aussagenkombination

Zu den diagnostischen Leitlinien der Alkoholabhängigkeit nach ICD-10 zählen:

  • 1.

    Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich Beginn, Beendigung und Menge des Konsums

  • 2.

    Dauerhafte Organschäden, z. B. der Leber

  • 3.

    Körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums

  • 4.

    Nachweis einer Toleranz

  • 5.

    Vernachlässigung anderer Vergnügen/Interessen zugunsten des Substanzkonsums

Antwort A Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

232 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Das Abhängigkeitssyndrom allgemein steht in der ICD-10 unter F1x.2; in Bezug auf Alkohol (F10.2) gelten dieselben Kriterien, darunter auch die „verminderte Kontrolle über den Substanzgebrauch“.

Zu 2 Falsch. Dauerhafte Organschäden treten nicht nur bei Abhängigkeit, sondern auch bei Missbrauch von Alkohol auf. Sie zählen deshalb nicht zu den diagnostischen Leitlinien der Alkoholabhängigkeit.

Zu 3 Richtig. ICD-10: „Ein körperliches Entzugssyndrom, wenn die Substanz reduziert oder abgesetzt wird, mit den für die Substanz typischen Entzugssymptomen.“

Zu 4 Richtig. Um die gewünschte Wirkung zu erreichen, müssen größere Mengen der Substanz (hier Alkohol) konsumiert werden.

Zu 5 Richtig. Die ICD-10 spricht hier von einer „Einengung auf den Substanzgebrauch, deutlich an der Aufgabe oder Vernachlässigung anderer wichtiger Interessensbereiche“.

233 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen passen zur Manie?

  • 1.

    Der Betroffene überschätzt sich selbst.

  • 2.

    Es bestehen hypochondrische Züge.

  • 3.

    Es kommt zu Assoziationslockerungen.

  • 4.

    Es besteht ein erhöhtes Schlafbedürfnis.

  • 5.

    Es kommt zu Minderwertigkeitsgefühlen.

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

233 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Richtig. Selbstüberschätzung und Größenideen sind typisch für manische Erkrankungen.

Zu 2 Falsch. Maniker sind euphorisch, fühlen sich absolut gesund und haben keine Krankheitseinsicht. Sie kämen nie auf die Idee, dass sie an einer schweren Erkrankung leiden.

Zu 3 Richtig. Maniker springen von einem Thema zum nächsten. Diese Form der Assoziationslockerungen wird „Ideenflucht“ genannt.

Zu 4 Falsch. Maniker schlafen wenig und haben auch kein Bedürfnis nach Schlaf.

Zu 5 Falsch. Menschen mit einer Manie sind von ihren Fähigkeiten überzeugt, überschätzen sich selbst und haben Größenideen – das Gegenteil von Minderwertigkeitsgefühlen.

234 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

An chronischen Opiatkonsum (Drogenkonsument) ist zu denken bei:

Antwort A Engen Pupillen

Antwort B Weiten Pupillen

Antwort C Schlechten Zähnen

Antwort D Deutlicher Gewichtszunahme

Antwort E Diarrhö

234 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Beim Rausch infolge von Heroin kommt es zu Stecknadelpupillen. Dies gilt auch für chronischen (= andauernden) Opiatkonsum.

Zu B Falsch. Die Pupillen sind weit beim Entzug, nicht beim dauerhaften Konsum von Opiaten.

Zu C Richtig. Die Fixierung auf die Droge und die Folgen des Konsums führen nicht selten in die völlige soziale und körperliche Verelendung. Die Konsumenten haben dann neben Organschäden auch Schäden an den Zähnen. Häufig fallen die Zähne frühzeitig aus.

Zu D Falsch. Heroin verringert den Appetit. Überdies geben die Abhängigen ihr ganzes Geld für die Droge aus und vernachlässigen die Pflege ihres Körpers (Hygiene; Ernährung etc.). Deshalb sind Heroinabhängige meist extrem abgemagert.

Zu E Falsch. Diarrhö (Durchfall) tritt beim Entzug von Heroin oder Morphium auf, nicht bei chronischem (= ständigem) Opiatkonsum.

235 ?

Einfachauswahl

Sie machen einen Hausbesuch bei einem Patienten, der ständig nestelnde Bewegungen mit den Händen ausführt. Er ist scheinbar orientierungslos, redet ohne erkennbaren Zusammenhang und hat anscheinend optische Halluzinationen. – Welche Erkrankung kommt am ehesten in Betracht?

Antwort A Manische Phase

Antwort B Demenz

Antwort C Delirium tremens

Antwort D Schädel-Hirn-Trauma (SHT)

Antwort E Schizophrenie

235 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu C.

Zu B Falsch. Kommentar zu C.

Zu C Richtig. Die Symptome sind typisch für ein Alkohol-Entzugsdelir: Die nestelnden Bewegungen, die Orientierungsstörung, die Bewusstseinstrübung (Reden ohne erkennbaren Zusammenhang) und die optischen Halluzinationen (meist in Form von Insekten oder kleinen Tieren). Auch wenn einzelne Symptome dieser Art bei anderen Störungen vorkommen können, lautet die wahrscheinlichste Diagnose: Delirium tremens.

Zu D Falsch. Kommentar zu C.

Zu E Falsch. Kommentar zu C.

236 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zum Korsakow-Syndrom treffen zu?

  • 1.

    Typisch hierfür sind Desorientiertheit und Konfabulationen.

  • 2.

    Primäre Ursache ist ein Mangel an Vitamin C.

  • 3.

    Störungen des Zeitgefühls und des Zeitgitters treten nicht auf.

  • 4.

    Irreversible Verläufe werden beobachtet.

  • 5.

    Persönlichkeitsveränderungen treten auf.

Antwort A Nur 3 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

236 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Das Korsakow-Syndrom (amnestisches Syndrom) ist charakterisiert durch die Trias: Orientierungsstörungen, Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und Konfabulationen. Konfabulieren bedeutet: Die Betroffenen füllen Erinnerungslücken durch erfundene Geschichten.

Zu 2 Falsch. Das Korsakow-Syndrom wird durch eine schwere Schädigung des Gehirns verursacht, z. B. durch langjährigen Alkoholismus oder ein SHT. Nicht verwechseln mit der Wernicke-Enzephalopathie, die durch einen Mangel an Vitamin B 1 (Thiamin) verursacht wird (nicht Vitamin C!).

Zu 3 Falsch. Störungen der zeitlichen Orientierung sind typisch für die Erkrankung.

Zu 4 Richtig. Das Korsakow-Syndrom ist normalerweise irreversibel. Früher bezeichnete man ein akutes Durchgangssyndrom mit kognitiven Einbußen als „akuten Korsakow“. Der „akute Korsakow“ findet sich nicht mehr in der ICD-10.

Zu 5 Richtig. Als Folge der Hirnschädigung kann beim Korsakow-Syndrom eine organische Persönlichkeitsstörung (früher: organische Persönlichkeitsveränderung) auftreten.

237 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur primären Enuresis treffen zu?

Antwort A Nach bereits erworbener Blasenkontrolle über 6 Monate tritt wieder Einnässen auf.

Antwort B Familiäre Häufung wird nur selten beobachtet.

Antwort C Primäre Enuresis ist definiert als unwillkürliches Einnässen ohne somatischen Befund über das 5. Lebensjahr hinaus.

Antwort D Der Verlauf zeigt eine hohe Spontanheilungsrate.

Antwort E Am häufigsten tritt sie tagsüber auf (Enuresis diurna).

237 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Beschrieben wird hier die sekundäre Enuresis. Bei der primären Enuresis war das Kind noch nie trocken.

Zu B Falsch. Bei der primären Enuresis geht man von einer Entwicklungsverzögerung aus, die familiär gehäuft auftritt. Ursächlich ist wahrscheinlich eine genetische Disposition für diese Art der Reifungsverzögerung.

Zu C Richtig. Um die Diagnose zu stellen, muss das Kind laut ICD-10 mindestens 5 Jahre alt sein.

Zu D Richtig. In vielen Fällen ist nächtliches Einnässen durch eine Reifungsverzögerung des ZNS bedingt.

Zu E Falsch. Das Einnässen tritt häufiger nachts auf (Enuresis nocturna).

238 ?

Aussagenkombination

Welche Begriffe kommen als Differenzialdiagnose zu Tic-Störungen in Betracht?

  • 1.

    Spätdyskinesien nach Neuroleptika-Behandlung

  • 2.

    Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

  • 3.

    Zwangsstörungen

  • 4.

    Hyperkinesen durch Medikamente

  • 5.

    Folgen bestimmter Infektionskrankheiten

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

238 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die bei Spätdyskinesien auftretenden unwillkürlichen Bewegungen oder Zuckungen betreffen häufig das Gesicht (Schmatzen; Grimassenziehen), manchmal auch Arme und Beine. Sie können mit Tic-Störungen verwechselt werden.

Zu 2 Richtig. Im Zusammenhang mit ADHS zeigen die Betroffenen oft ticähnliche Bewegungen wie Zappeln, Sich-Winden oder Muskelzuckungen verschiedenster Art.

Zu 3 Richtig. Komplexe Tics können oft schwer von Zwangshandlungen unterschieden werden, bei denen zur Spannungsreduktion oft eine bestimmte Anzahl von Wiederholungen nötig ist (z. B. bestimmte Worte zwanghaft wiederholen, Dinge mehrmals berühren, Trinken immer in Viererpotenzen etc.)

Zu 4 Richtig. Das für die Behandlung von Morbus Parkinson eingesetzte Medikament L-Dopa kann hochdosiert zu Dyskinesien führen. Auch nach Langzeitmedikation mit Neuroleptika kommt es häufig zu Störungen der Muskeltätigkeit. Kommentar zu 1.

Zu 5 Richtig. Bei Infektionskrankheiten wie einer Enzephalitis oder der Creutzfeld-Jakob-Krankheit sind sog. „sekundäre Tics“ häufig.

239 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

In der klientenzentrierten Psychotherapie (nach Rogers) …

Antwort A … wird die Technik der freien Assoziation angewendet.

Antwort B … können Anpassungsstörungen bearbeitet werden.

Antwort C … wiederholt der Therapeut die Aussagen des Patienten.

Antwort D … berät der Therapeut den Patienten in Lebenskrisen.

Antwort E … muss der Patient so lange in der Angstsituation bleiben, bis die Angst abnimmt.

239 !

Richtig sind die Antworten B und C.

Zu A Falsch. Die Technik der freien Assoziation ist typisch für die Psychoanalyse nach Freud.

Zu B Richtig. Die Gesprächspsychotherapie wird häufig bei Anpassungsstörungen eingesetzt.

Zu C Richtig. In der klientenzentrierten Gesprächstherapie nach Rogers wird meist die sog. Spiegeltechnik eingesetzt: Der Therapeut fühlt sich in die Gefühle seines Gegenübers ein und spiegelt sie ihm dann, u. a. indem er wichtige Aussagen des Klienten wiederholt.

Zu D Falsch. Die Gesprächspsychotherapie ist „klientenzentriert“, d. h., der Therapeut vertraut auf die Selbstheilungskräfte des Klienten und hilft ihm, seine eigene Lösung des Problems zu finden.

Zu E Falsch. Hier wird eine Technik der klassischen Verhaltenstherapie beschrieben (Exposition mit Reaktionsverhinderung).

240 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Störungen des Denkens gelten als Ich-Störungen?

Antwort A Gedankenentzug

Antwort B Stimmungslabilität

Antwort C Gesteigertes Selbstwertgefühl

Antwort D Gedankeneingebung

Antwort E Innere Unruhe

240 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Zu den schizophrenen Ich-Störungen zählen Erlebnisweisen, bei denen die Betroffenen keine Grenze mehr zwischen ihrem Ich und der Außenwelt setzen können. Typisch hierfür sind Phänomene wie Gedankenentzug (= A), Gedankeneingebung (= D), Gedankenausbreitung und Beeinflussung des Denkens und Handelns.

Zu B Falsch. Stimmungslabilität (Affektlabilität) ist eine Störung der Affektivität.

Zu C Falsch. Ein übersteigertes Selbstwertgefühl zählt zu den Störungen der Affektivität. Das Symptom ist typisch für manische Erkrankungen.

Zu D Richtig. Kommentar zu A.

Zu E Falsch. Innere Unruhe tritt bei vielen psychischen Störungen auf (Angststörungen, Depressionen, schizophrene Erkrankungen etc.). Innere Unruhezustände zählen nicht zu den Störungen des Ich-Erlebens.

241 ?

Einfachauswahl

Als Übertragung (im engeren Sinne) bezeichnet man in der Psychoanalyse …

Antwort A … den Vorgang, durch den ein psychisches in ein körperliches Symptom umgewandelt wird.

Antwort B … einen psychodynamischen Vorgang, durch den ein Angstimpuls in psychotisches Erleben übertragen wird.

Antwort C … den Vorgang, durch den ein – z. B. optisch wahrgenommenes – Geschehen in die subjektive, für andere unverständliche Logik eines psychotischen Erlebens übertragen wird.

Antwort D … den Vorgang des Übergehens depressiver Erlebnisweisen in manisches Erleben.

Antwort E … die Übertragung früherer Beziehungs- und Interaktionsmuster auf die therapeutische Beziehung.

241 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Wenn ein psychisches Symptom symbolhaft in ein körperliches Symptom umgewandelt wird, wird dies als Konversion bezeichnet. Die Konversion zählt zu den Abwehrmechanismen, nicht zur Übertragung.

Zu B Falsch. Wenn ein Angstimpuls in Halluzinationen (z. B. bedrohende Stimmen), Wahn (z. B. Verfolgungswahn) oder Ich-Störungen zum Ausdruck kommt, sind dies Symptome für eine psychotische Erkrankung (z. B. Schizophrenie), kein Hinweis auf eine Übertragung.

Zu C Falsch. Beschrieben wird hier die Wahnwahrnehmung. Sie hat nichts mit Übertragung zu tun.

Zu D Falsch. Der Übergang von einer Depression in eine Manie wird als Phasenumschwung bezeichnet. Das Phänomen hat nichts mit Übertragung zu tun.

Zu E Richtig. Wenn der Patient Gefühle oder Beziehungsmuster, die er früher gegenüber engen Bezugspersonen erlebt hat, auf den Therapeuten überträgt, spricht man in der Psychoanalyse von Übertragung.

242 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen trifft/treffen für die bipolare Störung zu?

  • 1.

    Bei der Entwicklung affektiver Störungen können Umwelteinflüsse eine Rolle spielen.

  • 2.

    Typisch für die Störung ist eine weitgehende Besserung zwischen den Episoden.

  • 3.

    Von der Erkrankung sind fast nur Männer betroffen.

  • 4.

    Manische Episoden beginnen meist abrupt und dauern zwischen 2 Wochen und 4–5 Monaten.

  • 5.

    Depressive Phasen dauern länger, selten mehr als 1 Jahr.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

242 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Man geht heute davon aus, dass der Erkrankung eine Störung des Hirnstoffwechsels (Transmitterstörung) zugrunde liegt. Hierfür gibt es eine genetische Disposition. Frühere Umwelteinflüsse können diese Disposition verstärken.

Zu 2 Richtig. Zwischen den Episoden sind die Betroffenen oft ganz oder weitgehend beschwerdefrei.

Zu 3 Falsch. Männer und Frauen erkranken gleich häufig an einer bipolaren Störung. (Nicht verwechseln mit der unipolaren Depression, bei der das Verhältnis Frauen zu Männer 2 : 1 beträgt!).

Zu 4 Richtig. In der ICD-10 wird als Mindestdauer 1 Woche angegeben, der Rest der Aussage stimmt. War keine Falle, musste als richtig angekreuzt werden.

Zu 5 Richtig. Depressive Phasen der bipolaren Störung dauern meist länger als die manischen.

243 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur Depression treffen zu?

  • 1.

    Depressive Störungen können in jedem Lebensalter – auch in der Kindheit – auftreten.

  • 2.

    Die Lichttherapie wird bei der Winterdepression eingesetzt.

  • 3.

    Störungen des Antriebs sind typisch.

  • 4.

    Wahnideen (z. B. Versündigungs-/Verarmungswahn) schließen eine schwere depressive Störung aus.

  • 5.

    Es kann es zu Störungen des Vegetativums kommen (z. B. der Libido).

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

243 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Depressive Störungen in der Kindheit haben oft eine andere Symptomatik als im Erwachsenenalter. Bei kleineren Kindern sind Kopf- oder Bauchschmerzen und regressives Verhalten häufig; bei größeren Kindern finden sich oft aggressives Verhalten, schulische Probleme, Konzentrationsstörungen, das Gefühl, von anderen ausgegrenzt zu werden etc.

Zu 2 Richtig. Bei saisonalen Depressionen wie z. B. der Winterdepression ist Lichttherapie eine mögliche Behandlungsform.

Zu 3 Richtig. Verminderter Antrieb ist ein Leitsymptom einer depressiven Episode.

Zu 4 Falsch. Depressiver Wahn ist typisch für eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen.

Zu 5 Richtig. Zu den vegetativen Störungen zählen z. B. Appetitlosigkeit, Verdauungsprobleme (Verstopfung), Schlafstörungen, Zyklusstörungen, Dysmenorrhö (schmerzhafte Regelblutung) und Störungen des sexuellen Verlangens (Libidostörungen).

244 ?

Einfachauswahl

Eine „anankastische (zwanghafte) Persönlichkeit“ (nach ICD-10) ist u. a. durch folgende Begriffe definiert:

Antwort A Deutliche und andauernde Verantwortungslosigkeit und Missachtung sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen

Antwort B Übermäßige Inanspruchnahme durch Fantasie und Introspektion

Antwort C Ausgeprägte Sorge, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden

Antwort D Rigidität und Eigensinn

Antwort E Dramatisierung bezüglich der eigenen Person, theatralisches Verhalten, übertriebener Ausdruck von Gefühlen

244 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Verantwortungslosigkeit und Missachtung sozialer Normen sind typisch für die dissoziale Persönlichkeitsstörung.

Zu B Falsch. Introvertiertheit und Introspektion (Selbstbeobachtung) sind Merkmale der schizoiden Persönlichkeitsstörung.

Zu C Falsch. Die Sorge, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden, ist charakteristisch für die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung.

Zu D Richtig. Mangelnde Flexibilität (Rigidität), Eigensinn und Pedanterie sind typisch für die anankastische Persönlichkeitsstörung.

Zu E Falsch. Dramatische Selbstdarstellung und ein übertriebener Ausdruck von Gefühlen finden sich typischerweise bei der histrionischen (früher: hysterischen) Persönlichkeitsstörung.

245 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zum Suizid trifft/treffen zu?

  • 1.

    Die Betroffenen sollten nicht auf einen geplanten Suizid angesprochen werden.

  • 2.

    In Deutschland liegt der Suizid an Rang 2 der Todesursachen.

  • 3.

    Zu den Risikogruppen zählen alleinlebende Patienten ohne enge familiäre Bindung.

  • 4.

    Wer einmal einen Suizidversuch unternommen hat, wird dies nie wieder tun.

  • 5.

    Lehnt ein Suizidgefährdeter eine Behandlung ab, ist dies zu akzeptieren.

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

245 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Falsch. Einen suizidgefährdeten Patienten nicht auf Suizidalität anzusprechen, wäre verantwortungslos. Um geeignete Maßnahmen (evtl. eine Unterbringung) zu veranlassen, ist eine Einschätzung der Suizidalität notwendig. Überdies ist es für viele Betroffene eine große Entlastung, wenn sie endlich offen über ihre Suizidgedanken reden können.

Zu 2 Falsch. Bei den Todesursachen liegt der Suizid weit hinter körperlichen Erkrankungen mit Todesfolge, z. B. Krebserkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Leber- und Lungenerkrankungen, Infektionen etc.

Zu 3 Richtig. Alleinlebende Personen ohne familiäre Bindung haben ein deutlich erhöhtes Suizidrisiko.

Zu 4 Falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn jemand bereits einen Suizidversuch unternommen hat, ist das Suizidrisiko überdurchschnittlich hoch.

Zu 5 Falsch. Um das Leben eines suizidalen Patienten nicht zu gefährden, muss er in jedem Fall – ggf. gegen seinen Willen – entsprechend behandelt werden (im Notfall auch durch eine zwangsweise Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik).

246 ?

Aussagenkombination

Bei welchen Medikamentengruppen ist bei regelmäßiger Einnahme mit einer Abhängigkeitsentwicklung zu rechnen?

  • 1.

    Bei Morphinpräparaten

  • 2.

    Bei Antidepressiva

  • 3.

    Bei Codeinpräparaten

  • 4.

    Bei Tranquilizern

  • 5.

    Bei Neuroleptika

Antwort A Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

246 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Morphium zählt zur Suchtgruppe der Opiate. Opiate haben ein hohes Abhängigkeitspotenzial.

Zu 2 Falsch. Auch wenn Studien zufolge 80 % der Bevölkerung glauben, dass Antidepressiva süchtig machen, stimmt dies nicht: Antidepressiva machen nicht abhängig und verändern auch nicht die Persönlichkeit.

Zu 3 Richtig. Das Opiat Codein wird in der Medizin zur Behandlung von trockenem Husten (Reizhusten) eingesetzt. Wird Codein über einen längeren Zeitraum und in hohen Dosen eingenommen, kann der Wirkstoff abhängig machen.

Zu 4 Richtig. Tranquilizer, vor allem Benzodiazepine, machen bei regelmäßiger Einnahme innerhalb von 6–8 Wochen abhängig.

Zu 5 Falsch. Neuroleptika machen nicht abhängig.

247 ?

Einfachauswahl

Die Panikstörung, auch als „episodisch paroxysmale Angst“ bezeichnet, …

Antwort A … ist gekennzeichnet durch wiederkehrende schwere Angstattacken, die vorhersagbar sind, da sie im Zusammenhang mit spezifischen Auslösern auftreten, z. B. beim Betreten eines Aufzugs.

Antwort B … äußert sich oft mit plötzlich auftretendem Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühlen, Schwindel und Entfremdungsgefühlen (Depersonalisation oder Derealisation).

Antwort C … lässt sich medikamentös problemlos beseitigen.

Antwort D … lässt sich durch das Auftreten optischer Halluzinationen diagnostizieren.

Antwort E … ist Ursache einer paranoiden Schizophrenie.

247 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Wiederkehrende Panikattacken sind zwar typisch für die Panikstörung, die Anfälle sind jedoch nicht an spezifische Auslöser gekoppelt (= „vorhersehbar“) wie bei einer Phobie.

Zu B Richtig. Leider ist die Aussage unscharf formuliert. Die hier beschriebenen Symptome treten bei vielen Angsterkrankungen auf; wichtig ist die Formulierung „plötzlich auftretend“ = „ohne erkennbare Auslöser“.

Zu C Falsch. Bei Angststörungen werden oft Antidepressiva gegeben, die allerdings bei manchen Patienten kaum Wirkung zeigen oder unangenehme Nebenwirkungen haben (dies zur Formulierung „problemlos“). Die früher häufig verordneten Benzodiazepine machen innerhalb von 6–8 Wochen abhängig und sollten deshalb nur in Akutfällen und nur für kurze Zeit gegeben werden.

Zu D Falsch. Keine psychotischen Symptome wie Halluzinationen oder Wahn bei einer psychogenen Erkrankung wie der Panikstörung!

Zu E Falsch. Bei der Schizophrenie können zwar massive Angstzustände auftreten; eine Panikstörung kann jedoch keine paranoide Schizophrenie verursachen.

248 ?

Einfachauswahl

Welche der folgenden Krankheiten kann Ursache eines endokrinen (hormonell bedingten) Psychosyndroms sein?

Antwort A Gehirnerschütterung

Antwort B Alkoholmissbrauch

Antwort C Hypothyreose

Antwort D Alzheimer-Krankheit

Antwort E Drogensucht

248 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Das „organische Psychosyndrom“ gibt es in der ICD-10 nicht mehr, stattdessen findet sich in der ICD-10 die Bezeichnung „organische psychische Störungen“. Als Sonderfall des „organischen Psychosyndroms“ gilt das endokrine = hormonell bedingte Psychosyndrom. Betroffen sind hierbei hormonbildende Organe wie Schilddrüse, Nebenniere und Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Richtig ist deshalb nur Lösung C (Unterfunktion der Schilddrüse). Alle anderen Aussagen haben nichts mit Störungen des Hormonhaushalts und daraus resultierenden psychischen Erkrankungen zu tun.

Zu B Falsch. Kommentar zu A.

Zu C Richtig. Eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) kann Depressionen verursachen, in schweren Fällen sogar eine Demenz.

Zu D Falsch. Kommentar zu A.

Zu E Falsch. Kommentar zu A.

249 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage ist typisch für die hebephrene Schizophrenie?

Antwort A Im Vordergrund stehen akustische Halluzinationen (Stimmenhören).

Antwort B Im Vordergrund stehen affektive Veränderungen.

Antwort C Im Vordergrund steht vor allem eine allgemeine Antriebssteigerung.

Antwort D Sie tritt vor allem im höheren Lebensalter auf (typischerweise nach dem 60. Lebensjahr).

Antwort E Denkstörungen treten sehr selten auf.

249 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Akustische Halluzinationen können laut ICD-10 „flüchtig und bruchstückhaft auftreten“, bestimmen jedoch nicht das klinische Bild.

Zu B Richtig. Die Stimmung ist flach und oft unpassend. Die Betroffenen zeigen häufig ein läppisches Verhalten, Manierismen in Sprache, Gestik und Mimik und reagieren emotional nicht oder widersprüchlich auf Äußerungen der Umwelt.

Zu C Falsch. Die meisten Betroffenen sind in ihrem Antrieb gehemmt.

Zu D Falsch. Das Wort „Hebephrenie“ kommt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus hebe = Jugend und phrenos = Zwerchfell/Seele (für die Griechen galt das Zwerchfell als Sitz der Seele). Die Hebephrenie ist somit eine Form der Schizophrenie, die im Jugendalter (nicht im höheren Lebensalter) beginnt.

Zu E Falsch. Die Betroffenen haben laut ICD-10 „eindeutige Denkstörungen, die sich als unzusammenhängende, weitschweifige oder zerfahrene Sprache äußern“.

250 ?

Aussagenkombination

Zu den formalen Denkstörungen gehören:

  • 1.

    Perseveration bei hirnorganischen Erkrankungen

  • 2.

    Denkhemmung bei depressiven Zuständen

  • 3.

    Ideenflucht bei manischen Erkrankungen

  • 4.

    Wahnhaftes Denken bei paranoiden Psychosen

  • 5.

    Zerfahrenes Denken bei Schizophrenie

Antwort A Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

250 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Unter Perseveration versteht man das Haftenbleiben an bestimmten Vorstellungen oder das beharrliche Wiederholen von Wörtern oder Sätzen, oft in unpassendem Zusammenhang. Die formale Denkstörung Perseveration tritt oft bei hirnorganischen Erkrankungen (z. B. Demenz) auf.

Zu 2 Richtig. Gehemmtes, verlangsamtes Denken ist typisch für depressive Erkrankungen.

Zu 3 Richtig. Ideenflucht – das Springen von einem Thema zum nächsten – ist typisch für die Manie.

Zu 4 Falsch. Wahn bzw. wahnhaftes Denken ist eine inhaltliche Denkstörung.

Zu 5 Richtig. Zerfahrenes Denken ohne Sinnzusammenhang (Inkohärenz) ist eine für die Schizophrenie typische formale Denkstörung.

251 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Demenz treffen zu?

Antwort A Bei der Demenz vom Alzheimer-Typ fällt ein akuter Beginn eines amnestischen Syndroms auf.

Antwort B Die vaskuläre Demenz ist häufig mit einem Bluthochdruck verbunden.

Antwort C Im Rahmen einer AIDS-Erkrankung kann im späteren Verlauf eine Demenz beobachtet werden.

Antwort D Die Alzheimer-Krankheit ist mit Medikamenten heilbar.

Antwort E Bei der Diagnose von Demenzerkrankungen spielen bildgebende Verfahren (z. B. kraniale Computertomografie) keine Rolle.

251 !

Richtig sind die Antworten B und C.

Zu A Falsch. Die Alzheimer-Demenz beginnt schleichend.

Zu B Richtig. Bluthochdruck schädigt die Blutgefäße im Gehirn und begünstigt eine Verkalkung der Blutgefäße (Arteriosklerose). Bluthochdruck ist deshalb ein Risikofaktor für das Entstehen einer vaskulären Demenz.

Zu C Richtig. Etwa 10–30 % der HIV-positiven Menschen entwickeln im späteren Verlauf der Erkrankung eine AIDS-Demenz, die sich u. a. durch Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen und Beeinträchtigung der Motorik auszeichnet. Unbehandelt kann sie bis zum Koma und schließlich zum Tod führen.

Zu D Falsch. Die Alzheimer-Demenz ist Folge einer irreversiblen Schädigung des Gehirns. Die Erkrankung ist weder durch Medikamente noch durch Psychotherapie heilbar.

Zu E Falsch. Die Diagnose einer Demenz wird zunächst meist durch Testverfahren gestellt. In Zweifelsfällen können durch moderne bildgebende Verfahren die für eine Demenz typischen Veränderungen im Gehirn sichtbar gemacht werden.

252 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie drei Antworten.

Welche Aussagen zur geistigen Behinderung treffen zu?

Antwort A Menschen mit geistiger Behinderung haben oft eine Mehrfachbehinderung.

Antwort B Von einer mittelgradigen Intelligenzminderung (Imbezillität) spricht man bei einem IQ von 85.

Antwort C Bei Kindern mit geistiger Behinderung gelingt es heute in über 90 % der Fälle, die Ursache zu klären.

Antwort D Je schwerer der Grad der geistigen Behinderung, desto häufiger bestehen psychische Störungen.

Antwort E Zu den präventiven Maßnahmen gegen bestimmte angeborene Intelligenzminderungen gehören Schutzimpfungen der Mutter vor Eintritt der Schwangerschaft.

252 !

Richtig sind die Antworten A, D und E.

Zu A Richtig. Viele geistig Behinderte haben auch eine körperliche Behinderung.

Zu B Falsch. Menschen mit einem IQ von 85–110 sind normal (= durchschnittlich) intelligent. Eine mittelgradige Intelligenzminderung (früher: Imbezillität) ist durch einen IQ von 35–49 gekennzeichnet.

Zu C Falsch. Bei über der Hälfte der Betroffenen ist keine Ursache nachweisbar.

Zu D Richtig. Menschen mit einer geistigen Behinderung haben in ihrem Leben 3- bis 4-mal häufiger psychische oder psychiatrische Störungen als die Normalbevölkerung.

Zu E Richtig. Wenn eine werdende Mutter in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft an Röteln erkrankt („Rötelnembryopathie“), kann dies zu schweren körperlichen oder geistigen Behinderungen führen. Die beste Vorbeugung ist eine frühzeitige Schutzimpfung der Mutter.

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