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B978-3-437-58385-8.00011-4

10.1016/B978-3-437-58385-8.00011-4

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin März 2009

281 ?

Aussagenkombination

Zu den charakteristischen Symptomen bei der Manie zählen:

  • 1.

    Hypersomnie

  • 2.

    Perseveration

  • 3.

    Größenideen

  • 4.

    Psychomotorische Enthemmung

  • 5.

    Ambivalenz

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

281 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Hypersomnie bedeutet „übergroßes Schlafbedürfnis“. Maniker hingegen schlafen kaum.

Zu 2 Falsch. Perseveration bezeichnet das Haftenbleiben an bestimmten Gedankengängen oder das beharrliche Wiederholen von Wörtern oder Sätzen, die im aktuellen Zusammenhang nicht mehr sinnvoll sind. Bei der Manie gibt es keine Perseveration.

Zu 3 Richtig. Maniker haben typischerweise Größenideen, die sich bis zum Größenwahn steigern können.

Zu 4 Richtig. Maniker haben einen gesteigerten Antrieb, der in manchen Fällen als manischer Erregungszustand mit psychomotorischer Enthemmung auftreten kann.

Zu 5 Falsch. Unter Ambivalenz versteht man das Nebeneinander von gegensätzlichen Gefühlen, Gedanken und Aussagen. Für Bleuler war die Ambivalenz das Hauptsymptom der Schizophrenie; es findet sich auch bei der Borderline-Störung („Ich hasse dich, und doch liebe ich dich“), nicht jedoch bei der Manie.

282 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen über die Somatisierungsstörung trifft/treffen zu?

  • 1.

    Die Symptome sind nur auf einen Körperteil bezogen.

  • 2.

    Ängste und Depressionen sind häufige Begleiterscheinungen.

  • 3.

    Die psychophysische Konstitution spielt bei der Entstehung keine Rolle.

  • 4.

    Medikamentenmissbrauch bis hin zur Abhängigkeit entsteht häufig.

  • 5.

    Eine längere Psychotherapie ist in jedem Fall die alleinige Behandlungsmethode.

Antwort A Nur 4 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

282 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Falsch. Symptome (vor allem Schmerzen), die sich nur auf ein Organ oder einen Körperteil beziehen, sind typisch für die somatoforme Schmerzstörung. Menschen mit einer Somatisierungsstörung leiden unter verschiedenen, häufig wechselnden Beschwerden.

Zu 2 Richtig. Ängste und Depressionen sind häufige Begleiterscheinungen der Somatisierungsstörung.

Zu 3 Falsch. Menschen mit einer angeborenen „robusten“ Psyche sind weniger anfällig als Personen, die anlagebedingt körperlich (= physisch) und psychisch wenig belastbar sind.

Zu 4 Richtig. Da die Ärzte keine Ursache für die Beschwerden finden, greifen die Betroffenen zur Selbstmedikation. Langfristig kann es zur Abhängigkeit von Schlaf- und Schmerzmitteln kommen.

Zu 5 Falsch. Je nach Art der Beschwerden können z. B. Medikamente gegen die Ängste oder Depressionen (Antidepressiva) gegeben werden; auch das Erlernen von Entspannungstechniken kann hilfreich sein. In jedem Fall ist bei Menschen, die jahrelang an einer Somatisierungsstörung leiden, die Aussicht auf eine längere Psychotherapie wenig motivierend.

283 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur Demenz trifft zu?

Antwort A Kennzeichen der vaskulären (arteriosklerotischen) Demenz ist der schleichende Beginn bei Fehlen körperlicher Begleitbefunde.

Antwort B Charakteristisch für die Demenz bei Alzheimer-Krankheit ist der plötzliche Erkrankungsbeginn mit rascher Verschlechterung.

Antwort C Die Alzheimer-Krankheit mit frühem Beginn (vor dem 65. Lebensjahr) zeigt gewöhnlich eine rasche Progredienz der Symptome.

Antwort D Eine vorbestehende Intelligenzminderung (z. B. bei Down-Syndrom) schließt die Entwicklung einer Demenz aus.

Antwort E Die Demenz bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist durch einen besonders langsamen Verlauf gekennzeichnet.

283 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Die Symptome der vaskulären Demenz können durch eine langsame Verkalkung der Gefäße (Beginn eher schleichend) oder durch Mini-Infarkte im Gehirn (Beginn abrupt) verursacht werden. In jedem Fall finden sich körperliche Begleitsymptome (Bluthochdruck, Arteriosklerose, Diabetes, Übergewicht etc.).

Zu B Falsch. Die Alzheimer-Demenz beginnt schleichend und verläuft langsam-progredient.

Zu C Richtig. Ähnlich wie bei bestimmten körperlichen Erkrankungen schreitet die Alzheimer-Krankheit mit frühem Beginn (teilweise schon mit 50–55 Jahren) wesentlich schneller fort als die Alzheimer-Demenz mit spätem Beginn.

Zu D Falsch. Eine Intelligenzminderung schließt eine spätere Erkrankung an Alzheimer nicht aus.

Zu E Falsch. Die Creutzfeld-Jakob-Krankheit gilt als menschliche Form des Rinderwahnsinns. Die Erkrankung ist sehr selten, wird in der Prüfung aber oft gefragt. Die Symptomatik entwickelt sich extrem schnell und führt meist nach wenigen Monaten zum Tod.

284 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zu Drogen- und Alkoholmissbrauch treffen zu?

Antwort A Regelmäßiger Amphetamin-Konsum führt primär zu körperlicher Abhängigkeit.

Antwort B Ein Alkoholdelir tritt nur nach abruptem Alkoholentzug auf, nicht während fortgesetztem Trinken.

Antwort C Im Rahmen eines Cannabis-Missbrauchs kann eine akute Psychose auftreten.

Antwort D Ein Benzodiazepin-Entzug kann problemlos ambulant erfolgen, da keinerlei körperliche Symptomatik oder Gefährdung zu erwarten ist.

Antwort E Bei einer Opiat-Intoxikation besteht die Gefahr einer Atemdepression.

284 !

Richtig sind die Antworten C und E.

Zu A Falsch. Amphetamine wie Speed oder Ecstasy machen vorwiegend psychisch abhängig.

Zu B Falsch. Ein Alkoholdelir kann auch ohne Entzug nach langjährigem Alkoholkonsum auftreten. Es heißt dann „Kontinuitätsdelir“.

Zu C Richtig. Als Folge einer Überdosierung oder eines langjährigen Missbrauchs von Cannabis können kurzzeitig Wahnvorstellungen und Halluzinationen auftreten (= akute Psychose). Bei entsprechender Disposition kann auch eine schizophrene Psychose ausgelöst werden.

Zu D Falsch. Beim Entzug von Benzodiazepinen treten i. d. R. schwere körperliche wie auch psychische Entzugserscheinungen auf. Zu den körperlichen Symptomen zählen Schwitzen, Zittern, Sehstörungen, innere Unruhe und Muskelverkrampfungen. Psychische Entzugssymptome sind Ängste, Depressionen, Schlafstörungen, z. T. auch optische Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Der Entzug sollte deshalb in einer Spezialklinik erfolgen.

Zu E Richtig. Bei Überdosierung von Opiaten, z. B. Heroin, besteht die Gefahr eines Atemstillstands (= Atemdepression).

285 ?

Aussagenkombination

Zu den phobischen Störungen nach ICD-10 gehört/gehören:

  • 1.

    Panikstörung

  • 2.

    Agoraphobie

  • 3.

    Herzneurose

  • 4.

    Spinnenphobie

  • 5.

    Soziale Phobie

Antwort A Nur 2 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

285 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Die Panikstörung findet sich in der ICD-10 unter F41: „andere Angststörungen“.

Zu 2 Richtig. Wie aus der Nachsilbe „-phobie“ zu ersehen, zählt die Agoraphobie ebenso zu den phobischen Störungen wie die soziale Phobie oder die phobische Angst vor Spinnen.

Zu 3 Falsch. Das Herzangstsyndrom (früher: Herzneurose; Herzphobie) zählt zu den somatoformen autonomen Funktionsstörungen des Herzens.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 2.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 2.

286 ?

Einfachauswahl

Bei chronischem Alkoholismus kann als Spätfolge das sogenannte Korsakow-Syndrom auftreten. Leitsymptome sind:

Antwort A Optische Halluzinationen, Verwirrtheit, illusionäre Verkennung

Antwort B Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, des Zeitgefühls, fehlende Störung des lmmediatgedächtnisses

Antwort C Akustische Halluzinationen, Wahnwahrnehmungen

Antwort D Antriebsschwäche, Depressionen

Antwort E Eifersuchtswahn, Bewusstseinstrübung

286 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu B.

Zu B Richtig. Das Korsakow-Syndrom (amnestisches Syndrom) ist charakterisiert durch die Trias: Orientierungsstörungen; Störungen des Gedächtnisses (vor allem Störungen des Kurzzeitgedächtnisses bei relativ intaktem Immediatgedächtnis); Konfabulationen (Füllen von Erinnerungslücken durch erfundene Geschichten).

Zu C Falsch. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Kommentar zu B.

287 ?

Einfachauswahl

Die Einschätzung der Introspektionsfähigkeit des Patienten durch den Therapeuten ist für die Beurteilung der Therapiefähigkeit des Patienten von Bedeutung. Für welches Psychotherapieverfahren trifft dies vor allem zu?

Antwort A Gesprächspsychotherapie nach Rogers

Antwort B Verhaltenstherapie (VT)

Antwort C Hypnosetherapie

Antwort D Psychoanalyse

Antwort E Katathymes Bilderleben

287 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Unter Introspektion versteht man die Analyse des eigenen Erlebens/Verhaltens durch nach innen gerichtete Beobachtung. Sie spielt bei der Gesprächstherapie keine zentrale Rolle.

Zu B Falsch. Bei der VT geht es um das Verlernen falsch erlernten Verhaltens. Introspektion ist hier keine Voraussetzung für die Therapiefähigkeit des Klienten.

Zu C Falsch. Bei der Hypnosetherapie soll der analytische Verstand durch hypnotische Trance ausgeschaltet werden. Die Fähigkeit zur Introspektion spielt hier eine eher untergeordnete Rolle.

Zu D Richtig. Die Introspektion spielt bei der Psychoanalyse nach Freud eine wichtige Rolle. Nach Freud sind aufseiten des Patienten 4 Eigenschaften für das Gelingen der Therapie wichtig: 1. wirkliche Motivation; 2. ein gewisser Intelligenzgrad; 3. Verbalisierungsfähigkeit; 4. Fähigkeit zur Introspektion.

Zu E Falsch. Katathymes Bilderleben (nach Hanscarl Leuner) kann auch bei Kindern und Patienten mit niedrigem Bildungsgrad angewendet werden. Introspektionsfähigkeit wird hier nicht vorausgesetzt.

288 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur Schizophrenie trifft zu?

Antwort A Die Krankheit beginnt meist nach dem 40. Lebensjahr.

Antwort B Die Krankheitsprognose ist bei schleichendem Beginn besser als bei akut einsetzenden psychotischen Symptomen.

Antwort C Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an Schizophrenie zu erkranken, liegt bei ca. 1 %.

Antwort D Männer erkranken in einem späteren Alter als Frauen.

Antwort E Der Verwandtschaftsgrad zu einem an Schizophrenie Erkrankten spielt für das Erkrankungsrisiko keine Rolle.

288 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Die Schizophrenie tritt häufig im Alter zwischen 18 und 35 Jahren auf.

Zu B Falsch. Schizophrenieformen mit akutem Krankheitsbeginn (paranoide und katatone Schizophrenie) sprechen meist gut auf Neuroleptika an. Schizophrene Erkrankungen mit schleichendem Beginn sprechen weniger gut auf Neuroleptika an, die Prognose ist deshalb eher schlecht.

Zu C Richtig. Unabhängig vom Kulturkreis erkrankt etwa 1 % der Bevölkerung an Schizophrenie.

Zu D Falsch. Männer und Frauen erkranken etwa gleich häufig an Schizophrenie. Bei Männern tritt die Erkrankung jedoch früher auf. Bei ihnen liegt der Erkrankungsgipfel liegt zwischen 15 und 25, bei Frauen zwischen 25 und 35 Jahren.

Zu E Falsch. Für die Schizophrenie gibt es eine genetische Disposition. Als Folge davon gilt: je enger der Verwandtschaftsgrad, desto höher das Erkrankungsrisiko. Bei eineiigen Zwillingen liegt das Erkrankungsrisiko bei 50 %.

289 ?

Einfachauswahl

Während einer Psychotherapie übt eine Patientin mit Bulimie alternative Strategien, die sie zur Impulskontrolle und Unterdrückung eines Essanfalls einsetzen kann. – Welcher psychotherapeutischen Richtung ist diese Vorgehensweise am ehesten zuzuordnen?

Antwort A Gesprächspsychotherapie

Antwort B Psychoanalyse

Antwort C Systemische Psychotherapie

Antwort D Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Antwort E Verhaltenstherapie

289 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. In der Gesprächspsychotherapie geht es darum, verdrängte Emotionen ins Bewusstsein zu heben.

Zu B Falsch. In der Psychoanalyse werden keine Verhaltensweisen eingeübt.

Zu C Falsch. Bei der systemischen Familientherapie werden die Familienmitglieder des Betroffenen einbezogen. Ein Einüben „alternativer Verhaltensweisen zur Impulskontrolle“ zählt nicht zu den Methoden der Familientherapie.

Zu D Falsch. Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist eine Weiterentwicklung der Psychoanalyse. Ähnlich wie bei der Psychoanalyse geht es hierbei nicht um das Einüben bestimmter Verhaltensweisen, sondern vorrangig um die Aufdeckung verdrängter, oft frühkindlicher Konflikte.

Zu E Richtig. Im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung haben viele Bulimiker(innen) eine Störung der Impulskontrolle. Übungen zur Impulskontrolle und zur Unterdrückung eines Essanfalls (z. B. durch körperliche Betätigung; Übungen zur Stimuluskontrolle etc.) sind wichtige Bausteine der verhaltenstherapeutisch ausgerichteten Therapie.

290 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welches sind die diagnostischen Kriterien (nach ICD-10) für eine depressive Episode?

Antwort A Dauer von mindestens 2 Wochen

Antwort B Dauer von mindestens 6 Monaten

Antwort C Ängstlich-vermeidende Persönlichkeit

Antwort D Antriebsminderung

Antwort E Gewichtszunahme

290 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Zur Diagnose einer depressiven Episode muss die Erkrankung mindestens 2 Wochen andauern.

Zu B Falsch. Ein Zeitkriterium von 6 Monaten und mehr gilt z. B. für Demenzerkrankungen.

Zu C Falsch. Das Vorliegen einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung steht in keinem Zusammenhang mit der Tendenz zu depressiven Erkrankungen.

Zu D Richtig. Antriebsminderung ist ein Leitsymptom für eine depressive Episode.

Zu E Falsch. Bei depressiven Störungen haben die Betroffenen keinen Appetit und verlieren deshalb meist an Gewicht.

291 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zum elektiven Mutismus trifft/treffen zu?

  • 1.

    Die Störung tritt fast ausschließlich bei Jungen auf.

  • 2.

    Es besteht ein normales oder fast normales Niveau des Sprachverständnisses.

  • 3.

    Die Situationen, in denen gesprochen oder nicht gesprochen wird, sind vorhersehbar.

  • 4.

    Oft sind andere sozial-emotionale Störungen gleichzeitig vorhanden.

  • 5.

    In der Vorgeschichte findet sich meist eine Sprachentwicklungsverzögerung.

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

291 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Das Verhältnis von Mädchen zu Jungen beträgt 2 : 1.

Zu 2 Richtig. Mutismus kommt von lat. mutus (stumm); „elektiv“ kommt von lat. eligere (auswählen). Das Kind ist also nicht völlig stumm, es kann „auswählen“, wann es spricht. Es kann eigentlich normal verstehen und sprechen, ist in bestimmten Situationen (z. B. in der Schule) aber unfähig zu reden.

Zu 3 Richtig. Die Situationen, in denen das Kind verstummt, sind meist dieselben (Schule, fremde Menschen, Autoritätspersonen etc.).

Zu 4 Richtig. Der elektive Mutismus ist oft mit Sozialangst, Rückzugsverhalten oder Trotzverhalten verbunden.

Zu 5 Falsch. Die Sprachentwicklung ist normal.

292 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zu Zwangsstörungen treffen zu?

  • 1.

    Zwangsstörungen treten deutlich häufiger bei Frauen auf.

  • 2.

    Der Patient empfindet die Zwangshandlungen/Zwangsgedanken als quälend.

  • 3.

    Verhaltenstherapeutisch lassen sich Zwangsstörungen günstig beeinflussen.

  • 4.

    Häufig treten Zwangsstörungen in Verbindung mit Depressionen auf.

  • 5.

    Bei der Erkrankung wechseln Zwangshandlungen und Zwangsgedanken ständig.

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

292 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Männer und Frauen erkranken etwa gleich häufig.

Zu 2 Richtig. Die Betroffenen empfinden ihre Zwangsgedanken oft als „unsinnig“ und „quälend“.

Zu 3 Richtig. Die Verhaltenstherapie ist die gängige Methode bei Zwangsstörungen: Die Technik der Exposition mit Reaktionsverhinderung wird vor allem bei Zwangshandlungen eingesetzt; die kognitive Verhaltenstherapie hat sich beim Vorherrschen von Zwangsgedanken bewährt.

Zu 4 Richtig. Bei depressiven Störungen finden sich begleitend oft Zwangsgedanken („Ich habe mich schuldig gemacht“ – „Ich habe mich versündigt“ – „Ich bin schmutzig“), die durch dazu passende Zwangshandlungen wie Zähl-, Bet- oder Waschzwang neutralisiert werden sollen.

Zu 5 Falsch. Die Zwangsgedanken (und auch die daraus resultierenden Zwangshandlungen) sind i. d. R. über einen langen Zeitraum vorhanden. Auch wenn Zwangshandlungen durchgeführt werden, verschwinden damit nicht automatisch die Zwangsgedanken; es findet also auch kein Wechsel zwischen Zwangsgedanken und Zwangshandlungen statt.

293 ?

Aussagenkombination

Was sind wichtige Elemente bei der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung einer Angststörung, wenn identifizierbare Angstauslöser vorhanden sind und der Patient Vermeidungsverhalten zeigt?

  • 1.

    Reizkonfrontation

  • 2.

    Vermittlung eines Erklärungsmodells

  • 3.

    Psychoedukation

  • 4.

    Vermeidung der Angstauslöser

  • 5.

    Ermutigung des Patienten, sich in der angstauslösenden Situation durch Aktivitäten abzulenken

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

293 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Konfrontation mit dem angstauslösenden Reiz ist eine wichtige Technik der klassischen Verhaltenstherapie.

Zu 2 Richtig. Die Aufklärung des Patienten über die Entstehung und Aufrechterhaltung der Störung bildet oft die Grundlage für sich anschließende Behandlungsschritte. Die Vermittlung eines Erklärungsmodells ist ein Teilbereich der unter 3 genannten Psychoedukation.

Zu 3 Richtig. Zur Psychoedukation zählt neben der unter 2 genannten „Vermittlung eines Erklärungsmodells“ auch die Aufklärung über die Wirkungsweise evtl. verschriebener Medikamente und Hilfen zur Selbsthilfe (z. B. Einüben von Entspannungstechniken).

Zu 4 Falsch. Bei der Verhaltenstherapie sollen die Betroffenen sich dem angstauslösenden Reiz aussetzen, nicht ihn vermeiden oder sich ablenken.

Zu 5 Falsch. Kommentar zu 4.

294 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zur Agoraphobie trifft/treffen zu?

  • 1.

    Überwiegend sind Frauen betroffen.

  • 2.

    Depressive und zwanghafte Symptome sowie soziale Phobien können zusätzlich vorhanden sein.

  • 3.

    Aufenthalt auf großen Plätzen oder in Menschenmengen sind typische angstauslösende Momente.

  • 4.

    Vermeidung der phobischen Situation ist ein typisches Symptom.

  • 5.

    Ohne effektive Behandlung wird die Agoraphobie häufig chronisch.

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

294 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Frauen sind um ein Vielfaches häufiger betroffen als Männer.

Zu 2 Richtig. Bei Menschen mit Agoraphobie finden sich oft Verstimmungen, zwanghafte Verhaltensweisen oder soziale Phobien.

Zu 3 Richtig. Das ist nach ICD-10 ein wesentliches Merkmal der Agoraphobie.

Zu 4 Richtig. Um die Angst zu reduzieren, vermeiden die Betroffenen die angstauslösenden Situationen. Auf diese Weise wird das Vermeidungsverhalten verstärkt (negative Verstärkung).

Zu 5 Richtig. Bis die Diagnose Agoraphobie gestellt wird, vergeht häufig sehr viel Zeit. Unbehandelt verläuft die Erkrankung oft chronisch: Die Betroffenen vermeiden nach und nach immer mehr angstmachende Situationen und verlieren zunehmend an Lebensqualität.

295 ?

Einfachauswahl

Eine 25-jährige Frau bekommt plötzlich Angstgefühle, „pfötchenartige“ Verkrampfungen der Hände und atmet schnell und flach. – Es handelt sich am ehesten um:

Antwort A Klaustrophobie

Antwort B Soziophobie

Antwort C Hyperventilationstetanie

Antwort D Herzanfall

Antwort E Lungenembolie

295 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu C.

Zu B Falsch. Kommentar zu C.

Zu C Richtig. Alle hier geschilderten Symptome sind typisch für das Hyperventilationssyndrom (auch Hyperventilationstetanie: von „tetanisch“ = krampfartig). Die Steigerung der Atmung führt im Blut zu einer starken Anreicherung mit Sauerstoff; in der Folge kommt es zu einem Mangel an Kohlendioxid (CO 2 ), damit auch zu einem Mangel an Kalzium (Hypokalzämie). Der Kalziummangel führt zu Hand- und Fußkrämpfen („Pfötchenstellung der Hand“), Parästhesien (= Kribbeln oder Taubheitsgefühl), Zusammenziehen der Muskeln im Mundbereich, Krämpfen der glatten Atemmuskulatur (= Tetanie). Alle anderen Lösungsvorschläge passen nicht zur Symptomatik.

Zu D Falsch. Kommentar zu C.

Zu E Falsch. Kommentar zu C.

296 ?

Aussagenkombination

Was ist kennzeichnend für eine körperliche Abhängigkeit von psychotropen Substanzen?

  • 1.

    Entzugssymptome beim Absetzen der Substanz

  • 2.

    Toleranzentwicklung

  • 3.

    Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung

  • 4.

    Vermehrtes Schlafbedürfnis

  • 5.

    Konflikte im Familienkreis

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

296 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Kennzeichnend für körperliche Abhängigkeit sind körperliche Entzugssymptome beim Absetzen der Substanz.

Zu 2 Richtig. Ein Zeichen für körperliche Abhängigkeit ist eine Toleranzentwicklung bei längerem Konsum, d. h., der Körper braucht mehr von dem Suchtmittel, um dieselbe Wirkung zu erzielen.

Zu 3 Falsch. Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ist oft eine Folge von exzessivem Trinken, aber kein Hinweis auf körperliche Abhängigkeit.

Zu 4 Falsch. Wenn der Körper nach mehr verlangt, werden die Betroffenen unruhig und entwickeln Entzugserscheinungen, durch die sie nicht oder kaum schlafen können.

Zu 5 Falsch. Konflikte im Familienkreis sind kein Hinweis auf körperliche Abhängigkeit.

297 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welches sind die diagnostischen Kriterien (nach ICD-10) für eine Anorexia nervosa?

Antwort A Aktivitätseinschränkung

Antwort B Alkoholmissbrauch

Antwort C Amenorrhö

Antwort D Vergiftungsängste

Antwort E Körperschemastörung

297 !

Richtig sind die Antworten C und E.

Zu A Falsch. Um Kalorien zu „verbrennen“, sind viele Betroffene überaktiv, treiben Sport, gehen ins Fitness-Studio etc.: das Gegenteil von „Aktivitätseinschränkung“.

Zu B Falsch. Alkohol enthält viele Kalorien. Um abzunehmen, meiden Patienten mit einer Anorexia nervosa hochkalorische Nahrungsmittel, darunter natürlich auch Alkohol.

Zu C Richtig. Die Mangelernährung führt zu Störungen im Hormonhaushalt. Bei Frauen kommt es zu einer (meist sekundären) Amenorrhö (Ausbleiben der Regelblutung).

Zu D Falsch. Vergiftungsängste haben nichts mit einer Anorexia nervosa zu tun.

Zu E Richtig. Beim Krankheitsbild der Magersucht nehmen die Kranken ihren Körper anders wahr, als er wirklich ist: Trotz teilweise erheblichen Untergewichts empfinden sie sich als zu dick (= Körperschemastörung) und wollen weiterhin an Gewicht verlieren.

298 ?

Einfachauswahl

Zu welcher Gruppe von Störungen gehört der Gedankenentzug bei schizophrenen Patienten?

Antwort A Antriebsstörungen

Antwort B Formale Denkstörungen

Antwort C Wahnwahrnehmungen

Antwort D Ich-Störungen

Antwort E Gedächtnisstörungen

298 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu D.

Zu B Falsch. Kommentar zu D.

Zu C Falsch. Kommentar zu D.

Zu D Richtig. Schizophrene Patienten haben oft das Gefühl, nicht mehr Herr ihres eigenen Ichs zu sein: Manche glauben, ihr Denken, Fühlen und Handeln werde von außen beeinflusst; andere wiederum sind überzeugt davon, dass ihnen fremde Mächte ihre Gedanken wegnehmen (Gedankenentzug). Der Gedankenentzug tritt oft zusammen mit der formalen Denkstörung „Gedankenabreißen“ auf: Wenn bei den Patienten plötzlich Gedanken „abreißen“, sind sie oft überzeugt davon, jemand anderes habe ihnen den Gedanken weggenommen (= Gedankenentzug).

Zu E Falsch. Kommentar zu D.

299 ?

Aussagenkombination

Ein Patient klagt über Schlafstörungen. Welche Maßnahmen sollten ergriffen werden?

  • 1.

    Führen eines Schlaftagebuchs

  • 2.

    Exploration der Schlafbedingungen

  • 3.

    Veranlassung einer körperlichen Untersuchung

  • 4.

    Verordnung eines Schlafmittels als Erstmaßnahme

  • 5.

    Erhebung eines psychopathologischen Befunds

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

299 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Abends vor dem Einschlafen werden Beobachtungen zu Befinden/Leistungsfähigkeit am abgelaufenen Tag eingetragen (u. a. Erschöpfungsgrad, Schlafepisoden am Tag, Alkoholkonsum etc.) – Am nächsten Morgen werden notiert: geschätzte Einschlafdauer, nächtliche Wachzeiten, Aufwachzeit, die Einschätzung, wie erholsam der Schlaf war. Dies hilft, äußere Ursachen der Schlafprobleme zu ermitteln.

Zu 2 Richtig. Das Herausarbeiten ungünstiger Schlafbedingungen (Lärm, Matratze, Belüftung etc.) ist Teil der Informationen, die man im Vorfeld erarbeiten sollte.

Zu 3 Richtig. In jedem Fall muss vor Psychotherapiemaßnahmen eine körperliche Untersuchung erfolgen.

Zu 4 Falsch. Schlafmittel sollten erst gegeben werden, wenn andere Maßnahmen versagen. Auf keinen Fall darf ein Heilpraktiker für Psychotherapie Medikamente „verordnen“.

Zu 5 Richtig. Die Erhebung des psychopathologischen Befunds könnte ergeben, dass der Betroffene an einer psychischen Störung leidet, die mit Schlafstörungen einhergeht (z. B. Depression, Panikstörung, generalisierte Angststörung etc.).

300 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zu ADHS treffen zu?

  • 1.

    Bei ADHS-Patienten besteht ein erhöhtes Risiko für die Ausbildung einer Sucht.

  • 2.

    Als Differenzialdiagnose zum ADHS ist an Minderbegabung zu denken.

  • 3.

    Organische Erkrankungen (z. B. Schilddrüsenüberfunktion) können ADHS-ähnliche Symptome auslösen.

  • 4.

    Wegen des erhöhten Suchtrisikos sollten Stimulanzien bei ADHS-Patienten nicht eingesetzt werden.

  • 5.

    Eine maniforme Psychose kann ADHS-ähnliche Symptome zeigen.

Antwort A Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

300 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Um besser mit ihrer Hyperaktivität umgehen zu können, entwickeln viele Betroffene spezielle Strategien: Sie rauchen, betreiben Extremsport oder betäuben sich mit Alkohol oder Cannabis. Oder sie stellen fest, dass sie sich durch Stimulanzien (starker Kaffee, Ecstasy, Kokain etc.) besser konzentrieren können. Das Risiko, im Erwachsenenalter einen Alkohol- oder Drogenmissbrauch zu entwickeln, ist bei ADHS-Patienten schätzungsweise 4-mal so hoch wie bei Gesunden.

Zu 2 Richtig. Viele Kinder mit Intelligenzminderung sind unkonzentriert, distanzlos und unkontrolliert impulsiv.

Zu 3 Richtig. Menschen mit einer Hyperthyreose sind rastlos, haben Konzentrationsstörungen und leiden unter Stimmungsschwankungen bis hin zu aggressivem Verhalten.

Zu 4 Falsch. Das bei ADHS eingesetzte Medikament Ritalin zählt zu den Stimulanzien.

Zu 5 Richtig. Deshalb heißt es in der ICD-10 unter G7: „Die Störung erfüllt nicht die Kriterien für eine manische Episode.“

301 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zum Suizid bzw. zur Suizidgefahr bei depressiven Patienten trifft am ehesten zu?

Antwort A Wer nicht über Suizid redet, wird ihn nicht begehen.

Antwort B Wer eine Suizidhandlung begeht, will sich unbedingt das Leben nehmen.

Antwort C Eine Schwangerschaft schützt zuverlässig vor suizidalen Handlungen.

Antwort D Versteckte Suiziddrohungen sprechen für ein erhöhtes Suizidrisiko.

Antwort E Fehlende suizidale Handlungen in der Verwandtschaft schließen ein Suizidrisiko nahezu aus.

301 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Oft schämen die Betroffenen sich ihrer Suizidgedanken und verschweigen sie. Wenn sie beim geringsten Verdacht auf Suizidalität in der Sitzung direkt darauf angesprochen werden, führt dies zu einer großen psychischen Entlastung.

Zu B Falsch. Es gibt Menschen, die Suiziddrohungen benutzen, um etwas durchzusetzen; für andere ist ein Suizidversuch ein Hilferuf – ein Zeichen, dass sie in Not sind.

Zu C Falsch. Es gibt Frauen, die durch eine ungewollte Schwangerschaft so in Not geraten, dass sie beschließen, sich zu suizidieren und ihr Baby „mitzunehmen“. Auch bei einer Schwangerschaftsdepression ist das Suizidrisiko hoch.

Zu D Richtig. Versteckte Suiziddrohungen/-ankündigungen sind ein Zeichen, dass die Betroffenen sich vermutlich noch in der Ambivalenzphase (nach Pöldinger) befinden. Alle indirekten Hinweise auf Suizid sollten ernst genommen und bewusst angesprochen werden.

Zu E Falsch. Suizidhandlungen in der Verwandtschaft regen evtl. zur Nachahmung an oder führen dazu, dass man dem geliebten Menschen „folgen“ will. Auf keinen Fall schließen fehlende Suizidhandlungen in der Verwandtschaft ein Suizidrisiko aus.

302 ?

Aussagenkombination

Zu den formalen Denkstörungen zählen:

  • 1.

    Denkhemmung

  • 2.

    Zerfahrenheit

  • 3.

    Gedankenabreißen

  • 4.

    Konfabulation

  • 5.

    Gedankenentzug

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

302 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die Denkhemmung ist typisch für depressive Störungen.

Zu 2 Richtig. Zerfahrenheit (Inkohärenz) ist eine für die Schizophrenie typische formale Denkstörung. In schweren Fällen kann es zum vollständigen Zerfall der Sprache kommen, sodass Betroffene nur noch „Wortsalat“ äußern.

Zu 3 Richtig. Beim Gedankenabreißen wird der Fluss der Gedanken bzw. des Redens plötzlich unterbrochen. Gedankenabreißen ist eine formale Denkstörung, die oft bei schizophrenen Erkrankungen auftritt.

Zu 4 Falsch. Konfabulationen sind erfundene Geschichten, die dazu dienen sollen, Gedächtnislücken zu überspielen. Sie sind häufig bei Demenzerkrankungen und beim Korsakow-Syndrom (amnestisches Syndrom) zu beobachten. Das Denken ist oft fantasievoll, aber keinesfalls im Denkablauf gestört.

Zu 5 Falsch. Gedankenentzug ist keine formale Denkstörung, sondern eine Ich-Störung.

303 ?

Einfachauswahl

Überprüfen Sie folgende Beschreibungen des Begriffs der Konfabulation. Welche Aussage trifft am besten darauf zu?

Antwort A Bestehenbleiben sog. Gedächtnisinseln im Rahmen einer umschriebenen Amnesie

Antwort B Zähflüssiges Haften an umschriebenen Erinnerungsresten aus dem Langzeitgedächtnis

Antwort C Hyperamnestisches (abnorm gesteigertes) Erinnerungsvermögen

Antwort D Allgemeines Gefühl der Bekanntheit ohne realen Bezug

Antwort E Mit Fantasien ausgefüllte Erinnerungslücken

303 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Eine „umschriebene Amnesie“ ist eine auf ein bestimmtes Ereignis eingegrenzte Erinnerungslücke, bei der manchmal Erinnerungen an Fragmente des Ereignisses erhalten sein können.

Zu B Falsch. Kommentar zu E.

Zu C Falsch. Kommentar zu E.

Zu D Falsch. Kommentar zu E.

Zu E Richtig. Beim Begriff Konfabulation „fabuliert jemand etwas dazu“, d. h., die betroffene Person füllt Erinnerungslücken mit frei erfundenen Geschichten. Konfabulationen sind typisch für das amnestische Syndrom (Korsakow-Syndrom) und die Demenz.

304 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen in Bezug auf die medikamentöse Behandlung von Patienten mit Schizophrenie treffen zu?

  • 1.

    Wegen der guten Verträglichkeit sind Neuroleptika problemlos in der Therapie einsetzbar.

  • 2.

    Neuroleptika können den psychotischen Leidensdruck erheblich vermindern.

  • 3.

    Die beste Rezidivprophylaxe ist eine längerfristige medikamentöse Therapie.

  • 4.

    Die medikamentöse Abschwächung der Psychosesymptome macht die Patienten für aktivierende und stützende Therapie zugänglich.

  • 5.

    Aktivierende und psychotherapeutische Maßnahmen können das Ergebnis der medikamentösen Therapie und das subjektive Befinden erheblich verbessern.

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

304 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Alle Neuroleptika haben Nebenwirkungen, sind also nicht gut verträglich. Trotzdem sind sie in vielen Fällen das Mittel der Wahl.

Zu 2 Richtig. Neuroleptika mindern in vielen Fällen den psychotischen Leidensdruck der Patienten und machen sie zugänglich für aktivierende und stützende psychotherapeutische Maßnahmen, die ihr subjektives Befinden erheblich verbessern.

Zu 3 Richtig. Nach aktuellem Wissensstand können stützende psychotherapeutische Verfahren zwar die medikamentöse Therapie unterstützen, nicht jedoch Rückfälle verhindern. Die beste Rezidivprophylaxe ist deshalb eine längerfristige Therapie mit Neuroleptika.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 2.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 2.

305 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Verhaltenstherapeutische Methoden und Techniken sind:

Antwort A Problemlösetraining

Antwort B Unbedingte Wertschätzung des Klienten durch den Therapeuten

Antwort C Liegende Position des Patienten mit fehlendem Blickkontakt zum Therapeuten

Antwort D Selbstsicherheitstraining

Antwort E Aufforderung an den Patienten, frei zu assoziieren

305 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Das Problemlösetraining gehört zu den Standardinterventionstechniken der kognitiven Verhaltenstherapie. Es geht hierbei um den Erwerb besserer Strategien zur schnelleren und effektiveren Lösung eines Problems.

Zu B Falsch. Die unbedingte Wertschätzung des Klienten ist typisch für die Gesprächspsychotherapie nach Rogers.

Zu C Falsch. Die liegende Position des Patienten auf der „Couch“ ist typisch für die Psychoanalyse.

Zu D Richtig. Das Selbstsicherheitstraining wie auch das Training sozialer Kompetenzen wird oft in Gruppen durchgeführt und zählt zu den Verfahren der Verhaltenstherapie.

Zu E Falsch. Die Aufforderung an den Patienten, frei zu assoziieren, ist die „Grundregel“ bei einer psychoanalytischen Sitzung nach Freud.

306 ?

Aussagenkombination

Typische körperliche Symptome einer depressiven Episode sind:

  • 1.

    Libidoverlust

  • 2.

    Schlafstörungen

  • 3.

    Suizidgedanken

  • 4.

    Appetitlosigkeit

  • 5.

    Fieber

Antwort A Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

306 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Richtig. Libidoverlust ist ein bei der Depression häufig auftretendes körperliches Symptom.

Zu 2 Richtig. Schlafstörungen jedweder Art sind ein wichtiges Symptom für die Diagnose einer depressiven Episode. Sie zählen – ebenso wie Libidostörungen und Appetitlosigkeit – zum sog. „somatischen Syndrom“ bei einer depressiven Episode.

Zu 3 Falsch. Suizidgedanken sind kein körperliches Symptom.

Zu 4 Richtig. Mangelnder Appetit, evtl. auch daraus resultierender Gewichtsverlust ist ein häufiges Symptom bei depressiven Episoden.

Zu 5 Falsch. Fieber ist zwar ein körperliches Symptom, allerdings nicht als Folge einer psychischen Störung, sondern als Hinweis auf eine Infektion. Fieber und depressive Störungen haben nichts miteinander zu tun.

307 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur zwanghaften (anankastischen) Persönlichkeitsstörung (PS) (nach ICD-10) treffen zu?

  • 1.

    Es besteht eine Neigung zu intensiven, aber instabilen Beziehungen, oft mit der Folge emotionaler Krisen.

  • 2.

    Sie ist gekennzeichnet durch Gefühle von Zweifel, Perfektionismus und übertriebener Gewissenhaftigkeit.

  • 3.

    Typisch sind wiederholte Drohungen/Handlungen mit Selbstbeschädigung.

  • 4.

    Damit verbunden sind ständige Kontrollen, Halsstarrigkeit, Vorsicht und Rigidität.

  • 5.

    Aus einer zwanghaften PS entwickelt sich häufig eine Zwangsstörung.

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

307 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Falsch. Die Neigung, sich auf intensive, aber instabile Beziehungen einzulassen, ist typisch für die Borderline-Störung.

Zu 2 Richtig. Zweifel, Perfektionismus, Pedanterie, unflexibles Denken und übertriebene Gewissenhaftigkeit sind typische Merkmale der anankastischen Persönlichkeitsstörung.

Zu 3 Falsch. Handlungen mit Selbstbeschädigung finden sich typischerweise bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Zu 4 Richtig. Ständige Kontrollen, das Führen von Listen, Vorsicht und Rigidität sind weitere typische Merkmale der anankastischen Persönlichkeitsstörung.

Zu 5 Falsch. Die Zwangsstörung und die zwanghafte (anankastische) Persönlichkeitsstörung sind zwei verschiedene Krankheitsbilder. Nach heutigem Wissensstand entwickelt sich aus einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung keine Zwangserkrankung.

308 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zum Delirium tremens (Alkoholentzugsdelir) trifft zu?

Antwort A Zittern stellt ein seltenes Symptom der Erkrankung dar.

Antwort B Das Delirium tremens tritt nur bei einem Blutalkoholspiegel von mehr als 3 Promille auf.

Antwort C Unbehandelt führt ein Delirium tremens in unter 1 % der Fälle zum Tod.

Antwort D Krampfanfälle können Vorboten eines nahenden Delirs sein.

Antwort E Wahnvorstellungen schließen ein Delirium tremens aus.

308 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Zittern (vor allem ein grobschlägiger Tremor) ist ein typisches Symptom des Alkoholentzugsdelirs.

Zu B Falsch. Ein Alkoholentzugsdelir tritt beim Entzug von Alkohol auf, nicht bei einem extrem hohen Alkoholspiegel von 3 Promille.

Zu C Falsch. Wenn die Erkrankten nicht behandelt werden, liegt die Letalität (Todesrate) bei 15–20 %

Zu D Richtig. Rund 50 % aller Delirium-tremens-Erkrankungen werden durch epileptische Anfälle eingeleitet.

Zu E Falsch. Kurzzeitige Wahneinfälle sind bei einem Delir häufig, aber nicht zwingend für die Diagnose.

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