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B978-3-437-58385-8.00013-8

10.1016/B978-3-437-58385-8.00013-8

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin März 2010

337 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zum schizophrenen Residuum treffen zu?

Antwort A Kennzeichnend sind ausgeprägte Wahnvorstellungen.

Antwort B Meist plötzlicher Beginn.

Antwort C Typisch ist Gesprächigkeit und Geselligkeit.

Antwort D Antriebsminderung ist charakteristisch.

Antwort E Vernachlässigung der Körperpflege ist ein mögliches Symptom.

337 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Beim schizophrenen Residuum stehen Minussymptome im Vordergrund der Symptomatik, keine ausgeprägten Wahnvorstellungen.

Zu B Falsch. Das schizophrene Residuum ist ein chronisches Stadium nach meist mehreren schizophrenen Episoden mit zunehmender Verschlechterung des Allgemeinzustands. Der Beginn ist also langsam-fortschreitend.

Zu C Falsch. Typisch sind Passivität, Initiativlosigkeit und sozialer Rückzug.

Zu D Richtig. Psychomotorische Verlangsamung, verminderte Aktivität und Antriebsmangel sind charakteristisch für das schizophrene Residuum.

Zu E Richtig. Diagnosekriterium nach ICD-10 (B.6) ist „verminderte soziale Leistungsfähigkeit und Vernachlässigung der Körperpflege“.

338 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Wahninhalte finden sich typischerweise bei psychotischen („wahnhaften“) Depressionen?

Antwort A Liebeswahn

Antwort B Größenwahn

Antwort C Verarmungswahn

Antwort D Vergiftungswahn

Antwort E Versündigungswahn

338 !

Richtig sind die Antworten C und E.

Zu A Falsch. Als Liebeswahn wird die PERLINK\"http://de.wikipedia.org/wiki/Wahn\"\o\"Wahn ausgeprägte unwiderstehliche Liebe zu einer meist unerreichbaren Person bezeichnet. Die Betroffenen sind fest davon überzeugt, dass die geliebte Person ihre Liebe zu ihm/ihr verheimlicht, aber durch geheime Signale dennoch kundtut. Der Liebeswahn ist eine Form der wahnhaften Störung, kann aber auch im Rahmen anderer psychischer Erkrankungen (z. B. Schizophrenie) vorkommen. Er ist nicht typisch für depressive Störungen.

Zu B Falsch. Größenwahn ist typisch für die Manie, nicht für schwere Depressionen.

Zu C Richtig. Schuldwahn, Verarmungswahn und Versündigungswahn sind typische Wahnarten bei der schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen (= wahnhafte Depression).

Zu D Falsch. Vergiftungswahn tritt häufig im Rahmen einer Schizophrenie auf, manchmal auch bei Demenzkranken.

Zu E Richtig. Kommentar zu C.

339 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Suizidalität treffen zu?

Antwort A Als besonders suizidgefährdet gelten Personen mit Suizidversuch in der Vorgeschichte.

Antwort B Frauen haben eine höhere Suizidrate als Männer.

Antwort C Die Suizidversuchsrate liegt bei Männern höher als bei Frauen.

Antwort D Die Begriffe „erweiterter Suizid“ und „Doppelsuizid“ beschreiben dasselbe Phänomen.

Antwort E Ein Großteil aller Suizide ist durch eine psychische Krise oder Krankheit bedingt.

339 !

Richtig sind die Antworten A und E.

Zu A Richtig. Personen, die bereits einen Suizidversuch unternommen haben, sind besonders suizidgefährdet.

Zu B Falsch. Bei vollendetem Suizid beträgt das Verhältnis Männer zu Frauen etwa 3 : 1; Suizidversuche hingegen sind bei Frauen wesentlich häufiger als bei Männern.

Zu C Falsch. Nicht verwechseln! Bei Suizidversuchen ist das Geschlechterverhältnis umgekehrt wie bei vollendeten Suiziden. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Ein erweiterter Suizid (Mitnahmesuizid) ist eine Selbsttötung unter absichtlicher Mitnahme naher Bezugspersonen (z. B. Kinder, Ehefrau) in den Tod – ohne deren Einverständnis. Davon zu unterscheiden ist der Doppelsuizid, bei dem zwei oder mehr Personen sich in freiwilligem Einvernehmen selbst töten.

Zu E Richtig. Etwa 90 % der Suizide sind durch psychische Erkrankungen bedingt. Besonders gefährdet sind Menschen mit depressiven, bipolaren oder schizophrenen Erkrankungen. Auch Suchtkrankheiten (z. B. Alkoholismus), eine PTBS oder schwere Persönlichkeitsstörung stellen ein erhöhtes Suizidrisiko dar.

340 ?

Aussagenkombination

Welche Phänomene passen zu einem Delirium tremens?

  • 1.

    Illusionäre Verkennung

  • 2.

    Akuter Beginn

  • 3.

    Desorientierung

  • 4.

    Vegetative Entgleisung

  • 5.

    Motorische Unruhe

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

340 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Wahrnehmungsstörungen (Illusionen und Halluzinationen, meist optischer Art) sind typisch für das Delirium tremens.

Zu 2 Richtig. Das Delirium tremens beginnt abrupt, innerhalb von 2–3 Tagen nach Absetzen des Alkohols.

Zu 3 Richtig. Bewusstseinstrübung und Desorientiertheit sind typisch für das Delirium tremens.

Zu 4 Richtig. Häufig sind Störungen des autonomen Nervensystems wie erhöhter Blutdruck, Herzrasen, Zittern, Schwitzen, Frieren (der Körper kann die Körpertemperatur nicht halten) etc.

Zu 5 Richtig. Nesteln und motorische Unruhe (z. B. Bettflucht, Herumlaufen im Zimmer, Sich-im-Bett-Wälzen, Weglaufversuche etc.) sind typisch für das Delirium tremens.

341 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur vaskulären Demenz treffen zu?

Antwort A Transitorisch-ischämische Attacken (TIAs) in der Vorgeschichte stützen die Diagnose.

Antwort B Neurologische Herdzeichen wie Gangstörungen sind mit einer vaskulären Demenz nicht vereinbar.

Antwort C Die Erkrankung beginnt gewöhnlich im höheren Lebensalter.

Antwort D Frühere Schlaganfälle sprechen gegen eine vaskuläre Demenz.

Antwort E Gedächtnis und Denken sind von der Erkrankung nicht betroffen.

341 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. TIAs sind vorübergehende neurologische Ausfallerscheinungen, die meist 1–2, maximal 24 Stunden anhalten. Ursache ist eine vorübergehende (= transitorische) Durchblutungsstörung (Ischämie) einer Gehirnregion, z. B. durch Arteriosklerose oder einen Thrombus (Blutpfropfen). Die Folge ist oft eine „Multi-Infarkt-Demenz“.

Zu B Falsch. Neurologische Herdzeichen sind Nervenausfälle (z. B. Lähmung, Taubheitsgefühl), die auf entzündliche Erkrankungen (= „Herde“) in einem eingegrenzten Bereich des ZNS zurückzuführen sind. Sie sind oft Ursache einer vaskulären Demenz.

Zu C Richtig. Risikofaktoren für eine vaskuläre Demenz sind Bluthochdruck, PERLINK\"http://www.apotheken-umschau.de/Rauchen Rauchen, ungünstige Blutfettwerte, PERLINK\"http://www.apotheken-umschau.de/Diabetes Diabetes mellitus, kleinere Schlaganfälle etc. Erkrankungen dieser Art treten vorwiegend im höheren Lebensalter auf.

Zu D Falsch. Kleinere sich wiederholende Schlaganfälle oder ein größerer zerebraler Insult führen oft innerhalb eines Monats zu einer „vaskulären Demenz mit akutem Beginn“ (F01.0)

Zu E Falsch. Bei jeder Art von Demenz sind Gedächtnis und Denken betroffen.

342 ?

Einfachauswahl

Bei einem psychisch Kranken ist eine Voraussetzung zur Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus nach dem Unterbringungsrecht des jeweiligen Bundeslandes:

Antwort A Fehlende Krankheitseinsicht

Antwort B Gefährdung der öffentlichen Sicherheit

Antwort C Suchtmittelgebrauch

Antwort D Bestellung eines rechtlichen Betreuers

Antwort E Die Krankheitseinschätzung durch nächste Angehörige

342 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Eine zwangsweise Unterbringung ist laut Unterbringungsgesetz bzw. Psychisch-Kranken-Gesetz nur möglich, wenn jemand infolge einer psychischen Erkrankung oder einer Störung als Folge von Sucht oder Intelligenzminderung sich selbst, andere Menschen oder die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet. Fehlende Krankheitseinsicht ohne diese Kriterien berechtigt nicht zu einer Unterbringung.

Zu B Richtig. Wichtig ist hier die Formulierung „bei einem psychisch Kranken“ in der Fragestellung. Wenn ein psychisch Kranker die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet, kann er gegen seinen Willen in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden. Ein psychisch Gesunder käme in Polizeigewahrsam.

Zu C Falsch. Suchtmittelgebrauch ohne die unter A genannten Voraussetzungen ist keine Voraussetzung für eine zwangsweise Unterbringung.

Zu D Falsch. Beim Unterbringungsrecht wird kein Betreuer bestellt.

Zu E Falsch. Die Entscheidung über eine Zwangseinweisung trifft die Kreisverwaltungsbehörde in Zusammenarbeit mit der Polizei.

343 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Merkmale/Symptome treffen auf einen Patienten mit einer Zwangsstörung zu?

Antwort A Die Symptome (Zwangsgedanken, -impulse, -handlungen) werden vom Patienten als unsinnig oder übertrieben erlebt.

Antwort B Die Zwangssymptome bestehen über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen.

Antwort C Zur Diagnosestellung nach ICD-10 müssen auf jeden Fall Zwangsgedanken, nicht aber Zwangshandlungen vorliegen.

Antwort D Der Inhalt der Zwangsgedanken ändert sich ständig.

Antwort E Die Zwangsinhalte dürfen sich nicht auf Themen wie Sexualität und Religion beziehen.

343 !

Richtig sind die Antworten A und B.

Zu A Richtig. ICD-10 (B.2): Mindestens ein Zwangsgedanke oder eine Zwangshandlung werden als übertrieben und unsinnig anerkannt.

Zu B Richtig. Die Mindestdauer beträgt 2 Wochen.

Zu C Falsch. Zur Diagnosestellung müssen laut ICD-10 „entweder Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen (oder beides) an den meisten Tagen über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen“ vorhanden sein.

Zu D Falsch. Die Zwangsgedanken bleiben gleich und wiederholen sich stereotyp.

Zu E Falsch. Sexualität und Religion sind häufige Themen der Zwangsgedanken und Zwangshandlungen.

344 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Hinweise für eine paranoid-halluzinatorische Form der Schizophrenie sind:

Antwort A Bewusstseinstrübung

Antwort B Örtliche Desorientierung

Antwort C Verfolgungswahn

Antwort D Kommentierende Stimmen

Antwort E Gedächtnisstörung

344 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Bei jeder Form der Schizophrenie sind die Patienten bewusstseinsklar.

Zu B Falsch. An Schizophrenie erkrankte Menschen sind i. d. R. voll orientiert. Ausnahme: akute situative Verkennung infolge eines Wahns. (Der Arzt im weißen Kittel wird dann möglicherweise als Schlächter verkannt, der nicht in einer Klinik, sondern im Schlachthaus tätig ist.)

Zu C Richtig. Verfolgungswahn kommt bei der paranoiden Schizophrenie sehr häufig vor.

Zu D Richtig. Kommentierende Stimmen sind ein Erstrangsymptom für die paranoide (früher: paranoid-halluzinatorische) Schizophrenie.

Zu E Falsch. Patienten mit paranoider Schizophrenie (oder einer anderen Form der Schizophrenie) haben keine Gedächtnisstörungen.

345 ?

Aussagenkombination

Bei einem Patienten bemerken Sie eine zunehmende Zerstreutheit und Vergesslichkeit. Welche der folgenden Ursachen kommt/kommen am ehesten in Betracht?

  • 1.

    Manie

  • 2.

    Depression

  • 3.

    Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

  • 4.

    Zwangsstörungen

  • 5.

    Arteriosklerose

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

345 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Maniker sind überwach, das Denken ist beschleunigt. Die Betroffenen springen zwar von einem Gedanken zum anderen, sind z. T. also unkonzentriert, auf keinen Fall jedoch vergesslich.

Zu 2 Richtig. Bei Depressionen kommt es zu einer Verlangsamung der Denkvorgänge, in diesem Zusammenhang dann auch zu einer Störung der Konzentration und der Merkfähigkeit.

Zu 3 Richtig. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann es zu einer depressiven Symptomatik kommen (= organische Depression) mit den unter Punkt 2 beschriebenen Symptomen. Langfristig kann sich eine Demenz entwickeln, die sich nach medikamentöser Behandlung durch Schilddrüsenhormone i. d. R. wieder zurückbildet.

Zu 4 Falsch. Menschen mit einer Zwangsstörung haben keine Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.

Zu 5 Richtig. Arteriosklerose kann zu Durchblutungsstörungen, evtl. auch zu Mini-Infarkten im Gehirn führen, damit auch zu einer zunehmenden Zerstreutheit und Vergesslichkeit.

346 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Zu den Ursachen einer Intelligenzminderung zählen:

Antwort A Down-Syndrom

Antwort B Vorgeburtliche Rötelninfektion

Antwort C Neurasthenie

Antwort D Parkinson-Syndrom

Antwort E Schizophrenes Residuum

346 !

Richtig sind die Antworten A und B.

Zu A Richtig. Das Down-Syndrom wird durch eine Chromosomenanomalie (Trisomie 21) verursacht und geht mit einer Intelligenzminderung einher.

Zu B Richtig. Wenn eine werdende Mutter in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten an Röteln erkrankt (Rötelnembryopathie), kann es beim Kind zu schweren körperlichen Schädigungen, einer schweren geistigen Behinderung oder auch schweren Mehrfachbehinderungen kommen.

Zu C Falsch. Die Neurasthenie wird auch als Erschöpfungssyndrom bezeichnet. Sie tritt i. d. R. im Erwachsenenalter auf und hat nichts mit einer angeborenen Intelligenzminderung zu tun.

Zu D Falsch. Einbußen der intellektuellen Fähigkeiten als Folge einer Demenz sind keine Intelligenzminderung. Eine Intelligenzminderung (= geistige Behinderung) ist Folge einer „verzögerten oder unvollständigen Entwicklung der geistigen Fähigkeiten“ (ICD-10) im frühkindlichen Stadium der Entwicklung.

Zu E Falsch. Das schizophrene Residuum ist eine Spätfolge der Schizophrenie, nicht die Folge einer frühkindlichen Hirnschädigung (= Intelligenzminderung).

347 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur schizoaffektiven Störung treffen zu?

Antwort A Sowohl affektive als auch schizophrene Symptome treten in derselben Krankheitsphase auf.

Antwort B Affektive und schizophrene Symptome treten in unterschiedlichen Krankheitsphasen auf.

Antwort C Die Langzeitprognose ist deutlich schlechter als bei der Schizophrenie.

Antwort D Es können sowohl manische als auch depressive Symptome auftreten.

Antwort E Positive Symptome der Schizophrenie treten nicht auf.

347 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Sowohl affektive (manische oder depressive) Symptome wie auch schizophrene Symptome treten in derselben Krankheitsphase auf. Mindestdauer: 2 Wochen.

Zu B Falsch. Kommentar zu A.

Zu C Falsch. Die schizoaffektive Störung ist eine schwere psychische Erkrankung, die prognostisch eine Mittelstellung zwischen der PERLINK\"http://psychiatriegespraech.de/psychische_krankheiten/schizophrenie/schizophrenie_prognose\t \"_blank\"\o\"Schizophrenie Schizophrenie und den affektiven Störungen einnimmt: Ihre Prognose ist besser als bei der Schizophrenie, aber schlechter als bei den affektiven Störungen.

Zu D Richtig. Je nachdem, welche affektive Störung sich mit den schizophrenen Symptomen mischt, treten entweder manische oder depressive Symptome gleichzeitig mit dem schizophrenen Krankheitsbild auf.

Zu E Falsch. Die in der ICD-10 unter G2 aufgeführten Symptomgruppen aus dem Bereich Schizophrenie umfassen vorwiegend positive Symptome wie Stimmenhören, Ich-Störungen, Beeinflussungswahn oder kulturell unangemessene bizarre Wahnideen.

348 ?

Einfachauswahl

Was ist für Patientinnen mit Anorexia nervosa charakteristisch?

Antwort A Sie waren schon vor der Pubertät untergewichtig.

Antwort B Wegen der begleitenden psychischen Probleme wird schon frühzeitig ein Arzt aufgesucht.

Antwort C Der Gewichtsverlust wurde durch eine körperliche Erkrankung verursacht.

Antwort D Der Gewichtsverlust wird selbst herbeigeführt, z. B. durch Vermeidung hochkalorischer Speisen.

Antwort E Die Krankheit kommt ausschließlich in der Pubertät vor und erweist sich als vorübergehende Störung.

348 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. In den meisten Fällen beginnt die Magersucht in der Pubertät, in selteneren Fällen auch vorher. Dass die Patientinnen (ohne an Magersucht zu leiden) schon in der Kindheit untergewichtig waren, würde auf eine organische Erkrankung hinweisen. Die Anorexia nervosa hingegen ist rein psychisch verursacht.

Zu B Falsch. Die Betroffenen haben keine Krankheitseinsicht und keinen Leidensdruck und suchen i. d. R. keinen Arzt auf, auch nicht, um für die begleitenden psychischen Symptome (Depressionen; Angststörungen) Hilfe zu bekommen.

Zu C Falsch. Ein Gewichtsverlust durch eine körperliche Erkrankung ist ein Ausschlusskriterium für eine Anorexia nervosa.

Zu D Richtig. ICD-10: „Der Gewichtsverlust ist selbst herbeigeführt durch Vermeidung von fett machenden Speisen.“

Zu E Falsch. ICD-10: „Kinder vor der Pubertät und Frauen bis zur Menopause können ebenfalls betroffen sein.“

349 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Hinweise für eine depressive Episode sind:

Antwort A Rasche Ermüdbarkeit

Antwort B Zeitliche Orientierungsstörung

Antwort C Schuldwahn

Antwort D Störung des Langzeitgedächtnisses

Antwort E Vermindertes Schlafbedürfnis

349 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Antriebsstörungen verbunden mit rascher Ermüdbarkeit sind ein Leitsymptom für eine depressive Episode.

Zu B Falsch. Orientierungsstörungen (zeitlich, örtlich, situativ) zählen nicht zu den Diagnosekriterien einer depressiven Episode.

Zu C Richtig. Bei mittelgradigen oder schweren depressiven Episoden finden sich oft ausgeprägte Schuldgedanken, die sich bis zum Schuldwahn steigern können.

Zu D Falsch. Bei einer Depression sind häufig Denkabläufe blockiert, die Aufnahmefähigkeit für neue Informationen ist reduziert. Die Folge: Die Betroffenen haben Probleme, sich Tagesereignisse, Aufträge, Personennamen oder neues Sachwissen zu merken. Betroffen ist hier das Kurzzeitgedächtnis, nicht das Langzeitgedächtnis.

Zu E Falsch. Die Betroffenen haben zwar Schlafstörungen, wünschen sich jedoch nichts sehnlicher, als endlich normal schlafen zu können. Ein vermindertes Schlafbedürfnis ist typisch für manische Erkrankungen.

350 ?

Einfachauswahl

Zum psychotherapeutischen „Setting“ gehört:

Antwort A Vereinbarung des Honorars

Antwort B Testpsychologie

Antwort C Fremdanamnese

Antwort D Klärung der unbewussten Ursachen der inneren Konflikte

Antwort E Systematische Desensibilisierung

350 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Unter „Setting“ (engl. für „Schauplatz, Rahmen, Umgebung“) verstand man ursprünglich die Art, wie Therapeut und Klient einander begegnen (Einzeltherapie? Am Kopfende des Klienten oder einander gegenüber? Gruppentherapie? Mehrere Familienmitglieder in einer gemeinsamen Sitzung?). Inzwischen hat das Wort eine Begriffserweiterung erfahren. Unter „Setting“ versteht man nun auch ganz allgemein die „Rahmenbedingungen“ einer psychotherapeutischen Behandlung: Ort und Zeit, Therapieabstände, geplante Therapiedauer und Vereinbarungen über das Honorar und die Zahlungsmodalitäten.

Zu B Falsch. Kommentar zu A.

Zu C Falsch. Kommentar zu A.

Zu D Falsch. Kommentar zu A.

Zu E Falsch. Kommentar zu A.

351 ?

Aussagenkombination

Typische(s) Symptom(e) bei einer Manie ist/sind:

  • 1.

    Selbstzweifel

  • 2.

    Ideenflucht

  • 3.

    Müdigkeit

  • 4.

    Soziale Hemmung

  • 5.

    Beschäftigungsdrang

Antwort A Nur 2 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

351 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Maniker sind überzeugt von ihren Fähigkeiten und haben häufig Größenideen, die sich bis zum Größenwahn steigern können. Selbstzweifel sind typisch für depressive Störungen.

Zu 2 Richtig. Unter Ideenflucht versteht man das Springen von einer Idee zur anderen als Folge von Assoziationslockerungen. Ideenflucht ist eine typische formale Denkstörung bei manischen Erkrankungen.

Zu 3 Falsch. Maniker scheinen nie müde zu werden und haben nur ein geringes Schlafbedürfnis.

Zu 4 Falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Maniker haben einen gesteigerten Antrieb, der in manchen Fällen als manischer Erregungszustand mit psychomotorischer Enthemmung und Taktlosigkeit auftreten kann.

Zu 5 Richtig. Die für Maniker typische krankhaft gesteigerte Aktivität äußert sich häufig in einem unermüdlichen Beschäftigungsdrang.

352 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Eine Frau (51 Jahre) verbringt seit 5 Monaten jeden Tag Stunden am Grab ihres Ehemannes und trägt seine Kleidung mit sich herum. Sie hat alle sozialen Kontakte abgebrochen. Zu welcher Einschätzung kommen Sie?

Antwort A Es muss schon vorher eine neurotische Störung vorhanden gewesen sein.

Antwort B Die abnorme Trauerreaktion zählt nach ICD-10 zu den Anpassungsstörungen.

Antwort C Eine Diagnose ist erst nach Ablauf des Trauerjahres möglich.

Antwort D Es handelt sich um individuelle Verarbeitung ohne Krankheitswert.

Antwort E Das Auftreten der Symptomatik muss bei Anpassungsstörungen mit der Belastungssituation in Zusammenhang stehen.

352 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Die Frau hat offensichtlich eine abnorme Trauerreaktion, die in der ICD-10 in die Anpassungsstörung eingegangen ist. Eine Anpassungsstörung ist eine Reaktion auf eine psychosoziale Belastungssituation, die bei jedem Menschen – auch jemandem ohne vorhergehende psychische Störungen – auftreten kann.

Zu B Richtig. Die abnorme Trauerreaktion zählt in der ICD-10 zu den Anpassungsstörungen. Kommentar zu A.

Zu C Falsch. ICD-10: „Trauerreaktionen jeglicher Dauer, die wegen ihrer Form oder ihres Inhalts als abnorm betrachtet werden“, sollten als Anpassungsstörung klassifiziert werden.

Zu D Falsch. Kommentar zu A.

Zu E Richtig. Das Auftreten der Symptomatik steht in dieser Fallgeschichte mit einem belastenden Lebensereignis (dem Tod des Ehemanns) in Beziehung. Dies ist ein wichtiges Kriterium für die Diagnose einer Anpassungsstörung.

353 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Indikationen für eine Elektrokrampftherapie (EKT) sind:

Antwort A Schwere Depression

Antwort B Katatonie

Antwort C Borderline-Störung

Antwort D Fortschreitende Demenz

Antwort E Persönlichkeitsstörung

353 !

Richtig sind die Antworten A und B.

Zu A Richtig. Die EKT wird u. a. bei schweren depressiven Episoden eingesetzt, wenn die Betroffenen auf eine Therapie mit Antidepressiva nicht ansprechen. Ein weiterer Anwendungsbereich sind katatone Zustände, wie sie bei der katatonen Schizophrenie auftreten können (z. B. katatoner Stupor; Katalepsie). Das Prinzip der EKT besteht in der Auslösung eines epileptischen Anfalls unter kontrollierten Bedingungen. Dies führt zu einer Veränderung von Botenstoffen im Gehirn, die in vielen Fällen zu einer Besserung der depressiven oder katatonen Symptomatik führt.

Zu B Richtig. Kommentar zu A.

Zu C Falsch. Kommentar zu A.

Zu D Falsch. Kommentar zu A.

Zu E Falsch. Kommentar zu A.

354 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur wahnhaften Störung treffen zu?

Antwort A Besonders bei jungen Patienten sind anhaltende akustische Halluzinationen typisch.

Antwort B Die Wahninhalte können manchmal lebenslang bestehen.

Antwort C Bei den Wahninhalten kann es sich oft um einen Verfolgungswahn oder einen Größenwahn handeln.

Antwort D Charakteristisch sind rasch wechselnde Wahnvorstellungen ohne inhaltlichen Bezug.

Antwort E Außerhalb der den Wahn betreffenden Lebensbereiche bestehen meistens ausgeprägte Auffälligkeiten des Affekts, der Sprache und des Verhaltens.

354 !

Richtig sind die Antworten B und C.

Zu A Falsch. ICD-10: „Bei älteren Patienten schließen gelegentliche und vorübergehende akustische Halluzinationen die Diagnose nicht aus, solange die Symptome nicht typisch schizophren erscheinen und nur einen kleinen Teil des klinischen Bildes ausmachen.“

Zu B Richtig. Nach ICD-10 beträgt die Mindestdauer 3 Monate. Die Störung ist charakterisiert durch die Entwicklung eines einzelnen Wahns, der meist „lange, manchmal lebenslang“ andauert.

Zu C Richtig. Verfolgungs- oder Größenwahn sind häufig. Auch der hypochondrische Wahn, der Liebes- oder Eifersuchtswahn können Thema einer wahnhaften Störung sein.

Zu D Falsch. Es handelt sich um einen lang andauernden Wahn, nicht um wechselnde Wahnvorstellungen.

Zu E Falsch. In Lebensbereichen, die nichts mit dem Wahn zu tun haben, sind die Betroffenen unauffällig.

355 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Borderline-Störung treffen zu?

Antwort A Es handelt sich um eine Entwicklungsstörung ab dem Jugendalter.

Antwort B Sowohl Trennungen als auch Nähe können als bedrohlich erlebt werden und zu suizidalen Krisen führen.

Antwort C Typisch sind Perfektionismus, Pedanterie und Eigensinn.

Antwort D Sexuelle Identität und persönliche Ziele sind häufig unklar und gestört.

Antwort E Bei fehlendem Wunsch nach Bindung und Gleichgültigkeit gegenüber Mitmenschen werden Partnerbeziehungen gemieden.

355 !

Richtig sind die Antworten B und D.

Zu A Falsch. Die Borderline-Störung ist eine Persönlichkeitsstörung, keine Entwicklungsstörung. Nach ICD-10 beginnen Entwicklungsstörungen im Kleinkindalter oder in der Kindheit. Meist handelt es sich um eine Entwicklungsverzögerung von Funktionen, die eng mit der biologischen Reifung des Gehirns zusammenhängen (Sprache, kognitive Fähigkeiten etc.).

Zu B Richtig. Borderline-Patienten haben meist extreme Ängste vor dem Verlassen-Werden; gleichzeitig kann zu große Nähe als bedrohlich erlebt werden (vgl. Buchtitel wie „Ich hasse dich, verlass mich nicht“ von Kreismann/Straus; Kösel 2002).

Zu C Falsch. Perfektionismus, Pedanterie und Eigensinn sind typisch für die zwanghafte Persönlichkeitsstörung.

Zu D Richtig. In der ICD-10 lautet die Formulierung: „Störungen und Unsicherheit bezüglich Selbstbild, Zielen und inneren Präferenzen (einschließlich sexueller).“

Zu E Falsch. Borderline-Patienten haben einen starken Wunsch nach Partnerschaft. Gleichgültigkeit gegenüber Mitmenschen und fehlender Wunsch nach Bindung sind Merkmale der schizoiden Persönlichkeitsstörung.

356 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) treffen zu?

Antwort A Beginn vor dem 7. Lebensjahr.

Antwort B Bei nahezu allen Betroffenen heilt die Störung im Kindesalter aus.

Antwort C Die Symptome bestehen meist nur im Schulunterricht.

Antwort D In sozialen Beziehungen oft distanzloses Verhalten.

Antwort E Im Erwachsenenalter sind vorwiegend Frauen betroffen.

356 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Laut ICD-10 liegt der „Beginn der Störung vor dem 7. Lebensjahr.“

Zu B Falsch. Bei vielen Betroffenen bestehen die Symptome von ADHS bis ins Erwachsenenalter fort.

Zu C Falsch. Die ICD-10 führt zwar Fälle an, in denen die Störung „als spezifisch für zuhause oder als schulspezifisch“ angesehen werden kann, diese Untergruppen sind aber eher selten und wurden noch nicht in die Hauptklassifikation des Störungsbildes ADHS aufgenommen.

Zu D Richtig. In sozialen Beziehungen (z. B. im Umgang mit Autoritätspersonen) sind viele Betroffene oft distanzlos.

Zu E Falsch. Ähnlich wie in der Kindheit und Jugend sind auch im Erwachsenenalter Frauen seltener betroffen als Männer.

357 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Ein 19-jähriger Schüler irrt nach dem Discobesuch umher. Er wird verängstigt in einer psychiatrischen Klinik aufgenommen, wo er sich vor Verfolgern sicher fühlt. Zu welcher Einschätzung kommen Sie?

Antwort A Ein Drogenscreening ist überflüssig, da es sich um Verfolgungswahn handelt.

Antwort B Die örtliche Desorientiertheit weist auf eine schizophrene Psychose hin.

Antwort C Angst ist oft ein führendes Symptom zu Beginn einer psychotischen Störung.

Antwort D Der Patient ist froh über die Aufnahme, daher kommt die Zwangsunterbringung nicht infrage.

Antwort E Angaben der Freunde zum Discobesuch können wichtige Diagnosehinweise geben.

357 !

Richtig sind die Antworten C und E.

Zu A Falsch. Der Schüler leidet wahrscheinlich an einer drogeninduzierten Psychose, deshalb sollte ein Drogenscreening durchgeführt und in Erfahrung gebracht werden, was in der Disco genau geschehen ist (Was haben die Freunde konsumiert? Wurde dem Schüler evtl. ein Rauschmittel ins Getränk getan?).

Zu B Falsch. Bei einer schizophrenen Psychose treten keine Orientierungsstörungen auf. Überdies müsste zur Diagnosestellung die Erkrankung mindestens 4 Wochen andauern.

Zu C Richtig. Angst ist häufig ein wichtiges Symptom zu Beginn einer psychotischen Störung.

Zu D Falsch. Sollte infolge der psychotischen Episode eine Selbst- oder Fremdgefährdung auftreten, könnte der Schüler auch gegen seinen Willen zwangsuntergebracht werden.

Zu E Richtig. Kommentar zu A.

358 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur Schizophrenie treffen zu?

  • 1.

    Es sind immer Prodromalsymptome feststellbar.

  • 2.

    Die Lebenszeitprävalenz liegt bei etwa 1 %.

  • 3.

    Bei vollständiger Ausheilung der Schizophrenie spricht man von einem schizophrenen Residuum.

  • 4.

    Bei der paranoiden Schizophrenie stehen Wahn und Halluzinationen im Vordergrund der Symptomatik.

  • 5.

    Bei der Hebephrenie liegt der Erkrankungsbeginn im Jugend-/frühen Erwachsenenalter.

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

358 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Vor Ausbruch der akuten Schizophrenie beobachtet man häufig eine längere Prodromalphase, in der die Patienten besonders empfindsam und reizbar sind und sich immer mehr zurückziehen. In selteneren Fällen wurden auch schizophrene Erkrankungsphasen mit plötzlichem Beginn (ohne Prodromalphase) beobachtet.

Zu 2 Richtig. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Schizophrenie zu erkranken, liegt bei 1 %.

Zu 3 Falsch. Ein schizophrenes Residuum ist ein Defektzustand, der als Folge einer oder mehrerer schizophrener Episoden auftreten kann.

Zu 4 Richtig. Bei der paranoiden Schizophrenie stehen paranoide (= wahnhafte) und halluzinatorische Symptome (Stimmenhören) im Vordergrund.

Zu 5 Richtig. Das Wort „Hebephrenie“ kommt aus dem Griechischen (Zusammensetzung aus hebe = Jugend und phrenos = Geist, Seele). Die Hebephrenie ist also eine Form der Schizophrenie, die meist im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter beginnt.

359 ?

Einfachauswahl

Eine typische inhaltliche Denkstörung ist:

Antwort A Ideenflucht

Antwort B Gedankenabreißen

Antwort C Wahnidee

Antwort D Denkverlangsamung

Antwort E Perseveration

359 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Die Ideenflucht – das Springen von einem Thema zum anderen – ist eine formale, keine inhaltliche Denkstörung. Die Ideenflucht ist typisch für die Manie.

Zu B Falsch. Gedankenabreißen ist eine formale, keine inhaltliche Denkstörung. Das Gedankenabreißen bzw. Gedankenabbrechen ist typisch für schizophrene Erkrankungen.

Zu C Richtig. Wahnhaftes Denken zählt zusammen mit zwanghaftem Denken zu den inhaltlichen Denkstörungen („Was“ denkt jemand = Was ist der Inhalt des Denkens?)

Zu D Falsch. Denkverlangsamung ist eine formale, keine inhaltliche Denkstörung. Eine Verlangsamung des Denkens und Redens ist typisch für depressive Störungen.

Zu E Falsch. Als Perseveration bezeichnet man das Haftenbleiben an bestimmten Gedankengängen oder das beharrliche Wiederholen von Wörtern oder Sätzen, die im aktuellen Zusammenhang nicht mehr sinnvoll sind. Die Perseveration ist eine formale (keine inhaltliche) Denkstörung. Sie findet sich häufig bei organisch bedingten Störungen (Alzheimer-Demenz, Epilepsie), aber auch bei Autismus, ADHS und Schizophrenie.

360 ?

Einfachauswahl

Unter welcher Voraussetzung kann ein Betreuer bestellt werden?

Antwort A Ein Psychotiker ist immer unter Betreuung zu stellen.

Antwort B Gleichzeitig mit der Bestellung des Betreuers ist per Gericht eine Entmündigung zu veranlassen.

Antwort C Kann ein Volljähriger aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen, seelischen Behinderung seine Angelegenheiten nicht besorgen, kann auf seinen Antrag ein Betreuer bestellt werden.

Antwort D Eine Betreuung ist immer erforderlich, wenn ein Bevollmächtigter eingesetzt wurde.

Antwort E Körperlich Behinderte benötigen für die Antragstellung einen Nachweis laut Schwerbehindertengesetz.

360 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Bei einer psychotischen Erkrankung (z. B. Schizophrenie) kann jemand nur unter Betreuung gestellt werden, wenn er/sie seine (juristischen) Angelegenheiten nicht selbst regeln kann. In vielen Fällen können „andere Hilfen“ (z. B. juristischer Berater, Haushaltshilfe etc.) in Anspruch genommen werden, sodass keine Betreuung im Sinne des Betreuungsgesetzes (BtG) erforderlich ist.

Zu B Falsch. Das Betreuungsrecht hat das Entmündigungsgesetz abgelöst.

Zu C Richtig. Die Formulierung unter C findet sich so ähnlich im Betreuungsrecht § 1896 BGB.

Zu D Falsch. Laut BtG ist eine Betreuung nicht erforderlich, wenn die Angelegenheiten des Volljährigen durch einen Bevollmächtigten oder andere Hilfen (Haushaltshilfe, Pflegedienst, juristischer Berater) besorgt werden können.

Zu E Falsch. Ein Nachweis über eine körperliche Behinderung ist keine Voraussetzung für die Antragstellung.

361 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen ist/sind typisch für eine Alzheimer-Demenz?

  • 1.

    Progredienter Verlauf

  • 2.

    Plötzlicher Krankheitsbeginn

  • 3.

    Zerebrale Herdsymptome

  • 4.

    Ausgeprägte Gangstörungen schon im Frühstadium

  • 5.

    Arteriosklerose als Ursache

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 2 ist richtig.

Antwort C Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

361 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die Alzheimer-Demenz (vor allem mit spätem Beginn) verläuft langsam-progredient.

Zu 2 Falsch. Ein plötzlicher Krankheitsbeginn ist eher typisch für die vaskuläre Demenz, z. B. als Folge eines Schlaganfalls.

Zu 3 Falsch. Zerebrale Herdsymptome (z. B. halbseitige Lähmung, Taubheitsgefühl in den Händen oder Füßen) sind ein Hinweis auf eine vaskuläre Demenz. Sie sind nicht typisch für die Alzheimer-Demenz in den ersten Stadien der Erkrankung.

Zu 4 Falsch. Ausgeprägte Gangstörungen (schon im Frühstadium) sind ein Hinweis auf zerebrale Herdsymptome. Sie können eine vaskuläre Demenz, nicht jedoch eine Alzheimer-Demenz verursachen.

Zu 5 Falsch. Arteriosklerose ist ein Risikofaktor für eine vaskuläre Demenz, nicht für Morbus Alzheimer.

362 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Hinweise für eine manische Episode sind:

Antwort A Bewusstseinstrübung

Antwort B Zeitliche Desorientierung

Antwort C Gesteigertes Schlafbedürfnis

Antwort D Distanzlosigkeit

Antwort E Konzentrationsschwierigkeiten

362 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Maniker sind bewusstseinsklar.

Zu B Falsch. Maniker haben keine Orientierungsstörungen: Sie sind zu Zeit, Ort, Situation und zur eigenen Person voll orientiert.

Zu C Falsch. Maniker haben durch ihren übersteigerten Antrieb ein vermindertes Bedürfnis nach Schlaf.

Zu D Richtig. Distanzlosigkeit ist ein häufiges Charakteristikum bei Patienten in einer manischen Phase.

Zu E Richtig. Maniker springen von einem Thema zum anderen (Ideenflucht; Gedankenrasen), sind deshalb leicht ablenkbar und haben Probleme mit der Konzentration.

363 ?

Einfachauswahl

Eine Patientin klagt über körperliche Symptome, für die sich keine organischen Ursachen finden lassen. Welches Merkmal muss für die Diagnose einer Somatisierungsstörung erfüllt sein?

Antwort A Die Beschwerden sind auf ein bestimmtes Organ bzw. einen bestimmten Bereich begrenzt.

Antwort B Die Patientin zeigt Symptome der Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit.

Antwort C Die Beschwerden bestehen maximal seit 6 Monaten.

Antwort D Die Beschwerden stammen aus multiplen Symptombereichen.

Antwort E Die Patientin gibt an, davon überzeugt zu sein, an einer schwerwiegenden, fortschreitenden Krankheit zu leiden.

363 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Wenn die Beschwerden – meist Schmerzen – auf ein bestimmtes Organ oder einen bestimmten Bereich des Körpers (z. B. Wirbelsäule) begrenzt sind, handelt es sich um eine somatoforme Schmerzstörung.

Zu B Falsch. Körperliche Symptome in Verbindung mit Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit lassen eine depressive Episode vermuten, die meist mit sog. „Vitalstörungen“ einhergeht.

Zu C Falsch. Die Mindestdauer für eine Somatisierungsstörung beträgt 2 Jahre.

Zu D Richtig. Patienten mit einer Somatisierungsstörung haben multiple, häufig wechselnde Beschwerden ohne körperlichen Befund.

Zu E Falsch. Die Überzeugung, an einer schwerwiegenden Krankheit zu leiden, ist typisch für die hypochondrische Störung.

364 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Zur Negativsymptomatik einer Schizophrenie zählen:

Antwort A Störung des Ich-Erlebens

Antwort B Sprachverarmung

Antwort C Wahn

Antwort D Affektverflachung

Antwort E Denkzerfahrenheit

364 !

Richtig sind die Antworten B und D.

Zu A Falsch. Ich-Störungen zählen zu den Plus- oder Positivsymptomen der Schizophrenie.

Zu B Richtig. Sprachverarmung ist ein Minus- oder Negativsymptom bei schizophrenen Erkrankungen.

Zu C Falsch. Wahn zählt zu den Positivsymptomen.

Zu D Richtig. Affektverflachung und Gefühlsverarmung sind Negativsymptome der Schizophrenie.

Zu E Falsch. Denkzerfahrenheit ist eine formale Denkstörung, bei der ein „Zuviel“ an Gedanken dazu führt, dass der Gedankengang nicht mehr nachvollziehbar ist. Die Denkzerfahrenheit zählt deshalb zu den Positivsymptomen.

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